Das komische ist, ich hatte in diesen ersten drei Nächten eigentlich überhaupt keine Angst (die Unwissenheit !!!). Wenn ich mal einen lichten Augenblick hatte, habe ich bei mir gedacht - das ist es also, du bist doch abhängig (hatte ich vorher nie glauben wollen) und so sieht also der Entzug aus. Manchmal habe ich es richtig genossen, dass es Schmerzen verursachte, da ich mir vorstellte, dass nun das Gift meinen Körper verließ und ich stärker als es war, stark genug das auszuhalten. Irre oder? Ich hab auch viel mit meinem Gott geredet, von dem ich vorher so gut wie garnichts gehört habe. Ich habe ihn um Kraft gebeten und siehe da, bis heute hat´s jedenfalls gehalten. Angst habe ich erst bekommen als ich im Forum die ersten Reaktionen auf meine Schilderungen bekam. Als dann am vierten Abend mein Herz wieder zu rasen begann, erst da kam ich zur Besinnung und dachte - wenn das nun plötzlich stehen bleibt. Ich allein zu Hause, keine Hilfe weit und breit und erst am Sonntag kommt meine Freundin und findet mich dann tot. Ich bin jedenfalls froh, dass ich dann zum Arzt bin und mich in fachlich begabte Hände gegeben habe (Dank den Forumsmitgliedern).
LG, Andy
Beiträge von Andy
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Habs Dir mal hierein kopiert, kann ja ruhig jeder lesen und sich Gedanke darüber machen:
Ich bin neu hier, Deutscher, 47, 2x geschieden und "noch" in LG mit einer Ukrainierin, 30, lebend. Nach einer Weihnachts- und Sylvester-Ohnmacht (ich war allein zu Hause, da meine Partnerin zur Saisonarbeit in A ist), ging es mir so schlecht, dass ich beschlossen habe meinen Kontakt mit dem Zeug zu beenden.
Hätte ich mich vorher hier informiert, hätte ich gewußt, dass das sehr gefährlich ist. Aber ich, der ich seit meinem 14. Lj. regelmäßig, anfangs fast täglich, dann als Quartalssäufer, aber die letzten 8 Jahre wiederum fast täglich, im Kontakt mit dem Zeug war, hab´s in Unwissenheit natürlich allein probiert.
Am 06.01. (übrigens der Tag, an dem für mich als getauftem Russisch-Orthodoxen Weihnachten ist) war mein erster Tag Ohne. Da ich "meistens" abends trank, hab ich den Tag ganz gut überstanden. Aber die Nacht war grausam. Ich habe gefroren, wie ein Schneider gezittert, war doch in einer Schweißlage klatschnass und hatte fürchterlichste Alpträume. Mein Herz hat gerast, ein paar Mal sehr stechend geschmerzt und in der Lebergegend hat es gezogen wie verrückt. Der 07.01., der zweite Tag, verlief, wahrscheinlich durch die Ablenkung der Arbeit, ebenfalls ganz gut, bis auf eine total caotisches Bauchgefühl (Blähbauch, vor allem nach dem Essen). Die zweite Nacht war noch schlimmer als die Erste. Ich hab gedacht mir reißt es alle Sehnen und Muskeln aus dem Leib, ich merkte, dass mein Gehirn wahnsinnig pulsierte und dazu noch die "Befindlichkeiten" der ersten Nacht. Am 08.01., meinem dritten Tag ging es wieder wie am Zweiten ganz gut und in meiner dritten Nacht konnte ich sogar etwas schlafen, trotz einigem Frösteln, geringem Herzschmerz, Leberzerren, Blähbauch und Schweiß.
Heute ist mein vierter Tag ohne Alkohol, der Blähbauch nach dem Essen und ein leichtes Ziehen in der Lebergegend sind noch da, aber ich bin zuversichtlich. Ich habe auch, bis auf meinen ersten Abend, an dem ich schwer mit mir kämpfte (wurde das Feeling ja dadurch bis jetzt jedesmal wieder besser), kein richtiges Verlangen mehr nach dem Zeug gehabt. Ich sehe nun meiner vierten Nacht entgegen und hoffe, dass die besser wird als die Vorangegangenen (vielleicht kann mir ja mal jemand sagen wie lange das "Unwohlsein" anhält ?).
Eines weiß ich jetzt aber schon mit Sicherheit, ich will das nie, nie, nie (man kann das Wort nicht oft genug schreiben) wieder durchmachen. Deshalb bin ich jetzt hier im Forum und werde es jeden Tag mehrmals besuchen um standhaft zu bleiben, auch meiner schon etwas angekratzen Beziehung wegen. Ich hab hier heute schon viel gelesen und hoffe auch weiterhin auf viele Tipps und vielleicht auch ein paar Freundschaften. Grüße an Alle hier und die Welt, die mich nun hoffentlich endlich wieder hat, ich war viel zu lange weg !!! -
Dein Weg wird Beispiel sein für Viele,
die angespornt, mit gleichem Ziele,
dem Wunsch nach einem freien Leben
in Abstinenz und Glück ergeben,
den schweren Weg dahin beschreiten,
der Hoffnung Du wirst sie begleiten!LG, Andy
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Nein, eine Entgiftung hatte ich nicht und dummerweise habe ich mein Ding fast komplett kalt durchgezogen (hätte schief gehen können, ich hab in meinem Vorstellungsbereich genau beschrieben wie´s mir erging). Erst am vierten Tag bin ich dann auf anraten aus dem Forum zum Arzt. Dort habe ich Pillen (na so eine Art Beruhigungspillen von denen man voll müde wird, Namen darf ich hier nicht nennen) bekommen. Hab dann auch vier Tage, jeweils abends eine genommen (lag dann meistens schon halb neun im Bett und hab geschnarcht). Da aber die Müdigkeit bis auf den nächsten Tag durchgeschlagen hat, hab ich seit Dienstag damit aufgehört. Mir gehts jetzt eh sehr gut und auch die beste Medizin hilft nur in einer speziellen Richtung, macht aber in einer anderen vielleicht mehr Schaden. Was bei uns zählt ist das Wissen um die Folgen, die Einsicht in die Notwendigkeit und der Wille das durchzustehen. Und eines noch, sobald ich mich dabei ertappe, dass nur irgend eine Kleinigkeit an meine alten Gewohnheiten erinnert, stelle ich das sofort ab und suche mir eine Beschäftigung.
LG, Andy
PS. der 13. Tag ohne
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Ja ich kenne dieses blöde Gefühl, ich hab immer zum Bier (wo ich auch verschiedene Sorten wählte) zwei verschiedene Flaschen Schnaps gekauft (Korn und Kräuter oder so). Dann habe ich mir eingebildet die Verkäuferin und die Leute in der Schlange denken ich hab Besuch oder so
. Idiotisch oder ???
Ich fühle mich jetzt Sau wohl. Ich bin frühs ausgeruht und frisch. Ich weiß garnicht mehr, wann ich mich das letzte mal so gut gefühlt habe. Abends helfe ich meiner Freundin beim Lernen für Ihre Prüfung am 07.02. (eine der letzten vor ihrem Magistertitel).
Aber eine Frage muß ich jetzt auch mal an alle anderen hier im Forum stellen. Hattet ihr auch so einen ungebremsten Hunger nach dem Verzicht auf Alk ? Ich könnte nur noch essen
. Legt sich das irgendwann wieder ?
LG, Andy -
Hallo Dahlie,
ist ja prima, dass mit Deinen Ergebnissen. Ich war ja genau so geschockt, dass bei mir innerlich noch nichts kaputt zu sein scheint, im Gegensatz zu meinem bisherigen Lebenswandel und den daruf folgenden Entzugserscheinungen. Aber wie gesagt, und da hast Du die richtige Meinung, das ist keine Beruhigung und kein Grund weiter zu machen wie bisher. Enden tut es sonst doch noch mit Schmerzen.
Wenn ich Deine Beiträge lese kommt es mir so vor als wenn Du abends viel allein bist. Such Dir auf jeden Fall eine Beschäftigung, weit weg von Deinen bisherigen Gewohnheiten. Ich gehe ab Montag wieder ins Fitnesstudio und ich hab mir vorgenommen so viele wie möglich anzuquatschen um Kontakte und evtl. Freundschaften zu knüpfen. Ich habe ein kleines, eher familiär geführtes Studio gefunden. Würde ich Dir auch empfehlen, denn selbst wenn Du mal keine Lust zum Training hast, kannst Du hingehen und an der Bar bei gesunden Getränken Deine neuen Kontakte pflegen und Du bist nicht allein und kommst nicht auf dumme Gedanken. Übrigens, mein Kleiner und seine Perle kommen mit und dann trainieren wir um die Wette
LG, Andy -
Erst mal viel trinken, am besten Wasser. Dann habe ich mir bei ICQ ein paar Freunde in der Ukraine rausgesucht und bessere somit meine Russischkenntnisse auf (meine Freundin ist zwar Ukrainerin, aber blöderweise reden wir zu Hause fast nur deutsch und sie ist ja mitten im Studium und muß ständig lernen). Du glaubst nicht wie schnell bei der Schreiberei der Abend vergeht, Nachricht hin, Nachricht her und der Bettzipfel winkt schon. Von dem Saufzwang merkst Du da garnichts. Nichts ist schlimmer als allein vorm Fernseher zu hocken.
LG, Andy -
Hallo Dahlie, ist ja schön, das Dein Arzt Dich auf Deinem Weg begleiten will, aber das Gerede von "einem Gläschen Alkohol, dass wir ja alle mal trinken" stimmt mich nachdenklich. Manche Ärzte haben doch schon eine ganz schöne Routine was unsere Probleme betrifft.
Ganz verrückt wird es, wenn Du Deine Ergebnisse bekommst und darin steht (wie bei mir am Montag): Leberwerte nur ganz leicht erhöht, fast normal, und das Blutbild ist ok. Meine Ärztin sagte mir, dass sie anhand dieser Ergebnisse nie auf Alkoholmißbrauch geschlossen hätte. Das bringt Dich ganz schön ins Schwanken. Nur Du selbst weißt wie Dich der Alk belastet und hier kannst Du erfahren wo es bei vielen endete (sieh mal in meinen Vorstellungsbereich). Du solltest Dir dann also kein gutes Gewissen einreden "ist ja doch nicht so schlimm wie ich dachte, oder???".
Bleib standhaft !!!
Übrigens, von welchem Film habt ihr hier geschrieben, ich würde den mir auch gern mal zur Stärkung ansehen.
LG, ottonv
Letzer "Alkoholgenuss" am 05.01.2008 und immer noch top motiviert !!!