Beiträge von Andy

    Hallo Joe,

    ich bin heute seit langer Zeit, aus persönlichen und beruflichen Gründen, das erste Mal wieder hier im Forum. Hast Du aber sicher schon bemerkt.

    Und das erste was ich lese ist diese traurige Nachricht. Ich bin ehrlich zutiefst betroffen über das was passiert ist, weiss ich doch um die Freude ob dieses sehnsüchtig erwarteten Ereignisses, welche Du hattest. Ich versichere Deiner Frau und Dir meine aufrichtige Anteilnahme und mein volles Mitgefühl.
    Weiss ich doch wie es ist, wenn man ein Kind verliert. Ich muss nun schon seit fast 13 Jahren zusehen, wie mein Großer (24) langsam aber sicher Nahkontakt mit seinem Tod aufnimmt und schlimmer noch, sich damit auch abgefunden hat, dass er durch seinen Lebenswandel gezielt darauf hin arbeitet. Meistens bin ich zwar nur in Gedanken dort, weil ich seine alkoholschwangere Umgebung zu meiden versuche, aber gerade gestern war ich mal wieder perönlich bei ihm. Man hatte mir, nachdem ich sinnloserweise versuchte ihn mehrmals telefonisch zu erreichen, in seiner Praktikumsstelle gesagt, dass er schon 3 Tage nicht auf Arbeit war. Dort wäre er auch vorher schon überhaupt nicht ansprechbar gewesen.
    Er war gestern Abend so mit Drogen und Alkohol vollgepumpt, dass er sich nicht auf den Beinen halten konnte und mich nicht einmal erkannte. Er hat sich einfach auf den Boden gelegt und seine Alpträume weiter geträumt. Ich bin nur gekommen um ihn aufzuheben, ins Bett zu legen und wieder zu gehen. Ihn ins Krankenhaus zu bringen hätte keinen Sinn gemacht, denn spätestens heute morgen um 8 wäre er wieder draussen gewesen und um einige Schulden reicher. Das schlimmste Alarmzeichen für seinen Zustand ist für mich, dass er am 3. noch alles Geld auf dem Konto hatte. Hat er doch sonst am 3. schon keinen Pfennig mehr. Nicht mal dahin (zum Geldautomaten) hat er es in seinem Zustand geschafft. Das hat mich natürlich auch wieder eine Nacht Schlaf und einiges Salzwasser aus bestimmten Körperdrüsen gekostet.

    Nun, das Leben geht weiter, Blick nach vorn !

    Du wirst Dich sicher fragen warum ich das alles schreibe, aber geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.

    In diesem Sinne, alles Gute für Deine Frau und Dich.

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    heute, leider, auch nur mal so ein kurzes Hallo von mir zwischendurch. Zu mehr fehlt mir momentan einfach die Zeit. Auf der einen Seite steht die viele tägliche Arbeit und dadurch auf der anderen Seite der verständliche Wunsch, die wenige freie Zeit wirklich effektiv zum Abschalten und Erholen zu nutzen. Leider kommt das Forum dabei im Moment leicht zu kurz. Aber es kommen ja auch bald, schneller als man manchmal denken kann, die etwas weniger arbeitsintensiven Wintermonate wieder!
    Auf jeden Fall bin ich mittlerweile Urlaubsreif und deshalb zähle ich schon die Tage. In 18 Tagen geht es wieder los, ab in die Ukraine, für zwei Wochen. Das bedeutet zwar auch etwas Stress, aber eher den von der angenehmeren Sorte. Gesammelt habe ich diesmal so viele Hilfsgüter, dass ich höchstwahrscheinlich einen Teil garnicht mitnehmen kann, weil mein Auto sonst platzt. Die Hilfsbereitschaft meines Bekanntenkreises ist ungebrochen !!! Danke an dieser Stelle auch an Kelli (und Familie), die leider hier nicht mehr unter uns weilt.
    Die "Familie" drüben ist auch instruiert, hat Verständnis signalisiert, dass mein Alkoholikerdasein nichts an seiner Aktualität verloren hat und entsprechendes Verhalten gelobt. Deshalb fahre ich auch gern und mit ruhigem Gewissen.
    Eine Woche, von den Zweien, mache ich wirklich echten und richtigen Urlaub :lol: , diesmal in Odessa. Dann geht es mit dem Hausbau weiter, der auch ohne meine Mitwirkung :cry::?::roll: schon fortgeschritten sein soll. Mal sehen was mich erwartet, das EG soll schon stehen :shock: .
    Haben sie doch eine ganz andere Auffassung vom Bauen dort, als wir hier. Aber der gute Wille zählt manchmal mehr, oder ?
    Ansonsten bin ich stabil und zufrieden mit mir und dem bisher Erreichten. Nur etwas Sommersonne könnte ich (aber wahrscheinlich nicht nur ich) noch brauchen.

    In diesem Sinne,

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    endlich einmal fünf Minuten, um auch mal wieder was von mir hören zu lassen. Na ja, es ist nunmal Hochsaison für mein Unternehmen ....... und da ich zu Hause kein I-Net habe, kann ich ebend bloß im Büro. Da hat die Zeit aber gerade ausgereicht mal kurz etwas mitzulesen, nur selber Schreiben war nicht drin und dann immer bloß von der Arbeit ....... :?: Viel Anderes gibt es im Moment für mich nämlich nicht, aber es macht unheimlich viel Spaß, da alles wie am Fließband läuft. Habe gerade eine Teilbaustelle begonnen, bei der ich wohl für drei Jahre Arbeit in Aussicht habe und noch Einige einstellen muss, wenn die weiter so ordentlich abläuft.
    Nur die Zahlerei könnte etwas besser werden, da man jedesmal ein komisches Gefühl bekommt, wenn nach der Rechnungslegung erst mal 4-Wochen garnichts passiert. Das ist halt auf dem Bau so, bekommt man dann meist zu hören (haben die Kunden doch nach VOB 2 Monate Zeit sich zu überlegen, was für Gründe gegen eine Zahlung sprechen könnten), nur muss das neuerdings immer so sein :?: Brauchen die alle kein Skonto mehr ? Günstiger bekommt man doch nirgends Geld ins Portemonnaies :!:
    Aber wenigstens schaffe ich es jetzt immer, mir den Sonntag komplett zur Erholung frei zu halten. Da wird ausgeschlafen, dann gleich Mittag gemacht und danach geht´s mit dem Fahrrad oder den Inlinern auf die Piste (meist mit Freunden). Gestern haben wir 55 km abgeradelt, danach den "Fußball gegrillt" (bin kein Fan davon und gestern hab ich wieder mal gesehen warum) und heute sitze ich auf gepolsterten Akkus im Büro und kühle die "Hornhaut" :lol: .
    Alles in Allem bin ich aber gut zufrieden und das scheint tatsächlich daran zu liegen, dass man immer mit einem klaren Kopf durch die Gegend läuft :D .

    Eine schöne trockene Woche,

    LG, Andy

    Hallo Joe,

    tut mir leid, dass es mit der Arbeit wieder nicht geklappt hat. Es ist nun mal so in unserem Lande, wer keine Arbeit hat, hat auch kaum Aussicht welche zu bekommen und wer Arbeit hat, der kann sich tot arbeiten. Aber wer weiss, wozu das gut ist ? Wo zuviel Arbeit hinführt, kannst Du mal bei mir nachlesen "Der 20. Tag" :lol: .

    Drücke trotzdem weiter die Daumen für Dich.

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    die vergangenen Wochen waren arbeitsmäßig ganz schön stressig. Tagsüber auf Baustellen und Termine, abends Termine, Einkäufe für meinen Laden und der Kampf mit dem deutschen Papiertiger. Und was bingt der ganze Stress ? Man springt aus dem Auto, rennt zum Tor um es zu öffnen und als man sich rumdreht, steht doch das Auto zwanzig Meter weiter, halb an einem Betonpfahl und mit der anderen Hälfte im Gartenzaun vom Nachbarn :lol: Gott sei Dank nichts weiter passiert, nur 40 € Zaunreparatur bezahlt und Lackschäden an meinem "Selbstfahrer" :roll:.
    Aber in den letzten Tagen ließ der Papiertiger (sicher nur vorübergehend) seine Krallen etwas ruhen. Da habe ich mir gedacht ich gönn mir mal was Gutes und ruh mich auch etwas aus. Also hab ich die letzten drei Tage, schon um 20.00 Uhr mein Büro abgeschlossen, bin nach Hause und dort zeitig ins Bett. Auch heute hat´s mich bis 10.30 Uhr dort festgehalten und jetzt fühl ich mich wieder richtig gut und ausgeruht genug, auch wieder die Handbremse anzuziehen :D .
    Tja, solche Langsamgänge sollte man ruhig ab und zu zur Tradition werden lassen, bevor einen sonst mal der Burnout schnappt und in die Knie zwingt.
    Aber jetzt hat mich, zumindest für heute, der Papiertiger wieder. Aber spätestens 20.00 Uhr ist Feierabend mit dem belastenden Spiel :!:

    Ein schönes, ruhiges und trockenes WE Euch allen.

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    "Kinder, wie die Zeit vergeht", pflegte meine Oma immer zu sagen. Ja, je älter man wird um so mehr rasen die Tage an einem vorbei.
    Und schwupps, hast Du nicht gesehen, sind auch mal schnell 5 Monate rum. Trotzdem, dass die Tage so rasen, kommt es mir schon wie eine kleine Ewigkeit vor, dass ich das letzte Mal Alkohol trank. Dennoch sind diese 5 Monate nur ein klitzekleiner Teil im Vergleich mit der Ewigkeit, oder den vorangegangenen 33 Jahren.
    Wenn ich aber bedenke, wie sich mein Leben, vor allem mit Hilfe dieses Forums, in den 5 Monaten verändert hat .... :!:
    Mein Interesse an Alkoholika ist momentan auf einem absolutem Nullpunkt angelangt. Es sind keine Sehnsüchte, Verzichtsgedanken, Saufdruck, o. ä., ect., und kaum Erinnerungsmomente vorhanden, bzw. zu registrieren. Ich fühle mich rundum glücklich und zufrieden und blicke mit viel Optimismus in die Zukunft.
    Und damit das auch so bleibt, bleibe ich jeden Tag aufs Neue dran, am Ball der Veränderung.

    Trockene 24h und ein schönes WE Euch allen 8)

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    Blizzard : Bitte lies Dir nochmal genauer durch, was ich geschrieben habe. Denn wenn ich hier auf Deine Interpretation antworte, dann kommen wir ganz von Thema des Threads weg. Auf jeden Fall hab ich weder Selbstmitleid noch Verzichtsgedanken. Ein Rückfallrisiko wegen Fußball sehe ich bei mir genauso nicht, kann man mich mit diesem Sport doch aus dem Lande treiben. Und wer es gerne mag 44 Sportlern zuzuschauen die hinter zwei Bällen herlaufen :wink: , dem neide ich das auch nicht.

    Gestern war ich wieder mal in einer Eisdiele. Ich frage die Verkäuferin ob sie denn kein Eis mit Rosinen hat. Sie antwortet prompt: "Nein, aber in dem hier (irgendsoein Cremeeis) ist Alkohol drin." Ich sage, na dann nehme ich genau das nicht, ich bin nämlich Alkoholiker. Da grinst sie mich breit an und fängt dann auch noch an gackernd zu lachen. Mir wurde es ehrlich gesagt etwas unheimlich und ich war froh, als ich wieder auf der Straße stand. Was muss die wohl unter Alkoholiker verstanden haben ?

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    Zitat von andreas57

    Ganz allgemein kann aber gesagt werden, dass der Alkohol in unserer Gesellschaft derart tief verwurzelt ist, dass eben viele das Trinken mit einem ganz besonderen Lebensgefühl verbinden, was auch in der Werbung schamlos ausgenützt wird.

    Ja, Andreas und unsere Politiker fördern das auch noch, denn wer ständig auf Party oder down ist, der hat keinen Blick für das Wesentliche. Mich macht es momentan ganz verrückt, dass die die Fußball-EM (bin eigentlich kein Fan davon) schon wieder so (s. 2006) als Volksdeutsches-Party-Sommermärchen vergewaltigen. Wer mal genau hinschaut wird sehen, was für Pressions-Gesetze die in dieser Taumelzeit der Deutschen beschliessen (so geschehen s. 2006). Das Erwachen kommt erst viel später, wenn es für alle kein Zurück mehr gibt. Und nicht nur die Politiker werden diese Zeit für sich ausnutzen :!: .

    @cats: Tob Dich nur ruhig aus, hab kein Problem damit :lol: .

    Was Deine Kolleginnen betrifft denke ich, dass das wirklich aus Naivität und Unbewußtheit passiert. Wie so vieles Anderes, was aus fehlender bzw. ungenügender oder wissentlich verhinderter Prävention resultiert. Auch hier wird es irgendwann ein Erwachen geben, spätestens wenn das Maß endgültig verloren geht :? .

    LG, Andy

    Zitat von JoeDoe

    aber der im Unternehmen zuständige Entscheidungsträger tummelt sich gerade an den Stränden des Mittelmeeres, also muss ich mich noch einige Tage gedulden.

    Hi Joe,

    schön, dass endlich ein Lichtblick für Dich kommt. Ich freu mich riesig für Dich. Geh aber trotzdem nicht gleich am ersten Tag nach dem Urlaub zum Entscheidungsträger, da ist nämlich meistens schlechte Laune angesagt.

    Du kannst ja Alp(k)träume haben :lol: . Hoffentlich hast Du keine Disposition zum Schlafwandeln :P .

    Daumen drück :!:

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    Warum nur immer dieses ungläubige Erstaunen ?

    Ich hatte am Samstag Abend noch eine Rechnung für eine Baustelle fertig zu machen, in deren Aufwand und Ergebnis ich mich mit einem anderen
    Unternehmen hineinteile. Da ich noch Fragen zu den Aufmassen hatte, rief ich den anderen Unternehmer an. Dieser war gerade Gast bei einer Einzugsfete von seinem Bekannten. Er gab mir die gewünschten Auskünfte und sagte zum Abschluss, dass er jetzt gerade dabei wäre ein frisches Bier zu zapfen und dass er dies mir widmen wolle. Ich sagte spassig, dass er sich nun wohl ein Wasser nehmen müsse, da ich keinen Alkohol trinke.

    Und dann kam es wieder: "Wie, niemals ? Lebst du überhaupt ? Dann kannst du ja gleich in die Kiste springen !"

    Ich kenne ihn nun schon eine Weile (ca. 1 Jahr) und ich könnte nicht sagen, dass ich glaube er hätte ein Alkoholproblem. Warum aber diese dummen Sprüche, dieses ungläubige Erstaunen ?
    Hätte ich gesagt, ich trinke kein Wasser, dass würde er bestimmt noch nicht einmal annähernd registrierend zu Kenntnis nehmen.

    Nun ja, Samstag Abend war ich jedoch zu Müde um ihm am Telefon Näheres zu erklären. Heute habe ich es jedoch auf der Baustelle nachgeholt und er hat es ebenso ungläubig staunend aufgenommen. Auf seine Sprüche angesprochen beteuerte er, dass er nur selten Alkohol und dann in vernünftigem Maß zu sich nähme, aber so ganz ohne Alkohol wären ihm die Welt und vor allem das Feiern etwas zu öde, aber er respektiere meinen Standpunkt. Ich sagt nur noch zu ihm, wenn er wüsste wie öde die Welt mit Alkohol werden kann, würde er nicht so reden. Dann ließ uns aber die Arbeit keine weitere Zeit, das Gespräch zu vertiefen.

    Ich bin gespannt, ob er irgendwann darauf zurück kommt und vor allem, ob ich in Zukunft eine Veränderung in seinem Verhalten, egal in welcher Richtung, feststellen kann.

    LG, Andy

    Hallo Biene2904

    vor nicht allzu langer Zeit habe ich mich sehr intensiv mit dem Thema "Väter & Söhne bzw. Väter & Töchter" befasst und schlußendlich eine Magisterarbeit dazu geschrieben, auf die meine Freundin dann eine 2 bekam :lol:. Ich habe dabei sehr viel Einblick in diese Thematik bekommen und auch bei mir selbst ging ein Licht auf, warum in meinem Leben manches so und manches anders verlief, worauf ich vorher keine Antworten hatte. Die Reaktion Deines Vaters, hätte auch die Meines sein können. Manche Väter haben die Eigenart sich selbst in ihre Kinder hinein zu projezieren und diese mit enormen Druck, ob sie wollen oder nicht, ihr eigenes Lebenswerk-/Ziel, alles was sie selbst nicht vollendet bekommen haben oder werden wollten, unbedingt realisieren zu lassen. Kinder die diesem Druck nicht folgen können oder wollen, brechen entweder aus oder verzweifeln daran, aber in jedem Fall steht am Ende fast immer ein Bruch. Lies dazu mal Kafkas "Urteil" oder Storms "Hans und Heinz Kirch", als Paradebeispiele, sowie Kritiken zu beiden Werken um Hintergründe zu erfahren und zu verstehen. Vielleicht kannst Du Dir dann die Reaktion Deines Vaters besser erklären und vor allem darauf basierend das Gespräch mit ihm suchen. Hast ja jetzt in der Entgiftung etwas Zeit dazu :wink: .

    Die Reaktionen Deines Mannes und Deiner Freundin sind dagegen sehr gut. Hoffentlich unterstützen sie Dich auch dementsprechend, denn es wird ein sehr langer Weg.

    Was Deine Arbeit betrifft, würde ich Dir raten, kümmere Dich wirklich erst mal um Dich selbst und ziehe die Entgiftung in aller Ruhe durch, ohne Gewissensbisse. Du bist krank - basta! Wenn Du tot wärst, müsste es auch ohne Dich gehen.
    Alles andere ergibt sich und kann geregelt werden, wenn Du wieder einigermaßen fit bist. Und dann kann ich Dir nur empfehlen - keine falsche Scheu.

    LG, Andy

    Zitat von Bömby

    Wie wäre es mit einer realen Selbsthilfegruppe? Da findest du Gleichgesinnte die dir gleich weiter helfen können.
    LG, BÖMBY

    Verstehe ich hier irgend etwas falsch :?: Sind hier keine Gleichgesinnten und wird hier nicht sofort geholfen :?:

    Hallo Saila,

    nun mach Dir mal nicht so viele negative Gedanken, sondern denk nach vorn.
    Ich habe seit fast 5 Jahren eine Freundin. Mein Alkoholkonsum hat sich auch unübersehbar zwischen uns gestellt. Das letzte Jahr, vor Beginn meiner Abstinenz, war für uns beide die Hölle. Es hat solche Wunden gerissen, dass wir, trotz dass ich schon 4 Monate abstinent war, beschlossen uns geordnet zu trennen. Aber langsam und je länger wir uns vom Alkohol entfernen, beginne ich zu spüren, dass ihr Vertrauen in mich wieder wächst. Ob es je wieder wird, weiss ich natürlich nicht mit Sicherheit, aber ich arbeite daran (an mir).

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Natürlich sollte man sich dennoch und mit klarem, trockenem Kopf auf alle Eventualitäten vorbereiten und das tue ich auch.

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    heute Vormittag habe ich wieder einmal eine junge, kurvenreiche, ulltrablonde :wink: und total unaufgeklärte Person kennen gelernt.

    Ich war beim Großhandel um für meinen Laden einzukaufen und direkt inmitten in der Eingangszone, so dass ja kein Weg daran vorbeiführt und man fast darüber hinwegsteigen musste, präsentierten o. g. junge Dame und ein gut gekleideter älterer Herr an zwei Ständen jeweils, eine ohnehin schon allbekannte Kräutermarke und verschiedene Weinsorten.
    Die junge Dame kam freudestrahlend auf mich zu, stellte sich mir in den Weg, fing sofort wortgewaltig an mir die Kräutermarke, mit all ihren "Vorzügen", zu präsentieren und wollte mich partu dazu animieren sie zu verkosten. Dass ich, ohne ihren Redeschwall bremsen zu können, mittlerweile schon zweimal dankend abgelehnt hatte, schien sie überhaupt nicht hören zu können, wollte sie mir doch unbedingt etwas Gutes tun. Zwischenzeitlich hatte ich mich an ihr vorbei bewegt, doch sie schien irgend eine Strafe zu erwarten, sollte ausgerechnet ich nicht probieren und sie heftete sich an meine Fersen. Ich wendete mich ihr also noch einmal zu, sagte: "Mädel, ich hab jetzt schon zweimal nein gesagt, ich bin Alkoholiker und wenn das Zeug so gut ist dann trink es doch selbst."
    Ihr schönes Gesicht knitterte zur geballten Ablehnung zusammen, sie drehte sich apruppt auf dem Absatz um, ging zu ihrem Stand und dort hörte ich sie zu dem älteren Herrn mit dem Wein sagen: "So ein Idiot, na wer nicht will der hat schon."

    Damit hatte sie garnicht so unrecht. Ja, ich hatte genug Alkohol bisher in meinem Leben und ich hatte auch genug von solchem Gebaren, deshalb nahm ich mir dann 5 Minuten Zeit für den Marktleiter. Dieser schien jedoch nicht zu wissen, was in seinem Markt passiert und nachdem ich ihn aufgeklärt habe, versprach er mir auf der Stelle Abhilfe zu schaffen.

    Nun, die Zukunft wird zeigen, ob ich diesen Markt (gibt es doch mehrere davon bei uns) auch weiterhin mit meinen Einkäufen beehre.

    Bei der jungen Dame jedoch werde ich höchstwahrscheinlich niemals landen können :cry::lol: , habe ich mich doch geoutet und werde deshalb sicherlich gemieden. Verstanden und respektiert hat sie mich jedenfalls nicht.

    Ich dachte den ganzen Tag daran und fragte mich ernsthaft ob, ordentlicher Präventionsunterricht (nicht gleich ein ganzes Fach, aber mindestens eine ordentliche Anzahl Stunden) in der Schule (so lange war sie dort noch nicht raus), oder Aufklärung durch/bei ihren/m Arbeitgeber, hier hätten Miß-/ Unverständnisse und negative Reaktionen vermeiden helfen können. Ich denke schon, obwohl ich sie dabei im Klassenraum sitzen sah, einen kleinen runden Spiegel in der linken Hand und den Lippenstift in der Rechten zum Mund führend.
    Aber ich staune heute auch manchmal, was mein Unterbewusstsein so alles von damals noch hervorkramt. So zum Beispiel heute ein sehr gutes Russisch, obwohl mir der Abschluss in diesem Fach damals der Statistik zuliebe :wink: geschenkt wurde. Rein theoretisch hätte ich es, aus damaliger "unergründlicher" Abneigung dagegen, vergeigt und meinen Schulabschluss deshalb fast auch.

    Ob andere Statistiken, ordentlich vermittelt, auch solche kleinen Wunder bewirken können, im Zusammenspiel mit dem Unterbewusstsein :?:

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    das warme Wetter der letzten Tage ist ganz schön heimtückisch. Man muss enorm aufpassen, dass man immer genügend Getränke bevorratet hat, sonst kommen einem die dümmsten (Trink-)Gedanken. Dieses andauernde Durstgefühl bei der Wärme scheint das Suchtgedächtnis ganz schön aufzuheizen und ich kann nur jedem empfehlen, immer und überall, etwas (bei mir möglichst kühles) zu trinken dabei zu haben. Deshalb hat mein Auto jetzt eine Kühlbox spendiert bekommen, die ich unter peinlichster Achthabe kontinuierlich gefüllt halte. Auch zu Hause (DG-Wohnung) und im Büro habe ich mir einen großen Vorrat an Wasser, Schorle und Zitronen zugelegt, der beständig ergänzt wird.

    Vorsicht ist in jedem Fall die Mutter meiner Porzellankiste :!:

    Ansonsten bin ich aber guter Dinge, da im Moment alle Zahnräder ohne Sandkörner vor sich hin schnurren.

    LG, Andy

    Hallo Joe,

    ich wollte Dir nur kurz mitteilen, dass Deine Sichtweise der Dinge die da so vorgehen, so ganz und garnicht individuell ist :wink:.
    Nur die trinkende Gesellschaft betreffend mache ich ein paar kleine Unterschiede. Fröhlich feiernde trinkende Gesellschaften meide ich prinzipiell, aber bei der trinkenden Gesellschaft, die morgens 06.00 Uhr bereits schon vorm Kiosk steht, bzw. abends am Spätverkauf, ect., und dann mit gläsernen Utensilien im Arm im Freien (manchmal auch tagsüber) nächtigt, schaue ich schon mal genauer hin. Das bestärkt mich dann jedesmal in der Unfehlbarkeit meines jetzigen Daseins.

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    endlich finde ich mal wieder die Zeit hier etwas zu schreiben. Die ganze Woche über hat es immer nur für ein paar Minuten lesen gereicht, da es momentan ziemlich stressig ist auf der Arbeit.

    Von meinem Großen habe ich, seit dem Dienstag vor dem Vatertag, nichts wieder gehört, trotz einiger Anrufversuche meinerseits. Einziges Lebenszeichen von ihm: gesamte Monats-Stütze an 4 Tagen verprasst :shock:, und wieder ohne Rücksicht auf jegliche Abbuchungen (Krankenkasse, Schulden, ect.). Ich habe ja Onlinezugriff auf sein Konto und könnte eigentlich, wenn ich wollte :roll:, aber :?: . Da kann ich mir leider sehr gut vorstellen, was er damit getan hat :cry: .
    Vielleicht sollte ich doch mal in die "Höhle des Löwen" gehen, vielleicht um ihm wenigstens ab und an zu zeigen, dass ich wirklich ernsthaft realisiere, was ich ihm schon zu Beginn meiner "Lebensumstrukturierung" angekündigt habe :?: Aber ob er daraus lernen will :?:
    Es ist in dieser Beziehung wirklich nicht leicht, selbst Alkoholiker und gleichzeitig Co zu sein, da ich ja weiss, wie ich selbst viel zu lange war.

    Ich wünsche Allen ein schönes und trockenes Pfingstfest, das ich in meinem Strandladen verbringen werde, da sich meine, eigens dafür vor sechs Wochen eingestellte, Angstellte krank gemeldet hat. Muss wohl am Wetter liegen :twisted:

    LG, Andy

    Hallo Miteinander,

    @onkel_1987 und Kanadier: Vielen Dank für Eure Meinung zu dem Thema. Ich hatte leider diese Woche viel zu tun, deshalb kann ich jetzt erst antworten.

    @Kanadier: Es tut mir sehr leid, dass Du so wenig Verständnis auf Deiner Arbeit erfahren hast und dass es Dich im Endeffekt sogar den Job gekostet hat. Was muss Dein ehemaliger Chef für ein bedauernswerter und unglücklicher Mensch sein, wenn ihn Dein ehrliches Eingeständnis und die Konfrontation mit der Tatsache, dass es Menschen gibt die ohne Alkohol leben wollen, so erschreckt und zu dieser Reaktion veranlasst haben :?:
    Auf jeden Fall ist es aber gut, dass Du Dich nicht entmutigen lässt und zu Deiner Abstinenz stehst. Du solltest es allerdings nicht als Standhaftigkeit, sondern als Normalität Deines Lebens betrachten.

    Was Dein ausserarbeitszeitliches Outing betrifft, da frage ich mich dennoch in was für Kreisen Du verkehrst, dass Du so sehr resigniert hast. So extrem habe ich das noch nirgends erfahren. Kannst Du dazu noch etwas schreiben ? Ich frage deshalb, weil es anderen und mir vielleicht in ähnlich extremen Situationen helfen könnte, diese zu meistern.

    LG, Andy