Ja, Du hast Recht, am Anfang bin ich mir manchmal ganz schön "über die Schnauze gebügelt" vorgekommen (oder wie Scrooge sagen würde "über meine nasse Rübe"). Aber ich sag mal eins, mir hat vieles bisher geholfen und mich zu klarerer Sichtweise der Dinge umgekrempelt. So zum Bsp. am letzten Freitag. Ich wurde von einer Familie telefonisch zum Abendessen eingeladen, die ich bisher vielleicht ein- zweimal im Jahr besucht habe. Wie ein Blitz kam sofort ein Bild aus vergangenen Treffen vor mein geistiges Auge, wo wir da saßen, aßen und danach ein-zwei Flaschen Tequila tranken. Ich spürte sofort wie der Tequila meine Kehle hinunterrann und ich bekam von einer Sekunde auf die andere ein richtig panisches Angstgefühl, mit sprichwörtlichem Herzrasen. Ich hab dann sofort dankend abgelehnt, auf meine Krankheit hingewiesen und sie auf evtl. nächstes Jahr vertröstet. Sie habens akzeptiert und eigentlich vernünftig aufgenommen. Hätte ich hier keinen Rat angenommen, wärs das vielleicht schon gewesen für mich.
Und bei einigen Dingen, die ich nicht so annehmen konnte wie sie da standen, da muss ich sagen: Trocken werde ich ausschließlich nur für mich! Aber es gibt da doch noch so einen kleinen inneren Schweinehund, der hüstelt dann immer von hinten: Denen werd ich´s schon zeigen, dass ich´s kann
. Womit wir wieder bei meinem Humor wären
.
Danke für Deine Zeilen, LG Andy
P.S. Heute ist mein bescheidener 37. Tag.
Beiträge von Andy
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Hallo,
habe mir gestern Abend das Lokal angesehen. Bin aber nicht so begeistert. Sah von aussen besser aus. Sind so ca. 70 qm und würde eine komplette neue Einrichtung brauchen. Eine Küche ist auch noch nicht drin. Na ja, ich suche erst mal weiter.
LG, Andy -
Hallo, also, erst mal ist in meiner Hausbar seit dem 06.01. absolut nichts mehr drin und bis auf den Supermarkt, wo man´s ja zwangsläufig sieht und das eine WE (siehe oben) hatte ich auch bis jetzt weder Kontakt, noch Sichtkontakt mit dem Zeug und die Geburtstagsfeier am WE hab ich auch abgesagt. Eigentlich kann ich sagen ich lebe (und das wird mir erst jetzt beim drübernachdenken so richtig bewußt) in einer alkohofreien Zone. Das bekommt mir auch sehr gut. Meine Gedanken fangen seit geraumer Zeit wieder an zu sprudeln. Neue Ideen kommen schon fast ganz von allein, es ist wieder Energie in mir. Wenn ich zurückdenke, dann habe ich mich immer ganz schön anstrengen müssen um mich wenigstens auf meine Arbeit zu konzentrieren. Viel freie Zeit hab ich nicht. Durch das zeitige Frühjahr kommt immer mehr Arbeit rein und dann helfe ich meiner Kleinen, schon seit zwei Wochen jeden Tag (meist bis nachts um 12) bei den Prüfungsvorbereitungen für Ihre Uniprüfung am Mittwoch. Könnt ja mal die Daumen für sie drücken. Na noch zwei Tage, dann ist das erst mal vorüber.
Ich trage mich jetzt ernsthaft mit dem Gedanken in Leipzig das erste alkoholfreie Restaurant zu eröffnen. Morgen Abend schaue ich mir schon mal eine Lokalität, die zu vermieten ist, an. Hab einen Freund, der ist Wirtschaftsberater und Projektmanager, der prüft schon meine Chancen und schaut ob es Fördermittel oder sonst irgend welche Unterstützung gibt. Auf jeden Fall war er begeistert von meiner Idee, gibt es doch in Leipzig nicht nur ca. 30-tausend Alkoholiker (ohne Dunkelziffer), nein, er weiß auch, dass ein paar seiner Freunde sich sowas wünschen, um mal wirklich in Ruhe essen zu gehen (ohne den steigenden Lärmpegel und die Geruchsbelästigung wie beim Alkohol-Lokal). Und, Gott sei Dank, ist das Lokal auch schon eingerichtet (nur die Bierzapfanlage muss ich rausschmeißen). Na mal sehen wie das wird, halte Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.
So, nun erst mal genug für jetzt.
LG, Andy
P.S. Heute ist mein bescheidener 30. Tag -
P.S. Heute ist mein bescheidener 28. Tag
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Hallo Andi,
ja ich weiss, dass ich mich darüber nicht zurücklehnen kann. Ich gebe mich auch keinen falschen Illusionen hin. Bin nur froh, dass das jahrzehntelange Selbstmartyrium keine größeren körperlichen Schäden angerichtet zu haben scheint. Bei anderen sieht´s da bestimmt manchmal leider schlimmer aus.
Hallo kommal,
ich verharmlose den Alkohol auf keinen Fall, habe ich doch selbst am eigenen Leib (beim kalten Entzug) erlebt, was der gewohnheitsmäßige Umgang mit ihm in der Endkonsequenz bewirkt und ich weiss, dass die Quintessenz der Fortführung einen qualvollen Tod bedeutet, den ich auf keinen Fall erleben will !
Umdenken zu müssen und Opfer dafür zu bringen ist mir vollkommen klar !
Aber sage mir mal, wie Du es beschreiben würdest, wenn Dein Schwiegervater ab und zu in Gesellschaft ein kleines Gläschen Wein trinkt ? (Könnte dann wohl nur so aussehen: meiner Braut ihr Oller säuffft, fast jedes Mal, wenn er mit seiner Horde zusammengluckt son dreckiges Weingelumpe, wenn och nich so ville, kotz kotz, mir wird glei speiübel, wenn ich meine Rübenblitze da druff knalle)
Ich kann mir zwar vorstellen wie Du es meinst und dass Du es nur gut meinst, aber manchmal klingen die Kommentare und Ratschläge hier so überdreht, dass einem das Wiederkommen fast schon schwerfallen könnte.
LG, Andy -
Dir einen Rat mit Deiner Tochter zu geben ist wirklich nicht einfach. Ich würde an Deiner Stelle wahrscheinlich ihre Entscheidung respektieren, zumal sie ja auch das dementsprechende Alter hat selbst entscheiden zu können. Wenn ihre Mutter wirklich so zu ihr ist, wie Du sie beschreibst, dann wird sie wahrscheinlich bald wieder bei Dir sein, oder, was ich eher annehme, sie wird versuchen auf eigenen Beinen zu stehen. Auf jeden Fall solltest Du mit ihr reden und alle drei Möglichkeiten in Ruhe mit ihr durchdiskutieren. Du wirst dann selbst merken, wohin ihre Gedanken gehen und in der Richtung solltest Du sie beraten und unterstützen, dann behaltet ihr "zumindest" einen guten Kontakt. Kinder werden nun mal flücke und suchen sich ihre Richtung.
Auf jeden Fall Kopf hoch und nicht einigeln !
LG, Andy -
P.S.: War heute beim Arzt, Leber- und Blutwerte sind jungfräulich hat sie mir gesagt. Also haben sich die letzten 25 Tage schon etwas gelohnt.
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Danke für Deine Zeilen.
Also ich hab noch eine Hoffnung, dass es gut geht, nämlich den Schwiegerpappa, dem haben sie vor zwei Jahren (wahrscheinlich wg. Alk) den halben Darm rausgeholt und seit dem trinkt er nur noch ab und zu ein kleines Gläschen (Schnapsglas) Wein zur Gesellschaft mit. Ich glaube den bekomme ich auf meine Seite und der hat als Ingenieur dort was zu sagen. Und wenn nicht, dann ebend erst nächstes Jahr.
LG, Andy -
Karsten Zitat: "Es gibt aber andere Gründe keine Therapie in Anspruch zu nehmen."
Auch ich habe mich bewußt bis jetzt für keine Therapie entschlossen, sondern mache das hier im Forum, bzw. mit vorerst wöchentlichen, später monatlichen Besuchen bei meinem Hausarzt (ist Allgemeinmedizinerin und Psychotherapeutin). Ich habe mit 21 Jahren mal unter Alk Mist gebaut und bin dann verurteilt worden eine Alk-Therapie in einer SHG zu machen. Aber das Niveau dort, vor allem das Geistige (ca. 90% aus der täglichen Imbiss- und Kneipenszenerie, die teilweise nicht mehr wußten wie sie heißen) ließ mich nur dreimal hingehen. Aus Gesprächen mit zwei Psychiatern und einem Mitglied einer SHG, sowie bei meinem KKH-Aufenthalt 2006 (Suizidversuch unter Alk), wo ich in der Psychiatrischen Suchtabteilung lag und auch an Sitzungen teilgenommen habe, hat sich für mich bis heute keine andere Sichtweise auf eine Therapiegruppe durchringen können.
Das soll aber um Gottes Willen keine Beleidigung sein, sondern stellt nur meine Sichtweise dar.
LG, Andy -
So, ich hatte also jetzt ein paar Tage zum Nachdenken und ich bin zu dem Schluß gekommen, dass es doch besser für mich ist, vorerst einen großen Bogen um alles was mit Alk zu tun hat zu machen. Zumal ich in den letzten beiden Tagen so komische Gedanken hatte. Ich saß bis abends 22 Uhr im Büro, eigentlich nichts Unnormales, und als ich nach Hause aufbrechen wollte kam´s auf einmal von hinten im Kopf wie ein Blitz, dass ich ja noch an der Tanke vorbei müsste um was zu holen (wie´s früher immer war). Zwar kam im Anschluß sofort die Erinnerung, dass das ja vorbei ist, aber verrückt solche Gedankengänge. Kommen die bei Euch auch, solche Geistesblitze ? (sicher)
Vorgestern rief mich ein Freund an, den ich zwar schon seit über 30 Jahren kenne, aber schon über 1 1/2 Jahre nicht gesehen habe (deshalb konnte ich ihn auch noch nicht aufklären über mich, und ich denke er hat das gleiche "Problem"(zieh Dich nicht gleich wieder dran hoch) wie ich), und hat mich zu seinem Geburtstag ins Restaurant eingeladen. Ich hab krampfhaft nach einer Örtlichkeit ohne Alk in Leipzig gesucht, Fehlanzeige
. Ich werd mich deshalb heute wieder ausladen, oder er kommt zu mir und es gibt Limo.
Auch mit meiner Ukrainereise bin ich zu einem Entschluß gelangt. Ich werde vorher dort anrufen und mit Ihnen reden (auch wenns teuer wird und ich mit jedem Cent rechnen muß). Wenn Sie mir versprechen, dass dort während meine Anwesenheit (die ich sowieso gedenke auf der Baustelle zu verbringen) kein Alk auftaucht, dann fahre ich und wenn nicht, dann muß das Haus bis nächstes Jahr warten. Ich kann eh nur zweimal im Jahr hinfahren und was machen und der Bau hätte sich über 10 Jahre hingezogen. Werden´s dann halt 11.
LG, Andy -
Sorry (allgemeinnützig) sollte das in Klammern heißen. UNd die ganze Sache hat noch den Vorteil, Du hast dann immer ein alkoholfreies Umfeld.
Andy -
Hallo Joe,
laß den Kopp nicht so runter hängen und lächle, Du lebst
.
Kannst Du nicht was eigenes machen ? Gibst bei Euch in Köln schon so viele alkoholfreie Saftbars oder Cafes, dass da nicht noch eine dazu passt ? Ich denke viel Geld brauchst Du für so ne Saftbar am Anfang nicht und das gibts bestimmt auch gefördert (allgeinnützig) und Existenzgründerförderung gibts auch.
Laden anmieten, ein paar Saftpressen, Mixer und Kaffeemaschine, paar Gläser und Tassen, eine kleine Theke und ein paar Tische und Stühle und etwas Deko am Anfang (vielleicht auch als Internet/WLAN Point). Und wenn das Ding angelaufen ist kannst Du ja auf Eis und Speisen erweitern.
Wär das nicht ne Idee ? Ich scheck das jetzt für Leipzig mal ab, weil hier gibts sowas auch nicht, wie ich heute festgestellt habe.
LG, Andy -
Hallo, ich suche in Leipzig ein alkoholfreies Restaurant, oder Cafe, hab schon das ganze Internet mit allen Anlaufstellen durchsucht, nix ! Wer kann helfen.
LG, Andy -
Na ja, ich find es besser, wenn mir jemand ordentlich seine Meinung sagt, auch wenns manchmal bitter ist, als wenn er um den heißen Brei redet, und auch wenn ich am Anfang erst mal meinen Standpunkt zu vertreten versuche. Ist aber besser sich so auseinander zu setzen, als garnicht.
LG, Andy -
Hallo Scrooge, habe mir soebend (sorry, hätte ich wohl mal vorher machen sollen) Deine ersten Beiträge im Forum durchgelesen. Verdammt, dass klang ja damals genauso wie ich heute. Ich werde jetzt auf jeden Fall noch mal in mich gehen und die ganze Sache meiner Herangehensweise für mich überdenken. Ist wohl doch nur die Euphorie der ersten Wochen, die mir hier einen Narren aufbindet.
Leider läßt sich meine Reise in die Ukraine nicht vermeiden. Ich muß für mich auch an später denken und das Haus muß gebaut werden, da ich mich sonst hier in Deutschland in den Kreis der Alters-Armut-Rentner einreihe. Ich hatte schon mal alles, was man hier in Deutschland so als Karriereziele betrachtet, meine Familie, mein Haus, zwei Autos vor der Tür, Aktien, ... usw.. Ich war damals (bis 2000) nicht nur Alko, sondern auch -Workaholiker. Letzteres habe ich nach meiner 2. Scheidung, die mich 15 Jahre Arbeit und zusammengerechnet ca. 650 TDM gekostet hat) schon sein lassen. Ich hab damals an mindestens 6 Tagen die Woche so ca. 15-20 h/Tag gearbeitet, als Bauleiter in einem großen Unternehmen und parallel in meiner eigenen Baufirma, die ich seit 1998 hatte (da im großen Unternehmen der Zusammenbruch für mich schon abzusehen war, was auch Ende 99 geschah). Und Sonntags, wenn ich nicht noch den halben Tag gearbeitet hatte, hab ich mein Haus und mein Grundstück gepflegt. Auf meine Frau, die sich auf Grund ihrer Erziehung und ihres Charakters, nicht hinter mich stellen konnte um mich zu entlasten, konnte ich nicht mehr zählen, da sie in eine schwere Depression fiel und meine Söhne verabschiedeten sich beide, im Alter von 12 Jahren, in den Drogensumpf, der unseren Ort damals von einem Tag auf den anderen überschwemmte. Ich bin gerannt wie der Hamster im Rad um alles zu retten und zusammen zu halten. Den Alk, dem ich schon seit meinem 14. Lebensjahr (ein Begleitumstand meiner Erziehung) zugetan war, habe ich immer mehr als Ventil benutzt, um abzuschalten. Nach der Scheidung hatte ich "nur" noch meine Firma. Nur deshalb, weil ich mir einbildete, dass ich damit mein Leben selbst bestimmen könnte. Leider haben mich notorische und kriminelle Nichtzahler eines Besseren belehrt. Den Alk wieder als Ventil für solche immer wieder auftauchenden Probleme nutzend (hat mich ja auch in den sechs Jahren nach der Scheidung so ca. 250 T€ gekostet) und dabei zwischenzeitlich auch mal 1 1/2 Jahre den Lappen dafür abgeben müssend, kam Ende 2006 auch hier der Zusammenbruch. Wieder alles futsch, was ich mir in den letzten 6 Jahren neu aufgebaut hatte. Das bitterste daran war für mich, dass ich von den zwanzig Leuten die ich mal beschäftigt habe, die letzten und treuesten Sechs von einem Tag auf den anderen der Ungewissheit übergeben, sie entlassen musste. Ich hab dann versucht meinem Leben ein Ende zu setzten, bin aber Gott sei Dank über den Tabletten (die ich schon fein säuberlich und mit Abschiedsbrief vor mir ausgebreitet hatte), nach zwei Flaschen Schnapps (hier hat der Alk mir mal geholfen), eingeschlafen und meine Freundin, mit der ich durch den enormen Pleitedruck und die damit verbundene Sauferei schon mal kurzzeitig auseinander war, hat mich (einer inneren Eingebung folgend, eigentlich wollte sie garnicht zu mir kommen) dann gefunden und ins KKH einliefern lassen. Nach zwei Tagen war ich aber schon wieder zu Hause, da man keine Entzugserscheinungen feststellte, was mich trügerisch beruhigte. Na ja, wie gesagt, mit der Pleite war wieder alles weg, meine Ersparnisse, meine Rente und sonst auch alles (bis auf die Hausratversicherung und meine Wohnungseinrichtung), was so zum normalen Leben gehört und die Leute, die meine Arbeiter und mich um ihren redlichen Lohn beschissen haben, fahren, trotz Staatsanwaltschaft- und Polizeieinschaltung, heute Porsche. Ich darf zum Dank dafür bis 2011 meine Firma liquidieren (verschleudern) um noch restliche Gläubiger zu befriedigen, lebe selbst seit Mai 2006 von Stütze und versuche mit meiner zweiten Firma (die ich seit 2004 habe, die aber nur ein kleines Randunternehmen war und bis heute noch nichts konkretes abwirft), wieder auf die Beine zu kommen. Meine größte Unterstütung und mein Vorbild ist mein kleinerer Sohn, der es nach drei Jahren Drogen-Therapie geschafft hat, Ende 2007 in ein normales Leben entlassen zu werden, der mir große Freude mit seinem Lebensmut bereitet, und der ein nicht unwesentlicher Faktor für meine Entscheidung mein Leben neu zu beginnen ist.
Das einzige, was zur Zeit aber für mich wirklich feststeht ist, dass ich mit 67 mal 220 € Rente (kann natürlich in dem Land hier nur mehr werden, oder ?) vom Staat bekomme und dass ich spätestens dann in die Suppenküche gehen muss um nicht zu verhungern.
Deshalb muss ich so nach und nach das Haus in der Ukraine bauen und das, solange mich der Schwiegerpappa dort noch unterstützen kann, um im Alter ein eigenes und bereits bezahltes Dach über dem Kopf zu haben. Ich kenne das Land mittlerweile so genau, dass ich weiß, dass ich dort auch noch in zwanzig Jahren, mit 220 € ein angesehenes Altersdasein geniessen kann, selbst wenn ich da meine Kartoffeln selber anbauen muß.
Nun gut, also geh ich jetzt mal ans Nachdenken und hoffe für mich, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Bin aber nicht böse drüber, wenn ihr mich weiterhin beratschlagt, Danke.
LG, Andy
Wenns auch Bescheiden ist, heute ist Tag 22 -
P.S. Appropo Onkel, für den war ich immer ein großes Vorbild, weil ich ihn immer komplett neu ausgestattet habe mit Klamotten, vielleicht klingelts ja auch bei dem, wenn er sieht dass ich´s lasse.
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Geht nicht anders, ist schon ewig geplant. Hab dort vor drei Jahren Land gekauft und der Vater hat schon mit den Fundamenten fürs Haus angefangen und hat schon das ganze Baumaterial gekauft für den Rohbau.
Werd´s schon schaffen, bin ein Arbeitstier, das lenkt ab. Und reinen Wein werd ich denen gleich in der ersten Sekunde einschenken, damit die garnicht auf dumme Gedanken kommen. Haben ja noch so einen Fall in der Familie, der Onkel. Die trinken zwar selber oft, aber dem nehmen sie´s übel, das er´s nicht lassen kann. Ich denke die werden erst mal geschockt sein, dass ihre Tochter so einen hat, aber ich bring denen schon bei, dass ich das ernst meine und dann werden sie mich bestimmt unterstützen. Hab sonst einen sehr guten Stand bei ihnen und im ganzen Ort. Bring ich doch immer das ganze Auto voller Sachen und was sie sonst noch alles brauchen mit. Sind sehr arm dort. Ich sammel immer in der Familie, bei Bekannten und Verwandten und was die Familie dort nicht braucht geht an die anderen und an Kinderheime und kirchliche Sammelstellen für die Armen.
LG, Andy -
Hallo Scrooge, bei Dir muß man ja wirklich jedes Wort auf die Waagschale werfen. Ja ich weiß, ich bin schwerkrank, ich bin Alkoholiker. Das kann ich nach 33 Jahren Alkoholmißbrauch und den durchlebten Entzugserscheinungen danach mit Sicherheit sagen. Ich habe für mich perönlich, meine Krankheit und das Leben mir ihr angenommen, endlich muß ich sagen.
Ich habe mit allen meinen Freunden, Bekannten und Verwandten lange Gespräche über meine Krankheit geführt und meine Ziele erläutert, nämlich nie wieder Alkohol.
Ich habe mich auch in dauerhafte ärztliche Behandlung begeben und mir dort und auch hier im Forum, Wissen und unzweideutige Fakten über meine Krankheit, das Leben mit ihr und auch das Resultat bei meinem Versagen verschafft.
Leider hab ich die Bekannten vom vorigen WE vergessen, aber ich habe mich oben vielleicht etwas dumm ausgedrückt ("üblicherweise"). Ich wußte zwar, dass die Bekannte (86) und deren Besuch (um die 70), welche wir besuchten, nach dem Kaffee öfter mal in ihr Schränkchen ging und eine Flasche Likör herbeiholte, aber dass es an diesem Tag geschah, da hab ich einfach nicht damit gerechnet.
Schlimmer für mich ist, dass meine Freundin, der ich auch lang und breit meine Krankheit erklärt habe und dass es für mich kein nächstes Mal gibt, mich dort fragt ob ich auch "einen" haben will. Und dass, nachdem sie sich fünf Jahre lang über meinen Alk-Konsum beschwert hat, am Ende fast keine Zukunft (EHE) mit mir mehr sah, keine Kinder mit so einem "Kranken" haben wollte (sie ist 30 und ich 47, und sie will drei Kinder), nachdem sie mich ständig am Boden gesehen hat, nachdem sie mich nach jeder Feier oder Veranstaltung die wir besuchten unter Beleidigungen, Demütigungen und nur mit grosser Mühe nach Hause gebracht hat, nachdem sie oft allein im Bett schlief, weil ich im Wohnzimmer auf dem Boden lag. Ich war für den ersten Moment fassungslos und ich denke sie auch, als ich nur mit einem kühlen "Nein" geantwortet habe. Das meinte ich, als ich schrieb ich muß noch mit ihr arbeiten.
Aber eins muß ich Dir noch sagen, Scrooge. Es sind nicht alle Menschen gleich, auch wenn sie schwer krank sind. Ich kann nicht in panischer Angst davon laufen, wenn ich irgendwo Alkohol sehe. Ich kann nicht allen in meiner Umgebung zumuten auf Alkohol zu verzichten, wenn ich anwesend bin. Ich muß für mich akzeptieren, dass es dieses Dreckszeug an jeder verdammten Ecke und bei jeder noch so kleinen Feier gibt und das tue ich auch. Das fängt schon beim Einkaufen im Supermarkt an. Wenn ich dort an der Kasse stehe, dann schaue ich mit voller Absicht und so lange ich anstehe in die endlosen Regale neben der Kasse, die voll sind von dem Zeug. Und ich denke dabei darüber nach: da steht es also, das Zeug, wegen dem es dir jeden Tag so verdammt schlecht ging, wegen dem du dich im Dreck rumgewälzt hast, wegen dem fast dein ganzes Leben und das deiner Kinder (hab noch zwei Söhne 21 und 24, der Kleine ist nach drei Jahren Therapie mit den Drogen fertig und ist solide, der Große hängt noch immer in Alk und Drogen fest und wird es wohl nie schaffen) immer wieder schief gelaufen ist und dann kommt der ganze Hass auf das Zeug und, dass ich das so lange verdrängt und mit dem Aufhören verzögert habe, in mir hoch. Und wenn ich dann dran bin, bezahle ich mein Wasser oder meine Limonade, dreh mich um und gehe.
Glaub mir ehrlich, ich brauche das und ich tue das nur für mich. Und jedes Mal wenn ich mich umdrehe und gehe, merke ich, ich werde stärker, wie nach dem "Nein" von oben.
Für einen anderen mag das paradox klingen und an ein Spiel mit dem Feuer erinnern und ich weiss auch was jetzt für Reaktionen hier aufkommen, aber für mich persönlich muss ich das tun, das weiss ich. Ich akzeptiere damit, dass das Zeug da ist, ich ständig und überall damit konfrontiert werde, ich akzeptiere aber auch was es mir angetan hat und was passiert, nicht wenn ich es sehe oder berühre, sondern wenn ich es in mich hineinschütte, dann werde ich nämlich jämmerlich verrecken.Es sei hier aber unbedingt betont, dass das keine Gebrauchsanweisung für andere ist, wie gesagt, nicht alle Menschen sind gleich.
Ich danke Dir trotzdem für Deine Anregungen und die Sorge die aus Ihnen spricht. Es ist für den Betroffenen ebend ein sensibles Thema. Aber ich kann Dir versichern, wir werden noch beide viel Gutes hier im Forum voneinander hören und vielleicht auch mit etwas Humor, versprochen !
P.S. Ich fahre im März wieder in die Ukraine (muß sein, tun wir zweimal im Jahr für ein bis zwei Wochen, wegen der Familienbande). Dort gehört das Zeug, in verschärfter Form, zu jedem Essen dazu. Die werden vielleicht Augen machen wenn ich nur Wadetschki (Wasser) statt Wodetschki (Wodka) trinke.
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Hehehe, scrooge, Du musst mich ja nicht gleich wieder in den Keller holen, das klingt ja wie bei Charles Dickens: "Ebenezer Scrooge wird charakterisiert als ein grantiger alter Geizhals, dem nichts mehr am Herzen liegt als den Inhalt seiner Konten zu mehren."
Natürlich weiss ich was ich für ein Problem habe und werd´s auch nicht vergessen oder verniedlichen, aber nicht zu trinken heißt ja nicht gleich auf alles zu verzichten und das ich´s mit Humor geschrieben habe, steht ja unten drunter. Ich bin heut einfach nur in guter Stimmung und feiere für mich die ersten kleinen Schritte (ist wirklich lange her, dass ich sowas mal geschafft hab), und da das Forum hier für solche Erfahrungsaustausche geschaffen ist, hab ich´s einfach mal aufgeschrieben. Ich denke die anderen haben´s verstanden wie´s gemeint war und kann ja sein, dass mein positives Feeling andere anspornt sich auch so fühlen zu wollen.
LG, Andy
Der Weg ist lang und schwer, aber er beginnt immer am Anfang und dort sollte er nach Möglichkeit mit Zuversicht und Freude beginnen ! -
Hallo alle miteinander,
heute ist mein 20. trockener Tag und ich hab das Bedürfnis mich mal mitzuteilen (vielleicht auch etwas Anerkennung zu erhaschen
).
Ich fühle mich rundum sauwohl. Ich stehe morgens jetzt gut ausgeruht auf und gehe voller Energie an mein Tageswerk. Meine alten Gewohnheiten habe ich komplett über Bord geworfen und gebe mir die größte Mühe ihnen keinen Grund zu liefern zurück zu kommen. Wenn Probleme auftauchen, dann zwinge ich mich,mich ihnen in den Weg zu stellen (wenn sie wichtig sind) oder sie einfach nicht zu beachten (wenn sie lapidar sind). Hätte nicht gedacht, dass das so prima geht.
Meine ersten Bewehrungsproben habe ich auch überstanden. Wir, meine Freundin und ich, waren voriges WE bei Bekannten zum Kaffee eingeladen. Und wie es dort so üblich ist, gab es nach der kalorienreichen Torte, ein kleines Verdauerli. Meine Freundin ließ sich sogar dazu hinreissen mir auch eins anzubieten oder als Ersatz ein Gläschen Wein (na ja, sie ist Ukrainerin, trinkt zwar selbst nur selten, aber dort lebt man ebend erstaunlich anders mit dem Alkohol). Nun ja, ich sehe schon ich muß noch ein ganzes Stück mit ihr arbeiten, ehe sie mich und die Krankheit versteht. Ich hab natürlich dankend abgelehnt und ihr danach beim gehen ihren Fehler erklärt.
Auf jeden Fall sind meine Tage jetzt ordentlich vollgepackt mit Arbeit und neuen Gewohnheiten, die mir unendlich viel Spaß machen. Abends falle ich wie tot ins Bett (war früher auch so, wenn auch aus anderen Gründen) und stehe dann am nächsten Tag meinen Mann.
Klingt vielleicht etwas sehr euphorisch, aber ich bin mir sicher ihr werdet hier noch über meinen 200.sten, 2000.sten und, wenn Joopi grüßt vielleicht noch über den 20000.sten Tag zu lesen bekommen.
Na ihr merkt schon, mein Lebensmut und mein Humor sind zurück.
Grüße an Alle, Andy