Guten Tag, Gotti,
so schöne Nachrichten von dir zu lesen macht Spaß! Jetzt merkst du erst richtig, was du alles so vermisst hast, nicht wahr?
Hallo an alle, die mich lesen!
Bei uns läuft alles soweit seinen Gang. Freundlich war mein Partner schon immer zu mir, also da ist nichts eigentlich Neues geschehen. Was anders ist, ist einfach, dass er mit seinen Problemen im Beruf gelassen und souverän umgeht, sich nicht runterziehen lässt und sich auch wieder sehr viel mit Lesen und geistigen Herausforderungen beschäftigt.
Ihr werdet mich jetzt alle hauen, fürchte ich, ABER: mir fehlt dennoch etwas. Es ist schwer zu benennen, doch ich habe es versucht ihm begreiflich zu machen. Reaktion: Fast nur Schweigen!
Es ist so: Eigentlich hatte ich mir erhofft, dass wir jetzt mehr miteinander reden können und eben gerade auch über unsere innersten Gefühle. Es klang so, als könne er das jetzt besser. Aber dem ist wohl doch nicht so, jedenfalls nicht mir gegenüber! Ich habe den Eindruck, dass das Thema Alkohol nun, da er ja schließlich die Kur gemacht hat und es ihm so gut geht, nicht mehr relevant ist, oder nicht mehr von ihm angesprochen wird. Ich hingegen finde, es wird immer ein Thema sein, auch in der trockenen Zeit. Ich dachte, wir wollten gemeinsam etwas tun um uns gegenseitig besser kennen zu lernen und vor allem das Vertrauen wieder aufzubauen.
Er versteht nicht, was ich meine!!!
Ich habe ihm gesagt, dass mein Vertrauen noch nicht wieder hergestellt ist und ich es gern mit ihm gemeinsam wieder aufbauen würde. (Zumal ich bis heute nicht eine einzige Entschuldigung von seiner Seite für all die Lügen und die wirklich schweren Zeiten erhalten habe...)
"Ich kann mich doch nicht Tag und Nacht mit der Sucht beschäftigen", war seine Antwort. Und das war's.
Ich schlug ihm dann erneut vor, eine SHG zu suchen, entweder jeder für sich oder wir gemeinsam, denn ich kann mir vorstellen, dass man da viel effektiver am gegenseitigen Verständnis arbeiten kann. Aber auch hier: Keine Reaktion.
Nun will ich ja nicht immer "die keifende Zicke", wie ein Thread glaub ich, heißt, sein. Ich erkenne an, was er schon alles getan hat. Und ich weiß ja auch, dass ich nur von mir selbst etwas erwarten kann.
Aber: Gibt es vielleicht noch ein Argument, das ich ihm gegenüber vertreten kann, das ihn evtl. eher zur Einsicht bringt?
Ich muss dazu sagen: Ich rede selbst kaum über das Thema, weil ich mich nicht traue. Tu ich ihm Unrecht, wenn ich öfter davon anfange, oder soll ich den Armen in Ruhe lassen? Folge: Wir leben eigentlich so weiter wie bisher. Ich komme so oft ins Grübeln, ob das alles sein soll, ob ich damit umgehen kann für den Rest meines Lebens.
Nach wie vor ist der Titel meines Threads aktuell... Leider. Ich würde eigentlich lieber schreiben: Ich weiß jetzt immer, wie ich mich verhalten soll. 
Liebe Grüße,
Oiseau