Beiträge von Oiseau

    Hallo, taffe Gotti,

    ich glaube, wir Angehörige sind alle gute Schauspieler! Wie wohltuend ist es, wenn diesem Theater endlich ein Ende gesetzt wird und man man selbst sein darf! Jaaa! Aus dem Grund halte ich auch eine Therapie für sehr effektiv: Man "darf" man selbst sein! Man hat dadurch keinerlei Nachteile, sondern fühlt sich freier, weil man endlich mal über Dinge reden kann, die sonst tabu sind und weil man außerdem noch so reden kann, wie man sich sonst auch nicht traut - eben so, wie man ist!

    Ich freue mich für dich, dass du das nun auch kennen lernen kannst und finde es einfach herrlich, wie viel Glück und Zufriedenheit du verströmst! Das kommt richtig "wellenartig" durchs Netz! :o

    Viel Harmonie an Ostern und fröhlich-heitere vier (!) Urlaubstage wünscht dir von Herzen

    Oiseau

    Liebe Gotti, lieber Heinrich,

    ihr seid wirklich lieb! Es tut gut, so viel Anteilnahme zu bekommen! Danke!

    Es stimmt schon, was du, Gotti, schreibst und was Heinrich auch wieder so eindrücklich schildert: Ich kann mich in einen Alkoholiker nicht hineinversetzen! Ich bin eigentlich ein empathischer Mensch, aber ich habe bei Alkoholikern wirklich Probleme mir ihre Gedanken- und Gefühlswelt vorzustellen. Kann man das lernen? Wer vermittelt einem das? Ja wohl nur der Alkoholiker selbst, oder? Also ist der einzige Weg der, dass er mit den Angehörigen, zumindestens aber mit dem Partner, reden muss. Woher soll ich das sonst alles wissen? Und genau das ist es, was mir vorschwebt und mir verlockend erscheint: Eine Partnerschaft, in der man zusammen wächst durch das Sich-Mitteilen! Wisst ihr, was ich meine? Aber wenn der Suchtkranke nicht will? Ja, da kann ich nichts machen, ich weiß. Höchstens immer mal wieder vorsichtig das Gespräch suchen. Ich komme genau hier an meine Grenzen: Das Um-den-heißen-Brei-Reden ist genau das, was es mir so schwer macht, mich auf eine gemeinsame Zukunft einzulassen. Ich ersehne eine wenigstens ansatzweise spirituelle Beziehung. Die kann man nur erreichen, wenn man redet! Sich mitteilt! Offen ist!
    Wie lange bin ich bereit darauf zu warten? Das ist es, darüber stolpere ich. So schön es auch ist mit dem Partner, so harmonisch und friedlich, fröhlich und schön: Es fehlt etwas ganz Entscheidendes.

    Ich stehe unter einem zusätzlichen "Druck", und ich muss wohl einfach noch abwarten, bis ich mich entscheiden kann: Mein Partner, den ich manchmal auch als meinen "Mann" bezeichne, will mich noch 2008 heiraten. Ich habe noch nicht JA gesagt!!!

    So viel hierzu!

    Ich bin dir, Heinrich, sehr dankbar, dass du aus deiner Sicht dazu beiträgst, dass ich, als nicht Alkoholabhängige, ein kleines bisschen in die Gefühls- und Gedankenwelt eines Alkoholikers blicken kann. Wenn dir noch mehr einfällt, was ich wissen sollte, nur zu: schreib, ich werde es zu würdigen wissen. Es hilft mir ganz immens. Bis ich eine SHG gefunden habe. (Bin momentan furchtbar erkältet und nur daheim.)

    Ein fröhliches Osterfest wünscht euch beiden und euren Partnern von Herzen

    Oiseau.

    Guten Tag, Gotti,

    so schöne Nachrichten von dir zu lesen macht Spaß! Jetzt merkst du erst richtig, was du alles so vermisst hast, nicht wahr?

    Hallo an alle, die mich lesen!

    Bei uns läuft alles soweit seinen Gang. Freundlich war mein Partner schon immer zu mir, also da ist nichts eigentlich Neues geschehen. Was anders ist, ist einfach, dass er mit seinen Problemen im Beruf gelassen und souverän umgeht, sich nicht runterziehen lässt und sich auch wieder sehr viel mit Lesen und geistigen Herausforderungen beschäftigt.

    Ihr werdet mich jetzt alle hauen, fürchte ich, ABER: mir fehlt dennoch etwas. Es ist schwer zu benennen, doch ich habe es versucht ihm begreiflich zu machen. Reaktion: Fast nur Schweigen!

    Es ist so: Eigentlich hatte ich mir erhofft, dass wir jetzt mehr miteinander reden können und eben gerade auch über unsere innersten Gefühle. Es klang so, als könne er das jetzt besser. Aber dem ist wohl doch nicht so, jedenfalls nicht mir gegenüber! Ich habe den Eindruck, dass das Thema Alkohol nun, da er ja schließlich die Kur gemacht hat und es ihm so gut geht, nicht mehr relevant ist, oder nicht mehr von ihm angesprochen wird. Ich hingegen finde, es wird immer ein Thema sein, auch in der trockenen Zeit. Ich dachte, wir wollten gemeinsam etwas tun um uns gegenseitig besser kennen zu lernen und vor allem das Vertrauen wieder aufzubauen.

    Er versteht nicht, was ich meine!!!

    Ich habe ihm gesagt, dass mein Vertrauen noch nicht wieder hergestellt ist und ich es gern mit ihm gemeinsam wieder aufbauen würde. (Zumal ich bis heute nicht eine einzige Entschuldigung von seiner Seite für all die Lügen und die wirklich schweren Zeiten erhalten habe...)

    "Ich kann mich doch nicht Tag und Nacht mit der Sucht beschäftigen", war seine Antwort. Und das war's.

    Ich schlug ihm dann erneut vor, eine SHG zu suchen, entweder jeder für sich oder wir gemeinsam, denn ich kann mir vorstellen, dass man da viel effektiver am gegenseitigen Verständnis arbeiten kann. Aber auch hier: Keine Reaktion.

    Nun will ich ja nicht immer "die keifende Zicke", wie ein Thread glaub ich, heißt, sein. Ich erkenne an, was er schon alles getan hat. Und ich weiß ja auch, dass ich nur von mir selbst etwas erwarten kann.

    Aber: Gibt es vielleicht noch ein Argument, das ich ihm gegenüber vertreten kann, das ihn evtl. eher zur Einsicht bringt?

    Ich muss dazu sagen: Ich rede selbst kaum über das Thema, weil ich mich nicht traue. Tu ich ihm Unrecht, wenn ich öfter davon anfange, oder soll ich den Armen in Ruhe lassen? Folge: Wir leben eigentlich so weiter wie bisher. Ich komme so oft ins Grübeln, ob das alles sein soll, ob ich damit umgehen kann für den Rest meines Lebens.

    Nach wie vor ist der Titel meines Threads aktuell... Leider. Ich würde eigentlich lieber schreiben: Ich weiß jetzt immer, wie ich mich verhalten soll. :(

    Liebe Grüße,

    Oiseau

    Liebe Juliane,

    da ich deine Geschichte nicht so genau kenne, habe ich die Frage: Warum siehst du deinen Mann nicht regelmäßig? Wohnt ihr getrennt?

    Ich finde es interessant, was du schreibst: Du hast die Entscheidung getroffen, deinem Mann wieder zu vertrauen! Das ging mir auch schon durch den Kopf: Es ist eine Entscheidung, die man für sich treffen kann! Genau so wie es eine Entscheidung ist, nicht mehr zu trinken, nicht mehr zu rauchen usw. Also quasi: "meine Entscheidung gegen deine Ehrlichkeit" - wie ein Vertrag! Oder?
    Dieses Auf und Ab, von dem du sprichst, mache ich ja auch schon einige Jahre mit, wenn auch mit ansteigender "Dramatik" oder Schwere! Aber genau wie du habe ich auch beschlossen, mich nie wieder anlügen zu lassen!!!! Das muss ich ihm auch noch mal sagen: Wenn du einen Rückfall haben solltest, dann will ich es sofort wissen! Nicht erst, wenn ich von selbst darauf komme. Und ich will, dass du sofort bereit bist, wieder aktiv etwas gegen die Sucht zu tun. Ansonsten ist es nur Herumgeeiere und bringt nichts! Es macht uns Angehörige nur fertig!

    Das Rauchen ist mir da nicht so entscheidend, er raucht ja auch nie im Haus, und im Moment ist er noch standhaft. Aber ich habe ihn nicht unter Kontrolle, will ich auch gar nicht. Er muss es wollen, denn er muss es ja auch schaffen!!!

    Wenn du magst, erzähl mal von den kleinen Schritten in eurer Therapie, die ihr befolgen sollt. Viel Glück und immer große Gesprächsbereitschaft auf beiden Seiten wünsche ich euch von Herzen!

    Alles Liebe,

    Oiseau

    @ Gotti:
    Da ich im Moment krank bin und mein Mann noch beruflich viel Stress hat (ist aber fast "durch"), haben wir gemeinsam noch nicht wieder meditiert, aber ich allein schon ein paar Male, und manchmal kippe ich dabei fast vom Stuhl. Ich schlafe nicht ein, aber fast und bin nach 10 Minuten locker und gelöst und frisch! LG, Oiseau :o

    Liebe Gotti,

    ich danke dir ganz sehr für deine überzeugenden Worte. Sie haben mir sehr geholfen, mich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und zu entspannen. Du hast ja Recht!!!

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und - wie geschrieben - viel Glück bei deiner Therapie!

    Ganz liebe Grüße,

    Oiseau :lol:

    Hallo, Anna,

    es ist schon sehr eigenartig, wie sehr sich doch viele der Lebensgeschichten hier im Forum gleichen! Auch ich finde vieles von meiner Geschichte bei dir wieder.

    Unterscheiden tun wir uns im Alter: Meine Kinder sind schon groß und ich bin einige Jahre älter als du! Der Vater meiner Kinder, von dem ich noch nicht allzu lange geschieden bin, ist kein Alkoholiker und ich bin dankbar dafür, dass er es nicht ist! Denn ich kann und will mir nicht ausmalen, wie es gewesen wäre, wenn meine Kinder mit einem Alkoholiker als Vater hätten aufwachsen müssen! Das wäre schlichtweg ein Alptraum!

    Mit meinem neuen Partner allein ist es schon schwierig genug!

    Mach dir bitte klar, dass selbst, wenn dein Freund jetzt irgend wann mal aufhört zu trinken und einsieht (für sich begreift), dass er nur ganz ohne Alk mit dir leben kann, du in der Zukunft mit der Ungewissheit, den Zweifeln, dem evtl. Auf und Ab leben musst, und wenn ihr Kinder habt, wird es bestimmt um einiges härter und schwerer als ohne! Überlege genau, stell dir vor, wohin du willst, was du dir wünschst und was nicht und dann stelle dir noch mal die Frage: Will ich es so, wie es vermutlich werden wird? Oder habe ich eigentlich ganz andere Träume?! Jetzt hast du noch alles in der Hand!!!

    Ich drücke dich und wünsche dir für euch alle die richtige Entscheidung!!

    LG

    Oiseau

    Hallo, Gotti,

    dass du auch wieder Spaß mit deinem Mann hast und mit ihm lachen kannst finde ich einfach schön! Ein großer Erfolg für euch zwei!

    Vor der Therapie brauchst du dich nicht zu fürchten! Lass es einfach auf dich zukommen! Du wirst sicherlich überrascht sein, wohin dich die Impulse oder Fragen des Therapeuten bringen! Ich weiß es aus eigener Erfahrung: Selbst an Tagen, wo ich eigentlich gar nicht wusste, worüber ich überhaupt reden sollte, war ich ganz fasziniert zu erleben, was einem dann doch so auf den Nägeln brennt und wohin man im Gespräch kommen kann. Und eigentlich gab es immer irgend etwas, das ich auf dem Nachhauseweg in mir weiter verarbeiten konnte - ein Impuls oft nur, der mich sehr zum Nachdenken brachte und mir vor allem (!) eine andere Sichtweise auf vieles ermöglichte! Das war unglaublich! Da du ja schon in einer SHG und mit Freundinnen gelernt hast über dich und deine Gefühle zu sprechen, wird es dir bestimmt in der Therapie nicht schwer fallen - es sei denn, du hast gar keinen Draht zum Therapeuten. Das kann es natürlich geben, aber schau erst mal positiv in die Zukunft!! Ich werde an dich denken! Viel Glück und Erfolg!

    LG

    Oiseau

    Danke, bokins!

    Du nimmst mir im Moment ein bisschen die Angst! Ja, das stimmt schon: Der Verzicht auf das Rauchen ist für ihn wahrscheinlich noch schwerer als aufs Trinken! Und dass er sich viel aufgeladen hat hast du richtig erkannt.

    Also, ich will einen Gang runterschalten und gelassen bleiben. Morgen haben wir einen Ausflug vor!

    Liebe Grüße,

    Oiseau

    Hallo, Juliane und die anderen, die mich lesen,

    Juliane, du schreibst, dass für dich ein großes Thema in der Paarberatung Vertrauen ist! Jaaaaa, ich habe gerade heute schon wieder damit zu kämpfen!! So schnell nach der Kur hätte ich damit nicht gerechnet...

    Ganz kurz: Mein Mann hat in der Kur auch das Rauchen aufgegeben! Er ist seit früher Jugend ein sehr starker Raucher. Als er zurück kam, fiel mir als erstes an ihm auf, dass er ganz anders roch als vorher: Rauch- und fahnenfrei sozusagen! :lol:
    Gut, da er im Augenblick beruflich Probleme hat, die ihn belasten, fing er heute zweimal wieder an zu rauchen. Er sagte, er habe es nur probieren wollen, aber es habe nicht geschmeckt.

    Nun habe ich einen Riesenschreck bekommen, (Co ... lässt grüßen...) und mit ihm geredet über meine Ängste, die sofort auftauchten: Wenn du jetzt, wo du ein Problem hast, gleich wieder zur Zigarette greifst, dann ist der Weg zum ersten Schluck vielleicht auch nicht weit. Er erwiderte, dass für ihn das Rauchen einen anderen Stellenwert (!) habe als der Alk und dass es ihm bewusst sei, dass es beim Alkohol nur entweder - oder geben könne. Er habe auch nicht vor, wieder so viel zu rauchen wie zuvor!

    Daraufhin versuchte ich ihm zu erklären, dass in meinen Augen die Suchtstrategien dieselben seien - egal, ob rauchen oder trinken. Jedenfalls sind das meine Ängste, Befürchtungen und Sorgen!

    Wisst ihr, ob es wirklich so einen eklatanten Unterschied gibt zwischen den beiden Süchten? Ich sehe ja, wie er die Sucht "braucht", um sich im Moment eine Situation zu "erleichtern", in diesem Fall sind es Zigaretten gewesen. Und dann? Wenn ihm der Qualm wirklich nicht mehr schmeckt? O Mann, ich habe solche Angst!

    Das Schlimme ist auch, dass ich mich wieder mal nicht mehr traue an eine gemeinsame Zukunft fest zu glauben.

    Ich suche mir jetzt eine SHG, ich merke, ohne geht es nicht.

    Ansonsten geht es uns gut, wir machen viel mehr zusammen als früher, stehen früher auf, treffen auch Freunde, bewegen uns, es ist wirklich ein Unterschied und ich würde soooo gern glauben und vertrauen! Doch wie lerne ich das bloß? Wie lernt ihr das, Juliane?

    Ich danke euch fürs Zuhören und wünsche einen angenehmen Abend!

    Oiseau

    Liebe Gotti,

    du hörst dich fantastisch an!!! Wie schön! Für die Liebe ist man doch nie zu alt!!! Also, genießt es! :!:

    Aber, wie ich auch schon gemerkt habe: In den Phasen, wo es einem gut geht, vergisst man, dass man eigentlich dennoch eine Therapie oder SHG oder ähnliches braucht, einfach schon aus dem Grund, weil das Leben nie so bleibt wie es zur Zeit gerade ist! Und wenn dann wieder mal ein Tief, welcher Art auch immer, kommt, hängen wir wieder durch, stehen wir wieder vor einer unüberwindlichen Mauer, sind wir wieder hilflos, weinen wir uns wieder in den Schlaf, brauchen wir wieder Hilfe, werden vielleicht sogar unsere Kinder wieder belastet ... und ... und ... und ...

    In diesem Sinne! Ich muss mich im Moment auch treten, aber wenn ich hier lese und auch meine Geschichte wieder mal anschaue, dann erinnere ich mich - obwohl es mir im Augenblick auch gut geht!

    Möge es euch lange Zeit sehr gut gehen!!!

    Oiseau!

    Liebe Sabine,

    du fragst, ob Alkis immer lügen.

    Ob sie immer lügen, weiß ich nicht. Aus meiner Erfahrung kann ich dir erzählen: Da mein Mann ja auch Quartalssäufer ist, habe ich ihm lange Zeit geglaubt, wenn er sagte, er trinke nichts. Mittlerweile weiß ich, dass er mich auch dann oft angelogen hat! Das hätte ich niemals gedacht! Aber als ich es kapierte, brach erst mal eine Welt für mich zusammen. Ich finde es einfach unerträglich, von seinem Partner angelogen zu werden.

    Nun, einmal erzählte mir eine Freundin, dass das Lügen zur Krankheit dazu gehört! Danach konnte ich leichter damit umgehen.
    Aber ich bin ziemlich sicher, dass auch du nicht alles, was dein Mann dir erzählt, glauben solltest. Bleib erst mal skeptisch, sag dir selbst: Lügen gehört dazu.

    Und eines weiß ich jetzt, nach der Kur meines Mannes: Es gibt schon einen eklatanten Unterschied zwischen dem Jetzt und den (angeblich) trockenen Phasen der Vergangenheit!

    Ich weiß aber auch: Ich will nieeeeee wieder angelogen werden! Dann trenne ich mich!!!!

    Ich wünsche euch, dass dein Mann jetzt wirklich Nägel mit Köpfen macht! Du hast es verdient! Und - wie du schreibst - er belügt sich selbst ja auch, wenn er nur so tut, als ob!

    Alles Gute dir und euch!

    Oiseau.

    Liebe Juliane,

    ich habe gerade festgestellt, dass du mir auf Seite 9 meines threads geschrieben hast und ich deine Zeilen wohl übersehen habe!!! Das tut mir leid! War wohl zu aufgeregt wegen der Rückkehr meines Mannes! :oops:

    Wie geht es dir und deinem Mann denn heute? Hast du in einem anderen Faden mehr geschrieben? Wie geht es euch heute? Du schreibst, dass du nicht mit deinem Mann reden konntest als er aus der Therapie zurück kam. (Aber ein halbes Jahr ist ja auch lange!!) Habt ihr inzwischen gelernt zu reden? Kann sein, dass ich irgend was von dir nicht gelesen habe, dann sag mir, wo ich es finden kann.

    Im Moment klappt das Reden bei uns viel viel besser als vorher. Aber das Vertrauen ist natürlich noch nicht ganz wieder hergestellt. Es muss sich erst beweisen. Das wird dauern. So hoffe ich, uns wird eine gemeinsame SHG helfen. Ich werde mich drum kümmern, aber zur Not auch allein gehen.

    Das Buch, das du mir empfohlen hast, klingt interessant. Ich werde mal schauen, ob ich's bekommen kann.

    Juliane, ich danke dir für deine mitfühlenden Worte und hoffe, dir geht es gut!?

    Liebe Grüße,

    Oiseau

    Mensch, Sabine,

    lass dich mal drücken! Du bist / ihr seid jetzt in DER schwierigen Phase! Ich fühle mit dir. Es ist hart zu erkennen, dass alles Reden nichts gebracht hat.
    Aber du hast eine Chance: Wenn dein Mann erkennt, wie ernst du es meinst und er dich wirklich liebt, dann wird er handeln. Vielleicht dauert es ein bisschen, aber ich wünsche dir, dass er aktiv wird und vor allem, sich wirklich in Therapie begibt!

    Alles Liebe und Gute für euch!

    Oiseau

    Hallo, ihr alle,

    Meditieren habe ich heute zum dritten Mal gemacht und genieße es, mich danach echt viel frischer zu fühlen als vorher, nach der Arbeit. Außerdem gibt uns diese neue, spirituelle Note in unserer Beziehung eine noch ganz unbekannte, spannende Richtung vor. Das gefällt mir. Insofern ist es fast so, als hätte ich in der Tat einen "neuen Mann". :oops: Also, Gotti, da hast du Recht! Es ist lieb, wie sehr du Anteil nimmst!

    Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten. Wir verstehen uns gut und haben Spaß am Leben, obwohl es im Augenblick etliche Probleme gibt, die aber mit der Sucht nichts zu tun haben. Wir werden sie gemeinsam meistern.

    Euch wünsche ich für heute noch einen wunderschönen Tag,

    Oiseau.

    Hallo, Gotti,

    habe es gestern nicht mehr geschafft mehr zu schreiben. Es passierte gestern so viel, wie sonst im ganzen Jahr nicht. Beruflich vor allem. Da war ich sehr angespannt und aufgeregt.

    Heute habe ich mich beruhigt. Hatte gestern auch noch eine "Therapiesitzung" mit meiner Freundin! :lol: Es stimmt: Ohne diese Treffen wären Frauen aufgeschmissen! Dein geschildertes Erlebnis aus deiner SHG macht mir richtig Mut, mir auch eine Gruppe zu suchen! Gefährlich ist nur: In dem Moment, wo in der Partnerbeziehung alles soweit gut läuft, steht man nicht so unter Zugzwang oder Druck, sich einer Gruppe anzuschließen. So geht es mir momentan. D.h. man muss sich dann immer intensiv wieder die Gefühle aus der "nassen Phase" ins Gedächtnis rufen und neu durchleben, damit man nicht vergisst, worum es eigentlich geht! Ich hoffe, mir gelingt es.

    Einen angenehmen Nachmittag mit heißem Kaffee (bei mir ist's Tee!) wünscht dir
    Oiseau.

    Liebe Gotti,

    das, was du schreibst, gefällt mir schon sehr. Du bist schon recht weit gekommen auf dem Weg raus aus der Co-Abhängigkeit! Deine SHG scheint dir richtig Spaß zu machen! Fiel es dir eigentlich schwer, das erste Mal dort hin zu gehen? Und wie wurdest du aufgenommen?

    Dass du dich auf deine KG und Massagen freust kann ich gut verstehen, ich kriege richtig Lust, mir auch mal wieder welche verschreiben zu lassen.

    Ja, Freundinnen sind schon ungeheuer wichtig! Ich habe meinen auch einiges zu verdanken. Gespräche mit einer guten Freundin haben für mich schon so manches Mal eine Therapiestunde "ersetzt".

    Muss gerad mal Schluss machen. Melde mich noch mal später.

    LG Oiseau

    Hallo, bokins,

    Ich freue mich, jetzt etwas mehr über dich zu erfahren.
    Beim Lesen dachte ich ständig: Ganz genau so war es bei uns!

    Mit einem Unterschied: Ich vermisse das Trinken bei meinem Partner absolut nicht! Ich vermisse nicht seine versteckten Flaschen (habe auch nur ca. 3 mal danach gesucht), nicht sein Getorkel und Gelalle, nicht seine Hilflosigkeit, nicht seine Fahne, nicht die vielen Tage danach (Kater und Co.) - nein, absolut nichts davon! Ich genieße es, dass er im Moment so gut drauf ist, Sport macht, beweglich ist, meditiert, auf gleicher Augenhöhe mit mir steht. Ich habe meine Schwierigkeiten, dich zu verstehen.

    Was mir sehr imponiert, ist, dass dein Mann sich jetzt auch zu seiner Sucht bekennt und eine SHG besucht! Und die Therapie wird dann ganz bestimmt erfolgreich für ihn verlaufen! Er will es ja!

    Das, was Kaddip schreibt, unterstütze ich auch voll und ganz, und auch Heinrich gibt mir da wohl recht: Ich trinke auch nichts mehr im Beisein meines Partners. Er behauptet zwar, er könne damit umgehen, aber ich fände es unfair ihm gegenüber. Und schließlich war es der Alk, der uns beide irgend wie krank gemacht hat. Also, warum soll ich dann weitertrinken, während er aufhören will? Es fällt mir überhaupt nicht schwer.

    Ich wünsche dir, liebe bokins, dass es dir gelingt, dich nach und nach an den Fortschritten deines Mannes zu erfreuen, darüber glücklich zu sein, dass ihr euch auf Augenhöhe begegnet und du einen Partner hast, der mit beiden Beinen im Leben stehen kann. Du bist nur für dich verantwortlich!!! Was für eine ungeheure Erleichterung für dich!!

    Alles Liebe und Gute euch beiden.

    Oiseau.