Noch mal zum Thema: Harmonie in einer Beziehung TROTZ des Alkohols.
Ich bin in mich gegangen und habe folgendes kapiert: Solange ich noch nicht wusste, dass ich belogen wurde, führten wir, trotz des Alkohols, eine harmonische Beziehung. Ich vertraute bei jedem Absturz und dem anschließenden Gespräch auf seine Versprechen, dass er nie wieder trinken würde. Ich hatte mit der Suchtproblematik keinerlei Erfahrungen. Doch seit etwa einem Jahr ist die Harmonie gestört. Ich kann nicht mehr vertrauen und fühle mich betrogen und hintergangen. Das wirkt sich auch negativ, irgend wie dämpfend, auf ansonsten schöne gemeinsame Unternehmungen aus, die wir immer noch hatten.
So etwas wie ein fahler Beigeschmack, oder ein Bauchzwicken.
(Ja, leider auch psychosomatische Störungen, die man ja wohl auch der Co-Abhängigkeit zurechnen muss.)
Was ich mir wünsche ist eine totale Offenheit und auch ein Vertrauen seinerseits, dass er mir mitteilt, wenn er es nicht schafft, oder dass er mir sagt, wie es ihm geht.
Diesen Wunsch habe ich ihm heute am Telefon noch einmal deutlich mitgeteilt, und zum ersten Mal hat er richtig zugestimmt und gesagt, Offenheit sei ganz ganz wichtig und er wünsche sich die auch für die Zukunft. Und er hat Alkoholismus thematisiert!
Natürlich macht man als Angehöriger sein eigenes Verhalten auch von dem des abhängigen Partners "abhängig". Wenn wir zusammen bleiben wollen müssen wir miteinander reden und uns aufeinander einstellen. Uns jetzt auch neu kennen lernen. Das heißt aber für mich jetzt auch: Sollte es wieder einen Betrug geben, werde ich wahrscheinlich nicht mehr mit ihm zusammen bleiben können. Anders ist es mit einem Rückfall, den er mir mitteilt. Denn vor einem Rückfall ist er auch nicht gefeit.
Gelernt habe ich, glaube ich, dass ich mehr darauf achten muss, dass es mir gut geht und dass ER allein für sein Leben verantwortlich ist, ich ihm nichts abnehmen kann.
Es ist ein weiter, steiniger Weg, und ob es sich lohnt ihn zu gehen, wird sich erst noch erweisen.
Haltet uns die Daumen.
Oiseau