Beiträge von Oiseau

    Hallo, Speedy,

    sehe gerade, dass da auch noch eine Antwort von dir war, die auf Seite 3 ganz unten steht.

    Ich kann deine Ansicht nachvollziehen, denn auch ich möchte nie mehr dahin zurück, wo ich mal war. Zwar habe ich ihn nie abgeholt, wenn er gesoffen hatte, das mit dem Taxi würde mir also sicherlich einfallen.

    Aber ich weiß nicht, ob ich schon so weit bin zu sagen: Es wäre nur und ausschließlich SEIN Problem. Da würde ich mich belügen. Denn es würde sich ja für mich auch wieder einiges ändern, das dann erst mal ein Problem für mich wäre - egal ob Trennung oder neuer Versuch. Wenn man zusammen lebt und ein Leben gemeinsam führt, ist eine Trennung für den Angehörigen erst einmal ebenso schwer. Selbst, wenn klar ist, dass man in dem Fall z.B. gehen würde oder den Partner vor die Tür setzen würde. Klar, weitersaufen und evtl. vor die Hunde gehen müsste er dann allein, und ich hätte ohne ihn die Sorgen und den Stress nicht mehr, alles richtig, aber ich müsste ja mein Leben auch wieder neu organisieren. So einfach ist es sicherlich nicht.

    Wir haben uns vorgenommen es gemeinsam zu versuchen, und jeder von uns tut sein Bestes. Zu einem Rückfall kann es natürlich kommen, das ist mir und uns bewusst, aber wenn es danach eine neue und ernste Anstrengung gäbe das Saufen zu besiegen, wäre das für mich OK, wenn auch schweren Herzens. Würde ich jedoch merken, dass die Rückfälle sich häufen, könnte ich die Beziehung nicht mehr fortsetzen. Das weiß ich auch. Wir sind voller Hoffnung, dass es gut geht.

    Dir und euch wünsche ich das gleiche und grüße dich herzlich.

    Oiseau.

    Hallo, Lilly,

    du bringst mich wieder ein Stück weiter. Warum überlege ich für mich allein, was ich im Fall X tun würde? Nein, nicht weil ich soo co-abhängig wäre, sondern das kommt wahrscheinlich daher, dass ich bei den vergangenen Malen IMMER auf mich gestellt und allein war, also steckt mir das irgend wie noch in den Knochen. Darauf, auch DIESE Pläne mit ihm gemeinsam zu besprechen, bin ich gar nicht gekommen. Wir reden eigentlich schon über vieles miteinander, aber hierüber haben wir uns wirklich noch nicht ausgetauscht. Ja, ich muss anscheinend erst mal begreifen, dass sich ja in den vergangenen 9 Monaten einiges geändert hat - er ist trocken und gefestigt!!! Und er hat bestimmt Ideen. Ich muss ja gar nicht mehr alles allein lösen -SCHÖN!

    Entschuldigt meine Doofheit, es ist wirklich schlimm, wie verbohrt man manchmal ist, weil einem die Erfahrungen, die man einmal gemacht hat, im Weg sind. :oops:

    Danke, Lilly, ich weiß deine Beiträge sehr zu schätzen und werde weiter berichten. Ich wünsche dir, dass du und deine Familie niemals die Notfallpläne auskramen müsst!!

    Liebe Grüße,

    Oiseau.

    Hallo, ihr,

    Zitat

    Obwohl jeder Rückfall wohl eine große Eigendynamik hat (wann, wie, wo und warum), und eine pauschale "Notfallstrategie" nur zufällig passen könnte.

    Ja, bokins, das stimmt, daher will ich mir ja auch die für mich evtl. passenden Ideen heraussuchen. Und da man manchmal nicht dazu kommt, wie du so schön schreibst, sein Köfferchen rechtzeitig vorher zu öffnen, ist auch wichtig, dass man für hinterher weiß, was zu tun ist.

    Wobei ich natürlich sehr dieses hoffe:

    Zitat

    Was ist, wenn dein Partner niemals einen Rückfall erleidet?

    Auch ich wünsche dir und allen, deren Partner trocken ist, dass es immer so bleiben möge und wir diese vielen Eventualitäten gar nicht brauchen - wie eben die meisten Versicherungen auch.

    Wünsche euch allen einen schönen und sonnigen Herbsttag!

    Oiseau.

    Hi, Stinktierchen,

    du hast in meinem thread geschrieben, ich verstehe aber nicht, was du mir sagen willst. Hier, wenn ich so lese, was bei euch los ist, würde ich sagen: Lass dich nicht auf Diskussionen ein, denn er ist nicht so weit. Sei du konsequent, lass dich nicht von deinem Weg abbringen, bleib bei dem, was du dir vorgenommen hast. Niemand hat Schuld an seiner Sauferei außer ihm selbst. Und wenn du merkst, dass es dir mit ihm nur schlecht geht und deine Gefühle nicht mehr da sind - schick ihn fort oder geh selbst! Lass dich in diesem Stadium, in dem er gerade steckt, bloß nicht zu irgend was überreden, womit du dich in eine Falle hineinmanövrierst, aus der du schwer wieder herauskommst.

    Also, viel Entschlusskraft und Glück wünscht dir

    Oiseau.

    Ihr lieben, bokins und Gotti,

    ihr kommt mir wie echte Leidensgenossinnen vor, das tut gut.

    Das mit dem Handy habe ich gestern gleich angesprochen und mein Mann hat's sofort verstanden, akzeptiert und gemeint, das wäre machbar und er habe vollstes Verständnis! Wow! Also, der Strategiepunkt Nr. 1 ist voll angekommen und wird sich hoffentlich im Notfall bewähren - auch, wenn es nicht unbedingt ein entschiedener Schritt aus der Co-Abhängigkeit ist. Aber dafür habe ich andere Co-Verhaltensweisen nicht. Also, ein Kompromiss, der sich im Zusammenleben und -bleiben bewähren soll und eine echte pragmatische Hilfe ist!!! Danke an euch!!

    Welche Strategiepunkte im Falle eines Falles greifen (also, falls er doch mal sein Handy nicht dabei hat, oder wenn es einen Rückfall geben sollte) das muss ich mir als nächstes überlegen. Meine Freundin anrufen, die weiß, wovon ich gerade rede, wäre wohl der Punkt 2. Aber dann? Ich weiß noch nicht. Mit dem Verstand her schon, aber ich brauche, wie ich jetzt gemerkt habe, was echt Praktisches. Also: Im Fall X tue ich Plan Y oder so ähnlich. Mal schaun, was hier noch so für Ideen eintrudeln. Gotti, dein Vorschlag mit dem "Hör auf!" - Sagen ist angekommen, aber ich bin noch nicht so weit, dass ich auch auf mich höre!! :wink:

    Liebe Gotti, dass du auch nach wie vor Ängste wegen eines möglichen Rückfalls hast, las ich kürzlich in deinem Thread. Das hat mich auch mit dazu bewogen, dieses Thema hier zu eröffnen, denn ich merkte, dass es nicht nur mir so geht. Wenn es hier weiter so gut läuft, ist das für mich eine echte Selbsthilfegruppe!!!!

    Geduld brauchen wir, klar! Andrerseits sind wir doch schon sehr weit gekommen, oder? Also gebe ich mal ein Lob in diese Runde!!! :!:

    Liebes "Skunky" :wink: : Ich habe deinen Beitrag hier gefunden, aber werde nachher irgend wann in deinem Thread antworten. OK?

    Euch allen einen sonnigen Tag!!!

    Oiseau.

    Hallo, Sternschnuppe,

    (darf man sich bei dir was wünschen? :wink: )

    Psychosomatische Erkrankungen sind schwer in den Griff zu bekommen und können sich auch nach und nach auf viele Bereiche des Körpers erstrecken. Daher ist man hier häufig auf seine eigene Beobachtung angewiesen, weil es kaum Ärzte gibt, die da helfen können.

    Es wäre natürlich gut, wenn du z.B. einen der Auslöser der Beschwerden "ausschalten" könntest, etwa, wenn du mit einem Suchtkranken lebst und so sehr darunter leidest - also ihn verlassen. Das nur als Beispiel. Aber es scheint ja tiefer zu sitzen.

    Hast du schon mal deine Galle überprüfen lassen? Manchmal gibt es da Zusammenhänge.... Oder hast du mal ein Psychopharmakon in Erwägung gezogen, als Therapie an den Syptomen? Ich weiß, dass ein passendes Medikament der modernen Art (also nicht abhängig machend) sich sehr beruhigend auf den Reizdarm auswirken kann.

    Zudem ist die Überprüfung der Ernährung wichtig.

    Was man auch machen kann: Für einen absolut regelmäßigen Tagesablauf sorgen, auch in Bezug auf die Mahlzeiten und die Aufstehzeiten.

    Ich schreibe aus eigenen Erfahrungen.

    Viel Glück und Erfolg wünscht dir

    Oiseau.

    Hallo, Karotte, Silvi und bokins,

    basieren deine Achtsamkeitsübungen, Karotte, auf der buddhistischen Lehre? Wenn ja, dann schaue ich mal in ein paar Büchern genauer nach, die hier bei uns rumstehen. Mein Partner hat diese Übungen nämlich in der Kur kennen gelernt und auch eine Weile praktiziert.

    Mit dem Laufen um den Block ist das so eine Sache: Das geht tagsüber wunderbar, aber im Dunkeln nicht, denn wir wohnen auf dem Dorfe, da sind abends die Straßen stockduster und die Bürgersteige hochgeklappt. :wink: Ich bedaure das.

    @ bokins: Ja, bisher wären diese Achtsamkeitsübungen für mich das einzig Richtige gewesen, und wenn ihr mir nicht einiges hier schon geschrieben hättet, dann wäre ich auch überzeugt, dass es immer noch so ist. Ich werde sie ausprobieren, klar. Dennoch habe ich erkannt, dass ich bisher die pragmatische Seite der ganzen Problematik total vernachlässigt habe. Warum habe ich nicht von Anfang an mit meinem Mann vereinbart, dass er sein Handy immer dabei hat - angeschaltet, versteht sich - sodass ich ihn im Notfall erreichen kann. Oder dass er mich über eventuelle Verspätungen immer informiert. (So was ist ja unter Zusammenlebenden eigentlich normal!) Dann verfalle ich gar nicht erst in unnötige Panik!!! Etwas anderes würde eintreten, wenn ich beim Anruf erkennen müsste, dass er wieder .... Aber da würde dann Plan B greifen: Freundin anrufen, Achtsamkeitsübungen und so weiter. Also, dank euch bin ich einen gehörigen Schritt weiter gekommen. Danke!

    @ Silvi: Du hast Recht: Alles braucht Zeit. Aber es ist schon auch so, dass man, wenn man länger zusammen lebt, nicht einfach die Beziehung beenden will und kann. Was anderes wäre es freilich, wenn ich körperlich angegriffen worden wäre oder andere schreckliche Dinge geschehen wären. Ferner hätte ich die Beziehung dann beendet, wenn er die Kur nicht angetreten hätte und danach weitergesoffen hätte. Bisher hält er aber - gern und überzeugt - durch. Er ist ein ganz andere Mensch geworden, unglaublich! Daher ärgere ich mich ja auch über mein überzogenes panisches Verhalten...

    Ganz liebe Samstagsgrüße von

    Oiseau :lol:

    Liebe Sadi,

    wenn du merkst, dass deine Tochter auch leidet und dass es immer schlimmer wird, wenn du nicht handelst, wirst du es irgend wann schaffen. Du brauchst ja auch Mut zum Handeln!!!

    Alles Gute. Die Nachbarn sollten dir egal sein, die müssen ja nicht mit einem Alkoholiker leben...

    Oiseau.

    Hallo, liebe fleißige Schreiberinnen, :D

    ich bin froh, dass ich von so vielen von euch so viele gute Ideen bekomme und hoffe auch, dass alle Betroffenen irgend wie davon profitieren können, damit jeder in ein paar Tagen/Wochen oder Monaten ein richtiges kleines Notfallpaket an der Hand hat. Wobei jeder sich das heraussuchen kann, was für ihn am passendsten ist. So werde zumindest ich es machen.

    Fange ich gleich mal an: Aaaalso, das was du, Karotte, schreibst, ist wirklich was für mich. Gedankenstopp - OK, ist angekommen. Dann: Das Gefühl isolieren und es dann von außen betrachten und analysieren, als würde es nicht zu mir gehören, sondern ein eigenes Wesen sein. Evtl. kann man das dann auch schriftlich festhalten, damit man 1. etwas zu tun hat und 2. am nächsten Tag noch weiß, wie weit man gekommen ist mit dem Sortieren und Analysieren. Priiiiima! Danke! Ich werde dir/euch berichten, ob ich es schaffe! Übungszeit werde ich aber brauchen, das hat ja auch Lilly richtig erkannt. Karotte, falls du die Sache noch etwas konkreter beschreiben könntest, wäre ich dir dankbar.

    Das Vertrauen zurückerlangen kann man schon, denn sonst wäre zumindest ich nicht in der Lage, weiterhin mit meinem Partner zusammen zu leben. In fast allen Situationen gelingt es mir auch wirklich, ihm zu vertrauen. Wenn er weg ist und Termine hat, zum Einkaufen fährt oder Leute besucht, habe ich kaum noch Ängste, ich denke nicht mal mehr dran. Aber dieses Mal waren einfach die Erinnerungen und Ähnlichkeiten der Situationen stärker und das wirkte fatal auf mein Vertrauen.

    Ich finde die Anregung gut, dass ich noch mal mit ihm über meine Ängste rede und ich weiß, dass er es zumindest anhören und sich um Verständnis bemühen wird. Dann kann ich ihm den Vorschlag noch mal machen: Immer anrufen oder smsen, wenn es später wird, damit ich einfach beruhigt sein kann. Ich finde auch, dass er mir das schuldig ist, denn ohne seine früheren "Eskapaden" hätte ich diese Ängste ja nicht!

    @ Lilly und Charmenida, ich weiß, dass es immer Rückfälle geben kann. Irgend wie muss ich damit leben. Klar, aber dafür brauche ich eben ein paar "Krücken", damit ich nicht ins Straucheln gerate... :wink:

    @ Silvia, du schreibst, dass du dich schuldig fühltest, wenn dein Partner wieder getrunken hat. Das würde mir nicht so gehen, das habe ich auch nie geglaubt, denn er hat lange, lange vor meiner Zeit schon getrunken, und seine ganze Suchtstruktur hat mit mir nichts zu tun. Ich bin froh, dass ich wenigstens diesen Schuh mir nicht angezogen habe!!!

    Letztlich geht es hier, meiner Meinung nach, um zwei Situationen und Problembereiche: Das eine ist: Wie kann ich meine Panik oder Angst oder was immer im Vorfeld besiegen, da diese Gefühle oft irreal und unbegründet sind. Also, wie kann ich wieder total vertrauen?
    Das andere ist: Wie gehe ich damit um, wenn denn mein Mann wieder rückfällig geworden ist?

    Mich interessiert eigentlich die erste Fragestellung!!! Die zweite kann ich mir nur selbst und von Fall zu Fall beantworten.

    Fürs erste danke für die vielen Antworten und ich bin auf weitere sehr gespannt.

    Liebe Grüße und ein sonniges Wochenende schon mal vorab!!!

    Oiseau.
    :)

    Hallo, bokins,

    ach, schön, wieder hier von dir zu hören!!

    Beim Lesen deiner Zeilen fiel mir ein Wort auf, an dem ich mich mal festbeiße: RE-agieren! Klar, reagieren müssen wir auf evtl. Rückfälle, wie auch immer. Mir geht es jedoch mehr ums vorbeugende Agieren! Also nicht erst etwas (richtig) tun, wenn die Katze (oder der Kater? :wink:) schon in den Brunnen gefallen ist, sondern im Vorfeld irgend wie etwas finden, das es einem möglich macht, gar nicht erst in diesen Strudel der Gefühle zu geraten und somit cool zu bleiben. Und zwar sowohl vorher, wenn man noch nicht weiß, ob etwas passiert ist oder geschehen wird, als auch nachher, wenn es einen Rückfall gab. Aber auch das nicht im Sinne von reagieren, sondern gelassen bleiben, weil man innerlich vorbereitet ist. Egal, was kommt!

    Sicherlich kommen Panikattacken nicht von ungefähr, ich bin davon überzeugt, dass ich so etwas im Leben irgend wann mal erlernt habe, wahrscheinlich sogar durch das "Vorbild" meiner Mutter, die es noch heute vorlebt! Aber meine Hoffnung ist immer noch, aus diesem Strudel auszubrechen und eine eigene Form des Umgangs mit noch unklaren Situationen zu finden.

    Deshalb hoffe ich ja auf deine und eure Anregungen, Erfahrungsberichte, Rezepte, denn vielleicht ist ja auch für mich etwas Nachahmenswertes dabei. Ich glaube leider, ich habe ein paar Strategien dringend nötig!

    Grüße an dich und alle, die mitlesen,

    Oiseau.

    So, ihr Lieben, jetzt muss ich leider doch mal ein neues Thema eröffnen, von dem ich glaube, dass es viele von uns betrifft. Leider deshalb, weil ich wieder mal von richtigen Panikattacken heimgesucht wurde. Und das, obwohl ich seit neun Monaten mit einem trockenen und zufriedenen, gefestigten Mann zusammenlebe...

    Eigentlich dachte ich schon lange nicht mehr über mögliche Rückfälle seinerseits nach, denn es geht ihm gut, er hat keinerlei Sehnsucht nach Alkohol, steht allerdings auch unter wesentlich weniger äußeren Belastungen als noch vor einem Jahr... So kann er seinen Hobbys ausgiebig frönen, er ist wach und engagiert, fröhlich, aktiv, redet mehr über sich und es ist einfach schön mit ihm. Merkt er selbst unheimlich doll! Jetzt hatte er aber eine kleine Belastungsprobe zu bestehen, die ich nicht so richtig in ihrer Bedeutung für ihn einschätzen konnte. Früher hätte er sich wahrscheinlich danach bis zur Besinnungslosigkeit betrunken, doch jetzt machte ich mir zunächst keinerlei Sorgen. Er ging hin (ich will nicht konkreter werden) und es war wie immer, wenn er weggeht. Ich weiß, er kommt relativ zeitig und verlässlich heim. Dieses Mal jedoch kam er nicht und hatte mir, entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit, keine sms geschickt, wann er kommen würde. Ab 17 Uhr an dem Abend wurde ich zusehends nervös. Ich versuchte mich abzulenken, machte Qigong-Übungen, las, sah fern, mailte meiner Freundin, die Leidensgenossin ist, aber meine Nervosität wurde schlimmer und schlimmer. Das ging so weit, dass ich gegen 22 Uhr überzeugt war, dass er nun wie früher besoffen zu seiner Schwester gefahren war und ich die ganze Nacht vergeblich auf ihn warten würde - so wie früher oft!

    Gegen 22 Uhr quälte ich mich - mittlerweile völlig fertig - in Richtung Bett. Und plötzlich war er da, freudestrahlend, nüchtern! Ich fiel ihm heulend und fix und fertig um den Hals. Er war richtig verstört über meinen Zustand! Ich hatte definitiv keinerlei Strategie, um einfach zu VERTRAUEN! Ich konnte meine aufkommende Panik nicht in den Griff kriegen! Ich malte mir die scheußlichsten Dinge aus! Dabei hatte ich keine Veranlassung dazu.

    Nachdem ich jetzt bei einigen Co-Abhängigen hier las, dass auch ihnen solche Panikanfälle passieren, mache ich einmal diesen Thread auf, um eine Sammlung von Notfallrezepten zu bekommen, die dann jeder Betroffene sich vergrößern und an die Wand hängen (oder wie auch immer ...) kann. :P

    Ich freue mich auf rege Beiträge von euch allen, weil ihr ja allesamt erfahrene Cos seid, oder? :wink:

    Einen schönen, ruhigen, entspannten, panikfreien Abend wünscht euch

    Oiseau. :)

    Liebe Gotti,

    als "oiseau" ist mir die Vorstellung vom Fliegen und sich leicht Fühlen nicht ganz unbekannt, wie du dir vorstellen kannst. :lol:

    Aber mal im ernst: schön ist der Satz, und wenn man genügend Muße hat, kann man sicherlich in Entspannungssituationen diese Leichtigkeit fühlen. Klar, von oben (oder einfach gesagt: aus einer anderen Perspektive) gesehen wirken alle Probleme zumindest anders und ganz häufig auch klein und unbedeutend. Dennoch - jedes Schicksal, das hier geschildert wird/wurde, deines und meines mit eingeschlossen, hat seine ganz eigene Tragik und Ernsthaftigkeit. Ich denke, die Leichtigkeit in uns kann sich erst einstellen, wenn unsere Männer und wir unsere Sucht besiegt haben. Sind wir noch "ganz am Anfang, und doch mittendrin..." ist das nahezu unmöglich. Ich bin sehr froh, dass ihr und auch wir es soweit geschafft haben, dass Leichtigkeit einkehren kann. Obwohl uns ein paar Zipperlein von Zeit zu Zeit auch mahnen wollen, dass noch Reste der Bedrückung in uns schlummern, die wir nun mühsam herauskitzeln und kurieren müssen. Das Schöne daran ist, dass jetzt unsere Männer uns darin unterstützen können. Ein völlig neues Lebensgefühl.

    Bald werden wir unsere letzten Relikte aus der nassen Zeit abgelegt haben und können völlig neu durchstarten, dessen bin ich mir sicher.

    Alles Gute weiterhin euch beiden!

    Oiseau.

    Liebe Gotti,

    ich freue mich über deine Entwicklung. Es ist doch erstaunlich, was sich noch alles verändert im Leben, obwohl man denkt, dass man die schwere Zeit bereits überstanden hat. Dein Körper scheint noch nicht so weit zu sein. Oder? Mir ergeht es nämlich ähnlich wie dir im Moment - jede Menge körperlicher Symptome. Klar, man soll diese ernst nehmen und behandeln, aber ich bin noch nicht dahinter gekommen, ob sie mir etwas "sagen" wollen, oder ob es einfach körperliche Beschwerden sind. Wie denkst du darüber?

    Jedenfalls finde ich es wunderbar, dass du die schweren Jahre der Co-Abhängigkeit so nach und nach hinter dir lassen und nach vorn schauen kannst. Auch dein Mann braucht Zeit, um sich an seine "neue" Gotti zu gewöhnen. :D

    Für deine Schwester wünsche ich das Allerbeste und dir viel Kraft, um sie zu unterstützen, wenn sie dich braucht.

    Viele liebe Grüße,

    Oiseau, die noch immer mitliest. :lol:

    Es liegt mir fern, irgend jemanden hier zu verjagen. Warum sollte ich das auch tun?

    Ich würde dir nur gern helfen, deine Art der Sucht zu definieren. Ich weiß ja nicht mal, ob ich die Begriffe Sucht und Co-Sucht richtig verstanden habe, aber möglicherweise bist du ja ganz einfach "süchtig".
    Ob du hier schreibst oder nicht, das kann ich nicht entscheiden. Ich wollte nur helfen, damit du vielleicht ein bisschen weiter kommst.

    Also, ich hoffe, dass ich das klären konnte.

    Alles Gute,

    Oiseau

    Ich melde mich auch noch mal zu Wort. Mir fällt auf, dass du, Amai, immer davon schreibst, "eine Co" zu sein! Ich stelle die Frage in die Runde der hier Lesenden: Kann es sein, dass hier Co-Abhängigkeit (also das Abhängigsein von der Sucht des Partners) mit einer einfachen Abhängigkeit von Menschen verwechselt wird? Ich sehe nämlich in all deinen Beiträgen keinen Hinweis darauf, dass du wirklich an dieser Co-Abhängigkeit (um die es hier im Forum geht) leidest, sondern an einer Abhängigkeit von oder Sucht nach Menschen bzw. deren Zuwendung.

    Korrigiert mich, wenn ich das falsch verstanden habe.
    Einen schönen Abend.
    Oiseau

    Hallo, Ingrid,

    es könnte z.B. funktionieren durch die Arbeit mit dem "inneren Kind". Das ist in meinen Augen ein recht empfehlenswerter Weg.

    Du könntest aber einfach mal versuchen einen anderen Weg zu gehen, der da heißt: NICHT ständig um deine eigene Mitte kreisen, nicht pausenlos nur immer an dich selbst denken, sondern mehr an andere im Sinne von: sich kümmern, anderen helfen. Nicht als Co-Abhängige, sondern als Mensch, der ehrlich helfen will (in entsprechenden Ämtern oder Jobs, oder einfach für deine Tochter da sein) - nur, dass du mal diese extreme Ichbezogenheit etwas ablegst. Dann wirst du eher zu dir finden als auf dem Weg, den du momentan beschreitest. Da bin ich ganz sicher. Du wirst dich dann auch wieder selbst lieben können und einen Mann evtl. nicht mehr unbedingt zum Glücklichsein brauchen.

    Einen guten Weg wünscht dir

    Oiseau.

    Ich muss da Caro Recht geben: Es ist alles eine Frage des Wollens!!! Wenn du wirklich wolltest, könntest du nämlich deinen Bleifüßen Flügel verleihen und es aus deinem Loch herausschaffen!

    Frag dich einmal ernsthaft: WAS hält dich an deinem Verhalten fest? Warum ziehst du es vor zu leiden anstatt FREI zu sein und dich glücklich zu fühlen??? Du hast doch alles Potential dazu und vor allem: Du bist frei von jedweder Art von Alki! Mensch, die meisten hier wären selig, wenn sie solche Voraussetzungen für ihr neues Leben hätten!

    Also, komm in die Puschen! Wir haben hier alle schließlich nur virtuelle Möglichkeiten, dir zu helfen, leben musst du schon selbst! :!:

    Grüße,

    Oiseau