Beiträge von Oiseau

    Liebe bokins,

    na, wie geht es dir so ohne Mann? Hast du den Tag dennoch normal bewältigen können? Musste manches Mal heute an dich denken. Könnt ihr telefonieren? Ich bin gespant, was du zu erzählen hast und wie du die Zeit für dich nutzt.
    Bei uns ist eigentlich alles recht schön, ich bin noch beruflich etwas eingespannt, aber nur bis zum Freitag, dann geht es in den wohlverdienten Urlaub. Du siehst ja in meinem Thread, dass mich auch so einiges beschäftigt, was deinen Gedanken auch nicht fern ist. Eine schwierige Sache, finde ich...
    Wenn ich zwei Wochen weg bin, werde ich euch im Forum und den Gedankenaustausch sehr vermissen. Hoffentlich finde ich meinen Thread danach noch wieder. Es wird sicher viel geschehen, und es wird dauern, bis ich wieder auf dem laufenden sein werde.
    Für heute erst mal einen wunderschönen Abend und nicht zu viel Sehnsucht.
    Oiseau.

    Zitat von Karotte

    Oiseau (bedeutet der Name eigentlich bayrisch für Also?) - ich kenn das auch mit der Freundin, ich hab auch eine der ich öfters mal was vorgejammert habe. Und mir ging es meistens danach schlechter, weil ich mich oft sehr unverstanden gefühlt habe bzw. es immer hies...das ich so sein soll und so...und alles immer nur von mir ausgehen sollte...von einer Freundin habe ich mir aber etwas Beistand erhofft und das Sie vielleicht mal sagt: Ich verstehe Dich und etc. und etwas sagen wir mal Mitgefühl zeigt.

    Hallo, Karöttchen,
    Oiseau (gesprochen wie oasoo) heißt auf Französisch Vogel...

    Es tut mir leid, dass deine Freundin dich nicht verstanden hat und du nicht den Beistand von ihr bekommen hast, den du dir gewünscht hast. Du hast Recht, von einer Freundin müsste man das eigentlich erwarten können. Ich habe meiner Freundin jahrelang geduldig zugehört, auch, wenn es mir schlecht ging, ging es nach fünf Minuten immer wieder nur um sie ... und als ich dann mal Glück hatte im Leben, war sie noch eifersüchtig. Da frage ich mich schon, warum ich ihr eigentlich immer wieder so viel Zeit widmete. Also, wenn man jahrelang immer dieselbe Leier hört und sich so gar nichts bewegt, dann wird man müde und ich habe dann auch gemerkt, egal was ich tue, es bleibt alles so. Es ging ihr einfach nie gut. So war das.
    Kann es sein, dass deine Freundin so etwas mit dir auch erlebt? Ich will dich nicht angreifen, aber es wäre ja möglich. Glaub ja nicht, dass ich nicht weiß, wie schwer es ist, sein Leben wirklich zu verändern, selbst dann, wenn es einem immer schlechter geht. Ich kenne das nur allzu gut. Wie oft habe ich mich ausnutzen, seelisch quälen und niedermachen lassen, und wie lange hat es gedauert, bis ich dann den Absprung wagte ... und erstaunt war, wie einfach es eigentlich war und außerdem, wie toll !!!!!! sich danach mein Leben anfühlte. Ich spreche also aus Erfahrung, auch mit ein paar Jährchen Altersvorsprung :wink: Wage es! Lass es dir gut gehen! Nimm dein Leben in die Hand. Lass nicht zu, dass es jemand anders für dich tut!!!
    In diesem Sinne einen wunderschönen selbstbestimmten Abend.
    Oiseau, die kein Bayerisch sprechen kann!! :lol:

    Hallo, Jenny, Karotte, bokins, Lilly und kaltblut,


    Zitat von Jenny2


    Weisst Du es gibt doch dieses Suchtgedaechtnis. Kannst Du Dich vielleicht an irgendwas erinnern, wenn DU einen bestimmten Geruch riechst und Du an Deine Kindheit erinnert wirst???? Oder die weihnachtlichen Gerueche, ich mein jetzt nicht Gluehwein, die rufen bei uns ja auch Gedanken hervor. So ungefaehr muss es bei einem Alkoholiker sein. Irgendwas ist dort was ihn an sein Beduerfnis an Alkohol erinnert und schon faellt es ihm schwerer und er kaempft wahrscheinlich noch Tage spaeter mit sich selbst, so wie hier einige trockene Alkoholiker geschrieben haben.

    danke, Jenny, für die Hilfestellung. Ja, klar kann ich mir so etwas vorstellen. Mir fällt dann auch ein, dass ich bestimmte Süßigkeiten gern esse und kaum habe ich die Tüte gesehen oder ich rieche was, schon läuft mir das Wasser im Munde zusammen und ich kann es kaum noch aushalten.

    Daran hätte ich denken sollen...

    Also, ich werde wohl die Einladung absagen. Da muss ich aber wirklich für uns zwei entscheiden. Allerdings sind es ursprünglich meine Freunde, bei denen wir eingeladen sind. Also wird meinem Partner das nicht so viel ausmachen. Hoffe ich. Das mit seinem Alkoholproblem kann er ihnen ja dann später mal erklären. Wenn, ja, wenn sie dann überhaupt noch unsere Freunde sind, wo wir doch abgesagt haben. Ich habe sowieso schon länger meine Zweifel, ob eine solche Freundschaft Sinn macht. Denn ich habe mich nun mal für meinen Partner entschieden und damit dafür, dass ich sein trockenes Leben mittragen will. Sicherlich wird sich da einiges ändern.

    Ich finde auch, Karotte, dass man wenigstens in den ersten trockenen Monaten mehr Rücksicht auf die Alkoholiker nehmen müsste und kann die Äußerungen der Leiterin in der SHG nicht teilen. Aber vielleicht meint sie, dass niemand im täglichen Leben dem Alk ganz ausweichen kann. Der Alkohol hat den größten Teil der "zivilisierten" Welt fest im Griff!!! :evil: (Das deckt sich auch mit deiner Meinung, liebe bokins, oder?) Insofern hat sie Recht: Ein Alkoholiker muss damit klar kommen. ABER: Was man vermeiden kann, sollte man vermeiden!

    Dass du, liebe Lilly, als Betroffene darüber schreibst, finde ich besonders wichtig für dieses Thema. Dadurch hilfst du uns Angehörigen enorm. Danke! Ich zumindest habe ja keinerlei Erfahrung und bin auf das, was Menschen, die sich auskennen, mir sagen, angewiesen. Du hast Recht: Die Einladung, die wir erhalten haben, wird mit Sicherheit auf ein Besäufnis hinauslaufen, wenn auch auf "kultivierte" Art. Nicht mit Grölen und Pöbeln, aber das ist eigentlich egal. Saufen ist Saufen! Und in DER Stadt kommt man am Alk nicht eine Sekunde vorbei.

    Ich werde absagen.

    Sicherlich macht mein Partner sich momentan noch keine Vorstellung davon, wie es würde. Zwar behauptet er, er habe früher in trockenen Phasen schon oft so etwas ausgehalten und es habe ihn nicht belastet, aber - nun ja, ihr kennt die Geschichte - er ist eben auch nicht für immer trocken geblieben. Irgend wann hat er es eben dann doch nicht mehr ausgehalten.

    Ja, kaltblut, Leichtsinn wäre es möglicherweise, aber vielleicht auch nur Selbstüberschätzung. Ich weiß es nicht. Ich wollte ihn ja entscheiden lassen, habe ihn mehrmals gefragt und gelöchert, aber immer wieder kommt: Macht doch MIR nichts aus! Wäre ja lächerlich!

    Nein, man kann wohl nicht vorsichtig genug sein. Da werde ich der Vorsicht ein bisschen auf die Sprünge helfen :P .

    Ich danke euch einstweilen für all eure Unterstützung und grüße euch herzlich,

    Oiseau (frz. = Vogel :D )

    Liebe Jenny,

    du hast sicher Recht mit dem, was du schreibst. Vor allem befürchte ich in der Tat, dass die Freunde kein Verständnis aufbringen werden, so nach dem Motto: Ein Gläschen nur, komm, sei kein Spielverderber. Oder gar: Du darfst wohl nicht? Stehst wohl unter dem Pantoffel...
    Davor habe ich Angst. Aber mein Partner sagt, falls solche Bemerkungen kämen, könne er schon deutlich werden und er ist ja nicht auf den Mund gefallen. Trinken wird er mit Sicherheit nichts, er will nicht, das ist klar.
    Aber dennoch: Ich selbst kann nicht einschätzen, wie schwer es für ihn wäre, die Trinkerei, selbst wenn sie nicht schlimm wäre, auszuhalten. Er behauptet: Überhaupt nicht schlimm.
    Ich weiß, wenige Leute kennen die Tragweite des Alkoholismus. Ich habe sie ja auch nicht gekannt, bevor ich damit konfrontiert wurde.
    Was mich auch noch so stört ist, dass dieser Freund, bei dem wir eingeladen sind, uns am Telefon sagte, er wünsche sich nur einen guten Rotwein, sonst nichts, als Geschenk.
    Ach, es ist alles nicht so einfach. Wir werden noch mal ein bisschen nachdenken und vielleicht muss ja auch ICH für uns beide entscheiden nicht hinzufahren.
    Danke einstweilen für deine Gedanken und Erfahrungen.

    Liebe bokins,

    ich habe auch schon gedacht, dass unsere Männer zwar genauso Alkis sind wie alle hier Beschriebenen, aber vielleicht doch noch nicht in allem dazu stehen. Daher habe ich ja auch immer noch Zweifel, ob er es wirklich auf Dauer schafft. So lange es keinen Stress gibt, sicher. Aber - wehe, wenn er allein loszieht oder wenn es wieder Stress gibt. Ich weiß es nicht.
    Gute Nacht, ihr alle! Toll, dass es euch gibt!
    Oiseau

    Hallo an alle,

    ich bin immer noch mit bokins' Thema beschäftigt.
    Wir haben nämlich im August eine Einladung zu einem Geburtstag bei Freunden. Sie wollen in einer anderen Stadt feiern und laden dort zu einem Kneipen-, Bierkeller- und Stadtbummel und begleitender Feier ein - mit Übernachtung. Wir haben schon vor längerer Zeit zugesagt. Diese Freunde, die selbst sehr gern "guten Wein" trinken und ER meines Erachtens ein Alkoholproblem hat, (würde er niiiiie zugeben, denn Wein gehört für ihn zum Lebensgefühl dazu!!!) wissen von der Alkoholkrankheit meines Partners nichts.
    Gestern sprach ich meinen Partner darauf an. Er meint, er wolle auf jeden Fall zu dem Geburtstag fahren, denn es mache ihm überhaupt nichts aus, wenn die anderen trinken. Im Gegenteil, wir könnten dann mal beobachten, wie die anderen sich so langsam verändern, das Lallen anfangen und torkeln. Naja, ich finde das gar nicht gut, dass er sich dem allen aussetzen will, aber er sagt, ich könne ihm vertrauen. Er sei schon oft genug, in seinen trockenen Phasen, in solchen Situationen gewesen und hatte kein Problem damit. Schwierig wird es für ihn angeblich nur, wenn er Stress hat (so, wie im Beruf neulich noch) und er dann nicht mehr klar denken kann. Außerdem ist er kein Alkoholiker, der meistens mit anderen soff, sondern allein, versteckt, ohne, dass es andere sahen. Ich weiß wirklich nicht, ob ich ihm trauen kann nach allem, was bei bokins so an Zuschriften kamen. Über den Alkoholismus will er jedenfalls die Freunde während der Feier aufklären. Ob das reicht? Wir sehen uns nicht oft, sie wohnen in einer anderen Stadt.
    Eigentlich habe ich das Gefühl, wir sollten sogar die Freundschaft abbrechen, auf jeden Fall aber dann, wenn sie die Angelegenheit ins Lächerliche ziehen würden. Klar! Nur, bisher war mir diese Freundschaft eigentlich wichtig. Haben alle hier ihren Freundeskreis ändern müssen? Welche Freunde habt ihr abgeschrieben? Welche habt ihr behalten? Ich bin im Moment wirklich verwirrt.

    Liebe Grüße,

    Osieau.

    Hallo,

    danke an alle, die sich hier zum Thema: "Soll ich mit meinem alkoholkranken Partner eine Alkohol trinkende Umgebung meiden?" äußern. Ich, für die dieser Bereich noch sehr neu und frisch und unerprobt ist, finde alle Beiträge sehr aufschlussreich. Gerade deshalb, weil mein Partner, seit gut 3 Monaten nach einer Thera trocken, immer noch glaubt, ihm mache es nichts aus, wenn andere in seiner Umgebung trinken. Ich glaube ihm das nämlich auch nicht. Zum Glück haben wir im Moment noch nicht so viele Kontakte, es waren ja während der nassen Zeit auch viele Freundschaften eingeschlafen. Also lassen wir es langsam angehen. Leicht wird es uns durch die Arbeitslosigkeit meines Partners gemacht. Aber dennoch treten so Fragen zutage. Ich schreibe dazu noch mal in meinem eigenen Thread. Diesen hier will ich dir, bokins, überlassen.

    LG,

    Oiseau

    Hallo, Karotte,

    willst du in zehn Jahren immer noch alles von ihm abhängig machen? Du wirst ihn nicht ändern können, auch wenn du es gern tätest und ich verstehe natürlich die Träume und Wünsche, die du hast. ABER: Er wird sich nur verändern, wenn er es will. Der Mensch, den DU ändern kannst, das bist DU allein! Ich hatte mal eine Freundin in einer sehr unglücklichen Ehe, die jammerte mir immer, wenn wir uns sahen, vor, wie schrecklich und entsetzlich und furchtbar ihr Mann doch sei und dass sie es nicht aushält. Aber sie hat sich meine Meinung immer nur angehört, meine vielen guten Ratschläge, Hilfsangebote etc., aber beim nächsten Mal ging die Leier von vorn los. Irgend wann wollte ich nicht mehr. Oder sie, ich weiß es gar nicht. Sie war, glaub ich, eifersüchtig, dass ich mein Leben in die Hand nehmen konnte und sie es nicht schaffte. Also, was ich damit sagen will ist: Alle hier im Forum geben dir tolle Ratschläge, wollen dir helfen, aber du nimmst es nicht an! Es wird sich nie was ändern, denn du lässt es nicht zu!
    Wenn er spielen oder saufen oder sonst was will: Es ist seine Entscheidung. Lass ihn! Mach das, was DIR gefällt! Mach dir klar, dass er dabei wohl keine Rolle spielen kann!

    Du hast so viele Talente und Interessen! Geh und mach was draus! Triff Entscheidungen, die für DICH gut sind, und denke dran: Du hast nur dieses eine Leben!! Du bist dafür verantwortlich!

    Dass es DIR bald besser gehen möge, das wünscht dir aufrichtig

    Oiseau.

    Liebe bokins,

    deine Erfahrungen machen mir Mut und trösten mich ein bisschen, denn ich sehe, dass mein Problem wohl gar nicht so selten ist. Das, was du über eure Beziehung schreibst, rührt mich sehr, weil so viel tiefes Gefühl dahinter steckt. Schön!

    Weißt du, vielleicht habe ich so blöde Bedenken, weil mein Partner und ich uns ja noch nicht so lange kennen. Aus meiner früheren, langjährigen Ehe weiß ich, dass sich das "Eheleben" natürlich verändert. Nach vielen Jahren! Aber wir kennen uns erst relativ kurze Zeit, da ist mir die "Abkühlung" irgend wie zu früh. Wahrscheinlich habe ich deshalb ein bisschen Angst. Und die Befürchtung, dass wieder alles zu Ende ist....

    Ansonsten ist er ja wirklich total lieb, verträglich, liebevoll, zärtlich und aufmerksam. Ich weiß ja gar nicht, worüber ich mich eigentlich beklage :oops: Geduld ist wohl wieder mal das Stichwort, oder? Ich weiß.
    Danke für deine mitfühlenden Worte. Das tat sooo gut!

    Wir hatten heute im übrigen einen wunderschönen Sonntag mit einem richtig gemütlichen Ausflug und einem sonnigen Spaziergang. Da kann die neue Woche ruhig beginnen...

    Liebe Grüße an alle,

    Oiseau

    Liebe bokins,

    ich will dir noch einen lieben Gruß schicken, weil ich gerade deinen Beitrag in meinem Thread gelesen habe. Nun ist dein Mann also fort! Ich merke, dass du ganz angespannt bist und noch nicht so recht weißt, was da auf dich und euch zukommen wird. Gut ist aber, dass dein Kind ja noch zu Haus wohnt und du also nicht ganz allein bist!!! :)

    Ihr werdet das schon schaffen! Wenn du erst weißt, dass er heil in der Klinik eingetroffen ist und sich dort einlebt, dann wird es auch für dich leichter.
    Habt ihr am Anfang Kontaktsperre?

    Liebe Grüße und viele schöne, unerwartete Erlebnisse in der kommenden Woche!

    Oiseau.

    Hallo, Gotti,

    es scheint ein sehr aufwühlendes Thema zu sein, das da gerade ansteht, sehr kontrovers und sehr berührend. :shock:

    Soll man einem trockenen Alkoholiker, der noch nicht lange trocken ist, glauben, dass er weiß, ob er den Anblick alkoholtrinkender Menschen um sich verträg,t oder soll man an seinem Urteil zweifeln? Mein Partner sagt auch, es mache ihm nichts aus. Wenn ich jetzt immer wieder für ihn denke und entscheide, diese und jene Situation zu meiden, obwohl er selbst sie nicht meiden würde, dann bin ich ja wieder voll in der Co-Abhängigkeit drin. Oder sehe ich das falsch?

    Ich denke mal, wenn dein Mann, Gotti, so oft allein mit anderen Arbeitskollegen, die trinken, aushält, dann kann ihm eine Familienfeier sicher nicht so viel anhaben, wie Hartmut glaubt. Und wenn, dann würde er es sagen, oder? Sicherlich kann man als Paar den Kontakt mit Alkoholkonsumenten auf ein Mindestmaß beschränken. Aber einiges kann man eben wirklich nicht vermeiden. Das sind dann selbstverständlich auch die etwaigen Rückfallgefahren, das sehe ich schon.

    Ich wünsche euch, dass ihr gemeinsam die richtigen Entscheidungen treffen könnt und dennoch eure sozialen Kontakte nicht zu sehr leiden. Vielleicht wäre ja auch mit einigen Familienangehörigen mal ein klärendes, "outendes" Gespräch fällig? Dies mal nur so als Anregung....

    Einen guten Wochenanfang wünscht dir

    Oiseau

    Hallo, alle,

    ich beziehe mich noch mal auf mein posting vom 2.5. Gibt es irgend jemanden, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat wie ich/wir? Was kann man tun? Ist ja recht still hier bei mir im Thread geworden. Ich wäre so froh, noch ein paar Meinungen zu lesen. Denn, auch, wenn wir es vielleicht vergleichsweise gut haben, sind wir lange nicht "über den Berg" und einiges entwickelt sich im Moment nicht so gut. Das ist zumindest mein Gefühl, denn ich merke, dass ich zuweilen recht nachdenklich und traurig bin.

    Danke fürs Lesen und einen angenehmen Frühlings-Sonntag-Abend.

    Oiseau.

    Liebe Gotti,

    nicht beleidigt zurückziehen!!! Wir haben dich ja nicht angegriffen, sondern nur auf etwas hingewiesen. Ich selbst muss in der Beziehung sicherlich auch noch viel lernen. Wir wissen schließlich nicht, wie ein Alkoholiker denkt. Da finde ich es wichtig und notwendig, wenn in einer Situation wie der gestrigen jemand laut Stopp schreit!

    Das alles hat sich auch auf mein Alltagsleben ausgewirkt, denn ich habe mit meinem Partner auch darüber gesprochen. Er beharrt allerdings darauf, dass er bei Feiern keinerlei Probleme damit hätte, dass andere etwas trinken, da ihm eh beim Gedanken an Alk schon schlecht wird. Belasten würde ihn, wenn wir in ein Bierzelt gingen. Aber da wir das sowieso noch nie getan haben, ist das kein Problem. Ich jedenfalls trinke nichts in seiner Gegenwart, auch, wenn er das nicht erwartet. Neulich waren wir bei Freunden eingeladen.Da gab es keinen Tropfen Alkohol. Sie wissen von uns und außerdem war noch ein Alkoholiker dabei. Ich habe es als ausgesprochen angenehm empfunden keinen Alk angeboten zu bekommen. Das habe ich noch nie erlebt. Wenn es doch immer so wäre. Und die Stimmung war "trotzdem" gut und lustig.... :shock:
    Ich hoffe sehr, dass du weiterhin schreibst und uns mit deinen wichtigen Ratschlägen und deiner moralischen Unterstützung hilfst. :wink:

    Einen schönen Frühlingsabend,

    Oiseau.

    Hallo, Hartmut,

    ein hilfreicher Beitrag, denn ich bin ja auch noch ganz am Anfang mit meinen Erfahrungen und weiß wirklich nicht, wie so ein Fest sich auf einen trockenen Alkoholiker auswirken kann. Aber es stimmt: Gotti hätte allein gehen können.

    Die letzten Beiträge bestärken mich in meinem Plan, den ich schon lange hatte: Auch Gäste bei uns bekommen keinen Alkohol mehr serviert, denn es würde meinen Partner zu sehr belasten. Wem das nicht passt, der muss halt wegbleiben.

    Liebe Grüße,
    Oiseau

    Hallo, Speedy,

    mein Partner sagt mir auch immer wieder, es mache ihm überhaupt nichts aus, wenn andere um ihn herum etwas trinken, und auch ich könne jederzeit in seinem Beisein etwas trinken. Ich will aber nicht!! Und ich halte es auch ein. Ihm zuliebe, uns zuliebe! Ist es denn in jedemFall so, dass es für einen trockenen Alkoholiker schwer ist, sich in Gegenwart anderer, die Alk konsumieren, aufzuhalten? Oder gibt es da Unterschiede? Man KANN doch nicht jeder Situation ausweichen. In Gaststätten, bei Feiern, im Beruf - immer wird es andere geben, die Alkohol trinken. Muss denn nicht der trockene Alkoholiker LERNEN, mit dieser Situation umzugehen? Sicher, ich würde auch nicht alle Veranstaltungen mit meinem Partner besuchen, nicht mehr unbedingt alle Freundschaften beibehalten, wenn die viel trinken, aber manches kann man doch wirklich nicht verhindern. Was meinst du? Wie verhälst du dich?

    Liebe Grüße,

    Oiseau.

    Liebe Gotti,

    danke, dass du mir so offen und lieb geantwortet hast. Das tat gut! :lol:
    Es tut mir leid, dass du in deiner Vergangenheit so viel durchmachen musstest! Ich kann mir das alles nur schwer vorstellen, kann es kaum glauben, wie viel du bereit warst zu ertragen! Da freut es mich besonders für dich, dass es dir und euch jetzt sooo gut geht!!! Du genießt das Leben, bist bereit auf deinen Mann wieder neu zuzugehen, auch, wenn er so seine Macken hat :roll: (nicht übel nehmen...) - weiß er eigentlich, welchen Schatz er an seiner Seite hat?

    Ich habe solche Verletzungen, wie du sie beschreibst, nie erlebt. Erstens kenne ich meinen Lebensgefährten noch nicht so lange, erst 5 1/2 Jahre, zweitens hat er mich nie bedrängt, beschimpft, niedergemacht, mich für seinen Alkoholismus verantwortlich gemacht. Nie! (Ich glaube, das hätte ich auch gar nicht mitgemacht!!!) Aber es ist wohl schon so, dass der Alkpegel seine Sinne stimuliert hat. Ich habe es noch nicht geschafft mit ihm mal zu reden. Vielleicht ist es ja auch eine allgemeine Erscheinung, die mit seinem Alter zu tun hat?! Keine Ahnung! Aber wir Frauen verändern uns ja auch immens in den Wechseljahren. Jedenfalls habe ich bis jetzt noch gewartet, dass er mal auf mich zugeht, aber umsonst. Folge: Ich heule in mein Kopfkissen, kann nicht einschlafen und bin am nächsten Morgen neben der Spur. :roll: Mein Selbstwertgefühl ist nicht sehr groß und das alles zieht mich noch weiter runter. Ich weiß, ich muss lernen, mich von dem Urteil anderer Menschen, auch dem meines Partners und meiner Kinder, unabhängig zu machen, aber das ist mir noch nie gelungen.. Auch nicht im Beruf...

    Wie schaffst denn du es, mit deinem Mann ein Gespräch über EUCH zu beginnen? Sprichst du ihn direkt drauf an? Wartest du, bis er geantwortet hat, reagiert hat? Pochst du auf eine Reaktion? Geschieht es dir auch, dass er gar nicht reagiert?

    Ich finde dieses Schweigen so bedrohlich. (Habe vermutlich irgend welche anderen Erinnerungen, die es für mich so erscheinen lassen, auch, wenn es gar nicht so ist.)

    Heute war ein so schöner Tag!!! Haben im Garten gewerkelt und danach dort gesessen und gegessen, gelesen, die Vögel beobachtet.

    In einer Woche geht der Urlaub los. (Wir fahren um Pfingsten herum gern in den Süden, aber im Sommer meistens in den Norden.) Herrlich!! Bis dahin hoffe ich, dass wir einen Schritt weiter gekommen sind.

    Liebe Grüße,

    Oiseau.

    Liebe bokins,

    ist doch egal, wie dein Mann es schafft trocken zu werden, zu sein oder zu bleiben! Oder? Mein Partner sollte, finde ich, auch in eine SHG gehen, aber bisher blockt er ab, und ich denke, er macht sich immer noch zu wenig Gedanken, wie er es schafft, auch dauerhaft trocken zu bleiben. Aber dann sage ich mir wieder, ich weiß ja nicht, was er eigentlich denkt. (Wer weiß das schon über einen anderen Menschen?) Also muss ich seine Entscheidung eben auch akzeptieren. Ich finde es toll, dass dein Mann so konsequent zu der Gruppe geht!!! Du weißt, dass viele trockene Alkoholiker uns das auch immer wieder empfehlen.

    Dass dein Mann wieder getrunken hat, kann natürlich sein, du kennst ja die Lügereien von früher. Du wirst, wenn es so ist, es im Moment nicht mehr ändern können. Bei uns war es auch so, und kurz vor seinem Kurbeginn habe ich mich nicht mehr so sehr in die Sorgen und die Verletztheit hineingesteigert. Ich wusste, bald würde ihm geholfen!!!

    Hab Geduld, es wird schon werden. Wenn du es schaffst mit ihm zu reden, vielleicht schaffst du es, das Thema "betrunken oder nicht" mal auszuklammern und euch über andere Dinge auszutauschen?

    Ich bin ganz sicher, dass es dir und ihm bald besser gehen wird und besonders DU eine Portion Gelassenheit spüren wirst. Ein paar Tage noch...

    Mir geht es momentan auch mal wieder nicht so gut, das hat aber mit dem Alkohol weniger zu tun, sondern eher mit meiner eigenen Biographie und mit partnerschaftlichen Verhaltensmustern, Erwartungen - und immer wieder Abhängigkeiten. Hoffe auf unseren Urlaub, aber an Gesprächen werden wir nicht vorbei kommen, das ist sicher.

    Liebe Grüße an dich,

    Oiseau. :wink:

    Hallo Maus,

    du Arme! Das hat es wohl gebraucht, damit du spürst, wie weit du schon in der Co-Abhängigkeit drin steckst... Gut, dass du dein Leben jetzt änderst und gut auch, dass der Mann deiner Schwester ebenfalls Ultimaten setzt, denn wahrscheinlich kann auch er nicht mehr! Wer weiß, vielleicht ist ja das DIE Chance für deine Schwester, auch ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen...

    Ich kenne diese Blutdruckkatastrophen!! Seit einiger Zeit nehme ich eine halbe Tablette ein, damit der Blutdruck nicht so extrem hoch ist, wenn wirklich mal eine besondere Belastung eintritt. Das hilft etwas. Aber gegen diese psychosomatischen Mechanismen kann man nur schwer was tun. Am besten hilft: Egoistisch sein, Entspannungstechniken erlernen (fernöstliche Methoden oder auch die Progress. Muskelentspannung o.ä.) - wirkt Wunder!

    Komm ganz schnell wieder auf die Beine und genieß die Zeit mit deinem Freund! (Wie steht er eigentlich zu allem? Hat er Geduld mit dir? - Wenn ja, freu dich drüber!!!) :D

    Ich wünsche dir eine baldige Genesung!

    Oiseau

    Liebe bokins,

    es wird immer Menschen geben, denen es schlechter geht als einem selbst!! Fakt ist, dass du dieses Forum gesucht und gefunden hast und in Anspruch nimmst und das hat seine Gründe, sonst würdest du es nicht tun. Ich jedenfalls kann mir nicht vorstellen, hier jemals hereingeschaut und geschrieben zu haben ohne entsprechende Probleme.

    Ich bin jedenfalls froh, mit dir und den anderen hier ab und zu kommunizieren zu können, unabhängig davon. wie schwerwiegend die Probleme sind. Letztlich haben wir in vielen Bereichen die gleichen Sorgen und Nöte, die einen eben mehr, die anderen weniger. Aber gerade darum ist das einander unter die Arme greifen doch tröstlich und hilfreich und aufbauend. Oder etwa nicht? :wink: Auch dann, wenn man mal falsch liegt mit seinen Vermutungen, irgend wie bringt einen auch das wenigstens zum Nachdenken und sehr oft zum Finden von Lösungen für die eigene Situation.

    Und, was ich zumindest sehr tröstlich finde, auch, wenn ich nicht mehr so viel schreibe und Resonanz bekomme: Ich sehe, ich bin nicht allein!

    Also, bokins, du hast alles Recht hier zu sein. Ich würde gern von dir hören, wie es dir so ergeht in den 8 oder wie viel Wochen. Toll ist, dass ihr zwei so sehr zusammenhaltet!! :lol: Das ist immer schön zu lesen!

    Alles Liebe,

    Oiseau.

    Hallo, an alle, die mitlesen,

    heute will ich mal wieder in eigener Sache schreiben...

    Es geht soweit gut mit meinem Partner und mir. Er ist seit 3 Monaten trocken und gefestigt. Die Gedanken an die nasse Phase und die schrecklichen Momente ... ihr kennt sie alle ... treten in den Hintergrund und langsam entwickele ich wieder Vertrauen in ihn. Das tut gut. Dennoch bin ich nicht so ganz zufrieden. Vor allem sprechen wir immer noch viel zu wenig miteinander. Das Thema Alkohol umschifft er zwar nicht mehr, aber er fängt selten von sich aus davon an. Wenigstens reagiert er, wenn ich den Bereich anschneide und das ist ein Fortschritt zu früher. Aber: Andere Dinge in unserer Beziehung spricht er nicht an und redet auch nicht mit mir, wenn ich beginne. Ich kann sonst was anstellen, er bleibt stumm wie ein Fisch und das verletzt mich sehr. Ich habe gemerkt, dass in meinen früheren Beziehungen schon viel zu wenig geredet wurde. Auch bei ihm ist es wohl so gewesen. Ich sehe es inzwischen so, dass unsere Beziehung nur eine Chance hat, wenn wir uns über alles austauschen, nichts verschweigen und auch Wünsche, Bitten und Auffälliges äußern. Ich tue mein Möglichstes, aber er scheint jedes Mal zu verstummen. Dabei klage ich nie an. Ich sage ihm, wie es mir geht, was ich mir wünsche und erhoffe. Ich will ja auch gar nicht pausenlos Probleme wälzen, will auch nicht immer wieder auf den Alkohol zu sprechen kommen, aber in meinen Augen geht es nicht ohne Gespräche und ein sich Mitteilen. Wie soll ich denn wissen, wie es ihm geht, was er denkt und fühlt und hofft? Inzwischen hat sich bei mir ziemlich viel angehäuft, über das ich dringend reden möchte, aber er zeigt sich stumm und unzugänglich. Allerdings hat er mir gestern auf mein Drängen hin mal erzählt, was ihm an mir auffällt und das war für mich so wichtig, dass er es schon viel früher hätte sagen müssen. Ich habe ihm dann erzählt, warum ich so bin, so reagiere, und da flossen bei mir Tränen ohne Ende. (Ich habe selbst auch einiges aus der Kindheit aufzuarbeiten, eine Art Trauma. ) Wenn er immer so offen zu mir wäre, ginge es uns bestimmt viel besser.
    Seit Monaten schon fällt mir auch auf, dass er abends immer sehr schnell einschläft. Früher war da mal Begehren, jedenfalls zu Zeiten des Suffs. Jetzt ist es anders. Jetzt muss ich immer die Initiative ergreifen. Ich denke manchmal, vielleicht mag er mich nicht mehr so, wenn er nüchtern ist, und das tut mächtig weh. Ich habe eh wenig Selbstbewusstsein. :oops:
    Hat jemand von euch auch solche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen? Ich würde gern mit ihm reden. Es ist so schwer.

    Hier komme ich natürlich auch wieder auf das Thema Co-Abhängigkeit zurück. Irgend wie ist man in einer Partnerschaft doch nie ganz UN-abhängig, egal ob mit oder ohne Alk-Problem, oder?