Danke an euch, bokins und Gotti, dass ihr mich wieder hoch geholt habt, denn sonst wäre ich jetzt schon auf Seite 2 gelandet!! 
Ich war beruflich ein paar Tage weg und bin nun wieder hier am Lesen! Es geschieht ja immer ziemlich viel hier! 
So langsam komme ich auch mental wieder zu Hause an. Mein Holder hat sich in meiner Abwesenheit sehr gut beschäftigt und keinen Gedanken an Alkohol verschwendet, sondern sich mit seinen Hobbys beschäftigt, wozu er ja momentan viel Zeit hat. Dass die krank machende, belastende Schichtarbeit wegfällt, macht aus ihm einen neuen Menschen. Er ist kaum wiederzuerkennen. Ich habe die paar Tage gemerkt, dass ich mir das erste Mal um ihn überhaupt keine Gedanken und Sorgen machen musste und auch nicht gemacht habe, was wirklich neu für mich ist! Herrlich! Da hat man den Kopf frei für andere wichtige Dinge! Ich hätte in den Tagen selbst abends Alkohol trinken können, aber ich habe im Moment eine richtige Abneigung dagegen und auch überhaupt keine Sehnsucht!!! Auch, wenn die anderen um mich herum ein Gläschen Wein oder ein Bier trinken! Stattdessen habe ich mir immer guten Ayurvedatee bereitet, der hat lecker geschmeckt und auch sonst gut getan.
Ja, bokins, wir haben schon einige Pläne gemacht zwecks Heirat, aber ich merke, dass ich immer noch zögere! Das finde ich eigentlich nicht so gut, aber es ist wahrscheinlich verständlich, oder?? Ich frage mich: Soll ich ihm / Kann ich ihm vertrauen, dass es keinen Rückfall geben wird? Es gibt ja bei keiner Eheschließung irgend eine Gewähr dafür, dass es in der Beziehung immer funktionieren wird. Das ist mir schon klar. Aber ich würde mit anderen Streitpunkten evtl. gelassener umgehen als ich es mit dem Thema Trinken kann. Was meint ihr? Ist es überhaupt "ratsam" einen Alkoholiker zu heiraten? Ich habe noch Zeit, der Termin ist ja erst gegen Ende des Jahres, aber ich muss mich natürlich schon mal für mich entscheiden, ob ja oder nein. ER will unbedingt. Ist ja schön!
Ich werde ihn mal fragen, was für ihn die Hauptgründe sind, mich heiraten zu wollen!
(Ich weiß aber gar nicht, ob er darauf antworten mag...) Naja, vielleicht habe ich doch noch nicht genug Vertrauen in seine "Trockenheit". Wir haben es momentan gut zusammen, keine größere Belastung, kaum Stress, sind uns einig. Dann frage ich mich: Was wäre, wenn eine Belastungssituation für IHN käme. Wie würde er reagieren? Ich weiß es einfach nicht. Er wahrscheinlich auch nicht.
Aber ich kann doch auch nicht solch eine Situation künstlich herbeiführen oder darauf warten, bevor ich mich entscheide. Es ist für mich nicht einfach. Vielleicht hat einer von euch Mitlesern ein paar Gedanken dazu, die mich weiterbringen!
Nun zu dir, bokins: Ich weiß, wie du dich jetzt fühlst. Das Warten vor der Kur ist ziemlich anstrengend, nicht wahr? Du hast tausend Dinge im Kopf und kannst dir keine deiner Fragen beantworten!
Ich habe mir wirklich in den Therapiewochen den einen Satz immer und immer wieder vorgesagt: Er ist jetzt gut versorgt und andere kümmern sich um ihn!!! Das hat mir sehr geholfen! Es war eine riesige Entlastung, nicht mehr täglich warten zu müssen: Hat er denn heute gesoffen oder nicht? Wie ist er heute drauf? Wie lange ist er verkatert, bis wir wieder was gemeinsam unternehmen können? Riecht er noch lange nach Alk, sodass alle anderen es riechen können? Was kann ich tun, damit .... Usw. usf. Du wirst alle diese Gedanken und Ängste und noch mehr davon kennen! 
OK, und jetzt hast DU FREI!!! Du kannst dich um dich und nur um dich kümmern! Ich habe die Zeit genutzt so gut es ging, um mich selbst weiterzuentwickeln. (Hätte ich nicht gewusst, wo und wie ich mich noch entwickeln kann (das soll es ja geben!!), dann hätte ich meine Hobbys verstärkt ausgeübt und lauter Dinge getan, die mir selbst gut tun.) Und ich habe gelernt, dass man sich auch ohne den Partner was Gutes tun kann, was dann auch Erfüllung und Spaß bringt! So bin ich, denke ich, in seiner Abwesenheit auch ein Stück gewachsen und habe mich weiterentwickelt. Z.B. habe ich ja auch in der Zeit hier im Forum angefangen zu schreiben und vor allem: zu lesen!!! Das hat mir schon so oft geholfen und die Augen geöffnet. Wenn er nicht weggefahren wäre, hätte ich vielleicht den Kopf gar nicht dazu frei gehabt. Wer weiß?
Was mir auch sehr geholfen hat: Bevor er gefahren ist, habe ich mir eine große Liste gemacht, was ich alles in der Zeit ohne ihn machen könnte! Während er weg war, konnte ich dann einen Punkt nach dem anderen abhaken, habe zwar nicht alles geschafft, wusste aber immer, was ich noch alles machen konnte. Als er dann wieder hier war, war die Liste richtig geschrumpft!
Das gab mir ein tolles Gefühl!
Ich wünsche dir von Herzen, dass du auch einen angenehmen, leichten Weg findest, um mit der Kurzeit fertig zu werden.
Einen ganz lieben Gruß an euch und alle, die mitlesen!
Oiseau.