Beiträge von Oiseau

    Hallo, vergissmeinnicht,

    gut, dass du noch mal erwähnst, dass bokins' Mann nur geholfen werden kann, wenn er dazu bereit ist, wenn er seine Situation erkennt und sich öffnet und mitarbeitet...!

    @ bokins: Versuch deinem Mann das immer noch mal wieder klar zu machen, bevor er fährt. (Äußert er sich manchmal dazu?)

    Alles Gute,

    Oiseau.

    Liebe bokins,

    ich weiß, wie du dich im Moment fühlst! Anscheinend hält dein Mann die Warterei bis zur Kur auch kaum noch aus. Ich kenne das von meinem! In der Wartezeit (er war ja noch nicht trocken, hatte nur mal kleinere oder größere Trinkpausen) wurde seine Verfassung immer schlimmer. Gegen Ende trank er dann noch mal richtig exzessiv, er konnte nicht anders. Es war nicht leicht für mich das zu akzeptieren, aber ich fand es wiederum hilfreich für ihn, dass er zu Beginn der Thera wirklich ziemlich weit unten war und merkte, dass er nur noch ohne Hilfe da wieder raus kam!!! Also, bokins, ich weiß zwar nicht, ob es bei deinem Mann auch so ist, aber sieh es einmal so: Es sind nur noch ein paar Tage und dann wird ihm geholfen! Du hast in der Zeit FREI!!! Ich bin fast sicher, dass du nach und nach diese Zeit auch genießen kannst, weil dir eine riesige Last abgenommen wird. Du musst bzw. KANNST nicht jeden Tag mehrmals an ihm schnuppern, an ihm zweifeln, ihm misstrauen, dich um ihn sorgen, sondern du kannst dich um DICH, euren Sohn und alles andere Wichtige kümmern!

    Einmal tief durchatmen! Du schaffst es! Und wir hier im Forum halten zusammen und sind für dich da!!! :wink:

    Im übrigen bin ich auch froh, dass du mir ab und zu was Nettes schreibst, das tut mir auch gut! :lol: Da ist wohl eine gleiche Wellenlänge zwischen uns, denke ich. Du weißt ja, ich habe da so komische Antennen... (weiß gar nicht, wo die sich befinden...)

    Ich muss heute noch zur Therapie. Manchmal weiß ich gar nicht mehr, was ich noch erzählen soll, aber dann finden wir doch wieder irgend welche "Leichen im Keller" . Ist wirklich lustig manchmal. Und immer wieder hilfreich, weil ich etwas zum Denken und Handeln habe.

    Sei lieb gegrüßt! Schöne "Tage davor" wünscht dir

    Oiseau

    Liebe bokins,

    gerade geht ein heftiger Regen mit Sturm nieder. Wir hatten heute ein Bilderbuchwetter und konnten vorhin im Garten Tee trinken. Herrlich! Aber jetzt: Schon wieder aus!

    Schön, dass du ein so nettes Wochenende hattest. Du klingst auch gleich viel fröhlicher. Gut, dass euer Son von den Problemen um seinen Papa nichts mitbekommen hat. Ich finde es so wichtig, dass ein Kind Respekt vor seinem Vater haben kann. Gerade Söhnen sollten Väter ein Vorbild sein. Da bin ich noch recht altmodisch. :oops:

    Klar freue ich mich auf unseren Urlaub! :D

    Dass niemand außer dir und deinem Mann vom Alkoholproblem etwas weiß, kommt mir bekannt vor. Wir haben es lange vor allen geheim gehalten. Aber ich kam damit überhaupt nicht zurecht. Vor allem Familie und Freunde musste ich immer irgend wie anlügen. So etwas mag ich nicht. Als es immer schlimmer mit dem Alk wurde, habe ich einige gute Freunde eingeweiht. Meiner Mutter hätte ich es Weihnachten auch gesagt, aber da war mein Partner schneller!!

    :shock: Darüber war ich sehr froh und erleichtert und habe ihn für seinen Mut sehr gelobt. Mittlerweile kann er schon ab und zu sagen, warum er keinen Alk mehr trinkt. Aber es fällt ihm schon noch schwer. Mal sehen, ob sich das noch gibt. Ich denke, es würde vieles leichter machen, denn man müsste dann nicht immer wieder sagen, dass man eben nichts trinken will. Das finde ich schlimmer als einmal klipp und klar zu sagen: Ich bin Alkoholiker und trinke nichts!!!

    Ich verstehe, dass dein Mann aufgeregt ist, das ging meinem genauso! Aber als er dann dort war, genoss er die Zeit für sich und blühte richtig auf! Ich bin sicher, deinem Mann ergeht es auch so! Ihr seid auf einem guten Weg, nach allem, was du so erzählst.

    Einen lieben Gruß nach NRW,

    Oiseau.

    Hallo, Mary,

    gut, dass du hierher gefunden hast.

    Das ist schon blöd gelaufen, oder? Jetzt seid ihr zusammengezogen! Alles wird dadurch schwieriger. Bei mir war es ähnlich...

    Mit dem Briefeschreiben habe ich auch so meine Erfahrungen gemacht. Ich habe damals zum wiederholten Male meinem Partner meine Gefühle, Sorgen, Ängste mitgeteilt. Aber obwohl er die Briefe gelesen hat, kam es darüber zu keinem Gespräch und er hat sie nie beantwortet. Zwar nahm sein Alkoholkonsum vorübergehend geringfügig ab, aber dann trank er heimlich weiter und die Situation spitzte sich immer mehr zu. Erst, als ich Nägel mit Köpfen machte und ihm unmissverständlich die Pistole auf die Brust setzte, veränderte sich etwas an seinem Verhalten. Er ging zum Arzt und ließ sich eine Kur verschreiben. Allerdings dauerte es noch eine ganze Weile, bis die Kur begann und es war zeitweise sehr schwer diese Zeit auszuhalten. Im Nachhinein hat es sich für ihn und uns gelohnt, er ist seit über 3 Monaten trocken und es geht ihm gut! Aber hätte ich nicht so klar gesagt: Entweder der Alk oder ich, beides geht nicht, er hätte weitergesoffen, wahrscheinlich bis zum völligen Zusammenbruch! (Meinem auch!!!)

    Was ich dir sagen will: Wenn er nicht wirklich will, wird er nicht aufhören zu saufen. Ob das bald sein wird oder vielleicht nie, kann ich und kann niemand voraussagen. Oft muss ein Alkoholiker erst ganz unten sein, um wirklich für eine Therapie bereit zu sein. Wenn du deinen Töchtern all den Kummer, den Schmerz und den Streit, den Stress und die unendlich traurigen Momente, die mit dem Alkoholismus verknüpft sind, ersparen willst, dann lass ihn gehen! Es wird dir und euch schon in kürze deutlich besser gehen!

    Ich wünsche dir Entschlusskraft und Mut!

    Alles Liebe,

    Oiseau.

    Liebe Gotti,

    ist doch eigentlich schade, dass dein Mann sich über die Kinder und das, was sie sagen, nicht so richtig freuen und sich drauf einlassen kann. Ist er vielleicht eifersüchtig, weil du dich so eingehend für die Kinder interessierst, ihre Geschichten vielleicht besser kennst als er und sie dir mehr erzählen? Wenn ihn das alles aufregt...?? ...

    Aber ich finde es gut, dass du jetzt sagen kannst, welche Ängste dich bedrücken und hemmen. Ist er davon überrascht? Hat er das gewusst?
    Mein Partner hat in der Therapie/Kur gelernt, besser über seine Gefühle zu sprechen. Ich denke schon, dass eine Therapie hilfreich sein kann, um reden zu lernen, weiß aber nicht, ob wirklich jeder es lernen kann. Weiß deine Therapeutin keinen Rat? Ich finde schon, dass es auch dein Problem ist, denn du musst schließlich damit zurecht kommen, wenn er sich nicht artikulieren kann oder will.

    Eine Chance sehe ich für euch: Den Urlaub! Zu zweit! Ohne Alk!!! Nordsee ist auch eines meiner liebsten Ziele, immer wieder!!! Ich beneide euch! :wink:

    (Ist gar nicht so häufig, dass Bayern an die Nordsee fahren! :o )

    Einen guten, positiven Wochenanfang wünscht dir

    Oiseau.

    Liebe bokins,

    wie ist es dir in den letzten Tagen ergangen? Genießt ihr die Zeit vor der Kur?

    Bezieht ihr eigentlich euren Sohn mit in die Problematik ein?

    Mir gefällt, wie wohlwollend und warm du über deinen Mann schreibst. Ich bin sicher, ihr werdet beide mit der langen räumlichen Trennung gut zurecht kommen. Ist doch prima, dass du ihn besuchen kannst.

    Ich habe eine sehr anstrengende Woche und ein ebensolches Wochenende hinter mir und bräuchte jetzt eigentlich ein paar Tage Entspannung, aber morgen geht die Tretmühle weiter. Naja, noch knapp zwei Wochen und dann ist erst mal Urlaub angesagt! Dieses Mal werden wir beide überall, wohin wir auch gehen, auf Alkohol verzichten. Letztes Jahr hat er im Urlaub auch nichts getrunken, aber ich schon hin und wieder mal einen Rotwein. Aber: Nach den Ferien ging bei ihm das Saufen dann, phasenweise, wieder los. Ich mag gar nicht mehr daran denken. Dieses Mal will er bei den Leuten, bei denen wir eine Ferienwohnung gemietet haben und auch manchmal zu Abend essen, sagen, dass er Alkoholiker ist. Letztes Jahr hat er das nur vage umschrieben. Bin gespannt, ob es ihm nun gelingen wird, seine Sucht zu benennen. Das ist für viele anscheinend ein ganz besonders schwerer Schritt. Wie geht dein Mann damit um?

    Ich hoffe, du bist wohlauf und nicht zu aufgeregt und ich grüße dich,

    Oiseau de printemps. :lol:

    Liebe Gotti,

    vor einiger Zeit habe ich dir schon mal geschrieben, wie ich mir deinen Mann vorstelle und danach hast du gefragt, ob ich ihn persönlich kennen würde. Als ich eben deinen neuen Beitrag las, erkannte ich ihn erneut wieder. Er benimmt sich exakt wie mein Schwager!!! (Er ist aber kein Alkoholiker.) (Situation z.B.: Im Wohnzimmer spielt er mit meinem Partner Schach und alle übrigen Familienmitglieder, d.h. seine Frau, seine Kinder und ich, macht 5 Personen!, müssen in der Zeit flüstern und dürfen nicht einmal den Tisch fürs Abendessen decken!!!) Wir alle, selbst meine Kinder, haben uns schon oft gefragt, warum er sich so verhält, was für eine Störung, welches Problem er hat, aber wir sind noch auf keine richtige Erklärung gekommen! Ich weiß nur, dass es extrem schwierig ist mit einem solchen Menschen zurecht zu kommen und ich mich in seiner Gegenwart immens zusammenreißen muss, um nicht aus der Haut zu fahren, wenn er mir über den Mund fährt. Da die Familie meiner Schwester weit weg von uns wohnt, sehen wir uns nicht oft und um des lieben Friedens willen sage ich meistens nichts. Meine Schwester schluckt sein herablassendes Verhalten. Sie äußert sich Dritten gegenüber nie (!!!!!) dazu!!! Sie liebt ihn und ist 100 % loyal. Aber sie ist oft nicht glücklich und häufig krank, das sagt alles. Mein Schwager hat zwei Seiten: Die eine ist die, die der deines Mannes sehr ähnelt, die andere ist, dass er ein sehr liebevoller, einsatzbereiter Vater und Ehemann sein kann. Eine Seite hat er noch, er ist karriereversessen, oder auch machtversessen, hat sich in kurzer Zeit vier Häuser gekauft und tritt mit Familie nach außen hin wie eine Bilderbuchfamilie auf. Alle einheitlich gekleidet, immer chic, immer lächelnd und glücklich. Aber wenn man mal die Streitereien und miesen Stimmungen miterlebt hat, kann man es kaum glauben...
    Wie man mit solchen Menschen umgeht, weiß ich wirklich nicht. Ich habe festgestellt, dass man zwar widersprechen kann oder versuchen kann, ihn nicht ernst zu nehmen oder sogar bestimmte Äußerungen zu ignorieren, was ihn noch weiter provoziert. Man kann ihn aber nicht ändern.

    Du scheinst ja einen Weg gefunden zu haben, um deinem Mann einen Spiegel vorzuhalten. Vielleicht ist das die richtige Methode? Lasst euch nicht den Mund verbieten! Klasse, wie ihr das macht! Wie war denn der Fernsehabend mit ihm? Könnt ihr über das Geschehene reden? Ich wünsche es dir und schließe mich Karotte an: Ich glaube auch, du hast zu viel Belastungen und Verantwortung im Alltag. Du bist echt eine Starke!!
    :wink:

    Und beim Tee wäre ich auch gern dabei...

    Liebe Grüße. Ein friedliches und fröhliches Wochenende wünscht dir

    Oiseau.

    Liebe bokins!
    Aber ich denke, du machst dir auch Sorgen um Dich und um EUCH, oder verstehe ich das falsch? Eine Therapie muss es ja gar nicht sein, aber Verhaltensregeln oder -vorschläge, wenn du dich unsicher fühlst. Mit einer Therapie im eigentlichen Sinne hat das erst mal nichts zu tun. Nur etwas finden, damit du zurecht kommst!

    Ansonsten, liebe bokins, genießt die Tage vor der Kur ganz bewusst! Unternehmt noch was gemeinsam, das verbindet doch.

    Ihr werdet es ganz bestimmt schaffen. Ich denk an dich!

    Oiseau

    Liebe Maus,

    warum ist es soo unendlich schwer, mal egoistisch zu sein und nuuuur an sich selbst zu denken?? Überlege dir das mal!!! Wer, wenn nicht DU, soll für dich sorgen in allen Lebenslagen?

    Sorg für dich und trau dich egoistisch zu sein! :twisted::mrgreen:

    Ich kann dich in allem gut verstehen, aber als Außenstehende tut es mir dennoch leid, dich so leiden zu sehen!

    Alles Gute und erhol und verwöhn dich mal.

    Oiseau.

    Liebe Karotte,

    danke für deinen Beitrag! Ich komme ja mit dem Schreiben kaum nach hier! Schööön! :lol:

    Für mich ist es die zweite Ehe und für ihn die erste! Kirchlich will ich nicht mehr heiraten. Das Eheseminar ist eine ganz gute Idee, aber ich glaube nicht, dass er groß Lust dazu hat. Auf jeden Fall werde ich ihn mal interviewen, warum er mich heiraten will. Wird vielleicht mal ganz interessant. Und ich selbst müsste meine eigenen Gründe natürlich auch wissen. Ich denke, eine SHG gemeinsam wäre der bessere "Eheratgeber" für uns zwei. Auf jeden Fall will ich nur heiraten, wenn ich mir auch ganz sicher bin! Dazu ist die Ehe zu "ernst" :wink:
    Liebe Grüße und alles Gute auch dir!

    Oiseau.

    Mensch, bokins, du bist ja wirklich ganz schön durch den Wind! Gibt es eine Möglichkeit für dich zu klären, ob du in die Therapie mit einbezogen wirst? (Klinik anrufen oder schreiben, mailen oder im Internet unter der Adresse der Klinik nachlesen?) Ich wünsche dir bald Klarheit.

    Hast du evtl. die Möglichkeit eine Beratungsstelle zu besuchen, die dir ein paar konkrete "Hilfsmittel" mitgeben können?

    Mein Partner hat auch Depressionen und sein Alkoholismus rührt vor allem daher. Er hat begonnen, sein Leben zu durchforsten und will sich auch hier noch therapeutische Hilfe suchen, leider sind die Wartezeiten so lang. Ich finde es positiv, dass er sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt, weil wir dadurch jetzt ganz andere Gespräche haben als früher. Früher hat er bestimmte Themen (Kindheit, Jugend...) gemieden wie die Pest, seit der Kur ist das völlig anders, weil er erkannt hat, dass seine Fragen nur beantwortet werden können, wenn er sich der Vergangenheit und vielen verschütteten Erinnerungen stellt. Es ist nicht trennend für uns zwei sondern verbindend!!! Diese Erfahrung wünsche ich dir und euch auch.

    Und wenn es dir ganz mies geht: Wir hier sind ja auch noch da. Dann wein dich hier ruhig aus!! :wink:

    Ganz lieber Gruß,

    Oiseau

    Hallo, Gotti,

    es tut mir leid, dass du dich nicht gut fühlst. Aber du tust ja viel, um aus dem Tief wieder rauszukommen. Du bist so aktiv, da bewundere ich dich. Und deine Thera scheint ja in Riesenschritten voranzugehen! :shock: Was du in den paar Wochen schon alles herausgearbeitet hast!!! Kann es sein, dass du deshalb so kaputt bist, weil alles zu schnell geht? Ich weiß von mir, dass ich mich immer dann unwohl fühle, wenn die Entwicklung um mich herum bzw. meine eigene Weiterentwicklung zu schnell geht, wenn die gewonnenen Erkenntnisse sich überschlagen und ich ständig am Nachdenken bin über das, was ich in der Therapie herausgefunden habe. Ich finde das sehr sehr anstrengend! Und das ist es, was müde macht und erschöpft.

    Ein entspanntes, angenehmes Wochenende mit einem lieben, zugänglichen Mann und vielen guten Erlebnissen und Gesprächen wünscht dir

    Oiseau

    Danke an euch, bokins und Gotti, dass ihr mich wieder hoch geholt habt, denn sonst wäre ich jetzt schon auf Seite 2 gelandet!! :D

    Ich war beruflich ein paar Tage weg und bin nun wieder hier am Lesen! Es geschieht ja immer ziemlich viel hier! :shock:

    So langsam komme ich auch mental wieder zu Hause an. Mein Holder hat sich in meiner Abwesenheit sehr gut beschäftigt und keinen Gedanken an Alkohol verschwendet, sondern sich mit seinen Hobbys beschäftigt, wozu er ja momentan viel Zeit hat. Dass die krank machende, belastende Schichtarbeit wegfällt, macht aus ihm einen neuen Menschen. Er ist kaum wiederzuerkennen. Ich habe die paar Tage gemerkt, dass ich mir das erste Mal um ihn überhaupt keine Gedanken und Sorgen machen musste und auch nicht gemacht habe, was wirklich neu für mich ist! Herrlich! Da hat man den Kopf frei für andere wichtige Dinge! Ich hätte in den Tagen selbst abends Alkohol trinken können, aber ich habe im Moment eine richtige Abneigung dagegen und auch überhaupt keine Sehnsucht!!! Auch, wenn die anderen um mich herum ein Gläschen Wein oder ein Bier trinken! Stattdessen habe ich mir immer guten Ayurvedatee bereitet, der hat lecker geschmeckt und auch sonst gut getan.

    Ja, bokins, wir haben schon einige Pläne gemacht zwecks Heirat, aber ich merke, dass ich immer noch zögere! Das finde ich eigentlich nicht so gut, aber es ist wahrscheinlich verständlich, oder?? Ich frage mich: Soll ich ihm / Kann ich ihm vertrauen, dass es keinen Rückfall geben wird? Es gibt ja bei keiner Eheschließung irgend eine Gewähr dafür, dass es in der Beziehung immer funktionieren wird. Das ist mir schon klar. Aber ich würde mit anderen Streitpunkten evtl. gelassener umgehen als ich es mit dem Thema Trinken kann. Was meint ihr? Ist es überhaupt "ratsam" einen Alkoholiker zu heiraten? Ich habe noch Zeit, der Termin ist ja erst gegen Ende des Jahres, aber ich muss mich natürlich schon mal für mich entscheiden, ob ja oder nein. ER will unbedingt. Ist ja schön! :oops: Ich werde ihn mal fragen, was für ihn die Hauptgründe sind, mich heiraten zu wollen! :lol: (Ich weiß aber gar nicht, ob er darauf antworten mag...) Naja, vielleicht habe ich doch noch nicht genug Vertrauen in seine "Trockenheit". Wir haben es momentan gut zusammen, keine größere Belastung, kaum Stress, sind uns einig. Dann frage ich mich: Was wäre, wenn eine Belastungssituation für IHN käme. Wie würde er reagieren? Ich weiß es einfach nicht. Er wahrscheinlich auch nicht.

    Aber ich kann doch auch nicht solch eine Situation künstlich herbeiführen oder darauf warten, bevor ich mich entscheide. Es ist für mich nicht einfach. Vielleicht hat einer von euch Mitlesern ein paar Gedanken dazu, die mich weiterbringen!

    Nun zu dir, bokins: Ich weiß, wie du dich jetzt fühlst. Das Warten vor der Kur ist ziemlich anstrengend, nicht wahr? Du hast tausend Dinge im Kopf und kannst dir keine deiner Fragen beantworten!

    Ich habe mir wirklich in den Therapiewochen den einen Satz immer und immer wieder vorgesagt: Er ist jetzt gut versorgt und andere kümmern sich um ihn!!! Das hat mir sehr geholfen! Es war eine riesige Entlastung, nicht mehr täglich warten zu müssen: Hat er denn heute gesoffen oder nicht? Wie ist er heute drauf? Wie lange ist er verkatert, bis wir wieder was gemeinsam unternehmen können? Riecht er noch lange nach Alk, sodass alle anderen es riechen können? Was kann ich tun, damit .... Usw. usf. Du wirst alle diese Gedanken und Ängste und noch mehr davon kennen! :cry:

    OK, und jetzt hast DU FREI!!! Du kannst dich um dich und nur um dich kümmern! Ich habe die Zeit genutzt so gut es ging, um mich selbst weiterzuentwickeln. (Hätte ich nicht gewusst, wo und wie ich mich noch entwickeln kann (das soll es ja geben!!), dann hätte ich meine Hobbys verstärkt ausgeübt und lauter Dinge getan, die mir selbst gut tun.) Und ich habe gelernt, dass man sich auch ohne den Partner was Gutes tun kann, was dann auch Erfüllung und Spaß bringt! So bin ich, denke ich, in seiner Abwesenheit auch ein Stück gewachsen und habe mich weiterentwickelt. Z.B. habe ich ja auch in der Zeit hier im Forum angefangen zu schreiben und vor allem: zu lesen!!! Das hat mir schon so oft geholfen und die Augen geöffnet. Wenn er nicht weggefahren wäre, hätte ich vielleicht den Kopf gar nicht dazu frei gehabt. Wer weiß?

    Was mir auch sehr geholfen hat: Bevor er gefahren ist, habe ich mir eine große Liste gemacht, was ich alles in der Zeit ohne ihn machen könnte! Während er weg war, konnte ich dann einen Punkt nach dem anderen abhaken, habe zwar nicht alles geschafft, wusste aber immer, was ich noch alles machen konnte. Als er dann wieder hier war, war die Liste richtig geschrumpft! :P Das gab mir ein tolles Gefühl!

    Ich wünsche dir von Herzen, dass du auch einen angenehmen, leichten Weg findest, um mit der Kurzeit fertig zu werden.

    Einen ganz lieben Gruß an euch und alle, die mitlesen!

    Oiseau.

    Liebe Juliane,

    schön, wieder von dir zu hören. :lol:

    Eigentlich klingt alles ja richtig spannend bei euch, als würde es wieder richtig zwischen euch knistern. Ich wünsche euch alles Gute, viel Erfolg mit der Therapie.

    Ich wünsche dir vor allem, dass dein Mann wirklich nichts trinkt. Du hast recht, irgend wann muss man sich entscheiden zu vertrauen. Das tue ich jetzt auch. Aber ich habe vor der Therapie meines Partners auch vertraut, und damals hat er mich belogen. Wie lange und wie oft und seit wann will ich im Nachhinein gar nicht wissen. Das würde mich jetzt nur zu sehr verletzen.

    Alles Gute, und vor allem: Viel Erfolg beim Entrümpeln! :P Kenne ich. Macht Spaß!!! Stimmt's?

    Einen lieben Gruß von
    Oiseau.

    Liebe bokins,

    Mensch, hier ist ja was los! :shock: Kaum ist man ausgeloggt und geht arbeiten, da tobt hier der Bär und ich habe keine Chance mit dem Schreiben nachzukommen.

    Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zur Therapiezusage! Die Entfernung ist weit, bei uns war es ähnlich, ich hatte nicht mal Gelegenheit ihn zu besuchen. Gern hätte ich ein Angehörigenseminar besucht, aber das wurde da nicht angeboten. Also muss(te) ich mich allein kümmern. Wirst du ihn besuchen können?

    Erst einmal bist du froh, dass es nun endlich losgeht. Glaub mir, auch ich hatte enorme Ängste, konnte manchmal kaum schlafen, aber ich habe dann gleich mit meinem Partner über meine Ängste geredet und er hat sie zum Teil wirklich ganz einfühlsam entkräften können. (Ich hatte damals Angst vor einem Kurschatten, weil ich so oft davon gehört hatte. :roll: )
    Während der Kur hat er mich regelmäßig angerufen. Erst hatte ich Bedenken, es war mir eigentlich viel zu häufig, aber er hat nur soviel erzählt, dass ich mir keine Gedanken machen musste über das, was er gerade durchmachte. Ich habe es genossen, mir keine Sorgen um ihn machen zu müssen, weil ja nun die Klinik sich kümmerte, weil er in guten Händen und unter Beobachtung stand. Das war eine Riesenerleichterung für mich. Wenn er anfing mehr zu erzählen als ich wollte, sagte ich STOP, weil ich nicht wollte, dass er das, was er eigentlich in der Therapie einbringen sollte, bei mir ablud. Das hat gut bei uns funktioniert. Geschrieben haben wir uns ab und an auch. So, und ich, die ich zwar auch mitten im Leben stehe und einiges leiste, aber dennoch voller Ängste und Unsicherheiten stecke, habe es während der Abwesenheit geschafft an mir zu arbeiten. Ich habe das in meinem Thread auch schon mal angesprochen. Ich wusste, woran es bei mir haperte, an der Selbstständigkeit und Selbstsicherheit, an den immensen Ängsten vor vielen Situationen, völlig irrationalen Ängsten oft. Nun, ich habe Laufen gelernt, habe vieles allein gemacht, nicht alles, das nicht, aber ich habe mir kleine Schritte vorgenommen und sie quasi abgearbeitet und mir hinterher auf die Schultern geklopft. Unabhängiger werden vom Partner war mein Ziel. Kann einem so oder so zugute kommen, denke ich. Jedenfalls tat es mir gut, ich habe ihn eigentlich auch kaum vermisst, habe wieder gelernt, mich auch allein zu freuen und mir die Zeit gut zu vertreiben. Schön war's.

    Die Rückkehr war angenehm, kannst du gern nachlesen. Aber er hat sich verändert! Ich denke, das wird jedem Alkoholiker so ergehen, wenn er trocken ist: Er hat plötzlich Energie, Zeit, weil er ja nicht ständig benebelt durch die Gegend wankt, er hat Ideen, Träume, bringt sich ein! Das tut meiner jetzt so sehr, dass ich mich zuweilen etwas entmündigt fühle, weil er so viel macht. Er ist im Moment ohne Arbeit, genießt es und bekocht mich wunderbar. Ich bin überwältigt, aber es ist nicht leicht sich daran zu gewöhnen, weil ich so was noch nie erlebt habe und mich immer selbst um alles kümmern musste. Deshalb mache ich auch so oft es geht Dinge selbst, sonst wird es noch zur Gewohnheit! :lol:

    Was ich dir sagen will: Es wird sich was verändern. Wie diese Veränderung aussehen wird kann dir keiner voraussagen! Das ist bei jedem anders. Ich hatte vorher auch keine Ahnung davon. Aber ich bin mit dem Ergebnis zufrieden und kann damit umgehen. Es ist ungleich schöner als vorher, zu den nassen Zeiten!!!!!!!

    Ich wünsche dir wirklich, dass es bei dir auch so wird, dass du damit gut und zufrieden leben kannst!

    Nutze jetzt die Zeit. Aber suche nicht krampfhaft nach etwas, was nicht ist. Vielleicht ist dein Leben, deine Psyche, dein Verhalten OK, sodass du keine Therapie brauchst. Wenn du kein Bedürfnis nach Hilfe verspürst, dann sei doch froh und genieße einfach die Zeit, in der dir eine Menge Sorgen abgenommen wird. Es ist allein SEINE Therapie, ER muss da durch, ER muss seinen Weg finden und sehen, wie er ihn weitergehen will. Du kannst ihn unterstützen durch Briefe oder so, je nach Möglichkeiten, aber freue dich mal an DEINEM Leben! Es wird schon gut gehen für euch!

    Ich wünsche euch beiden ganz viel Kraft, Energie und Glück!!! :!:

    Ganz liebe Grüße,

    Oiseau

    Hallo, Karotte,

    nicht böse sein, wenn ich jetzt mal ganz direkt bin: Lies mal deinen ersten Beitrag in diesem Thread!
    Und dann lies deinen letzten von eben!
    Was stellst du fest?

    Du bist keinen Schritt weiter als vor ca. vier Wochen!

    Du hast so viele Zuschriften bekommen und so viel zum Nachdenken! Ist irgend was bei dir angekommen?

    Willst du wirklich sooo weitermachen mit dem Typen, der sich einen Dreck darum kümmert, wie es dir geht!? Dem euer Zusammensein sch...egal ist?
    Willst du das?
    Oder willst du wieder frei durchatmen, wieder gut schlafen, wieder leben???
    Ich würde die drei letzten Optionen wählen!!! :idea:

    Nimm ihm deine Schlüssel ab! JAAAA!
    Lass ihn nie wieder rein!! JAAA!
    Und dann sieh zu, ob es dir danach wirklich schlechter geht als im Moment!

    Ich drücke dich und wünsche dir, dass du jetzt mal stark bist! Denn wie lange willst du noch warten?

    Liebe Grüße,
    Oiseau

    Hallo bokins,

    ich sehe, dass du gerade online bist und befördere dich mal wieder an erste Stelle.

    Zu den anderen Zuschriften hier schreibe ich mal nichts. Da fällt mir gerade nichts ein.

    Habe aber deinen Beitrag bei kaltblut gelesen und kann dich gut verstehen. Auch ich lese viel, süchtig hin oder her, :oops: und habe zu manchen Beiträgen Ideen und Antworten, aber traue mich oft nicht mich einzumischen, weil ich die anderen zum Teil für viel kompetenter halte als mich selbst. Was mich an deinem Beitrag interessiert, und darum schreibe ich hier und nicht bei kaltblut: Warum drehst du dich im Kreis und kommst zu keinem Ergebnis? Weißt du nicht was du selbst eigentlich willst, oder weißt du nicht, ob du deinem Mann vertraust bzw. zutraust trocken zu bleiben, oder fühlst du dich überfordert mit allem? Schreib doch einfach davon, vielleicht wird es dir beim Schreiben klar. Ich würde dir gern helfen aus deinem Mauseloch herauszukommen, denn das, was du schreibst, hat mich auch schon oft zum Nachdenken angeregt und mich weitergebracht. Also, vergrab dich nicht und ärgere dich nicht über Leute, die anders sind und anders schreiben als du. Man muss ja nicht alles verstehen. :twisted: Denke ich mal.

    Gibt es bei euch was Neues?

    Bei uns hat sich so ein wenig der Alltag wieder breit gemacht, wir unternehmen im Moment wenig zusammen, weil ich beruflich stark eingespannt bin und nächste Woche ein paar Tage wegfahren muss. Da sitze ich momentan zwar viel am PC, habe aber selten Zeit oder Lust hier zu schreiben. Lesen tu ich schon oft, wie du. Da relativieren sich die eigenen Probleme so manches Mal, finde ich, wenn man von anderen Schicksalen liest. Das bringt mich manchmal auf den Boden zurück...

    Ich wünsche dir, dass du auf deine Fragen bald Antworten finden kannst und grüße dich herzlich!

    Oiseau

    Hallo Karotte,

    jetzt habe ich auch mal wieder Zeit und gerade deinen Beitrag gelesen.

    Alsooo: ICH antworte dir jetzt mal. :lol:
    Es ist einfach zu viel hier im Forum los, neue schwere Fälle, da kommen einige vielleicht zu kurz, aber ich finde das zumindest für mich OK, denn manche haben Rat und Hilfe wirklich schrecklich nötig.

    Bei dir scheint es mehr Zuwendung, Wärme, Zeit zu sein, die du vermisst, und zwar sowohl von deinem Partner als auch von den Forumsteilnehmern. Liege ich da richtig? - Das ist so das erste, was mir zu deinem Beitrag einfällt. Ich kann das sehr gut verstehen, weil ich solche Gefühle nur zu gut kenne. Diese Leere, diese Sehnsucht, dieses um den Partner Kreisen ... Ja! ABER: Du kannst diesen Teufelskreis durchbrechen, indem DU DICH immer wieder fragst, was DIR Freude machen würde, was DU tun und unternehmen willst. Da dein Freund offensichtlich im Moment (oder NIE ???) dazu bereit zu sein scheint seine Zeit mit dir zu verbringen, jedenfalls nicht auf die Art, wie du es gern hättest, musst du das akzeptieren. Du wirst das nicht ändern können, wenn er nicht will. Das ist zwar eine traurige Erkenntnis für dich, vermute ich, aber es ist so. Versuche einfach mal, das zu tun, was du möchtest, und zwar unabhängig von ihm! Wenn du ins Kino gehen willst, geh! (Ist ganz einfach allein, das mache sogar ich!!! :P ) Und wenn du in eine Ausstellung willst, dann geh dorthin! (Geht auch wunderbar allein!) Mache einen Spaziergan, triff dich mit Freundinnen oder Familie, sieh fern - was immer DIR gefällt! Mach nicht dein Leben abhängig von seinem! Er macht das schließlich auch nicht, oder?

    Ich wünsche dir Mut und Energie (die braucht man dafür, das kenne ich soooo gut, aber es lohnt sich, wenn man erst mal auf den Geschmack gekommen ist :idea: )

    Außerdem trinkt er immer noch, lese ich gerade. Ich muss mir deine Geschichte noch mal ansehen, weil ich deinen / euren Stand der Dinge nicht mehr im Kopf habe. Aber mir scheint, du hältst das alles nur noch schwer aus. Schaffst du es vielleicht, mal ein paar Tage auf Abstand zu gehen? Er ist ja doch in keiner Hinsicht so, wie du ihn gern hättest, oder???

    Ich freue mich auf Antwort von dir. Ein wunderschönes Wochenende!!!

    Oiseau.