Hallo Replikationsfehler!
Für mich war es so eine Wahnsinnserleichterung, eigentlich ein Wunder, dass mein Mann nach über 24 Jahren endlich eingesehen hatte, dass er ein Problem hat, dass ich spontan alle alkoholischen Getränke entfernt habe.
Und dann dachte ich nur: Jetzt gilt es auch für mich!
Wenn du ein wenig aus meinem Leben erfährst ("Ganz am Anfang und doch ..."), wirst du auch lesen, dass ich auch schon ganz schön dringehangen habe. Für mich war die Weinschorle am Abend Beruhigung, Einschlafritual,... das übliche.
Für "normale" Leute hatte ich kein Problem. Das bisschen gehört ja schon fast zum Alltag.
Aber für mich war es zu viel. Ich wollte auch endlich "frei" sein. Ein neues Leben anfangen.
Anfangs habe ich auch noch bei Freundinnen und so was getrunken. Jetzt brauch ich es überhaupt nicht mehr. Und lebe gut damit. Gerade jetzt, wo es so heiss ist!!!
Mein Mann hatte einen Rückfall - egal. Ich trinke deswegen trotzdem nichts.
Zugegeben, es hatte Momente, wo ich schon mal dachte, jetzt wäre ein Gläschen Sekt nicht schlecht od. so, aber ich bin einfach nur froh, dass ich das jetzt nicht mehr denke.
Mein Leben hat sich auf jeden Fall verändert seit mein Mann trocken wurde. Es war unumgänglich. Wir kochen alkoholfrei, kaufen so ein, gehen so essen... Das muss aber auch sein. Denn selbst der kleine Geschmack im Kuchen kann (konnte vlt.!) der Auslöser des Rückfalls sein.
Und dann dachte ich an seine "alkoholgeschwängerten" Küsse in seiner nassen Zeit. Einfach nur ekelhaft. Aber für ihn - wie würde er auf solch einen von mir reagieren?
Es ist eine Krankheit mit der wir alle als Familie umgehen müssen. Genau wie mit der Zöliakie der Tochter. Es wurde alles umgestellt. Weil wir die Krankheit im Griff halten wollen, sie keiner "Gefahr" aussetzen wollen.
Und genauso halten wir es mit der Krankheit meines Mannes.
Und immer wieder spüre ich eine riesige Erleichterung, zu SAGEN, warum ich keinen Alkohol trinke. Weil ich viel zu lange geschwiegen, gelogen, verheimlicht, zurückgehalten habe.
Das tut mir gut.
So viel zu deinem Zitat von Nicole: "In mich hineinhören und meine Bedürfnisse ernst nehmen ....."
Jetzt habe ich dir aber ganz schön was vorgeschwafelt. Hoffentlich nicht zuviel.
Ich wünsche dir einen schönen, erholsamen, abgekühlten Abend, liebe Grüße, Gotti.