Beiträge von Pauli71

    So, da bin ich wieder.....

    Die Feiertage gingen bis jetzt ganz gut rum... ein paar negative Erfahrungen hatte ich schon. Wir waren beim Osteressen eingeladen. Obwohl dort keiner was trank, ist mehreren Leuten aufgefallen, dass ich nicht wie üblich ein Bier trinke, sondern nur Saft. Daraus entspann sich eine Diskussion, warum ich denn komplett auf Alkohol verzichte usw. und so fort. Ich habe nicht gesagt, dass ich Alkoholiker bin, sondern in die Richtung argumentiert, ich wolle nichts mehr trinken und mir ginge es besser so. Was mir ziemlich an die Nieren ging ist, dass meine Frau zu denen gehörte, die gegen mich anredeten, in dem Sinne, dass man doch nicht gleich so extrem werden müsse..... Naja, damit muss ich wohl leben :-|

    Noch einen schönen Feiertag.

    Pauli.

    Hallo Forum,

    @Spedi: Gratuliere, dass Du Deine Situation in den Griff bekommen hast. Über kurz oder lang muss auch ich wohl diesen Weg gehen. Im Moment würde das aber heißen, mein Problem - nicht nur das mit dem Alkohol, sondern vor allem die davon nicht abhängige Jobfrage - nach außen zu tragen und sie meinem Umfeld aufzubürden. Dazu bin ich im Moment nicht bereit - es muss noch drei oder vier Jahre gehen, dann bin ich schuldenfrei.

    @Skype: Danke für Deinen Zuspruch. Mein familiäres Problem hast Du ja schon erkannt ;) aber ich hoffe, meine Frau findet sich doch noch bereit, mir auf meinem Weg ein bisschen unter die Arme zu greifen. Das Thema Kinder hast Du auch angesprochen, meine Große ist jetzt langsam in einem Alter, in dem sie sich später einmal bewusst an Geschehnisse erinnern kann. Das war einer der Gründe für mich, einen Schnitt zu machen, denn ich will nicht, dass ihre Kindheitserinnerungen von einem, wenn schon nicht offensichtlich betrunkenen, dann aber doch durch den Suff verhaltensgestörten Vater dominiert werden.

    Heute bin ich insgesamt wieder ganz gut drauf - noch ein Marathon-Meeting am späten Nachmittag (bin jetzt schon am Einschlafen), dann geht's in Richtung Ostern. Wetter wird nicht so toll sein, d.h. meine Beschäftigungstherapie im Garten wird wohl flach fallen - naja, ich müsste sowieso mal mit der Steuer anfangen.

    Einen schönen Tag euch allen.
    Pauli.

    Hallo Sabine + Stellina,

    ja, die Kasse zahlt die Maßnahme, das ist nicht das Problem. Meine Sorgen sind langfristiger Natur: wenn ich mich beruflich umorientiere, werde ich auf keinen Fall mehr soviel verdienen wie jetzt. Weil unsere Finanzierung (Haus) aber von diesem Level ausgeht, kann ich nicht so ohne weiteres sagen, ich schmeiße hier alles hin und fange was Neues an. Da haben wir in einem halben Jahr den Gerichtsvollzieher im Hause :(

    Gruß
    Pauli.

    Hallo Stellina,

    danke für Deine Antwort.

    Ich glaube, meine gegenwärtige Down-Phase ist nicht (nur) durch die großen Veränderungen verursacht, sondern vielleicht auch, weil ich einen großen Bereich noch nicht angegangen bin, der auch mit zum Saufen beigetragen hat. Damit meine ich meine Arbeit. In letzter Zeit passt hier halt vielfach Wunsch und Wirklichkeit nicht mehr zusammen. Mit Widerwillen am Morgen in's Büro und am Abend schon schlecht einzuschlafen, weil einem vor dem nächsten Tag graut, ist nicht gerade ideal. Für eine Neuorientierung ist leider momentan keine Zeit, weil ich den damit einhergehenden finanziellen Engpass nicht überstehen würde. Ich fühle mich deshalb stark unter Druck gesetzt. Der Entschluss, nichts mehr zu trinken und die damit einhergehenden Aktionen und Veränderungen haben mir in der ersten Zeit einen Boost gegeben, der aber jetzt abklingt und so werde ich wieder von den alten Problemen eingeholt.....

    Gruß
    Pauli.

    Hallo alle,

    gestern hatte ich meinen ersten Termin beim Therapeuten. Hatte 1.5 Stunden Gespräch mit ihm. Ich muss sagen, er hat mich ziemlich auseinander genommen, hat alles hinterfragt, meine ganze "Karriere" analysiert und meine aktuelle Situation, Einstellung und Motivation abgeklopft. Wir haben über die langfristingen Ursachen meines Trinkens geredet, das Umfeld und kurzfristige Auslöser, die zu einem schnellen Einschütten einer Halben geführt haben, um so Risiken und Gefahren für meinen täglichen Weg zu identifizieren.

    Er hat mir auf der einen Seite ziemlich den Kopf gewaschen (jetzt nicht auf plumpe, vorwurfsvolle Art und Weise, sondern dadurch dass er gezielt Punkte ansprach und mir so vor Augen führte, was ich da all die Jahre getrieben habe), dann aber als positiv herausgestellt, dass ich offensichtlich bereit bin, an mir zu arbeiten und dass mein soziales Umfeld intakt ist. Nicht ganz so gut fand er allerdings, dass meine Frau das Problem noch nicht als solches annimmt. Er schlug vor, dass ich sie mal mitbringe - das werde ich dann wohl versuchen müssen, ihr beizubringen.

    Was die Therapie angeht, hat er nochmal stationär und ambulant erklärt, er war aufgrund des Eindrucks, den er im Gespräch gewonnen hatte, nicht abgeneigt, mich für eine ambulante Maßnahme zu empfehlen. Ich habe jetzt regelmäßig einmal die Woche ein Gespräch mit ihm, zusätzlich gehe ich einmal zu SHG und nächste Woche werden wir dann festklopfen, wie's mit der Therapie läuft.

    Fühlte mich nach dem Termin recht gut, er hat mich richtig gut aufgebaut. Ich weiß, dass ich weiter an mir arbeiten muss, aber er meinte, momentan sähe er mich auf einem guten Weg. Heute ist allerdings von dem gestrigen Elan nicht viel übrig, irgendwie geht mir alles auf die Nerven... bin wieder ziemlich down... ich glaube, ich brauche Urlaub.

    Einen schönen Tag Euch allen.
    Pauli.

    Hi Kikki,

    willkommen hier im Forum. Bin selber seit fast 3 Wochen hier und in der Zeit auch trocken. Meine Karriere war ähnlich Deiner, am Anfang zusammen mit Freunden bei entsprechenden Gelegenheiten getrunken, dann immer mehr Alkohol als Mittel gegen Stress, Angst und Langeweile eingesetzt. Irgendwann habe ich mich immer mehr beim Trinken, beim Verstecken der "Spuren", beim heimlichen Beschaffen von Stoff und bei den Nachwirkungen vorgestellt, wie es denn weitergehen soll, wo ich in ein paar Jahren stehen werde. Dann bin ich auf dieses Forum gestoßen und habe fast einen ganzen Tag gelesen. Das hat voll reingehauen und ich war wild entschlossen, aufzuhören. Hier Forum habe ich dann recht schnell klargemacht bekommen, wie der Ablauf zu organisieren ist, um möglichst gute Chancen auf Erfolg zu haben. Ich fühle mich gut, war beim Arzt, in der SHG und heute habe ich meinen ersten Therapeutentermin.

    Also nur Mut, bleib dran, lies im Forum mit und vor allem, schreibe regelmäßig wie es Dir geht, welche Probleme Du hast oder was gut gelaufen ist.

    Grüße
    Pauli

    Ein positiver Gedanke, der mit trotzdem im Rückblick auf die letzten Tage kommt: Ich komme recht gut ohne Alkohol klar weil ich versuche, keinen Leerlauf im Tagesablauf aufkommen zu lassen. Ein stückweit habe ich offensichtlich auch aus Langeweile gesoffen. Es waren Trink-Rituale dabei, um bestimmte Situationen oder Tageszeiten zu füllen, in denen ich sonst nicht wusste, was ich tun sollte.

    Seit ich das abstelle, d.h. andere Beschäftigungen suche und (ganz wichtig) keinen Alk zuhause habe bzw. Gewohnheiten durchbrochen habe, die nur dazu dienen, etwas zu Trinken (Kneipenbummel, Bierfeste, usw.), ist das Verlangen nach Alkohol relativ gering. Gut, ich trinke erst 3 Wochen nichts - wer weiß, was noch alles kommt.

    Pauli.

    Hallo Leute,

    da bin ich wieder. Danke für Eure Beiträge. Das Thema "Frau und ihre Einstellung zu meinem Problem" koche ich, wie erwähnt, ein wenig auf Sparflamme.

    Nachdem das Wochenende wirklich gut für mich gelaufen ist, bin ich jetzt irgendwie in ein Loch gefallen. Gestern als ich heimkam, war meine Frau ziemlich aufgelöst, weil wir noch eine Schlussrechnung vom Bau bekommen haben. Ich wusste, dass da noch was aussteht, aber die Höhe war dann doch unerwartet. Das wird uns jetzt nicht in den Ruin treiben, aber die Situation wird dadurch deutlich verschärft. Ergo: ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, Bett total verschwitzt usw. Wenigstens habe ich den Abend überstanden, ohne mir Bier zu besorgen. Heute bin ich körperlich wie gerädert und geistig läuft auch nicht viel. Das Statusgespräch am Morgen habe ich gepackt, aber der Tag ist noch lang...

    In dem Zustand werde ich einen tollen Eindruck auf den Therapeuten heute Nachmittag machen....

    Gruß
    Pauli.

    Hi Pauly,

    tja unsere beiden Nicks sind wohl einfach zu ähnlich. ;)

    Falls einer der Moderatoren hier mitliest: ist es möglich, den Benutzernamen nachträglich zu ändern und wird dann der neue Name bei den bereits bestehenden Beiträgen mitgeändert?

    @all: So, das Wochenende ist 'rum - heute habe ich HomeOffice, am Nachmittag bin ich dann mit der Großen allein. Morgen ist Gespräch mit dem Therapeuten.

    Die letzten Tage habe ich gut über die Bühne gebracht, am Sonntag waren ein paar Bekannte da - Alk war kein Thema, keiner hat was gemeint, warum ich nichts trinke (die anderen blieben auch bei alkfrei - war gar nicht anders möglich, weil nichts im Haus ist :) ). Das Wetter ist besch.... hier, ich wollte eigentlich den Garten am späten Nachmittag fertig machen, aber daraus wird nichts - Frost ist angesagt...

    Die nächsten Tage wird es im Job stressig, weil ich es die letzten Tage etwas schleifen hab lassen muss ich nun ein bischen aufholen. Dann kommt Ostern, da graut's mir schon davor, weil endlose Familienbesuche anstehen - teilweise wird da auch getrunken, fühle mich dabei ein wenig unsicher, was ich tun soll.... Ich weiß, ich sollte dem allem aus dem Weg gehen, aber so einfach ist es halt nicht immer. Wir werden sehen. Bei meiner Verwandtschaft ist Alk kein Problem, nur die Schwiegers werden wohl ein paar dümmliche Bemerkungen machen wenn es nichts zu trinken gibt.

    Einen schönen Tag noch
    Pauli.

    Hallo Heike,

    das mit dem Arzttermin ist keine schlechte Idee, das werde ich mal probieren - nachdem sich bei ihr alles ein bischen gesetzt hat.

    Auch mir ist erst jetzt, da ich bewusst und dauerhaft nichts trinken will, augefallen, wie stark das gesellschaftliche Leben auf allen Ebenen mit Alkohol verbunden ist.

    Macht die Sache auch nicht leichter :-|

    Gruß
    Pauli.

    Hi Michael,

    warum wir uns erst jetzt Gedanken machen, was andere von uns halten, was die Zukunft bringt, wie es weitergehen soll? Ob alles in die Binsen geht, liebe Menschen um uns herum sich von uns abwenden und das Leben, wie wir es glaubten zu kennen, zusammenbrechen könnte? Für mich: weil es mir voher unter Stoff, einfach sch***egal war und ich mich nun dafür schäme, was ich - vielleicht auch ohne dass es andere mitbekommen haben - versaut habe, wen ich in Gefahr gebracht oder beleidigt habe usw. Ich will jetzt alles richtig machen - ich ziehe nicht in Erwägung, ob es besser wäre, einfach weiter zu saufen, die Option gibt es überhaupt nicht! Ich will einfach alles richtig machen, damit alles für meine Familie und für mich gut wird! Auch meine Frau argumentiert nicht, dass ich doch bitteschön weiter trinken soll, nur damit sie ihre Ruhe hat - ihr ist einfach noch nicht klar, dass es da eine Sache gibt, die nicht ganz so ist, wie sie sie all die Jahre gesehen hat.

    Wald: ja, ich bin auch gerne im Wald, ich mag Bäume sehr. Meine Nachbarn werden schon immer ganz nervös, wenn ich im Frühjahr oder Herbst wieder irgendwo einen Baum im Garten pflanze ;) Den letzten habe ich letztes Jahr für meine zweite Tochter gesetzt - eine Scharlach-Eiche als Geburtsbaum. Der Baum für meine erste Tochter ist ein Tulpenbaum (keine Magnolie!). Mit meinem Vater war im Arbeitseinsatz - wir haben ein Käferfeld (Bereich, der durch Borkenkäfer zerstört wurde) wieder aufgeforstet. Die Große war auch dabei. Zu meinem Vater habe ich ein gutes Verhältnis - das war nicht immer so, vor allem so mit 17, 18 bis Mitte 20 sah ich nicht viele Gemeinsamkeiten, aber seitdem ist's immer besser geworden.

    So, jetzt bin ich gespannt, ob ich schlafen kann - seit ich kein Bier mehr trinke, schütte ich Unmengen an Spezi in mich rein. Was trinkt Ihr denn eigentlich alle so den ganzen Tag? Anfangs habe ich ziemlich viel Saftschorle getrunken, da ich aber gewohnt bin, nach körperlicher Arbeit schon mal zwei Liter "Flüssigkeit" am Stück wegzuhauen, ist das bzgl. meiner Verdauung nicht ganz optimal. OSaft-Schorle fällt in der Menge glatt unten wieder raus ;) Seit Ihr mehr oder weniger alle auf Wasser?

    Pauli.

    Hallo Michael, Sabine, Stellina und alle anderen,

    jetzt, mit einem Tag Abstand sehe ich den ersten Abend in der SHG nicht mehr gar so grau. Nach meiner Vorstellung haben wir schon über meine Situation gesprochen, vielleicht hätte ich das Thema auch selber mehr "treiben" sollen, aber es war das erste Mal, dass ich mit Fremden darüber gesprochen habe... Werde auf alle Fälle wenigstens eine zeitlang bei dieser Gruppe bleiben, wird sich schon entwickeln.

    Saufdruck habe ich eigentlich nicht - es gibt immer wieder Situationen, wo mir Erinnerungsfetzen durch's Hirn schießen, die mich in der Vergangenheit in den entsprechenden Umständen beim Saufen zeigen. Bis jetzt habe ich keine Probleme, das zu überwinden - hoffe, das Unterbewusstsein gibt irgendwann auf und lässt mich damit in Frieden.

    Mit meiner Frau herrscht "Waffenstillstand" - ich habe mich entschlossen, ihr Zeit zu geben, sich mit dem Gedanken zu arrangieren, dass ich Alkoholiker bin. Was soll ich auch sonst tun? Es wird in nächster Zeit mehrere Gelegenheiten geben, in denen ihr auffallen wird, dass ich konsequent nichts trinke und vielleicht kommt sie dann selber auf mich zu. Sie gibt sich im Alltag normal - allerdings spüre ich schon, dass sie nachdenkt. Wird schon werden....

    Ich fühle mich heute wirklich gut - am Morgen war ich nicht so gut drauf: hatte nur 6 Stunden geschlafen, weil ich für den Verein bis nach Mitternacht nach einer Versammlung augeräumt habe. Dann habe ich den Garten wieder in Angriff genommen, war mit meinem Vater im Wald (ja, wir haben selber Wald) - so dass ich jetzt recht müde aber auch zufrieden bin. Sollte noch was am PC machen, das hebe ich mir aber für morgen auf.

    Danke für Euren Zuspruch - es ist immer gut, zu wissen, dass man nicht allein ist!!

    Gruß
    Pauli.

    Hallo Klara,

    vielen Dank für Deinen Beitrag. Jetzt habe ich also den ersten Besuch bei der Selbsthilfegruppe hinter mir. Gefühle und Einschätzungen sind etwas zweigespalten. Nach dem ersten Mal kann man wohl noch nicht so viel erwarten - gut, die Leute waren ganz ok, alle älter als ich, lange schon in der Gruppe, kennen sich persönlich und ich bin der einzige Neue seit einigen Wochen. Ich habe mich jetzt auch noch nicht so weit aus dem Fenster gelehnt, mich kurz vorgestellt und dann mein Problem geschildert. Alles in allem glitt dann die Runde bald in allgemeine Themen ab, was am Wochenende zu tun wäre usw. Ich hatte den Eindruck, dass da alle schon sehr eingespielt sind und das Thema Alkohol jetzt nicht gerade eine Nebensache, aber doch nicht mehr Nr. 1 ist.

    Als ich dann am Ende im Auto saß, hatte ich das Gefühl, dass die 1.5 Stunden hier im Forum vielleicht besser angelegt gewesen wären. Aber ich schau' mir das jetzt ein paar Mal an, vielleicht wird's ja mit der Zeit ergiebiger.

    Gute Nacht.
    Pauli.

    Hi Spedi,

    heute Abend bin ich bei der SHG.

    Warum meine Frau so reagiert hat, weiß ich nicht genau. Ich denke, es ist zum Teil der Schock, weil für sie alles in Ordnung war und dann die Aussicht, dass alle in der Umgebung mit Fingern auf sie zeigen. Mittelfristig hat sie aber wohl Angst, dass ich den Job nicht mehr durchhalte und wir mit den Schulden baden gehen.

    Das alles wälze ich auch im Kopf - aber es wiegt nicht so schwer, wie der Gedanke in 5 - 10 - 15 Jahren zu krepieren (nachdem ich Familie, Haus usw. schon vorher an die Wand gefahren habe). Vielleicht sollte ich ihr bei youtube "Trocken oder tot" zeigen... aber das wäre jetzt wohl kontraproduktiv.

    So jetzt habe ich Meeting, werde Euch also erst wieder spät in der Nacht schreiben können - oder erst morgen.

    Einen schönen Tag an alle!

    Pauli.

    Hallo Pauly (hmm, vielleicht sollte ich meinen Nick wechseln...),

    danke für den Zuspruch. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich das Thema nach außen erst mal ruhen lassen werde. Statt dessen arbeite ich weiter für mich daran, vor allem muss ich den Kopf frei kriegen und mich auf das Ziel konzentrieren. Wird schon wieder werden...

    Gruß
    Pauli.

    Hi Hartmut,

    an meiner Einstellung hat sich überhaupt nichts geändert! Jetzt erst recht nicht!! Es ist wie immer - willst Du, dass was gemacht wird - mach es selber (oder hier, allein)!!! Es war nur absolut erschreckend für mich, dass wir anscheinend wochen- wenn nicht monatelang in diesem Teilbereich unseres Lebens total aneinander vorbei gelebt haben. Gut, so richtig krass war es mit dem Saufen am Abend erst seit ein paar Monate, aber dass ihr da gar nichts aufgefallen ist... <kopfschüttel> Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich stolz auf mich sein, wie gut ich das Ganze vertuscht habe - keine leeren Flaschen, die leeren Kästen gleich in's Auto... ich sollte Schauspieler werden....

    Sie selbst trinkt sehr wenig, seit der ersten Schwangerschaft (d.h. seit fast vier Jahren) eigentlich gar nichts mehr. Ihre Familie hat das "übliche" Profil, Vater trinkt regelmäßig seine Feierabend-Halbe - musste aber zurückfahren, weil Herz-Kreislauf so schlecht ist. Meine Seite trinkt eigentlich gar nichts - außer zu entsprechenden Anlässen. Sie selbst hat also kein Alkproblem, wohl aber Schwierigkeiten mit der Einsicht, dass ich zu den Leuten gehöre, die nicht - wie alle um sie herum - damit umgehen, bzw. den Konsum kontrollieren können.

    Ist mir egal, ich werde das Thema jetzt nicht mehr ansprechen. Heute fahre ich zum ersten Mal zur Selbsthilfegruppe, das wird sicher interessant, nächste Woche Therapeutengespräch. (ja, super, jetzt bin ich richtig hochgepuscht - am liebsten ginge ich jetzt in den Getränkemarkt und würde das ganze Bier zerdeppern... ;) )

    Danke für Deine schnelle Reaktion, Hartmut - bis wohl Vollzeitposter hier ;)

    Gruß
    Pauli.

    Hi Spedi,

    nach Deinem Posting gestern, habe ich noch einen Anlauf gemacht. Ging voll daneben! Sie hat offensichtlich nie gemerkt, dass ich am Abend meist dicht war. Gut, bis sie heimkam, bin ich meistens schon auf dem Sofa eingepennt und sie hat das ganze dann wohl für Schlaftrunkenheit genommen. Auf alle Fälle meint sie, ich soll jetzt nicht rumspinnen, ob mir klar ist, was das für die Zukunft der Familie heißt, ob ich mich aus meiner Verantwortung für sie und die Kinder stehlen will... Hab' dann nichts mehr sagen können, bin raus und die halbe Nacht durch den Sturm gelaufen. Weiß nicht, was ich tun soll... Dann muss es halt allein gehen....

    Sh*t!

    Pauli.

    Hallo,

    @all: das mit den Genen ist so ein Faible von mir, ich brauche halt immer eine Begründung, warum die Sachen so sind, wie sie sind. Dass die Gene allein keinen Säufer aus mir gemacht haben, ist klar. Ebensowenig machen die verbliebenen Erbanlagen aus der Steinzeit einen aggressiven Killer aus mir. Wenn ich mich in meinem Freundeskreis umschaue, gibt es ein paar Leute, die haben einen vergleichbaren Werdegang, sind auch selbständig, haben auch gebaut und ich weiß von min. einem, dass er eine ziemliche Down-Phase (psychisch) hatte. Mit dem habe ich im Studium öfter mal eine Halbe (oder fünf) gekippt. Im Nachhinein fällt mir aber auf, dass er seit einigen Jahren einen ziemlichen Schnitt vollzogen hat: während bei mir der Konsum immer weiter anzog, hat er ihn zurückgefahren. Er gehört wohl offensichtlich zu den Leuten, die mit Alk besser klar kommen, als ich....

    @spedi: Ich glaube nicht, dass meine Frau enttäuscht ist, oder die Sache so wahrnimmt, dass ich sie bewusst hintergangen habe. Sie packt es einfach momentan nicht, mich in die gleiche Schublade einzuordnen, wie die krassen Fälle, die sie vor Augen hat, wenn es um's "richtige" Saufen geht. Ich werde ihr wohl etwas Zeit lassen, das Thema für ein, zwei Tage nicht anschneiden und dann einen neuen Anlauf wagen. Vielleicht mit Blumen, Pralinen und einem großen Klunker, damit sind Frauen ja immer leicht milde zu stimmen ;) Ich will sie auf alle Fälle wenigstens partiell an der Therapie mit teilhaben lassen, erstens damit sie sieht was abgeht und auch um mich zusätzlich zu stabilisieren.

    lumho : Ich werde mir zuerst die etwas entferntere SHG anschauen. Es geht mir nicht darum, dass ich evtl. in der örtlichen Gruppe Bekannte treffe - das wäre nicht so schlimm. Wie Du schon sagst, haben die Leute dort ja alle das gleiche Problem. Was mich abschreckt ist, dass ich in meiner Schulzeit völlig baff war, als ich zufällig einen meiner Lehrer dort hineingehen sah. D.h. es wäre mir im Moment unangenehm, wenn Leute, die nicht von diesem Problem betroffen sind, mich dort hineingehen sähen. Für Euch alte Hasen mag das längst gegessen sein, aber mir reicht es erst mal, wenn die Familie davon weiß, ich muss ja nicht gleich eine Anzeige schalten: Leute, ich saufe bis zum Umfallen!

    In diesem Sinne noch allen einen schönen Tag.

    Pauli

    PS: ach ja, die Schilddrüseproblematik ist eine Unterfunktion, die durch eine Autoimnunreaktion hervorgerufen wird - hat also nix mit dem Trinken zu tun. Was witzig ist: eine Therapieform ist die Injektion von Alkohol in die Schilddrüse - das wäre ja mal richtig passend :)

    Hallo lumho,
    Hallo Forum,

    es tut gut - so von Euch aufgebaut zu werden, vor allem wenn die Stimmung zuhause ein wenig nach unten tendiert. Um's mal mit den Worten eines großen Philosophen auszudrücken: "Wei***" - nein, ich sage es jetzt nicht, sonst werde ich noch vom fraulichen Publikum gesteinigt ;)

    Zurückblickend bin ich nach dem Gespräch mit meiner Frau knapp an einem Rückfall vorbeigeschrammt. Ich saß danach noch lange alleine da und habe gegrübelt, dabei schoss mir plötzlich der Gedanke durch's Hirn: jetzt holst Du Dir eine Halbe, dann geht's besser! Das allein war schon schlimm genug, aber weil ich keinen Stoff mehr zuhause habe, arbeitete der Computer gleich an einer Strategie und hat überlegt, ob noch irgendwo ein Supermarkt offen hätte. Bin natürlich nicht gefahren, aber ich war dann ein paar Minuten richtig fertig - hab' gezittert und geschwitzt, so aufgeregt war ich da.

    Da bin ich also nochmal davon gekommen. Jetzt geht's erst mal morgen zur Selbsthilfegruppe und nächste Woche habe ich Termin mit dem Therapeuten wegen erster Orientierung usw. Bin gespannt, was bei der SHG für Leute dabei sind, ein bischen komisch ist mir schon...

    Beim Arzt ist soweit immer alles ok - laufe also nicht Gefahr plötzlich umzukippen. Heute kriege ich das Ergebnis wegen der Schilddrüse und muss fragen, ob das auch mit dem Saufen zusammen hängt. Hab' mir einiges zu dem Thema durchgelesen und bin ein wenig in Sorge. Meine Mutter muss ihr Leben lang Pillen deswegen schlucken, tolle Perspektive...

    Hab' auch über "Disposition zur Alkoholkrankheit" nachgedacht. Es gibt einiges an Material, das nahelegt, dass die Veranlagung für unkontrolliertes Saufen vererbt werden kann. Der Gedanke kam mir, weil ich nicht erkennen konnte, dass mein Umfeld mich übermäßig zum Alk hingeführt hat. In meiner Familie wurde nicht viel getrunken - gesellschaftlich bedingt, halt. Allerdings gab es in den vorhergehenden Generation (Groß- und Urgroßeltern) Fälle von schwerem Alkoholismus. Was meint Ihr dazu?

    lumho : von der Suchtberatung habe ich schon geschrieben und wie gesagt, geht's mit Therapeuten und SHG erst los - ich schreibe, sobald ich mehr weiß.

    So jetzt wird erst mal was geschafft...

    Bis dann
    Pauli.