Halt es nicht mehr aus!

  • Das mit dem Stolz ist es nicht, ich habe mich schon so erniedrigt, dass da nichts mehr von Stolz übrig geblieben ist.

    Nein, es war die Umsicht mit den von mir geliebten Tieren, die Hilfsbereitschaft mir gegenüber und das was es schon lange nicht mehr gibt - eine gelebte und geliebte - Zärtlichkeit. Ich weine nach dem Menschen, von dem ich meinte er könne sich in meine Richtung entwickeln und nicht weg von mir. Und eben das ist nicht der Fall: wir beide haben uns entwickelt aber voneinander weg.

    Auch ich habe nicht mehr geredet. Wenn täglich eine Alkoholfahne da ist und das sprechen nunmehr lalleld ist, dann ist mir das zu viel. Diskutieren wollte er angetrunken gerne - ich halte aber von Diskussionen in einer solchen Verfassung nichts. Und keiner unserer alkoholfreudigen Partner kann wirklich erwarten dass wir, wenn sie ausnahmsweise noch nicht den totalen Alk-Spiegel haben aufnahmebereit sind.

    Bei mir war es auch so, dass die Liebe langsam aber sicher unter den Tisch gesoffen wurde. Als es dann aus war kam plötzlich wieder der alte und liebenswerte Partner ans LIcht. Gut gespielt von ihm, wenn auch nicht lange. Genau das tat weh.... genau um das trauere ich noch .... weil es noch da ist.... oder einfach nur gute schauspielerische Leistung ...

    Was auch immer er da in sich hat - Verantwortung nicht und auch keine reale Selbsteinschätzung. Er ist in diesem Dorf die gehassteste Person, zu der schon gesagt wurde er solle endlich ausziehen dass wieder Ruhe einkehrt. (Alkoholisiert wollte er den Maibaum absägen, oder hat im wohnwagen ein Gegenfest natürlich mit Alk zum Dorffest veranstaltet). Alles Dinge, die ich nicht verstehen kann, alles Dinge, die ihn von mir entfernt haben. Leider Dinge, die bei mir leichter wiegen, als das liebenswürdige Verhalten, welches er spielen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ja meine Lieben,

    Elocin hat es auf den Punkt gebracht. Habe mir gerade meinen eigenen Thread von Anfang an durchgelesen, also ich bin so was von wankelmütig, das gibt`s ja gar nicht!!!

    "Bei dir ist noch viel zu viel Hüh und Hott drinn. Wohlgemerkt in dir selber."

    Elocin, da muss ich jetzt echt recht geben. Gott ich brauch echt ne SHG. Ich werde mich jetzt mal drum kümmern.
    Muß nur schauen, wie ich dort hin komme.

    "Du bist noch ganz schön weit weg von dir selbst."

    MEILENWEIT! Das merke ich jetzt auch.

    @ Dagmar: Ich schreibe dir später, meine Mum kommt.

    Salü einstweilen

    Glöckchen

  • sind wir vermutlich weil wir erst gerade beginnen aufzuwachen.

    Mir geht es ebenso wie Dir liebes Glöckchen, vielleicht bin ich noch auf einem viel wackligeren Podest, welches unterschwellig nur so nach einer Notlösung schreit, die es nicht geben kann.

    Ich befürchte, wenn wir noch co sind - ich bin das in jedem Fall - bin ich so lange wacklig, wie meine Suchtsubstanz in der Nähe ist. Nun muss ich leider mit meinem Expartner zusammenleben bis ich etwas anderes habe. Da er mein Suchtmittel kann er mich steuern, einfach weil ich noch nicht gegenügend abstinent bin. Das ist genau das, was mir persönlich panische Angst macht: im Kopf alles zu wissen und durch das zersprungene Glasherz wieder umzufallen, sich wieder selber zu erniedrigen, wieder fallen und fallen....

    LIeben Gruß von Dagmar

  • Ach Dagmar,

    mußte erst in deinem Thread nachlesen, was es mit den Katzen auf sich hat.

    Ich versteh dich, wenn du MIT deinen Katzen eine Bleibe finden willst.Meine Mutter hatte 11 und sie mußte sie leider weggeben, als sie umziehen mußte.

    Ich wünsch es dir jedenfalls dass es mit den Katzen klappt, aber in erster Linie mußt du diesmal wirklich auf dich selber schauen.

    "Das mit dem Stolz ist es nicht, ich habe mich schon so erniedrigt, dass da nichts mehr von Stolz übrig geblieben ist."

    Das ist traurig... sehr traurig...

    Bist du eigentlich in Therapie, oder SHG?

    Unterm Schreiben ist mir jetzt eingefallen, dass ich vor Jahren schon einmal bei einem Jugendamt Mitarbeiter gewesen bin. Da war unser "Kleiner" noch viel" kleiner."

    Ich stelle mir gerade die Frage, warum ich damals eigentlich nicht schon gehandelt habe. ICH WAR JA SCHON DORT! KOMPLETT VERDRÄNGT! WAHNSINN!

    Eigentlich glaube ich, bevor ich jetzt nicht etwas reales unternehme, brauche ich hier auch gar nicht mehr zu schreiben. Ich trete ja immer nur auf der selben Stelle. anderen kann ich auch nicht helfen... weiß ja selbst am wenigsten.....war so motiviert.... läuft alles wieder den Bach runter.... stehe fast am Anfang... muß mich mal sammeln. Wollte eigentlich mehr auf deine Antwort reagieren, kann aber gerade nicht....

    Tut mir leid

    Glöckchen

  • ich denke, wir beide sind in einer ähnlichen Situation: wir wissen es geht so nicht weiter, haben uns aber noch nicht abgenabelt, wollen es, aber können es noch nicht. Also müssen wir einen bewußten Weg finden mit unserem Leben umzugehen. Wir können uns für das Leid entscheiden, welches unübersehbar in den Folgen ist, oder für ein Leid, welches wir selber regulieren bzw. beeinflussen können. Du stehtst nicht am Anfang, denn Du beginnst Dir Gedanken zu machen oder diese zu verfestigen - sei fair zu Dir und erlaube Dir die Entwicklung, die Du selber benötigst.

    Mir geht es wie Dir, ich bin ständig am Umfallen und ständig am erneuten Leiden, aber auch ständig am Lernen, ständig versucht für mich andere Welten aufzubauen und für mich selber Überlebensstrategien aufzubauen. Ob die nun immer gut oder passend sind, kann ich noch nicht sagen, aber es macht mir klar dass ich um mein Leben kämpfe. Vielleicht falsch, vielleicht wieder manipulierbar. Aber ich will als Stehaufmännchen so lange und so oft wieder aufstehen, bis es dann einmal auf eigenen Füßen ist. Und das wünsche ich ebenso Dir und all jenen, die gerade an sich arbeiten.

    Um eine solche Entscheidung zu finden benötigt es zuweilen Zeit. Mein Druck ist auch schon lange Zeit groß, aber immer nur scheibchenweise gehe ich ein Stückchen weiter. Bin noch lange nicht dort angekommen, wo ich hinsoll, aber bin auf dem Weg .... Ich erlaube mir Umfaller, ich erlaube mir Rückfälle, aber ich fordere von mir alles das bewußt zu tun. Ich habe für mich angefangen im Internet ein Tagebuch zu führen über diese Suchbeziehung und die Auswirkungen auf mich. Eigentlich mehr für mich selber, um mich daran zu erinnern was alles schon passiert ist. Ich selber muss nämlich sagen, nach einer Horrorphase habe ich gerne diese Horrorgeschichten auf die Seite gelegt wenn er nett und freundlich war. Das darf mir nicht wieder passieren. Somit habe ich einiges an fotos auf der Seite, die mir klar machen was ich sehen kann und was nicht.

    Selbsthilfegruppen gibt es hier nicht - muss ich halt das Forum hier totquatschen ;) Eine Psychotherapeutin kenne ich oder habe ich, mit der ich das Thema angehen will. Sie kennt eventuell Gedankenwege die es mir leichter machen, auf die ich selber nicht komme.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Meine Lieben,

    melde mich mal wieder. Hab`mich wieder so einigermaßen gefangen.

    Puh, hatte `nen ganz schönen Tiefpukt. Aber jetzt geht`s wieder.

    Meinen "Ausfaller" habe ich akzeptiert und trotzdem weitergemacht.

    Aber nun muß ich euch was erzählen.

    Ich habe mir Broschüren von Alkoholsucht und CO- Abhängigkeit besorgt. Die habe ich gelesen... habe geweint....weiter gelesen... geweint......

    Diese Broschüren habe ich vergessen wegzuräumen. Ich wollte nicht dass er sie sieht, denn ich wußte ja nicht, wie er darauf reagieren könnte. Er kann nämlich im alkoholisierten Zustand sehr jähzornig werden.

    Als ich gestern nach Hause kam, saß er am Tisch und weinte. Er trocknete sich die Tränen als er mich sah.

    Ich war so überrascht, dass ich nur dastehen konnte....ich sagte kein Wort...konnte auch nicht....Kloß im Hals.....

    Er sagte:" Weißt du was, ich erkenne mich in jedem Punkt wieder", und er weinte einfach weiter.

    Leute. es hat mir fast das Herz zerrissen.

    Aber ich riss mich zusammen und sagte nur:" Ich weiß"!..... und bin gegangen.

    Er war dann den ganzen Abend zu Hause, ging nicht mehr weg, trank nichts mehr.( Wir haben ja auch keinen Alk zu Hause ).

    Es ging ihm an diesem Abend sehr schlecht. Er zitterte, und ihm war sehr kalt. Er hatte, glaube ich, einen Schüttelfrost. Ich bat ihn den Hausarzt zu rufen. Er lehnte ab...

    Heute ist er wieder normal zur Arbeit gegangen, Habe gerade mit ihm telefoniert, und er war nüchtern. So war er schon lange nicht mehr.

    Was hält ihr davon?

    Ich gebe mich sicher nicht mehr der Illusion hin- jetzt schnallt er es- aber ich habe ihn auch noch nie vorher so LEIDEN gesehen. Ich habe es in seinen AUGEN gesehen, wie er LEIDET.

    Und da hab`ich mir gedacht: Wenn es wirklich einen Teufel auf Erden gibt, dann ist es der Alkohol.... oh Gott Leute.. meine Tränen wollen- während ich dies hier schreibe- einfach nicht versiegen. DIESE TRAUER IN SEINEN AUGEN!

    Helft mir, macht mich stark wenn ihr glaubt, es ist nur ein weiterer Versuch mich zu beeinflussen, macht mich stark wenn ihr glaubt, es könnte wirklich der Tag X gewesen sein.... Ich weiß nicht, wie lange ich das alles noch durchstehe...


    Glöckchen

  • wollte noch schreiben, dass ich mich nur in diesem Punkt- was mein Verhalten anbelangt- gefangen habe, sonst nicht.

  • würde ich sagen, der Tag X kann immer und überall kommen. Das aber kann nur Dein Mann für sich entscheiden. Die Auseinandersetzung ist ein Steinchen auf dem Holperweg, den er dann gehen muss.

    Kann er ja, vielleicht - und warum nicht - hat er Erfolg!

    Wenn Du separat Deinen Weg weitergehst dann dürftet Ihr beide Euch in Eurem jeweiligen Leben wohler fühlen und dann kann auch sein, dass aus diesen beiden Wegen eine breite Straße für Euch beide wird.

    Ich habe für mich in meinem Leben in allen Lebensbereichen erfahren müssen, daß, was ich erzwingen möchte gelingt nicht, erst wenn ich den Sachen ihren Lauf lasse (dennoch aber aktiv auf meine Ziele hinarbeite) zeigt sich der Weg, wo es hingehen soll.

    Lauft einfach los....

    Lieben Gruß und viel Glück wünscht Dagmar

  • Hallo liebes Glöckchen,

    tja, schwer zu sagen, was er tun wird.
    Hat er denn irgendwas gesagt, das er aktiv gegen seine Sucht vorgehen möchte ?

    Was er da jetzt gerade tut, nennt man einen kalten Entzug und der kann tödlich enden. Krampfanfälle, Delir…
    Er muß unter professioneller Aufsicht entziehen, er hatte ja schon starke Entzugssymtome.
    Also gehört er so schnell wie möglich zum Arzt ! Ich würde auch nicht davor zurückschrecken, den Notarzt zu rufen. Mein damaliger Partner tat das und das war auch dann meine Rettung, ich hätte nicht mehr viel Zeit gehabt.

    Glöckchen, es kann sein, das er es wirklich eingesehen hat, was mit ihm los ist. Vielleicht mußte er das erst alles lesen, um sich darin wiederzuerkennen ?
    Dann soll er jetzt bitte auch aktiv werden, nicht kalt entziehen, man kommt nicht allein raus aus der Sucht, ich kenne niemanden, der das schaffte. Und sich dann eine SHG suchen, oder eine Thera machen, wenn notwendig, DAS ist der Weg aus der Sucht.

    Was kann ich Dir raten ?
    Ich würde noch einige Tage abwarten, ihn nochmals darauf ansprechen, fragen, ob er was gegen seine Sucht tun wird ? Ihm Deine Unterstützung anbieten, aber nur, wenn er von sich aus aktiv wird, für SICH trocken werden will.
    Helfen kannst Du ihm nicht, aber unterstützen sicher.
    Helfen können nur Ärzte, Therapeuten, Selbst-Betroffene aus einer SHG-Gruppe, das kannst Du einfach nicht leisten und mußt Du ja auch gar nicht.
    Schau derweil, das es Dir möglichst gutgeht bei allem.

    Wiegelt er jetzt alles allerdings wieder ab, dann würde ich weiter in Richtung Trennung denken.
    Mehr kann ich Dir leider auch nich sagen…

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft und das Dein Partner einsichtig werden möge.

    LG an Dich
    Lilly

  • Danke Lilly,

    ...er hat eben nichts mehr gesagt, nur, dass er sich in jedem Punkt wieder erkennt. " Das bin GENAU ich", sagte er noch, und dabei liefen ihm die Tränen über die Wangen.

    Ich wollte ihn eben auch nicht drängen noch etwas zu sagen, denn ich weiß, dass er sich mit reden schon immer schwer getan hat. Dachte mir: Wenn du reden willst, kommst du. Ist aber nicht gekommen.

    Er hat vor ca. 6 Monaten auch kalt entzogen. Da zitterte er auch am Anfang total, er hat es aber durchgedrückt und auch wirklich geschafft, ruhig zu werden. Natürlich war das nur eine Trinkpause. Das weiß ich jetzt auch.

    Lilly, ich habe solche Angst, dass das schief geht, wenn er es jetzt wirklich wieder kalt entziehen möchte- denn das will er ja so wie`s scheint. DER IST SO STUR. War er schon immer.

    Auch wenn ich geschrieben habe, dass er mir immer mehr egal wird- DRAUFGEHEN muß er deswegen nicht, oder?

    Ja, ich werde warten, kann ja im Moment nix anderes machen, auf jeden Fall werde ich MEINEN Weg für mich und meinen Sohn wieder aufnehmen und weitermachen, wo ich kurz gestolpert bin. Ich liebe meinen Sohn über alles, und ich werde versuchen, diesen Weg für uns so schön wie möglich zu gestalten. Es trägt ja auch schon Früchte. Mein Sohn ist viel entspannter...wir unternehmen wirklich viel miteinander... er ist ein Engel.

    Ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen.

    Danke Lilly

    Gut Nacht

    Glöckchen

  • So meine Lieben,

    hier bin ich wieder einmal.

    Mein Lebensgefährte trinkt jetzt wirklich seit einigen Tagen wieder nix mehr. Als er da saß und geweint hat, hatte er dann noch einmal einen gewaltigen Absturz. Ich denke, er ist da wirklich sehr tief gefallen.

    Am nächsten Tag.........GING ER ZUM ARZT!

    Er war noch nie deswegen beim Arzt, sagte immer, er schämt sich.

    Aber diesmal war es anders.

    Er bekam fürs erste Tabletten verschrieben.

    Ich weiß jetzt nur nicht, wie`s ihm geht. Er redet überhaupt nicht darüber. Ich trau mich auch nicht fragen, weil ich nicht weiß, wie er reagiert.

    Auf jeden Fall kann man jetzt wenigstens wieder so normal reden mit ihm.

    Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, wie ich mich jetzt verhalten soll. Habe Angst, etwas falsch zu machen.

    Vielleicht nur so ein paar kleine Tipps, hmmm?

    Lg

    Glöckchen

  • Bin schon wieder da,

    heute Nachmittag habe ich mit einem Doktor gesprochen.

    Dem habe ich mal mein ganzes Leid( das ich ja jahrelang akzeptiert habe) geschildert, was ich alles so erlebe, wenn er trinkt. Habe ihm auch gesagt, dass er zu Zeit nichts trinkt und Tabletten bekommt.

    Er meinte drauf, dass es fast wirklich nicht geht, ohne stationäre oder längerfristige Behandlung, trocken zu bleiben.

    Das hat mich ganz schön geschafft. Ist vielleicht von euch irgendwer dabei, der weiß, dass es ein anderer auch ohne stationäre Aufnahme oder SHG geschafft hat?

    Oder gibt es so etwas wirklich nicht?

    Hoffe auch ein Feedback von euch.

    Lg.

    Glöckchen

  • Zitat von glocke

    Das hat mich ganz schön geschafft. Ist vielleicht von euch irgendwer dabei, der weiß, dass es ein anderer auch ohne stationäre Aufnahme oder SHG geschafft hat?

    Oder gibt es so etwas wirklich nicht?

    Hallo Glöckchen,

    also ich kenne niemanden, der es allein geschafft hätte. Und ich bin hier nicht erst seit gestern dabei, habe also einige kommen und gehen sehen.
    Und in meiner realen Gruppe ist auch niemand dabei, der allein wieder aus der Sucht kam.

    Ich brauchte die Hilfe der Ärzte auf der Intensiv, wo ich erst landen mußte. Dann war ich erstmal einige Jahre ohne SHG, bis ich hier her kam, was ich aber NIEMANDEN so weiter empfehlen kann. Der Austausch mit Betroffenen ist SEHR WICHTIG, wie sehr, merkte ich erst, wo ich hier herkam, wie sehr mir das fehlte...
    Dann habe ich jetzt auch noch ne reale Gruppe.
    Eine Therapie hatte ich nicht.
    Und ich kann meinen Weg auch so nicht weiterempfehlen, besser ist es, sich gleich ne Gruppe zu suchen.

    Und es ist doch schön inner Gruppe, weiß gar nicht, warum jemand da nicht hinmöchte ?
    In meiner wird viel geredet, gelacht, gemeinsam gefeiert, Aktivitäten unternommen, dort haben sich feste Freundschaften gebildet.
    Auch Paare sind dort und auch die Angehörigen, meist Frauen, werden mit eingebunden und auch die haben dort Freundschaften geschlossen.

    Am meisten gelernt über unsere Krankheit habe ich aber hier.

    Was hat er denn gegen professionelle Hilfe und ne Gruppe Betroffener, die ihn verstehen, ihn unterstützen können und in schweren Tagen auffangen ?
    Versteh ich nicht, mag er aus Scham dort nicht hin ?
    Für eine Krankheit braucht sich niemand zu schämen !
    Und alle, die dort sind, haben die gleiche.
    Da hängen schon irgendwie keine total schrägen Vögel rum, alles Menschen, wie Du und ich, man sieht in meiner nur wenigen an, das sie jahrelangen Alkoholmissbrauch betrieben.
    Niemand würde darauf kommen, daß das alles Alkies sind.
    Aber sie stehen halt offen zu ihrer Krankheit, haben sie so akzeptiert und fertig.

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Lilly,

    danke für deine Antwort. Eingentlich habe ich so eine Anwort erwartet. Das Blöde ist nur, dass wir im Umkreis von ca. 60 km wirklich keine SHG`s haben. So etwas gibt es bei uns nicht.

    Ich hatte mich schon erkundigt, auch für mich, denn ich bräuchte ja auch dringend jemanden zum Reden.

    Aber anscheinend gibt es auf dem Land- und speziell bei uns- keine Alkoholiker. Oh Gott, alleine in unserem Ort könnte ich dir -zig Personen aufzählen, die zumindestens wahnsinnig gefährdet sind.
    Auch in seinem Freundeskreis.

    Kann eigentlich nur hoffen, dass er es trotzdem schafft. Sollte ich auch mal mit seinem Arzt sprechen, oder sollte ich ihn einfach machen lassen, wie er es für richtig hält? War das etwa schon wieder Co?

    LG an dich

    Glöckchen

  • Erst zig km weiter, was ich mir sprittechnisch nicht mehr leisten kann, gäbe es Selbsthilfegruppen, die nächsten mindestens 30 km ist nichts.

    Das ist wirklich das Problem auch bei mir auf dem Land. Die Kiddies sind schon mit 13 im Jugendraum (einzige Möglichkeit) mit dem Köpfen der Bierflaschen beschäftigt, Wer als Kiddy keinen Geschmack daran findet ist out.

    Ein klassisches Dorffest läuft hier so dass morgens die Ladies ihre Männer suchen - zumeist finden sie erst einen Schuh und dann den Mann. Wäre es nicht so traurig, dann wäre es zum lachen. Denn weil das hier üblich ist "Prost, Prost, Prost" hast Du als jemand wie ich der nicht trinkt Probleme. Jemand der aufhören möchte aber ebenso. Er findet weder eine SHG noch im Regelfall Verständnis, weil nahezu alles säuft - nicht alles, bitte nicht falsch verstehen, aber doch nahezu. Ein Teil kann damit umgehen und stellt das dann wieder für Monate ein - andere kommen ins rutschen und dann ins abstürzen.... und zwar bodenlos.

    Auch wäre gerne in eine SHG gegangen auch einfach um besser zu begreifen wann ich mich mal wieder selbst zum Mittel zum Zweck mache und einfach in Realzeit andere Menschen und Gesichter sehen, die ebenso an sich arbeiten wie ich selber, aber keine Chance....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Es gibt hier 20 kim entfernt eine Einrichtung für suchtabhängige Frauen - man wollte mir einen 9monatigen Aufenthalt einsugerieren, aber offene Gesprächsabende ect. gibt es nicht ....

  • Hallo Dagmar,

    genau dieses gleiche Problem haben wir hier auch auf dem Land. Genau, wie du es beschrieben hast, auch mit dem Dorffest und so.... du hast vollkommen recht.

    "Ein Teil kann damit umgehen und stellt das dann wieder für Monate ein - andere kommen ins rutschen und dann ins abstürzen.... und zwar bodenlos. "

    Genau das befürchte ich......

    Uuuiiii, wir "Landpomeranzen" sind aber schon ganz schön benachteiligt, was?

    Aber zum Glück gibt es ja auch dieses Formum, auch wenn ich mich nicht jeden Tag melde, nur schon das lesen hier hilft mir trotzdem ungemein.

    Wie geht es dir jetzt eigentlich? Hast du schon was für dich und deine Katzen gefunden?


    Lg

    Glöckchen

  • ich komme aus Baden-Württemberg, aber fast an der Ecke zu Bayer, wo ist Dein Heimathafen?

    Tja, Haus - am Freitag kann ich ein altes Bauernhaus besichtigen, welches ich wohl mit Müh und Not finanzieren könnte, wo es viel Rasen gibt - also Platz für meine geliebten Pflanzen und auch die MÖglichkeit für die Katzen.

    Ich hoffe nun mal, dass es mit den Vermietern klappt (gerade war wieder ein Anruf aber mitten im Ort ganz ohne grün, da bekomme ich Depressionen - das habe ich in dem Haus hier eerlebt, nein bitte nicht das werde ich doch wohl auch anders schaffen).

    Es ist für mich ganz ganz wichtig, dass das mit dem Haus klappt und wir voneinander entfernt sind. Es tut immer noch wahnsinnig weh und da er derzeit bemüht ist auf fast NULL Promille zu fahren (was sicher nicht lange hält) kommt der Schmerz wieder ziemlich hoch. Natürlich gibt er sich MÜhe im KOntakt und ich muss schon sehr um meine innere Mitte bedacht sein um mich schnell genug abzugrenzen.

    Ja Glöckchen, so müssen wir in unseren Orten nicht nur zusehen was passiert, sondern gehen evtl. auch in die Gefahr ein Außenseiter zu sein, weil wir ja nicht so munter die Gläser heben. Und die Kiddies, für die ist das ganz schlimm - haste kein Geld für Bier oder schmeckt es dir nicht - so gehörtst Du nicht dazu. Das aber wird die neue Generation ... nur wenn schon mit 13 die erste Räusche Standard sind und nahezu alle Erwachsenen breit sind. Schlimmer noch, mir erzählte gestern ein 16jähriger, die Eltern seines Freundes hätten ihn beide abgefüllt. Lieber Gott, diese Droge zerstört Menschen und am schlimmsten ist dabei, dass diese Menschen das nicht spüren können weil der Übergang schleppend ist - und die Droge sozial anerkannt.

    Leute, manchmal könnte ich nur heulen....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Das Schlimmste ist für mich Glöcken - ich komme aus der Großstadt und bin wegen meinem Ex, der nun Princess Alkohol liebt hierher gekommen. 120 km von der Heimat weg....

    Dagmar

  • Das Schlimmste ist für mich Glöcken - ich komme aus der Großstadt und bin wegen meinem Ex, der nun Princess Alkohol liebt hierher gekommen. 120 km von der Heimat weg....

    Dagmar

  • Hallo Dagmar,

    ich beginne nun schon das dritte Mal zu schreiben.

    Das erste Mal habe ich mich so erschreckt- weil meiner so pünktlich nach Hause gekommen ist- ( und ich das nicht gewohnt bin ), dass ich alles gelöscht habe, das zweite Mal war der Text einfach weg, und nun probiere ich es eben noch einmal.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass das mit dem Haus klappt. Du bist schon soooo weit, wenn du einmal weg bist von ihm, kriegst du das ganz sicher auf die Reihe.

    Ich hab die Abgrenzung auch probiert, ist mir auch teilweise gelungen, jedoch hat er sich nun anscheinend entschlossen, doch einen anderen Weg einzuschlagen. Ob das auch hält..... ich bezweifle es....

    Man wird sehen.....

    Du hast recht, wenn man sieht, wie sich schon die Kinder zudröhnen.... es ist einfach schrecklich.

    Ich kenne ein 14- jähriges Mädchen- total lieb und hübsch- trinkt aber auch schon ab und zu Radler, xxx Cola...... und bleibt MIT IHRER MUTTER bis 6 Uhr morgens auf irgendeinem Fest, oder Ball.

    Traurig, was?

    Ich helfe ab und zu im Gastbetrieb aus, und wenn ich eingeladen werde ( das passiert ca. 5 -10 mal am Abend ), ich aber nix trinken möchte, werde ich auch blöd angemacht. Bei ganz hartnäckigen fülle ich mir halt mein Schnapsglas mit Wasser und sage :"GANZ HERZLICHEN DANK!"

    Ist zwar auch nicht die feine englische Art, aber es gibt eben welche, die akzeptieren kein Nein.

    Ich komme übrigends aus einem kleinen verschlafenen Nest aus Österreich.

    Es tut einem so weh, wenn man liest, wie bei dir, man trennt sich wegen der Liebe von seiner Heimat, und dass so etwas..... Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft, du schaffst das!!!

    Und wie`s bei mir weitergeht.... werden ja sehen.

    Gestern war er total am Sand... Stress in der Arbeit... mit seinem Vater....
    dann ist er nach Hause gekommen, ich habe ihn einfach in die Arme genommen ( was schon lange nicht mehr der Fall war ), und habe ihn richtig "aufgefangen".

    War irgendwie schön......

    Ganz liebe Grüße


    Glöckchen

    edit summerdream: bitte keine markennamen nennen - thx

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