Wie und was können Co´s und Alkoholiker voneinander lernen?

  • Hallo Andrea,

    also so wie Du das nu hier beschreibst, dann gibt es wohl nur den einzigen Rat, Dich selber schützen und ab in die Tonne mit Ihm, ( das meine ich symbolisch)

    Habe mal kurz bei Dir im Thread geschaut, antworte Dir aber kurz dazu hier, weil Du hier gefragt hast. :wink:

    Menschen die andere schlagen und dann noch Ihre Schuld auf Andere abwälzen, die haben es in meinen Augen nicht verdient, das man Ihnen hinterher trauert.

    Der Alkoholiker sucht immer Gründe, wenn er nass ist, trinken tut er von Alleine, da hilft nur fallen lassen, alles andere zögert, das Leid nur raus.

    Bin auch Alkoholikerin, habe viel Mist gebaut, aber ich denke die Menschenwürde, ist unantastbar, lasse Dir sowas nicht weiter gefallen.

    MLG Mandy

  • Ich finde Deine Fragestellung auch sehr interessant, habe mir selber öfter schon Gedanken darüber gemacht. Mir geht es ähnlich wie Roa, da ich auch Kind von beiden bin. In erster Linie kann ich durch die Beiträge meine Eltern besser verstehen, wie sie eigentlich ticken. Ich kann mich selber so auch immer besser kennenlernen, wie ich selber ticke. Das gibt mir die Möglichkeit erlebtes zu verarbeiten, zu verzeihen, zu verstehen etc.
    Für mich ist auch die Coseite etwas schwammiger. Viel schwieriger zu verstehen und viel emotionaler. Doch so langsam kann ich diese gegenseitige 'krankhafte Konstellation' von Alkoholiker und Coalkoholiker' verstehen. Ein bißchen habe ich dazu schon geschrieben in meinem Thread ' der liebevolle Alkoholiker' im Bereich Sonstiges.
    Was hier in diesem Thread aber noch nicht richtig klar rüberkommt: Der Alkoholiker an sich ist nicht das Suchtmittel des Coabhängigen. Der Coabhängige hat schon diese Veranlagung, dieses Helfersyndrom. Er würde es dann also auch an irgendeinem anderen nicht alkoholabhängigen ausleben. Vielleicht sogar heraufbeschwören, wo keine Hilfe nötig ist.
    Der Alkoholiker kann sich von seinem Suchtmittel trennen, auf sich aufpassen, sein Leben neu strukturieren, sich Grenzen setzen.

    Der Coabhängige, wenn er dann bei diesem trockenen Alkoholiker bleibt hat dann logischerweise sein bisher funktionierendes Suchtmittel verloren. Bleibt er mit dem Partner zusammen bedeutet es nicht, dass er rückfällig geworden ist, sondern er ist ja gar nicht geheilt.
    Er sucht sich möglicherweise neue Opfer. Die Kinder? Freunde? Versucht erneut beim Partner seine Sucht auszuleben?
    Ein partner, der unter einem Helfersyndrim leidet und sich für den anderen bis zur Selbstaufgabe aufopfert kann dem einen sehr nervig sein, dem anderen sehr gelegen kommen. Dennman kann sich ja zu einem richitg faulen Sack entwickeln, wenn jemand einem alles abnimmt.
    andererseits kann es einem auch auf die Pelle gehen, wenn man ständig bevormundet, bemuttert und kontrolliert wird. Das sind ja auch Eigenschaften eines Coabhängigen. Der nasse Alkoholiker, der sein Leben nicht mehr im griff hat, Geld braucht, Alkohol braucht und seklebr kaum mehr laufen kann, der Ausreden für seinen Chef braucht, seine Wut und seine Enttäuschung über sich selbst irgendwo ablassen muß, eine Bleibe braucht usw- für den gibt es nichts besseres als ein coabhängiger Partenr. Solange der keinen Stress macht und anfängt herumzunörgeln an seinem ALkoholkonsum. Sicher merkt er auch wie sehr der Partner emotional an ihm hängt und nutzt es für sich aus, benutzt ihn als Mülleimer seiner Launen. So gesehen ein ideales kaputtes Paar der Süchte, welches dazu bestimmt ist sich gegenseitig in den Abgrund zu ziehen. Oder eine zum scheitern verurteilte Beziehung. je nachdem wie weit es gehen kann bis einer der beiden seinen Tiefpunkt erreicht. jedenfalls sind in dieser Konstellation doch alles andere als rosige Zeiten vorprogrammiert.
    Ich erinnere mich daran, dass meine mutter sich dagegen wehrte, dass sie ein Problem habe, als mein Vater eine Therapie begann.
    Mein Vater hat es geschafft trocken zu werden. meine Mutter? ich weiß nicht, ich glaube sie ist coabhängig geblieben. Aber mein Vater grenzt sich ab. In meiner Kindheit war mein Vater immer der Böse. Ich habe aber nie begriffen, dass er krank war. meine Mutter hingegen war unser Halt. Aber dennoch hat sie mich auch enttäuscht, denn sie hätte uns aus dieser Situation retten müssen. Für mich haben beide Elternteile als eltern versagt. Aber tatsächlich habe ich durch das Lesen dieser Threads verstanden, dass auch meine Mutter süchtig ist, krank ist. Das war noch schwieriger zu verstehen. Eben weil diese Krankheit so schwammig ist. So ungreifbar. Ich wollte nie so werden wie mein Vater und längst schon nicht wie meine Mutter. Und dennoch trage ich diese Parts in mir.
    Ich habe bisher auch überwiegend im Coabhängigenbereich gelesen, weil es für mich so verblüffend war, dass es diese Krankheit überhaupt gibt. Hier habe ich erst verstanden, dass sie überhaupt exisitiert und meine Mutter betrifft. ich wußte immer, dass ich Kind eines Alkoholikers war. Aber dass beide Eltern süchtig sind ist für mich nochmal erschreckender.
    Für mich wird es auch immer interessanter zu erfahren, wie beide Süchte miteinander funktionieren. So stellt sich auch die Frage, ob das eine vielleicht auch das andere auslösen kann. Auch solch einen Thread gibt es hier schon im Bereich Sonstiges.
    Wie fühle ich mich als Kind?
    Ich fühle mich mißbraucht, seelischer Mißbrauch würde ich es nennen, aber auch körperlich durch Gewalt.
    Ich glaube, wenn ein Coabhängiger mit Kindern mal mein oder auch eines anderen EKA-Kinds Innenleben als Kind anschauen würde dann dürfte er sich gar nicht die Frage stellen, was er machen soll. Wir Kinder von Alkoholikern /Coalkoholikern sind alleingelassene, sich selbst überlassene, vernachlässigte Kinder.
    Um die Kindheit betrogen, wie der gleichnamige Buchtitel?
    Ich weiß nicht, ob man es Betrug nennen kann. Ich würde sagen, ich habe verstanden, dass wir in den Sog zweier suchtkranker Menschen geraten sind. Bei anderen drogenabhängigen Eltern wäre es vielleicht sogar anders verlaufen. Aber Alkoholsucht und Co-sucht sind wohl gesellschaftsfähiger. Gerade frage ich mich, warum eigentlich die Öffentlichkeit da nicht eingreift. Gerade frage ich mich, warum coabhängigen Partnern nicht auch mal ins Gesicht gesagt wird wie unverantwortlich sie mit ihren Kindern umgehen, sie teilweise dem trinkenden Partner überlassen, sie mit ihm ins Auto steigen lassen.
    Es gibt Partner, die sich abgrenzen können, obwohl sie mit einem süchtigen Partner zusammenleben, die dann auch noch ihre Kinder beschützen können. Aber leider auch in diesem Forum werden coabhängige oftmals nicht wirklich darauf aufmerksam gemacht wie krank sie sind. Das sehe ich schon allein in diesem Thread.
    Es reicht nicht einfach nur sich von dem alkoholabhängigen Partner zu trennen. Das ist ein Irrglaube, man kann das nicht so vergleichen wie der Alkoholiker , der sich von seinem Alkohol trennt. Dann könntest Du dem Alkoholiker auch sagen: Trinke kein Bier, versuchs mal mit Wein.
    Das sind also die Erkennntnisse, die ich selber aus diesen Threads gezogen habe. ich würde mir wünschen, wenn Alkoholiker , aber besonders Coabhängige auch mehr in den Threads der Kinder von Alkoholikern lesen würden. ich bin zudem sehr froh darüber, dass diese Bereich getrennt wurden. Denn zu Anfang konnte ich mich nicht so darin wiederfinden, war irgendwie irritiert. Aber in dem Bereich Erwachsene Kinder habe ich sehr schnell auch meine eigenen Wurzeln entdeckt.
    Es gibt noch sehr viele Dinge für mich, die ich hier erfahren möchte, die immer weiter in die Tiefe gehen. Je mehr ich über diese Krankheiten erfahre, je ebsser ich sie verstehe, desto besser kann ich alles verarbeiten. Daher habe ich mir persönlich vorgenommen auch noch mehr im Bereich Alkoholiker zu lesen, da habe ich mich bisher noch nicht all zu oft bewegt.

  • In erster Linie habe ich hier durch das Lesen in den verschiedenen bereichen gelernt, welche Zusammenhänge überhaupt bestehen und wie der einzelne empfindet. Das war mir früher überhaupt nciht klar. Die informationen über diese Krankheit sind schon viel komplexer als ich es mir vorgestellt habe. Obwohl sich doch alle Beteiligten in meiner Familie wiederspiegeln konnte ich erst als Erwachsene und auch mit Abstand das Verständnis für die Krankheit gewinnen. Und dabei hat mir der Austausch mit anderen Betroffenen aller drei Beeiche sehr geholfen.

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