Identitätsverlust

  • Hallo Ladydwi,

    herzlich Willkommen im Bereich der EKA`s. Da hast Du ja lange von der Alkoholkrankheit Deiner Eltern, nichts gemerkt.

    Wie war das möglich? Alkoholtrinkende Menschen (Schwiegermutter) waren ja vorhanden, somit war Dein Mann auch EKA. (Erwachsenes Kind von Alkoholikern).

    Hast Du Bücher gelesen, welche Folgeschäden Kinder davon tragen, wenn Eltern trinken. Ich konnte mich und m ein Verhalten darinnen gut erkennen, z.B "Um die Kindheit betrogen" oder "Familienkrankheit Alkoholismus". Die Verhaltensmuster in der Familie werden an die nächste Generation weitergegeben, wenn dieser Teufelskreis nicht durchbrochen werden kann.

    Schreibe und lese hier weiter, es wird Dir sicherlich helfen, Dein Denken und Fühlen besser verstehen zu können.

    Alles Liebe Weitsicht

  • Hallo Ladydwi,

    das dein Vater gegenüber Fremden keine Auffälligkeiten zeigt ist normal Alkoholiker sind oft tolle Schauspieler und solange der Pegel stimmt ist bei Ihnen meistens alles in Ordnung.

    Oft merken nur die Leute die versuchen hinter die Fasade zu schauen was los ist.

    Lieben Gruß
    Marina

  • Hallo Ladywi,

    willkommen im Forum. Schön das Du da bist. So ein Erlebnis in der Jugend prägt. Meine Mutter hat mich im besoffenen Kopf mal Hasenfuß genannt und das mit so einer Wut, Nachdruck und Enttäuschung in der Stimme, dass ich mir danach kaum noch was zugetraut habe. Da war ich so schätzungsweise 13 oder 14. In einem Alkoholikerhaushalt aufzuwachsen prägt ebenso. Ob Du Dir dessen nun bewusst warst oder nicht, spielt da keine Rolle. Die Familienstruktur ist einfach krank, da kann man kein gesundes Verhalten erlernen.

    Zitat

    Ich habe über 40 Jahre lang versucht meinem Vater zu zeigen, dass ich auch Leistung vollbringen kann. Und plötzlich ist dieser Übermensch nur noch bemitleidenswert.

    Und somit hat man Dir den Motor genommen nicht wahr? Wie sollst Du jetzt noch beweisen, dass Du etwas wert bist? Wie sollst Du jetzt noch beweisen, dass Du Leistung bringen kannst? Bei ihm geht es ja nicht mehr.

    Ich denke, wichtig ist für Dich zu sehen, das alles das was Du in Deinem Leben geschafft hast, Du für Dich getan hast. Wenn ich mir Deinen Post so durchlese, scheint mir das eine Menge zu sein. Es ist wichtig für Dich zu lernen, selbst stolz auf Dich zu sein, selbst zu sehen was Du wert bist, das Du etwas wert bist. Stolz sagen zu können ich habe etwas geschafft in meinem Leben, auch wenn es nicht immer einfach war, ich habe nicht aufgegeben, ich habe für mich gekämpft und mich nicht unterkriegen lassen. Es ist nicht wichtig, dass Dein Vater oder andere dieser Meinung sind, sondern das Du dieser Meinung bist.

    Zitat

    Bin ich jetzt diejenige die eine Therapie braucht?

    Möchtest Du denn eine? Glaubst Du eine zu brauchen? Wenn ja, was spricht dagegen zum Arzt zu gehen und Dir eine Überweisung zu holen? Geht ganz schnell und tut auch nicht weh. Wenn Du das nicht möchtest, brauchst Du das auch nicht zu tun. Es geht darum was Du für Dich für richtig hälst, nicht andere.

    Zitat

    Ich habe noch keine Bücher gelesen die etwas mit Folgeschäden zu tun haben. Ich habe auch Angst, daß ich es mir dann zu leicht mache. Und einfach für all mein Verhalten eine Entschuldigung finde.

    Du wirst Erklärungen finden. Was Du dann damit machst, liegt ganz bei Dir. Und leicht wird ist das lesen dieser Bücher nicht. Ich habe Rotz und Wasser geheult und zwar um mich.

    Zitat

    Mein Kind ist nun schon 22 Jahre alt. Ich habe ganz große Angst, daß es gewisse Verhaltensmuster aufweist. Und wir haben uns auch bisher immer sehr lange über Eure Briefe unterhalten

    Das kann ich verstehen. Ist Deine Angst den berechtigt? Weist es „gewisse“ Verhaltensmuster auf? Oder sind das Szenarien in Deinem Kopf die Deiner Angst um es entsprechen? Hat es denn Probleme? Oder hast „nur“ Du Angst, dass es sie bekommen könnte?
    Es redet doch mit Dir, das tun noch lange nicht alle Kinder mit ihren Eltern. Es redet auch über die Beiträge im Forum mit Dir und es ist mit 22 Jahren nun auch nicht so ganz klein und unerfahren. Es wird sicherlich in der Lage sein eigene Schlüsse zu ziehen und hat bestimmt auch eine eigene Meinung. Wenn es „nur“ die Angst ist und nicht der Realität entspricht, dann habe doch ein wenig mehr Vertrauen in Dein Kind.

    Denk an Dich. Vorwürfe an sich selbst bringen nichts, die Zeit ist vorbei, Du kannst sie nicht zurückdrehen. Es ist jetzt wie es ist. Die Vergangenheit kannst Du nicht mehr ändern, Deine Zukunft hast Du immer noch in der Hand. Schau nach vorn.

    Gruß
    Skye

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