Einzug bei alkoholkrankem Vater

  • Hallo ruru

    Erstmal: Sei willkommen hier im Forum!


    Zitat

    Hat mein Einzug bei ihm irgendwie was ausgelöst, dass er wieder trinkt??

    ich als abstinente Alkoholikerin kann Dir sagen, daß Du nicht schuld bist, wenn Dein Vater wieder trinkt. es gibt nämlich keinen Grund wieder zur Flasche zu greifen, es sei denn man will wieder rückfällig werden. Zur Entlastung des eigenen schlechten Gewissen und die Scheu davor die Eigenverantwortung für sein Handeln zu übernehmen wird oft jemand anderen die Schuld zugeschoben: In dem Fall bist Du es..

    Aber Du bist nicht schuld.

    Zitat

    Soll ich so schnell wie möglich ausziehen?? (ist ein bisschen sehr kompliziert für mich im Moment)

    Ja, ich würde Dir raten auszuziehen, es gibt sicher offizielle Stellen, die Dir helfen können schnellstmöglich ein Zimmer oder eine Wohnung zu finden. Und wenn es ein WG zimmer ist, das ist auf jeden Fall besser als bei einem trinkenden Menschen

    Bitte denke daran, Du bist für Dein eigenes Leben und Dein eigenes Wohlergehen verantwortlich. Dein Vater ist erwachsen und Du darfst und sollst ihm nicht die Verantwortung nehmen und sie an seiner Stelle tragen. Wenn er trinken willst, dann kannst Du nichts tun. Da hilft kein drohen, bitten, betteln und Gespräche helfen auch nicht. Nur, wenn er es selbst will, dann wird er aufhören.

    Ich wünsche Dir alles Gute
    Xen.

  • Hallo Ruru,

    auch ich bin noch neu hier und Kind eines Alkoholikers. Mir hat es sehr geholfen auf Abstand zu gehen, ein wenig Ruhe zu finden und mich selbst als ICH wieder wahrzunehmen.

    Und das solltest Du auch tun. Ich kenne die genauen Umstände nicht, warum Du keine eigene Wohnung findest, aber wie Xen schon geschrieben hat, tut's vielleicht auch erstmal ein möbliertes Zimmer.
    Geh' auf Abstand und suche Ruhe für Dein Leben.

    Was DU tun kannst? Was DU ändern kannst?

    Zitat von ruru

    Ich hab auch gefragt, was ich tun kann, wenn er trinkt und er meint "Abwarten, bis ich aufhöre!"

    :shock:

    ...ich glaube Deine Fragen beantworten sich mit dieser Aussage Deines Vaters von selbst, oder? Abwarten bis er aufhört ist keine akzeptable Alternative für Dich. Und es ist ganz schön viel verlangt seinem Kind so eine Last zuzumuten. Sicherlich ist Dein Vater verblendet durch seine Sucht und erkennt vielleicht zur Zeit nicht die Tragweite dieser Zumutung, dennoch wird er sich von niemandem - ausser von sich selbst - abhalten lassen.

    Selbst wenn die Idee, bei ihm einzuziehen, Mist war (warum auch immer), ist es nicht Deine Schuld. Er hat wieder angefangen zu trinken, weil er es wollte und nicht stark genug war.

    Ich wünsche Dir, dass Du eine Möglichkeit findest auf Abstand zu gehen. In vielen Beiträgen hier finde ich mich wieder und das tut gut. Lies viel hier und Du wirst sehen, dass es viele Wege gibt - aber ähnlich sind sie sich irgendwie alle.


    Lieben Gruß
    Bibs

  • Hi Ruru,

    schön, dass Du ein wenig erleichtert bist und vielleicht einige "Bröckchen" vom Herz kullern.

    Zitat von ruru


    Mir ging es ja mehr um ihn und nicht um mich!

    ...natürlich macht man sich auch Sorgen um seine Eltern, wenn mal was im Argen liegt. Aber man kann nicht mehr schultern, als man (er)tragen kann. Es sollte Dir um Dich gehen, wenn es Dir nicht gut geht. Um Dein persönliches Seelenheil.

    Zitat von ruru

    ...und so lebt, wie er will und wenn ich bei ihm einziehe, könnte es passieren, dass er rückfällig wird (ich weiß jetzt nicht, ob er es allgemein gemeint hat oder als Grund)!

    ...so leben wie er will - das ist sein gutes Recht. Und wenn er mit dem Alk leben will, dann muß er das tun. Du kannst es nicht beeinflussen. Egal, ob Du lieb, gemein, böse oder hilfsbereit bist. Es wird nichts helfen, so lange er so leben will. Aber die Aussage "...es könnte sein, daß ich dann wieder anfange..." war für ihn im Prinzip schon wie ein Freifahrtschein. So kann man natürlich auch sein Gewissen beruhigen und hat einen Grund gefunden, nachdem man vielleicht schon insgeheim gesucht hat...

    Zitat von ruru

    Aber ich habe mir wirklich alle Mühe gegeben, ihm keinen "Anlass" zu geben! Aber ich denke eben auch, wenn ich ihn eben mit meinen Problemen auch noch belabere, bringt ihn das wieder zum Alkohol...
    Er macht sich eben Sorgen um mich

    ...DU trägst nicht dazu bei, dass er trinkt. Er macht sich Sorgen um Dich. Das sollte er auch (wenn es Anlass dazu gibt), denn er ist Dein Vater. Er sollte sich sein Leben lang um sein Kind sorgen. Dennoch sind Sorgen (welche auch immer) kein Grund, mit dem Trinken anzufangen.

    Hast Du schon den Beitrag "Merkmale EKAs" gelesen? ...auch "sich schuldig fühlen" ist in der Vergangenheit verwurzelt.

    Lieben Gruß
    Bibs

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