Vererbung?

  • Hallo Daniela,

    in den "häufig gestellten Fragen" findest Du ja schon ein paar Beiträge zu dem Thema,

    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…s-vererbbar.php

    daher hier nur ganz kurz. Ich persönlich galube nicht an eine Vererbung im eigentlichen Sinn, glaube aber sehr wohl daran, dass man viel gefährdeter ist, wenn man "es" vorgelebt bekommt.

    Gruss Joachim

  • Zitat

    Ich bin sicher, dass es viele Alkoholiker gibt, bei denen der Alkoholismus nicht genetisch ist, sondernd das Symptom einer rein psychischen /seelischen Schwierigkeit darstellt. Viele von denen können nach Behebung dieser Nöte auch wieder kontrolliert Alkohol konsumieren.


    Hallo Sobrietas,

    Du stellst das in Deiner These so dar, als wenn man nur seine psychischen Nöte beheben bräuchte, um dann ruhig mal ausprobieren zu können wieder kontrolliert zu trinken!

    Tut mir leid, aber soetwas kann und will ich nicht akzeptieren! Bei allen Verständnis für Deine eigene Geschichte, hast Du scheinbar gar keine Ahnung was psychische Nöte eigentlich bedeuten. Da macht man nicht mal nur mal schnell eine Therapie, behebt die Schwierigkeiten und alles ist wieder schön und man kann endlich wieder Alkohol trinken.

    Solche Gedanken sind für jeden Alkoholiker sehr gefährlich. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob eine körperliche und/oder psychische Alkoholabhängigkeit besteht! Alkoholiker können zeitlebens nicht mit Alkohol umgehen. Sehr, sehr viele hier mußte diese bittere Erfahrung bereits machen.

    Jedes herumexperimentieren kann sehr schlimme Folgen haben. Gerade Betroffene, die chronische Depressionen haben oder traumatische Erleb- nisse in der Vergangenheit hatten, sind äußerst gefährdet. Diese Depressionen verschlimmern sich z. B. durch Alkoholkonsum, können sogar Suizidgedanken auslösen.

    Ich bin selten hier richtig verärgert, doch über Deinen Beitrag bin ich sehr bestürzt.

    Teufelchen

  • Hallo Sobrietas,

    Zitat

    Ich bin sicher, dass es viele Alkoholiker gibt, bei denen der Alkoholismus nicht genetisch ist, sondernd das Symptom einer rein psychischen /seelischen Schwierigkeit darstellt. Viele von denen können nach Behebung dieser Nöte auch wieder kontrolliert Alkohol konsumieren.

    Also, ich halte diese Aussage von Dir sogar für äusserst gefährlich, da sie unter Umständen doch völlig falsche Hoffnungen wecken könnte.

    Wenn man einmal Alkoholiker ist, bleibt man es sein Leben lang und da gibt es nur den Weg der totalen Abstinenz. Man kann dann nie wieder Alkohol trinken !!!

    Da spielen auch die Gründe, warum man diese Krankheit bekommen hat erst einmal keine Rolle.

    Joachim

  • Hallo Sobrietas,

    Das geht nicht...!
    Mit Verlaub gesagt, das nur eine blanke Theorie...!

    Ein Absusus, gerade bedingt durch seelische Störungen, könnte im Endeffekt tödlich verlaufen.
    Um die Ursache, an der Wurzel zu packen, ist ein lebenslanger Verzicht nötig.
    Da, Du dies doch selber erlebt hast, warum zu Teufel, kommst Du auf solche Gedanken !!!

    Ich denke auch nicht, das es das eine genetische Disposition gibt, das ist, wie bei allen anderen Dinge auch, eine Frage der Einstellung zu den wesentlichen Dinge des Lebens!!!

    Sebastian

  • Zitat

    Gerade wir Alkoholiker stempeln aber gerne andere auch zum Alkoholiker ab, wenn einer mal Missbrauch betreibt. Nun kann man streiten, ob man solche Leute überhaupt als Alkoholiker bezeichnen darf. Darf man, denn Missbräuchler werden oft dazugezählt. Sporadischer "Alkoholismus" kann auch "nur" ein Symptom sein.

    Hallo Sobrietas,

    jeder in unserer Kultur mißbraucht gelegentlich Alkohol! Manche nur sehr, sehr selten, andere sehr oft. Solange diese Menschen nicht abhängig sind (egal ob physisch und/oder psychisch), sind sie auch weit davon entfernt Alkoholiker zu sein. Ob diese Menschen nun weiterhin trinken oder sich entschließen ihr Leben abstinent zu verbringen, ist ziemlich unwesentlich. Was mich angeht, bin ich weit davon entfernt jemanden als Alkoholiker abzustempeln, der gelegentlich Alkohol mißbraucht. Das wäre Unsinn.

    Zitat

    Von diesem Forum habe ich aber den Eindruck, dass auch Diskussionen gewünscht sind.

    Das ist in der Tat so. Beachte jedoch bitte, das dies ein Forum für Alkoholiker ist, die Hilfe zur Selbsthilfe finden und geben möchten.

    Alkoholiker und nicht Menschen, die ab und an Alkohol mißbräuchlich nutzen! Das ist ein riesengroßer Unterschied.

    Viele hier, sind noch lange nicht trocken und beginnen hier ihre ersten Schritte in ein trockenes Leben mit der Erkenntnis, dass sie ihren Alkoholkonsum nicht mehr kontrollieren können. Suchen mitunter noch verzweifelt nach Hinweisen, vielleicht doch nicht abhängig zu sein. wenn dann hier Sätze zu lesen sind, wie man braucht nur seine psychischen Nöte aus der Welt zu schaffen und kann dann wieder kontrolliert trinken, ist das eben hier sehr gefährlich!

    Für einen Alkoholiker gibt es keine Alternative zur Abstinenz, wenn er seine Erkrankung stoppen will. Das sollte unmißverständlich klar sein.

    lg
    Teufelchen

  • Hallo Sobrietas,

    insbesondere die Sache mit den 1000 Gründen zum Trinken, kann ich natürlich sehr gut nachvollziehen. Ich persönlich hatte bestimmt noch viel mehr.

    Wesentlich zum trocken werden ist doch nur die Erkenntnis, dass es eben tatsächlich nicht einen einzigen Grund zum Trinken gibt, wenn man alkoholkrank ist und man zufrieden und glücklich leben kann, wenn man das verinnerlicht hat.

    Ich habe getrunken, wenn es mir sehr schlecht ging, wenn es mir sehr gut ging usw.

    Heute geht es mir manchmal immer noch sehr schlecht, oft sehr gut usw. Jetzt brauche ich den Alkohol nicht mehr.

    Ob ich nun erblich vorbelastet bin oder nicht, spielt für meine persönliche Abstinenz keine Rolle.

    Menschen die eventl. erblich vorbelastet sind, sollten auf sich acht geben und vorsichtig mit ihrem Alkoholkonsum sein. Sollten Zweifel hinsichtlich einer Veranlagung für Alkoholismus sein, sollte man meiner Meinung nach, sich für eine alkoholfreies Leben entscheiden. Das sollte man sich schon wert sein.

    Bleibt die Frage, wie wird man schon als Kind eine starke Persönlichkeit mit sehr ausgeprägtem Selbstbewußtsein, um nicht doch, z. B. aufgrund von Gruppenzwang o.ä., anzufangen, Alkohol zu konsumieren, wenn man in einer typischen Alkoholikerfamilie aufwächst?

    lg
    Teufelchen

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