ich habe etwas verstanden

  • ich habe verstanden, dass es eine not ist, den eigenen eltern helfen zu wollen, wenn man sie oder ihn dem alkohol verfallen sieht. das ist mir bisher nicht gelungen. ich konnte nur die manipulation im system erkennen. jetzt verstehe ich, dass angehörige von alkoholikern oft einfach nur nicht anders können, sich der "unterlassenen hilfeleistung schuldig fühlen". ich verstehe wie sie in die verantwortung hineingezogen werden, erst unmerklich und schleichend.

    ich verstehe nun den zwiespalt zwischen dem "eigenes leben leben" und verantwortung für den süchtigen übernehmen. und ich verstehe WIE schwer es ist, insbesondere für kinder, aus diesem dilemma heraus zu kommen. ich erahne den weg, der zu gehen ist. aber ich verstehe auch die notwendigkeit, den weg zu betreten.

    ihr hier habt mir mit all euren fragen und antworten, euren erfahrungen geholfen.

    ich verstehe jetzt mein dilemma mit der ohnmacht, zuzusehen wie -aus meiner sicht- falsche dinge getan werden, ich zurück stehen muss, wegen der sucht seiner getrennt lebenden frau, der sorge der kinder um ihre mutter, ich zurückstehen muss wegen den vorwürfen der "unterlassenen hilfeleistung" seiner kinder an ihn. ich verstehe, dass ich einiges nicht verstanden habe. und ich verstehe, dass auch ich trotzdem und gerade bei mir bleiben muss.

    ich wollte ihm bücher schenken. einschlägige fachliteratur. ich habe es nicht getan. aber ich habe ihm von euch erzählt und ich wünsche mir sehr, dass er herfindet und den ersten schritt tun kann auf dem weg. dass er sich ein klein bischen öffnen kann für die worte, die hier geschrieben stehen, eure worte. dass er etwas mitnehmen kann...

    für ihn, für die kinder, für sie... und für mich.

    meg

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