Möchte mich vorstellen, und um Eure Hilfe bitten

  • Servus Martin,

    willkommen im Forum! Womit können wir Dir helfen? Was möchtest du denn erreichen?

    Ich fang einfach mal an:
    Wenn Du ein dauerhaft trockenes Leben anstrebst, dann bist Du hier richtig.
    Wenn Du eingesehen hast, dass der Alkohol stärker ist als Dein Wille, dann hast Du schon mal einen sehr grossen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

    Jetzt ist es an Dir - wie möchtest Du weitermachen? Vielleicht kannst Du uns beschreiben, wonach Du suchst, wie Du Dich fühlst, ob Du noch trinkst?

    LG
    Spedi

  • Ja, das kann es auch nicht sein.
    So, ich nehme mal an, Dir fehlen einfach noch die Worte, um Dich klar auszudrücken. Vielleicht kostet es auch noch "Überwindung", sich selbst einzugestehen, "ja, ich bin Alkoholiker".
    Nun, wie dem auch sei. Du willst davon loskommen.
    Dann ist jetzt als erstes der Gang zum Arzt angesagt. Warum? Nun, niemand kann abschätzen, wie Dich der Entzug vom Alkohol treffen wird. Zusammen mit Deinem Arzt solltest Du das weitere Vorgehen abstimmen.
    Schenke Deinem Arzt "reinen Wein" ein (Freud'sche Fehlleistung von mir. Will sagen: sei offen!). Dass etwas mit Deinem Alkoholkonsum nicht stimmt, weiss der Doc ohnehin schon. Also, keine falsche Scham, die wäre hier fehl am Platze.
    So, und dann machst Du nach Anweisung des Arztes eine Entgiftung, meist erfolgt die stationär in einer Klinik. Die Dauer ist in der Regel zwischen 10 und 14 Tagen. Dabei ist sichergestellt, dass Du nicht etwa Krampfanfälle etc erleidest, bzw dass Dir in so einem Fall sofort geholfen werden könnte.
    Keine Angst, Dein Arbeitgeber erfährt davon nichts, so lange Du das nicht ausdrücklich sagst. Aber dazu kommen wir später noch.

    Ja, und dann beginnt die eigentliche "Arbeit" des Trockenwerdens - die Loslösung von Deinem Alkoholumfeld (Freunde, Plätze, Situationen), in dem Du getrunken hast. Dass Deine Wohnung hierbei alkoholfrei sein sollte, versteht sich von selbst, oder?
    Das schliesst auch Mundwasser etc mit ein - Du erleichterst Dir damit einfach die Anfangsphase.

    Ist ein bisschen viel für den Anfang? OK, sag, was Du wissen möchtest, was Du an Informationen vermisst, was unklar ist. Ach ja, und schreib hier, was Dich belastet, beschäftigt, was in Dir vorgeht. Keine Angst, uns ist hier "nichts fremd", wir haben das alle in der einen oder anderen Form selbst mitgemacht.

    LG
    Spedi

  • Sorry Martin, nimm es bitte einfach so an, wie es ist: die Art der Entgiftung entscheidet Dein Arzt - oder nützt es Deinen Kunden, wenn Du mit Krampfanfall in Deinem Laden liegst?
    Du kannst jetzt gerne Krampfanfall durch die restlichen Möglichkeiten ersetzen, der Punkt bleibt der gleiche.
    Fang nicht schon am Anfang an, Dir "Schlupflöcher" zu suchen!
    Wenn Du vom Alkohol loskommen möchtest, dann mach es richtig - sonst wird es "nur" eine Trinkpause, der Rückfall ist vorgezeichnet, und ob Du dann nochmals die Chance für einen Neuanfang hast, kann Dir niemand sagen. In diesem Zusammenhang: Mein Nachbar hat diese Chance nicht mehr bekommen, wir haben ihn am Samsag beerdigt.

    LG
    Spedi

  • Servus Martin,

    ich weiss, das ist momentan sicher auch etwas viel. Nur: wir wollen hier keine "Schmusestunde" halten, sondern Menschen helfen, die an der gleichen Krankheit leiden, wie wir selbst. Und diese Krankheit endet -unbehandelt- nunmal tödlich!

    Du wirst Dir manche Deiner jetzigen Bekannten im Laufe der Zeit sonstwohin wünschen, zu manchen wirst Du offen sein (können) und zu manchen wirst Du keinen Kontakt mehr haben. Aber Du wirst neue Bekanntschaften machen, solche, die Dir ein Leben ohne Alkohol erleichtern.

    Das gleiche gilt für Freunde, Arbeitsplätze, Wohnungen etc. - aber das wirst Du im Laufe der Zeit für Dich selbst herausfinden...

    Jetzt ist erst mal wichtig, dass Du zum Arzt gehst und "dran bleibst".

    Ich wünsche Dir viel Kraft dabei, und ich weiss, dass Dich das Forum hier gut unterstützen kann. Nur: annehmen musst die Hilfe Du, das kann sonst keiner für Dich... 8)

    Lg
    spedi

  • Hallo Martin1972,
    daß du Angst vor deinem "Neuen Leben" hast kann ich verstehen. Aber beginne jetzt ein neues Leben indem du zu deinem Arzt gehst und mit ihm deine Entgiftung besprichst.

  • Hallo Martin1972,
    das Leben "danach" ist bei jedem etwas anders. Es gibt aber bestimmte Punkte an die du dich halten solltest.
    Keinen Alk im Haus/Wohnung
    Beschäftige dich in Situationen in denen du getrunken hast mit etwas anderem
    Verzichte auf den Umgang mit "Trinkern" sonst ist ein Rückfall fast schon beschlossen
    Arbeite an dir und deiner Krankheit


    Und denke daran man kann diese Krankheit nicht heilen sondern nur stoppen

  • Hallo Martin,

    herzlich willkommen im Forum.

    Du hast eigentlich schon "tausend" gute Ratschläge kommen, da gibt es im Moment nicht viel zuzufügen.

    Du schreibst: Zudem mein Umfeld nicht weiss das ich abhängig bin.
    Das meinen die meisten Alkoholiker und ist meistens falsch.
    Bei dem von dir genannten Alkoholmißbrauch dünstet man aus dem Körper, trotz Dusche, Parfum (igitt ... noch ekliger diese Mischung) und Pfefferminz. Deine Augen verraten auch viel.

    Zur vorübergehenden Schließung deines Ladens kann ich auch nur ergänzen, dass nichts unmöglich ist. Es geht um Leben und Tod. Ich kenne auch solche ähnlichen Trinkmengen, es ist fast schier unmöglich, da ohne kontrollierte Entgiftung runter zu kommen. Zudem hat die Entgiftung auch noch den psychischen Effekt, wirklich einen gewaltigen Meilenstein gegangen zu sein. Unterschätze es daher nicht.

    Dein weiteres Leben ist auch wirklich davon abhängig, hier Ratschläge aus Erfahrungen anzunehmen, nicht nach bequemeren Mittelwegen zu suchen, diesen Weg Schritt für Schritt zu gehen.

    Nach der Entgiftung hast du eben hier die Möglichkeit, zusätzlich bieten wir einen geschlossenen Bereich mit Charakter einer SHG, wirklich täglich mit uns zu "arbeiten", zu lesen, zu schreiben, zu reflektieren, anzunehmen und umzusetzen.
    Das kann wirklich zu einer wertschöpfenden Freude sich entwickeln, die fern deiner "Freude" des Griffs zur Flasche abends jetzt ist.

    Gruß, Freund.

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