ambulanter Alkoholentzug

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Für beide Gruppenbereiche kannst du hier Vorstellen und hier bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo,


    ich habe, darüber bin ich mir voll bewußt, ein Alkoholproblem. Damit bin ich nach derzeitiger medizinischer Definition ein Alkoholiker. Diese Bemäntelung ist mir zwar extrem unangenehm (weil damit in der Gesellschaft viele Eigenschaften verbunden werden, welche (noch?) nicht auf mich zutreffen) aber auch diese Ungerechtigkeit werde ich wohl überleben.


    Ich möchte hiergegen etwas aktiv unternehmen, wobei bestimmte Vorstellungen sicher mit der allgemeinen Lehrmeinung kollidieren. Vor allem möchte ich zukünftig (wieder) einen natürlichen Umgang mit Alkohol haben, wobei mir dauernde Abstinenz genauso unnatürlich erscheint, wie eine Abhängigkeit. Doch dies nur am Rande, worüber ich aber ggf. gerne auch diskutiere.


    Eine der Ursachen meiner Alkoholabhängigkeit ist eine Haftpsychose, wobei es mir völlig kontraproduktiv erscheint, mich zum (körperlichen) Enzug in eine Gefangenschaftssituation (geschlossene Station) zu bringen. Ich möchte daher ambulant entziehen und betrachte es als grundlegendes Menschenrecht, daß mir auch ein Entzug ohne Freiheitsenzug angeboten wird. Zumindest beim ersten Mal sollte es möglich sein, zu zeigen, ob man genügend Disziplin für auch dafür besitzt. Brauche aber die ambulante Betreuung eines Arztes, um auch gefährliche Entzugserscheinungen rechtzeitig von zwar höchst unangenehmenen, aber letztlich harmlosen Entzugserscheinungen unterscheiden zu können. Ich möchte schließlich nur entziehen, jedoch nicht in Gesundheits- oder gar Lebensgefahr kommen.


    Wohin kann ich mich im Raum Hamburg wenden, um mir diesen Luxus des ambulanten Entzugs (der für Kasse viel billiger ist) zu gestatten? Und was muß ich für eine therapeutische Nachsorge vorher alles vorbereiten?


    Grüße
    Alki001

  • hmmmmmmm ...


    Zitat

    Vor allem möchte ich zukünftig (wieder) einen natürlichen Umgang mit Alkohol haben


    na, diesen satz lasse ich mir wirklich auf der zunge zergehen. denn was ist ein natürlicher umgang mit alkohol?
    wie hoch darf der promillepegel bei einem natürlichen umgang mit alk sein?
    der gepflegte rausch nur am we?
    oder das glas wein beim essen?


    ähem ... wenn Du dereinst unter den ca. 40.000 alkoholtoten bist, kannst Du nicht mehr antworten, also bitte vorher sagen, was Du meinst, mkay?


    haftpsychose ... ja, kann ich mir vorstellen, dass es dann unangehehm wird, stationär zu entgiften. doch normalerweise ist eine alkohol - entzugsstation niemals geschlossen, dass passiert nur bei illegalisierten drogen, bedeutet, dass die tür immer offen ist und Du gehen kannst wann immer Du willst.
    vielleicht kannst Du mal präzisieren, welche symptome mit einer haftpsychose assoziert sind.
    denn diese hat niemals ihren einzug in unsere taxonomisch strukturiertes system (ICD 10 - DSM IV) gefunden. diskutiert wird eine prävalenz zur schizophrenie.
    als beispiel: THC ist eine recht harmlose droge, doch ist sie immerhin ein - wenn auch niederpotentes - halluzinogen. so, dass latente psychosen durch THC ausgelöst werden ohne selbst ursache einer psychose zu sein.


    hier den knastbedingungen eine schuld zu geben ist genau so blödsinnig, wie zu sagen, dass THC ursächlich für eine psychose verantwortlich ist.


    ambulant zu entziehen ist sicherlich möglich, wer das schafft, hat allerdings meist mehr glück als verstand, denn Du brauchst ja die entzugsmedikamente, denn sonst läufst Du gefahr mglw. an einem krampf oder delier zu sterben.
    die entsprechenden entzugsmedikamente wären Distra Neurin, dessen ambulante verschreibung allerdings als ärztlicher kunstfehler angesehen wird (vergl. Dörner / Plog) da dieses medikament die höchste suchtpotenz hat, die ich kenne.


    man kann es auch mit diazepam versuchen, doch auch hier wirst Du schwer einen arzt finden, der Dir das aus diesem grunde verschreiben wird, zumal es auch ein primäres abhängigkeitspotential hat und bei einer gleichbleibenden dosierung über 4 wochen schon zu entzugssymptomen führen kann. benzos wieder loszuwerden ist die hölle auf erden, dauert sehr lange und man braucht eine wahnsinnsdisziplin, die man als alkoholiker, der ja wie auch immer nach dem entzug weitertrinken will, gar nicht hat / haben kann.


    ich fasse mal meine meinung zusammen:


    wenn Du psychotisch bist, warst Du das vor haftantritt auch schon, die knastsituation hat sie nur ein wenig schneller ausgelöst.
    nach einer erfolgreichen entgiftung weitertrinken ist nicht möglich, möglicherweise ersetzt Du nur eine sucht durch eine andere (benzos, distra)
    eine ambulante betreung ist nur bedingt möglich, keine gruppe wird Dich bei dem versuch, "normal" weiterzutrinken unterstützen, dafür haben die kollegen die zerstörerische wirkung des alkohols zu gut kennengelernt.


    eine substitution von alkohol - kranken ist nur bei schon durch alkohol cerebral geschädigten menschen unter heimbedingungen möglich, dass wird in einigen wenigen heimen so gehandhabt, aus medizinischer sicht allerdings abzulehnen, da alkohol eine der giftigsten substanzen ist, die ein mensch konsumieren kann.


    ähnlich wie bei THC wird immer wieder der versuch unternommen, einen niedrig dosierten konsum durch angeblich gesundheitsförderliche aspekte zu rechtfertigen (ein glas wein / d schützt vor dem herzinfarkt.


    allerdings kann es THC mit alkohol niemals aufnehmen, denn wie auch immer argumentiert wird, die giftigkeit des alkohols ist nachhaltig bewiesen, die des THCs ist niemals bewiesen worden. hier jetzt auf THC auszuweichen dürfte für Dich in euiner psychotischen episode enden, bei Deiner disposition.


    ergo: Du hast nur eine chance, entweder oder, dazwischen gibt es für einen bereits süchtigen menschen nichts.



    °|..|°

  • Hallo,


    ich muß Euch recht geben, entweder geht man seiner Sucht nach oder man hört ganz auf. Einen Zwischenweg kann es nicht geben. Eine Sucht ist ja immer, das man unter allen Umständen seinem Verlangen nachgehen will. Wenn man nicht mehr trinkt, ich bleine mal beim Alkohol, da es hier nun mal ein Forum für Alkoholkranke ist, ist es ja eigentlich für einen Süchtigen unnatürlich. Darum muß man auch jeden Tag dagegen ankämpfen. as Kämpfen wird zwar nach und nach weniger, aber vergessen darf man es nie.


    @°|-|°
    Da Du ja auch anderen helfen möchtest, wie ich aus Deinen Beiträgen raus lese, wäre es gut, Dich anzumelden. Meiner Meinung würde es Deine Glaubwürdigkeit unterstreichen.


    Gruß
    Mark

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