Beiträge von andreas57

    Servus Kiki69 !

    Gratuliere dir, dass du den richtigen Weg aus der Sucht erkannt hast und auch umsetzt. Vor allem hast du schon einige Versuchungen ( Patient mit Bier im Rucksack , Supermarkt ) erfahren und bist standhaft geblieben.

    Am Anfang meiner Trockenheit wußte ich auch nicht so recht wie mit Familienfeiern umgehen. Da ich hier aber schon gelesen hatte derartige Feiern könnten mir gefährlich werden in bezug auf meine Trockenheit ließ ich mich gar nicht darauf ein und blieb fern. Im Übrigen war das gleichzeitig ein Anlass für mich bei den Menschen die es noch nicht wußten
    (geahnt hatten es sowieso schon viele ) mich zu "outen".
    Heute habe ich kein Problem mehr damit meine Alkoholkrankheit offen zu bekennen.

    Wünsche dir einen weiteren erfolgreichen Weg !

    LG Andreas

    Servus Chrischi!

    ontas hat geschrieben:

    ....... Bei all diesen Dingen hat sie hier im Forum nachgefragt und hat sich nach den Rat-Schlägen gerichtet. ..........

    Wie schon ersichtlich sind in dem Wort Ratschläge auch solche enthalten und ich finde wir sollten hier unsere Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen und weitergeben.
    Ich würde mir es nicht anmaßen anderen hier Ratschläge zu erteilen noch dazu wo jede Persönlichkeit individuell verschieden ist.
    Dass die Alkoholkrankheit ein gemeinsames Krankheitsmuster hat und wohin sie im Endeffekt mündet ( nämlich in den Tod) ist ebenfalls klar und gewisse Grundsätzlichkeiten ( z.B. die Grundbausteine) sind absolut notwendig.

    Ansonsten tut sich mir der Vergleich mit einem großen Suppentopf auf:
    Jeder gibt etwas hinein und das für mich brauchbare nehme ich mir heraus - auch wenn ich den Topf nicht auf einmal auslöffeln kann.

    Alles Gute auf deinem Weg

    LG Andreas

    Ich in meinem Fall habe ambulant entzogen, gleichzeitig eine SHG aufgesucht und auch hier im Forum mitgelesen. Alles zusammen hat mir gutgetan und mich bis zu heutigen Tag trocken bleiben lassen.

    Meinen Bergsport habe ich nur im letzten Abschnitt meiner Trinkerphase vernachlässigt und ich habe nach der Entziehung wieder mit dem Training angefangen und war nach einigen Wochen bereits wieder auf einem hohen Niveau und bin jetzt körperlich so gut beisammen wie selten zuvor.
    (Natürlich in Relation zum Alter :roll: )

    Beim aufkommen negativer Gefühle habe ich mich immer sportlich betätigt und war nachher zufrieden ,müde aber auch trocken.

    Veranstaltungen wo vordergründig Alkohol getrunken wird meide ich nach wie vor - oder verlasse sie beim Aufkommen von unguten Gemütszuständen

    LG Andreas

    Hallo Plejaden!

    Danke für deine Willkommensgrüße!

    Den Ausdruck DOS (= Day of surrender/ Tag der Aufgabe -Kapitulation)
    habe ich anfangs selbst nicht gekannt. Kommt, so glaube ich zumindest aus diesem Forum, weiss aber nicht mehr von wem.
    Ein weiterer Schritt der allgemeinen Anglifizierung - bezeichnet aber sehr gut einen bestimmten Zeitpunkt im Leben eines Alkoholikers.

    LG
    Andreas

    Ich bin 51 Jahr alt und in Österreich zu Hause. Meine Alkoholikerlaufbahn begann im Teenageralter wo ich um von anderen akzeptiert und anerkannt zu werden erstmalig mit Alkohol in Berührung kam. Ich konnte schon damals mit Alk nicht richtig umgehen, dann ich trank wegen der Wirkung und nicht wegen des Geschmackes, was natürlich in Folge auch die ersten Abstürze nach sich zog. Im Laufe der Zeit entwickelte ich mich zu einem Quartalstrinker und ich bekam nach der Geburt meines ersten von zwei Kindern im Alter von 23 Jahren die ersten gesundheitlichen Warnzeichen in Form von Panikattacken und anderen psychosomatischen Beschwerden.

    Ab diesem Zeitpunkt begann ich mit Sport und meinem liebsten Hobby das inzwischen zu meiner Leidenschaft geworden ist dem Bergsteigen und Klettern und meine Beschwerden verschwanden. Das Quartalstrinken verschwand aber nicht. Ich konnte zwar längere Zeit ohne Alkohol auskommen wenn ich dann aber trank kam es über kurz oder lang wieder zu Vollräuschen. Diese Zustände zogen sich über Jahre hinweg und ich wundere mich heute noch wie ich in all den Jahren doch so viele auch extreme Berg- und Klettertouren unfallfrei machen konnte. Scheinbar hielt meine Höhere Macht seine schützende Hand über mich.

    In weiterer Folge merkte ich aber schon eine zunehmende auch körperliche Abhängigkeit und begab mich auch in psychotherapeutische Behandlung was zu einer 2-jährigen Trockenphase (einer Trinkpause, wie ich jetzt weiß) führte. Damalige partnerschaftliche Probleme mit meiner zweiten Frau lieferten mir wieder Gründe zum Trinken und ich hatte viele Abstürze in immer kürzern Zeiträumen.

    Nach der Trennung von meiner zweiten Frau und der Heirat mit meiner jetzigen Frau, die eine Lebenspartnerin ist ,wie ich sie mir immer gewünscht habe wurde alles exzessiv. Ich musste trinken und wusste bald keinen Ausweg mehr. Zwar versuchte noch ein alternativer Arzt mich mit fragwürdigen homöopathischen Methoden von der Alkoholkrankheit zu heilen, was natürlich nicht funktionierte ebenso wie das kontrollierte Trinken. Schlussendlich gipfelte mein Leidensweg in einen Lebensüberdruss und absolute Verzweiflung mein DOS war am 29.12.2006.
    Nach 8-tägigem Trinken war ich absolut am Ende. Ich nahm Beruhigungstabletten und trank Alkohol dazu und wollte nicht mehr leben. Meine Frau, die auch allmählich eine Co-Abhängigkeit entwickelte, rief Notarzt und auch die Polizei kam mit. Ich wurde ins Krankenhaus gebracht, behandelt und man schlug mir eine ambulante Entgiftung vor. Ich nahm diese Hilfe und für mich auch letzte Möglichkeit an und bin seit diesem Tage trocken.

    Gleichzeitig suchte ich ein paar Tage später eine SHG auf, wo ich noch immer 1x pro Woche hingehe mich sehr wohl und verstanden fühle und dies auch weiter tun werde. Zur selben Zeit lernte ich auch im Internet dieses Forum kennen. Ich las und lese eifrig mit und habe mir viele wertvolle Tipps, Ratschläge und Erfahrungen geholt und diese versucht umzusetzen und tu dies noch heute – ein herzliches Dankeschön dafür an alle im Forum und speziell an den Betreiber. Konnte bis jetzt aber nur in der Arbeit mitlesen und möchte nun, da ich einen eigenen PC und Internet habe, wenn es recht ist, auch meine Erfahrung, Kraft und Hoffnung mit den anderen Forenteilnehmern teilen und mir gleichzeitig meine zufriedene Nüchternheit bewahren.

    Ich lebe jetzt in einer harmonischen, glücklichen und absolut trockenen Beziehung und betreibe meine große Leidenschaft – den Bergsport in allen seinen Facetten – gemeinsam mit meiner Frau und meinen nicht alkoholkranken Bergsteigerfreunden und Kletterpartnern.

    Tut mir leid, dass es sooooo unendlich lang geworden ist – aber einmal im Schreibfluss gekommen –konnte ich nicht mehr stoppen. Wünsche allen gute 24h !

    Liebe Grüße

    Andreas

    Servus Leseratte!

    Als ich nach meinem persönlichen Tiefpunkt und nach meiner ambulanten Entgiftung dieses Forum hier entdeckte war ich im Innersten noch sehr
    verzweifelt und wußte nicht so recht wie ich nun trocken bleiben
    könnte.
    Ich versuchte einfach das, was ich vorher noch nie gemacht hatte:
    Ich nahm alle Erfahrungen die sich mir beim Lesen der Beiträge von
    länger Trockenen eröffneten an - auch wenn ich am Anfang nicht ro recht wußte warum.
    Im Laufe der Zeit ist mir vieles klar geworden und ich weiss, dass hinter
    so manchem vordergründig nicht nachzuvollziehendem Rat eine tiefere
    Erfahrung und Weisheit steckt.

    In diesem Sinne wünsche ich dir einen erfolgreichen Weg in die Trockenheit!

    LG Andreas

    Servus Pauli71 !

    Auch mir ging es ähnlich wie dir - meine Frau konnte oder wollte nicht begreifen, dass ich Alkoholiker bin. Selbst als ich es für mich schon angenommen hatte alkoholkrank zu sein glaubte sie noch immer, dass das nur vorübergehende Alkoholbeschwerden sind. Erst mein körperlicher und psychischer Zusammenbruch öffnete ihr die Augen. Aber soweit muss es ja nicht kommen.Ich vermute daher, so wie auch Spedi schrieb, dass eine Verdrängung bzw. Co-Abhängigkeit vorlag.

    Als ich dann regelmäßig in eine SHG ging und meine Trockenheit Gestalt annahm zeigte sie ebenfalls Interesse und informierte sich in der SHG für Angehörige über den ganzen Themenkomplex Alkoholkrankheit.

    Ich beziehe auch jetzt noch meine Frau nach 15 Monaten Trockenheit in die
    Trockenheitsarbeit mit ein und vieles war sie einst nicht verstanden hat wird ihr jetzt immer klarer.

    Wünsche dir noch einen erfolgreichen Weg !

    LG Andreas[/b]

    Servus Chrischi!

    Meine Antwort in deinem Thread ist auch gleichzeitig mein allererster Beitrag in diesem Forum - das nur nebenbei!

    Auch ich habe am Anfang meiner Trockenheit - bin nun seit 15 Monaten trocken - nicht so recht gewußt wie ich mit Einladungen wo vordergründig Alkohol getrunken wird umgehen soll.
    Einerseits fühlte ich mich stark genug um zu widerstehen ( so glaubte ich zumindest) andererseits hatte ich instinktiv Angst davor einen Rückfall zu provozieren.
    Da ich bereits wenige Tage nach Beginn meiner Trockenheit dieses Forum hier entdeckte und mich umgehend informierte habe ich sicherheitshalber die Ansichten der Langzeittrockenen übernommen - denn die werdens schon wissen - und blieb solchen Einladungen fern bzw. suchte mir Treffen in alkohlfreier Umgebung oder bei Outdooraktivitäten.
    Mittlerweile habe ich weder Trinkfreunde aus vergangenen Zeiten noch Lust dazu Veranstaltungen aufzusuchen wo vordergründig Alkohol konsumiert wird.

    Bezüglich deines Jobs kannst du nur selber entscheiden ob er eine permanente Rückfallgefahr darstellt oder ob du dieser Gefahr ganz aus dem Wege gehst. Eine eventuelle Umschulung könnte ein weiterer Schritt in Richtung - das Leben ändern - sein.

    Wünsche dir einen erfolgreichen Weg in die dauernde Trockenheit

    LG andreas