Mache jetzt einen Neuanfang

  • Hallo Forum,

    @Spedi: Gratuliere, dass Du Deine Situation in den Griff bekommen hast. Über kurz oder lang muss auch ich wohl diesen Weg gehen. Im Moment würde das aber heißen, mein Problem - nicht nur das mit dem Alkohol, sondern vor allem die davon nicht abhängige Jobfrage - nach außen zu tragen und sie meinem Umfeld aufzubürden. Dazu bin ich im Moment nicht bereit - es muss noch drei oder vier Jahre gehen, dann bin ich schuldenfrei.

    @Skype: Danke für Deinen Zuspruch. Mein familiäres Problem hast Du ja schon erkannt ;) aber ich hoffe, meine Frau findet sich doch noch bereit, mir auf meinem Weg ein bisschen unter die Arme zu greifen. Das Thema Kinder hast Du auch angesprochen, meine Große ist jetzt langsam in einem Alter, in dem sie sich später einmal bewusst an Geschehnisse erinnern kann. Das war einer der Gründe für mich, einen Schnitt zu machen, denn ich will nicht, dass ihre Kindheitserinnerungen von einem, wenn schon nicht offensichtlich betrunkenen, dann aber doch durch den Suff verhaltensgestörten Vater dominiert werden.

    Heute bin ich insgesamt wieder ganz gut drauf - noch ein Marathon-Meeting am späten Nachmittag (bin jetzt schon am Einschlafen), dann geht's in Richtung Ostern. Wetter wird nicht so toll sein, d.h. meine Beschäftigungstherapie im Garten wird wohl flach fallen - naja, ich müsste sowieso mal mit der Steuer anfangen.

    Einen schönen Tag euch allen.
    Pauli.

  • So, da bin ich wieder.....

    Die Feiertage gingen bis jetzt ganz gut rum... ein paar negative Erfahrungen hatte ich schon. Wir waren beim Osteressen eingeladen. Obwohl dort keiner was trank, ist mehreren Leuten aufgefallen, dass ich nicht wie üblich ein Bier trinke, sondern nur Saft. Daraus entspann sich eine Diskussion, warum ich denn komplett auf Alkohol verzichte usw. und so fort. Ich habe nicht gesagt, dass ich Alkoholiker bin, sondern in die Richtung argumentiert, ich wolle nichts mehr trinken und mir ginge es besser so. Was mir ziemlich an die Nieren ging ist, dass meine Frau zu denen gehörte, die gegen mich anredeten, in dem Sinne, dass man doch nicht gleich so extrem werden müsse..... Naja, damit muss ich wohl leben :-|

    Noch einen schönen Feiertag.

    Pauli.

  • Moin Pauli71

    ich sage immer unverblümt das ich Trockener Alkoholiker bin und damit sind viele schon zufrieden! Je mehr es die Menschen in meinem Umfeld wissen desto weniger kommt es zu Diskussionen!

    Sollte eine Diskussion aufkommen und die "Anderen" meinen es besser zu wissen, ist es ihr Problem und nicht meins!

    Aber auch ich kann mich manchmal (obwohl es immer weniger wird )nicht jeder Diskussion entziehen und frage sie einfach!

    Woher sie ihr Wissen beziehen?
    Welche Bücher sie über das Suchtgedächtnis oder der Sucht schon gelesen haben? Ob jemand selber süchtig ist oder war und genau weiß wovon er spricht?
    Wer übernimmt denn die Verantwortung für mich wenn ich rückfällig werde? Und was sie denn dagegen haben das ich keinen Alkohol trinke?

    Wie gesagt ganz selten, weil ich eben offen/offensiv mit meiner/unserer Krankheit um gehe! :wink: Wir brauchen keine Rechtfertigung für unsere Krankheit geben!

    Bleibe auf deinem Weg und die andern ,die dich wieder ins Boot ziehen wollen, werden weniger :wink:

    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Pauli,
    ich freue mich für dich, dass du weiterhin auf deinem trockenen Weg bist, auch wenn alle anderen dich nicht so dabei unterstützen.
    Aber, vielleicht sind wenigstens deine Kinder später mal stolz auf dich, dass du sie vor einem alkoholkranken Vater bewahrt hast.
    Deine Frau hat wahrscheinlich noch keine Demütigungen oder Beleidigungen mit/ von dir einstecken müssen, wenn du getrunken hast. Sonst wäre sie froh über deine Nüchternheit (so wie ich es bin). Ich wünsche dir, dass sie es doch noch irgendwann einsieht, was du für euch alle tust.
    Schönen Ostermontag noch, LG Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Servus Pauli71,

    so langsam erlebst Du genau das, wovor ich Dich bewahren wollte. So lange Du nicht schonungslos offen den Menschen mit der Wahrheit begegnest, die für Dich gefährlich werden können, wirst Du derartige Situationen immer als ein Wechselbad der Gefühle erleben.

    Vorsicht! Das kann unter Umständen auch mal ein Bumerang sein, der Dich trifft. Trifft dahingehend, dass Dir diese "Anfeindungen" derart auf den Senkel gehen, dass Du der "Versuchung" durch Andere nicht standhältst. Muss nicht sein, aber kann. Die Gefahr ist real.

    Pauli, auf die Gefahr hin Dich zu langweilen: Nimm endlich die Sache in die Hand und sprich mit Deiner Frau Klartext! Und zwar so, dass sich das Thema ein für alle mal "erledigt" hat. Erledigt dahingehend, dass Deine Frau auch weiss, dass Sie Dich nicht von Deinem Weg abbringen kann und jeder kontraproduktive Schritt einfach zu einer Loslösung von Dir führt / führen wird.

    Ich garantiere Dir eines: Wenn Deine Frau nicht "mitzieht", dann hat Eure Partnerschaft den Rubikon bereits überschritten. Der Rest ist eine Frage der Zeit, sonst nichts. Denn entweder ihr trennt Euch, oder Du säufst wieder. Beides irgendwann, aber es wird passieren.

    Also, mach hier "klarschiff" und sieh zu, dass die "Fronten" ein für alle Male geklärt sind.

    Ich drück' Dir die Daumen, dass es für Dich gut ausgeht!

    LG
    Spedi

  • Hallo Pauli,
    ich pflichte Spedi da in seinem gesagten vollendst zu!

    Zitat

    Was mir ziemlich an die Nieren ging ist, dass meine Frau zu denen gehörte, die gegen mich anredeten, in dem Sinne, dass man doch nicht gleich so extrem werden müsse..... Naja, damit muss ich wohl leben

    Wenn ich mir vorstelle,mich heute noch für meine Abstinenz,meinen neuen Lebensweg rechtfertigen zu müssen,meine Partnerin in Beisein anderer,auch noch Abseits meines Weges gegen mich spricht,dann stimmt irgend etwas nicht!!

    Ein klares Outing allen gegenüber hat mir damals viel Gerede erspart,ich nahm anderen die Luft zum wettern,und gab mir die Luft zum Atmen!!

    Und Spedi hat Recht wenn er sagt,das Du deine Beziehung dann noch einmal überdenken solltest,jenes war auch vor ca 7 Monaten nebst anderer Gründe meine Beendigung einer 12 jährigen Lebensgemeinschaft!!

    Meine Trockenheit gibt mir niemand,jene muss ich mir erarbeiten,aber ich lass mir meine erarbeitete Trockenheit auch von niemanden!! mehr nehmen.

    Da gab,und gibt es bei mir keine Kompromisse,ansonsten hätte ich weitersaufen können!

    Gruß Andi

  • Hallo Hartmut, Spedi, Andi, Stellina und alle anderen,

    als ich Eure Beiträge eben las, hat's mich doch ganz schön getroffen, ziemlich starker Tobak! Eigentlich trinke ich ja auch deshalb nichts mehr um meine Ehe/Beziehung langfristig zu sichern/stabilisieren - dass ich durch meine Abstinenz genau das Gegenteil bewirken würde, hätte ich nie gedacht. Ich muss das alles nochmal für mich sortieren, auch den beschriebenen Vorfall an Ostern erneut überdenken. Am besten gleich heute Abend zusammen mit meiner Frau - ich will doch mal wissen, mit was sie eigentlich diese Schwierigkeiten hat, schließlich will ich mich doch bessern.

    Bis jetzt hatte ich sie nie als eine auf Äußerlichkeiten, bzw. das Urteil anderer bedachte Person gesehen, aber anscheinend hat sie Angst vor dem Stigma des asozialen Alkis. Inzwischen habe ich rausbekommen, dass Alkoholismus in ihrer Familie kein unbekanntes Thema ist. Ein Bruder ihres Opas hat sich in den 50er Jahren buchstäblich zu Tode gesoffen, nachdem er von der Familie quasi verstoßen wurde. Das war damals wohl ein ziemlicher Skandal für alle und vielleicht will sie einfach nicht wahrhaben, dass sowas auch in ihrem engsten Umfeld passieren kann.

    Wird also heute ein interessanter Abend - ich berichte morgen, falls ich es überlebt habe :)

    Gruß
    Pauli.

  • Servus Pauli,

    klingt vielleicht blöd, wenn ich das jetzt schreibe. Aber ich will Dich nicht ohne die Hintergrundinfo "ins Rennen" gehen lassen. Was Du draus machst, ist alleine Deine Sache.

    Der Punkt ist der, dass die meisten Beziehungen in Alkoholikerhaushalten nicht während der Saufzeit des einen Partners auseinandergehen, sondern danach.

    Kling paradox, ist aber sehr erklärlich.

    Der Partner, der trocken wird, verändert sich. Extrem. Schließlich stellt er sein gesamtes Denken auf ein neues Leben um, weg vom Alkohol als Seelentröster, Problemlöser, Dämpfer, Betäuber......

    Zieht der andere Partner nicht 1:1 mit dieser Entwicklung gleich oder "blockiert" gar die Entwicklung des Alkoholikers, so gehen die beiden auf getrennte Wege. Langsam, am Anfang unmerklich, später immer deutlicher und zum Schluss stellen sie fest, sie haben sich komplett gegensätzlich entwickelt und nichts mehr gemeinsam außer alten Erinnerungen an Zeiten, die vergangen sind. Keine gemeinsame Basis mehr.

    Gleiches gilt beim Blockieren des einen Partners: das kostet den Alkoholiker, der trocken werden will, zu viel Kraft. Kraft, die er für's Trockenwerden braucht, es geht schließlich um sein Leben - das ist nicht einfach. Er hat die Kraft einfach nciht, um an zwei Baustellen zu arbeiten und muss Prioritäten setzen. Und wer nicht für ihn ist (=für's Trockenwerden), der ist gegen ihn: den kann er nicht brauchen, weil er ihn kaputt machen kann.

    Sorry, ist ne ziemlich blöde Situation, aber Du solltest wissen, worauf Du Dich einlässt. Es hat schließlich niemand behauptet, dass das Trockenwerden einfach ist und mit dem Nicht-Trinken alle Probleme dieser Welt erledigt wären. Nein, das nicht. Aber die Probleme lassen sich nur im trockenen Zustande bearbeiten, nie nass.

    Also, ich wünsch Dir was, mach das für Dich Beste und Passende draus.

    LG
    Spedi

    P.S.: das klingt jetzt alles furchtbar schwierig - aber es ist schaffbar! Es erfordert nur von beiden den bedingungslosen Willen, dieses Ziel zu erreichen: ein Leben ohne Suchtmittel, in zufriedener Abstinenz.

  • Hallo,

    @Spedi: danke für Deine offenen Worte - ob's mir hilft, weiß ich noch nicht :-|

    @Stellina: Leben ohne Alkhohol geht - aber Leben ohne Sie und die Kids geht nicht! Sorry, da kommen wir nicht zusammen.....

    Pauli.

  • habe eben einem Kumpel wegen seiner Geburtstagsfeier abgesagt und dabei erwähnt, dass ich nichts mehr trinke. Daraus hat sich dann eine Diskussion über das Thema ergeben, die von seiner Seite mit dem Satz endete: "Aber so ganz ohne macht's doch auch keinen Spaß"

    Mal sehen, wie lange er noch mit mir redet, wenn mein Unterhaltungsfaktor offensichtlich so stark abfällt....

  • Servus Pauli71,

    ich kann nur von mir sprechen: mein Bekanntenkreis (und auch der "Freundes"kreis) hat sich seit Beginn meiner Trockenheit um 180° gewandelt...keiner der alten Saufkumpane und Freibiergesichter ist übrig...ist kein Verlust, sondern ein absoluter Gewinn. :!:

    Die Menschen, mit denen ich heute Kontakt pflege, definieren Spass nicht über Alkoholkonsum. Und glaube bitte nicht, wir hätten weniger Spass als "nasse" Zeitgenossen: im Gegenteil, unser Spaß hat noch am nächsten Tag Bestand, während die anderen erst wieder mühsam nüchtern werden... :oops:

    LG
    Spedi

  • Hallo Forum,

    gestern war Showdown, aber so richtig heftig. Hatte ein langes, intensives Gespräch mit meiner Frau. Zuerst habe ich nochmal versucht, ihr klar zu machen, dass ich ein wirkliches Problem mit Alk habe. Das wollte sie nicht einsehen, kam mit Argumenten, wie, dass doch alle was trinken usw. Als ich ihr dann detailiert erklärte, wieviel ich getrunken habe, dass ich heimlich Stoff besorgt habe, dass ich die Flaschen versteckt habe usw., ist sie nachdenklich geworden und war auch ein wenig verletzt. Sie hat voll Angst vor den Konsequenzen, dass unser Leben, so wie sie es gewohnt ist, vorbei ist, davor, was die Nachbarn sagen, wie es finanziell weitergehen soll, ob ich noch arbeiten kann.... Es war das erste Mal, dass sie bei dem Thema aus sich raus gegangen ist. Ich habe versucht, sie zu beruhigen, ihr gesagt, dass ich optimistisch bin und den weiteren Verlauf erklärt. Zur Therapie mitgehen will sie zwar vorerst nicht, aber immerhin wird sie mich zuhause und im privaten Bereich unterstützen. Wir haben fast vier Stunden geredet und ich war danach so fertig, dass ich umgefallen bin, wie ein Stein. Heute fühle ich mich richtig gut, erleichtert - ein wenig euphorisch....

    Außerdem war ich mit dem gestrigen Tag genau 4 Wochen alkfrei :)

    Gruß
    Pauli.

  • Servus Pauli71,

    nun denn, ein Anfang. Bleib' dran an diesen Gesprächen mit Deiner Frau. Es ist wichtig, sie mit einzubeziehen, schließlich willst Du Deine Partnerschaft ja nicht aufgeben.

    Dass sie Angst hat, verletzt ist, etc, ist alles verständlich und akzeptabel. Sie wird nur irgendwann anfangen müssen, sich mit dem Thema selbst auseinanderzusetzen - zum Einen, um Dich verstehen zu können, zum Anderen, um Ihre eventuell vorhande Co-Abhängigkeit zu bearbeiten.

    Wie ich auf das dünne Brett komme? Ganz einfach: Ich glaube Dir, das Deine Frau von Deinem permanenten Alkoholmissbrauch "nichts mitbekommen" hat. Wir Alkoholiker sind Meister im Täuschen-Tarnen-Tricksen, zum Anderen sieht nur der etwas, der etwas sehen will. Wenn Deine Frau also nichts bemerkt hat, ist es mehr als wahrscheinlich dass sie auch nichts sehen wollte. Ihre Reaktionen jetzt, wo Du mit ihr darüber sprechen willst, zeigen in die gleiche Richtung.

    Und ein Angehöriger, der nichts sehen will, kann durchaus auch bereits Co-Abhängig sein.

    Auch hier gilt: alles kann, nichts muss. Niemand will Deiner Frau jetzt eine Co-Abhängigkeit einreden, wenn sie keine hat. Aber es sollte zu einem späteren Zeitpunkt das Familienumfeld beleuchtet werden, um es entweder auszuschließen oder dann adäquat zu behandeln.

    Für's Erste gilt: arbeite weiter an Dir und Deiner Trockenheit, beziehe Deine Frau in jeden dieser Schritte mit ein und lass Dich von Deinem Weg nicht abbringen!

    LG
    Spedi

    P.S.: ich freu' mich für Dich!

  • Guten Morgen Forum,

    vielen Dank für Euren Zuspruch - bin immer noch in einem Hoch, gestern habe ich meiner Frau das Material durchgesehen, das ich am Dienstag vom Therapeuten bekommen habe. Sie hat nicht viel gesagt, war aber ziemlich ergriffen. Mitgehen will sie vorerst noch nicht, aber sie lehnt es auch nicht mehr kategorisch ab.

    Bin richtig happy, dass es an dieser Front doch noch vorwärts geht :)

    Einen schönen Tag noch

    Pauli.

  • Servus Pauli,

    Geduld, die wirst Du hoffentlich für Dich auch noch lernen. Mir fiel es am Anfang der Trockenheit schwer, mich in Geduld zu üben, aber heute geht's.

    Hauptsache: Du bleibst an Deiner Trockenheit dran und nimmst Deine Frau auf Deinem Weg mit.

    LG
    Spedi

  • Servus Pauli71 !

    Auch mir ging es ähnlich wie dir - meine Frau konnte oder wollte nicht begreifen, dass ich Alkoholiker bin. Selbst als ich es für mich schon angenommen hatte alkoholkrank zu sein glaubte sie noch immer, dass das nur vorübergehende Alkoholbeschwerden sind. Erst mein körperlicher und psychischer Zusammenbruch öffnete ihr die Augen. Aber soweit muss es ja nicht kommen.Ich vermute daher, so wie auch Spedi schrieb, dass eine Verdrängung bzw. Co-Abhängigkeit vorlag.

    Als ich dann regelmäßig in eine SHG ging und meine Trockenheit Gestalt annahm zeigte sie ebenfalls Interesse und informierte sich in der SHG für Angehörige über den ganzen Themenkomplex Alkoholkrankheit.

    Ich beziehe auch jetzt noch meine Frau nach 15 Monaten Trockenheit in die
    Trockenheitsarbeit mit ein und vieles war sie einst nicht verstanden hat wird ihr jetzt immer klarer.

    Wünsche dir noch einen erfolgreichen Weg !

    LG Andreas[/b]

    carpe diem

  • Hallo Hartmut,

    danke der Nachfrage, bin immer noch da, immer noch abstinent. Hatte viel zu tun, dazu noch SHG und Therapeutengespräche. Ich mache Schritt für Schritt und hoffe, dass meine Frau in den nächsten Wochen noch mehr darauf einsteigt.

    Gruß an alle
    Pauli.

  • Guten Morgen Forum,

    bis auf den kurzen Beitrag gestern habe ich ja einige Tage nichts mehr hören lassen. Mir geht es aber soweit gut - mit den üblichen Höhen und Tiefen.....

    Ich versuche, mich mit allerlei Aktivitäten und Tätigkeiten zu beschäftigen, was zeitweise gut, manchmal weniger gut klappt. Mein Gewicht pendelt etwas, je nachdem wieviel Schokolade ich als Ersatzdroge (so muss man es schon fast bezeichnen) einwerfe. Ist schon seltsam, manchmal denke ich bei einem Stück Schokolade: "das hast Du Dir verdient, weil Du heute wieder nichts getrunken hast", Mein Therapeut meinte dazu, dass solche Ersatzhandlungen anfänglich häufig auftreten, mit der Zeit aber in den Hintergrund treten sollten.

    Die Situation mit meiner Frau hat sich - wie ich schon geschrieben habe - etwas entspannt, sie bemüht sich, meine Situation zu verstehen, wobei sie offensichtlich doch schon noch Probleme damit hat. Unser Verhältnis hat sich aber deutlich gebessert (wobei mir erst im Nachhinein aufgefallen ist, dass es hier doch ein paar negative Punkte gab), vor allem auch deshalb, weil ich nicht mehr einfach auf dem Sofa einpenne, wenn sie evtl. noch was "anderes" vorgehabt hätte ;) In unserem großen Gespräch hat sie durchblicken lassen, dass sie das schon manchmal sehr frustrierend fand. Naja, ich gelobe Bessereung :)

    Ich bin momentan in einer Art Aufbautherapie, die mich auf eine ambulante Maßnahme hinführen soll. Mein Therapeut hält sich zwar, was Prognosen angeht zurück, er meint aber, dass ich glücklicherweise in einer intakten Familie lebe und auch sonst das Umfeld weniger problematisch ist, wie es es sonst manchmal erlebt. Die SHG ist mir inzwischen nicht mehr so fremd, ich habe ein paar Mal aktiv meine Situation eingebracht und auch einige gute Ratschläge oder Kommentare bekommen.

    Alles in allem läuft alles weiter seinen Gang, auch und nicht zuletzt wegen der Hilfe, die ich hier im Forum immer wieder bekomme. Die einzige große dunkle Wolke, die ich in der Zukunft auf mich zuschweben sehe, ist die Frage, wie sich die Therapie, so sie denn dann losgeht, mit meinem Job vereinbaren lässt. Mir ist es vor allem für meine Familie wichtig, finanziell nicht zu sehr zurückgeworfen zu werden. Ich hoffe, das lässt sich irgendwie regeln.....

    Einen schönen Tag an alle!

    Pauli.

  • Servus Pauli71,

    Deine Sorge über den finanziellen Status ist nachvollziehbar und verständlich. Nur so viel: lass das alles auf Dich zukommen.

    Niemand wird Dir etwas aufzwängen, was Deinen Interessen zuwider läuft und Dich und Deine Familie absichtlich "in den Ruin" treibt.

    Einen Schritt nach dem Anderen gehen, nicht zwei auf einmal. Und sich nur um Tatsachen kümmern, nicht um ungelegte Eier.

    Besprich das Thema Therapie(formen) mit Deinem Therapeuten und Suchtberater, sag ihnen Deine Ängste/Befürchtungen und Wünsche, und dann entscheidet gemeinsam, wie es weitergeht.

    Das klärt sich alles - und meistens weit weniger dramatisch, als das unser "Kopfkino" anfänglich weismachen möchte.

    LG
    Spedi

    P.S.: Schokolade war nicht mein "Teufelszeug", bei mir war's eher der Käse...aber das legt sich, wenn Du es weisst und beobachtest. Gib dir mal ein Jahr Zeit dafür!

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