Beiträge von dagmar007

    Langsam, zugegeben sehr langsam, kehrt Ruhe in Heim und Seele ein. Die Kräfte scheinen ebenfalls, wenn auch hier sehr langsam, zurück zu kehren.

    Ich beginne, auch recht langsam, mir dessen bewußt zu werden was ich benötige. Gestern habe ich mir schöne neue helle Küchenmöbel aus Buche bestellt, bisher nur vier Teile (die wichtigsten), die ich dann ergänzen kann wenn alles mal steht und ich meinen tatsächlichen Bedarf kenne.

    Ganz nebenbei ist ein Kleiderschrank mitgegangen, da alle Kleidung auch nur bedarfsmässig hängt. Geliefert wird dann alles in zwei Wochen, was nochmals heftig wird, weil da in allen Räumen auf- und umgebaut werden muss. Couchen, Bett, Küchenmöbel, Kleiderschrank....

    Ich beginne mir wieder Nahrung zusammenzustellen, die gesund ist wie Salat - weg also von der ruckzuck Seitenwürstchen- oder Pizza-Mentalität.

    Im Garten habe ich mich heute etwas dem Unkraut gewidmet und dabei festgestellt, dass hier in der Gegen wild jede Menge Fuchsschwanz wächst. Ist mir allerdings erst auf Nachfrage klar geworden, als ich diesen schon gerupft hatte.

    Meine Papier sind langsam wieder auf dem laufenden, Reklamationen wegen fehlendem Antennenkabel bei der Stereoanlage ect. gehen auch voran. Jetzt beginnen die "ich bin umgezogen"-Briefe.

    Es kehrt nun also mehr Ruhe ein, die wichtigsten Dinge sind zumindest mal bestellt, damit demnächst das Häuschen ein Wohlfühl-Häuschen ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Siri, ich befürchte Alkoholabhängige Beziehungen sind nicht ganz so einfach in eine Schublade zu stecken, auch wenn du es nicht möchtest, so kommt der Touch "sie will sich nicht von ihm trennen".

    Uups, mein Ex hat mit mir Schluss gemacht für eine Alkoholikerin. Dennoch hat er bis zu meinem Auszug massivst versucht mit mir zu schlafen und mir beständig erzählt, er könne sich nicht von mir trennen...... Uuups, ich würde einmal sagen, zum ersten ganz zweckmässig: alle Türen offen lassen. Zum zweiten eventuell selber mit sich nicht ganz im Reinen sein und zum dritten, ja meine Liebe, dieses Thema galt bei uns: habe ich ihm gesagt ich sehe dem Alkmissbrauch nicht mehr zu - aus - Ende - Fahnenstange, ab da war die neue Freundin an seiner Seite.

    Könnte es sein, dass Dein Ex vielleicht nicht loslässt??? Vielleicht auch ohne es zu wissen.

    Ich persönlich glaube ganz schwer dass es ganz schlimme Bande zwischen Alkoholikern und deren Partnern gibt, die jahrelang an deren Seite waren. Ich persönlich bin mir ebenfalls sicher, dass dieses Auf- und ab i m m e r mit Folgen für den Partner verbunden bleibt - mal weniger, mal größere Folgen. Desweiteren habe ich die Befürchtung, dass solche Beziehungen auch später noch durch Hass, Enttäuschung oder Wut ein festes Band bleiben - nur bei wenigen wird wohl die Entwicklung zum richtigen "los lassen" zu finden sein.

    Ich würde sagen, achte verdammt gut auf Dich

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebes Kaltublut,
    einige gesundheitliche Angeschlagenheiten sind auch bei mir einfach weg. Übrigens wie bei Dir der "Gehapparat" allerdings im Bereich Hüfte, wo ich beständig Schmerzen bekam und nicht mehr richtig gehen konnte.

    Bereits in der Zeit der Trennung - während meiner Shiatsu-Sitzungen wurde es oft besser, aber richtig anhaltend weg scheint es jetzt gerade zu sein. Es gibt einen Song "Aufrecht gehn" vermutlich lerne ich das gerade auch wieder. Tja liebes Kaltblut, und Dir knickten wohl ab und zu die Knie ein, auch eigentlich logisch. "Du bist quasi in die Knie gegangen".

    Oh Mann, mal sehen, was sich noch alles heraus kristallisiert ;)

    Tja Jenny, da mag etwas dran sein, wobei ich mich nicht fürsorglich oder beschützend um meinen Ex gekümmert habe. Aber - ich war genervt wenn Sauftouren entstanden, ich war verärgert und verängstigt wenn er nächtelang nicht da war. Also egal, wie man sich um jemanden kümmert, die Gedanken kreisten um ihn und somit kam Unruhe über mich - ob nun in Wut, Fürsorge oder Enttäuschung ist wohl eigentlich wurscht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebes Herzchen,
    (verzeihe meine Anrede, aber Du kannst so lieb schreiben, das ist kein Totes Herz :)

    Ich selber habe den Kontakt abgebrochen und bin ihm nach dem Umzug dann komplett aus dem Weg gegangen. Er hat mir die Schlüssel eingefordert noch vor Ende der normalen Kündigungfrist und dem Ende meiner Mietzahlungen. Somit konnte ich nicht endgültig entrümpeln bzw. ausräumen.

    Das widerum sah er als Grund für Telefonterror bzw. SMS. Erst wollte er das Zeug auf meine Kosten entsorgen lassen, dann vor das Haus werfen, nunmehr stände es zur Abholung bereit (aber mein Auto ist derzeit nicht fahrfähig).

    Ich selber reagiere nicht mehr, wenn mein Auto fit ist hole ich die Sachen, ansonsten soll er tun wozu er lustig ist. Ich denke mal, auch er bricht nun seine Drohungen ab und wir haben vielleicht die Chance uns aus dem Weg zu gehen.

    Ich glaube, das mit der Verantwortung und der Fürsorge wird in dem Fall nicht stattfinden, da er sich bereits nach einer neuen Co erfolgreich umgesehen hat, und diese nun mit ihm die Gläschen teilen dürfte, da selber ein Alkoholproblem.
    Ein Krug, der eventuell an mir vorbeigeht - so hoffe ich.

    Lieben Gruß von Dagmar

    angekommen, lieber Erdling :)
    Wieder nicht anders als bei uns Co's - geübte Verhaltensweisen, die schon automatisiert sind. Verhaltensformen, denen neue entgegengesetzt werden müssen um nicht wieder in Muster zu verfallen.

    Ich gehe davon aus, dass der Raum in dem ein Alkoholiker beständig getrunken hat auch weiterhin dieses Verlangen bedeutet (zumindest nass). Bei mir gehe ich davon aus, dass Orte, an denen ich Co-Abhängigkeit produziert haben mir ein schales Gefühl, vielleicht sogar die Mechanismen gibt, so wie das gemeinsam bewohnte Haus.

    Alles verstanden, lieben Dank Erdling :)

    Dagmar

    Ja Elocin,
    ich weiss noch am Anfang als das Drama begann wollte ich mein Leben wegwerfen. Ich dachte niemals mit dem Schmerz fertig zu werden, es nie zu schaffen diese unmenschliche Behandlungsweise wegstecken zu können.

    Ich weiß nicht einmal, warum ich es doch geschafft habe... eigentlich denke ich dass ganz viel meine Freunde mitgeholfen haben die eigentlich nie in Frage stellten dass ich zu gehen habe. Niemand zog auch nur in Erwägung, dass ich mir soetwas noch länger antuen sollte.

    Freunde und Nachbarn - sogar meine Friseuse - sehr eigenartig befragt ob ich noch mit dem Partner zusammen sei....

    Ja Elocin, ich glaube, da kommt der absolute Tiefpunkt, an dem entschieden werden muss leben, sterben oder so weiter vegetieren. Irgendwas - vielleicht sogar die Wut - hat gesagt, nein, jetzt erst recht ... du musst....

    So, und nun muss meine Kraft noch sagen "ich will wieder zu Dir, jetzt benutzt Du mich richtig..." ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, Erdlings Beitrag bringt mich auf die Frage, was ist dieses "nasse" Verhalten tatsächlich? Ist das diese Wut? Diese Schuldzuweisungen und die Lügen, ich war der Meinung, dass das auch im Anfangsstadium der Fall sein dürfte...

    Hmm, erinnert mich stark an den eigenen Weg gesund werden zu wollen so ganz am Anfang, als ich mich eigentlich noch selber belog und einfach versuchte schlechte Züge auszublenden. Da wo nun wir "Co" schuld sind am Trinken, da habe ich ebenso andere Schuldzuweisenungen gemacht warum er trinkt. Am Anfang, dass weiß ich noch, war ich stinksauer auf die mitsaufenden Bekannte. Nun, aber die haben nicht ihn zum Trinken gebracht, sondern er selber....

    Wie sich die Süchte doch gleichen ....
    langsam, fast unmerklich....

    Dagmar

    Die Selbstmorddrohungen sind eine ganz üble Geschichte - egal ob vom Alkoholiker oder vom Gesunden. Allerdings übel für beide Seiten, denn einer ist wohl wirklich verzweifelt und einer wird unter Druck gesetzt. Nur: Weg ist das für keinen von beiden.

    Ich befürchte, dem Menschen, der mit Selbstmord droht kann nur ein Facharzt helfen, da hier wohl Depressionen sind, die nicht ein normaler Mensch beheben kann.

    Unter Druck setzen lassen durch eine solche Drohung empfinde ich aber als ebenso gefährlich und evtl. den ersten Schritt in eben jene Co-Abhängigkeit. Was nämlich einmal als Drohung geht, geht immer wieder, oder? Welcher Mensch aber hält es aus, ständig mit solchen Drohungen konfrontiert zu werden.

    Wie oft habe ich das gehört? In allen Facetten, nebst der Frage "Kannst Du mein Testament schreiben?" Ätzend, einfach ätzend .... Und einfach der Weg jemand anderem die Verantwortung auf zu erlegen, oder?

    Ich denke, die Polizei zu informieren ist eine sehr, sehr gute Lösung!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebes Herzchen, das ist ganz sicher so. Denn abgeschlossen habe ich noch nicht, das kommt so Stück für Stück. Das mit dem Lernen konnte ich gestern feststellen: eigentlich war ich zu fertig etwas zu tun, bin aber dennoch in meinen Garten und habe ein paar Kleinigkeiten getan. Dann habe ich noch zusätzlich etwas Unkraut gezupft und ruckzuck war mehr getätigt, als ich gedacht hatte.

    Ich spüre das auch, dass es schubweise kommt, genau deshalb stellte ich mir auch die Frage, ob da tatsächlich so viel in der Co-Beziehungen verloren wurden an Energien und Kräften.

    Mir war schon klar dass das nervenaufreibend ist, aber dass es tatsächlich aus einem normalen Mensch ein kraftloses Packet macht, das war mir so nicht klar.

    Ich bin mal gespannt, ob der Weg des Erholens schneller ist als der des krank werdens - und bleibens.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebes Bienchen,
    in mir selbst habe ich viele Deals für letzte Versuche gemacht - ihn unter Druck setzen habe ich mir erspart weil mir das Ergebnis klar war.

    Resultat: von Monat zu Monat wurde es übler. Hätte ich vor Jahren vielleicht noch normal mit ihm reden können, so war das später mit einem Spiegeltrinker nicht mehr möglich!

    Wenn ein Arzt ihm sagt dass er abhängig ist, dann wird ihn das kaum mehr interessieren, als würde in China ein Sack Reis umfallen. Während von dem Sack Reis der Hunger von Menschen gestillt wird, so ist im Regelfall jedes Wort eines Ausstenstehenden falsch - die Sucht hat nämlich ihre eigene Wahrheit.

    Mir scheint es so, als würdest Du - ähnlich wie ich lange Zeit - ziemlich mit Drohungen und "wenn Du nicht" Aktionen arbeiten und dabei - wie ich - die eigene Glaubwürdigkeit verlieren.
    Schlimmer noch, den Glauben in mich selber habe ich verloren.

    Tja, die Erwartungen "wie man wem am besten hilft" die können leider nicht erfüllt werden, wie Du selber bemerkt hast. Nun, aber das dürfte bei jedem Thema so sein. Nur wenn der Betroffene von sich aus etwas will, so kann er die Kraft haben es durchzuziehen. Das trifft zu für einen Analphabeten, der lesen und schreiben lernen will und das trifft zu für jemanden, der ein Hobby erlernen will - nur wenn es aus eigenem Interesse kommt und ein tiefer Wunsch etwas zu tun da ist, kann es gelingen.

    Ich würde das gerne vergleichen mit jemandem, der sich weiterbildet. Er muss nicht - aber er kann, durchziehen wird er es wohl nur mit Erfolg, wenn es ganz von innen kommt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Sonnenblume,
    ein nicht seltenes Modell der Kategorie "Du bist schuld". Eigenartig nur, dass ihm nicht klar ist, dass seine Hand zur Flasche greift und nicht Du ihn abfüllst.

    Oh je, guter Rat ist teuer wenn man/frau so wie ich befangen ist. Ich persönlich schrecke immer dann zusammen, wenn von Aggressionen und Wut gesprochen wird. Ich habe Eskalationen erlebt, die eine Gefahr für Leib und Gesundheit waren und muss feststellen, die Belastungen sind extrem wenn man/frau diese entgegengebrachten Gefühle ver- oder bearbeiten soll.

    Er trinkt immer "mal wieder" was - nun, so hat es wohl bei den meisten angefangen... Nur er dürfte eigentlich in der Therapie erfasst haben um was es geht, oder? Oder eher nicht?

    Genau die Überheblichkeit, von der Du sprichst, genau das war für mich unerträglich, weil ich es empfand als ob daraus NULL Bewusstsein entspringen würde.

    Ich sehe so keine Chance wie Du das schilderst. Ich bin leider voreingenommen weil mein Drama noch aktiv ist, ebenso mit "mal trinken" anfing und sich dann so zuspitze dass nur noch Wut, Aggression und Lügen an der Tagesordnung waren.
    Mit jedem Monat innerhalb der Beziehung ging es mir schlechter und ich verhinderte sein "Aufwachen".

    Ich selber werde noch lange an der Bewältigung arbeiten müssen - überleg Dir gut, ob Du dich gefühlsmässig auf so etwas einlassen willst.... Zumal so und so, immer Du schuld bist ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    innerhalb der Jahre meiner Beziehung zu einem Alkoholiker spürte ich immer mehr dass meine Kraft nachlässt. Ich schob es damals mehr dem Beruf zu (Pflegeheim) und dem düsteren Haus, welches wie ein Bunker oder Gefängnis wirkte. Schon beim nach Hause kommen waren alle Energien weg.

    Nunmehr bin ich umgezogen - freier Blick, grün, rundum positiv - merke aber, dass erst ganz ganz langsam Kräfte wieder kehren. Klar, der Umzug war mehr als anstrengend, der Horror dauert noch an, dennoch frage ich mich wieviel Energie und Kraft lässt ein co-Abhängiger in kranken Beziehungen.

    Natürlich hoffe ich, irgendwann einmal wieder "belastbar" zu sein, am Besten bald ;) Dadurch, dass meine Kraft nur Schubweise wieder kehrt scheint es so zu sein, als ob durch das ständige Wechselspiel von Gefühlen, Hoffnungen, Angst ect. imens viel Kraft verbraucht wurde, die nicht plötzlich wieder kehrt.

    Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht, die Ihr schon länger den Suchtkrreis der Co-Abhängigkeit verlassen habt?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich glaube bzw. habe das Gefühl pandora Recht geben zu müssen.

    Wie Du weißt bin ich umgezogen. Bis vor drei Wochen gab es noch gemeinsames Essen im alten Haus. Mein Ex wollte sich überschlagen, was er alles im neuen Haus tun wollte, was mir zuviel war und mich erdrückte.
    Er ging in Urlaub und als er zurückkehrte war ich nicht mehr da (zuvor hatte er über den Tag wohl mehrmals versucht mich zu erreichen und um so, als wäre nichts gewesen, hier im Haus zu handwerken).

    Tja, ich bin nun Wutanfällen und Agressionen ausgesetzt, das ist nicht schön. Aber es zeigt, wie wenig unsere Partner damit zu recht kommen wenn wir tatsächlich weg sind. Du bist noch ebenso greifbar wie ich es war. Also immer noch da, immer noch selbiges wie vor Jahren, oder?

    Oh Crevette, zu sagen, es geht mir gut wäre gelogen! Aber ich beginne ganz langsam zur Ruhe zu kommen und auch mal neutral zu versuchen zu erfassen was so alles passiert ist und welche Gefahren auch uns lauerten. Schau Crevette, auch ich hatte die Tendenz zu überlegen ob ich nicht alles viel zu stark bemesse. Ich denke aber nicht, denn alle die Dinge - die mich erschreckten - waren da.

    Ich für meinen Teil fühle mich zuweilen einsam, weil ich mich umgewöhnen muss. Aber es geht und es macht Spaß die Wohnung einzurichten, auch wenn es sehr, sehr langsam geht. Ich bin froh, dass ich sehr wohl in der Lage bin mit mir alleine zu sein und diese Einsamkeit zu erleben bzw. zu überleben. Es ist keine schlimme Einsamkeit - viel, viel schlimmer war die Einsamkeit und Angst, wenn "er" mal wieder abstürzte. So grausam und schlimm, und dennoch habe ich sie in dem hinteren Teil meines Gartens begraben wollen.

    Das und manche andere Vorfälle - ich wollte es leichter bewerten, als es tatsächlich wog. Doch genau diese Unzulänglichkeiten sind noch immer da - diese Dinge, die mich wahnsinnig machten weil sie absolut keine Alltagsbewältigung sondern Flucht sind.

    Schau, ich fragte mich oft - tue ich übrigens heute noch - ob ich der Auslöser dieser unbändigen Wut war. Ob einfach auf Grund unserer Probleme schon mein reines Dasein genügt um Wut hervor zu bringen.

    Ich glaube es nunmehr nicht - ich denke zwar, eine gewisse Zeit gelingt es einem von sich aus aggressiven Alkoholiker wie meinem Ex-Partner sich per oskar-reifer-Leistung umzustellen aber nicht auf Dauer, das Verhalten ist einfach in dieser einen Person drin. Aber sogar das, was für mich in gewissen Momenten zur Bedrohung wurde, hätte ich gerne im Garten vergraben.

    Schau Crevette, ich beginne auch erst langsam Kräfte wieder zu mobilisieren. Heute war ich kurz in meinem Garten, viel machen konnte ich nicht, war zu groggy, aber ich habe gespürt wie es ist ohne Angst was passiert ins Haus und aus dem Haus zu gehen. Nicht mehr auf das Handy starren zu müssen vor Angst es ist etwas passiert. Nicht mehr bange zu warten kommt er, kommt er nicht, wenn er kommt, geht er dann gleich in die Räuberhöhle? Nein, ich komme heim - ich komme alleine und weiß ich bleibe alleine - und die Situation ist so, wie ich sie mir schaffe.

    Was ich Dir senden möchte ist das ich Deinen Schmerz sehr gut kenne und ihn vielleicht derzeit noch ebenso lebe wie Du. Aber ich lebe auch die Ruhe, die einkehrt, das plötzliche freie Atmen. Jeder Schritt, wo er mir zuvor Sicherheit bat - geht das Auto kaputt, er holt mich ab, macht mir Angst. Aber jeder dieser bewältigten Schritte macht mich stärker. Leise, unmerklich, aber das Rückrat wird stärker. Ich weiß gar nicht so recht wie ich es Dir sagen soll weil ich Dich zu gut verstehe, aber bei mir wurde der Schmerz nur weniger und relativierbarer durch den kompletten Abstand.

    Und auch durch mein Ego welches mir sagt, Ey Mann, ich bin kein Selbstbedienungsmarkt - hohl Mülltonnen und Brot doch selber - ich nicht mehr für Dich! Sorge mal selber für Dich! Übernimm verdammt noch mal selber Verantwortung für Dich, Dein Konto und Deine Hausschlüssel - ich habe keinen Bock mehr dazu! Schau Dich selber böse im Spiegel an - ich habe keine Lust Dein böses Gesicht zu sehen und mich zu fragen bin ich daran schuld! Ich habe keine Lust mehr, mich von Deinen Launen und Verfassungen abhängig zu machen!

    Ich weiß, liebe Crevette, Deiner versorgt sich selber - und doch bist Du für ihn erreichbar, sei es zum Kaffeetrinken oder einfach so - Hey, Du bist kein Produkt, welches im Supermarkt liegt.

    Du bis Crevette und Elite - so was gibt es nur in der Feinkostabteilung - und dahin schafft er den Weg so einfach nicht .... Mach ihm keinen Dumpingpreis!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Deshalb hatte ich auch geschrieben Lilly, dieser eine (!) Ich war ja nun 8 Jahre mit ihm zusammen und ich denke nicht, dass er so ein Verhalten schon immer an den Tag gelegt hätte. Co-Abhängigkeit hin, Co-Abhängigkeit her, ich habe ja nicht immer die Augen verschlossen.

    Aber genau das will ich damit sagen - auch etwas als Info an Crevette - dass manche Menschen, wenige ganz sicher, sich selber komplett verlieren. Ich hatte mich immer gewundert, warum ich nicht schlafen kann, trotz Einschlafhilfe. Das hat sich erst gegeben, als ich überhaupt nicht mehr im alten Haus war. Also auch nicht um Kleidung abzuholen - nur eine kurze halbe Stunde, aber vermutlich kommen da wieder die hilflosen Versuche eines "Neins" zum Tragen.

    Hier sehe ich auch die Differenz zwischen einem Alkoholiker, der noch über einen Hinterkopf verfügt, und über einer Person, die abdriftet. Die einfach den Kick nicht mehr bekommt. Ich glaube Lilly, die wenigsten Alkoholiker gehen fremd, aber ich denke, wer Anzeichen verspürt, die ich in den vergangenen Jahren unter den Teppich der Scham kehrte, der setzt sich einer großen Gefahr aus.

    Mir fiel das Posting auch nicht leicht, aber ich denke manch eine Frau wird wie ich diese Geschehnisse lieber wegkehren als zu bearbeiten. Hieraus ergibt sich eine ganz imense Gefahrenzone.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Drei Monate sind nun seit diesem, meinem letzen, Beitrag zu diesem Thema vergangen und die Situation hatte sich extrem zugespitzt.

    Obwohl unsere Beziehung beendet war und bereits die Nachfolgerin "begattet" worden war so wurden die sexuellen Übergriffe immer häufiger und heftiger. Sinnlos war es ihn darauf anzusprechen - ebenso sinnlos wie klar zu sagen "nein". Am Ende half nicht einmal mehr die Schlafzimmertüre abzuschließen... ein überdeutliches "Nein" wurde icht registriert.

    Ich vermute durch die Enthemmung mittels Alkohol war er ähnlicher einem Tier als einem denkenden Menschen,(sorry, dafür, dass ich hier eventuell ein Feindbild schaffe, aber dieser eine (!) Mensch hat sich so verhalten) seinen Hormonen Abhilfe verschaffen wollen.

    In den Jahren zuvor war ich schon äußerst genervt durch beständige Pornofilme, die nachts heruntergeladen und betrachtet worden waren. Vor einigen Jahren wurde mir eine heimliche Webcam ins gemeinsame Schlafzimmer versteckt eingebaut (den Vorgang hatte ich jedoch erfolgreich verdrängt).

    Ich habe den Eindruck, dass durch den Alkohol alle Hemmschwellen fallen und quasi alle heimlichen Wünsche umgesetzt werden. Dazu gehören auch Clubbesuche, die eher einem seelenlosen Verkehr ähneln als Dingen mit Gefühl und Bestand.

    Ich denke, es ist sein Lebensstil - welcher sich mit meinem nicht ergänzen lässt, weil ich andere Grundfundamente besitze. Aber es zeigt einfach, dass bei manchen Personen eine gewisse Haltlosigkeit sich in alle Extreme ausbreiten kann.

    Ich für mich muss sagen, dass Alkoholismus in einer Partnerschaft extrem belastend ist, kommen aber noch Nimmer-satte-sexuelle Exzesse hinzu, dann denke ich dürfte es für viele Frauen unerträglich werden.

    Umso weniger verständlich, dass Menschen wie ich es lange Zeit geschafft haben diese Dinge schön zusammen zu kehren und verschwinden zu lassen. Darüber spricht man/frau nicht .... Das ist nicht salonfähig.

    O.k. ich denke Frauen denken da so und so gefühlsorientierter als Männer und ich will weder einem Swingerclub noch einem Abenteuer einen gewissen Reiz in mancherlei Augen nehmen. Aber das exzessive, was sich in seinem Fall damit verband, brächte mir auch eine gesundheitliche Gefahr..... Wäre das schon ausgebrochen, als unsere Beziehung noch Bestand hatte (wovon nicht auszugehen ist) dann hätte mich das nicht nur Kopf und Kragen sondern auch meine körperliche Unversehrtheit kosten können.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke Merliy, es ist nicht so einfach mit dem Trinken aufzuhören, wenn ein gewisses Stadium erreicht ist. Vielleicht hat er es selber schon versucht und weiß von sich selber dass er das nicht schafft?

    Denk nur immer an eines - egal, wann, wie oder wo: alles das, was Du androhst musst Du dann auch realisieren - ansonsten wirst Du unglaubwürdig und erst recht nicht mehr für voll genommen.

    Nur 4 Bier können schon zu viel sein - wenn diese nur 4 Bier für Dich eine Einschränkung sind, Du damit nicht wohlfühlst oder einfach ein schales Gefühl hast. Aber Merliy, er kann für sich entscheiden ob er die Biere will oder nicht? Er ist ebenso frei zu trinken wie Du zu gehen. Das ist sauschwer, ich weiß genau wovon ich rede!

    Was in meinem Leben so alles passierte war für mich nicht mehr zu verkraften, das auf und ab - täglich, ja stündliche wechselnde Stimmungen. Du kannst nur für Dich entscheiden was Du willst, nicht willst und über welche Schritte oder Wege Du für dich gehen willst.

    Für Dich kannst Du alles planen - nicht aber für ihn - seine Laune, Verfassung oder Meinung könnte sich ebenso regelmässig ändern.

    Viel Glück bei der Entscheidungsfindung

    Dagmar

    Hm, sollte man/frau nicht vielleicht besser fragen was er nicht gesagt hat? Eventuell hat er Dir Deine Frage gar nicht beantwortet, kann das sein?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Lillith,
    auch hatte es anfänglich versucht mit dem Rückzug in ein anderes Zimmer. Leider war es bei uns, so dass damals unbändige Wutanfälle auf mich losprasselten. Um mich selber in Sicherheit zu begeben ging ich quasi ins Bett bevor er wieder im Haus ankam.

    Nicht so sehr gut - gut zwar für meine Sicherheit (wenn ich die Tür abgeschlossen hatte, anfänglich gab mir das auch Sicherheit) schlecht aber für mich, die glockenwach ins Bett ging um der Wut aus dem Weg zu gehen.

    Bei mir hat diese Lösung der räumlichen Trennung nicht funktioniert. In Zeiten seines Hasses bedingt - in Zeiten als ein Versuch von freundschaftlicher Trennung war, wurde die Grenze meines Lebensbereiches wieder überschritten. Bei mir war es ein guter Ansatz - letztendlich konnte aber nur die endgültige Trennung etwas Ruhe vermitteln.

    Ich habe wie Du das Haus verlassen, grundsätzlich Montags an anderen Orten übernachtet, weil da die Wut am größten war. Aber eines machten mir meine Schutzmechanismen klar - ich suche nur noch Deckung und nicht mehr mein Leben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Schöne Worte von Kawi,
    ich denke, ob co oder alkoholiker, wer mit der Krankheit umgehen kann und gelernt hat sie anzunehmen (ich persönlich bin noch weit davon entfernt) der wird nicht mehr durch Hass und Wut gesteuert sondern durch eine Sichtweise mit Abstand.

    Jede-/r der in der Bewältigung steckt muss Gefühle verarbeiten, in allen Facetten. Ich befürchte, erst wenn die mal draussen sind und Freiraum entstehen kann in einem selbst, dann kann diese Ruhe kommen, nach der ich mich sehne.

    Ich denke, Hass ist ein Begleitinstrument von Liebe - von Nicht verstehen und von Enttäuschung. Irgendwann einmal wird der Hass vielleicht weniger, die Wut geringer und die Enttäuschung verliert sich entgegen neuer, erreichbarer und erfolgreicher Ziele.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, lieber Terrorkrümel, ich sehe das ähnlich: wie bei einem Mobile mit allen den Eigenschaften von Co und Alkoholiker - mit allen Gefühlen wie Wut, Enttäuschung - Umfeld ect.

    Sobald sich etwas änderst, so bewegt sich das Mobile. Wird dann wieder ruhig, bewegt sich aber wieder nach dem nächsten Zwischenfall.

    Somit habe ich auch die Überlegung, ob es wirklich gut ist sich mit einem gemeinsamen Freund zu treffen. Selbst wenn ich sage, ich will nicht, dass wir über ihn reden. So wird er unbedarft und ohne bösen Willen ihm erzählen dass wir uns trafen oder wie es hier aussieht. Also schwingt das Mobile wieder. Das sind ein paar der Punkte, die ich mir derzeit überlege.

    Denn ich denke um wirklich Ruhe reinzubekommen und um den Abstand zu wahren - für beide Seiten übrigens - ist jegliche Berührung ungut; und sei das auch nur durch Erzählungen.

    Nun gut, geht er in meine Homepages und erfährt über mich, das kann ich nicht ändern, aber das ist dann einfach sein Problem. Denn genau da möchte ich eine Fremdbestimmung nicht zulassen. Aber an vielen anderen Punkten kann ich selber etwas verhindern.

    Das ist ja diese dumme Geschichte: nur wenn man mit sicher selber im Reinen ist und sich abgrenzt ist kein Fremdeinfluss mehr da, der Power verbrät. Das aber ist - für mich - nicht möglich wenn ich Kontakt habe oder halte. Definitiv mindestens zwei Tage hänge ich immer wieder dann an dem Thema rum, das ist schädlich, beraubt mich meiner Kraft und dient dem ehemaligen Paar auch kaum.

    Lieben Gruß von Dagmar