Beiträge von dagmar007

    Ach Mauri,
    ich kann Dir nichts tröstliches sagen, weil Deine Freundin vermutlich nicht mehr in der Lage ist Rücksciht auf Dich und ihr Kind zu nehmen. Nicht, dass sie es nicht wollen würde, aber der Alkoholismus hat sie zu einer Marionette werden lassen (man verzeihe mir den Vergleich bitte).

    Niemand sagt, lieber Mauri, dass es einfach ist -weiß Gott nicht! Was meinst Du, wieviele Tränen hier im Forum stecken? Was meinst Du, wieviele von uns irgendwann ihr Leben und ihre Existenz vor lauter Kummer in Frage gestellt haben?

    Nur: Du bist jetzt derjenige, der für die Kleine als aufrechter Erwachsener ein Beispiel geben kannst. Du kannst ihr wieder Vertrauen geben - das ist schwer, wenn man selber Kummer hat, keine Frage, aber wenn sie Deine Liebe spürt und Deine Aufrechtigkeit (auch in der Trauer) so ist sie geborgen.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Skybird,
    das ist eine ganz besondere Aufgabe und Begleitung, die Du einem Menschen zukommen lässt. Ach meine Liebe, wie oft musste ich diesen Sterbeprozeß erleben und wie schwer dieses Loslassen sein kann. Das war für mich der Konsenz oft auf die Fragen "wo ist die Gerechtigkeit im Leben" zu antworten, darüber könnte man sich erst unterhalten wenn der letzte, allerletzte, Weg gegangen ist.

    So viele Menschen habe ich im Sterbeheim gehen sehen, auf so viele verschiedene Wege bzw. deren eigenen Weg. Aber nur wer los lassen konnte und den Frieden mit sich gefunden hat, der konnte richtig gehen und für sich selber schmerzlos gehen.

    Ich denke an Deinen jungen Mann und wünsche ihm, dass er heute die Kraft hat. Ich habe einen solchen Geburtstagsfall auch erlebt bei einem Menschen der "nur" nicht mehr wollte. Medizinisch hätte er noch sehr alt werden können, aber der Vertrauensmissbrauch seiner Tochter nahm ihm die Lebenslust. Aber auch das war seine Entscheidung.

    Schon als Teenager habe ich versucht getanes Unrecht wieder gut zu machen oder wenn ich jemandem übel mitgespielt hatte, sofern man das als Teenager kann, mit diesem Menschen nochmals darüber zu reden. (Beispielsweise ein Ex-Lover, mit dem ich nicht schön umgegangen bin). Immer wieder musste ich an solche Dinge denken, die ich nicht wollte sondern aus Feigheit machte. Deshalb habe ich es wohl geschafft allen meinen "Opfern" zumindest zu sagen dass es schlecht war was ich getan habe. NIcht dass ich Angst vor dem Tod heute oder morgen habe, aber ich wollte diese Dinge einfach gesagt haben. Niemand von uns weiß, ob / er sie morgen noch da ist. Deshalb tut es mir auch dennoch weh mit meinem Ex auf solch exkalierendem Posten zu stehen. Aber vermutlich soll es hier einfach nicht versöhnlich sein.

    Ich denke an Dich, Deine Kraft und an den Weg Deines jungen Freundes, der hoffentlich seine Ruhe finden wird und seinem Herz sagen kann dass er in Gedanken anderer bleibt, auch wenn dieses Herz ihn nicht mehr schlagend quält.

    Ein Mensch ist erst dann tot, wenn wir nicht mehr an ihn denken. Ich für mich würde sehr gerne lernen mich mehr darüber zu freuen einen Menschen gekannt zu haben, den ich vermisse - als darüber zu trauern dass dieser Mensch nicht mehr da ist. Habe ich doch durch eine solche Bekanntschaft manchmal viel mehr bekommen, als andere Menschen jemals in ihrem Leben.

    ... aber leider kann ich es im Fall der Trauer auch nicht so gelassen sehen ....

    Viel Stärke wünscht Dir
    Dagmar

    Hmmm, Bine - ist so eine verworrene Geschichte mit uns Co, Du schreibst so schön "zahlt er brav" und am Ende als Gegenüberstellung "ich bin dazu verpflichtet". Wie aber passt diese "Verpflichtung" zu dem Gefühl des "so viel kaputt gemacht und die Hand reichen wenn er im Dreck liegt". Das sind so viele was wäre wenn .....

    Ich bin egoistisch genug geworden zu sagen: Ich will für mich das und jenes erreichen (Punkt). ICH für MICH - ER kann SEINE Ziele (sofern er welche hat) abarbeiten und realisieren. UNSEREN gemeinsamen Weg gibt es nicht mehr.
    NUR dann, wenn ich meinen Weg für mich finde, kann ich vielleicht irgendwann den Weg zu einem Partner finden. Für mich muss das dann sein ohne Pflicht und ohne gegenseitige Verpflichtungen. Alles was verpflichtend ist muss von mir aus meinen Herz kommen gerne gegeben werden und keine Gegenleistung erwarten.

    Das ist so irgendwie ein Gechäft mit dem Helfen und dem "brav zahlen" welches Du ansprichst, als auch ein Gegengeschäft. Meine finanzielle Lage ist so was von beschissen, dass es nicht lohnt darüber zu reden. Jahrelang war das der Grund, warum ich alles herausgezögert habe.

    Die Rechnung bekomme ich jetzt serviert - höher in der Endsumme, als sie es zum damaligen Zeitpunkt gewesen wäre. Vielleicht, wäre ich damals gegangen, wäre mein Ex damals vielleicht noch nicht so stark in den Fängen des Alks gewesen und vielleicht hätte sich nicht alles so zugespitzt, dass es keine Hoffnung mehr geben kann.

    Für mich ist die Beantwortung uninteressant - Du aber kannst Dir diese Frage noch stellen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Laurina,
    es ist mir ein paar Tage später tatsächlich geglückt, diese Aussagen unbeantwortet im Raum stehen zu lassen und auch auf diverse dumme Provokationen nicht zu reagieren. Einfach den Mund zu halten.

    Auf die Frage bzw. die Aussage, ob ich jetzt nicht mehr mit ihm spräche konnte ich nur sagen "Ich habe Dir nichts zu sagen." Komischerweise schien das irgendwie zu treffen, weil dann dumme Kommentare kämen wie er würde mir die Miete für diesen MOnat rücküberweisen, im nächsten müsse ich nichts zahlen. Die Großspurigkeit einer getroffenen Seele, die selber bald nicht wissen wird wie die Stromrechnung zu zahlen ist.

    Ich möge mir auch von seinen Sachen nehmen was ich benötige, er brauche sie nicht mehr. Habe ich nicht nötig, ich nehme meine Dinge mit, den Rest erspare ich mir über die nächsten Jahre, auch wenn es lange dauert.

    Mir ist das zu unlogisch, sich erst an einer angebrannte Bratpfanne hochzuziehen um mir dann zu sagen ich könne Fernseher und Satanlage mitnehmen. Meins geht mit, seins bleibt da - so gibt es auch nicht die Möglichkeit morgen die Aussagen von gestern nicht mehr zu wissen. Es ist anstrengend solche verbale Aussagen zu überhören. Aber der einzige Weg, sich später nicht über sich selber zu ärgern oder sich provuzieren zu lassen.

    Gute Frage, warum mann/frau gut dastehen will. Ich habe es nicht nötig mich an den wenigen Habseligkeiten meines Ex zu vergreifen und diese einzupacken. Genau deshalb hat es mich genervt, all die Jahre hat ihn nie der Haushalt interessiert, kein Stück kam von ihm und nun brachte es mich auf die Palme dass er es anders darstellte. Getroffen in einem Punkt - der für das Ende der Beziehung eine Rolle spielte: Ich war Finanzier des Haushaltes bzw. der Haushaltswaren und alleinige Reinigungskraft.

    Nun gut, meine Sache, denn auch ich lebte hier. Zukünftig einfach nur sein Problem. Ich bin dann ein paar km weiter weg und bekomme nicht mehr mit was hier abläuft und kann dort so schalten und walten wie es mir richtig erscheint.

    Immer wieder, wenn ich denke, nun ist alles abgehandelt beginnt wieder ein neues Spiel, in welches ich drohe mich verstricken zu lassen. Nun gut, die Tagen werden weniger, an denen ich noch drohe mich in Spiele verwickeln zu lassen.

    Ich denke auch, es gibt keinen Sinn alles auf ein Abschlussgespräch mit sauberem Ende zu bringen, meines Erachtens begegnet mir mein Ex nicht mit 0,0 Promille.

    In diesem Sinne : auf ein munteres weiterlernen :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Minibine,
    mein Ex ist einfach ein Alkoholiker :) nicht mehr und nicht weniger: Alkoholabhängig, mal bis zum Komma, mal nur bis zum Spiegel. Wie er es halt gerade braucht, will oder kann.....

    Es heisst ja auch "Besoffene und kleine Kinder sagen die Wahrheit" aber ich glaube Besoffene dürfen wir nicht gleich setzen mit Alkoholikern. Denn da kommt Crevettes Einwurf mit der Unruhe vor dem erleichternden Schluck. Und eben die Unterschiedlichkeit der Menschen.

    Mein Ex spielt allabendlich alle Facetten durch:
    angefangen vom normalen Umgangsveruch, der scheitert weil ich keinen Kontakt will - über Aggression die dann bei Gefühlsduseleien endet. Also einfach mal alles austesten, ob oder was gehen könnte :)

    Ich bin grade schön in den Umzugsarbeiten und genieße die vier Tage Ruhe. Ja, es spitzt sich zu, aber irgendwie überlebe ich auch das. Es ist mir nun auch mal gelungen den Mund zu halten und einfach zu denken "arme Seele, lass mich einfach in Ruhe". Ich werde zukünftig die Montage außerhalb verbringen weil die Aggressionen dann am schlimmsten sind. Ich schlafe bei Freundinnen, versorge zuvor die Tiere und bin am nächsten Tag erst wieder hier. Die paar Wochen kriege ich das auch noch hin.

    Mich nervt es zwar, dass das Ende nicht in Ruhe abgehen kann aber es soll halt nicht sein.

    Uups Crevette :) Stimmt mit den Gewürzen und Pepperoni und und und. Also in allem sehr extrem, hast Du in meinem Fall wohl auch recht (obwohl es sicherlich auch die Kategorie gibt, die nicht auffallen möchte). Was soll man da noch sagen.... Eigentlich ist das alleine schon Erklärung für jegliches Verhalten.....

    Die realen Mengen kenne ich auch nicht zumal der Tag ja länger ist - aber wenn ich schon wieder lallend angesprochen werde, da ist mir schon eine Antwort zuviel.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, lieber Mauri,
    klasse finde ich, dass Du räumlich getrennt lebst. Ich denke, das ist für Dich selber ein großer Schutz.

    Ich finde es toll, wie Du Dich um die Kleine kümmerst und auch alle anderen Schritte finde ich richtig, gut und angebracht.

    Ich würde einfach hoffen, daß Dich der Schmerz nicht überrennt und Du einfach viel, viel Zeit für Dich aufwenden kannst und für Dinge, die Dir gut tun.

    Sagen kann ich zur Geschichte selber nicht viel, das haben bereits meine Vorschreiber getan. Wichtig ist nun, wie es dem Kind geht. Ob jemals ein Danke oder Verstehen der Mutter kommt, ich befürchte, das liegt weder in unserer Macht noch sollte es uns langfristig interessieren.

    Lieber Mauri, ich persönlich fühle mich gerne als "Verräter" wenn das bedeutet die Dinge beim Namen zu nennen und das Deckmäntelchen der Familiengeheimnisse und Probleme zu lüften. Ich selber versuche auch noch abzuarbeiten dass eines meine Baustelle ist - gegenüberliegend die des anderen, von dem ich nicht die Bauaufsichtsbehörde bin.

    Mir gelingt es auch nicht so ganz "loszulassen" im Sinne von Dir Deine Baustelle, mir meine. Denn eigentlich wäre loslassen vermutlich sich nicht nur aktiv nicht mehr um den anderen zu kümmern sondern sich auch passiv nicht durch Gedanken an die Person binden zu lassen. Manchmal weiß ich nicht was besser ist: zu trauern um es zu Ende zu bringen oder einfach zu ignorieren, weil es nicht mein Thema ist.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Kraft und sei stolz auf Dich ein "Verräter" zu sein! Was Zwangsentzüge bringen hast Du ja selber erleben dürfen.... nichts ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebes Kaltblut,
    ich glaube schon, Dich verstanden zu haben :)

    Einfach mich nur um mich kümmern und alles andere egal ob Schuld, Unschuld, Konsummenge ect. eines Alkoholkranken im anderen Eck. Sich nicht informieren weil es ist nicht meine Baustelle.

    Ich gebe mir also Mühe liebes Kaltblut und schicke Dir einen Knuddler zurück.

    Lieben Gruß von Dagmar,
    deren PC nachher gespiegelt wird, damit ich nicht zuviel nach dem Umzug verliere.

    Ich für mich musste leider erkennen, liebe Dixi, dass mein Pfad, den ich gehen muss, einer ist der meinem Ex kein Wegerecht gibt.

    Ich für mich bin nicht mehr willens mir irgendwelche Stories oder Gefühle anzuhören, die nicht zu Taten führen. Oder drücken wir es anders aus: ich habe für mich persönlich keine Lust, dass alle Knöpfe an mir getestet werden, bis mal wieder einer einrastet und ich funktioniere.

    Das mag bei jedem anders sein - anfänglich war es für mich wichtig mich mit der Person auseinander zu setzen um überhaupt sehen zu können was anders ist, als ich es für mein Leben wünsche. Aber mir ist dieses Affentheater von hoffen, vermuten, abwarten einfach zu doof geworden.

    Ich wünsche Dir viel Glück, dass Du für Dich den passenden Weg findest.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Klar erkannt, liebe Crevette :)
    wir vergeben diese Macht, indem wir uns Gedanken über sie machen! Gerade so als hätten wir Angst ein ungutes Band zu zerschneiden um dadurch selber diese ungute Abhängigkeit zu verlieren, oder?

    Schade, dass meine Einrichtungsideen mich aber nicht zum schlafen brachten sondern immer nur zu neuen Veränderungen, die durchdacht werden mussten und mich hellwach hielten. Na ja, in ein paar Wochen kann ich es real durchziehen ;)

    Apropos süße Träume: meine Alpträume sind vorbei, ich habe nun mittlerweile wieder schöne Träume, die keinerlei Bezug zum gewsenene haben. Ganz normale, andere Träume, nach denen ich gut erholt aufstehen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Schuld? Ach nein, solche Schuhe sollte sich kein Mensch in keiner Beziehung - ob Co, Alk oder normal - anziehen.

    Jeder Mensch lebt sein Leben selbstverantwortlich, oder hat zumindest die Möglichkeit dazu. Ich bin vielleicht schuld, wenn ich selber unglücklich bin. Ich selber bin vielleicht schuld, wenn ich nicht alle meine Möglichkeiten ausschöpfe oder einen für mich falschen Weg gehe. Aber niemals!!! kann ich schuld daran sein, wenn ein anderer seinen Weg nicht zur eigenen Zufriedenheit geht.

    Früher mal war ich immer der seelische Mülleimer für meine Freunde. Irgendwann habe ich gemerkt dass das nicht toll ist - denn ich sage dann "ich würde es so oder so machen" der andere wählte diesen Weg, der vielleicht nicht seiner ist, und ruckzuck bin ich diejenige, die einen falschen Rat gegeben hat.

    Als mir das bewußt war, habe ich das umgesetzt. Eine Freundin meinte damals: "Ich dachte Du gibst mir einen Rat statt dessen sagst Du hör in Dich rein was Du willst oder wonach Du Dich fühlst. Da muss ich erst einmal lernen in mich reinzufühlen."

    Ja, ja , Cos helfen gerne.... Dabei ist das keine Hilfe eigene Wege an andere weiter zu geben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Lilly, Du konntest viel erklären,
    ich war schon davon ausgegangen, dass Dein - weiblicher - Weg ein anderer ist. Zum ersten treten wir Frauen anders auf, wurden auch zumeist auf nicht auffallen erzogen und zum zweiten dürfte die Scham bei Frauen noch wesentlich größer sein.

    Weißt Du Lilly, das mit Hilfe annehmen ist glaube ich nicht nur in der Sucht so sondern auch im täglichen Leben. Viele Menschen wollen, auch am Arbeitsplatz, nichts aus der Hand geben. Warum denn? Jeder der mehr weiß kann doch dem Arbeitsprozeß etwas beisteuern. Aber wie viele Vorgesetzte gibt es, die einfach Macht behalten wollen und keine Tätigkeiten aus der Hand geben. Dabei berauben sie sich selber.

    Dieses "reinrutschen" war wirklich das, was mir in vielen Biografien auffiel. Wenn ich meine Co-Abhängigkeit betrachte, so ist es nicht anders. Wenn ich meinen schlimmen Arbeitsplatz und das folgende Burnout betrachte ebenso. Ich wollte funktionieren, keine Arbeitslosigkeit riskieren, Jobs sind rar, ich bin 46 und der Arbeitsmarkt schreit nicht hurra. Genau so habe ich seit ich hier auf dem Dorf lebe nur noch funktioniert. Mein Tiefpunkt war das mein Arbeitgeber aus finanziellen Gründen rationalisieren musste und bei mir eine unsaubere Schiene fahren wollte. Da wurden wohl alle noch innewohnenden Kräfte und mein Wissen aktiviert und ich ging dagegen an. Das hatte auch die Veränderung in der Beziehung zur Folge. Wer einmal beginnt bei sich selber nachzufragen, der ist oftmals gezwungen, dann das ganze Leben zu befragen.

    Ich weiß zwar dass es sinnlos ist einen Alkoholiker auf seinen Konsum anzusprechen. Dennoch finde ich es schade, wenn das nicht passiert. Ich kann Deine Kollegen - und auch die damalige Zeit, denn in Sachen Aufklärung wird ja mehr getan - schon verstehen. Aber ich denke immer, jeder Hinweis und jedes Ansprechen zeigt einem Kranken man/frau macht sich Gedanken um ihn und er/sie ist nicht so unauffällig wie er/sie meint. Dass es nichts bringt ist logisch - aber am gefährlichsten empfinde ich das Schweigen.

    Wenn ich Deine Zeilen so lese und die Berichte hier, als auch mein eigenes Erstaunen innerhalb der letzten beiden Monate, so scheint es so zu sein, dass die Abhängigkeit jahrzehntelang treiben kann, unauffällig in ein soziales Gefüge integriert. Irgendwann einmal scheint es rasend schnell zu gehen und der Körper droht vergiftet zu werden und einfach seinen Geist aufzugeben.

    Mensch Lilly, da denke ich an eine Alkoholikerin, die unter mir arbeitete. Die trank Spiritus in ihrem Multivitaminsaft. Und ich konnte nicht verstehen, dass diese Frau von einer Minute auf die andere total breit war. Trotz dem Wissen dieser "Abartigkeit" war mir wohl bis jetzt nicht klar, wie tödlich, wie grausam und wie heftig diese Krankheit ist.

    Ach Lilly, mit Chance meinte ich dass er jetzt noch nicht soweit ist, eventuell wenn es tiefer bergab geht. Ich für mich gehe nicht davon aus, dass er den Weg aus der Sucht überhaupt schafft. Und ich merke es Tag für Tag deutlicher, es geht nicht nur um die Sucht, warum meine Beziehung für mich nicht mehr interessant ist.
    Es geht um den Alltag, um die Bewältigung der täglichen Pflichten. Es geht um Verhaltensweisen wie nach dem Heikommen im Keller zu verschwinden - und wohl zu tanken. Es geht darum, dass es keinen gemeinsamen Freundeskreis geben kann weil unsere Arten von Kommunikation so anders sind. Der Alk hat allem seinen Siegel aufgedrückt, aber viel mehr als der Alk machen eine Fortsetzung - auch trocken! - unmöglich.

    Lieben Dank für Deine Aufklärung, liebe Lilly.

    Sodele, guten Morgen auch Dir, liebe Crevette,
    deren Worte ich schon gut verstanden habe :)

    Weißt Du, soweit denke ich gar nicht "gleiches mit gleichem zu vergelten". Ich hatte gar keine Zeit mich mit Rache oder Vergeltung zu beschäftigen, weil hier alles viel zu schnell lief und bereits vier Wochen nach Beginn des Theaters ging es um das "Abfackeln des Hauses". Also musste ich mich recht schnell um Überlebensstrategien kümmern ohne Zeit für Rache aufbringen zu können.

    Für mich gilt persönlich die Verhaltensweisen über die Sucht erklärt zu haben und nun mehr zu begreifen. Aber diese Sucht sollte bei mir nicht dazu dienen mit Mitleid auf die Situation zuzugehen. Im Gegenteil, mit dem Wissen, wie diese Sucht verläuft bin ich sehr hart geworden. Meine Nachbarin meinte einmal, sie war beim grillen dabei, sie würde es an seiner Stelle nicht aushalten wie neutral ich zu ihm sei obwohl er wieder um die Beziehung kämpfe.

    Irgendwann war der Punkt, wo ich für mich sagen musste, Worte und Versprechungen sind nicht realisierbar, Heilungseinsicht nicht vorhanden und wir als Personen sind grundunterschiedlich und können nicht zusammen klarkommen. Ich kann mich in eine Schönfärbewelt verziehen, aber werde immer wieder brutal daraus aufwachen.

    Schon, liebe Crevette, der Stoff ist die Luft zum Atmen, den Stoff zu verlieren dürfte als Gedanke schon Panikattaken auslösen. Und dennoch muss ich sagen, dass ist das Problem eines Alkoholikers geworden und darf nicht meines sein. Ich muss Dir sagen, für mich persönlich ist es sogar das Beste, wenn ich meinem Ex-Partner nicht mehr in die Augen sehe. Deshalb sehe ich noch nichteinmal ob er superfertig oder nur fertig aussieht. Seit der Eskalation führe ich keine Gespräche mehr mit ihm. Aber auch wenn er versucht mich anzusprechen, so sehe ich ihn nicht an. Für mich ein Schutz um keinerlei "alte Gefühle" aus "Krokodilsaugen" zuzulassen.

    Für mich persönlich geht es um mein weiteres Leben, in welchem er nicht eingeplant ist. Der Wunsch meines Ex ist seinem Arbeitsplatz zu flüchten und auch seinen Wohnort geografisch in den neuen Bekanntenkreis zu verlegen. Das kommt mir sehr entgegen, da ich auf diese Art und Weise Abstürze und Schilderungen über sein Leben nicht erhalten würde.

    Ich denke eher, es scheitert an der schlechten Arbitsmarktlage und seiner finanziellen Möglichkeit diesen Ortswechsel durchzuführen. Davon einmal abgesehen bin ich mir nicht sicher, ob Arbeitgeber oder Vermieter den Zustand eines Alkoholkranken übersehen.

    Ich werde wahnsinnig, wenn er nach dem Wäsche waschen seine nassen Klamotten auf meine trockenen hängt, einfach der Schnelligkeit halber. Ich kriege fast den Vogel, weil er seinen Aschenbecher in den Mülleimer, den ich gerade geleert habe, schüttet ohne einen Müllbeutel rein zu legen. Und das sind nur die Kleinigkeiten .... das wäre mein tägliches Leben zusammen mit ihm, auch wäre der Alk nicht. Es passt einfach nicht.

    Das erspart mir dennoch nicht die eine oder andere Trauer, das steht auf einem anderen Blatt! Aber das was sich bei mir aufzeigt sind zwei Menschen auf Straßen, die sie voneinander weg führen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Gigi,
    vielleicht habe ich mich dumm ausgedrückt: ich selber machte die Erfahrung, dass aus den nebensächlichen 3 Bier pro Abend innerhalb eines Jahres ruckzuck 6 wurden und sich ein Absturz einstellte.

    Während oft am Anfang als co gesagt wird, sind ja nur xxx Bier kann sich das ganz schnell ändern. Da war die Frage für mich, ob ich das richtig sehe bzw. die Erfahrungen der anderen ähnlich sind.

    Aber auch Deine Auslegung der Frage wäre interessant.

    Mir fiel einfach auf, dass das loslassen wegen geringfügigkeit oft schwer fällt, dabei aber vergessen wird, wie schnell aus geringfügig imens wird.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Gigi,
    nein, mir ging es darum, dass alles "nur" bei kleinen Mengen anfängt und über die Jahre über Hand nimmt. So erlebe ich es derzeit. Mich würde interessieren ob das auch die Erfahrung der meisten anderen ist. Vielleicht habe ich mich da komisch ausgedrückt.

    Auffällig ist für mich oft der Anfagnsgedanke "er/sie trinkt nur diese und diese Menge". Die Droge Alkohol - wie vielleicht jede andere - scheint aber auf Steigerung des Konsums programmiert worden zu sein.

    Loslassen gelingt oft nicht weil es ja nur drei Bier pro Abend sind. Ein Jahr später eventuell 6 Bier pro Abend und Ausfallerscheinungen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Bitte nicht lachen, Ihr Lieben, aber auch der Absturz meines Ex wurde durch das Abrauchen eines Computers mit ausgelöst. Zwar hat er diese Sucht meines Erachtens auch, aber hier war es etwas anderes: Über Monate hin hatte er jemandem versprochen den PC zu reparieren, was eine Lapalie sei.... Es war keine Lapalie, der PC rauchte ab und sein Ego schien ernsthaft verletzt zu sein. Es gab nämlich mal eine Zeit, da war er in solchen Sachen ganz gut. Aber wie gesagt .... es war einmal ....

    Ich durfte von einem Sexualwissenschaftler eine Studie über Internetsucht veröffentlichen, die war schon hammerhart. Einfach deshalb, weil auch hier ein abdriften in eine Pseudo-Welt möglich ist. Bei meinem Ex muss ich es bestätigen.

    In den letzten beiden Jahren hatte ich mich sehr von ihm entfernt, nicht selten konnte ich dann nachts bemerken, dass Pornoseiten ihn interessierten. Grundsätzlich kein Problem für mich, weil vermutlich die meisten Menschen neugierig sind, da es bei ihm jedoch noch ein paar andere Züge gab, die sich einschlichen, irgendwann ein erotischer SMS-Kontakt mit jemandem aufgebaut wurde muss ich sagen in dem Fall haben sich Süchte gut ergänzt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Ihr Lieben,
    seit Tagen beschäftigt mich Lilly's ehrlicher und offener Beitrag.

    ***Dagmar, ich erzähle Dir mal ein wenig von mir. Ich konnte meine Sucht nicht stoppen, ich sah keinen Ausweg mehr, die Scham, die Hilflosigkeit, das innere Gefängnis durch die Sucht, all die ganze Unfähigkeit, ich wollte direkt morgens nicht mehr aufwachen, hoffte, das es endlich mal zuende ist. Ich denke, das JEDER Alkie schon Selbstmordgedanken hatte. Die Gedanken werden immer absurder, der Alk vernebelt alles zusätzlich.
    Ich kam mit dem Notarztwagen ins KH, und Ja, den hat mein damaliger Partner damals gerufen.
    Ich war kurz vorm Leberversagen, ich starb auch dort in den ersten Tagen einmal wirklich, aber sie konnten mich zurückholen. An dem Tag wollte ich auch tot sein, ich war sauer, als sie mich zurückholten. Aber an dem Tag habe ich später auch noch eine andere Entscheidung getroffen, halbbenebelt und vollgepumpt mit Medis: Ich WILL LEBEN ! ****

    Es ist schon eigenartig, dass eigentlich wirklich in dem Moment des nahenden Todes solche Entscheidungen oder Veränderungen getroffen werden. Ich hatte eine Krebsoperation, von der auch nicht klar war ob oder wie ich erwache: das war für mich ein Moment in dem ich spürte ich will leben, ich will gewisse Menschen wieder sehen, ich möchte nicht auf das Leben verzichten. Ich war gezwungen kurz vor der OP zu spüren was das Leben mir bedeutet. Damals war ich noch nicht in dieser Beziehung, nur als Nachsatz.

    Zwar traurig, aber eigentlich logisch: Der Suchtstoff gibt ja etwas - den Ersatz alles anderen, warum sollte der freiwillig aufgegeben werden? Das kann erst dann passieren, wenn der Stoff weniger gibt als der Kranke zum leben braucht, bzw. die Schäden zu hoch sind (Verlust des Lebens). Denn bis zu diesem Punkt ist ein Süchtiger noch in der Lage seine Muster zu stricken und die Knöpfe an uns Co's zu testen und zu drücken. Er/Sie ist ja noch handlungsfähig ... Erst wenn diese Handlungsfähigkeit nicht mehr vorhanden ist kann ein Umdenken folgen.


    ***Er lies mich an dem Tag fallen, als er den Notarzt rief, er deckte mich nicht weiter, handelte, ohne mir etwas davon mitzuteilen. Ab da konnte mein Leiden beendet werden, weil ich endlich Hilfe bekam, die ich so dringend brauchte. ***

    Mich würde interessieren, liebe Lilly, wie Du es - bzw. ob - geschafft hast am Arbeitsplatz noch zu funktionieren. Kam da jemand auf Dich zu und hatte den Mut Dich anzusprechen. Unabhängig dessen dass dieser Mensch nichts bewirken konnte. Warst Du als Frau, die wir ja eigentlich eitel sind, noch um Deine äußerliche Erscheinung bedacht? Wie lange hast Du es geschafft, dem Umfeld Deine Sucht zu verheimlichen? Ging es langsam schleichend oder wie verlief das alles bei Dir?


    ***Ich kann Deinem EX also nur wünschen, das der schlimmste Fall nicht eintritt. Ansonsten wird er irgendwann eintreten. ***

    Das sehe ich ebenso, liebe Lilly, zwar sehe ich schon dieses hin- und hergeiere, dieses von Macht in Ohnmacht fallen - aber ich entdecke keine Aufgabe gegenüber der Sucht.

    Und ich sage Dir ganz ehrlich, da könnte ich mich täuschen und zu sehr Co sein, aber ich denke der körperliche Verfall läuft durch nach über 20 Jahren Alkoholmissbrauch.

    Oft habe ich mich gefragt, wäre es für ihn besser gewesen ihn früher fallen zu lassen. Ich kann es wirklich nicht sagen, weil ich denke, erst jetzt gelangt er an den Tiefpunkt - hätte ich diesen Tiefpunkt vorher schon herbei führen können, ich weiss es nicht.

    Denn in seinem Fall denke ich war der Schlußpunkt nicht der dass ich mich abgewandt habe sondern dass seine Alk-Kumpels auch keine Lust mehr auf ihn hatten und er ein neues, vermutlich noch etwas niedereres Niveau an Trinkfreunden in Schweinfurt gefunden hat.
    Ich habe nicht den Eindruck, dass mein Weggang ihm so zu schaffen macht, sondern ich denke das dortige Extremtrinken bringt ihn zum Verfall. Auch habe ich den Eindruck, dass er es irgendwie wahrnimmt, aber dennoch nicht ändern kann. Denn irgendwie denke ich dass wenn alle Hobbies abschmieren, müsste doch eine gewisse Leere entstehen.

    Ganz hart gesagt, liebe Lilly, ich sehe genau hier die Chance, genau hier in diesem recht niedrigen Nivau, Genau darin dass er sich wohnorttechnisch in diese Richtung bewegen will. Genau in der Jobsuche, die für ihn sicher schwer wird, sehe ich eine Chance für den Absturz. Genau in der Haussuche (es muss ja ein Haus in größeren Dimensionen sein wegen dem Autobasteln, was nur noch selten geschieht) wo es um Kautionen und Imobilienmaklergebühren geht die nicht zu zahlen sind ohne kleine Rücklagen.
    Genau darin, dass er diese 70 km mit dem Auto fahren muss und irgendwann mal in eine Alk-Kontrolle gerät (auf ihn ist die örtliche Polizei schon aschaf) genau da sehe ich die Chance.

    Genau in dem Punkt, oder an der Stelle, wo alles zusammebricht. Für ihn wird früher oder später zwangsläufig die Situation kommen, in der er sich für Freitod, weitersaufen oder einen langwierigen Weg der Bewältigung entscheiden muss.

    Ich denke, nur mein Weggang war pillepalle - das Zusammentreffen aller dieser Punkte kann, wenn überhaupt etwas, für ein Aufwachen sorgen. IN seinem Fall also nur vollständige Breitseite bis zum Untergang....

    Ich danke Dir für Deine, wie immer, offenen Worte, liebe Lilly.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Schon, liebe Crevette, natürlich ist er eine arme Seele. Nur: was war mit Dir und mir, als uns die Herren sagten, "Du bist out" - auch wir waren arme Seelen und mussten uns auf uns und unser Leben besinnen. Mein Ex hat keine Rücksicht genommen als er mich erst abservierte um dann wieder zu versuchen mich zurückzubekommen. Er hat so gehandelt wie er es für sich wollte ohne Rücksicht auf mich, ohne Einsicht in seine Krankheit.

    Gut, damit musste ich klar kommen und meine Konsequenzen ziehen, was ich getan habe. Er ist in seiner Situation hängen geblieben, wärhrend ich versuche meine zu bewältigen.

    Und bei allem Verständnis gegenüber "armen Seelen" so muss ich doch feststellen, dass er sich jeden Tag neu entscheiden kann oder könnte für sich oder für den Alk. Nun gut, er kann es mittlerweile nicht mehr, aber deshalb wird er für mich zukeinem besseren Menschen, höchstens zu einem kränkeren.

    Der Berg Müll müsste ihm die Luft zum atmen und leben nehmen - aber scheinbar möchte er den Berg behalten. Zumindest möchte er ihn nicht selber abtragen! Gewiß ja, er versucht mich umzumanipulieren oder er versucht die Mitleidsschiene zu fahren und letztendlich, wenn das alles nichts zieht, dann kommt halt der Schnaps ans Bett als Problemlöser....

    Es scheint mir zu sein wie ein Tanz auf zu dünnem Eis. Es scheint mir bei objektiver Betrachtung so, als würden Job (ob da schon etwas passiert ist weiß ich ja nicht, aber übersehen kann man dort wohl kaum was läuft), der Führerschein, die finanzielle Existens, der Kontakt zur eigenen Familie (Mutter, Schwester) gegenüber Alk und trinkenden Freunden geopfert werden.
    Seine trinkenden Gesellschaftstrinker scheinen sich nicht für sein Fahrradfahren zu interessieren, sein Laptop nimmt er ebenfalls nicht mit, natürlich auch nicht die Autos an denen er in meiner Zeit bastelte. Er hat sich also auch von seinen Hobbies getrennt. Er hat sich getrennt - er hat es so entschieden.

    Alles das ergibt für mich einen Menschen, der sich sehr leer, haltlos und ängstlich fühlen muss. Nur: es war seine Entscheidung - Schritt für Schritt - Jahr für Jahr.

    Die ersten Wochenendsüffe mit 16 das ging so weiter bis zu meinen Zeiten. Längere Totatlabstürze in den Zeiten zuvor waren die ersten Jahre nicht mehr da, aber das gesellschaftliche Trinken im Übermaß.

    Irgendwann trank er alleine - ob es ihm auffiel weiß ich nicht, aber nun folgten längere Abstürze, Verletzungen und vieles mehr. Ob er das wirklich nicht bemerken konnte weil er so eine arme Seele ist? Weil er es wirklich nicht ändern konnte weil er eine so arme Seele ist.

    Ich vermute eher, diese "arme Seele" ist noch nicht so arm dran, dass der Luxus des wegbeamens eingetauscht wird durch einen harten Weg des sich selber spürens. Ich kenne zwar Mitleid für Kranke - aber es hält sich dennoch in Grenzen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, die letzte Nacht bin ich nicht zur Ruhe gekommen, ich habe so in Gedanken die Zimmer eingerichtet und dann weider umgerichtet, mir wieder in Gedanken den Kopf im Schlafzimmer angeschlagen, welches in der Schräge ist und wieder hin und her überleget wo was stehen wird oder wie was im Garten sein wird.

    Und last not least habe ich mit meinem Katzenforum wieder ein alljährliches Treffen, da muss ich nun überlegen, wie es mit den Schlafmöglichkeiten ist, die ja im neuen Haus anders sind als im alten.

    Dann habe ich mir überlegt ob ich noch in dieser alten Hütte backen soll oder lieber nur alle MÖbel reinigen, hin und her und her und hin, weiter bin ich nicht - sondern schreibe hier statt mit Putzmittel und Lappen zu hantieren. Aber nun habe ich vier ungestörte Tage, das gibt Kraft.

    1 (ich) und 1(mein Ex-Partner) gibt zwei.
    Zwei verschiedene Menschen.
    Ein Zweiter Versuch einer Partnerschaft wäre einer zuviel. Der erste Versuch war o.k., ist gescheitert, einen zweiten sollte es nicht geben.... für mich....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja, liebe Minibine,
    ich dachte auch mal ich erkenne Alkis - muss nun aber sagen, scheinbar nicht, denn ich erkenne bei meinem Ex keinesfalls die Trinkmengen, ich rieche sie höchstens. Nachdem ich sogar an mir und meinen Emotionen gezweifelt habe "vielleicht ist er doch nicht so krank" muss ich für mich heute sagen, nein, ich erkenne sie nicht. Ich dachte das mal von mir .... aber es scheint ein Irrtum gewesen zu sein.

    Eigentlich finde ich, dass es keine Gründe fürs Trinken gibt. Es mag den gesunden Genuss von ab und zu mal geben - aber nie einen Grund (finde ich). Denn ab dem Moment wo ein Grund da ist, ist es keine Entscheidung aus einer kurzweiligen Laune sondern ein Problemlösungsmitte.

    Apropos:
    Alkohol ist ein ideales Lösungsmittel
    es löst Familien, Freundschaften, Arbeitsverhältnisse, Bankkonten, Leber- und Gehirnzellen auf!
    Er löst nur keine Probleme!!!

    Tja Crevette, Minibine hat sich entschlossen gegen ihre Krankheit anzukämpfen, sie aber anzunehmen und mit ihr zu leben. Jeder Alkoholiker könnte selbige Entscheidung treffen - vielleicht erst, wenn er wie Lilly wirklich kurz vor dem Ende steht - aber er/sie kann sie treffen. Auch Minibine hätte sich gehenlassen können in ihrem Schmerz und die Krankheit verleugnen.

    Natürlich hat der Alkohol eine große Scham. Aber hat das nicht auch die Coabhängigkeit? Habe ich mich nicht auch hier oder bei meiner Psychotherapeutin und im Freundeskreis geoutet um rauszukommen aus dieser Krankheit. Könnte das nicht ein Alkoholiker auch (unabhängig welche Belastungssituation das auslöst, bei mir musste ja auch erst ein tiefer Punkt kommen).

    Ich für mich möchte einem Alkoholkranken, trotz aller "Umnebelung" einen Teil der Verantwortung für sich und seine Krankheit überlassen. Und ich möchte auch denen die es schaffen, diese Krankheit zu besiegen, den dafür notwendigen Respekt zollen weil sie es geschafft haben wegzukommen. Diejenigen, die noch nass gegen sich selber kämpfen hätten ebenso die Chance etwas zu verändern, auch dann wenn sie sich oft nicht mehr spüren oder logisch denken können.

    Natürlich verhindert Sucht viel - und dennoch bin ich der Meinung der Mensch kann selber entscheiden. Lilly sagte mal so schön: jeder Alkoholiker habe es gewußt! Was ich weiß kann ich versuchen anzugehen, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, liebe Claudi,
    negative Erfahrungen mit Psychotherapeuten. Hmmm, ich weiß nun nicht wie ich am Besten antworten soll um Dir mein Feeling zu vermitteln.

    Ich hatte mir etwas ganz anderes erwartet. Ich dachte nun wird über mich mein Burnout und meine Mobbingsituation gesprochen. War nicht so, die Psychotherapeutin kannte meinen Arbeitgeber und die Situationen im Pflegeheim, es war keine Schilderung mehr notwendig.

    Ich bekam Antidepressiva für die ich sehr dankbar bin. Haben die mich doch wieder gestärkt. Nicht nur gestärkt, auf Rückfrage bestätigte mir die Psychotherapeutin, dass die Einnahme der Medis und meine Bewältigung des beruflichen Problems der Auslöser war auch meine Bezeihung zu beenden. Diese Antidepressiva sorgten für eine Gesundung im Gehirn ;)

    Ich hätte mir vorgestellt, dass wir nun an meiner Psyche arbeiten mit vielen Fragen oder Besinnungen. Dem war nicht so: Frage wie ging es Ihnen in den letzten Wochen - Erzählung meinerseits und das war es eigentlich. Auch auf meine Frage "Coabhängigkeit" gibt es Eselsbrücken kam nur "denken sie an ihre Zukunft, mit ihm haben sie keine".

    Hm, alles nicht das, was ich erwartet hatte. Aber .... was soll denn meine Psychotherapeutin mit mir durchspielen habe ich mich dann gefragt, ich habe mein Tempo und meine Art der Bewältigung, würde sie sich einmischen, so gäbe das ein Chaos. Eigentlich kann sie nur da sein wenn ich Fragen habe. Auch wenn diese Fragen ganz anders beantwortet werden als ich denke, so könnten sie mir dennoch auf dem Weg helfen. Schau Claudi, würde die Therapeutin mir einen Weg aufzeigen, egal welchen, dann wäre sie ja mein Co. Dann würde ich ja Hilfe brauchen und sie mich auf ihren Weg führen.

    Ich war erstaunt, was meine Psychotherapie ist, die nun 9 Monate läuft. Ich hatte mir das so anders vorgestellt und es ist nichts greif- oder sichtbares, nichteinmal Sätze, die mich leiten. Aber sie scheint stützend da zu sein.

    Depressionen sind ganz ganz übel weil sie uns gefangen halten und unsere Kraft einsperren. Mir hat es sehr geholfen, eine Psychotherapeuting in Anspruch zu nehmen, auch wenn eigentlich nichts über Depressionen fiel und keine Verhaltenstherapien ect. durchgeführt wurden.

    Vielleicht magst Du es Dir nochmals überlegen, oder aber Dich mit Deinem Hausarzt zusammentun.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Super Cyan,

    tja, die Prinzessin Alk ist glaube ich ein ganz guter Name weil sie - der Name - eigentlich wirklich umschreibt was blenden ist, was Hofnarren sind und was verhängnissvolle Monarchien bedeuten können.

    Ja Baby, nun musst Du Dich anders amüsieren und Deine Prinzessin Alk wird ganz sicher anders an Deiner Seite stehen als ein Mensch mit Herz und Gefühl....

    Lieben Gruß und guten Morgen von Dagmar