Beiträge von dagmar007

    Hallo, liebe Minibine,
    das Glück zum Umzug kann ich gebrauchen, denn erfahrungsgemäss springen ja einige ab - der LKW von dem wir ausgingen, klappt nicht, ein anderes Paar hat sich bereits wegen Krankheit entschuldigt. Aber ich hoffe, dass meine anderen Helfer zuverlässiger sind, wenn nicht muss ich halt mit wenigen Personen und langsam voran kommen. Hauptsache es klappt irgendwie - und wenn es länger dauert, dann eben so....

    Mein Ex, hmmm, kann ich Dir nicht sagen was er denkt - sagen tut er nichts. Er sagte nur einmal er sieht das ich packe, will es aber nicht wahrhaben und liesse es deshalb nicht an sich ran.

    Er hat als Bindeglied den gemeinsamen Garten gehegt, der außerhalb des Hauses ist. Da er aber beständig abstürzt bei seinen Gesellschaftstrinkern, gehe ich nicht davon aus, dass dieses "Bindeglied" bleiben wird.

    Scheinbar, so sagt er, glauben kann ich es nicht, habe er sich über Chiffreanzeigen auf Häuser beworben, im Umfeld seiner Saufkumpane, also rund 70 km vom Job entfernt. Ich traue ihm nun ohne Drucker nicht zu solche Schreiben vom Arbeitsplatz her erstellen zu können, aber wer weiß, er ist ja erwachsen, vielleicht kriegt er das hin. Ich denke mal, sein Ego wird es schwer verkraften dass die Bewohner des Ortes, die ihn schon lautstark als A******** bezeichnen, mitbekommen dass die Freundin davon läuft. Da könnte das männliche Ego Schaden leiden. Durch seine Aggression hat er sich hier im 320 Seelen Ort zum meistgehasstesten Mann gemacht, was auch schon Zerstörung an seinem Auto bedeutete. Also sprich: er ist wirklich gehasst.

    Hättest Du ihn aufgenommen? Häh, hätte er sich ein eigenes Leben gezimmert, so hättet Ihr ja irgendwann zusammenkommen können als glückliches Paar. Aber Du hast ihm die Chance gegeben ungeklammert sein Glück aufzubauen. Sein Leben nach eigenen Wünschen zu erfüllen, wenn er das nicht kann, so ist das irgendwie sein Problem und nicht Deins. Das richtige zuhause schaffen wir uns doch selber, oder? Ich freue mich darauf, wieder meine Wünsche umsetzen zu können und meine Farben und Schnapsideen (Schlafzimmer in Sonne/Mond/Sterne-Motiv und blau) die Treppe mit meinen ganzen Clowns behangen ect.
    Mein Ex hat ein gemüntliches zuhause nie geschätzt und ging achtlos mit Teppichen ect. um, das tat mir weh, denn jedes Stück hat mir etwas bedeutt. Nunmehr habe ich die Chance mit meinen Dingen so umzugehen, wie ich es möchte. Ich habe nichts teures oder wertvolles, aber jedes Stück habe ich gerne. Es tat mir weh, wenn neue Teppiche gleich mit öligen Schuhen kaputt gemacht wurden. Ich liebe einen stilvollen Tisch, auch wenn es günstiges Geschirr ist, aber es sollte einfach einladend sein. Nicht sein Thema - aber meines - und das kann ich nun wieder leben. Und wenn es nur für mich alleine ist.

    Ich selber habe nie Entschuldigungen für den Alk gefunden, weder beim Gerichtsvollzieher, Arbeitgeber, noch eintreibenden Finanzamt. Aber dennoch habe ich Wäsche gewaschen oder ihn an seine fälligen Rechnungen erinnert. Alles das, sind unterstützende Taten die davon abhalten andere sehen zu lassen was wirklich Sache ist. Viele vermuten es ja schon (siehe bei mir beim Friseur!) aber die letzte Gewissheit darüber, evtl. auch Konsequenzen verhindern wir durch unsere Hilfestellung.

    Schau Minibine für mich war es ganz arg schwer ihm nicht die Hilfe sein zu dürfen, die ich für jeden gesunden Bekannten wäre. Aber hier laufen die Regeln anders. Mein Nachbar braucht vielleicht heute oder morgen Hilfe, und nicht sein Leben lang. Mein Alkoholkranker Ex bräuchte meine Hilfe ein Leben lang, bzw. die anderer Co's um seinen Stand zu vertuschen. Dennoch war es mehr als schwer und ich kam mir so was von fies vor.

    Mitleid habe ich keines, die Schiene gibt es bei mir nicht, schwierig wird es für mich einfach, wenn er unter der Woche - wegen der Arbeit - relativ klar aussieht und sich MÜhe gibt auch so rüberzukommen, da habe ich anfänglich oft gezweifelt ob ich ihn im richtigen Licht sehe. Wenn ich aber die vielen leeren Kisten sehe, registriere dass er stundenlang im Keller ist mit Bierfläschchen in der Hand, dann denke ich doch, dass ich alles richtig einschätze. Auf jeden Fall weiß ich dass ich das nicht sehen will - und das reicht schon für den Umzug.

    Wie blind kann man sein? Hatte ich mich auch gefragt und mir selber die Antwort geben müssen: die Pullen auf den Augen sorgen einfach für Blindheit. Das ist ja kein nicht sehen wollen, sondern ein nicht mehr sehen können. Denn wäre es den Alkoholkranken klar, dass sie gerade alles verspielen, so würden sie sich evtl. fragen ob oder wieviel ihnen ihr Leben wert ist. Aber ich denke mal, die Gedanken reichen nur bis zum ersten Schluck (zumindest bei vielen) ist der erste Schluck dann da, dann sollte noch mehr kommen, dann muss der Vorrat gesichert werden oder Ausreden überlegt werden, alles das kostet Zeit und Kraft - da bleibt kein Platz mehr für Sehübungen.

    Ja, meine Katzenliga wird mit umziehen. Die Streunerkatzen, die sich an mich gewöhnt haben hatten hier einen alten Stall, dort bekommen sie ein Zimmer, aus dem sie direkt in den Garten können. Für mich ein Raum weniger, und alles wird sehr eng, aber ich liebe diese Tiere, die am Anfang so scheu waren, dass ich sie nicht anfassen konnte.

    Sie sind meine Familie geworden :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Bine,
    zur Verantwortung ziehen kann jeder versuchen, ob es berechtigt ist ist die andere Frage. Wie gesagt, auch ich musste mir schon Gedanken darüber machen weil es einfach neben meiner persönlichen noch die rechtliche Situation gibt, die dann etwas anders aussieht als meine co-Seite.

    Was meinst Du wie es bei mir läuft mit knapp über 600 Euro Arbeitslosengeld - eigentlich gar nicht, dennoch - schlimmer als hier mit ihm kann es nicht werden. Und glaub mir Bine, hinterher haben wir "unseres" nach unseren Richtlinien und können gestalten wie wir wollen. Wird auch nicht einfach sein mit wenig Geld - da mache auch ich mir nichts vor.... aber es kehrt Ruhe ein und damit vielleicht auch der Rest unserer Wünsche.

    Wir sind nicht verantwortlich für das Leben unserer Exxen - wir waren nur über Jahre so verrückt und haben die Verantwortung an uns gerissen. Eventuell sogar ohne dass unsere Alkoholiker das wollten. Nun wird es Zeit, dass wir ihnen die Verantwortung für sich selber übergeben - und wir, verflixt noch mal .... geht an mich selber ... ;) für uns.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Minimini,
    ich bin schon munter am packen, da ich in den nächsten Wochen wohl in mein neues Häuschen kann, zwar gibt es noch keinen offiziellen Mietvertrag, aber die schriftliche Bestätigung des Vermieters mit Termin.

    Nein wir haben keine Kinder, aber ich habe hier aus alleinigen finanziellen Mitteln ein Katzenasyl aufgebaut, und die Racker die ich für tausende von Euros gesund pflegen ließ, die will ich mitnehmen, also dauerte die Suche etwas.

    Klar Ihr LIeben, wir haben Ängste, wir verstehen den Alkoholismus nicht. Ich selber habe schon Abstand gwonnen und dennoch stehe ich oft das und denke, dass kann doch nicht sein, dass ein des Denkens befähigter Mensch sich selber die Überlebensbasis durch Job und Wohnung riskiert. Aber es scheint einfach so zu sein! Es scheint einfach so zu sein, dass aus Erleichterungstrinken irgendwann die Sucht wird. Das kann nicht zugegeben werden, somit versucht man sich im bekannten Terretorium zusammenzureißen, um dann wie mein Ex am Wochenende an anderen Orten (wo er noch unbekannt ist) die Kuh fliegen oder seinen KÖrper liegen läßt.

    Ich für mich muss sagen, dass da auch die Schwierigkeit für mich liegt, weil ich immer mein Denken, welches sehr überlebensbasiert ist, zu Grunde lege. Ich bin selber jemand, der jeden Schritt aus vielen Richtungen beleuchtet und da kann ich nun mal wirklich nicht nachvollziehen was passiert. Muss es auch nicht, stolpere aber immer wieder über die Frage "Wie kann mann nur...."

    Dennoch: Meine Angst um ihn, die gibt es nicht mehr - allerdings ist es für mich nicht verständlich, dass er als Zeitbombe mit dem Auto unterwegs sein darf - die Flasche Bier neben sich. Nachbarn haben es angezeigt, mit direkter Fahrtroute - passiert ist nichts. Er weiß das schon seit Monaten dass er regelmässig angezeigt wird. Natürlich merkt er auch das nichts passiert, was ihn vermutlich in die Selbstsicherheit bringt, die Flasche Bier neben sich im Auto zu haben.

    Alles das sind aber Dinge, die mich anekeln und bei denen ich weiß, ich will sie nicht sehen, deshalb sehe ich diesem Umzug gelassener entgegen, als es sonst meine Art ist. Auch wenn es dann nochmals hart wird, weil das letzte Band dann durchschnitten wird. Ich merke aber immer wenn er die Wochenenden weg ist, dass es mir gut tut, wenn er nicht da ist. Ich bin bei mir und konzentriere mich auf meine Dinge, was bei seiner Anwesenheit nicht so gut gelingt.

    Aber eines ist merklich und für mich irre: meine 5 Katzen im Haus sind viel, viel ruhiger, seit er oft weg ist und die Beziehung beendet ist.

    Gefahren unserer alkoholkranken Freunde - oh je Leute, Dinge die ich sehen durfte oder von denen ich erfahren durfte: in der einen Hand das Schweißgerät, in der anderen die Pulle - in einer Hand Benzin für die Motorsense in der anderen die Kippe - in der einen Hand die Lackierdose in der anderen die Pulle. Da frage ich mich nur, wie es zu keinen Verwechslungen kommt. Mit dem Fahrrad unterwegs, im Rucksack die Nahrung ;) Aber es ging immer gut - vermutlich weil Besoffene und kleine Kinder einen Schutzengel haben. Sollte der aber mal Urlaub haben, oh je, oh je.....

    Aber wir sind nicht die Schutzengel - und wir haben sicherlich früher mal angesprochen, welche Gefahren mit solchen Aktionen verbunden sind. Wer nicht hören will, der muss bekanntlich eben irgendwann mal fühlen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s. ich habe Abstand, aber noch nicht so viel wie ich möchte - mein Leben lebt sich ohne meinem Ex besser als mit ihm, aber die Gedanken sind schon noch bei ihm - wenn auch zumeist nur mit dem "wie kann mann...."

    Na dann, herzlichen Glückwunsch - Dir zum Geburtstag liebe kein Alkohol,
    und Deinem Daddy dazu, dass er wohl nun eine Entscheidung fällen muss,

    ich denke hier im Forum über Krankheiten zu schreiben ergibt wenig Sinn, wenn das nicht von einem Mediziner kommt.

    Meiner Meinung nach, ist eine Heilung nicht möglich, jedoch ein Innehalten der Krankheit, was jedoch nur dann möglich ist, wenn absoluter Alk-Verzicht herrscht und eine Zugabe von Vitaminen erfolgt.

    Hoffnungen würde ich persönlich Dir keine machen wollen, ich habe im Pflegeheim erleben müssen, wie solche Menschen sich in der Spirale abwärts drehen. Es sei, ja es sei denn, Dein Vater würde sich nun um sein Leben kümmern und es selber in die Hand nehmen. Was aber mit Fortschreiten der Krankheit immer schwerer wird.

    Viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar

    Oh, liebe Minibine,

    mit zunehmendem Alkoholkonsum wurde die Verletzungsgefahr meines Ex immer größer. Mal beim schweißen verbrannt, mal den Schädel angehauen, mal die Augen an Sträuchern verletzt. Klar, die Aufmerksamkeit scheint geringer zu sein, eventuell auch das Schmerzgefühl unter Alkeinfluß.

    Aber Minibine, davor muss er sich selber bewahren. Wir sind nicht die Schutzengel unserer (Ex-)Partner, die nicht selber auch sich achten wollen oder können!

    Auch ich kannte diese Ängste, ist mein Ex doch schon bewußtlos im Haus umgefallen. Aber liebe Minibine, ihr seid bereits räumlich getrennt. Dich muss also nicht interessieren was in seiner Dreckbude passiert. Ich lebe mit dem Ex noch zusammen und möchte nicht wegen unterlassener Hilfeleistung drankommen. Früher ließ ich ihn einfach liegen - hörte die Atmung - und dachte verrenk Dir nur das Kreuz wenn Du so pennst.

    Mein Ex fährt alkoholisiert Auto - die Polizei, die von Nachbarn mit Details alles zur Anzeige brachte - unternimmt nichts. Nun gut, ich hoffe, dass kein Mensch zu Schaden kommt. KOmmt er zu Schaden, so hat er das selber verursacht und wird dann auch mit den Konsequenzen leben müssen. Er nicht ich!!!!

    Hallo, wir müssen uns beschützen und nicht diejenigen, die ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit nicht schätzen! Du bist wichtig - ich bin wichtig - und zwar müssen wir für uns wichtig sein. Unsere Ex-Partner müssten sich selber wichtig sein und auf sich aufpassen. Wenn sie das nicht können oder nicht wollen, so ist das deren Problem!

    Liebe Minibine, so schnell stürzen scheinbar nicht alle ab. Mein Ex stürzt, fängt sich wieder, es wirkt als erkenne er den Inhalt und stürzt wieder. So wird das sicherlich noch Jahre gehen, willst du Jahre an der Seite Deines Ex verbringen um das "Schlimmste" zu verhindern, was dann doch passieren könnte? also ich will das nicht - ich sehe meine Aufgabe nicht darin Zeitzeuge eines Absturzes in Etappen zu sein.

    Krass geagt, liebe Minibine, wenn er auf eine seine 1000 Pullen fliegt und sich verletzt, so hat doch er die Pullen verteilt - und damit seine Unfallgefahr, oder? Du bist kein Kindermädchen für erwachsene Menschen, die sich selber in Gefahr bringen, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Claudi,
    es ist nicht einfach zu sich selber zu finden. Wenn die Menschen, wie Therapeuten, die dabei helfen sollen zu uninteressiert sind, dann wird es schon sehr schwer. Denn für Dich scheint es ja wirklich darum zu gehen, die ersten stabilen Grundlagen zu schaffen.

    Ich sehe es so, dass jeder Mensch - ob gesund oder krank wertvoll ist!

    Jede Mensch hat Fähigkeiten, Ecken und Kanten, die ebenso liebenswert sind und ihn/sie zu einem Menschen machen - und zu einem Mitglied einer Gesellschaft.

    In eben dieser Gesellschaft ist es nun meine Aufgabe Menschen zu finden, denen meine Gegenwart gut tut und deren Gegenwart mir gut tut. Personen also, die sich gegenseitig achten, respektieren und wert schätzen.

    Der Verlust von geliebten Menschen kann uns umhauen. Ich für mich versuche es zu lernen, dass ich mich freuen sollte überhaupt diesen Menschen gekannt zu haben, um den ich jetzt trauere. Vielleicht ist das viel mehr, als andere Menschen haben. Ich liebte einen Menschen, den der Tod mir nahm - aber es gab ihn, er /sie hat mein Leben bereichert. So kann ich in Glück und Dankbarkeit an diesen Menschen denken. Denke ich über den Verlust, so stellt sich Trauer und Hoffnungslosigkeit ein. Denke ich in Dankbarkeit und Glück an diesen Menschen, so füllt mich dieses Gefühl wenigstens teilweise aus.

    Oftmals haben unsere Partner kein Interesse an unserern Gedanken oder Gefühlen, spezielle auch dann wenn sie alkoholkrank sind. Eigentlich auch logisch, weil sie selber viel zu viel mit sich selber zu tun haben, oder? Egal, ob Alkoholiker oder nicht, es zeigt einfach, dass wir einen Partner suchen müssen - oder finden - der ähnlich strukturiert ist wie wir. Es muss also bei Menschen, die über Gefühle oder Geschehnisse sprechen wollen, ein ebenso offener Mensch sein.

    Bei meinem Ex-Partner hatte ich nach dem Muster der Familie jemanden gewählt, der nicht über Gefühle sprechen kann oder will. Meine persönliche falsche Auswahl, wohl verbunden mit dem Bild "irgendwie muss es mir doch gelingen bei der Spezies - nicht über Gefühle reden - etwas zu erreichen". Es gelang mir nicht, und nun will ich es auch nicht mehr. Wir sind anders - das muss ich akzeptieren.

    Letztendlich muss ich mit mir und meinen Gefühlen klar kommen, vielleicht sogar alleine, am besten mit Freunden mit denen man darüber reden kann um deren Ansicht und Denkanstöße verarbeiten zu können. Aber: ein Mensch ist überfordert wenn wir von ihm verlangen unsere Psyche gerade zu rücken, das können nur wir selber.

    Viel Kraft wünsche ich Dir liebe claudi

    Ach, liebe Ette,
    ist es nicht in richtig so, dass in Dir auch das kleine Ettchen wohnt, welches auf den Arm genommen werden will? Solange das kleine Ettchen weiß und spürt dass es ein Mensch sein sollte, der ihr gut tut, so ist das doch ein menschliches Bedürfnis.

    Auf der einen Seite müssen wir erleichtert sein, dass unsere kranken Partner nicht an unserer Seite sind, auf der anderen gibt es natürlich, so denke ich, etwas wie den Verlust oder das Denken an die Vergangenheit. Ich weiß auch nicht, ob das so schlimm ist ... solange wir bei uns bleiben und nicht wieder in die Ursprungssituation zurückkehren.

    Ich für mich bin mir im Klaren dass ich noch oft traurig sein werde. Aber das gehört doch auch zum Leben, oder? Ebenso wie unsere Ecken und Kanten. Aber kennen wir die Ecken und Kanten, so ist es doch immer wieder ein Weg zu uns selber, auf dem wir etwas klüger werden was uns und unsere unbewußten Verhaltensweisen betrifft.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Skybird,
    so sind unsere Geschichten. Wir gehen und müssen oder dürfen verfolgen wass in unserem alten Umfeld passiert. Auch ich werde leider eine gewisse Zeit brauchen, bis ich die Neugier abgelegt haben werde, was so ohne mir passiert. Auf der einen Seite wollen wir es nicht wissen (weil es schmerzt) auf der anderen Seite ist vielleicht einfach die Frage, "mensch, wann wacht der andere auf oder wann geht er unter". Ich für mich hoffe einfach, dass mir das nach einer gewissen Zeit egal ist.

    Schau, wichtig ist, dass es Dir für ein paar Stunden gut ging. Denn auch wenn Du jetzt wieder etwas tiefer fällst, so kannst Du Dich an die Stunden erinnern, in denen es Dir gut ging. Das dürfte die Kraft geben wieder gute Stunden zu erhalten. Warum Du Dich nicht freuen kannst den Absprung geschafft zu haben? Weil eine Trennung eben auch dabei ist? Weil es mal jemanden liebenswerten gab, von dem Du vielleicht dachtest er ist der Partner des Lebens. Das darf uns doch traurig machen, wenn wir diese Abstürze bemerken. Noch sind wir traurig, weil wir noch verbunden sind, noch nicht ganz losgelassen haben - aber auch das wird sich bessern und ändern - dazu aber müssen wir uns Zeit geben.

    Ich glaube wirklich die heiße Schoki ist eine gute Idee! In genau den Momenten der Angst sich auf sich selber besinnen. Genau dann, wenn wir wieder drohen durch Ängste oder Erinnerungen in das Fahrwasser von Angst oder Hoffnung zu kommen direkt den Weg zu uns zu finden. So lange, bis auch diese Mechanismen automatisch funktionieren.

    Ich denke, das dauert seine Zeit - zumindest bei mir. Aber für mich bin ich schon froh, wenn ich bemerke zu sehr Gedanken an den Ex zu verschleudern wenn mir dann recht schnell in den Sinn kommt "Du bist nicht bei Dir - es wird Zeit für einen Moment der Besinnung auf Dich". Ich für mich benötige noch jede Menge Eselsbrücken! Aber ich bin froh, mir diese Eselsbrücken gebaut zu haben und sie bei Bedarf aus der Versenkung holen zu können.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey liebes Kaltblut,
    auch ich selber sehe in der Krankheit des anderen die Chance sich selber noch besser zu erkennen. Und eines habe ich durch diese Situation gelernt: zu sagen ich will oder ich will nicht. Zuvor habe ich mich einfach mitreissen lassen und ohne Bewußtsein in vielen Fällen gelebt. Schlechte Gefühle, Niedergeschlagenheit, Depressionen aber den Kernpunkt hatte ich nicht gesucht. Ja, auch ich kenne die Mechanismen, habe aber auch erfahren, dass durch das Bewußtsein dieser Knöpfchen viel von uns selber verändert werden kann.

    Das mit dem Anzapfen geht ja leider nicht :) Aber lernen von diesen Menschen, die Du beschreibst, können wir alle. Energien haben wir in uns, vielleicht sogar deshalb diese Krankheiten. Hätten wir sonst soviel Kraft gehabt für Co oder Alkoholismus? Vielleicht nicht! Nun ab mit der Power in die richtigen Leitungen - und dann: macht Watt, Ihr Volt, oder Kaltblut?

    Ja, liebes Kaltblut, so oft steckt im schlimmsten die Chance, nur manchmal wollen wir es nicht erkennen und verstecken den Kopf im Sand.

    Schön, dass Dein Kopf aus dem Sand hervorsieht :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Gut gesagt, liebes Kaltblut,
    eigentlich egal, welche Krankheiten oder Süchte Menschen begleiten, ausrasten können alle in Situationen, die für sie ausweglos erscheinen.

    Genau dieses Ausrasten passt ja eigentlich zu der Power und Kraft, die Du bei diesen Menschen spürst. Vereinfacht gesagt: wenn diese Kräfte in die richtigen Kanäle geschickt werden, so sind diese Menschen - wir - zu vielem befähigt.

    Demaskierte Alkoholiker sind unanagenehm, Co's brauchen keine Hände. Hmm, stimmt wohl - habe ich mir noch nie so überlegt.

    Eifersucht und rumknabbern. Als meine Beziehung scheiterte verspürte ich eine imense Eifersucht. Ich für mich habe den Eindruck, als wolle ich meinen Ex nicht mehr zurück - empfinde auch keine Eifersucht: weder auf Prinzessin Alk noch die Gesellschaftstrinker. Vermutlich wollte ich damals nur festhalten und "meins" nicht hergeben. Nunmehr weiß ich, dass die Person, die mal "meins" war für mich nicht mehr begehrenswert ist. Ich spüre auch keine sexuelle Anziehung mehr, einfach weil durch den Alk an ihm vieles verändert wurde. Allerdings hätte ich ein Problem mit dieser Einstellung, wäre er öfters nüchtern, denn genau da könnte ich in die alten Fallen tapsen.

    Tja, liebe Kim, schon schlimm solche Momente der Gewalt zu spüren. Auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, ob Dein verändertes Verhalten Deinem Partner überhaupt noch den Mut gibt Dir etwas an zu tun. Ich habe bei mir bemerken müssen dass durch meine geänderte Einstellung mein Auftreten zum Expartner anders wurde. Manchmal scheint Angst dabei zu sein, einfach nur deshalb, weil er mich nicht mehr einschätzen kann, so vermute ich. Für mich selber habe ich beschlossen, wenn etwas passieren sollte, dann gibt es einen Besuch beim Arzt, Bericht - noch keine Anzeige bei der Polizei. Der Bericht würde erst dann eine Anzeige werden wenn ich ausgezogen bin. Meine paar Wochen will ich so harmlos wie möglich zu Ende bringen und meine Sachen packen.

    Ich denke, einen Vorteil haben wir oftmals, die die wir Angst haben, wir können klar denken und uns Sicherungsmechanismen erarbeiten - oder aber mit den Eskalationen über den Kopf umgehen - viel schlimmer ist es bei denjenigen die ausrasten, dürften sie doch später spüren dass schon wieder etwas aus dem Ruder gelaufen ist.

    Ich will nichts beschönigen, aber wir sind in solche Situationen reingeraten und müssen mit Kopf, Verstand und Kraft da wieder rauskommen. Denn auch diese Angst vor Gewalt bindet uns an die Ex-Partner, was diese eventuell wissen und ausspielen.

    Vermutlich der letzte Machtbeweis.

    lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Lilly,
    das Thema Hoffnung gibt es bei mir persönlich im Zusammenhang mit Süchten nicht mehr. Davon einmal abgesehen wurden so viele Lügen durch den Alk provuziert, dass es auch ohne Alk kein Vertrauen mehr geben könnte. Ich würde nämlich von mir davon ausgehen, dass ich meinem Ex gegenüber nicht die Loyalität aufbringen würde, die ein Mensch verdient hat. Und Lilly, die Grundverschiedenheiten haben nichts mit Alk zu tun!

    Oh das Interesse dient mir bei einer besseren Bewältigung, das werde ich auch noch lange brauchen, ganz sicher aber nicht um seine Handlungen für mich in eine Hoffnungs-Richtung zu schieben, da ich ihm gegenüber eine Null-Erwartungs-Haltung hege spürt das auch mein Umfeld. Eine Nachbarin, Suchtberaterin, war letztens beim Grillen dabei. Sie sagte mir heute: "Das Verhalten, welches Du ihm gegenüber zeigst würde mich an seiner Stelle zum ausrasten bringen. Er will wieder etwas versuchen und Du bist kalt bzw. neutral, also ohne jeden HOffnungsschimmer für ihn."

    Ich denke, bewußt mit den Gefahren umzugehen und sie nicht auszuscheiden, gerade deshalb, weil ich hier noch vier Wochen verbringen muss. Leider habe ich noch immer nicht den offiziellen Mietvertrag, bringe aber einfach das notwenige Gottvertrauen mit ;)

    Mein Ex kennt den Auszugstermin nämlich als später, und ich könnte mir sehr wohl vorstellen, dass der dann für ihn übereilte Auszug schon noch Wut mit sich bringt. Denn egal, welche Pläne er für sich hat, mein effektiver Auszugstermin steht seiner Tarnung entgegen, weil er zu früh ist.

    Also das beim Friseuer war überdeutlich. Meine Nachbarin, die eben auch in Sachen Suchthilfe aktiv ist, war mit beim Friseur als die Beziehung noch bestand. Sie sagte später, beim Friseur haben mich alle so nach Heiko gefragt und ich hätte ihn so in Schutz genommen. Mir war weder das eine noch das andere bewußt .... als aber heute diese spontane Reaktion meiner Friseuse kam, da waren das Hallo-Wach-Momente, den die Frau hält sich ziemlich raus und kennt ihn kaum.... Ganz sicher hat man sich gefragt, wie lange die Frau - also ich - noch so dumm ist bzw. so naiv.

    Dort hat man meine Wandlung vom Horrorjob, dessen Kündigung und seelisches Aufleben mitbekommen, somit hat das Team schon meine Änderungen aus beruflicher Sicht verfolgt. Denn wie ich jetzt aussehe und mich kleide - im Gegensatz vor 10 Monaten - da liegen Welten! Was das Umfeld sicherlich auch registriert....

    Weißt Du Lilly, ich bin da echt naiv. Natürlich denke ich auch die Verkäufer in den Supermärkten amüsieren sich, wenn zum sixpack immer nur Waschmittel dazu kommt ;) Dumm sind die auch nicht ;) Aber auf die Idee, dass man sich darüber unterhält, kam ich nie - auch wenn wir hier in Kuhkäffern leben. Einfach deshalb, weil mich so was bei anderen auch nicht interessiert. Da bin ich naiv, gebe ich gerne zu, aber ich kehre lieber vor meiner Haustüre, aber Du hast sicherlich Recht... siehe Friseurerlebniss.....
    Auch die Gerüchte, die ruckizucki an seinem Arbeitsplatz durch waren, da sich die Freundin des aszoialen Alkoholikers von ihm getrennt habe sprach für mich Bände. Denn auch das hätte mich persönlich nicht beeindruckt. Wenn ich gut bin und sozial und "normal" so hat so ein Gerücht keine Nahrung und verstummt schneller als es kam. Nur wenn sich bereits zuvor gewisse Dinge ereignet haben, kann ein solches Gerücht Nahrung bekommen und sich halten.

    Nun gut, die Selbstmorddrohungen hatte ich schon, wobei die mich nicht vom Hocker rissen. Denn hier ist es einfach: entweder er sucht sich fachliche Hilfe bei Fachärzten oder beendet sein Leben selber oder durch den Alk, das bleibt ihm überlassen - und das habe ich ihm beim Aussprechen der Gedanken auch gesagt.

    Ich denke schon Lilly, dass ich die Power habe dieser Situation zu entwachsen, ich denke auch, dass es noch oft schmerzen wird - aber ich denke auch, dass ich damit leben kann und muss. Sicher ist es nicht einfach seine Bemühungen zu sehen, dennoch spüre ich in mir, dass das was ich als Sehnsucht empfand nicht mehr da ist. Ich glaube den Worten nicht und vertraue ihnen nicht, dass ist für mich schon eine Sache, über die ich sehr glücklich bin.

    Auch ist es so, dass diese Geschichten, von denen ich glaube dass es Lügen sind, die er sich zurecht zimmert, in mir nur den Gedanken mit sich bringen, dass ich mit einem solchen Stress nicht leben könnte. Lüge um Lüge - von keiner ist klar, ob ich sie glaube oder nicht, immer wieder versucht er seine Liebeserklärungen, die nicht ankommen. Und nach jeder Lügengeschichte muss er wieder hier ins Haus zurück. Weiß nicht ob ich ihn wie früher zur Rede stelle oder so wie in den letzten Wochen einfach alles übergehe, weil es die Zeit nicht wert ist.

    Mir machen die Situationen keinen Spaß, das könnt Ihr mir glauben, aber meine Kräfte lass ich mir nicht durch sinnlose Diskussionen nehmen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Lilly, eine neue Partnerschaft interessiert mich Null. Ich denke mal, wenn ich umgezogen bin, so muss ich erst mal nach einem Job sehen und danach, dass die Katzen und ich ein schönes Heim haben.

    Partnerschaft ist ganz weit weg. Ich war Jahre vor der Beziehung alleine und habe auch keine Probleme das später wieder zu tun. Kurz nach dem Umzug ist ein Treffen aus meinem Katzenforum, auf welches ich mich sehr freue und so manche andere Sachen.

    Ich für mich bin zufrieden mit meinem Selbstwertgefühl und wie ich Kontakte nach außen suche und finde. Andere könnten das natürlich anders sehen, denn ich bin nunmal ich ;) aber darüber mache ich mir derzeit keine Gedanken sondern gehe Schritt für Schritt.

    Hm, losgelassen, doch - denke ich schon, weil es mich gefühlsmässig recht (wenn auch nicht ganz) kalt lässt was passiert. Natürlich weiß ich Bescheid, da wir einiges an Freizeitaktivitäten gemeinsam gemacht haben, da es mir zuviel wurde habe ich bereits vor zwei Tagen den Rückzieher gemacht, einfach in dem Wissen, dass mir das nicht gut tut.
    Oh Lilly, Schmerzen werde ich noch lange haben, ich werde noch lange daran denken, dass es Jahre gab die vorbei sind, eine Beziehung, die für mich wertvoll war vorbei ist und dass da mancher heulende Jammer noch vor der Türe stehen wird. Aber auch manche Erleichterung :)

    Das ist mir auch schon aufgefallen Lilly, dass ich derzeit natürlich mitbekomme wann oder wie er nach Hause kommt, ob oder wieviele Kisten Bier im Auto verschwinden (wenn ich danach sehe). Es sind quasi unfreiwillig alle Kontrollmechanismen noch möglich. Aber auch das endet in den nächsten Wochen....

    Sollte er dann noch ganz aus der Region ausziehen (was er derzeit versucht zu vermitteln) dann gibt es bald gar keine Knackpunkte mehr und er dürfte so aus meinem Leben verschwunden sein, wie er mal rein gekommen ist. Es bleibt dann der kleine Wehmut oder ab und zu mal ein Katzenjammer, aber vermutlich nichts greifbares mehr.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das bedeutet dann, liebe Lilly, dass die Vorwürfe, die bei Kim im Eröffnungsthema geschrieben wurden diese oft genannten Schuldzuweisungen sind, weil ja immer die anderen schuld sind. (Bei uns ist das kaum gefallen, weil ich den Alk nur selten zum Thema machte, weil ich obwohl nichts wissend schon vermutet hatte dass das alles nichts bringt).

    O.k., das mit dem Demaskieren ergibt für mich einen Sinn, ich wurde heute wieder beim Friseur nach meinem Ex gefragt, als ich sagte ist nicht mehr. Da kam ein ganz spontanes "Endlich". Auch dort war wohl bekannt, dass er sich selber nicht öffnen kann und somit wohl auch manches in Sachen KOnsum. Ich habe nicht nachgefragt, aber die Reaktion war schon sehr, sehr spontan..... Und das, obwohl die Friseuse ihn kaum kennt.....

    Nun gut, und dann ist es natürlich so, dass der Betroffene weiß warum der Partner geht und somit vielleicht die Angst im Raum steht, mit welchen Nachbarn wurde noch darüber gesprochen, oder welchem Nachbarn fiel etwas auf.
    Boah, das mit dem Schein nach aussen war mir so auch nicht klar, ergibt aber eine Logik, auch wenn ich mir so diverse Vorfälle im nach hinein betrachte. Gerüchte über den Ex, die mir an seiner Stelle egal gewesen wären wenn nichts stimmt, er aber durchdrehte.

    Tja, dann liegt da auch ein Risiko für Kim, früher oder später auch für mich, dass nämlich im Brökeln der Fassade der Trinker (der ja so und so zuweilen die Moral verliert) beim BLick auf seinen Scherbenhaufen durchdreht.

    Oh, das mit dem Tiefpunkt denke ich auch!!!!!! Und zwar ganz, ganz deutlich, denn alle die Versuche sich mal zwischendurch zusammen zu reißen dienen nur dem Umfeld und dessen Ruhigstellung. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass Trennung und Auszug der einzige, denkbare Weg ist - ganz sicher auch der gesündeste für mich. Ich warte schon auf die nächsten Wochen und habe gerade wieder eine Kiste gepackt. Jede dieser Stories treibt mich geradezu zum packen ;)

    Kim hat es ja gut gepackt und Bine kämpft noch so wie ich. Aber ich denke auf Wachsamkeit ist das A und O, denn auch ich bin schon mit Handy ins Bett gegangen als ich dachte der dreht durch. Das könnte mir nun auch wieder ins Haus stehen, da ich die letzen Tage auf vollem Rückzug war.

    Wenn die Situation so eskaliert wie bei Bine, dann ist das grausam und wirklich ein Zeichen ganz schnell die Trennung durchziehen zu müssen, denn jede Drohung wirkt und schwächt uns. Also Liebe Bine, ganz viel Kraft an Deine Adresse!

    p.s.s das Spedi männlich ist, habe ich in den letzten Tagen mal kapiert, aber so ganz unbewußt schreibe ich halt immer noch "sie" bitte um pardon :)

    So Ihr Lieben, ich wünsch Euch noch ein paar schöne Sonnenstrahlen und mir ein paar erfolgreich gepackte Kisten ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm Skybird, gibt es überhaupt konstruktives in einer Beziehung, in welcher die Alkoholkrankheit fortschreitet?
    Nach allem, was ich hier so lese, gibt es wenige Fälle, die überhaupt in Richtung Gesundung gehen. Wenn aber ja, dann eigentlich immer nur dann, wenn der Partner sich zum gehen entschlossen hat. Auch zum gehen aus der gemeinsamen Wohnung/Haus. Ich lasse mich da gerne korrigieren, aber was meine Ex-Beziehung betrifft so muss ich sagen, er fällt in das übliche Raster: mich behalten wollen, auch versuchen den Alkverbrauch zu tarnen, aber sich durch eigene Lügengeschichten um Kopf und Kragen zu reden. So zumindest habe ich den Eindruck, ich kann natürlich nicht sicher sagen was Lügen sind und was nicht, denn eine Kontrolle wäre für mich vergeudete Zeit.

    Ich frage vielleicht saublöd, aber ich bin mittlerweile in einer ganz anderen Ecke für mich selber angekommen, so dass ich mir nicht mehr vorstellen könnte, dass einfach nur die Einsicht möglikch wäre ohne auslösende Änderungen des Umfeldes evtl. auch Wohnort, sicher aber Bekannte. Ich meine aber zu spüren, dass Alkoholkranke sich immer innerhalb ihres Dunstkreises bewegen und wohl selten zu trockenen Menschen Kontakt aufbauen könenn, somit schon fast der Gedanke unmöglich wieder ohne fachliche Hilfe ins normale Gleis zu kommen, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Selbst wenn Du es wert bist, so stellt sich doch die Frage ob er das erkennen könnte und es überhaupt lösen könnte. Schau, liebe Bine, mein Ex bemüht sich wirklich ohne Ende. Aber dadurch, dass ich mein "Aus" auch lebe kommt er gnadenlos ins Wanken und unter Stress. Das wiederum macht den erleichternden Tropfen noch viel notwendiger.

    Dieser führt aber im Gegenzug zu noch mehr Rückzug von mir. Sprich ein Teufelskreis in welchem sich die Partner bewegen, denn sie selber nicht lösen können. Ich weiß nun nicht, wie es bei Dir ist, ich kann nur sagen, die Ausreden die ich für die Abstürze meines Ex bekommen sind so wenig glaubwürdig weil zuvor der Suchtdruck zu spüren ist, dass es alles eigentlich eine lächerliche Farce ist. Er versucht wenig oder nichts zu trinken, bzw. so dass ich es nicht sehe, diese Situation hält er aber nicht aus, weil das Suchtmittel fehlt, also gibt es Ausreden und eine geografische Flucht um dort wie gewohnt zu konsumieren.

    Eigentlich will er mich wohl halten - gleichzeitig natürlich die wohl gerundete Flasche. Weil das so nicht geht verfolgt ein Streß durch Lügen den nächsten. Ich denke nicht, dass jemand der wirklich alkoholkrank ist aus eigenen Stücken einen solchen Teufelskreis unterbinden kann.

    Schau, ich habe mich die letzten Tage komplett zurückgezogen, weil mein Ex von den Launen her nicht zu berechnen war. Heute wollten wir eigentlich in den Garten und er rief an dass er sich 60 km weiter ein Haus ansehen würde. Nun ausgesprochen komsich, auf das hatte er sich schon vor Wochen beworben (ob es nicht eher die Saufkumpel sind.....) Auch hätte er das ja schon gestern wissen müssen, als die Vereinabrung für das Aussenlager fiel. Aber so, ist es viel leichter die Vorarbeiten für die heutige Verabredung die er nicht gehalten hatte in den Hintergrund zu schieben.

    Mist nur, dass bei ihm noch nicht angekommen ist, dass ich keine Verabredung mit ihm nicht ohne Ersatzprogramm durchziehe. Also Alternativen oder andere Arbeiten die ich habe. Bzw. froh bin über jedes Fehlen, da ich da meine Kisten packen kann.

    Ich frage mich immer, wie solche Menschen mit den eigenen Lügen klarkommen können, die sie eigentlich für uns produzieren, die wir sie vermutlich schon lange nicht mehr glauben. Vielleicht spüren sie sogar dass sie nicht glaubwürdig sind ....

    Ich kann es echt nicht sagen, liebe Bine, aber mit wert sein und vor allen Dingen Deinem realen Wert hat das nichts zu tun!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich würde gerne auf einen Beitrag von Spedi genauer eingehen, da habe ich etwas zwar verstanden, was sie sagen will, aber hänge in der Übersetzung für meinen Kopf durch.

    Spedi schreibt:
    Dein Alkoholiker ist nun demaskiert. Alle seine Beschwichtigungs- / Beschönigungs- / Verharmlosungs- und sonstigen Strategieen haben versagt. Wohl auch bei ihm selbst ist inzwischen die Botschaft angekommen, das "da was nicht stimmt". Und jeder -ich wiederhole: jeder- Alkoholiker, den ich kennen gelernt habe, wusste, dass er Alkoholiker ist.

    ***Wieso ist ein Alkoholiker durch den Weggang des Partners demaskiert, wird da nicht oftmals die Geschichte rumgedreht, dass eben einfach der Alk sich getrennt hat? Denn wer den Pegel gut vertuscht, dessen Nachbarn oder Familie werden kaum aufwachen durch einen Auszug, oder?***

    Ebenso:
    Was bleibt ihm nun? Klar, er muss die "Schuld" anderen geben, denn sonst "müsste" er ja was verändern - nämlich seinen Alkoholkonsum. Und dazu wird er einfach (noch) nicht bereit sein.
    Und weil dazu mit Sicherheit noch eine gehörige Portion Selbstvorwürfe, Selbstmitleid, Hass, Wut und Unzufriedenheit gepaart mit Angst im Spiel sind, reagiert er halt nach außen so, wie Du ihn erlebst.

    ***auch das würde ja bedeuten, er ist sich seiner Abnormität im Klaren. Wenn ein Alkoholiker es zumeist weiß, dass er einer ist, wie aber oder warum diese Lügen, Notlügen und Zimmereien von komischen Ausreden, die funktionieren doch nach aussen eh nicht, dennoch versucht es der Süchtler und der Betroffene lügt sich am Schluss doch nur selber an.***

    Ich hatte heute ein aha-Erlebniss beim Friseur, wo ich beständig nach meinem Freund gefragt wurde. Die Nachbarin, ausgebildete Suchtberaterin, meinte man hätte mich schon immer so komisch gefragt, nur ich hätte das nie gemerkt.
    Sagt doch heute die langjährige Friseuse auf meine Aussage ich habe mich getrennt weil Flaschen bessere Partnerinnen für ihn sind, ganz spontant "Richtig". Uups, ein Folgegespräch ließ durch, dass sie sich wohl schon Gedanken über ihn als Person gemacht habe, obwohl sie ihn nicht richtig kennt. Es scheint also in dem Ort, einige km von hier, auch schon viel länger durch zu sein, als ich es erfasst habe.

    Tja Spedi, zurück zu Deinen Zeilen, ich war einfach erstaunt über das mit der Demaskierung, denn das dürfte ja nichts mit dem Umfeld zu tun haben, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Es ist schon irre, wie die Suchtmechanismen ihren Rhytmus haben und wie leicht wir ihn eigentlich durchschauen, wenn wir mal klar sehen. Dieses Spiel von ich tue so als ob ich nichts trinke gelingt ja schwer, noch schwerer mich derzeit davon zu beeindrucken, da für mich nichts glaubwürdig ist, was durch Sucht gekennzeichnet ist. Unübersehbarer Verhaltensänderungen der letzten Tagen brachten mich noch auf mehr Rückzug, weil mir die Launen nicht passten (evtl. ausgelöst durch Mengenreduzierung bzw. einen Tag zu viel, den anderen zu wenig).

    Na, da sagte ich doch heute morgen zu meiner Nachbarin, da er gestern versucht hat mit wenig Alk klar zu kommen, da müsste doch jetzt am Wochenende wieder ein Flucht anstehen. Rief er doch gerade an, er müsse ein Haus begutachten, natürlich weiter weg ;)

    Diese ganzen Spiele sind schon für mich nicht nachvollziehbar, aber wie schwer muss es sein sie selber zu spielen? Sich selber versuchen irgendwelche Ausreden einfallen zu lassen, andere Aussagen die versprochen wurden, jedoch nicht gehalten wurden, dadurch revidieren zu können um in einem guten Licht da zu stehen.

    Mensch Leute, meine persönliche Kraft wäre da am Ende, weil ich selber für mich nicht mehr wüsste, wie ich aus solchen Situationen rauskomme. Ich denke eigentlich immer nur "Du arme Seele, es weiß doch jeder dass Du dem Alk verfallen bist, warum dann solche komischen Umwege für Ausreden?"

    Boahh, muss das anstrengend sein und boah freue ich mich auf meinen Auszug :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Cyan,
    im Haus habe ich mein Schlafzimmer separiert und noch ein paar Wochen und ich kann ausziehen, also ich denke mal, das schlimmste für mich und meine Gefühlswelt habe ich überstanden.

    Über was ich glücklich, sogar überglücklich bin ist die Tatsache, dass ich derzeit wirklich sagen kann es ist mir egal was er mit sich oder seiner Freundin Alk treibt. Ich bin in der Lage ohne Wut, Hass oder Enttäuschung einfach emotionslos konsequent zu sein.

    Mein Ex hält sich derzeit mit Schuldzuweisungen etwas zurück, allerdings hat er solche Böcke geschossen, dass es fast nicht möglich ist die Schuld auf andere zu schieben. Und sollte er es tun, dann ist es mir auch egal, denn demnächst verlasse ich ja das gemeinsame Haus.

    Letztendlich ist sein Verhalten nur ihm gegenüber schädlich, nicht mir gegenüber. Meinen Körper schädige ich zwar durch Nikotin, aber der Alk hat auf mich keine Gewalt - weder als Konsument noch als Ex-Freundin eines Trinkers. Er leert diese Zeug in sich rein, schädigt seinen Körper und seine Seele nicht meine.

    Ich kann nicht oft genug sagen, wie froh ich bin dass nun alles auf einem ganz neutralen Level zu haben. Ich habe an meinen Ex keine Erwartungen - weder positiv noch negativ. Sein Verhalten interessiert mich nur weitläufig, da ich nicht davon ausgehe dass Versprechen gehalten werden. Scheitert also eine Freizeitunternehmung an seinen Vorarbeiten, dann ist es egal, weil ich ja Ersatzmöglichlichkeiten habe. Es macht mich nicht traurig, es enttäuscht mich nicht - es ist die Erwartung, die ich nicht an ihn habe, die sich nur wieder erfüllt. Also egal...

    Ich glaube, dümmer würde ich aus der Wäsche sehen, wenn er sein Leben mal wirklich in den Griff bekommen würde, da müsste ich dann tatsächlich umdenken. So aber läuft alles wie in den Jahren zuvor, nur ich bin Ex und nicht mehr mit den Handlungen verbandelt.

    Ich ziehe aus und somit interessiert mich auch nicht, dass er am Haushalt nahezu nichts macht. Denn bald habe ich meinen alleinigen Haushalt wieder und er den seinen - wo dann jeder nach eigenen Vorstellungen glücklich werden kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, jetzt habe mal bitte keine Angst um ihn sondern um Dich! Du hast das einzig richtige gemacht: ein Randallebrocken muss von den Jungs in Grün mal etwas zur Ruhe gebracht werden.

    Es gibt Regeln im menschlichen Zusammenspiel, die er aufs gröbste verletzt hat! Das hast Du nicht nötig - um genau zu sein, Du solltest Dich nicht der Gefahr aussetzen für ihn Taxi zu spielen, während Du selber gefühlsmässig aufgerührt bist. Willst Du Dein Auto, Deine Sicherheit, Deine Gesundheit riskieren um für den Suffkopf Taxi zu spielen????

    So, der junge Mann wurde wütend - ach ja, dann soll er es bitte nicht auf Dich sein sondern auf sich selber. Schade, diese Einsicht dürfte nicht da sein, da wohl die anderen Schuld an seiner Misere haben. Nun ja, wo diese Einsicht nicht da ist, da sollte auch das Inventar Deiner Wohnung nebst Türen nicht hinhalten müssen.

    So - dieser Macker "sorry" macht solche Auftritte in Gegenwart Deines Sohnes? Na toll - der arme Knopf, die Hilflosigkeit der Mutter zu spüren, das muss grausam sein. Ein solcher Mensch hat es, meiner Meinung nach, verwirkt in Eurer Familie (Mutter+Sohn) leben zu dürfen.... sorry, aber das finde ich hammer, hammerhart....

    Viel Kraft wünscht dir Dagmar