Hallo, liebe Minibine,
das Glück zum Umzug kann ich gebrauchen, denn erfahrungsgemäss springen ja einige ab - der LKW von dem wir ausgingen, klappt nicht, ein anderes Paar hat sich bereits wegen Krankheit entschuldigt. Aber ich hoffe, dass meine anderen Helfer zuverlässiger sind, wenn nicht muss ich halt mit wenigen Personen und langsam voran kommen. Hauptsache es klappt irgendwie - und wenn es länger dauert, dann eben so....
Mein Ex, hmmm, kann ich Dir nicht sagen was er denkt - sagen tut er nichts. Er sagte nur einmal er sieht das ich packe, will es aber nicht wahrhaben und liesse es deshalb nicht an sich ran.
Er hat als Bindeglied den gemeinsamen Garten gehegt, der außerhalb des Hauses ist. Da er aber beständig abstürzt bei seinen Gesellschaftstrinkern, gehe ich nicht davon aus, dass dieses "Bindeglied" bleiben wird.
Scheinbar, so sagt er, glauben kann ich es nicht, habe er sich über Chiffreanzeigen auf Häuser beworben, im Umfeld seiner Saufkumpane, also rund 70 km vom Job entfernt. Ich traue ihm nun ohne Drucker nicht zu solche Schreiben vom Arbeitsplatz her erstellen zu können, aber wer weiß, er ist ja erwachsen, vielleicht kriegt er das hin. Ich denke mal, sein Ego wird es schwer verkraften dass die Bewohner des Ortes, die ihn schon lautstark als A******** bezeichnen, mitbekommen dass die Freundin davon läuft. Da könnte das männliche Ego Schaden leiden. Durch seine Aggression hat er sich hier im 320 Seelen Ort zum meistgehasstesten Mann gemacht, was auch schon Zerstörung an seinem Auto bedeutete. Also sprich: er ist wirklich gehasst.
Hättest Du ihn aufgenommen? Häh, hätte er sich ein eigenes Leben gezimmert, so hättet Ihr ja irgendwann zusammenkommen können als glückliches Paar. Aber Du hast ihm die Chance gegeben ungeklammert sein Glück aufzubauen. Sein Leben nach eigenen Wünschen zu erfüllen, wenn er das nicht kann, so ist das irgendwie sein Problem und nicht Deins. Das richtige zuhause schaffen wir uns doch selber, oder? Ich freue mich darauf, wieder meine Wünsche umsetzen zu können und meine Farben und Schnapsideen (Schlafzimmer in Sonne/Mond/Sterne-Motiv und blau) die Treppe mit meinen ganzen Clowns behangen ect.
Mein Ex hat ein gemüntliches zuhause nie geschätzt und ging achtlos mit Teppichen ect. um, das tat mir weh, denn jedes Stück hat mir etwas bedeutt. Nunmehr habe ich die Chance mit meinen Dingen so umzugehen, wie ich es möchte. Ich habe nichts teures oder wertvolles, aber jedes Stück habe ich gerne. Es tat mir weh, wenn neue Teppiche gleich mit öligen Schuhen kaputt gemacht wurden. Ich liebe einen stilvollen Tisch, auch wenn es günstiges Geschirr ist, aber es sollte einfach einladend sein. Nicht sein Thema - aber meines - und das kann ich nun wieder leben. Und wenn es nur für mich alleine ist.
Ich selber habe nie Entschuldigungen für den Alk gefunden, weder beim Gerichtsvollzieher, Arbeitgeber, noch eintreibenden Finanzamt. Aber dennoch habe ich Wäsche gewaschen oder ihn an seine fälligen Rechnungen erinnert. Alles das, sind unterstützende Taten die davon abhalten andere sehen zu lassen was wirklich Sache ist. Viele vermuten es ja schon (siehe bei mir beim Friseur!) aber die letzte Gewissheit darüber, evtl. auch Konsequenzen verhindern wir durch unsere Hilfestellung.
Schau Minibine für mich war es ganz arg schwer ihm nicht die Hilfe sein zu dürfen, die ich für jeden gesunden Bekannten wäre. Aber hier laufen die Regeln anders. Mein Nachbar braucht vielleicht heute oder morgen Hilfe, und nicht sein Leben lang. Mein Alkoholkranker Ex bräuchte meine Hilfe ein Leben lang, bzw. die anderer Co's um seinen Stand zu vertuschen. Dennoch war es mehr als schwer und ich kam mir so was von fies vor.
Mitleid habe ich keines, die Schiene gibt es bei mir nicht, schwierig wird es für mich einfach, wenn er unter der Woche - wegen der Arbeit - relativ klar aussieht und sich MÜhe gibt auch so rüberzukommen, da habe ich anfänglich oft gezweifelt ob ich ihn im richtigen Licht sehe. Wenn ich aber die vielen leeren Kisten sehe, registriere dass er stundenlang im Keller ist mit Bierfläschchen in der Hand, dann denke ich doch, dass ich alles richtig einschätze. Auf jeden Fall weiß ich dass ich das nicht sehen will - und das reicht schon für den Umzug.
Wie blind kann man sein? Hatte ich mich auch gefragt und mir selber die Antwort geben müssen: die Pullen auf den Augen sorgen einfach für Blindheit. Das ist ja kein nicht sehen wollen, sondern ein nicht mehr sehen können. Denn wäre es den Alkoholkranken klar, dass sie gerade alles verspielen, so würden sie sich evtl. fragen ob oder wieviel ihnen ihr Leben wert ist. Aber ich denke mal, die Gedanken reichen nur bis zum ersten Schluck (zumindest bei vielen) ist der erste Schluck dann da, dann sollte noch mehr kommen, dann muss der Vorrat gesichert werden oder Ausreden überlegt werden, alles das kostet Zeit und Kraft - da bleibt kein Platz mehr für Sehübungen.
Ja, meine Katzenliga wird mit umziehen. Die Streunerkatzen, die sich an mich gewöhnt haben hatten hier einen alten Stall, dort bekommen sie ein Zimmer, aus dem sie direkt in den Garten können. Für mich ein Raum weniger, und alles wird sehr eng, aber ich liebe diese Tiere, die am Anfang so scheu waren, dass ich sie nicht anfassen konnte.
Sie sind meine Familie geworden ![]()
Lieben Gruß von Dagmar