Dein Posting, liebe Du, will ich mal hier beantworten
G. hat sich - wieder einmal - von mir getrennt. Es ist so, weisst Du: die schönen Stunden und Zeiten zwischen uns sind fast überirdisch schön. Und es ist, war von Anfang an, zwischen uns eine tiefe Verbindung, die sehr schnell, noch vor der ersten Berührung, zu einem tiefen Bewusstsein der Zusammengehörigkeit wurde.
Beide haben wir uns - unterschiedlich lang und auf unterschiedliche Weise - gewehrt gegen etwas, das wie eine Art Schicksal über uns "hereinbrach".
Wobei G. von Anfang an pendelte zwischen: "Ich liebe Dich" und "Wir können nicht miteinander".
***diese Spielchen des beständigen Schluss machen oder die Aussage ich weiß nicht was ich will oder oder oder habe ich beständig gehört. Nunmehr habe ich Abstand und denke, dass es speziell in den Zeiten kam, in welchen der Saufdruck besonders stark war, mein Ex-Partner diesem auch zuweilen nachgegeben hat und somit sich selber in Frage stellen musste. Damit verbunden schien mir der Wunsch zu sein, dass ich wieder kämpfe und ihm sage wie sehr ich ihn doch liebe und brauche. Da stellte sich mir irgendwann die Frage, ob durch diese Aussagen nicht das eigene Selbstwertgefühl wieder aufgebaut werden soll. Durch uns und auf unsere Kosten!****
Seit Montag arbeitet sie wieder, sie ist Tischlerin, zum ersten Mal nach 10 Jahren. Und alles, alles tut ihr weh, sie ist entsetzlich müde......und da sagt sie halt sowas. Und andere Dinge, sie neigt zu Negativ-Statements ("Heute fühle ich mich mit Dir nicht wohl"). Oder kritisiert das Schuhregal, das ich zusammengebaut habe, bzw. die Stelle, an die ich es gestellt habe in meiner Wohnung.
In der Regel weise ich, um nicht in ihre Stimmung hineingezogen zu werden, diese Statements zurück. Irgendwie schafft sie es immer, wenn es ihr nicht gut geht, dass ich mich irgendwann genau so fühle wie sie - und dann kommt die "Versöhnung", das Wiederzusammenfinden oder dergl.
****Ja, weil wir uns in den Dunstkreis ziehen lassen, weil wir noch nicht in der Lage sind zu sagen und zu erkennen, dass derjenige sich selber sein größter Feind ist. Wir ziehen uns die Schuhe an, die uns zu groß sind - wir sind nämlich nicht schuld an dieser Unzufriedenheit! Mein Ex war gestern auch mehr als muffig, ist Saufdruck erlegen oder was weiß ich. Sein Problem! Ich ging früh in mein Bett und habe gut geschlafen! Er scheinbar nicht, seine Sache, sein Saufdruck, sein Problem. Ich mache es nicht mehr zu meinen Problemen. Was juckt mich seine Laune?***
Mag sein, ich nehme das zu ernst (sie hat mich fast darum gebeten, das alles etwas weniger ernst zu nehmen)....Mag sein, es GEHT bei diesen Statements gar nicht darum, ob sie sich mit mir wohl fühlt, oder ob ihr das Regal an der Stelle passt, wo es steht - vielleicht will sie nur sagen: "Ich bin unglücklich, bitte nimm mich in den Arm und halte mich" und bekommt das nicht hin - und ich, die ich sehr wohl merke, DASS sie unglücklich ist und getröstet werden will, werde durch die Negativ-Statements zurückgeschreckt, finde dann den Weg zu ihr nicht, obwohl ich es mir wünsche......... ***Ein Problem ist es jemanden nicht ernst zu nehmen wenn er es will dann aber doch voll zu nehmen, wenn er/sie es fordert. Mir ist das zuviel. Somit führe ich solche Diskussionen einfach nicht mehr. Streit oder miese Laune sind das Problem meines Gegenübers, die mir zuviel Energie rauben. Ich bin doch nicht dazu da, die Aussagen des anderen zu zensieren, wie derjenige das gerade möchte, mal ernst nehmen und dann wieder nicht....***
Sie sagt "Wir können nicht miteinander, wir passen nicht zusammen - naja, sehen wir uns nur halt ab und zu." Das sagt sie oft in Momenten, Zeiten, wo es ihr schlecht geht, so schlecht, dass dies stärker ist als sie selber. Es geht ihr IMMER schlecht. Seit sie 4 ist, hat sie Seelenschmerzen, seit sie 12 ist, schmerzt ihr der ganze Körper. Das hört zu keiner Stunde oder Minute am Tag auf. Sie mag nicht leben, mochte es nie, aber Selbstmord kommt nicht in Frage, weil sie, auch seit sie 4 ist, sich dessen bewusst ist, dass es danach ja weitergeht, dass ihre Seele unsterblich ist - Selbstmord ist also keine Lösung, nur eine Verlagerung, ein Aufschieben......."Vielleicht wird es in einem anderen Leben nur noch schlimmer", hat sie einmal gesagt. "Vielleicht ist dieses Leben das Allerbeste, um mit all dem fertig zu werden." Aus diesem Dilemma heraus, denke ich kommt viel an anderem Unglück, auch das Trinken.
***Aber liebe DU, Selbstmitleid hat noch niemanden aus den Problemen herausgebracht. Ich spüre sehr viel Selbstmitleid, sehr viel abgeben an Dich und sehr viel "reinziehen" von Dir in ihre Probleme, was weder schön ist noch liebevoll. Du sollst Ihr die Stabilität geben, die sie selber nicht hat. Du sollst ihr die LIebe geben, die sie als Selbstliebe nicht aufbringen kann. Eigentlich zu viel von einem Menschen eingefordert, oder?***
Nun, ich habe - nachdem sie sich also getrennt hatte - gesagt: "Wenn es das ist, was Du wirklich willst, gehe ich jetzt."
Dann folgte ein Hin und Her.......sie bat mich fast, NICHT zu gehen - sie fuhr mich heim ("Ich habe ja noch Sachen bei Dir") - sie bat mich darum, dass ich sie in den Arm, ihre Hand nehme - sie WOLLTE, dass ich sie davon überzeuge, dass wir sehr wohl miteinander können. Ich denke - das fällt mir eben gerade erst ein - sie wollte, dass ich um sie kämpfe.........Sie kämpfte jedenfalls....vielleicht um mich, vielleicht darum, dass ich zu kämpfen beginne......vielleicht ist sie auch der Typus, der ein wenig Streit und Aufregung braucht und will und sich dabei lebendig fühlt....
Das habe ich nicht getan....aus verschiedenen Gründen, durchaus auch aus dem, weil sie vielleicht Recht hat. Sie will sich immer wieder von mir trennen - vielleicht hat das ImmerWieder einen Grund!. Einmal wurde es mir derartig zuviel, dass ich sie auf diese Entscheidung festnagelte und ging. Danach war ich am Boden zerstört. Das bin ich diesmal nicht - vielleicht kommt es noch, vielleicht auch nicht.
Die spirituelle Ausrichtung, die Dir aufgefallen ist, ist mir derartig wichtig, die lasse ich mir nicht kaputt machen. Und jede Minute einer anderen Ausrichtung - und, glaub mir, davon gibt es genug, die aus mir selber kommen - ist mir verlorene Zeit. Ich liebe G. fast über alles - die spirituelle Ausrichtung, da ist die Grenze, die bewerte ich NOCH höher als eine persönliche Liebe .........
G. hat, nachdem ich gehen wollte, gesagt: "Mein Inneres weint um die Träume, ich von Dir und mit Dir hatte." Und ich wurde fast schwach.....sie bat mich NICHT zu gehen, und ich fragte (jetzt fühlte ich Zorn in mir):"Was WILLST Du? Du sagst, wir passen nicht zusammen, willst Dich trennen, aber ich soll bleiben?!"
Sie hat Träume von sich und von mir. Aber vielleicht liegen - so in einem Halbschlaf - darunter noch ganz andere Träume, die ich nicht kenne und sie fast nur ahnt (wenn überhaupt), die mit mir NICHT zu verwirklichen wären, und die ihr noch wichtiger sind, als die Träume mit mir (die Strömungen in der Tiefe, Du erinnerst dich?)! Und wenn dem so sein sollte, haben wir eh keine Chance.....gar keine...
Vielleicht hat sie Recht ........ ich weiss nicht..... im Augenblick fühle ich nicht viel, ausser: mein innerer Weg darf nicht allzusehr irritiert werden......
Doch, ich fühle sehr wohl: Unglück und Festigkeit in einem...merkwürdiger Zustand.......Vielleicht ist es nur ein Schockzustand, der sich demnächst lösen wird......sicher ist es so, dass ich übermorgen wieder zum Einsatz fahre und vorher noch Einiges vorzubereiten habe - ganz egal, wie ich mich fühle.....es gibt Dinge, die geregelt werden müssen .....
Mag auch sein, ihre Entscheidung, sich mit mir einzulassen (getrennte Wohnungen in derselben Kleinststadt) hat sie geängstigt, und sie schreckt zurück...vielleicht ist sie der Typ für "Zwei Schritte vor und einen zurück".....und vielleicht neigt sie dazu, wenn es ihr schlecht geht, sich noch einen Obendrauf zu setzen und sich so RICHTIG weh zu tun.....keine Ahnung.
Noch glaube ich nicht, dass wir getrennt sind. In meinem Innersten ist die Verbindung, die Festigkeit, alles, wie eh und je........vielleicht breche ich deshalb jetzt und hier nicht zusammen......wir werden sehen...
Also - das war es bei mir...... bin verwirrt darüber, dass ich nicht weinend am Boden liege, sondern relativ klar mich anderen mir wichtigen Kontakten zuwende....
***nachdem ich hunderte von Malen hörte "ich weiß nicht was ich will" war für mich irgendwann der Zeitpunkt gekommen für mich zu erkennen was ICH WILL. Ab dem Moment, der langsam aber sicher reifte, juckte mich sein Verhalten nicht mehr, sein hin und her war mir egal. Ich war für mich um Bodenhaftung bemüht und ein gestalten meines Lebens.
Für mich war unwichtig, was mit der Beziehung wird oder ob sie endet oder ob er zurückkommt, das hatte und hat für mich keine Relevanz. Mich interessiert zum jetzigen Zeitpunkt wie es mir geht und wie ich mich abgrenzen kann. Wie ich mich selber gut um mich kümmern kann und keinen Schaden erleide. Meinen Ex habe ich nicht vergessen als Ex-Partner, auch nicht dass was er mir mal bedeutet hatte, aber es ist derzeit wirklich bedeutungslos.
Mein Ex ist für mich ein kranker Mensch, für den ich weder Wut noch Enttäuschung emtpfinde. Ein Mensch, der sich selber nicht einige ist und sich selber wohl am meisten hasst. Das aber hat nichts mit mir zu tun und ich bin auch nicht bereit das auszubaden oder darüber zu diskutieren. Es gibt ihn rund um mein Leben, aber er ist nicht mein Leben und bestimmt es auch nicht.
Ich nehme ihn wahr, aber mache nichts von ihm abhängig. Er kann tun und lassen was er will, muss aber auch die Konsequenzen daraus tragen, alleine. Ich bin "kalt" geworden - kalt ist der falsche Ausdruck - einfach erwartungslos. Was passiert das passiert wohl und beeindruckt mich nicht. Ich weiß nicht so richtig wie ich es beschreiben soll. Es belastet mich nicht mehr was in seinem süchtigen Leben passiert weil es mein Leben nicht mehr aus der Ruhe bringen kann. Ist er klar, so kann ich Freizeit mit ihm verbringen, merke ich, dass er mir unangenehm wird, so meide ich ihn. Alles ohne Wut, Hass, Enttäuschung - also wie bei einem Menschen, der mein Leben mit mir teilt, der aber nicht der Angelpunkt ist.
Lieben Gruß von Dagmar