Beiträge von dagmar007

    Dein Posting, liebe Du, will ich mal hier beantworten

    G. hat sich - wieder einmal - von mir getrennt. Es ist so, weisst Du: die schönen Stunden und Zeiten zwischen uns sind fast überirdisch schön. Und es ist, war von Anfang an, zwischen uns eine tiefe Verbindung, die sehr schnell, noch vor der ersten Berührung, zu einem tiefen Bewusstsein der Zusammengehörigkeit wurde.
    Beide haben wir uns - unterschiedlich lang und auf unterschiedliche Weise - gewehrt gegen etwas, das wie eine Art Schicksal über uns "hereinbrach".
    Wobei G. von Anfang an pendelte zwischen: "Ich liebe Dich" und "Wir können nicht miteinander".

    ***diese Spielchen des beständigen Schluss machen oder die Aussage ich weiß nicht was ich will oder oder oder habe ich beständig gehört. Nunmehr habe ich Abstand und denke, dass es speziell in den Zeiten kam, in welchen der Saufdruck besonders stark war, mein Ex-Partner diesem auch zuweilen nachgegeben hat und somit sich selber in Frage stellen musste. Damit verbunden schien mir der Wunsch zu sein, dass ich wieder kämpfe und ihm sage wie sehr ich ihn doch liebe und brauche. Da stellte sich mir irgendwann die Frage, ob durch diese Aussagen nicht das eigene Selbstwertgefühl wieder aufgebaut werden soll. Durch uns und auf unsere Kosten!****

    Seit Montag arbeitet sie wieder, sie ist Tischlerin, zum ersten Mal nach 10 Jahren. Und alles, alles tut ihr weh, sie ist entsetzlich müde......und da sagt sie halt sowas. Und andere Dinge, sie neigt zu Negativ-Statements ("Heute fühle ich mich mit Dir nicht wohl"). Oder kritisiert das Schuhregal, das ich zusammengebaut habe, bzw. die Stelle, an die ich es gestellt habe in meiner Wohnung.
    In der Regel weise ich, um nicht in ihre Stimmung hineingezogen zu werden, diese Statements zurück. Irgendwie schafft sie es immer, wenn es ihr nicht gut geht, dass ich mich irgendwann genau so fühle wie sie - und dann kommt die "Versöhnung", das Wiederzusammenfinden oder dergl.
    ****Ja, weil wir uns in den Dunstkreis ziehen lassen, weil wir noch nicht in der Lage sind zu sagen und zu erkennen, dass derjenige sich selber sein größter Feind ist. Wir ziehen uns die Schuhe an, die uns zu groß sind - wir sind nämlich nicht schuld an dieser Unzufriedenheit! Mein Ex war gestern auch mehr als muffig, ist Saufdruck erlegen oder was weiß ich. Sein Problem! Ich ging früh in mein Bett und habe gut geschlafen! Er scheinbar nicht, seine Sache, sein Saufdruck, sein Problem. Ich mache es nicht mehr zu meinen Problemen. Was juckt mich seine Laune?***

    Mag sein, ich nehme das zu ernst (sie hat mich fast darum gebeten, das alles etwas weniger ernst zu nehmen)....Mag sein, es GEHT bei diesen Statements gar nicht darum, ob sie sich mit mir wohl fühlt, oder ob ihr das Regal an der Stelle passt, wo es steht - vielleicht will sie nur sagen: "Ich bin unglücklich, bitte nimm mich in den Arm und halte mich" und bekommt das nicht hin - und ich, die ich sehr wohl merke, DASS sie unglücklich ist und getröstet werden will, werde durch die Negativ-Statements zurückgeschreckt, finde dann den Weg zu ihr nicht, obwohl ich es mir wünsche......... ***Ein Problem ist es jemanden nicht ernst zu nehmen wenn er es will dann aber doch voll zu nehmen, wenn er/sie es fordert. Mir ist das zuviel. Somit führe ich solche Diskussionen einfach nicht mehr. Streit oder miese Laune sind das Problem meines Gegenübers, die mir zuviel Energie rauben. Ich bin doch nicht dazu da, die Aussagen des anderen zu zensieren, wie derjenige das gerade möchte, mal ernst nehmen und dann wieder nicht....***

    Sie sagt "Wir können nicht miteinander, wir passen nicht zusammen - naja, sehen wir uns nur halt ab und zu." Das sagt sie oft in Momenten, Zeiten, wo es ihr schlecht geht, so schlecht, dass dies stärker ist als sie selber. Es geht ihr IMMER schlecht. Seit sie 4 ist, hat sie Seelenschmerzen, seit sie 12 ist, schmerzt ihr der ganze Körper. Das hört zu keiner Stunde oder Minute am Tag auf. Sie mag nicht leben, mochte es nie, aber Selbstmord kommt nicht in Frage, weil sie, auch seit sie 4 ist, sich dessen bewusst ist, dass es danach ja weitergeht, dass ihre Seele unsterblich ist - Selbstmord ist also keine Lösung, nur eine Verlagerung, ein Aufschieben......."Vielleicht wird es in einem anderen Leben nur noch schlimmer", hat sie einmal gesagt. "Vielleicht ist dieses Leben das Allerbeste, um mit all dem fertig zu werden." Aus diesem Dilemma heraus, denke ich kommt viel an anderem Unglück, auch das Trinken.

    ***Aber liebe DU, Selbstmitleid hat noch niemanden aus den Problemen herausgebracht. Ich spüre sehr viel Selbstmitleid, sehr viel abgeben an Dich und sehr viel "reinziehen" von Dir in ihre Probleme, was weder schön ist noch liebevoll. Du sollst Ihr die Stabilität geben, die sie selber nicht hat. Du sollst ihr die LIebe geben, die sie als Selbstliebe nicht aufbringen kann. Eigentlich zu viel von einem Menschen eingefordert, oder?***

    Nun, ich habe - nachdem sie sich also getrennt hatte - gesagt: "Wenn es das ist, was Du wirklich willst, gehe ich jetzt."
    Dann folgte ein Hin und Her.......sie bat mich fast, NICHT zu gehen - sie fuhr mich heim ("Ich habe ja noch Sachen bei Dir") - sie bat mich darum, dass ich sie in den Arm, ihre Hand nehme - sie WOLLTE, dass ich sie davon überzeuge, dass wir sehr wohl miteinander können. Ich denke - das fällt mir eben gerade erst ein - sie wollte, dass ich um sie kämpfe.........Sie kämpfte jedenfalls....vielleicht um mich, vielleicht darum, dass ich zu kämpfen beginne......vielleicht ist sie auch der Typus, der ein wenig Streit und Aufregung braucht und will und sich dabei lebendig fühlt....
    Das habe ich nicht getan....aus verschiedenen Gründen, durchaus auch aus dem, weil sie vielleicht Recht hat. Sie will sich immer wieder von mir trennen - vielleicht hat das ImmerWieder einen Grund!. Einmal wurde es mir derartig zuviel, dass ich sie auf diese Entscheidung festnagelte und ging. Danach war ich am Boden zerstört. Das bin ich diesmal nicht - vielleicht kommt es noch, vielleicht auch nicht.
    Die spirituelle Ausrichtung, die Dir aufgefallen ist, ist mir derartig wichtig, die lasse ich mir nicht kaputt machen. Und jede Minute einer anderen Ausrichtung - und, glaub mir, davon gibt es genug, die aus mir selber kommen - ist mir verlorene Zeit. Ich liebe G. fast über alles - die spirituelle Ausrichtung, da ist die Grenze, die bewerte ich NOCH höher als eine persönliche Liebe .........

    G. hat, nachdem ich gehen wollte, gesagt: "Mein Inneres weint um die Träume, ich von Dir und mit Dir hatte." Und ich wurde fast schwach.....sie bat mich NICHT zu gehen, und ich fragte (jetzt fühlte ich Zorn in mir):"Was WILLST Du? Du sagst, wir passen nicht zusammen, willst Dich trennen, aber ich soll bleiben?!"
    Sie hat Träume von sich und von mir. Aber vielleicht liegen - so in einem Halbschlaf - darunter noch ganz andere Träume, die ich nicht kenne und sie fast nur ahnt (wenn überhaupt), die mit mir NICHT zu verwirklichen wären, und die ihr noch wichtiger sind, als die Träume mit mir (die Strömungen in der Tiefe, Du erinnerst dich?)! Und wenn dem so sein sollte, haben wir eh keine Chance.....gar keine...
    Vielleicht hat sie Recht ........ ich weiss nicht..... im Augenblick fühle ich nicht viel, ausser: mein innerer Weg darf nicht allzusehr irritiert werden......
    Doch, ich fühle sehr wohl: Unglück und Festigkeit in einem...merkwürdiger Zustand.......Vielleicht ist es nur ein Schockzustand, der sich demnächst lösen wird......sicher ist es so, dass ich übermorgen wieder zum Einsatz fahre und vorher noch Einiges vorzubereiten habe - ganz egal, wie ich mich fühle.....es gibt Dinge, die geregelt werden müssen .....

    Mag auch sein, ihre Entscheidung, sich mit mir einzulassen (getrennte Wohnungen in derselben Kleinststadt) hat sie geängstigt, und sie schreckt zurück...vielleicht ist sie der Typ für "Zwei Schritte vor und einen zurück".....und vielleicht neigt sie dazu, wenn es ihr schlecht geht, sich noch einen Obendrauf zu setzen und sich so RICHTIG weh zu tun.....keine Ahnung.
    Noch glaube ich nicht, dass wir getrennt sind. In meinem Innersten ist die Verbindung, die Festigkeit, alles, wie eh und je........vielleicht breche ich deshalb jetzt und hier nicht zusammen......wir werden sehen...

    Also - das war es bei mir...... bin verwirrt darüber, dass ich nicht weinend am Boden liege, sondern relativ klar mich anderen mir wichtigen Kontakten zuwende....
    ***nachdem ich hunderte von Malen hörte "ich weiß nicht was ich will" war für mich irgendwann der Zeitpunkt gekommen für mich zu erkennen was ICH WILL. Ab dem Moment, der langsam aber sicher reifte, juckte mich sein Verhalten nicht mehr, sein hin und her war mir egal. Ich war für mich um Bodenhaftung bemüht und ein gestalten meines Lebens.

    Für mich war unwichtig, was mit der Beziehung wird oder ob sie endet oder ob er zurückkommt, das hatte und hat für mich keine Relevanz. Mich interessiert zum jetzigen Zeitpunkt wie es mir geht und wie ich mich abgrenzen kann. Wie ich mich selber gut um mich kümmern kann und keinen Schaden erleide. Meinen Ex habe ich nicht vergessen als Ex-Partner, auch nicht dass was er mir mal bedeutet hatte, aber es ist derzeit wirklich bedeutungslos.

    Mein Ex ist für mich ein kranker Mensch, für den ich weder Wut noch Enttäuschung emtpfinde. Ein Mensch, der sich selber nicht einige ist und sich selber wohl am meisten hasst. Das aber hat nichts mit mir zu tun und ich bin auch nicht bereit das auszubaden oder darüber zu diskutieren. Es gibt ihn rund um mein Leben, aber er ist nicht mein Leben und bestimmt es auch nicht.

    Ich nehme ihn wahr, aber mache nichts von ihm abhängig. Er kann tun und lassen was er will, muss aber auch die Konsequenzen daraus tragen, alleine. Ich bin "kalt" geworden - kalt ist der falsche Ausdruck - einfach erwartungslos. Was passiert das passiert wohl und beeindruckt mich nicht. Ich weiß nicht so richtig wie ich es beschreiben soll. Es belastet mich nicht mehr was in seinem süchtigen Leben passiert weil es mein Leben nicht mehr aus der Ruhe bringen kann. Ist er klar, so kann ich Freizeit mit ihm verbringen, merke ich, dass er mir unangenehm wird, so meide ich ihn. Alles ohne Wut, Hass, Enttäuschung - also wie bei einem Menschen, der mein Leben mit mir teilt, der aber nicht der Angelpunkt ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich kann Du nur Recht geben, liebe Skybird. Sie wissen genau (fühlen es manchmal vielleicht auch selber) was Ehrentage sind, der Verlust eines geliebten Wesens - Trauer und Schmerz. Und es wird damit gearbeitet bzw. es wird in den Kampf eingebracht.

    Liebe Skybird, was erwartest Du von Dir? Das Du Gefühle ausschalten kannst? Warum denn, sie sind wichtig - auch wenn diese uns weh tun. Sie gehören ja zu Dir und Deinem Leben. Natürlich macht sein Rückfall ihn unglücklich und natürlich setzt er das auch in schmerzhafte Situationen um weil das leichter ist als sich selber zu beweinen, oder?

    Gehe nicht so hart mit Dir ins Gericht sondern erlaube Dir auch weiterhin Mensch zu sein, auch wenn das mal mit Trauer verbunden ist - denn Du siehst doch an Deinen eingenen Zeilen dass Deine Trauer schon wieder einiges aufarbeitet.

    Hallo skybird, wir hatten die (Ex-)Partner mal geliebt, warum dürfen wir nicht traurig sein??? Wir dürfen uns nur nicht wieder selber verlieren !!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Crevette,
    warum gegen dich kämpfen, das tat ich auch nie :) Ich habe mich gefragt, warum ich mich jetzt so oder so fühle, was das ausgelöst hat und ob es mir anders besser gehen könnte. Ich habe immer versucht - anfänglich mit wenig Erfolg - nicht gegen mich zu kämpfen sondern mich so anzunehmen wie ich bin, aber mit dem Wissen um "Schattenseiten" an diesen zu arbeiten um mein Wohlfühlgefühl zu erlangen.

    Kämpfe ich gegen mich selber, dann bin ich mein schlimmster Feind und komme nie mit mir in Einklang. Beginne ich mich mit meinen Schattenseiten wahr zu nehmen um diese ins Licht zu führen, so verzeihe ich mir - dementsprechend evtl. auch meinen Mitmenschen. Nur so kann ich persönlich zu innerem Frieden gelangen.

    Ich würde Dich so gerne spüren lassen können welche Erleichterung durch das Loslassen bei mir erfolgt ist. Leider ist das nicht möglich. Schau, wir hatten etwas für heute geplant in Sachen Freizeit. Nur wären dazu gestern "Vorarbeiten" notwendig gewesen, die er nicht erfüllen konnte. Ich verbinde mit diesem Menschen keine Erwartungen mehr.

    Somit kann ich ohne Wut, Trotz oder Enttäuschung später sagen "das heute wird nichts weil die Vorarbeiten nicht geleistet wurden." Früher hätte ich Vorhaltungen gemacht und die Liste der Vorarbeiten ganz detailliert aufgeführt.

    Heute erwarte ich nichts von ihm - stelle mich nur sekundär auf die eventuelle Freizeitgestaltung ein und verspüre nicht einmal mehr Enttäuschung (den damit rechne ich ja) wenn vereinbartes nicht klappt. Zumeist habe ich für mich Alternativen in der Hosentasche und wenn nicht, so genüge ich mir selber für einen glücklichen Tag :)

    Liebe Crevette, eigentlich, ja eigentlich wäre LIebe dass man/frau dem anderen wünscht das es ihm gut geht und ihn gehen lässt wenn er meint dass er woanders glücklich wäre. Auch wenn wir meinen beurteilen zu können dass dieses sein Abstieg ist. Eigentlich ist Liebe gebend und nicht fordernd. Ich verstehe Dich sehr gut, deshalb schreibe ich das Wort "eigentlich", welches ich sonst vermeide. Das ist vielleicht das übersehen, liebe Crevette, dass nämlich Du oder ich meinen für unsere Partner entscheiden zu können was gut oder schlecht ist. Wir entmündigen sie dadurch, dass wir deren Entscheidungen nicht nur ablehnen, dagegen ankämpfen sondern es ihnen nicht erlauben deren gewünschten Weg zu gehen. NIcht fair oder? Wir wollen doch unseren Weg auch selber entscheiden oder?

    Weißt Du, was mich müde gemacht hatte - das Festhalten an meinem Ex. Das verkettet sein an jemanden, der die Kanonenkugel in Form von Alk bereits an seinen Füßen hat. Boah dieser Kampf gegen den Alk und seine Veränderungen verbunden mit meinen Hoffnungen und meiner Wut und Enttäuschung hat meine Batterie komplett entleert.

    Nun ist meine Batterie für mich da. Mein Ex ist glaube ich gestern wieder abgstürzt und schien sich selber wieder mal dafür zu hassen, so hatte ich den Eindruck. Nun gut, seine Sache. Für was bitte, soll ich da Mut, Wut, Energie aufwenden um das zum Thema zu machen? Meine Kraft aufwenden, weil er sich seinen Wunsch nach Alk erfüllt hat? Nee Crevette, meine Kraft die ist anders besser aufgehoben.

    Ich gehe später zum Friseur, Schnitt und Farbe, gehe einkaufen - auch wenn der Geldbeutel aus Zwiebelleder ist und beim Anblick hinein die Tränen rollen ;) Alles das, gelingt mir erst seit ich in Liebe losgelassen habe, was ich langsam, mühsam und schmerzlich lernen musste.

    Lieben Gruß von Dagmar

    was wäre wenn, liebe Crevette ;) Würde der Himmel runterstürzen wären alle Spatzen tot ;) und nicht nur die.

    Ich persönlich nehme das Wort coabhängig für mich in Anspruch weil es für mich schlechte Verhaltensweisen an den Tag bringt. Meine Shiatsu-Therapeutin weigert sich, mich als Coabhängig zu betrachten. Sie sagt, du verhältst Dich nicht suchtfördernd sondern Du trauerst nur einer Beziehung nach. In ihrer Diplomarbeit - die mit mir gemacht wurde hat sie auch in der Biografie diesen Part rausgenommen, weil sie sagt dass ist nicht....

    Weißt du liebe Crevette, ist doch egal wie oder was es ist oder wie es heisst! Wir sind nachlässig mit uns umgegangen (was am besten in der Coabhängigkeit beschrieben ist und somit am besten mit deren Hilfe abgestellt werden kann). Ist es nicht egal mit dem was wäre wenn???

    Jetzt sind wir belastet durch eine Partnerschaft. Jetzt müssen wir auf die Beine kommen und jetzt müssen wir was für uns tun. Und wieder, wieder, wieder kommen wir zum Punkt "loslassen" was uns schadet, uns fördern, auf unsere Wünsche achten und uns leben.

    Ist es nicht egal, wie das DING heisst, wodurch es ausgelöst wurde und wie es sich anfühlt ? Ist es nicht einfach nur wichtig nun uns selber im Augenmerk zu haben???

    Lieben Gruß von Dagmar

    Auch wenn es unsinnig klingt, liebe Crevette, für mich war es ganz wichtig selber loslassen zu wollen. Mehrfach am Tag habe ich mir gesagt: "Ich will los lassen und ich will auch losgelassen werden! Ich will kein Leben, in welchem zwei Menschen auf Grnade und Ungnade aneinander gekettet sind...."

    Wenn diese Menschen sich in freier Willensentscheidung treffen wollen - dann bitte, aber nicht aneinander gefesselt und ohne der Macht, sich selber befreien zu können.

    Ich befürchte liebe Crevette, dieses Loslassen muss bei den meisten von uns sein ....

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft dazu, falls Du das möchtest....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Claudi,
    ich denke ein solches Benehmen zu ertragen hat niemand notwendig. Wenn Dein Ex sich so aufführen muss, dann bist Du der falsche Adressat, schade, wenn es so eskaliert. Nur steht in einem solchen Fall klar, dass ein solcher Mensch eine Belastung für Dein Leben ist.

    Warum sollst Du die Adresse sein, an die er seine Wut und Beschimpfungen senden darf? Leider gibt es nur den Weg "ihn vor die Türe" zu setzen um dich vor solch schneidenden Worten zu schützen.

    Nun, eine Tüte voll Gras scheint ja verführerisch genug zu sein eine Nacht mal zu verkraften.... toll, da frage ich mich schon welches Umfeld er hat. Kein Problem, wenn er sich im Rahmen solcher Personen wohlfühlt. Für mich persönlich wäre das nicht der Fall und somit würde das meine Probleme noch verstärken. Allerdings glaube ich ein üblicher Punkt - richtige Freunde, die nicht im Sumpf der Sucht hängen, sind rar für viele Alkoholiker. Dabei wäre genau das eine Hilfestelle und der Beginn etwas zu ändern .... falls überhaupt eine Einsicht da wäre....

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

    Liebe Baerle,
    ich selber halte persönlich nichts von Ultimaten. Ich selber versuche meinen Weg zu finden und diesen dann so zu gehen, wie er für mich richtig erscheint.

    Bei Ultimaten sehe ich immer die Gefahr selber instabil zu werden und dadurch nicht mehr glaubhaft. Alle Schritte, die ich unternommen habe (wie die Suche nach einer Wohnung) habe ich getan ohne mit ihm darüber zu reden. Um genau zu sein, er weiß noch nicht mal mein genaues Auszugsdatum.

    Letztendlich muss ich für mich entscheiden und er für sich. Ich persönlich habe den Eindruck, dass Ultimaten kurzzeitige Veränderung bewirken um eben Ziele zu verfolgen, sind diese dann in greifbarer Nähe, dann könnte der Umschwung folgen.

    Jeder Mensch ist wertvoll und niemand von uns will unbedingt den Partner verlieren. Es stellt sich nur immer die Frage, in wieweit der Mensch, mit dem wir zusammen sind, noch ein Partner sein kann.

    Mein Ex konnte über lange Zeit KEIN Partner sein, bemüht sich nun zwar, dennoch (auch wenn das Problem Alk nicht wäre) so sind unsere Welten anders gestrickt. Das Freizeitverhalten krigen wir mittlerweile gut hin, nicht aber die täglichen Alltagslasten. Somit ist er derzeit kein Partner. Ganz zu schweigen vom Thema Alk, welches von heute auf morgen eine Person aus ihm machen kann, die unberechenbar ist.

    Ich für mich achte auch mein Leben und mich, wenn ich das Gefühl habe ich will meinen Ex einbeziehen, dann kann ich es oder kann es lassen - aber endeffektlich geht es um mich. Jede-/r muss den eigenen Weg selber finden und das was er/sie für sich gefühlsmässig verkraften kann. Und jede-/r muss das eigene Zeittempo selber bestimmen - ich glaube, das ist überall anders.

    Ich kann Dir einfach nur Kraft für Dich selber wünschen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    auch ich bin mir nicht sicher, ob die Veranlagungen zur co-abhängigkeit nicht bei mir doch - wenn auch ohne alkohol - in der Familie liegen.

    Der Vater arbeitete bei der Zeitung, war also selten da und verstarb früh. Die Mutter war ausgesprochen dominant und negativ eingestellt. Mein Ex-Partner verfügt über eben diese Dominanz und auch rechthaberische Tendenzen.

    Ich habe persönlich das starke Gefühl, weil ich bei meiner Mutter nie deren Gefühle erreichen konnte und im Gegensatz zum Bruder immer als doof hingestellt wurde mir deshalb einen ebenso strukturierten Partner suchte wie die Mutter war.

    Nur - auch meine Mutter hat als Nachkriegskind auf Muster ihrer Eltern reagiert. Die mangelnden Gefühle mir gegenüber und die nicht vorhandene Unterstützung hat auch sie nicht erfahren. Daß sie meinen Bruder voran stellte und mich als doof bezeichnete, das hat sie dann vor Jahren selber erkannt, dass das unfair und falsch war.

    Auch sie war in Mustern gefangen und könnte diese an mich weitergegeben haben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    ohoh liebe Crevette,

    Tja, hmmm, Pferdeflüsterer...

    Ich befürchte, bei mir happert's mit dem "Pferdeflüstern" weil ich so schrecklich ungeduldig bin. Ich weiss ja, dass es das Loslassen braucht, damit ein Zurückkommen überhaupt schon nur theoretisch möglich wäre. Aber ich hab eine solche Angst habe, dass wirklich alles definitiv vorbei ist wenn nicht "schnell etwas passiert". Weil er sich immer weiter entfernt, weil auch ich mich trotz allem immer weiter entferne irgendwie, weil jetzt schon so bürokratische Schritte in Richtung definitives Aus unternommen werden... Vielleicht habe ich auch Angst, dass ich tatsächlich irgendwann feststellen werde "uups, den will ich nicht mehr."?

    Ohje, kaum ist Tihaso weg, schon kralle ich mir ihren Thread! Pfui, crevette, aus! (Hm, nee, das ist auch nicht Pferdegeflüster... )

    Bis bald wieder, vielleicht eher in meinem Thread und ganz lieben Dank und liebe Grüsse,
    *********************************

    Ich selber bin die Ungeduld in Person - das Leben hat mir so ein paar Felsbrocken ins Leben geschmissen: Job weg, Partner weg und ohne eigenen Wohnort dass ich mit Energie an mein Ziel gehen musste - und die Geduld aufbringen musste. Keines der Dinge war nämlich von jetzt auf nachher zu erzwingen.

    In dieser Zeit veruchte ich zu lernen, dass das Leben so läuft wie es das Leben will und nicht so, wie ich es erzwingen möchte. Bei allem dem schlimmen was mich ereilt hat, waren immer helfende Hände an meiner Seite. Zu jedem schlimmen Schicksalsschlag kam eine positive Art von Erlebnis dazu. Irgendwann mal fing ich an zu weinen. Nicht mal aus Unglück heraus, sondern weil es mir zu viel war so viel Glück und Unglück gemeinsam zu erleben.

    Aber genau das war es: durch die Bereitschaft das Leben zuzulassen, zwar an meinen Zielen zu arbeiten, aber diesen Zielen auch Zeit zum gelingen zu geben, hatte es in der Vergangenheit gescheitert.

    Ob ich so stabil bleiben werde wenn die Arbeitslosigkeit mal lange anhält, das weiß ich nicht, aber ich weiß, dass die Dinge die passiert sind so passieren mussten - sonst nämlich wäre viel schlimmeres zu einem späteren Zeitpunkt passiert.

    In meinem Fall waren auch Arzt und Psychotherapeutin eine sehr, sehr wertvolle Hilfe!!!!

    Früher hatte ich in den Partnerschaft den Wunsch zu erzwingen dass er sich jetzt für mich entscheidet - jetzt sofort und gleich - und bitte nie mehr zu dieser Gesellschaft geht.

    Falsch gedacht von mir; er soll gehen, er soll es spüren, er darf sich betäuben, er darf seine Wünsche ausleben, er darf tun was er will - denn nur so kann auch ich für mich tun was ich will!!!! Eifersucht? Ja, am Anfang - irgendwann nicht mehr! Ich weiß was ich wert bin - wer mich nicht will - denn will ich auch nicht! Selber schuld!

    Wir dürfen uns in diesen Situationen nicht klein machen! Wir sind es wert gute Freunde zu haben und wir können überlegen wen wir zum Freund wollen - ob wir den Expartner überhaupt noch wollen. Nicht Du musst ihn anbetteln, sondern er muss etwas tun, damit Du überhaupt überlegst ihn zurück zu nehmen.

    Wie das Pferd, welches den Weg zum Flüsterer selber von sich aus antreten muss, wenn es eine Neugier stillen möchte!

    Ich fand dieses Beispiel sehr sehr schön, weil es so voller Gleichnisse für unsere Beziehungen ist. Gestörte Tiere, deren Verhalten einfach nicht "normal" ist. Diese Tiere nicht durch Gewalt an sich zu binden sondern durch die Freiheit an sich zu holen - aus freien Stücken.

    Ich will niemanden, der mich als Co will weil ich ihm das Leben leichter mache. Ich will jemanden der mich schätzt wie ich bin, mit meinem Kopf, meinen Gefühlen und Wünschen - eine Entscheidung in Freiheit getroffen und losgelassen von allen Gefühlen der "Verantwortung", die so und so unter Alk keine richtige ist.

    Toi toi toi liebe Crevette

    Dagmar

    Ach liebe Crevette,
    es ist ja verständlich, dass Hoffnung im Herzen bleibt. Man/Frau hat Jahre zusammen verbracht. Es wäre auch unfair, so denke ich, das unmögliche nicht für möglich zu halten. Ich war in Altötting, bin selber nicht unbedingt so von Walfahrtsorten angetan. Dennoch: es war so ganz besonderer Spirit an dieser Stelle.

    Diese Krücken und medizinischen Hilfen da da angebracht waren von Menschen, die "plötzlich" geheilt wurden. Wisst Ihr, mir ist egal, ob es das Wunder von Altötting war, die Selbstheilungskräfte oder ein schöner Zufall: diese Menschen wurden gesund und das ist es, was mir eine Gänsehaut über den Rücken zog.

    Ja, Crevette, das wichtigste ist nicht der Anfang sondern DU. Ich erlebe es doch hier am besten Beispiel in Echtzeit. Auch ich bin mir sehr wohl dieser Gefahren "seines" Wandels bewußt und dessen, dass mein Leben ebenso geplant weiter gehen muss wie zu den Zeiten, als es für mich nahezu eine Bedrohung war mit ihm zu leben!

    Er hat die Chancen etwas für sich zu tun - wenn er es lässt, so ist es sein Problem. Dennoch bleibe ich auf meinem Pfad und trample den zu einem Weg. Schau Crevette, niemand weiß ob Ehen oder Beziehungen ein Leben lang halten - mit oder ohne Alkohol! Aber in meinem Leben musste ich erfahren, dass alles, was sich nicht mitwandelte zum sterben verurteilt war. Alles, was stagnierte und sich nicht entwickelte war dem Untergang gewiss. Nur die Dinge, die ich pflegte und mich in diesen Dingen beständig informierte oder entwickelte sind noch an meiner Seite.

    Warum nicht auch durch die Arbeit an sich selber mit dem Umfeld anders leben, sich selber entwickeln und dadurch das Umfeld auf sich aufmerksam zu machen. Das scheint nämlich nahezu von alleine zu passieren, wenn in Dir drinnen der Weg zu Dir frei ist. Ist der Weg zu Dir frei, so nicht nur für Dich sondern auch für andere Menschen.

    Ich bin mir ganz sicher, liebe Crevette, dass ein Mensch so ohne weiteres ausgetauscht werden kann. Mir ging es ja "eigentlich" so, dennoch war beständig die Aussage mit an Board "Du bist mir nicht egal".... "Du bist mir wichtig". Nun gut, diese Art von wichtig, die er wohl meinte muss keinesfalls die sein, die mir wichtig wäre. Aber so einfach verschwinden Menschen nicht aus der Erinnerung. Sonst würde es uns allen hier nicht so schwer fallen los zu lassen.
    Es war ja mal etwas da......

    Als meine Beziehung anfing, da war ich pur - da war ich anders (so wie ich jetzt bin) und nicht so, wie ich in der Beziehung wurde. Ich wurde krank durch meinen Job und habe mich gleich noch in Beziehung und seinem Alk krank machen lassen - mich selber vernachlässigt.

    Das ist nun anders und mein Gegenüber muss zumindest die Augen aufmachen und kann nicht mehr seine Mechanismen leben. Doch, natürlich kann er, aber erstens stinkt es ihm sicherlich, dass er keine Kontrolle mehr über mich haben kann zum zweiten dürfte er neugierig sein, was sich hinter der jetzigen Person versteckt und zum dritten ist noch die frühere gemeinsame Zeit da.

    Alles das reicht nicht gegen den Alk anzukämpfen, aber es ist meiner Meinung nach einer der Punkte, die eventuell beitragen können sich selber zu betrachten. Nicht müssen, nur können.... aber liebe Crevette, wir tun es für uns - uns geht es besser und wenn als Nebeneffekt noch ein Aufwachen oder auch nur ein Blinzeln von Seiten des Alkoholkranken kommt, so könnte ihm das irgendwann die Augen öffnen. Wenn nicht, so sind zumindest unsere Augen wach und leben und sehen was sich um uns herum abspielt.

    Natürlich kriegst Du das für Dich hin! Denn wie gesagt, das loslassen ist kein fallenlassen. Aber ist ein Besinnen auf sich selber! Das was Dein Ex jetzt praktiziert ähnelt sehr an meine Story. Mein Ex hatte einfach das Pech, dass nicht nur mir alles schnurz war sondern auch seine Saufgesellschaft war uninteressiert an seinem Leben. Also absolut nicht das, was er sich wohl erhofft hatte....

    Und liebe Crevette, mein Ex hatte mal Hobbies, die hat er in Zeiten der Saufkumpanei nicht gelebt. Autos, handwerkliches .... wie auch saufen war wichtig .... aber es fehlte wohl doch .... denn das was man ein Leben lang machte verschwindet nur langsam, aber es kann wirklich vergessen werden - wie auch alle Fähigkeiten und Kenntnisse .... leider.

    Versuch, so schwer es auch ist, ihn in Frieden und Liebe gehen zu lassen. Dieser innere Frieden mit der Entscheidung landet bei Dir! Durch das Loslassen und das verlieren der Wut war ich wieder in der Lage meinen Ex zumindest als Menschen zu akzeptieren, was auf die Kommunikation wirkte....

    ... und auf mich selber, keine Verbitterung mehr ....

    Glück auf :) liebe Crevette!

    Dagmar

    Ach weißt du, lieber DU,
    die Nachbarin ist auch in der harten Zeit für mich dagewesen. Sie ist diejenige, deren Türe Tag und Nacht für mich offen steht wenn etwas passieren sollte.

    Sie ist ausgebildete Suchtberaterin, was natürlich genial in meiner Situation ist, wo es keinerlei Selbsthilfegruppen hier in der Nähe gibt. Ich denke, so können wir uns gegenseitig unterstützen und helfen.

    Ich denke sicher, dass mein Ex mich zurück will, auch die Situation des zusammen lebens, die es aber so nicht mehr geben wird. Ich spüre schon seine Uneinigkeit mit sich selber, aber daran muss er arbeiten. Auf der einen Seite scheint er durch Vielbeschäftigung gegen den Alk angehen zu wollen, auf der anderen Seite sind die Suchtmechanismen einfach ausgeprägt. Aber wie gesagt, damit muss er klar kommen und evtl. auch mit der Auswahl seines Bekanntenkreises und dessen Niveau. Das sind seine Schritte, die er gehen muss - egal, wo und wie.

    Ja, da hast Du recht mit den Schutzmechanismen. Mein Gedankengang zielte in die Richtung ab dass man/frau auch selber auf sich stolz sein kann. Selber sehen und entdecken sollte was man schafft. Ein gesundes Ego zur eigenen Leistung zu bekommen um eben nicht vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein. Natürlich sind die Mitmenschen wichtig - sie können aber nicht ein reduziertes Ego aufbauen, sondern dass muss der betreffende Mensch selber über die Zeit lernen. Auch stolz auf sich selber und seine Leistung zu sein. Nur denke ich, viele Menschen durften das bisher auch selber grarnicht lernen oder für sich in Anspruch nehmen. Das ist ähnlich wie mit Komplimenten, die viele Menschen nicht annehmen können. Schade, denn auch das muss gelernt sein. Einfach etwas nettes hören, als wahr annehmen und sich darüber freuen.

    Der Schlüssel, den wir in HÄnden tragen, das ist immer nur der Schlüssel zu uns selber. Er kann uns aber die Zimmer zum einen oder anderen Mitmenschen aufschließen, da gebe ich Dir recht. Aber das wichtigste wird immer sein, dass wir unseren Schlüssel bei uns behalten und nicht in unüberlegte Hände geben. Ruckzuck sind nämlich Einbrecher da ;)

    Oh Mann, wie kann ich Dir nur eine E-Mail zukommen lassen, oder du mir meine. Schade, dann könnte ich Dir den Garten und Katzenbande zeigen... Menno....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh, liebe Crevette,
    Du siehst doch nur was er Dir sagt! Du siehst weder in Herz noch in Seele. Was meinst Du, wie überheblich mein Ex war - wie menschenverachtend und ekelhaft. Erst spät hat er mir gesagt, dass es der Hass auf sich selber war, der ihn so widerlich werden ließ. Davon mal abgesehen, tat er mir weh, daraus habe ich Konsequenzen gezogen - mich trifft es nicht mehr da er krank ist. Aus, basta, genau diese Konsequenz half ihm wohl beim Bemerken der Tatsache, dass alles anders ist und er leider die Frau auch nicht mehr kennt, mit der er mal zusammen war.

    Crevette, ich denke, mein Ex will mich deshalb zurück weil ich mich löse! Weil er keine HIlfe mehr bekommt. Auch deshalb, weil das männliche Ego nun angegriffen ist - ich kann nämlich ohne ihn - und zwar ganz gut :)

    Wäre das nicht ein Ansporn für Dich Dein Leben gut für Dich zu führen, vielleicht sogar am Anfang ein bischen aus Trotz gegen ihn (wenn das Dir hilft zu Dir selber zu gelangen). Ach Crevette, ich habe ca. vier Wochen um meinen Ex gekämpft, hätte alles getan ihn wieder zu bekommen. Ich habe mich dabei selber erniedrigt.....

    Irgendwann war es zuviel und ich sagte stopp - nun lebe ich mich selber und das ohne ihm. Da begann langsam ein Prozess, ganz, ganz, ganz langsam. Je mehr ich zu mir fand, desto weiter ging ich von ihm weg und desto mehr versuchte er wieder Bindungen aufzubauen.

    Das ist ähnlich wie bei dem Pferdeflüsterer. Eine Freundin hat mal gesehen, wie er mit bockenden Pferden umgeht. Er lässt sie springen und sich austoben. Die Neugier und genau dieses frei gelassen werden bringt die Tiere dann zumeist wieder zu ihm zurück. Dann ist es möglich, ganz langsam Schrittchen für Schrittchen mit ihnen zu arbeiten....

    Ach Crevette, ich werde noch lange hier bleiben weil auch bei mir noch viel zu erwarten ist, was sich ändert, mich unterkriegt und und und. Und ich möchte versuchen zu zeigen, wie wichtig dieses Loslassen - welches ich selber nie verstehen konnte - ist.

    Jeder ist stark - jeder ist wichtig - niemand muss die eigene Liebe verleugnen - aber jeder muss sich selber erst finden bevor es darum gehen kann in einer Partnerschaft (wieder) glücklich zu werden. Oft wird man sich wohl auch neu kennenlernen und vielleicht sogar bemerken, uups, den will ich nicht mehr. Aber diese Chance entsteht nur durch ein freiwilliges loslassen - denn nur dadurch kann er freiwillig wiederkommen - und Du dann überlegen ob Du ihn wieder willst.... Da bin ich mir nämlich gar nicht so sicher :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Crevette, geh nicht so hart mit Dir ins Gericht. Die ersten Wochen nachdem totalen Chaos war ich auch unmöglich - mir selber und meinem Stolz gegenüber. Es wird besser, Du wirst ruhiger und kriegst es auf ein anderes Level.

    Liebe Crevette, lass ihn werkeln - er weiß, so denke ich, sehr wohl was er verloren hat. Vielleicht ist genau das der Grund warum er etwas gesucht hat was ihn trösten kann. Meiner hat zugegeben, dass er so Angst hatte dass ich Schluss mache, so dass er vor lauter Panik Alternativen suchte. Liebe Crevette, wir sehen nicht in deren Köpfe. Aber wir dürfen uns nicht kaputt machen - auch die Gegenseite empfindet Schmerz und muss den Verlust des Gewohnten verwinden. Gibt Dir Deine Ruhe und ihm seinen neuen Versuch auf ein glückliches Leben .... ich persönlich denke nämlich nicht das dass funktioniert .....

    Liebe Crevette, ich erleb(t)e doch hier genau selbiges! Zwar hat mein Ex sein Alk-Problem nicht so erkannt, wie es fachmännisch zu behandeln ist. Aber eines hat er begriffen: dass der Alk ihn zu Handlungen brachte, die nicht nur jenseits von gut und böse sind, sondern die Konsequenzen haben, die er schwer verkraftet.

    Schau Crevette, ich glaube, ihr wart lange verheiratet oder zusammen. Sollte er aufwachen können, dann vielleicht demnächst - einfach genau durch diese Beziehung, die für mich schon in sich den Kern des Sterbens und des Misstrauens trägt. Ist Eure Liebe wirklich stark, dann kann sie sich neu erfahren lassen, wenn er begreift was mit ihm im Alk geschah und was er für Konsequenzen tragen muss.

    Glaub nicht, dass diese Dinge, die er da treibt folgenlos bleiben! Glaub nicht, dass er sich so einfach in eine neue Beziehung einfügen kann! Aber glaube an Dich !!!!!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey, lieber Du,
    schick mir einfach mal eine Mail an //edit E-Mailadresse entfernt// dann kann ich Dir den LInk zu meiner Seite nochmals schicken.

    Ja, das mit den Tieren - eigentlich wollte ich so was nie. Aber hier auf dem Dorf ist es unverantwortlich, wie Menschen mit Tieren umgehen und sie elendiglich sterben lassen. Ich habe persönlich die Meinung, dass zwar jedes Wesen sterben muss, nicht aber unter grausamen Schmerzen. Das habe ich hier versucht zu unterbinden, auch die Presse hat darüber schon mehrfach berichtet. Einfach weil es aus dem kleinen heraus gewachsen ist und die Tiere fast nach "ganz Deutschland" abgegeben wurden. Da habe ich noch ein Katzenforum und manch eine-/r hat sich in eines der Tiere verliebt und den langen Weg zu mir auf sich genommen. Somit erfahre ich auch noch wie es den Tieren jetzt, nach Jahren geht.

    Tiere sind faszinierend - so anders als der Mensch - so wenig berechnend. Wenn ich überlege, was ich hier schon erlebt habe mit Kampfkatern, die in den letzten Lebensmonaten kuschelig wurden. Denen die Tiere verzeihen konnten, die sie fast umgebracht hätten, dann sind das Momente, die mir nichts auf der Welt nehmen kann. Es hat mich viel Geld gekostet, ich war lange Jahre verschuldet, aber die Tiere hier im Ort, die sind nun auf einem guten Level und die Anwohner teilweise hellhörig geworden.

    Lieber Du, aus dem gemeinsamen Haus ziehe ich aus - aber dieser Garten ist außerhalb. Wenn es also dort zwischen uns nicht gut geht, so bin ich da halt ebenso weg wie aus dem Haus. Derzeit überschlägt er sich a) um mir zu imponieren und b) um mich zu halten und c) so glaube ich, sich etwas vom Alk abzulenken (oder ihn sich dadurch zu verdienen ;) so genau weiß ich das noch nicht....

    Ich denke, ich habe so etwas ähnliches wie einen grünen Daumen. Eine Freundin sagte mal, Du liebst Pflanzen und sie Dich. Ich habe auch eine alte Toilette mit Dahlien, Katzenminze und anderem bepflanzt - sieht genial aus :)

    Weißt Du, die Arbeitslosigkeit als solches ist nicht schön. Aber durch die Geschehnisse - Kündigungsmobbing weil es dem Arbeitgeber finanziell schlecht geht - musste ich aufwachen. Aus einem ausgenutzten Leben am Arbeitsplatz, nur um eben diesen zu behalten und aufwachen aus einer Partnerschaft, die nicht mehr glücklich war und keine Partnerschaft. Es ist schwer und gut zugleich - und es war wichtig....

    Ja, Narzismus ist die Selbstbezogenheit. Bei meinem Ex fiel mir auf, dass er es braucht ständig gelobt zu werden. Auf der einen Seite verständlich und menschlich, auf der anderen aber kann niemand das Selbstwertgefühl eines anderen aufbauen. Aber gut, dass Du das ansprichtst, dass ist ein Thema weg vom Alkohol, dass kann ich mal vrsuchen anzusprechen. Einfach ihn zu bewegen oder zu versuchen sich selber etwas "plus" zu erarbeiten und es selber zu spüren. Denn im Aussenlager hat er gearbeitet wie ein Verrückter. Ich stelle mal demnächst ein paar Fotos ein. Auf der einen Seite selbstverliebt - auf der anderen unsicher, also keine Waage. Ich glaube es ist ganz schwierig, diese zwei Dinge auf die Reihe zu bringen. Vielleicht resultiert die Selbstübeschätzung daraus dass es ein Schutz ist minderwertig zu sein oder sich zu fühlen.

    Gut finde ich bei Euch, dass Ihr gegenseitig auf die eigenen und die Bedürfnisse des anderen achten könnt. Zwei Wohnungen sind ideal, weil so einfach auch über einen längeren Zeitraum zusammengelebt werden kann - aber auch ein Abstand möglich ist.

    Das Problem an Beziehungen, wie wir sie führ(t) en scheint eben nicht nur der Alk zu sein, sondern dass die Psyche von uns und unseren Partnern schon was abbekommen hat. Daraus dürfte dann am Schluß der Alk resultieren und die co-Abhängigkeit. Wir selber können vermutlich daran nichts lösen, aber wir können lernen uns zu verstehen und den Ex-Partner oder Partner mit anderen, faireren, Augen zu betrachten. Das hilft nicht nur dem Partner sondern auch unserer eigenen Toleranz.

    Aber ein harter Weg.

    So, ich muss nun mit einer Nachbarin einkaufen fahren, deren Mann wird heute operiert an der Hüfte, da ist es ihr Recht wenn sie Ablenkung hat.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, lieber Du,
    die Katzen scheinen sich gegenseitig verraten zu haben wo sie Hilfe bekommen wenn sie krank sind. Ich hatte das alles komplett selbst finanziert und viele tausende von Euro reingesteckt in Kastrationen und Operationen. Nun bin ich ja arbeitslos geworden und hoffe jeden Tag dass keine Krankheit oder Verletzung ein Tier begleitet. Ich habe nun zig Tiere kastriert und unzählbare vermittelt.

    Weißt Du, die Tiere versammeln sich öfters und halten Katzensitzungen ab, nicht alle eng beinander sondern zumeist so einen Meter Abstand. Da werden die schon kommunizieren. Davon mal abgesehen, riecht eine Katze von der anderen dass diese gefressen hat. Wenn dieser leckere Geruch mehrfach auftaucht, so folgen die hungrigen Tieren den gesättigten und landen so bei mir. Speziell auch schwer kranke oder sterbende Tiere (das ist dann zwar sehr traurig, aber wenn ich ein paar Tage Ruhe geben kann vor dem Tod, so kann das wieder ein bischen wettmachen, wie unverantwortlich die Menschen hier mit Tieren umgehen - Kastration ist ein Fremdwort).

    Es gibt eine Tierarztpraxis von weit weg, die mir unter die Arme greift und ein Tiermittelproduzent, der Rest muss eben irgendwie von mir finanziert werden. Kannst mal hier einen Blick in mein Katzenasyl werfen edit:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

    Diese wilden Gärten sind schon verrückt. Sie zeigen uns teilweise, wie die Natur miteinander in Symbiose lebt. Ich habe dort wilde Stockrosen, die fast 2 m hoch werden. Eigentlich wollte ich dort ja nichts mehr machen weil der Garten vom Ex und mir war. Da er aber gerade auf der Friedensseite steht werde ich doch noch was ins Erdreich bringen: Dahlien, die ich sehr liebe.

    Geht es nicht gut, dann ziehen die Knollen halt dann erst im Herbst mit um :)

    Ich habe schwer lernen müssen mit diesem Gesicht meines Ex umzugehen, aus dem so viel Hass spricht. Ich empfand das als Hass gegen mich und fragte ihn, wie er so kalt sein könne. Bekam keine Antwort. Bis irgendwann mal durchsickerte dass es die Wut auf ihn selber ist, die ihm wohl die Gesichtszüge gefrieren lässt.
    Sollten diese Gesichtszüge auftreten, so gehe ich ihm aus dem Weg. Denn dass ist das Gesicht, welches nach Wut aussieht und tatsächlich in einem Streit enden könnte. Vor allen Dingen nimmt er mir so meine Energie, auch weil ich Angst habe, was als nächstes kommt. An solchen Tagen führe ich kein Gespräch, versuche seine Nähe zu meiden und wirklich mehrfach mit mir selber auf den Boden zu kommen bzw. zu bleiben in dem ich mir sage: sein Ausdruck der Krankheit, sein schlechtes Gefühl - lass nicht Deine Batterie leer machen, weil ihm Power fehlt.

    Früher hatte ich gefragt: "Was ist" "Schlechte Laune" ect. aber es kann ja nicht zugegeben werden, dass man mit sich selber nicht im Frieden ist, somit kam keine Antwort und ich hatte das alles auf mich bezogen, ganz großer Fehler - vielleicht sogar falscher Narzismus. Ich bin nicht so wichtig, dass jede seiner Launen sich auf mich bezieht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    edit:speedy53//bitte keine fremden Links einstellen - Danke!

    Ja, lieber Du, ich genieße die Tage mit viel Sonne.

    Ich versorge meine Botanik im Katzenasyl, und habe einen wilden Rasen, den ich versuche zu bezähmen - außerhalb des Hauses. Im Prinzip habe ich gegen das Unkraut NULL Chance, aber dennoch, einiges an Blumen kommt dennoch aus der Erde und wird prächtig.

    Zeitweise bin ich da auch mit meinem Ex, er machte mir ja den Vorschlag dieses Rasenteil nun nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Gut, wenn es ihn nicht stört dass ich demnächst nicht mehr hier wohne. Es sind keine Kosten oder Verpflichtungen damit verbunden, sondern die Chance auf meine Pflanzen und weitere Einpflanzmöglichkeiten.

    Das ist mit Sicherheit ein Band, welches er zwischen uns schmieden will, weil der Auszug sich ja doch nähert. Aber warum nicht, es bringt mir keinen Nachteil.

    Ansonsten versuche ich zu packen, was ja recht viel ist, vor allen Dingen meine Bücher ..... oh je..... Nein ich genieße die Sonne und habe zum ersten Mal in meinem Leben fast eine gesunde Gesichtsfarbe.

    Lieber Du, ich denke, Du gehst das alles schon sehr gesund an und kannst Dich dadurch gut schützen.

    Ich kenne auch diesen Gesichtsausdruck, der hart und unmenschlich wird, dieses Verhalten welches wirklich als ordinär eingestuft werden kann. Jedoch habe ich den Eindruck (was durch mehrfache Aussagen meines Ex bestätigt wurde) dass dieses die Momente sind, in denen er sich selber hasst.

    Leider sind wir die Adressaten und dieses Gefühl trifft uns direkt ins Herz. Sollten dann auch noch verletzende Worte dabei sein ist es schwer auf dem Boden zu bleiben in dem Wissen "er / sie verletzt sich eigentlich nur selber".

    Geh Deinen Weg weiter, ich denke, er ist stabil, fair und bietet Euch beiden eine Chance.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebes Bienchen,
    ich vermute mal, diesen Text kennt fast jede von uns - fast wörtlich wir die SMS die ich gekriegt habe. Nur halte ich nichts von SMS und somit habe ich diese erst Wochen später gelesen ;)

    Ich persönlich reagiere auch diese Texte nicht - auch jetzt nicht, wo ich sie zeitgleich lesen kann ;) Weisst Du warum? Weil ich es zum "kotzen" finde (was nämlich bei uns der Fall war) alles mögliche in eine Tastatur zu tippen, aber den Mund nicht aufzukriegen weil vielleicht Antworten kommen, die er nicht hören will.

    Tja Bienchen, unser aller Weg liegt nun vor Dir...

    Viel Glück
    Dagmar

    Ja liebe Riverdance,
    hammermässig gequotet von skybird ;) das sind nämlich wir: Hoffnung, Enttäuschung - verbunden mit dem Alkoholkranken oder Abhängigen und dadurch in unserem eigenen Wohlfühlgefühl beständig gestört. Gestört und dadurch wieder mit "ihm" verwurzelt.

    Sakrisch schwer das zu unterbinden, aber genau so sind wir wieder in den Fängen der Sucht ohne es sein zu wollen. Vielleicht ist sogar die Hoffnung (die so wichtig ist im Leben) etwas, was ich für mich bei Sucht als Unwort oder nicht vorhandenes Wort betrachten sollte.
    Denn Hoffnung wird es nicht geben - höchstens Einsicht und einsichtiges Verhalten.

    NEIN ! WIR können nichts tun - nicht die Partner, nicht die Freunde auch nicht der Arbeitgeber. Es kann nur beim Betroffenen selber KLICKEN weil er nicht mehr weiterkommt. Da wir aber nicht wissen oder wann das geschieht müssen wir uns eine alkoholsichere Weste überstreifen, die uns auch vor seelischem Schaden schützt....

    Viel Kraft wünscht dir Dagmar

    Tja, lieber Du,
    ich würde mal sagen, Deine Wünsche in Bezug auf "aufwachen" meines Ex wären eine schöne Hoffnung für Suchtkranke, aber sind wohl kaum zu erfüllen. Ich denke kaum, dass ein Aufwachen erfolgen wird.

    Weißt Du, auch wenn es ein schönes Beispiel wäre und natürlich auch Hoffnung für Dich geben würde, so denke ich tatsächlich, dass mein Ex zu tief in den Spiegeltrinkerstrukturen gefangen ist um da selber auszusteigen ohne fachliche Hilfe.

    Schau, Du und ich, wir wissen ja gar nicht, welche Mengen an Alkohol konsumiert werden. Wenn der Spiegel gerade mal stimmt, so erscheint uns der Kranke normal hat aber schon eine ganze Portion intus. Ich kenne das Level Deiner Freundin nicht, nicht mal genau das meines Ex.... aber ich denke, es reicht .....

    Genau das ist der Punkt, oder einer von denen, warum wir uns auf uns selber konzentrieren müssen. Wir können nicht kontrollieren oder fordern - so meine ich - weil das genau das Gegenteil bewirkt.

    Schau, das ist wie mit der Henne und dem Ei: war erst der Alk da oder erst die psychischen Ursachen, oder hat vielleicht eins das andere verstärkt. Aber auch das ist wieder ein Grund uns abgrenzen zu müssen: denn es ist schwer an die Ursachen oder psychischen Probleme zu kommen, nicht jeder will ran an den Punkt, wo es beginnt zu schmerzen. Bei meinem Ex gibt es eine Familienstruktur mit sehr dominantem Vater, die ein Gefühl des Versagens quasi auslösen müsste, daraus könnte dann dieses Narzistische entstanden sein. Könnte, hätte, sein können ..... ob oder wie oder warum könnte nur mein Ex mit fachlicher Hilfe aufarbeiten. Ich denke keinesfalls dass er das will. Da geht es an den Punkt des Wehtuns, an den Punkt des bearbeitens und an den Punkt die Augen zu öffnen. Das tut weh...

    Ach Du, Vertrauen missbrauchen.... das habe ich gelernt anders zu sehen, und ich denke auch Du schaffst es zu verinnerlichen oder hast es schon, dass es einfach eine Krankheit ist, die zu Aktionen führen kann, die für uns moralisch nicht nachvollziehbar sind. Auch hier wieder der Punkt Abstand um uns das nicht als persönliches Versagen oder Betrug durch den Kranken erscheint.

    Das schwierige war für mich, dass eigentlich alles im Umgang mit Süchten genau entgegengesetzt zu handhaben ist wie mit anderen Krankheiten. Obwohl die Sucht eine Krankheit ist darf keine Unterstützung erfolgen. Jetzt würde ich jedem Nachbarn helfen den Tagesablauf zu modernisieren - Hilfe zur Selbsthilfe. Aber beim Alkoholkranken kann erst geholfen werden wenn er selber begonnen hat seinen Weg zu gehen.

    Im Fall meines Ex bin ich mir zwar sicher, dass er mich nicht verlieren möchte. Bin mir aber ebenso sicher, dass er seine kleine rundbäuchige Bierflasche auch nicht aufgeben möchte. Ich denke, er versucht im Moment das so zu arrangieren dass mir der Alkohol nicht "auffällt".

    Gewiss, er legt eine fast übertriebene Aktivität an den Tag, von der ich sehr wohl den Eindruck habe, dass sie die Trinkmengen reduzieren soll. Ich denke auch, dass er beginnt zu wissen, dass da was falsch läuft. Ich bin mir aber nahezu sicher, dass er alles bagatellisiert.

    Es kommt beispielsweise die Frage ob es mich stört, wenn er ein Bier trinkt. Nein, denn es ist seine Sache - aber zeigt, dass er an der bauchigen Freundin festhalten möchte. Nur lasse ich mir nicht die Verantwortung übetragen für seinen Konsum: will er trinken, so soll er das, will ich das nicht sehen, so gehe ich.... das Haus hat ein paar Räume zur Auswahl ;)

    Lieber Du, am Anfang war es vielleicht so, dass der Alk die Sorgen vertrieb bei den meisten Süchtigen. Irgendwann dürfte der Punkt gekommen sein, wo chemische Vorgänge im Hirn (wie von Dir so schön beschrieben) Sauf- und Suchtdruck auslösen. Somit also ein Stadium erreicht ist, wo mit Willen und wollen nichts mehr geht...

    Schwierig ist viel mehr die Frage, was Du dann tun willst. Abgrenzen ist gut und wichtig, Deine Einstellung auf ein Mass bringen, dass Dir kein Schaden entsteht auch wichtig und gut.

    Aber .... was machst Du, wenn sie alkoholisiert ist? Erträgst Du dann ihre Gegenwart? Sprichst Du sie darauf an (ich selber tat es nur einmal, den Wiederholungen müssen nicht sein und bringen mir nichts). Ich denke nämlich das abgrenzen ist eines - und ein ganz wichtiges Thema - dann aber kommt die Frage wo will ich hin, wie kann ich das bzw. was will ich für die Beziehung und da wird es, denke ich schwierig....

    Kannst Du mal in Worte fassen, wie Du Dir Eure Zukunft wünschst, bzw. vorstellst, oder wie Du einfach mit den Schwierigkeiten für Dich umgehen kannst oder willst?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Eigentlich ein Thema, zu dem ich nichts sagen dürfte, da ich keine Kinder habe. Leider erlebe ich gerade hautnah den Prozeß eines 15jährigen mit, der direkt in die Bulimie stürzt - diese Bulimie begann mit dem letzten Unterhaltsprozeß und der Verweigerung, dass der Junge den jetztigen Namen des neuen Stiefvaters übernehmen kann.

    Nicht jeder Alkoholiker ist gleich, nicht jeder ein schlechter Vater oder eine schlechte Mutter. Nur, wer bitte kann die Aussagen gegenüber einem Kind überprüfen und weiß, dass nichts schädliches gesagt wird???

    Diesem Youngster, von dem ich gerade spreche, wurde gesagt "5 Jahre Rittmeiter, 18 Jahre Zahlmeister". Dieses Kind fühlt sich als abgelehnt bis zum geht nicht mehr. Die Aussage war kurz bevor die Bulimie jetzt gerade losgeht. Die Mutter ist schon in Sachen Psychotherapeut unterwegs und bekommt glas klar mit was läuft. Nur: was der trinkende Vater dem Kind angetan hat, dass ist nicht zu sagen.

    Er hat mir letztens gesagt, weil auch er mir bei meinem Umzug helfen will: "wir wissen gut, was Du gerade durchmachst, wir haben das alles erlebt, und waren ganz alleine." Damals war der Knopf wohl noch keine 10 Jahre. Er weiß noch so genau was ablief und schlimmer noch : jetzt abläuft weil der Vater einfach nur den Kindern das Leben schwer macht.

    Der Andere, 13 Jahre, wurde regelmässig zum Bier holen geschickt, wuchs also damit auf, dass ist normal. Liebe Leute, die Kinder sagen Euch als Eltern vieles nicht .... mir gegenüber wurde manches gesagt was die Kinderseele belastet aber nicht dem anderen Elternteil gesagt wird, weil diesese nicht belastet werden soll aber die Kinder doch nicht mit dieser Qual fertig werden.

    Seid also ganz arg umsichtig mit den Kinderseelen....

    Lieben Gruß von Dagmar