Sachfragen zum Thema Alkohol

  • Hi Du,
    ist schwierig Dir zu folgen wenn Du mehrere Threads eröffnet. Warum nicht in einem bleiben?

    Und was verändert das, wenn Du Antwort auf alle Deine Fragen bekommst? :shock: Was fängst Du damit an? Änderst Du Dein Verhalten oder ändert sie ihres?

    Viele Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hey Du,

    veruche Dir auf einige Deiner Fragen ein paar Antworten zu geben. Leider hab ich immer noch nicht kapiert, wie das mit dem Zitieren hier fkt. deshalb etwas hemdsärmlig:

    „Was macht Alkohol dann im Gehirn? Was genau verändert er dort?"

    nur zum Verständis: Transmitter sind Botenstoffe im Gehirn, die einfach ausgedrückt Informationen weiterleiten
    Bei Alkoholkonsum wird der Dopaminspiegel (Transmitter) erhöht. Der Dopaminspiegel beeinflusst das Hirmbelohnungssystem (wer wird nicht gerne belohnt) Das hat erstmal eine positive Wirkung. Der Nachteil, das Hirn will das immer wieder. Die Folge kann dann Abhängigkeit sein.

    Außerdem wird der Endorphin-Spiegel angehoben (das sind die körpereigenen Drogen, ja so was gibt es. Haben z.B. auch Jogger nach einer gewissen Zeit des Laufens, der sogenannte Kick). Dadurch kommt es zur Euphorie, das ist auch erstmal ein angenehmes Gefühl was man immer wieder haben will.

    Außerdem wird die Funktion des „gabanergen Systems“ (auch Transmitter) angeregt (so wirken auch Beruhigungsmittel), dadurch kommt es zur Beruhigung und die Motorik wird irgendwie beeinträchtigt. Als wenn du starke Beruhigungsmittel genommen hast. Du lallst und schwankst.


    Dann wird die Funktion an den Glutamatrezeptoren (da wirken auch wieder Tranmitter) vermindert, dadurch kann es zu Gedächtnislücken kommen oder alles wird 100 mal wiederholt. Nennt man kognitive Beeinträchtigung

    "Warum ist man so machtlos dagegen?"

    Stell Dir vor, Du hast eine Krankheit bei der nur Medikamente helfen würden, aber du lehnst das strikt ab. So ist das bei einem Alkoholiker auch. Er lehnt erst mal das „Heilmittel“ (Therapie etc) was ihm helfen würde ab. Seine Entscheidung! Wenn er dann checkt, dass das das einzige ist was hilft, dann nimmt er das „Heilmittel“. Je nach dem wie krank er ist oder je nach dem wie schlimm er seine Krankheit empfindet oder aushalten kann, so schnell oder langsam wird er das „Heilmittel“ dann einnehmen. Das nennt man dann den „persönlichen Tiefpunkt“ der bei jedem an einem anderen Punkt ist (Frau weg, Führerschein weg, Job weg, Wohnung weg…..) manchmal kommt der Punkt auch nie, weil sie es nicht einsehen. Kannst Du einem Kranken einfach das Medikamt einflößen, so mit Mund und Nase zuhalten. Wenn er nicht will spuckt er es einfach wieder aus. Da ist man machtlos. Da kann man auch schreien, jetzt nimm endlich den Hustensaft. Wenn er nicht will macht er es nicht, auch wenn Du dich auf den Kopf stellst. Aber jetzt stell die mal vor, derjenige liegt hilflos in seinem Bett, und du sagst, OK Du nimmst den Hustensaft nicht, dann geh ich und du kannst machen was du willst. Dann und nur dann hat er eine Chance es zu bemerken, dass es vielleicht doch besser wäre die Medizin zu nehmen. Das nennt man Konsequenz und die Co-Abhängigen müssen erst lernen zu sagen OK, du willst das Heilmittel nicht, Gut dann lass ich dich in Ruh aber dann liegst du halt Totkrank alleine im Bett ich schau mir das nicht länger mit an.

    "Warum hat das alles so wenig mit der Willenskraft zu tun (habe irgendwo gelesen, hier im Forum, dass Alkohol nicht eine Sache der Willenskraft, sondern eine richtige und schwere Erkrankung ist)?"
    Es handelt sich um eine Krankheit. Wie Du oben gesehen hast spielen da ganz viele Faktoren (einer ist nur das Belohnungssystemtem des Hirns) eine Rolle. Wenn das aus den Fugen gerät, ist man krank. Kannst Du dir durch Willenskraft eine Blinddarmentzündung wegmachen??


    "Wie definiert Ihr Krankheit, wenn Alkoholismus dazu gehört?" Krankheit ist per se erstmal die Abwesenheit von Gesundheit. Wobei ich Gesundheit nicht nur auf den Körper, sondern auch auf den Geist und die Seele beziehen würde. Der Körper kann also krankwerden, der Geist und die Seele auch. Es kann zu Persönlichkeitsveränderungen kommen, Depressionen, Ängsten etc.

    "Wie hängen Alkohol und Zorn zusammen? Da gibt es einen Zusammenhang, nicht? Welchen?"

    Wenn man Alkohol trinkt, dann wird die Serotinin- und Noradrenalin-Ausdschüttung im Gerhirn vermindert (dieser Mangel kann entweder Depressionen oder auch Aggressionen auslösen. Diese beiden Stoffe nennt man auch wieder Transmitter)

    So, hoffe ich habe Dir Deine Fragen ein wenig beantworten können. Bei aller Theorie, vergiss nicht auf Deine Gefühle zu achten und lenk Dich nicht mit Intellektualisieren ab. Es ist wichtig, alle Informationen zu sammeln, aber schau einfach mal, wie es Dir in der Situation momentan gefühlsmäßig geht.

    Liebe Grüße

    Gigi

  • Hi Du,

    also Machtlos weil es eine Krankheit ist. Du kannst auch nichts dafür, wenn dich eine Grippe erwischt. Da richtet man mit dem Willen wenig aus.

    Paradoxe Wirkung des Alkohols. Das gibt es oft bei Prozessen im Hirn.

    So gibt man z.B. hyperaktiven Kindern Ritalin (Methyphenidat). Die Kids sind hibbelig ohne Ende. Ritalin ist ein Amphetamin, also ein Aufputschmittel. Sollte die Kids eigentlich noch hibbeliger machen, das Gegeteil ist die Wirkung.

    Wie gesagt, das Hirn ist noch nicht richtig erforscht und es gibt Krankheiten bei denen ein Stoff massiv an einer Stelle des Gehirns fehlt, während es an einer anderen im Überfluss vorhanden ist. Jetzt das Problem, wie bekommt man das Zeug da hin, wo es mangelt.

    Also 1000 ungeklärte Fragen.

    Für Alkoholiker gibt es momentan deshalb nur einen Weg, die absolute Abstinenz. Was anderes ist noch nicht erforscht worden.

    LG

    Gigi

  • Hallo Du,
    diese Angst hatte ich auch - dann aber fiel mir auf dass ich bereits mich selber verloren hatte.

    Anfänglich habe ich wie Du versucht über Intelekt und Logik Erklärungen zu bekommen. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum Menschen so unlogisch und selbstschädigend reagieren.

    Ich habe dann irgendwann begriffen, dass wenn mein Ex schon nicht gegen die Sucht ankämpfen kann ich das noch viel weniger kann. Ich habe mich auf mich selber konzentriert und versucht meinen Weg zu gehen. Ich habe ein neues Haus gefunden und bereite nun den Umzug vor.

    Langsam scheint er sich Gedanken zu machen, das Thema Hilfe suchen ist für ihn meilenweit weg - aber das ist sein Problem und das des Alkolismus. Sein Druck scheint nunmehr größer zu werden, je mehr ich mich distanziere und den Weg zu mir finde. Es hat viel geholfen durch die anderen zu erfahren wie die Krankheit läuft und dass sie keine Steuerung erlaubt.

    Dadurch habe ich begriffen, er kann sich nur selber helfen - ich kann nur mir helfen. Er hat alle Chancen der Welt, annehmen muss er sie - ich nehme die meinigen Chancen für mein alleiniges Leben wahr und erfreue mich an jeder!

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Du,

    Zitat

    "Dass sie keine Steuerung erlaubt"..... das heisst, moderates Trinken, kontrolliertes ist unmöglich? Oder heisst es: allein der Wille, die Sucht zu beenden oder nicht kann nicht mehr gesteuert werden....?

    Die Sucht ist nur schwer zu verstehen und zu beschreiben, wenn man sie nicht am eigenen Leib erfahren hat. Man kann nur versuchen, zu verstehen, wenn man es möchte.
    Ich vergleiche das bei mir mit CO-Verhalten, was ich hier lese und oft nicht vollständig verstehen kann, weil ich selbst keine bin. Also kann ich auch nur versuchen, mich da reinzuversetzen, mehr leider nicht.
    Aber ich schreibe hier nicht als CO, sondern als Alkoholikerin, um unsere Krankheit ein wenig vermitteln zu können für Partner.

    Und somit kann ich Deine obige Frage beantworten:
    Nein, kontrolliertes Trinken ist für einen Alkoholiker UNMÖGLICH, versucht haben wir das aber alle, wahrscheinlich sogar unzählige Male, bei mir wars jedenfalls so. Das geht auch mal einige Tage gut, aber dann wieder Breitseite.
    Die Sucht kann vom Betroffenen nicht gesteuert werden.

    Der Wille hat mit der Sucht nix zu tun, ebensowenig Logik und Verstand.
    Ich verfüge wohl eher über einen starken Willen, aber in der Sucht nützte der mir garnix mehr.
    Mein Verstand und meine Logik auch nicht.
    Das alles gilt spätestens dann nix mehr, wenn man das erste Mal richtig auf Entzug kommt und trinken „muss“, um die Symtome unter Kontrolle zu bekommen.
    Das sind Zittern, Schweißausbrüche, Herzstolpern bis stark beschleunigter Puls, Angstattacken bis hin zu schweren Panikanfällen, ich kenne alle diese Symtome. Man kann sogar Krampfanfälle bekommen oder in ein Delir fallen, wenn man dann nicht trinkt.
    Darum warnen wir hier ja auch so ausdrücklich vor „kalten Entzügen“, die können tödlich enden.

    Wenn Du das alles erlebst und weißt, wenn Du jetzt nachkippst, verschwindet das alles wieder, tust Du es, manchmal aus Todesangst. Dann weiß man aber auch, was die Stunde geschlagen hat !
    Und der Alk "schmeckt" dann schon lange nicht mehr, man ekelt sich davor, vor dem Geruch, vor dem Geschmack, alles is zum kotzen, aber die Sucht treibts halt rein.
    Aber alles das heißt nicht unbedingt, das man dann auch handelt. Es können noch Jahre vergehen, bis man es tut. Bei mir war das so, ich mußte erst im KH landen, um Hilfe annehmen zu können.
    Die Angst und vor allem die Scham (besonders als Frau ne Alkie geworden zu sein), so ein Loser zu sein und mit Alk nicht umgehen zu können, verhindert das.
    Und die Vorstellung, ein ganzes weiteres Leben ohne Alk, ist schier unvorstellbar, solange man noch nass ist.
    Wie schön und befreiend es wirklich ist, ahnt man nicht mal, aber im Laufe der Zeit wird das immer klaren, schafft man den Absprung noch.

    Und Du, den schafft längst nicht jeder, manch einer entscheidet sich dafür, sich totzutrinken.
    Auch das muß man dann akzeptieren, manchmal gibt es dann bei unserer Krankheit nur noch Sterbebegleitung, auch so ist unsere Krankheit manchmal.

    Und natürlich ist das alles selbstzerstörerisches Verhalten, auch klar.
    Man säuft sich auch Probleme immer wieder weg oder Erinnerungen, die weh taten, säuft bei Stress oder als Belohnung, „Gründe“ finden sich immer.
    Und oft gibt es tatsächlich Gründe, die einen in die Sucht rutschen ließen.
    Leichtfertiger Umgang im sozialen Umfeld mit der Droge Alkohol, Depressionen, die damit betäubt werden sollen, Stärkung des geringen Selbstwertgefühls, all sowas halt.

    Und trotzdem gibt es für JEDEN Wege aus der Sucht, einfach ist der aber nicht, verspricht auch niemand, aber in jedem Fall lohnenswert.

    LG
    Lilly
    (Alkoholikerin)

  • Hallo, lieber Du,
    ich sehe es wie Lilly und denke, es wird immer wieder versucht werden es alleine zu schaffen und irgendwie klappt es dann doch nie. Genau darin sehe ich aber die Chance. Es mag etwas wirr klingen, nur scheint es mir in meinem Umfeld so zu sein, dass genau dieses "nicht gelingen" langsam dazu führen k a n n , aber nicht zwangsläufig muss, die Erkenntniss über die Krankheit zu gewinnen.

    Für mich ist das eine ganz komische Krankheit, die so ganz anders ist als "normale Krankheiten". Für mich ist es wo wirr, dass dadurch, dass ich Abstand gewinne mein Ex-Partner sein Verhalten ändert. Ich hatte ursprünglich vermutet dass nun erst recht "gebockt" wird. Der Druck wird größer auf ihn, desto mehr ich mich selber lebe. Ich kenne es normalerweise so, dass bei Zahnschmerzen liebevolles Versorgen hilft - hier ist es genau anders. Bei Zahnschmerzen wird der Schmerz weniger im Heilungsprozeß, beim Alkohol wohl auch - aber zuvor muss wohl ein gnadenloser Schmerz erstmal den Gang zum Zahnarzt herbeiführen.

    Ehrlich gesagt, lieber Du, auch ich glaube weder das kontrolliertes trinken möglich ist, noch dass mein Ex es alleine schafft, so wie er es sich vormacht. Aber ich denke, dadurch bekommt er die Chance für sich in seine Krankheit zu blicken. Ich habe einmal alle Dinge gesagt, die mir wichtig waren ansonsten lebe ich mein Leben. Und er scheint daran zu schlucken, dass das auch ohne ihm gut geht. Er muss zwangsläufig registrieren, dass ich mich gut versorge und gut für mich sorge. Früher tat ich das auch für ihn. Nun muss er bemerken, dass er mir nicht mehr wichtig ist....

    Vielleicht für seine Zukunft die Chance irgendwann zu sagen, ich falle dauernd um und will das nicht. Früher habe ich geklammert in dem Wissen, die Kumpels sind alle Schluckspechte, da kommt wieder eine Lawine ins Rollen. Nunmehr sage ich für mich "Genieße es, lebe es und lerne oder lerne nicht - Du hast ganz viele Wege, entscheide Dich für Deinen".

    Das soziale Umfeld, welches Lilly anspricht, ist ein ganz gróßes Problem bei uns gewesen. Unsere Freundeskreise sind so unterschiedlich wie unsere Liebe zum Alkohol. Jemand der trocken werden möchte oder es ist sollte aber nicht in Versuchung geführt werden. Im Umfeld meines Ex unmöglich! Aber wenn er sich in diesem Umfeld wohler fühlt, dann ist es eben sein Platz.
    Meiner ist woanders.
    Die Zeit wird zeigen, was er sich und seinem Leben schuldig sein will.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar,
    die glaubt alles ist möglich - was aber jeder Mensch selber für sich und sein Leben umsetzen muss.

  • Hi Du Co,

    Zitat

    Ach, wie schlimm - wie tut mir meine liebe Freundin leid...so weit ist sie noch nicht, denke ich, aber wenn ich bedenke, worauf sie möglicherweise zugeht und ahnt es noch nicht...


    Das ist das letzte was Deine Freundin von Dir braucht! Mitleid...kennst Du den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl? Das letztere impliziert die notwendige innere Distanz, um dann nicht selbst wirklich MITLEIDEN zu müssen... :shock:

    Lieber Du, herzlich willkommen im Co-Bereich!

    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo Du,

    ich sehe, Du hast schon gaaanz viel begriffen über die Alkoholsucht.
    Nachvollziehen kann man es nicht ganz, wenn nicht selbst betroffen, das is nu ma so, aber Du gibst Dir super-Mühe, muß ich schon sagen !!

    Aber vergiß bitte vor allem Dich selbst nicht dabei. Denn Deiner Freundin kannst Du leider nicht helfen, das muß profesionelle Hilfe sein, die von Ärzten, SHG und anderen Betroffenen kommen muß.
    Und davor steht erstmal, überhaupt Hilfe annehmen zu wollen.
    Allein schaffen wir es nicht, ich zumindest kenne niemand, der es allein schaffte.
    Und davor steht noch die Erkenntnis, überhaupt alkoholabhängig zu sein...

    Unsere Krankheit ist auch nur zu stoppen, nicht heilbar.
    Und wenn Du früher selbst Epileptiker warst, kennst Du die Angst vor Krämpfen etc. ja, so ähnlich ist sicher auch die Angst von Alkoholikern bei starken Entzugssymtomen.

    Zitat

    Und wird verstärkt durch eine Gesellschaft, die Frauen "schön" will (ein Mann darf mit Jeans unter dem Bauchnabel und hochgerutschten Hemd rumlaufen - eine Frau nicht! Da gelten andere Werte) und Loser gar nicht wahrhaben will, degradiert, an den Rand stellt, ausgrenzt, verachtet.......wer will das schon......kann ja schon in Familien beginnen, dass ein "Versagen" sanktioniert wird.....ach, ist das schrecklich, diese Kreisläufe, diese Zusammenhänge.....

    Ja Du, so ist das. Alkoholismus is immer noch irgendwie ne "Schmuddelkrankheit", obwohl ebenso chronisch wie Diabetes, aber mit Diabetes bekommt keiner zu hören: Biste selber schuld dran... das ist "anerkannt" und keine Tabu-Krankheit :?

    Zitat


    Da habe ich mal wen sagen gehört: "Manche wählen lieber das ihnen bekannte, vertraute Unglück, als ein Glück, dass sie nicht kennen."


    Ja, so ist das, sehr schlau gespro....ääaaäh geschrieben :wink:

    Nun mußt Du selbst entscheiden, wie Du mit der Erkrankung Deiner Freundin umgehen willst, bzw. wird Dir sicher der weitere Austausch hier dabei sehr hilfreich sein, DEINEN Weg dabei zu finden.
    Dafür wünsche ich Dir erstmal alles Gute, wir lesen uns sicher noch...

    Und nu geb ich Dir mal noch n Tipp fürs schreiben, wenn Du wieder da bist. :wink::lol:
    Wenn Du nicht unter Sofortantworten gehst, sondern unter Deinem Thread unter "Antwort erstellen", hast Du dort mehrere Möglichkeiten, Texte anders darzustellen. Wenn Du etwas zitieren möchtest, kannst Du das mit "Quote" tun, einfach über das zitierte ziehen , quoten und fertich.
    Im Vorschaufenster kannst Du dann das Ergebnis erstmal begutachten, und dann evtl abschicken oder weiter dran rumbasteln... :wink:
    Oder noch einfacher auf den zitieren-Button drücken und den Text und Deine Kommentare dazu auch entsprechend zusammenbasteln.
    Mit ein bisschen Übung kriegst Du das dann in null-komma-nix hin und wir können besser unterscheiden, was von Dir ist und was zitiert, das zitierte erschein in einem extra-hellen Kästchen.

    LG
    Lilly

  • Ach lieber Du,
    Du sagst "Trennen kann ich mich nicht". Wenn Du auf Dich achtest, Dich selber für Dein Glück und Deine Zufriedenheit verantwortlich machen kannst, dann muss das (im Moment ;) auch nicht sein.

    Ich hielt an meinem Ex fest habe gekämpft, dann aufgegebene weil der Alk zusammen mit der Saufbekanntschaft ein zu starkes Duo war. Beziehung war oder ist beendet. Natürlich klappte die Saufbeziehung auch nicht, ein paar Saufkumpels sind noch überig geblieben, mit denen jetzt der Saufdruck geteilt wird.

    Alle die Dinge haben bei mir für soviel Abstand gesorgt, dass die vermeintliche Liebe einen ganz anderen Stellenwert bekommen hat. Ich stehe in meinem Leben und überlasse im SEINES MIT ALK. Ist er klar, kein Problem etwas gemeinsam zu unternehmen, ist er es nicht, auch kein Problem Gespräche einfach zu beenden weil ich ich keine Lust darauf habe.

    Wir leben ja noch unter einem Dach, deshalb ist eine direkte Trennung so erst in ein paar Wochen möglich. Er kämpft und ist der Meinung er wird mich behalten. Kann er, wenn er mit dieser Meinung weiter kommt ;) nicht meine Sache. Ich habe es für mich geschafft unsere Leben zu separieren. Mir geht es auch gut wenn ich weiß er hat nun Saufdruck und geht dem nach. Denn nicht ich habe diesen Druck.

    Und eines dürfte klar sein DU, der Druck scheint auf Alkoholkranke imens zu wirken (auch hier bitte ich um Lilly's Korrektur, falls ich etwas falsch sehe). In meinem Fall scheint das Wissen da zu sein, dass es so nicht geht - auch das Wissen, mich so nicht zurück zu bekommen. Somit wird versucht über Geschenke weiter zu kommen, nun geht auch das nicht. Tja, leider habe ich mich weiterentwickelt und habe auch nette Kontakte in der Nachbarschaft, auch das scheint Druck auszuüben a) wer weiß, vielleicht weiß da schon jemand was und b) Himmel die trinkt schon wieder Kaffee mit dem vom Bautrupp. Mein Leben ist komplett anders als zuvor, selbstzufriedener und offener gegenüber anderen Menschen. Sein Sichtfeld und die Akzeptanz seiner Mitmenschen scheint sich jedoch reduziert zu haben. Je stärker ich werde und desto glücklicher und zufriedener mit mir selber, desto eher steigert sich derzeit scheinbar sein Druck, aber auch die eigene Unzufriedenheit. Ich habe sehr wohl den Eindruck, dass er bei sich eine "Andersartigkeit" bemerkt, diese aber vielleicht nicht einsortieren kann ins Thema Alkohol. Hat ein Mensch, vielleicht Deine Freundin, nun Wirklich Liebe im Herz könnte ihr das zu denken geben. Wenn Du mit Dir glücklich bist, so will sie vielleicht auch irgendwann richtig zu Deinem Glück gehören.

    Schuldgefühle wegen dem Abstand den ich gewinnen muss - um nichts in der Welt! Ich bin nämlich für meine Sicherheit verantwortlich (auch denen gegenüber die mich lieben, so wie meine Mutter). Abstand muss bei Süchtigen sein, weil deren Weg wohl zuweilen einem Absturz gleich kommen kann, wenn auch nicht zwangsläufig muss. Schuldgefühle weil DU DICH SCHÜTZT!!!! Auf keinen Fall!!!!!!!!!!!!!!!

    Ich wollte niemandem weh tun und habe mich selber böse verletzt. So nicht, habe ich erkannt. Nur wenn ich gesund bin, kann mein Ex-Partner oder ich selber daraus Nutzen ziehen!! Also, lieber DU - achte auf DEINE Gesundheit!

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Tja, lieber Du,
    ich würde mal sagen, Deine Wünsche in Bezug auf "aufwachen" meines Ex wären eine schöne Hoffnung für Suchtkranke, aber sind wohl kaum zu erfüllen. Ich denke kaum, dass ein Aufwachen erfolgen wird.

    Weißt Du, auch wenn es ein schönes Beispiel wäre und natürlich auch Hoffnung für Dich geben würde, so denke ich tatsächlich, dass mein Ex zu tief in den Spiegeltrinkerstrukturen gefangen ist um da selber auszusteigen ohne fachliche Hilfe.

    Schau, Du und ich, wir wissen ja gar nicht, welche Mengen an Alkohol konsumiert werden. Wenn der Spiegel gerade mal stimmt, so erscheint uns der Kranke normal hat aber schon eine ganze Portion intus. Ich kenne das Level Deiner Freundin nicht, nicht mal genau das meines Ex.... aber ich denke, es reicht .....

    Genau das ist der Punkt, oder einer von denen, warum wir uns auf uns selber konzentrieren müssen. Wir können nicht kontrollieren oder fordern - so meine ich - weil das genau das Gegenteil bewirkt.

    Schau, das ist wie mit der Henne und dem Ei: war erst der Alk da oder erst die psychischen Ursachen, oder hat vielleicht eins das andere verstärkt. Aber auch das ist wieder ein Grund uns abgrenzen zu müssen: denn es ist schwer an die Ursachen oder psychischen Probleme zu kommen, nicht jeder will ran an den Punkt, wo es beginnt zu schmerzen. Bei meinem Ex gibt es eine Familienstruktur mit sehr dominantem Vater, die ein Gefühl des Versagens quasi auslösen müsste, daraus könnte dann dieses Narzistische entstanden sein. Könnte, hätte, sein können ..... ob oder wie oder warum könnte nur mein Ex mit fachlicher Hilfe aufarbeiten. Ich denke keinesfalls dass er das will. Da geht es an den Punkt des Wehtuns, an den Punkt des bearbeitens und an den Punkt die Augen zu öffnen. Das tut weh...

    Ach Du, Vertrauen missbrauchen.... das habe ich gelernt anders zu sehen, und ich denke auch Du schaffst es zu verinnerlichen oder hast es schon, dass es einfach eine Krankheit ist, die zu Aktionen führen kann, die für uns moralisch nicht nachvollziehbar sind. Auch hier wieder der Punkt Abstand um uns das nicht als persönliches Versagen oder Betrug durch den Kranken erscheint.

    Das schwierige war für mich, dass eigentlich alles im Umgang mit Süchten genau entgegengesetzt zu handhaben ist wie mit anderen Krankheiten. Obwohl die Sucht eine Krankheit ist darf keine Unterstützung erfolgen. Jetzt würde ich jedem Nachbarn helfen den Tagesablauf zu modernisieren - Hilfe zur Selbsthilfe. Aber beim Alkoholkranken kann erst geholfen werden wenn er selber begonnen hat seinen Weg zu gehen.

    Im Fall meines Ex bin ich mir zwar sicher, dass er mich nicht verlieren möchte. Bin mir aber ebenso sicher, dass er seine kleine rundbäuchige Bierflasche auch nicht aufgeben möchte. Ich denke, er versucht im Moment das so zu arrangieren dass mir der Alkohol nicht "auffällt".

    Gewiss, er legt eine fast übertriebene Aktivität an den Tag, von der ich sehr wohl den Eindruck habe, dass sie die Trinkmengen reduzieren soll. Ich denke auch, dass er beginnt zu wissen, dass da was falsch läuft. Ich bin mir aber nahezu sicher, dass er alles bagatellisiert.

    Es kommt beispielsweise die Frage ob es mich stört, wenn er ein Bier trinkt. Nein, denn es ist seine Sache - aber zeigt, dass er an der bauchigen Freundin festhalten möchte. Nur lasse ich mir nicht die Verantwortung übetragen für seinen Konsum: will er trinken, so soll er das, will ich das nicht sehen, so gehe ich.... das Haus hat ein paar Räume zur Auswahl ;)

    Lieber Du, am Anfang war es vielleicht so, dass der Alk die Sorgen vertrieb bei den meisten Süchtigen. Irgendwann dürfte der Punkt gekommen sein, wo chemische Vorgänge im Hirn (wie von Dir so schön beschrieben) Sauf- und Suchtdruck auslösen. Somit also ein Stadium erreicht ist, wo mit Willen und wollen nichts mehr geht...

    Schwierig ist viel mehr die Frage, was Du dann tun willst. Abgrenzen ist gut und wichtig, Deine Einstellung auf ein Mass bringen, dass Dir kein Schaden entsteht auch wichtig und gut.

    Aber .... was machst Du, wenn sie alkoholisiert ist? Erträgst Du dann ihre Gegenwart? Sprichst Du sie darauf an (ich selber tat es nur einmal, den Wiederholungen müssen nicht sein und bringen mir nichts). Ich denke nämlich das abgrenzen ist eines - und ein ganz wichtiges Thema - dann aber kommt die Frage wo will ich hin, wie kann ich das bzw. was will ich für die Beziehung und da wird es, denke ich schwierig....

    Kannst Du mal in Worte fassen, wie Du Dir Eure Zukunft wünschst, bzw. vorstellst, oder wie Du einfach mit den Schwierigkeiten für Dich umgehen kannst oder willst?

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ja, lieber Du, ich genieße die Tage mit viel Sonne.

    Ich versorge meine Botanik im Katzenasyl, und habe einen wilden Rasen, den ich versuche zu bezähmen - außerhalb des Hauses. Im Prinzip habe ich gegen das Unkraut NULL Chance, aber dennoch, einiges an Blumen kommt dennoch aus der Erde und wird prächtig.

    Zeitweise bin ich da auch mit meinem Ex, er machte mir ja den Vorschlag dieses Rasenteil nun nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Gut, wenn es ihn nicht stört dass ich demnächst nicht mehr hier wohne. Es sind keine Kosten oder Verpflichtungen damit verbunden, sondern die Chance auf meine Pflanzen und weitere Einpflanzmöglichkeiten.

    Das ist mit Sicherheit ein Band, welches er zwischen uns schmieden will, weil der Auszug sich ja doch nähert. Aber warum nicht, es bringt mir keinen Nachteil.

    Ansonsten versuche ich zu packen, was ja recht viel ist, vor allen Dingen meine Bücher ..... oh je..... Nein ich genieße die Sonne und habe zum ersten Mal in meinem Leben fast eine gesunde Gesichtsfarbe.

    Lieber Du, ich denke, Du gehst das alles schon sehr gesund an und kannst Dich dadurch gut schützen.

    Ich kenne auch diesen Gesichtsausdruck, der hart und unmenschlich wird, dieses Verhalten welches wirklich als ordinär eingestuft werden kann. Jedoch habe ich den Eindruck (was durch mehrfache Aussagen meines Ex bestätigt wurde) dass dieses die Momente sind, in denen er sich selber hasst.

    Leider sind wir die Adressaten und dieses Gefühl trifft uns direkt ins Herz. Sollten dann auch noch verletzende Worte dabei sein ist es schwer auf dem Boden zu bleiben in dem Wissen "er / sie verletzt sich eigentlich nur selber".

    Geh Deinen Weg weiter, ich denke, er ist stabil, fair und bietet Euch beiden eine Chance.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ja, lieber Du,
    die Katzen scheinen sich gegenseitig verraten zu haben wo sie Hilfe bekommen wenn sie krank sind. Ich hatte das alles komplett selbst finanziert und viele tausende von Euro reingesteckt in Kastrationen und Operationen. Nun bin ich ja arbeitslos geworden und hoffe jeden Tag dass keine Krankheit oder Verletzung ein Tier begleitet. Ich habe nun zig Tiere kastriert und unzählbare vermittelt.

    Weißt Du, die Tiere versammeln sich öfters und halten Katzensitzungen ab, nicht alle eng beinander sondern zumeist so einen Meter Abstand. Da werden die schon kommunizieren. Davon mal abgesehen, riecht eine Katze von der anderen dass diese gefressen hat. Wenn dieser leckere Geruch mehrfach auftaucht, so folgen die hungrigen Tieren den gesättigten und landen so bei mir. Speziell auch schwer kranke oder sterbende Tiere (das ist dann zwar sehr traurig, aber wenn ich ein paar Tage Ruhe geben kann vor dem Tod, so kann das wieder ein bischen wettmachen, wie unverantwortlich die Menschen hier mit Tieren umgehen - Kastration ist ein Fremdwort).

    Es gibt eine Tierarztpraxis von weit weg, die mir unter die Arme greift und ein Tiermittelproduzent, der Rest muss eben irgendwie von mir finanziert werden. Kannst mal hier einen Blick in mein Katzenasyl werfen edit:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

    Diese wilden Gärten sind schon verrückt. Sie zeigen uns teilweise, wie die Natur miteinander in Symbiose lebt. Ich habe dort wilde Stockrosen, die fast 2 m hoch werden. Eigentlich wollte ich dort ja nichts mehr machen weil der Garten vom Ex und mir war. Da er aber gerade auf der Friedensseite steht werde ich doch noch was ins Erdreich bringen: Dahlien, die ich sehr liebe.

    Geht es nicht gut, dann ziehen die Knollen halt dann erst im Herbst mit um :)

    Ich habe schwer lernen müssen mit diesem Gesicht meines Ex umzugehen, aus dem so viel Hass spricht. Ich empfand das als Hass gegen mich und fragte ihn, wie er so kalt sein könne. Bekam keine Antwort. Bis irgendwann mal durchsickerte dass es die Wut auf ihn selber ist, die ihm wohl die Gesichtszüge gefrieren lässt.
    Sollten diese Gesichtszüge auftreten, so gehe ich ihm aus dem Weg. Denn dass ist das Gesicht, welches nach Wut aussieht und tatsächlich in einem Streit enden könnte. Vor allen Dingen nimmt er mir so meine Energie, auch weil ich Angst habe, was als nächstes kommt. An solchen Tagen führe ich kein Gespräch, versuche seine Nähe zu meiden und wirklich mehrfach mit mir selber auf den Boden zu kommen bzw. zu bleiben in dem ich mir sage: sein Ausdruck der Krankheit, sein schlechtes Gefühl - lass nicht Deine Batterie leer machen, weil ihm Power fehlt.

    Früher hatte ich gefragt: "Was ist" "Schlechte Laune" ect. aber es kann ja nicht zugegeben werden, dass man mit sich selber nicht im Frieden ist, somit kam keine Antwort und ich hatte das alles auf mich bezogen, ganz großer Fehler - vielleicht sogar falscher Narzismus. Ich bin nicht so wichtig, dass jede seiner Launen sich auf mich bezieht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    edit:speedy53//bitte keine fremden Links einstellen - Danke!

  • Hey, lieber Du,
    schick mir einfach mal eine Mail an //edit E-Mailadresse entfernt// dann kann ich Dir den LInk zu meiner Seite nochmals schicken.

    Ja, das mit den Tieren - eigentlich wollte ich so was nie. Aber hier auf dem Dorf ist es unverantwortlich, wie Menschen mit Tieren umgehen und sie elendiglich sterben lassen. Ich habe persönlich die Meinung, dass zwar jedes Wesen sterben muss, nicht aber unter grausamen Schmerzen. Das habe ich hier versucht zu unterbinden, auch die Presse hat darüber schon mehrfach berichtet. Einfach weil es aus dem kleinen heraus gewachsen ist und die Tiere fast nach "ganz Deutschland" abgegeben wurden. Da habe ich noch ein Katzenforum und manch eine-/r hat sich in eines der Tiere verliebt und den langen Weg zu mir auf sich genommen. Somit erfahre ich auch noch wie es den Tieren jetzt, nach Jahren geht.

    Tiere sind faszinierend - so anders als der Mensch - so wenig berechnend. Wenn ich überlege, was ich hier schon erlebt habe mit Kampfkatern, die in den letzten Lebensmonaten kuschelig wurden. Denen die Tiere verzeihen konnten, die sie fast umgebracht hätten, dann sind das Momente, die mir nichts auf der Welt nehmen kann. Es hat mich viel Geld gekostet, ich war lange Jahre verschuldet, aber die Tiere hier im Ort, die sind nun auf einem guten Level und die Anwohner teilweise hellhörig geworden.

    Lieber Du, aus dem gemeinsamen Haus ziehe ich aus - aber dieser Garten ist außerhalb. Wenn es also dort zwischen uns nicht gut geht, so bin ich da halt ebenso weg wie aus dem Haus. Derzeit überschlägt er sich a) um mir zu imponieren und b) um mich zu halten und c) so glaube ich, sich etwas vom Alk abzulenken (oder ihn sich dadurch zu verdienen ;) so genau weiß ich das noch nicht....

    Ich denke, ich habe so etwas ähnliches wie einen grünen Daumen. Eine Freundin sagte mal, Du liebst Pflanzen und sie Dich. Ich habe auch eine alte Toilette mit Dahlien, Katzenminze und anderem bepflanzt - sieht genial aus :)

    Weißt Du, die Arbeitslosigkeit als solches ist nicht schön. Aber durch die Geschehnisse - Kündigungsmobbing weil es dem Arbeitgeber finanziell schlecht geht - musste ich aufwachen. Aus einem ausgenutzten Leben am Arbeitsplatz, nur um eben diesen zu behalten und aufwachen aus einer Partnerschaft, die nicht mehr glücklich war und keine Partnerschaft. Es ist schwer und gut zugleich - und es war wichtig....

    Ja, Narzismus ist die Selbstbezogenheit. Bei meinem Ex fiel mir auf, dass er es braucht ständig gelobt zu werden. Auf der einen Seite verständlich und menschlich, auf der anderen aber kann niemand das Selbstwertgefühl eines anderen aufbauen. Aber gut, dass Du das ansprichtst, dass ist ein Thema weg vom Alkohol, dass kann ich mal vrsuchen anzusprechen. Einfach ihn zu bewegen oder zu versuchen sich selber etwas "plus" zu erarbeiten und es selber zu spüren. Denn im Aussenlager hat er gearbeitet wie ein Verrückter. Ich stelle mal demnächst ein paar Fotos ein. Auf der einen Seite selbstverliebt - auf der anderen unsicher, also keine Waage. Ich glaube es ist ganz schwierig, diese zwei Dinge auf die Reihe zu bringen. Vielleicht resultiert die Selbstübeschätzung daraus dass es ein Schutz ist minderwertig zu sein oder sich zu fühlen.

    Gut finde ich bei Euch, dass Ihr gegenseitig auf die eigenen und die Bedürfnisse des anderen achten könnt. Zwei Wohnungen sind ideal, weil so einfach auch über einen längeren Zeitraum zusammengelebt werden kann - aber auch ein Abstand möglich ist.

    Das Problem an Beziehungen, wie wir sie führ(t) en scheint eben nicht nur der Alk zu sein, sondern dass die Psyche von uns und unseren Partnern schon was abbekommen hat. Daraus dürfte dann am Schluß der Alk resultieren und die co-Abhängigkeit. Wir selber können vermutlich daran nichts lösen, aber wir können lernen uns zu verstehen und den Ex-Partner oder Partner mit anderen, faireren, Augen zu betrachten. Das hilft nicht nur dem Partner sondern auch unserer eigenen Toleranz.

    Aber ein harter Weg.

    So, ich muss nun mit einer Nachbarin einkaufen fahren, deren Mann wird heute operiert an der Hüfte, da ist es ihr Recht wenn sie Ablenkung hat.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ach weißt du, lieber DU,
    die Nachbarin ist auch in der harten Zeit für mich dagewesen. Sie ist diejenige, deren Türe Tag und Nacht für mich offen steht wenn etwas passieren sollte.

    Sie ist ausgebildete Suchtberaterin, was natürlich genial in meiner Situation ist, wo es keinerlei Selbsthilfegruppen hier in der Nähe gibt. Ich denke, so können wir uns gegenseitig unterstützen und helfen.

    Ich denke sicher, dass mein Ex mich zurück will, auch die Situation des zusammen lebens, die es aber so nicht mehr geben wird. Ich spüre schon seine Uneinigkeit mit sich selber, aber daran muss er arbeiten. Auf der einen Seite scheint er durch Vielbeschäftigung gegen den Alk angehen zu wollen, auf der anderen Seite sind die Suchtmechanismen einfach ausgeprägt. Aber wie gesagt, damit muss er klar kommen und evtl. auch mit der Auswahl seines Bekanntenkreises und dessen Niveau. Das sind seine Schritte, die er gehen muss - egal, wo und wie.

    Ja, da hast Du recht mit den Schutzmechanismen. Mein Gedankengang zielte in die Richtung ab dass man/frau auch selber auf sich stolz sein kann. Selber sehen und entdecken sollte was man schafft. Ein gesundes Ego zur eigenen Leistung zu bekommen um eben nicht vom Wohlwollen anderer abhängig zu sein. Natürlich sind die Mitmenschen wichtig - sie können aber nicht ein reduziertes Ego aufbauen, sondern dass muss der betreffende Mensch selber über die Zeit lernen. Auch stolz auf sich selber und seine Leistung zu sein. Nur denke ich, viele Menschen durften das bisher auch selber grarnicht lernen oder für sich in Anspruch nehmen. Das ist ähnlich wie mit Komplimenten, die viele Menschen nicht annehmen können. Schade, denn auch das muss gelernt sein. Einfach etwas nettes hören, als wahr annehmen und sich darüber freuen.

    Der Schlüssel, den wir in HÄnden tragen, das ist immer nur der Schlüssel zu uns selber. Er kann uns aber die Zimmer zum einen oder anderen Mitmenschen aufschließen, da gebe ich Dir recht. Aber das wichtigste wird immer sein, dass wir unseren Schlüssel bei uns behalten und nicht in unüberlegte Hände geben. Ruckzuck sind nämlich Einbrecher da ;)

    Oh Mann, wie kann ich Dir nur eine E-Mail zukommen lassen, oder du mir meine. Schade, dann könnte ich Dir den Garten und Katzenbande zeigen... Menno....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Lieber Du,
    ich danke Dir für Deine einfühlsamen Worte und bin eigentlich sehr gespannt, was Du mir sagen möchtest. Eine direkte Kontaktaufnahme wird jedoch hier nicht unterstützt - siehe mein Thread und Anfrage und Antwort an/von Karsten.

    Deshalb sei mutig und sage mir doch, was Du mir gerne sagen möchtest, in meinem Thread.

    Was könnte schlimmes passieren, wenn Du so mutig wärest...? :wink:

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Liebe Du,
    und wo ist nun dabei das Problem?????
    DU bist DU und da ist es doch egal welchen Geschlechts, oder? :D
    Freue mich Dich weiter zu lesen...

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • ...ach und noch etwas - toll, dass Du so mutig bist und Dich hier so geoutet hast - gratuliere und wie hier in der Schweiz gesagt wird: CHAPEAU...(übersetzt: ich ziehe meinen Hut vor Dir) :wink:

    Liebe Grüsse
    Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Dein Posting, liebe Du, will ich mal hier beantworten

    G. hat sich - wieder einmal - von mir getrennt. Es ist so, weisst Du: die schönen Stunden und Zeiten zwischen uns sind fast überirdisch schön. Und es ist, war von Anfang an, zwischen uns eine tiefe Verbindung, die sehr schnell, noch vor der ersten Berührung, zu einem tiefen Bewusstsein der Zusammengehörigkeit wurde.
    Beide haben wir uns - unterschiedlich lang und auf unterschiedliche Weise - gewehrt gegen etwas, das wie eine Art Schicksal über uns "hereinbrach".
    Wobei G. von Anfang an pendelte zwischen: "Ich liebe Dich" und "Wir können nicht miteinander".

    ***diese Spielchen des beständigen Schluss machen oder die Aussage ich weiß nicht was ich will oder oder oder habe ich beständig gehört. Nunmehr habe ich Abstand und denke, dass es speziell in den Zeiten kam, in welchen der Saufdruck besonders stark war, mein Ex-Partner diesem auch zuweilen nachgegeben hat und somit sich selber in Frage stellen musste. Damit verbunden schien mir der Wunsch zu sein, dass ich wieder kämpfe und ihm sage wie sehr ich ihn doch liebe und brauche. Da stellte sich mir irgendwann die Frage, ob durch diese Aussagen nicht das eigene Selbstwertgefühl wieder aufgebaut werden soll. Durch uns und auf unsere Kosten!****

    Seit Montag arbeitet sie wieder, sie ist Tischlerin, zum ersten Mal nach 10 Jahren. Und alles, alles tut ihr weh, sie ist entsetzlich müde......und da sagt sie halt sowas. Und andere Dinge, sie neigt zu Negativ-Statements ("Heute fühle ich mich mit Dir nicht wohl"). Oder kritisiert das Schuhregal, das ich zusammengebaut habe, bzw. die Stelle, an die ich es gestellt habe in meiner Wohnung.
    In der Regel weise ich, um nicht in ihre Stimmung hineingezogen zu werden, diese Statements zurück. Irgendwie schafft sie es immer, wenn es ihr nicht gut geht, dass ich mich irgendwann genau so fühle wie sie - und dann kommt die "Versöhnung", das Wiederzusammenfinden oder dergl.
    ****Ja, weil wir uns in den Dunstkreis ziehen lassen, weil wir noch nicht in der Lage sind zu sagen und zu erkennen, dass derjenige sich selber sein größter Feind ist. Wir ziehen uns die Schuhe an, die uns zu groß sind - wir sind nämlich nicht schuld an dieser Unzufriedenheit! Mein Ex war gestern auch mehr als muffig, ist Saufdruck erlegen oder was weiß ich. Sein Problem! Ich ging früh in mein Bett und habe gut geschlafen! Er scheinbar nicht, seine Sache, sein Saufdruck, sein Problem. Ich mache es nicht mehr zu meinen Problemen. Was juckt mich seine Laune?***

    Mag sein, ich nehme das zu ernst (sie hat mich fast darum gebeten, das alles etwas weniger ernst zu nehmen)....Mag sein, es GEHT bei diesen Statements gar nicht darum, ob sie sich mit mir wohl fühlt, oder ob ihr das Regal an der Stelle passt, wo es steht - vielleicht will sie nur sagen: "Ich bin unglücklich, bitte nimm mich in den Arm und halte mich" und bekommt das nicht hin - und ich, die ich sehr wohl merke, DASS sie unglücklich ist und getröstet werden will, werde durch die Negativ-Statements zurückgeschreckt, finde dann den Weg zu ihr nicht, obwohl ich es mir wünsche......... ***Ein Problem ist es jemanden nicht ernst zu nehmen wenn er es will dann aber doch voll zu nehmen, wenn er/sie es fordert. Mir ist das zuviel. Somit führe ich solche Diskussionen einfach nicht mehr. Streit oder miese Laune sind das Problem meines Gegenübers, die mir zuviel Energie rauben. Ich bin doch nicht dazu da, die Aussagen des anderen zu zensieren, wie derjenige das gerade möchte, mal ernst nehmen und dann wieder nicht....***

    Sie sagt "Wir können nicht miteinander, wir passen nicht zusammen - naja, sehen wir uns nur halt ab und zu." Das sagt sie oft in Momenten, Zeiten, wo es ihr schlecht geht, so schlecht, dass dies stärker ist als sie selber. Es geht ihr IMMER schlecht. Seit sie 4 ist, hat sie Seelenschmerzen, seit sie 12 ist, schmerzt ihr der ganze Körper. Das hört zu keiner Stunde oder Minute am Tag auf. Sie mag nicht leben, mochte es nie, aber Selbstmord kommt nicht in Frage, weil sie, auch seit sie 4 ist, sich dessen bewusst ist, dass es danach ja weitergeht, dass ihre Seele unsterblich ist - Selbstmord ist also keine Lösung, nur eine Verlagerung, ein Aufschieben......."Vielleicht wird es in einem anderen Leben nur noch schlimmer", hat sie einmal gesagt. "Vielleicht ist dieses Leben das Allerbeste, um mit all dem fertig zu werden." Aus diesem Dilemma heraus, denke ich kommt viel an anderem Unglück, auch das Trinken.

    ***Aber liebe DU, Selbstmitleid hat noch niemanden aus den Problemen herausgebracht. Ich spüre sehr viel Selbstmitleid, sehr viel abgeben an Dich und sehr viel "reinziehen" von Dir in ihre Probleme, was weder schön ist noch liebevoll. Du sollst Ihr die Stabilität geben, die sie selber nicht hat. Du sollst ihr die LIebe geben, die sie als Selbstliebe nicht aufbringen kann. Eigentlich zu viel von einem Menschen eingefordert, oder?***

    Nun, ich habe - nachdem sie sich also getrennt hatte - gesagt: "Wenn es das ist, was Du wirklich willst, gehe ich jetzt."
    Dann folgte ein Hin und Her.......sie bat mich fast, NICHT zu gehen - sie fuhr mich heim ("Ich habe ja noch Sachen bei Dir") - sie bat mich darum, dass ich sie in den Arm, ihre Hand nehme - sie WOLLTE, dass ich sie davon überzeuge, dass wir sehr wohl miteinander können. Ich denke - das fällt mir eben gerade erst ein - sie wollte, dass ich um sie kämpfe.........Sie kämpfte jedenfalls....vielleicht um mich, vielleicht darum, dass ich zu kämpfen beginne......vielleicht ist sie auch der Typus, der ein wenig Streit und Aufregung braucht und will und sich dabei lebendig fühlt....
    Das habe ich nicht getan....aus verschiedenen Gründen, durchaus auch aus dem, weil sie vielleicht Recht hat. Sie will sich immer wieder von mir trennen - vielleicht hat das ImmerWieder einen Grund!. Einmal wurde es mir derartig zuviel, dass ich sie auf diese Entscheidung festnagelte und ging. Danach war ich am Boden zerstört. Das bin ich diesmal nicht - vielleicht kommt es noch, vielleicht auch nicht.
    Die spirituelle Ausrichtung, die Dir aufgefallen ist, ist mir derartig wichtig, die lasse ich mir nicht kaputt machen. Und jede Minute einer anderen Ausrichtung - und, glaub mir, davon gibt es genug, die aus mir selber kommen - ist mir verlorene Zeit. Ich liebe G. fast über alles - die spirituelle Ausrichtung, da ist die Grenze, die bewerte ich NOCH höher als eine persönliche Liebe .........

    G. hat, nachdem ich gehen wollte, gesagt: "Mein Inneres weint um die Träume, ich von Dir und mit Dir hatte." Und ich wurde fast schwach.....sie bat mich NICHT zu gehen, und ich fragte (jetzt fühlte ich Zorn in mir):"Was WILLST Du? Du sagst, wir passen nicht zusammen, willst Dich trennen, aber ich soll bleiben?!"
    Sie hat Träume von sich und von mir. Aber vielleicht liegen - so in einem Halbschlaf - darunter noch ganz andere Träume, die ich nicht kenne und sie fast nur ahnt (wenn überhaupt), die mit mir NICHT zu verwirklichen wären, und die ihr noch wichtiger sind, als die Träume mit mir (die Strömungen in der Tiefe, Du erinnerst dich?)! Und wenn dem so sein sollte, haben wir eh keine Chance.....gar keine...
    Vielleicht hat sie Recht ........ ich weiss nicht..... im Augenblick fühle ich nicht viel, ausser: mein innerer Weg darf nicht allzusehr irritiert werden......
    Doch, ich fühle sehr wohl: Unglück und Festigkeit in einem...merkwürdiger Zustand.......Vielleicht ist es nur ein Schockzustand, der sich demnächst lösen wird......sicher ist es so, dass ich übermorgen wieder zum Einsatz fahre und vorher noch Einiges vorzubereiten habe - ganz egal, wie ich mich fühle.....es gibt Dinge, die geregelt werden müssen .....

    Mag auch sein, ihre Entscheidung, sich mit mir einzulassen (getrennte Wohnungen in derselben Kleinststadt) hat sie geängstigt, und sie schreckt zurück...vielleicht ist sie der Typ für "Zwei Schritte vor und einen zurück".....und vielleicht neigt sie dazu, wenn es ihr schlecht geht, sich noch einen Obendrauf zu setzen und sich so RICHTIG weh zu tun.....keine Ahnung.
    Noch glaube ich nicht, dass wir getrennt sind. In meinem Innersten ist die Verbindung, die Festigkeit, alles, wie eh und je........vielleicht breche ich deshalb jetzt und hier nicht zusammen......wir werden sehen...

    Also - das war es bei mir...... bin verwirrt darüber, dass ich nicht weinend am Boden liege, sondern relativ klar mich anderen mir wichtigen Kontakten zuwende....
    ***nachdem ich hunderte von Malen hörte "ich weiß nicht was ich will" war für mich irgendwann der Zeitpunkt gekommen für mich zu erkennen was ICH WILL. Ab dem Moment, der langsam aber sicher reifte, juckte mich sein Verhalten nicht mehr, sein hin und her war mir egal. Ich war für mich um Bodenhaftung bemüht und ein gestalten meines Lebens.

    Für mich war unwichtig, was mit der Beziehung wird oder ob sie endet oder ob er zurückkommt, das hatte und hat für mich keine Relevanz. Mich interessiert zum jetzigen Zeitpunkt wie es mir geht und wie ich mich abgrenzen kann. Wie ich mich selber gut um mich kümmern kann und keinen Schaden erleide. Meinen Ex habe ich nicht vergessen als Ex-Partner, auch nicht dass was er mir mal bedeutet hatte, aber es ist derzeit wirklich bedeutungslos.

    Mein Ex ist für mich ein kranker Mensch, für den ich weder Wut noch Enttäuschung emtpfinde. Ein Mensch, der sich selber nicht einige ist und sich selber wohl am meisten hasst. Das aber hat nichts mit mir zu tun und ich bin auch nicht bereit das auszubaden oder darüber zu diskutieren. Es gibt ihn rund um mein Leben, aber er ist nicht mein Leben und bestimmt es auch nicht.

    Ich nehme ihn wahr, aber mache nichts von ihm abhängig. Er kann tun und lassen was er will, muss aber auch die Konsequenzen daraus tragen, alleine. Ich bin "kalt" geworden - kalt ist der falsche Ausdruck - einfach erwartungslos. Was passiert das passiert wohl und beeindruckt mich nicht. Ich weiß nicht so richtig wie ich es beschreiben soll. Es belastet mich nicht mehr was in seinem süchtigen Leben passiert weil es mein Leben nicht mehr aus der Ruhe bringen kann. Ist er klar, so kann ich Freizeit mit ihm verbringen, merke ich, dass er mir unangenehm wird, so meide ich ihn. Alles ohne Wut, Hass, Enttäuschung - also wie bei einem Menschen, der mein Leben mit mir teilt, der aber nicht der Angelpunkt ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

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