Beiträge von dagmar007

    Hallo, liebe Romy,
    bei mir wird derzeit die gleiche Nummer durchgezogen. Was bei Dir das baden ist, ist bei mir beispielsweise "wollen wir morgen frühstücken, ich hole Brötchen".

    Ohne mich zu fragen, ob ich vielleicht etwas anderes vor habe wird versucht mich in ein Raster zu stecken, welches ich nicht mehr will. Jahrelang hätte ich gerne in Ruhe gefrühstückt - zu Zeiten als es in seine Räuberhöhle zog. Ein Knopf, der ganz einfach zu drücken ist.

    Nur: heute morgen bin ich zum Erdbeeren pflücken verabredet! Ich werde einen Teufel tun, das wegen ihm fallen zu lassen. Er hat beständig Verabredungen fallen lassen wie komme ich also dazu mich auf eine einzulassen, die ich nicht will.

    Heute nacht wieder SMS - Ich wünschte Du wärst bei mir - ICH WÜNSCHTE, so das wünscht er, was ist denn bitteschön mit mir? Vielleicht habe ich das früher gerne gehört - heute betrachte ich solche Aussagen etwas anders und versuche nicht mehr aufzuspringen.

    So, er will das Wochenende mit mir etwas unternehmen. Ach, wäre das früher schön gewesen. Aber tut mir das gut? Geht es um mich - ich glaube nicht! Ich denke es geht darum, dass "er" gerne etwas sinnbringendes mit seiner Freizeit anstellen würde (oder mich einfach nur gefügig zu machen) und da gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten ausser mir.

    Romy - ich kenne das Gefühl aufgeben zu wollen - zu dem selben Zeitpunkt wie Du - jetzt. Aber was bieten sie außer leeren Worten? Was halten sie? Wie leiden wir bei jedem weiteren Vertrauensbruch?
    Glaub mir, auch für mich ist es unendlich schwer, jede der kleinen Schritte, und wenn es nur das Ignorieren der SMS ist, macht mich glücklich. Ich bin stolz nicht geantwortet zu haben. Ich bin stolz gestern die Zimmertüre von innen verschlossen zu haben um ihn nicht mehr zu sehen und nicht mehr mit ihm sprechen zu müssen.

    In diesem Zimmer habe ich mich gefragt, tut er Dir gut - willst Du mit ihm reden - meine Antwort war "nein" ich will nicht mit ihm reden, ich muss nun für mich und bei mir sein. Für mich ein Riesenschritt, über jeden dieser kleinen Schritte bin ich dankbar.

    Viel Kraft wünscht Dagmar

    Ich würde mal vermuten, liebe Crevette,
    ein gesunder Mensch, der lässt sich nicht auf Dauer verletzen. Und die meisten von uns fühlen sich ja mal zumindest durch den Alkohol verletzt, oder?

    Ich denke, ab dem Moment, wo wir zuviel mit uns machen lassen, ab dem Moment haben wir so etwas wie eine Beziehungsabhängigkeit. Sich einfach nicht lösen wollen oder können von jemandem, der einem nicht gut tut.

    Wobei es ist bestimmt so, dass Trennungen immer weh tun, vielleicht auch immer ähnlich wie bei uns. Es könnte aber sein, dass gesündere Menschen besser abschließen können und sich nach dem Ende der Beziehung nicht mehr fragen "was macht er" ect.

    So ganz genau weiß ich das nicht.... bin aber auf die Antworten gespannt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja Bienchen,
    wenn wir hier die Offenheit und unsere Ohrfeigen nicht kriegen würden, dann würden wir vielleicht weniger auf den Boden kommen. Also ich zumindest.

    Ja Gigi,
    Ich dachte schon daran, dass es ein Versuch sein sollte, mich in alte Muster zu pressen, damit ich weiter funktioniere. Das scheint wohl so zu sein, wei Du anreißt. Nur das mit der Bequemlichkeit, das hat sich nun erledigt. Na ja, oder auch nicht - da es für mich zu dem Thema ja nichts mehr zu sagen gibt. Ich habe gestern gesagt was es zu sagen gab.

    Ach Spedi, ich freue mich auf mein neues Heim, blöde blos, dass es kein offizieller Mietvertrag ist, der bisher existiert, sondern nur eine schriftliche Vereinbarung des Vermieters. Aber ich nehme mir einfach heraus auf die Menschen zu vertrauen, die gut gewirkt haben und die ich später auch noch zufällig getroffen habe, denn da würde eine Welt zusammenbrechen, wenn das nichts würde.

    Denn ich räume in Gedanken schon ein :) Habe hier noch weitere Dahlien angesetzt, die dann hoffentlich kurz vor der Blüte ins neue Heim kommen.

    Nein Freunde, ich will weder den Alkoholiker zurück noch den Fremdgänger, noch denjenigen, der nur am Auto bastelt und dem alles andere zu viel ist. Ich will auch denjenigen nicht mehr haben, der im Haushalt für nichts zuständig war. O.k. da hat es Bienchen besser - deren Partner ist jetzt noch handwerklich gut. War meiner auch mal.... Lang lang ists her.....

    Sag mal Biene, vom Alk mal abgesehen, war die Beziehung sonst o.k. Denn bei mir muss ich einige Baustellen feststellen, die auch wenn es den Alkohol nicht gegeben hätte, zu einem Ende führen mussten - unweigerlich....

    Denn ich selber dachte bei vielen Dingen, der Alkohol wäre daran schuld, dass er anders ist als "normale" Menschen, aber wie mal gesagt wurde, das könnte zu einfach sein und einfach nur ein Weg sein, die Schuld auf nur einen Täter zu lenken um dabei nicht näher hinsehen zu müssen.

    Weißt Du Biene, auch ich bin noch nicht stabil - aber es gelingt mir immer häufiger mich zu erden. In meinem Fall sogar gerade dann, wenn ich ihn sehe, weil ich merke, was ich nicht ertrage. Denn nun muss ich mit wachen, erwachten, Augen sehen was alles anders ist als ich es mir wünschen würde.

    Es gibt ganz viele Dinge, die mir Spaß bereiten, mich erfreuen, aber alles Dinge, die er nicht bemerkt, die ihn nicht interessieren. Wie auch ich nicht mehr bereit war mich mit seinen Interessen auseinanderzusetzen weil immer der Alk dabei war. Somit waren wir schon sehr lange auseinandergelebt, nur die Sucht hielt uns zusammen.....

    Ich würde Dir wünschen, liebe Biene, dass Du zu Dir findest und zu Kraft für dich selber - egal, wie die Beziehung weitergeht, aber einfach sich selber leben - nicht mehr und nicht weniger. Ich arbeite auch noch dran.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Bin ich schon direkt danach Andi, nein - bisher wurde das Thema Alkohol von mir nicht thematisiert. Einfach deshalb, weil ich ja weiß, dass es keinen Sinn hat. Deshalb war ich auch erschrocken, als ich registrierte ich bin etwas - kein Schreien!!! - lauter und spreche jede Silbe deutlich aus. Da war mir erst mal klar, wie wichtig es doch für mich war es auszusprechen. Egal, ob er es registriert - was garantiert heute abend vergessen ist und das selbige Spiel geht von vorne los ;)

    Ach, die Hoffnung des Begreifens hatte ich gar nicht :) Mir ging es nur darum das aus mir rauszulassen, was ich nie gesagt hatte, so einfach die eigene Müllabfuhr.

    Tja Andy, meine Kraft habe ich gerade im weiteren Packen und dem Beginn des einölens eines weiteren Kiefernmöbelteils umgesetzt. Es dauert wohl noch ein paar Wochen, bis ich umziehen kann. Und gesagt habe ich ja nun auch was zu sagen war ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh Papi, da musst Du Dir aber wirklich im Vorfeld überlegen was die Konsequenzen sein können und dann damit umgehen können.

    Ich selber habe kurz vor Ende der Beziehung (genau das war nämlich dann der Anlaß!) im ein Foto von sich ausgedruckt als er besoffen auf dem Boden lag und pennte. Alles was er in der Hand hatte lag um ihn herum.

    Ich schrieb dazu dass ich nicht mehr bereit bin mich zu schämen wegen seiner Auftritte in der Öffentlichkeit, nicht mehr bereit bin zu sehen wie er aggressiv wird, ect. und ich das alles nicht mehr sehen will.

    Ruckizucki war das Grund die Beziehung zu beenden. Denn ich hatte klar gesagt das will ich nicht - und er hatte quasi durchs Schluß machen geantwortet: ohne Alk will ich nicht.

    Eigentlich, hatte ich gehofft ihn zum nachdenken anzuregen. Aber da hatte ich noch nicht begriffen was Sucht ist....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich glaube, liebe Riverdance, so geht es vielen von uns - heute stark, morgen schwach - aber nächste Woche sind wir stärker, nächsten Monat gefestigter! Gib Dir die Zeit, erlaube Dir die Schwachheit besser gesagt das schwach fühlen, ich zumindest erlaube es mir und lasse ich darauf ein.

    Vorallen Dingen Riverdance, überleg mal, die Kiddies tun Dir das nicht an und müssen hinten anstehen, während er im Rampenlicht Deiner Aufmerksamkeit ist. Eigentlich konfus, oder?

    Es tut saumässig weh, und das vermutlich noch länger - aber immer ein bischen weniger. Ob er sich lustig macht? Dazu wäre erst einmal erforderlich, dass er begreift was passiert, und da bin ich mir nicht so ganz sicher. Ich erlebe hier immer das negative oder unangenehme Dinge einfach nicht gesehen werden. Egal, ob Gerichtsvollzieher oder KFZ-Steuerrechnung. Die liegen halt hier und liegen und liegen. Es gibt ja keinen Druck zu zahlen ... Und wieder Druck ... Und wieder Tiefpunkt ... Es trifft sich alles wieder an der altbekannten Stelle, die wir Co's nicht wahrhaben wollen, oder?

    Weißt Du, selbst wenn ihm Deine Trauer nicht scheißegal sein sollte, so kann er weder damit umgehen, noch etwas ändern oder ihr gemeinsam so aus dem hier und jetzt neu anfangen. Ich dachte auch immer, das muss er doch im Hirn verstehen. Mittlerweile glaube ich dass das zuviel verlangt ist. Auch deshalb zu viel verlangt, weil ich ja noch da bin. Richtig klar wird es erst dann wenn Du oder ich oder Crevette, fish oder oder gehen. Wenn sie nicht mehr sichtbar sind und dadurch bewiesen haben dass sie autonom für sich selber sorgen können.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Boah, das liebe ich - Batsch - Spedi hat recht - batsch : ohrfeige an mich!

    Ich war unliebsam geworden weil ich das Thema nicht nur (wenn auch nur einmal) beim Namen genannt hatte und mit Foto und Daten sagte "Da sehe ich nicht zu".

    Kannst Du mir erklären Spedi, warum es ihm trotz Ende der Beziehung mit mir und dem neuen Zusammensein mit einer Co, wo er ab- und zu ist, dennoch so eine Art "mich wieder rumkriegen" gibt? Liegt das einfach am Narzismus, der nicht erlaubt, dass sich jemand von ihm abwendet oder möcht er sein Image polieren, welches ich ihm als Alkoholiker nicht gerade schön gestaltet habe.

    Würde mich nun echt interessieren, was da die Grundgedanken sind, dass es keine Liebe oder Zuneigung sind, das weiß ich ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    und schön von Dir so ehrlich zu hören Spedi.

    Einfach die Tatsache, dass es wirklich eine eigene Welt ist, in die nur einer Zugang hat, derjenige, der sich aus der Realität "befreit" hat. Schon sehr schwer nach zu vollziehen, weil man ja meinen müsste die Erlebnisse rund um den Kranken herum müssten doch auch wahrgenommen werden können. Aber ich befürchte als Sicht eines Zusehenden, dass Du Recht hast und viele Mechanismen ineinandergreifen, die quasi den Menschen zu einem gerade mal funktionierenden Individuum macht.

    Grausam - und schön für jede-/n die es geschafft haben. Und umso verständlicher deren Druck auf "fallenlassen" was immer für Außenstehende oder Angehörige so schlimm klingt, so herzloss, weil man keinen Nachbarn hängenließe, aber den Partner soll man in ein Eck stellen.

    Das aber, was Du aus Deiner Sicht schreibst, sehe ich immer wieder bestätigt, traurig und nicht das was ich sehen wollte - aber Realität.

    Sag mal Papi, wie verhält sich Euer Arbeitgeber? Ich persönlich muss nämlich staunen, dass mir der Eindruck vermittelt wird am Arbeitsplatz meines Ex wird das aus Kollegialität niedergeschwiegen. Meine Trennung von ihm ging wohl durch den Betrieb wie ein Lauffeuer (obwohl der Betrieb 20 km weit ist und ich eigentlich niemanden von dort kenne und mit niemandem - absolut niemanden dort - gesprochen habe). Ich hätte eigentlich gedacht, schon aufgrund der Unfallgefahr in einem Betrieb wird auf solche Probleme geachtet. Ich kenne es aus der Großstadt anders als hier auf dem Land, wo das trinken üblich zu sein scheint.

    Denn ich könnte mir vorstellen, der Druck eines Arbeitgebers und die Möglichkeit dort weniger Spielchen spielen zu können müsste doch eigentlich auch einen gewissen Druck erzeugen.... aber es scheint wohl so zu sein, dass es Fälle oder Menschen gibt, wo nichts wirkt.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

    Ach Bienchen,
    was soll er denn sagen? Wie soll er es denn merken können wenn jetzt noch nichts zu ihm durchgedrungen ist? Du kannst Dir nicht vorstellen, wie gut ich Deine Hilflosigkeit verstehen kann!!! Und dennoch kann ich aus meiner Erfahrung für meine missratene Beziehung nur sagen dass ich mich durch den Alkohol und Persönlichkeitsveränderung von meinem Partner distanziern muss. Er sieht seine Veränderung wohl als schlecht, spricht auch vom verändern, handelt aber ebenso persönlichkeitsgespalten wie zuvor und lehnt fachliche Hilfe ab.

    Fazit - diese vermeintliche Einsicht dient nur dem Gefügigmachen von mir. Wäre ihm klar, was gesundheitlich auf dem Spiel steht, oder würde es ihn interessieren - wie auch der Rest seines Lebens - so würde er handeln. Er tut es nicht, ist also soweit zufrieden mit seinem Leben.

    Was bitte, sorry aber es ist so, sollen unser Worte, Tränen, Kontrollversuche ect. bewirken? Bienchen, wenn Du oder ich Zuneigung oder Gefühle haben, dann spüren wir sie im Bauch, im Herz oder durch Tränen. Bei den Menschen, über die wir gerade schreiben, kommt ein solches Gefühl (so denke ich) nicht in der Form an weil sie "in Watte pardon Alk gepackt sind". Sie haben wohl zuweilen auch noch Gefühle, wie diese aber spürbar sind, vermag ich für meinen Teil nicht zu beurteilen.

    Wird es besser? Wird es schlimmer? Das können wir uns nicht beantworten - dass kann nur Deiner sich selber beantworten.

    Ich sehe es nicht so, dass ich Jahre verschenkt habe. Ich sehe es so, dass in mir ein Ungleichgewicht war in Sachen Helfen-/Pflegen-/Unterstützen, welches ich durch diese traurige Beziehung wieder ins rechte Lot bringen kann. Um für den Rest meines Lebens zu versuchen auf meine Bedürfnisse und auf mich zu achten. Ich bin kein Hellseher, weiß nicht ob es gelingt und wieviele Rückschläge mich begleiten, aber ich weiß, dass ich es versuchen werde.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ein verdammt interessanter Aspekt, den ich auch mal mit meinem Ex angesprochen hatte, als ich noch im Hoffnungswahn war: das alkoholfreie Umfeld.

    Ich bilde mir auch ein, dass die Orte, die immer Räuber- und Saufhöhlen waren, immer wieder dieses Gefühl an den Tag befördern. Auch viele Mechanismen. Einfach weil man an diesem Ort regelmässig Flaschen öffnete, dürfte man wieder den Drang besitzen, diesem Automatismus zu folgen.

    Ihr bestärkt meine Vermutung.

    Schön, dass Du Deinen Weg gehst, hoffentlich bringt Deine Sorge um ihn Dich nicht auf Umwege oder in Verführung. Es ist einfach schade um jeden Menschen, der durch diese Droge "manipuliert" wird.

    Lieben Gruß von Dagmar, Co

    Tja, da ich nunmal mein Mundwerk im Herzen trage konnte ich es mir nicht verkneifen meinen Ex-Lover mit dem Thema zu konfrontieren als er wieder versuchte mir körperlich näher zu kommen und seinen Hormonspiegel zu entlasten.

    Meine Aussage, dass wohl seine Empfindsamkeit und Reaktion des Körpers durch den Alkoholverzehr gelitten habe wies er weit von sich. Meine Aussage, dass der früher einmal schöne Erotikteil sich letztendlich als Ritt nach Texas ausdehnte schien ihm irgendwie nicht so gut bekommen zu sein. OB ich damit meine, dass er zu lange brauchen würde und mir der Sex mit ihm keinen Spass mehr gemacht habe?

    Musste ich leider bestätigen - Ich will Erotik ausleben mit einem Partner der auch ohne Alkohol Interesse hat, der spontan ist und sich auch lebt - sich und seine gefühlte Sexualität, Gefühle, Emotionen - ohne stimmulierende Drogen wie Alkohol.

    Was kam als Antwort - ich dachte ich bin auf dem Mond: "Probieren wir es morgen ohne Alkohol?".

    Hallo - das ist doch wohl der Witz schlechthin, als Spiegeltrinker wird es ihm wohl kaum ohne fachliche Hilfe gelingen ohne Alkohol zu sein - davon mal abgesehen ist das meilenweit vom Thema entfernt : einmal ohne Alk und alles ist o.k. scheint er zu meinen.

    Hinzu kommt die Beziehung ist beendet, er hat eine Gesellschaftstrinkerin und vermutlich auch hier und da seinem Hormonspiegel entgegen kommt. Trotz meiner Aussage, dass Erotik mit ihm keinen Spass gemacht hatte und ich keinerlei Fortsetzung wünsche wollte er wieder einen Versuch starten. Ja aber hallo - es scheint keinen eigenen Stolz mehr zu geben - oder ist sein Narzismus so verletzt, dass "er es sich beweisen" möchte.

    Ich kann nur sagen, dass ich das recht erbärmlich finde, wie er mit seiner jetzigen Beziehung oder was auch immer das sein soll umgeht. Die wird ja betrogen, beschissen und belogen wie es nur geht. Nun gut, seine Sache und sein Problem, wie er irgendwann aus diesen Nummern wieder rauskommt.

    Ich würde hoffen, dass nun nach meiner überdeutlichen Absage das Thema vom Tisch ist. Befürchte aber fast, er wird noch weiterhin seine Muster und Versuche abziehen, mir das Gegenteil zu bweisen bzw. beweisen zu wollen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich habe das Thema Alkohol während der Beziehung nur ganz kurz angesprochen. Damals in einer Art Vorwurfshandlung "Du bist schon wieder angetrunken".

    Jetzt habe ich Abstand und für mich war es wichtig für mich selber komplett auszusprechen was der Alkohol meiner Meinung nach an ihm geändert hat. Mir war es wichtig darzustellen, dass ich einen solchen Lebensweg nicht als begleitend für meinen betrachten kann und auch keine Lust habe als Spielfigur im "Großen Spiel der Süchte" so ge- und benutzt zu werden wie er es will. Mir war wichtig zu sagen: Du liebst niemanden außer dem Alkohol und wenn Du Dir nicht für Dich fachliche Hilfe suchst, dann wird Dein Leben eben so weitergehen wie bisher. Ich selber wünsche für mich eine Struktur und habe die meinige.

    Gemecker gab es bei mir früher auch - es hat nichts bewirkt Bienchen. Einfach weil es beim einen Ohr rein und beim anderen rausging. Hauptsache der Spiegel stimmte, hatte ich den Eindruck.

    Du sprichst davon die Ex nie los zu werden. Den Gedanken hatte ich als mein Ex Lover hier eine neue Pseudo-Co-Beziehung anfing. Ein Gefühl von Eifersucht. Das ist mittlerweile abhanden gekommen. Mein Ex soll seine Zeit verbringen mit wem er will und wie er will. Wichtig ist für mich geworden was ich will. Denn als ich quasi auf sie eifersüchtig war, da war er wohl noch ein ziemlicher Mittelpunkt. Langsam rückt er ganz, ganz langsam aus meinem Mittelpunkt ab. Warum soll ich meine Kraft verschwenden in Sachen Eifersucht gegen Alk, Saufkumpane, körperlichen Verfall und Eifersucht. Damit quäle ich mich. Ich bin da noch lange nicht soweit, wie ich sein will - aber ich bewege mich da hin.

    Schau, er macht Dir Vorwürfe weil Du schuld bist durch Dein Gemecker. Du meckerst weil Du es nicht mehr ertragen kannst. Eigentlich werft ihr Euch die Bälle zu, oder? Eigentlich genial, jeder hat die Möglichkeit sich zu verteidigen und in ein besseres Licht zu stellen.

    Ich versuche das für mich auszuschalten, gerade durch ein entsprechendes Verlassen von ihm oder aussteigen aus einem Gespräch. Wie auch Gigi gehe ich dann und gehe in mein Schlafzimmer, welches für ihn tabu ist. Hier kann ich abschalten und mich mit mir selber auseinandersetzen. Ich selber bin nämlich in Gefahr auch diese Rechtfertigungen auszusprechen oder anzuhören. Aber es bringt mich nicht weiter. Deshalb meine Flucht in mein Schlafzimmer - um bei mir zu sein und nicht bei trügerischen Verteidiungsreden von beiden Seiten.

    Ach Bienchen, es ist so schwer diese Wege zu gehen und immer wieder will man kämpfen, aber eigentlich vergeuden wir dabei unsere Kraft, oder?

    Viel Kraft uns allen wünscht
    Dagmar

    Hey Ihr Lieben,
    Spedi schreibt von Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Ein Thema, über das ich mir schon ganz lange Gedanken mache. Ich glaube, dass wir Co's ja erst langsam zum "richtigen" Verhalten geführt werden wenn wir an uns arbeiten. Dieses bedeutet für mich jetzt auch, dass es Schrittchen für Schrittchen zur Konsequenz geht (so wie es beim Franken ja auch lief). Sind aber deshalb die Zwischenschritte unkonsequent?

    Ich denke, diese kräftezehrenden Spiele sind das eigentlich anstrengende, weil wir ja wieder in die alten Muster gepresst werden und es wirklich irre ist, wie es gelingen kann durch kleine Abweichungen im Handeln unseren ganz Co-Erfahrungsschatz wieder fast zum Einbrechen zu bringen.

    Innerhalb des Themas Konsequenz und Spielmuster habe ich mich auch schon oft gefragt, wo da eigentlich beim alkoholkranken Stolz oder Eigenverantwortung gelagert sein können. Ich denke nämlich, da kommen wir wieder genau an den Punkt "Leidensdruck". Ist der groß, dann wird ein Kranker versuchen sich Hilfe zu holen und Termine klar zu machen, er/sie wird sich dann versuchen zusammen zu reißen und diese schweren Schritte gehen.

    Mich persönlich hat sehr erschreckt, dass mein Ex Lover mir partout beweisen wollte, dass er ohne Alkohol ein guter Liebhaber ist weil ich ihm sagte dass Sexualtität unter Promille für mich nicht lebbar ist, er somit auch in diesem Punkt gänzlich uninteressant geworden ist.
    Ich fragte mich wo bleibt der Stolz oder gibt es den schon nicht mehr, wenn die eigenen Ziele durch hängen und würgen erreicht werden sollen. Mein Ex kann ohne fachärztliche Hilfe nicht ohne sein, was er selbstverständlich anders sieht (obwohl schon hier klar sein müsste, dass ich eine Fahne rieche, oder gibt es tatsächlich Alkohol, der nicht riecht? Wodka habe ich mal gehört....)

    Mir fiel während eines gestrigen, recht heftigen Gesprächs mit meinem Ex an mir auf, dass ich spürte wie machtlos er war als ich ihm an den Kopf warf dass er als alkoholkranker ein Spiel nach dem anderen abzieht und andere Menschen als Spielfiguren nutzt, dass er quasi Angst vor meiner Deutlichkeit, aber auch Spontanität bekam. Der zog die Decke immer höher, so als ob er sich vor meinen Worten schützen wollte.

    Ein Moment, in dem ich spürte es ist eine Angst vor mir da - ob vor den Worten oder meinem massiven Auftreten, das ist mir nicht klar. Vor der Wahrheit sicher nicht, denn die soll und will ja nicht gesehen werden.

    Ein Problem, welches ich sehe, wenn ein Paar noch zusammenlebt. Und gerade wie bei Franke ein Partner quasi handeln muss. Im Prinzip ist Franke nun stark, weil er seine Richtlinien angegeben hat, aber wie Spedi sagt kommen wohl nun die kräftezehrenden Aktionen bei denen es so schwer ist sie zu durchschauen und dann "richtig" zu reagieren - also bewußt auf sich selber achtend und nicht auf die Worte des anderen.

    Ich spüre bei Franke die Hoffnung und bin tatsächlich gespannt, ob seine Partnerin den Weg gehen wird. Und wie er - Du, Franke - es schaffst da durch zu gehen. Das mit dem von Spedi angesprochenen einen Versuch schreckt mich dahingehend, weil meine Resultate-Ergebnisse wirklich immer über Zwischenschritte entstanden und ich somit ja schon quasi inkonsequent bin oder war.

    Für mich war auch lange die Frage, ob ich das Thema Alkohol nochmal und abschließend auf den Tisch bringen sollte. Ich habe für mich gemerkt, dass ich es musste weil es so viel gab, was ich sagen wollte - jetzt, nachdem die Wut verraucht ist und ich meinen Weg für mich gefunden habe. Wobei Franke noch die Hoffnung hegt, dass sich etwas bessert oder ändert, bzw. die Richtung anders wird.

    Das nun muss ich für meine gescheiterte Beziehung nicht in Erwägung ziehen. Ich spüre, erst recht nach dem gestrigen Gespräch, keinerlei Einsicht "ich kann auch ohne Alkohol" über die Krankheit und die Hilfsmöglichkeiten durch Ärzte wird nicht nachgedacht bei meinem Ex. Er hat sich und alles ja im Griff.

    Nun gut, für mich war wichtig, dass er mich nicht mehr im Griff hat (zumindest nicht so, wie er es meint zu haben) ich glaube, die klärenden Worte von Franke (und auch von mir bei meinem Ex) sind wichtig, aber wichtiger noch sind unsere Handlungsweisen, die wir jetzt an den Tag legen.

    Irgendwie scheinen nämlich Stolz und Ego von Alkoholiker und Co zu wanken, habe ich das Gefühl - zumindest innerhalb unserer kaputten Beziehung. Und genau da denke ich wird es sehr schwer auf einen geraden Weg zuzugehen.

    Ach Leute, ist schon ein heftiges Ding: da liebt nun Franke seine Frau, sie signalasiert ein o.k. zur Änderung und er seine Regeln. Nun aber sollten weder Misstrauen noch Kontrolle uns begleiten sondern Resultate - von beiden Seiten - erfolgen. Eigentlich also sollten wir in der Lage sein, Gefühle, Erwartungen und HOffnungen auszuscheiden und "einfach" nur abwarten was geschieht.
    Verflixt viel verlangt - denn nun kommen ja unsere co-Hoffnungsschimmer vielleicht wieder durch....

    Viel Glück und viel Kraft wünsche ich Dir, lieber Franke.

    Dagmar

    Habe ich doch geahnt, dass mir demnächst der Geduldsfaden reißt. Derzeit wieder auf dem Versuch der Kontaktanbahnung kriege ich schon Wutgefühle wenn mein Herr Ex ständig dieselbe Leier auflegt um mich zu bezirzen, und durch kleine Veränderungen erhofft dass ich ihm auf dem Leim gehe.

    Nun, gestern wollte er kochen - tat es auch. Erzählte von seinen vermeintlichen Zukunftsplänen, die nun so gestaltet waren dass er der Meinung war, sie würden mir gefallen. Und da hatte ich genug und Gott sei Dank Logik im Hirn und eine ruhige Art zu sprechen. Sein Pegel war etwas geringer, da er sich ja im besten LIcht darstellen wollte.

    Ich konnte also wenigstens das vom Stapel lassen was mir wichtig war, dass alle Spielchen die er spielt nur dem Zweck dient mich oder andere Menschen zu benutzen. Wenn er der Meinung wäre, bei ihm wäre mit seinem Alkoholverzehr alles in Ordnung, dann ist es seine Sache - ich bin froh mir das nicht mehr allzulange ansehen zu müssen, da ich solche Spiele und Verhaltensweisen ablehne. Er könne doch jederzeit ohne Alkohol und leerte das Bier aus - na, die Spiele kennen wir doch ;)

    Darauf konnte ich nur wieder sage daß ich der Meinung bin, dass das wieder die übliche Show ist. Ich würde ihm glauben, dass er das sogar vorhabe, sei mir aber sicher, dass er über all die Jahre so tief mit seinem Alk verwurzelt ist dass das ohne fachmännische Hilfe nicht geht, eher ins Gegenteil ausschlägt weil Entzugserscheinungen nicht auszuschließen sind. Da er aber so und so alles besser weiß, und bestimmt nicht lange auf Null bleibt, ist das Thema eh durch.

    Nun gut, das war die sachliche Tour.

    Wir hatten ein Gespräch in seinem Schlafzimmer, übliche Muster, der Wunsch, dass ich die Nacht bei ihm verbringe nee "Ich geh nach oben, kuscheln bedeutet für mich Herz und Gefühle, du willst weder das eine noch das andere. Du spürst Dich selber nicht mehr weil jeder Mensch für Dich nur einen Nutzen erfüllen muss." Ich dachte das wars.

    Steht der doch nackig vor mir, versucht mich in den Arm zu nehmen und sagt "Ich will Dich runterholen" also ins Schlafzimmer. Ups und da bin ich ausgerastet.

    Ich weiß gar nicht mehr, wie ich den Angriff gestartet habe irgendwas mit "fass mich nicht an" oder so. Dann ging er runter und ich konnte es mir nicht verkneifen nochmals runterzugehen und ein paar Worte mitzugeben. Sinngemäss kriege ich es noch zusammen, wörtlich nicht. Ich kenne mich so nicht: etwas lauter als sonst, überdeutlich und eine für mich untypische Handgeste mit dem Finger auf ihn zeigend (anklagend wohl)

    Mensch, ist das aus mir rausgesprudelt: Er solle nicht von Gefühlen sprechen, da er selber meiner Meinung nach nur noch sein Gefühl und seine Sucht für den Alk spürt. Alles andere will er sich holen, damit es ihm in seiner Sucht besser geht. Ich habe nicht die geringste Lust Schachfigur bei ihm zu spielen wie jeder Mensch bei ihm seine unterstützenden Züge auszuführen hat. Er könne sich das Thema Liebe und Sexualtität ersparen, da er meiner Meinung nach auch seine Sexualtät eingebüßt habe und es an ihm läge ob er sich mal mit Hilfe von Ärzten mit seinem Inneren beschäftigt oder nicht. Wie ich das meinen würde, ob es mir mit ihm nicht mehr gefallen hätte?
    Nein hat es nicht - mit einem nüchternen Partner ist Spontanität möglich und pures Erleben, mit ihm nicht - somit gibt es nichts an ihm was mich ihn diesbezüglich vermissen lässt.

    Kommt doch die Frage: "Schlafen wir morgen miteinander ohne Alkohol" Aber hallo, wie ein Dampfhammer ging ich ab.

    Ich war mir nicht sicher ob die Aussagen und Reaktionen so sinnvoll waren weil ich nichts mehr eskalieren lassen wollte. Aber es war mir ein Bedürfnis die Dinge beim Namen zu nennen und ganz klar zu sagen wie wenig ich diese Dinge mag und wie wenig sie für mein Leben in Frage kommen. Vor allen Dingen habe ich die Spiele und Lügen satt, die er ständig serviert. Und ich habe ihm erstmalig deutlich sagen können, dass er sagen kann was er will und ich glauben was ich will - tendenziell aber am ehesten nichts. Bisher habe ich nichts darüber gesagt dass ich ihn als verlogen empfinde um einfach meine Ruhe zu haben, aber irgendwie fand ich doch es wird Zeit dass die Grenzen klar werden. Kuscheln und Liebe kann er sich bei mir nicht abholen. Soll er sich doch bitte bei seiner Freundin Alk, die beiden dürften besser harmonisieren.

    Uff, zwar fühle ich mich erleichtert, habe nun natürlich aber etwas Muffe vor Agressionen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Fish,
    fühl Dich gedrückt.

    Schau, so schwer das auch jetzt gerade ist - nun hat er die Chance aufzuwachen, wer weiß, vielleicht gelingt das, wenn er mal gezwungen ist in sich selber reinzuhören.

    Den diese Aufrechnungen und Anschuldigen, die er da gerade serviert, die hast Du nicht nötig. Alles das muss er selber bemerken. Ach ich verstehe Deinen Schmerz zu gut, ich muss mir auch beständig auf die Zunge beißen um meinem Ex nicht einige Kommentare zu Prinzessin Alk, seinem nunmehr auch morgendlichen Trinken und den Vorratskästen und und und zu sagen. Nur sehe ich keinen Sinn drin, weil es kein Grund zum Aufwachen ist.

    Deiner hat vielleicht nun einen Grund....

    Schau Fish, es trifft ihn, sonst würde er nicht reagieren - jetzt muss er nur noch lernen ;)

    lieben Gruß von Dagmar

    Boah, auf die Zunge beissen reicht nicht mehr, deshalb versuche ich mich jetzt zusammen mit meiner Tastatur "abzureagieren".

    Ich weiß ja, dass es sinnlos ist einem nassen Alkoholiker zu sagen dass er sein Hirn und seine Gesundheit bereits ruiniert hat (es interessiert ihn nämlich weniger als die nächste Ration für den heutigen Tag, zumindest oft) aber wenn ich sehe, wie alle vermeintlichen Tabus fallen.

    Krankmeldung gibt es nun
    dafür an diesem Tag Alk schon morgens
    eine Kiste Vorrat reicht nicht mehr, also doch gleich zwei
    logisch, mit dem Schlafen klappt es auch schon nicht mehr
    klar, die Narkose beim Zahnarzt kann ja nicht wirken....

    Boah, einem normalen Menschen könnte man sagen: überleg mal, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt. Bei einem Suchtkranken biete ich nur Gründe zum Streit - darauf habe ich null Bock, weil ich die paar Wochen hier noch heil rumbringen möchte.

    Alles das weiß ich und dennoch muss ich mich so beherrschen nichts zu dem Thema zu sagen - es geht mich ja auch nichts mehr an - bewirken würde es ja auch nichts. Ich sollte also meinem Mundwerk Redeverbot geben um nicht Tatsachen anzusprechen, die dann zu Streitereien führen....

    Boah, das Leben als Co ist alles andere als eine Freude ;) na ja, selber rausgesucht ;)

    Lieben Gruß von einer,
    die sich hier gerade "auskotzen" musste

    Dagmar

    Hallo, lieber Thomas,
    jetzt kommt auf Dich die gedankliche Einlassung des Loslassens so zu wie auf uns andere. Es klingt so unverständlich und hartherzig jemandem dieses "Ruhekissen" zu entziehen.

    Ich kann nicht oft genug sagen, wie ich mich ärgere das nicht bereits zuvor gemacht zu haben. Jeder Tick früher gibt dem Suchtkranken eine Chance früher zu erwachen! Wir machen ihnen durch unsere Liebe und Besorgtheit das Leben leicht und die Tatsache sich nicht den Folgen ihrer Handlungen stellen zu müssen.

    Ich selber habe die Alkoholkrankheit unterschätzt - und zwar gnadenlos. Ich habe nicht begriffen, dass das Trinken nicht einfach so zu stoppen ist. Ich habe auch lange nicht begriffen, dass jahrelang eingeübte Ausweichmanöver nicht abgelegt werden können mit einem gespiegelten Promillehaushalt.

    Und ich habe nicht begriffen, warum man / frau mit Auszug oder Trennung drohen soll - nicht um den süchtigen Partner unter Druck zu setzen sondern um sich selber zu schützen. Um selber zu beginnen auf sich zu achten und sich selber zu schützen um nicht bei diesen gefühlsmässigen Boxenstop(p)s der Alkoholkranken beim Tanken überfahren zu werden.

    Hätte ich persönlich früher die gesagt: ich mache Deinen Alkoholismus nicht mehr mit, ich schäme mich in Deiner Gegenwart und ich bin nicht bereit mir Deinen Absturz anzusehen, wer weiß....

    Ich habe die Schlafzimmer getrennt - ich habe mir ein Häuschen gesucht, wobei der Einzug aber noch ein paar Wochen dauert. Ich habe mich um meine Gesundheit gekümmert (Brille, Allgemeincheck ect.) ich habe mir ein Wunschkleidungsstück gekauft und stelle mir wöchentlich selber meine BLumen hin. Mir geht es finanziell beschissen, mein Job wurde wegrationalisiert - mein Leben war in tausend Scherben ! Ich musste aufwachen und es für mich verändern!

    Hätte ich meinen Ex-Lover früher stürzen lassen, hätte er vielleicht noch die Chance gehabt aufzuwachen. Nun erscheint es so, als wäre er (auch gesundheitlich) in einem Stadium, in welchem evtl. vieles irreparabel ist. Davon mal abgesehen hat er null Einsicht in seine Sucht, wird sich also so und so nicht von Fachleuten helfen lassen.

    Aber hätte ich früher gehandelt - so hätte auch ich früher wieder gelebt.....

    Konsequenz - egal um was es geht - ist für mich persönlich das wichtigste. Immer wieder mal falle ich um und mache einen Schritt zurück, aber für mich ist die Hauptsache, ich finde meinen Weg wieder. Viele kleine Seitenwege führen mich zu meiner Hauptstraße.

    Die vielen Seitenwege seiner Sucht wie Lügen, versteckter Konsum, Agression, und vieles andere mehr führen mich weg von ihm und hin zu mir. Ein Leben mit einem Alkoholiker möchte ich nicht führen - ein Alkoholiker wäre schlecht bedient ein Leben mit einer co-abhängigen wie mir zu führen. Somit gibt es nur eine Möglichkeit: jeder findet seinen Weg auf seinen Seitenstrassen und ob es jemals eine gemeinsame Strecke auf der Hauptstraße gibt steht in den Sternen.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Hey Alissasmom,
    ja, das könnte mir helfen,

    den das gefühlsmässige schlimmste für mich war das Ende der Beziehung, den damals wusste ich noch nicht was der Alk alles bewirkt. Dieses Vollkotzen ect. kam hier noch nicht vor, auch nicht die anderen misshandelnden Dinge oder Beleidigungen. Mein persönlicher Tiefpunkt war dieses kalte abservieren.

    Für mich wäre vorstellebar, dass ich diesen Tiefpunkt immer wieder durchkauen muss um nicht umzufallen.

    Lieben Gruß und danke von Dagmar

    Tja Mami,
    auch ich bin hierher gezogen wegen ihm - meine Familie und alte Freunde sind auch weit weg. Deine Argumente habe ich lange Zeit, nebst dem finanziellen - denn zu allem Glück wurde mein Arbeitsplatz auch noch wegrationalisiert und ich bin arbeitslos - verwendet.

    Du: ich habe mich rumgeredet weil es der bequemere Weg war bei "ihm" zu bleiben. Bequem aber Selbstmord! Irgendwie kann es auch anders gehen, ich weiß am Besten wie schwer das ist, glaub mir, ich bin pleite, alleine und ohne Job. Aber ich will leben!!!!!

    Ich will ich sein - ich will mich nicht verletzen lassen und selber auf die Opferbank legen! Du fühltest Dich auf den Ämtern nicht verstanden, aber liegt das vielleicht daran, dass wir selber zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gehen wollten sondern dass zu einem Kampf gehörte, den wir um unser Suchtmittel führten? Oder haben wir vielleicht zu viel interpretiert.

    Wir dürfen keine Hilfe von anderen erwarten sondern nur von uns selber - aus einem ganz einfachen Grund: jeder, der uns Verantwortung abnimmt macht sich selber schuldig weil er uns einen Weg avisiert, den wir eigentlich selber anvisieren, avisieren und gehen müssen. Wir müssen uns für uns entscheiden - gegen die Sucht (unsere und seine). Sind wir die ersten Schritte wahrhaftig selber gegangen, dann können uns vielleicht auch andere unterstützen, aber gehen müssen wir selber ...

    Ich habe - trotz überzogenem Konto - Anzeigen geschaltet um ein Haus zu bekommen. Freunde habe ich eine Hand voll, und die sind ehrlich und offen - was interessieren mich Leute, die manipuliert wurden. Was hindert Dich oder mich dran neue Menschen kennenzulernen? Nur wir hindern selber !!!!

    Also Mami - Ärmel hoch, Kind in den Arm und los gehts!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Mädels - es geht hier einfach "nur" um Sucht, da können wir versuchen zu erklären wie wir wollen. Auch ich habe begriffen, ich kann es nicht verstehen - wie sollte ich auch - mein Ex sagt von sich, er verstehe sich selber nicht.

    Bei einigen Menschen läuft hier nun eine selbständige Maschinerie namens Sauf-/Suchtdruck, die sie vielleicht selber liebend gerne stoppen würden - es aber nicht können. Wenn sie es selber nicht können, wie denn um Gottes Willen wir?

    Müssen wir es verstehen? Ich dachte anfänglich ja - und es hilft mir auch meinen Weg zu finden - aber .... wichtig ist was ich will und nicht will. Das für mich zu erfahren und beginnen zu leben, auch wenn es zaghaft Schritt für Schritt ist.

    Laß dich von Kommentaren wie "da kann man ihn erschießen" mal nicht zu sehr beeindrucken, diese Sätze kenne ich im 100er-Pack. Dann kommt noch: ich lebe eh nicht mehr lange, ich bin so und so krank, ich penne eh demnächst unter einer Brücke, ich will eh nicht mehr leben..... und ganz viele denkbare Varianten. Die haben nichts mit "Begreifen" zu tun sondern mit Selbstmitleid - würde ich sagen.

    Natürlich drehen sich unsere Gedanken um unsere "Probleme" das haben sie ja viele Jahre. Von heute auf morgen schalten wir das nicht ab - aber freuen wir uns über jeden Zeitabschnitt, der nicht ihnen gehört sondern uns selber!

    Reden .... hm, war von mir auch ein Herzenswunsch. Ist nicht realsierbar, da meiner wohl nie nüchtern ist. Ich werfe ihm Kommentare zu "Dein Leben scheint Dir gerade selber aus den Händen zu gleiten, Du kannst Orte und Menschen austauschen, aber Dein Problem wird sich nicht austauschen lassen". Dann seine provokative Frage: "Welches Problem habe ich denn?" Darauf konnte ich nur sagen: "Das musst Du für Dich wissen, ich bin genug mit mir beschäftigt und meinem Wohlergehen".

    Er bekam beim Zahnarzt eine Spritze, die nicht wirkte. Ich sagte ihm, dass er selber am besten wissen müsse, warum diese nicht gewirkt habe. Seine Gegenfrage "Wieso?". Da kann ich dann auch nur sagen, wenn es Dich interessiert, dann informiere Dich.

    Ich persönlich biete den Streitpunkt Alkohol nicht mehr an - ich habe auch NULL Lust über die Verletzungen an mir zu sprechen, die durch den Alk oder ihn ausgelöst wurden. Ich will die Zeit lieber nutzen mich "zu heilen" als noch weitere unnötige Gespräche und Zeit zu investieren.

    Es sind doch immer dieselben Spiele, die gespielt werden - les die Geschichten hier - und Du wirst Dich vermutlich in jeder erkennen - oder sein Verhalten.....

    Viel Kraft wünscht Dagmar