Hey Ihr Lieben,
Spedi schreibt von Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Ein Thema, über das ich mir schon ganz lange Gedanken mache. Ich glaube, dass wir Co's ja erst langsam zum "richtigen" Verhalten geführt werden wenn wir an uns arbeiten. Dieses bedeutet für mich jetzt auch, dass es Schrittchen für Schrittchen zur Konsequenz geht (so wie es beim Franken ja auch lief). Sind aber deshalb die Zwischenschritte unkonsequent?
Ich denke, diese kräftezehrenden Spiele sind das eigentlich anstrengende, weil wir ja wieder in die alten Muster gepresst werden und es wirklich irre ist, wie es gelingen kann durch kleine Abweichungen im Handeln unseren ganz Co-Erfahrungsschatz wieder fast zum Einbrechen zu bringen.
Innerhalb des Themas Konsequenz und Spielmuster habe ich mich auch schon oft gefragt, wo da eigentlich beim alkoholkranken Stolz oder Eigenverantwortung gelagert sein können. Ich denke nämlich, da kommen wir wieder genau an den Punkt "Leidensdruck". Ist der groß, dann wird ein Kranker versuchen sich Hilfe zu holen und Termine klar zu machen, er/sie wird sich dann versuchen zusammen zu reißen und diese schweren Schritte gehen.
Mich persönlich hat sehr erschreckt, dass mein Ex Lover mir partout beweisen wollte, dass er ohne Alkohol ein guter Liebhaber ist weil ich ihm sagte dass Sexualtität unter Promille für mich nicht lebbar ist, er somit auch in diesem Punkt gänzlich uninteressant geworden ist.
Ich fragte mich wo bleibt der Stolz oder gibt es den schon nicht mehr, wenn die eigenen Ziele durch hängen und würgen erreicht werden sollen. Mein Ex kann ohne fachärztliche Hilfe nicht ohne sein, was er selbstverständlich anders sieht (obwohl schon hier klar sein müsste, dass ich eine Fahne rieche, oder gibt es tatsächlich Alkohol, der nicht riecht? Wodka habe ich mal gehört....)
Mir fiel während eines gestrigen, recht heftigen Gesprächs mit meinem Ex an mir auf, dass ich spürte wie machtlos er war als ich ihm an den Kopf warf dass er als alkoholkranker ein Spiel nach dem anderen abzieht und andere Menschen als Spielfiguren nutzt, dass er quasi Angst vor meiner Deutlichkeit, aber auch Spontanität bekam. Der zog die Decke immer höher, so als ob er sich vor meinen Worten schützen wollte.
Ein Moment, in dem ich spürte es ist eine Angst vor mir da - ob vor den Worten oder meinem massiven Auftreten, das ist mir nicht klar. Vor der Wahrheit sicher nicht, denn die soll und will ja nicht gesehen werden.
Ein Problem, welches ich sehe, wenn ein Paar noch zusammenlebt. Und gerade wie bei Franke ein Partner quasi handeln muss. Im Prinzip ist Franke nun stark, weil er seine Richtlinien angegeben hat, aber wie Spedi sagt kommen wohl nun die kräftezehrenden Aktionen bei denen es so schwer ist sie zu durchschauen und dann "richtig" zu reagieren - also bewußt auf sich selber achtend und nicht auf die Worte des anderen.
Ich spüre bei Franke die Hoffnung und bin tatsächlich gespannt, ob seine Partnerin den Weg gehen wird. Und wie er - Du, Franke - es schaffst da durch zu gehen. Das mit dem von Spedi angesprochenen einen Versuch schreckt mich dahingehend, weil meine Resultate-Ergebnisse wirklich immer über Zwischenschritte entstanden und ich somit ja schon quasi inkonsequent bin oder war.
Für mich war auch lange die Frage, ob ich das Thema Alkohol nochmal und abschließend auf den Tisch bringen sollte. Ich habe für mich gemerkt, dass ich es musste weil es so viel gab, was ich sagen wollte - jetzt, nachdem die Wut verraucht ist und ich meinen Weg für mich gefunden habe. Wobei Franke noch die Hoffnung hegt, dass sich etwas bessert oder ändert, bzw. die Richtung anders wird.
Das nun muss ich für meine gescheiterte Beziehung nicht in Erwägung ziehen. Ich spüre, erst recht nach dem gestrigen Gespräch, keinerlei Einsicht "ich kann auch ohne Alkohol" über die Krankheit und die Hilfsmöglichkeiten durch Ärzte wird nicht nachgedacht bei meinem Ex. Er hat sich und alles ja im Griff.
Nun gut, für mich war wichtig, dass er mich nicht mehr im Griff hat (zumindest nicht so, wie er es meint zu haben) ich glaube, die klärenden Worte von Franke (und auch von mir bei meinem Ex) sind wichtig, aber wichtiger noch sind unsere Handlungsweisen, die wir jetzt an den Tag legen.
Irgendwie scheinen nämlich Stolz und Ego von Alkoholiker und Co zu wanken, habe ich das Gefühl - zumindest innerhalb unserer kaputten Beziehung. Und genau da denke ich wird es sehr schwer auf einen geraden Weg zuzugehen.
Ach Leute, ist schon ein heftiges Ding: da liebt nun Franke seine Frau, sie signalasiert ein o.k. zur Änderung und er seine Regeln. Nun aber sollten weder Misstrauen noch Kontrolle uns begleiten sondern Resultate - von beiden Seiten - erfolgen. Eigentlich also sollten wir in der Lage sein, Gefühle, Erwartungen und HOffnungen auszuscheiden und "einfach" nur abwarten was geschieht.
Verflixt viel verlangt - denn nun kommen ja unsere co-Hoffnungsschimmer vielleicht wieder durch....
Viel Glück und viel Kraft wünsche ich Dir, lieber Franke.
Dagmar