Beiträge von dagmar007

    Liebes Glöckchen,
    das mit dem reden ist auch mein Problem. Wenn ich jedoch ehrlich bin, so muss ich mir vermutlich eingestehen, dass mein Ex weder mit noch ohne Alk in der Lage ist über Gefühle zu reden. Somit also eine Veranlagung, die ihm einfach gegeben ist.

    Das jedoch ist eine Veranlagung, mit der ich nicht klar komme, und die mein persönliches Leben belastet. Ich will über Dinge reden, will Ungereimtheiten ausräumen und will einen Meinungsaustausch. Ein Mensch, der das nicht kann, der tut mir nicht gut. Er ist nicht besser oder schlechter als ich - aber er kommt meinem Wohlfühlgefühl nicht nahe. Gut, ein Unterschied zwischen Mann und Frau, den gibt es bei diesem Thema bestimmt auch.

    Vor allen Dingen Glöckchen, es wäre schade, wenn wir in der Lage sind uns mitzuteilen, dass die Partnerschaft zu jemandem der es nicht kann oder will, auf uns abfärbt. Das nämlich sind die Gedanken, die ich neutral hatte. Über das Thema alkoholkrank hatte ich keine Lust zu reden, ich habe mich verdrückt um es nicht zu sehen. Habe mich also von meiner eigentlichen Art entfernt.

    Mittlerweile sehe ich es so, auch nach vielen fruchtlosen Gesprächen, wo mein Ex immer sagte "ich weiß nicht was ich will", dass dieses nicht sprechen können in der Person und dann noch zustäzlich in der Sucht liegen mag.

    Mein Ex arbeitet mit Spielen wie "Darf ich dich in den Arm nehmen", klug, denn dann spürt er ja ich tendiere zu ihm hin. Nun gestern musste ich ihm sagen "Wenn Du mir etwas zu sagen hast ist dazu kein Körperkontakt nötig". Nun er hatte mir nichts zu sagen, ich bin nach 1 Sekunde Warten (was früher nicht ging, geht auch heute nicht) in mein Schlafzimmer. Er wollte mir etwas sagen (meinte er zuvor) fand den Mut nicht, sein Problem - geht das nur über Körperkontakt, dann geht es nicht um das Gespräch sondern einen schnellen Weg, der zudem einfacher ist.

    Tja Glöckchen, da müssen wir uns überlegen ob wir das wollen - und ob da der Alk tatsächlich die große Rolle spielt??? Ich frage mich oft, ob ich nicht einfach diesen Mann verändern wollte - ihn in ein Muster pressen, welches mir gefallen hätte: gefühlsoffen und redebereit. Auch ist mir aufgefallen, ebenso dominant wie meine Mutter war ist auch er, eigentlich ohne Rücksichtnahme auf mich selber. Während meine Mutter das abstellen konnte und gelernt hat, lebt er noch immer diese "Unterwerfung". Nun, auch hier weiß ich, dass ich das nicht will. Bin aber etwas näher meiner Auswahl gekommen, warum einen alkoholkranken, da es in der Familie keinen Alkohol gab.

    Wie Du siehst Glöckchen, es hängen ganz viele Dinge mit den Partnerschaften und den Partnern zusammen, von denen wir uns im Klaren sein müssen was wir ertragen können und was nicht. Bei mir war der Moment des "zu viel" erreicht als er nächtelang weg blieb. Ab da war klar, das will ich nicht !

    Ich denke Glöckchen, es muss kein Partner weg geschoben werden - aber das eigene Glück geangelt werden! Niemand hindert uns daran im Hintergrund Hoffnungen zu hegen - im Vordergrund muss aber stehen dass wir selber für unsere Zufriedenheit sorgen müssen. Gelingt uns das nämlich für uns, dann können wir uns vor ihm abgrenzen und evtl. viele Schritte Abstand erarbeiten, wenn wir wollen. Dazu ist aber notwendig dass wir uns selber pflegen und die eigenen Bedürfnisse erkennen.

    Viel Erfolg wünscht Dir Dagmar

    Ich kann Ette nur Recht geben, da bei meinem Ex derzeit vermutlich gerade selbiger Versuch startet. Mit dem Resultat, dass der zuvor hohe Spiegel runterreduziert werden soll. Dieses aber wiederum bringt Schlafstörungen (bei meinem Ex). Er will etwas erreichen, was ihm zuvor nur mit seinem Spiegel möglich war, hat er diesen Spiegel aber nicht, so scheint er unsicher zu sein. Dieses dürfte Stress sein und vermutlich in den nächsten Tagen wieder zum Aufstocken des Spiegels führen.

    Ich weiß es nicht, ich weiss nur, dass hier die langjährigen kontrollierten Versuche sich dahingehend verändert haben dass die Mengen sich verdoppelt haben, Abstürze bis zur Besinnungslosigkeit - zwar selten - aber dennoch auftreten, was es anfänglich nicht gab.

    Aus dem ursprünglich kontrollierten Trinken während des Alltags wurde ein Trinken im Alltag, jedoch mit Abkehr von Hobbies, menschlichen Kontakten und Abkehr von Hygiene, gesundheitlicher Selbstversorgung (die noch nie die größte war) und vieler anderer selbstschädlicher Dinge.

    Hier also - bei uns - ist die Kontrolle in die Hosen gegangen ... weil es um Kontrolle ging und nicht um Abkehr von Prinzessin Alk.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Crevette,
    mir geht es ebenso wie Dir, ich wurde ja ausgetauscht durch die nächste Co. Versuche Dir das weniger zu Herzen zu nehmen, sondern finde Deinen Weg für Dich. Ob es einen für Euch gibt zeigt sich später. Findet er den Weg aus der Sucht ist eine Co, wie evtl. seine jetzige, nicht "brauchbar".

    Bei mir lief es ja ebenso, alles was mir von Bekannten gesagt wurde konnte ich nicht glauben: eine Frau, die selber wohl ein niedriges Niveau habe (schon alleine deshalb weil sie ihren drei Kindern einen alkoholkranken vorsetzt), die Geschichte des Trinken mit Personen unter Niveau konnte und wollte ich auch nicht glauben. Scheinbar ist es aber so.

    Wie auch immer, diese Woche ist er wieder bemüht einen Draht zu mir zu bekommen (was ich mir bei Deinem auch vorstellen kann) und jetzt heisst es für mich nicht in alte Muster zu verfallen und meinen Weg beizubehalten. Die "andere" ist eigentlich NULL und NICHTIG - unsere Beziehung war keine Beziehung sondern kränkelte so und so. Wichtig ist nun für mich meinen Weg zu finden und meine Wünsche an den Partner zu definieren. Ist es er, der Ex, oder ein anderer oder keiner ist gar nicht so wichtig denke ich.

    Ich weiß für mich dass ich einen gleichwertigen Partner will der nicht vor Problemen davon rennt oder sie im Alk verschüttet. Ich habe keinen Bock auf provuzierte Streits um Gründe fürs Trinken zu geben. Ich wünsche mir Verlässlichkeit und Ehrlichkeit - alles Dinge, die mein Ex nicht erfüllen kann, selbst wenn er wollte, weil er nur eine verlässliche Partnerin kennt: Princessin Alk.

    Mein Ex hat bisher nicht geschnallt, dass er ein Problem hat - er scheint derzeit nur auf dem Trip sein wieder Kontakt zu mir zu wollen. Nun, da beisst sich aber die Katze in den Schwanz! Gestern wieder das übliche Spiel, auf das ich bis vor kurzem reinfiel: "Darf ich Dich in den Arm nehmen?". Da konnte ich nur sagen: "Nein, wenn es etwas zu sagen gibt, dann kannst Du das auch ohne Körperkontakt."
    Kann er nicht, den Mut hätte er vielleicht auch nicht mehr. Denn die Spiele, die früher funktionierten waren viel einfacher. Genau die gilt es für mich auszuschalten. Mein Ex konnte noch nie klar Wünsche, Erwartungen oder ähnliches verbal artikulieren. Sein Pech! Denn auch das sollte er lernen - am besten über eine Therapie. Wenn nicht, seine Sache, aber somit keine Möglichkeit mit mir eine Diskussion auf Basis von Spielen und Gefühlen zu beginnen.

    Ich will damit einfach sagen: er ist nicht so wichtig - Du bist wichtig. Seine "Neue" ist auch nicht wichtig sondern das was Du in einer Beziehung willst. Wenn Du Deinen Weg des glücklichseins findest lebst Du genau das vor, was er später für sich lernen kann .... wenn er will....

    Ich glaube nicht, dass unsere alkoholkranken dumm sind. Ab und zu dürfte ihnen auch auffallen: Uups, die hat eine Wohnung bekommen - warum ich nicht? Ups, der geht es gar nicht so schlecht - warum denn eigentlich? Ob sie es in dieser Klarheit erfassen, das weiss ich nicht, aber nur so können wir vorleben was pures Erleben ist, eventuell auch die Resultate daraus.

    Ich kenne Deine Gefühle nur zu gut, liebe Crevette, weil man auch verletzt ist und einfach denkt, er hat eine andere in die er verliebt ist - man wurde ausgetauscht, nach all den Jahren .... Aber ich denke für mich das anders betrachten zu müssen: da geht es um Sucht und darum, wie man ihr unbeobachtet nachkommen kann. Wir wurden unbequem weil wir sie konfrontiert haben, meiner hat sich daraufhin jemanden gesucht, die Alk ebenfalls mag. Gut, seine Sache, ob es ihm dabei besser geht kann nur er beobachten und spüren. Und eventuell durch selbige Spiele wie bei mir ertesten.

    Aber nicht mehr mit mir..... ich mag solche Spiele nämlich nicht, dann verzichte ich lieber auf diese "Liebe".

    Toi toi toi von Dagmar

    Das mit der Untermiete ist mehr als genial muss ich sagen - in diesem Fall, weil alles gut gegangen zu sein scheint. Sprich wenn er jetzt kündigt, dann bin ich immer noch vorher raus. Hätte aber auch ganz schief gehen können.

    Ich freue mich riesig, kaufe schon Lampen ect und zähle Tage und Wochen. Auch wenn es dann nochmal eine Umstellung wird und die Ruhe mir am Anfang tödlich erscheinen wird, da ich ja an diese Berg- und Talfahrten gewöhnt war.

    Lieben Gruß von Dagmar

    so ein Modell habe ich auch hier, welches alles unter Kontrolle hat.

    Wer da wen unter Kontrolle hat möchte ich doch mal dahin gestellt sein lassen. Ein Suchtmittel ist ein Suchtmittel - es bewirkt im Hirn Veränderungenen, spricht das Belohnungszentrum an und wird als Ausweg für Stresssituationen verwendet. Da wir aber alle im Leben Stress haben stellt sich dann doch wohl die Frage, was ist bei überdimensionalem Stress.

    Ein Kumpel von mir war heroinabhängig und wurde mit Methadon substituiert. Während der Zeit gab es ein "bischen Koks"', alles unter Kontrolle. Das endete damit, dass er in seinem Wahn in einen Supermarkt einbrach, die Wirkung des Giftes nachließ als die Polizei da war und er als heulendes Elend mit einem Päckchen Kaugummi versteckt unter der Theke saß, geschüttelt von Krämpfen und Panik sowie Weinen.
    Aber er hatte es ja unter Kontrolle ;)

    Kann ich meine Co-Abhängigkeit unter Kontrolle halten? Nur so lange, wie nicht diverse Muster und Spiele von der Gegenseite eingesetzt werden, die mich ruckizucki in Verhaltensmuster drängen die ich nicht will. Aber alles unter Kontrolle: vielleicht in 95 % der Fälle, aber was ist mit den anderen 5%.

    Ich denke, diejenigen, die mit dem Thema Erfahrung haben werden Dir Ihre Meinung noch sagen, ich habe das Gefühl, da will einer auf keinen Fall auf seine Prinzessin Alk verzichten und damit er doch nicht ganz so schlaff dasteht spricht er nun von kontrolliertem Trinken....

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s.s ich kann nicht einmal kontrolliert rauchen .... weil ich süchtig bin....

    Ich gönne mir ganz viel Arbeit :) Das einlassen meiner rustikalen Kiefermöbel für das neue Haus. Das sieht so toll aus, wenn das Öl einzieht und die Möbelstücke wie gestärkt wirken.

    Mit jedem gepackten Karton, den ich mir gönne kommt ein Stück Freude auf das "Neue" einrichten in meinen Farben, mein Schlafzimmer in blau-/gelb mit Sonne/Mond/Sterne-Motive, wofür ich mir gestern eine günstige und passende Lampe gegönnt habe.

    Ich habe gestern meine Brille geholt, die schon viele, viele Jahre fällig war da meine Sehstärke sich wesentlich verändert hat. Ich habe mir erstmalig wieder gegönnt für meine Gesundheit gutes und schönes zu tun.

    Später gönne ich mir noch eine Portion Arbeit, den Kaffee gönne ich mir bereits, und die Freude daran, dass es ein Stück näher dem Umzug geht. Bin ich schlapp, dann gehe ich raus in mein Katzenasyl mit all den vielen Pflanzen und Tieren und weiß, sie gehen mit mir ....

    Ich gönne mir derzeit zu versuchen selbständig zu leben und Verantwortung für mich zu tragen. Einen netten Flirt in Ehren :) und einfach den "Herrgott einen guten Mann sein zu lassen" trotz aller der Zukunftsängste (neuer Job muss gesucht werden....) die eigentlich vor der Türe stehen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach, liebe crevette,
    unsere Achterbahnen haben wir so lange gehabt, dass es jetzt ungewohnt ist, dass es nicht berg und tal entlang gehen soll.

    Schau, wenn es eine Chance gibt, dann durch Grenzen setzen. Dadurch, dass Du sagst ich bin auch jemand. Garantien, dass die Partnerseite aufwacht hat niemand, aber ich befürchte es gibt eine Garantie: "so weiter zu machen ist unser Untergang".

    Auch ich erlebe hier Tag für Tag solche Berg- und Talfahrten. Vor rund 6 Wochen ging die Beziehung den Bach runter und "er" wohl irgendwie auch. Rappelt sich zwischendurch mal hoch - spielt Spiele - oder versucht so wie derzeit "essen wir morgen zusammen, ich koche für Dich". Alles schön und gut - ist aber nicht der Ansatz in die Richtung: "Ich koche mir meine Bewältigung der Sucht".

    Komischerweise kommen diese "Versuche" aber erst nachdem ich mich so was von klar abgrenze. Unabhängig, dass ich bei mir bzw. meinem Ex keine Chance sehe, so ist es doch so, dass nur die eigene Beständigkeit zu zeigen scheint dass es nicht mehr so geht wie früher. Egal, wie anders es geht - auch möglich, dass es bei Euch wieder ein "wir" gibt - aber alles das scheint nur möglich zu sein, wenn wir unser Verhalten verändern, welches wir innerhalb der Beziehung hatten.

    Ich kann in meinem Fall sagen: 6 Wochen Trennung, alle denkbaren (und undenkbaren) Spiele wurden von ihm gespielt mich in alte Muster zu drängen. Seit gestern wird nun ein neues "Spiel" gespielt, welches aber (derzeit) meine Grenzen erlaubt und in welchem ich recht emotionslos das sagen kann, was passend ist. Er wollte heute für mich kochen, worauf ich ihm nur sagen konnte: "in der Vergangenheit hat sich erwiesen daß Versprechungen nicht eingehalten werden, deshalb möchte ich darauf nicht bauen."

    Hält er sich an seine Zeitversprechung schön, wenn nicht, so geht es wie in der Vergangenheit - ich versorge mich selber zu meinem gewünschten Zeitpunkt. Das was ich früher nicht konnte, beginnt mir jetzt zu gelingen: mein Leben zu leben ohne auf ihn zu "warten" oder mich nach "ihm zu richten" das aber geht alles nur mit Abstand, bei mir auch mit dem Bewußtsein bald ausziehen zu dürfen und in seiner Abwesenheit meine Kartons zu packen, meine Kiefernmöbel mich Öl einzulassen, meine Lampen zu kaufen und ich mich auf mein Leben vorzubereiten.

    Ich glaube für mich persönlich, nur durch dieses Wissen der Planung um mein alleiniges, zukünftiges Leben gewinne ich an Stärke, Bewußtsein und der Möglichkeit ihm klar zu machen "bei mir läuft es, wenn es bei Dir nicht läuft, so musst Du Dir überlegen, woran es liegt, was Dich hemmt...."

    Schau crevette, wenn es eine Chance für Euch gibt, nur dadurch, dass Du vorlebst ohne Suchtmittel Dein Leben in die Hand zu nehmen. Pur alles zu ertragen, auch wenn es noch so schwer ist. Einfach zu zeigen und nicht davon zu reden.

    Bei meinen Katzen habe ich es auch so gemacht, ich habe mich um die Streuner gekümmert, auf eigene Kosten kastriert und einfach vorgelebt was gemacht werden muss. Damals war die Presse sehr angetan von diesem "selber vorleben". Und ich denke, das ist es im Leben: hohle Worte werden viel zu viele gedroschen - Gedanken umsetzen in die Tat - zeigen wie es auch geht.

    Niemand muss es nachmachen - aber jeder sieht es kann gehen!!! Also: halt Dich tapfer!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Salue Clauga,
    meines Erachtens gibt es die Vormundschaft seit Jahren nicht mehr, sondern statt dessen eine gesetzliche Betreuung.

    Diese aber ist nur dann erforderlich, wenn Menschen ihr eigenes Leben nicht mehr regeln können. Ist das bei Deinem Mann so? Du hättest dadurch das Recht und die Pflicht über seinen Aufenthalt - Heimunterbringung ect. zu entscheiden. Auch würdest Du sein Geld verwalten ect.

    Im Gegenzug dafür musst Du dich verantwortlich für seine Dinge zeichnen. Oftmals ist das sehr schwierig bei nahen Angehörigen und es gibt Fälle, da ist es sinnvoller einen Berufsbetreuer einzuschalten. Auch deshalb, weil recht viel Wissen da sein muss um den Betreffenden richtig gut vor Krankenkassen, Rentenkassen, Pflegekassen ect. zu vertreten.

    Herzlichen Gruß
    Dagmar

    p.s.s ich kann die Eile nicht verstehen, geht es um eine lebenswichtige OP???

    Ach Ettena,
    ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen. Man fühlt sich wie ganz alleine auf der Welt. Meine Vorredner haben absolut recht: bestimmt gibt es Menschen, die sich über Deine Gegenwart erfreuen. Du musst sie nur sehen und hören können, wenn es Dir schlecht geht.

    Auch mal versuchen von Dir aus auf Bekannte zugehen. Denn hellsehen können wir ja alle nicht. Ich glaube für alle, die eine Trennung bewältigen müssen, gibt es dieses Gefühl plötzlich ganz alleine oder wertlos oder oder zu sein. Aber wir müssen uns wieder das erarbeiten, was wir vor dieser Beziehung waren. Einfach langsam Schritt für Schritt in ein neues Leben gehen.

    Wechseljahre stehen auch bei mir demnächst an. Und? Lassen wir uns doch nicht schocken - ein neuer Lebensabschnitt, den wir einfach packen müssen. Du hast Insolvenz ich bin arbeitslos geworden - Arbeitsplatzabschaffung - auch für uns geht die Sonne auf - wenn auch nicht morgen - lass es uns einfach versuchen in eine bessere Zukunft zu starten.

    Noch was: Dein Ex sagt er wäre jetzt so, wie Du es Dir gewünscht hast ... es stellt sich die Frage, ob er das nicht selber glauben möchte ....

    Du kommst raus aus den negativen Gefühlen, aber es dauert etwas!!! Trauer muss leider auch sein.

    Viel Kraft wünscht Dagmar

    Super, liebe Fish, wie Ihr das nun angeht. Schön, dass Du alle Power sammeln kannst :)

    Ja, ja die Spielchen - ich befürchte, da kommen noch einige, die wir gar nicht zuordnen können. Ich selber bin immer wieder erstaunt, was aus dem Ärmel gezaubert wird.

    Komisch nicht, mir geht es so wie Dir: der Abstand ist leichter wenn "er" trinkt. Für mich bedeutet das nämlich ein Ekelgefühl, welches mir klar macht, so will ich nicht mehr. Wenn "er" einigermassen klar wirkt, so kommen Erinnerungen an bessere Tage.

    Für mich ist eine Brücke mich zu erinnern, wo es sonst noch überall hängt - was nicht offensichtlich im dem Alkohol zu tun hat. Denn auch da gibt es bei mir genügend Punkte um zu sagen es war keine partnerschaftliche Beziehung. Aber heftig ist es da durch zu gehen.

    Glaub mir, auch das mit der Wohnung klappt - bei mir hat es ja nun auch geklappt. Ich selber habe inseriert und die Reaktionen waren da. Das hatte für mich den Vorteil zu sagen meine Katzen und ich - somit mussten nur die anrufen, die meine Tiere akzeptieren.

    Viel Power auch weiterhin wünscht
    Dagmar

    Natürlich lässt es mich nicht kalt, denn ich habe den Menschen, den ich einmal kennenlernte geliebt.

    Da es sich jetzt um eine süchtige Maschinerie handelt habe ich mich von ihm getrennt und baue mein Leben für mich auf. Da ich weiß wie schwer es mir fällt reduziere ich den Umgang auf nahezu Null.

    Ich habe nie versucht jemandem weiß zumachen dass er mir am A.... vorbeigeht. Sonst würde ja das loslassen nicht so schwer fallen. Aber es gibt nur eine Entscheidung entweder für mich und gegen ihn - oder gegen uns beide mit ihm....

    Ich denke, eines hat nichts mit dem anderen zu tun - auf der einen Seite seinen Weg sehr wohl gehen und auf der anderen Seite sehr wohl trauern um jemanden, den man früher mal liebte und trauern um das was einmal schön war.

    Das alles hat aber nichts damit zu tun, dass ich in ein paar Wochen mein Haus ohne ihn beziehen werde, jetzt keine Gespräche führe und keine Anrufe annehme.

    Aber egal, nein egal kann mir ein Menschenleben nicht sein, welches weg geworfen wird.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich - die in ähnlicher Situation ist wie Du - denke, dass unsere (Ex-)Partner nun endlich alleine ihre Entscheidungen treffen müssen und dafür gerade stehen. Haben wir nicht lang genug Elend von ihnen abgehalten und sie dadurch noch tiefer in die Flaschen sehen lassen. Wir waren doch da und haben mit hilfreichen Armen einiges der Last von ihren Schultern genommen.

    Mein Ex ist gerade dabei seinen Arbeitsplatz selber kündigen zu wollen (Nase voll, oder Arbeiten stört beim Trinken, oder oder oder). Früher hätte ich Angst um die Miete gehabt. In zwei Monaten bin ich selber weg und er selber muss geradestehen für die Mietzahlungen - alleine (was er noch nicht weiß).

    Natürlich sitzen unsere "Allerwertesten" jetzt in vielen Situationen unter Druck - lass sie doch - vielleicht fällt ihnen auf dass der Druck zu viel ist und über die Flasche nur noch mehr Druck kommt. Vielleicht auch nicht - eher nicht, aber dann sterben wir nicht an deren Überdruck. Oder?

    Ich mache mir ebenso Gedanken wie Du, denn auch für mich ist es nicht leicht, aber ich will leben und nicht nur vegetieren.... Du und Deine Kinder sicher auch!!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Danke, lieber Erdling. So sehe ich es auch, ich möchte leben und ich habe einfach Ansprüche an das Leben, die sind ganz klein - aber einfach ein Haus mit Grün, meine Tiere und offenen Kontakt, der auch ruhig mal Streit sein kann, aber oberhalb der Gürtellinie. Ich bin ein so direkter Mensch, dass es für mich unerträglich ist, wenn mein Gegenstück alles zurückhält. Da ist für mich keine Kommunikation möglich.

    Ja Erdling, die Situation vorhin war irgendwie schon bald schamhaft. Denn das alles war so unsinnig, auch der Zeitpunkt und das wo eine Freundin da war. Wer schreibt am Arbeitsplatz Bewerbungen und möchte einen 10 Jahre Job wegwerfen, der relativ gut bezahlt und sicher ist. Ich denke, er selbe ist weniger in Richtung Einsicht als in Richtung Selbstmitleid unterwegs. Aber auch das scheidet evtl. nicht aus, dass er für sich irgendwann mal sagt "Schluss". Ich glaube es eher nicht, aber es geht mich nichts mehr an.

    Für mich irre ist die Geschwindigkeit, in der da was abgeht. Eigentlich nicht nachzuvollziehen, dass innerhalb von vier Wochen - lass es mal 6 sein - nahezu das ganze Leben und alle Interessen hingeworfen werden. Und das sind ja nur die Dinge die ich sehe, zugetragen wurden mir noch weitere, die ich aber mal einfach als nicht bestätigt dastehen lasse.

    Tja, lieber Erdling, da siehst Du mal, wie weit es hätte kommen können wenn Du nicht die Notbremse gezogen hättest. Und ich denke mir schon, dass dieses "Ziehen" nicht einfach war.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Sag blox Dixi,
    Du hast ihm diese Mail oben zukommen lassen?

    Was soll er damit anfangen? Für dich scheint sein Verhalten belastend zu sein, für ihn könnte es normal sein. Also sein Recht auf ein Leben mit Alk und Dein Recht zu sagen "ich will den Alk nicht in der Beziehung". Du wirfst ihm vor, zu ihm gehalten zu haben - Du hast es getan, vermutlich aus freien Stücken.

    Oh, verstehen kann ich Dich gut. Ich habe zu meinem Ex auch gesagt "wegen Dir bin ich in diese gottverdammte Gegend gezogen" aber ich bin umgezogen - nicht er! Also bin ich selber schuld, dass ich jetzt hier am Arsch der Welt lebe. Er hat mich nicht geknebelt und entführt.

    Wenn er nicht den Wunsch nach Hilfe hat halte ich es nicht für gut es zu implizieren. Nimmst Du Ratschläge an? Ich denke auch nicht, oder? Wenn es von selbst kommt, klasse! Kompliment und bingo - aber von außen kann es nichts werden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s.s auch ich würde mir denjenigen zurückwünschen, den ich mal kennen- und liebengelernt habe. Aber in meinem Fall gibt es diesen Menschen nicht mehr - er hat nun ein suchtgesteuertes Verhalten .... ähnlicher einer Maschine als einem Menschen ..... somit kann ich persönlich für mich auch nicht mehr von Liebe sprechen. Den, den ich mal liebte, den gibt es so nicht mehr...

    Ich lerne nicht aus und staune nur noch Bauklötze. Ich bin sowas von froh, dass ich in einigen Wochen ausziehen kann und die Resultate von irgendwelchen Spontanentschlüssen nicht mittragen muss. Bis dahin müssen wir wohl noch gemeinsam Miete zahlen, aber noch zwei Zahlungen und ich bin draußen.

    Ich sehe keine Notwendigkeit mit ihm großartig zu sprechen wenn er von seinen geselligen Trinkwochenden Montagmorgens hier ankommt. Heute habe ich geschickterweise gerade das Haus verlassen als er kam, saß also schon im Auto.

    Er hat das Haus wohl in der Zeit nicht betreten. Als ich dann wieder da war, kurz bevor er zu seinem Arbeitsplatz wollte, kam er in mein Büro und suchte in einer Seelenruhe in einem der Ordner im Büro. Ob ich ihm helfen könne?

    Er suche seinen Arbeitsvertrag wegen der Kündigungsfrist. Auf meine Frage "Hast Du Ärger" die Antwort er wisse es nicht.

    Ich habe das alles mal unkomentiert gelassen da es mich a) nichts angeht und ich b) wieder eine Portion seiner Spiele vermute. Eventuell auch dass der Arbeitgeber nun endlich mal nach Jahren Alkoholfahne reagiert. Für mich konnte ich nur denken: wegrennen, von einem Ort zum anderen, an jedem Ort werden selbige Probleme wieder auftauchen. Mal früher, mal später....
    Ach ja, seine Bewerbung würde er am Arbeitsplatz schreiben und ausdrucken....

    5 Flaschen Weizenbier gingen die Reise mit zu seinem Arbeitsplatz (musste ich zwangsläufig bemerken, da in diesem Getränkekeller meine Post deponiert wird). Ich kann nun nicht beurteilen ob wann oder wie diese Flaschen konsumiert werden, wobei ich immer dachte rund um den Arbeitsplatz gibt es keinen Alk.

    So kann man/frau sich natürlich selber abschießen wenn das Teufelchen Alk im Kopf sitzt. 10 Jahre in einer Firma, wenn ich da gehe, dann doch am besten mit finanziellem Gewinn.

    Bin ich froh nicht dieses wirrwarr erleben zu müssen. Ich weiß ja für mich selber wie schwer es war sich zu lösen, eine Wohnung zu suchen und ich muss selber ja auch einen neuen Job suchen. Nur mein Haus habe ich ja jetzt. Und es ist eine scheiß Belastung Job + Haus zu suchen. Beides hat er vor sich, hat es gewählt. Ich werde nicht mehr erfahren ob er es noch auf die Reihe bekommen wird, denn es scheint alles gerade sehr schnell um ihn herum abzulaufen.

    Nun gut, ich muss es nicht verstehen ...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen liebe Fish,
    ich musste das auch erleben. Musste weil mein Ex zwar gut mit Worten umgehen konnte, auch den Konsum runtergeschraubt hatte (damit ich das bitte sehe) aber keinerlei Schritte (Arztbesuch, Therapeut ect.) angestrebt hatte. Warum er das tat? Weil er logischerweise innerhalb meiner Handlungen bemerkt hatte das ich beginne mich zu lösen.

    Mir ging es schlecht, weil er weniger trank und ich mich selber fragte: "Tu ich ihm Unrecht, will er etwas ändern?" In meinem Fall würde ich mal sagen "No, no, no" Grammyverdächtig um Bequemlichkeit zu erhalten weil das Wasser um seine Ohren beginnt zu steigen und es nicht toll ist wenn der Co seine Aufgaben nicht mehr erfüllt.

    Gerne würde ich Dir etwas anderes wünschen als es bei mir war. Bei mir war es so, dass meine Haltung ihm gegenüber immer noch ablehnend war und er nun langsam mal mit Agression mal mit dem Versuch mich in alte Muster zu pressen, versuchte gut dazustehen und mich wohin zu treiben wo ich nicht hin wollte.

    Mit mir selber habe ich den Deal gemacht: Du gehst, auch wenn es weh tut. Sollte er etwas für sich tun, dann kann man/frau wieder zusammenkommen - aber Abstand muss sein damit Du gesund wirst. Also das Du steht für mich....

    Du, Fish, musst selber entscheiden - aber ich persönlich wurde so oft belogen dass ich keine Lust mehr habe auch nur ansatzweise Worten Glauben zu schenken, deren Taten (die oft versteckt sind) genau das Gegenteil bezeugen,

    p.s.s ich dachte auch er trinke nixx - war aber wohl nicht so .... später tauchten Flaschen und Quittungen auf, die er nicht richtig versteckt hatte bzw. die aus der Tasche fielen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich glaube, die Probleme die Ihr habt, die haben Menschen ohne Alkoholprobleme auch. Denn es geht ja darum sich neues Terrain zu erobern. Bisher hattet Ihr eine Krücke namens Princess Alk, und nun geht es bei Euch wie bei mir : pur.

    Ich glaube es gilt einfach ein Schritt nach dem anderen, sich selbst genug sein zu versuchen und wie Lütze sagt, die Freunde gut sortieren.

    Ich habe wohl nur eine Hand voll, aber die sind ehrlich und konsequent. Zu mir sagte mal ein Freund, der damals alkoholisiert war: "Weißt Du, von den Leuten, mit denen ich hier trinke, interessiert sich keiner für mich. Ich bin gut um den Clown zu machen, Fun und Party, aber wie es in mir aussieht interessiert da keinen."

    Ich denke das ist einer der Punkte, warum die Auswahl so wichtig ist und uns allen Stabilität und Zuverlässigkeit gibt. Geburtstag - es gibt bestimmt einen Menschen, dem Du vertraust und den Du gerne in Deiner Nähe hättest. Sprech ihn oder sie an! Sag es ihm/ihr! Vielleicht freut derjenige sich ebenso wie Du über seine/ihre Gegenwart.

    Es klingt traurig und schwer was Du schreibst Lütze, ich meine manchmal ähnliches bei meinem Ex spüren zu müssen. Dieses getrieben werden, dieses ruhelose, welches im Widerspruch steht zu der melancholischen, depressiven Ruhe nach dem Genuß von Alkohol. Einfach so starke Widersprüche in der Lebensweise der Person selber, dass ich denke viele zerbrechen dadurch an sich selber. Wie bei einer Dampfmaschine: erst Hochtourig bis der Stoff das ist und dann runterschalten. Das aber nicht gemässigt sondern als ob der Dampfkessel irgendwo ein Loch hat.

    So sehr ich traurig bin, was mit meinem Ex passiert, so sehr muss ich sagen ich bewundere jeden der/die aussteigt und diesen Weg geht.

    Lieben Grußvon Dagmar

    ich habe bisher nur ein oder zweimal meiner Mutter einen offenen und ehrlichen Brief, auch liebevoll geschrieben, das hat sie sehr berühert. Meine Mutter ist eine sehr dominante Person, bei der es mir sehr schwer fällt mich zu öffnen bzw. etwas liebevolles zu sagen.

    Für den Brief kannst Du Dir Zeit nehmen, die Worte wählen und alles sagen, was Dir auf dem Herzen liegt. Dann wird der erste Kontakt vielleicht komisch sein, aber das machst Du mit links :)

    Lieben Gruß und gute Ideen wünscht Dagmar

    Da hast Du recht Lukida,
    ich sagte zu meinem Ex bereits mehrfach dass ich ihm dankbar bin, dass er die Bezeihung beendet hat, weil ich vermutlich zu krank und zu willensschwach gewesen wäre das jemals zu tun.

    Ja, meine Miezen und ich haben nun ein Haus bekommen. Es dauert noch ein paar Wochen, bis wir einziehen können. Aber mit dem Wissen dass (wenn auch nicht sofort) bekomme ich für mich selber eine ganz andere "Note", ein anderes Gefühl und wieder Power.

    Mitleid, Hass, Wut, Enttäuschung - alles Gefühle, die ich auch schon verspüren musste. Letztendlich ist es aber so wie Du sagst, wir können es uns nicht "erlauben" weil unser eigenes Leben ansteht umd gut geführt zu werden.

    Diese Gefühle verschwimmen bei mir auch mittlerweile in dem Bewußtsein unsere Wege werden sich bald trennen, dadurch habe ich noch weniger teil an seinem Leben und diese Gefühle können kaum mehr so entstehen wie beim direkten Kontakt mit dem Suchtmittel.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Da habt Ihr Recht, dass innerhalb dieses Forums viel bewältigt werden kann. Auch das Gefühl zu wissen, es geht so vielen gleich macht stärker.

    Was mir persönlich sehr hilft ist die Offenheit von Betroffenen, die selber über ihre Alkoholprobleme reden. Mir persönlich macht es das verstehen leichter und das Wissen, auch diese Aktionen muss ich nicht auf mich beziehen sondern sie basieren aus einer Krankheit.

    Auch gelingt es durch das Lesen vieler Geschichten von anderen - die eigentlich gleich sind wie die eigene - zu sagen "Stop(p)" Du machst es nicht anders oder zumindest ähnlich, aber Du willst nicht dass es Dir schlecht geht.

    Zwar habe ich einen gesunden Egoismus, aber die Mechanismen in einer Suchtbeziehung auszuschalten ist nicht einfach, durch offene Worte geht es leichter die Selbstkritik einsetzen zu lassen.

    Lieben Gruß von Dagmar