Liebes Glöckchen,
das mit dem reden ist auch mein Problem. Wenn ich jedoch ehrlich bin, so muss ich mir vermutlich eingestehen, dass mein Ex weder mit noch ohne Alk in der Lage ist über Gefühle zu reden. Somit also eine Veranlagung, die ihm einfach gegeben ist.
Das jedoch ist eine Veranlagung, mit der ich nicht klar komme, und die mein persönliches Leben belastet. Ich will über Dinge reden, will Ungereimtheiten ausräumen und will einen Meinungsaustausch. Ein Mensch, der das nicht kann, der tut mir nicht gut. Er ist nicht besser oder schlechter als ich - aber er kommt meinem Wohlfühlgefühl nicht nahe. Gut, ein Unterschied zwischen Mann und Frau, den gibt es bei diesem Thema bestimmt auch.
Vor allen Dingen Glöckchen, es wäre schade, wenn wir in der Lage sind uns mitzuteilen, dass die Partnerschaft zu jemandem der es nicht kann oder will, auf uns abfärbt. Das nämlich sind die Gedanken, die ich neutral hatte. Über das Thema alkoholkrank hatte ich keine Lust zu reden, ich habe mich verdrückt um es nicht zu sehen. Habe mich also von meiner eigentlichen Art entfernt.
Mittlerweile sehe ich es so, auch nach vielen fruchtlosen Gesprächen, wo mein Ex immer sagte "ich weiß nicht was ich will", dass dieses nicht sprechen können in der Person und dann noch zustäzlich in der Sucht liegen mag.
Mein Ex arbeitet mit Spielen wie "Darf ich dich in den Arm nehmen", klug, denn dann spürt er ja ich tendiere zu ihm hin. Nun gestern musste ich ihm sagen "Wenn Du mir etwas zu sagen hast ist dazu kein Körperkontakt nötig". Nun er hatte mir nichts zu sagen, ich bin nach 1 Sekunde Warten (was früher nicht ging, geht auch heute nicht) in mein Schlafzimmer. Er wollte mir etwas sagen (meinte er zuvor) fand den Mut nicht, sein Problem - geht das nur über Körperkontakt, dann geht es nicht um das Gespräch sondern einen schnellen Weg, der zudem einfacher ist.
Tja Glöckchen, da müssen wir uns überlegen ob wir das wollen - und ob da der Alk tatsächlich die große Rolle spielt??? Ich frage mich oft, ob ich nicht einfach diesen Mann verändern wollte - ihn in ein Muster pressen, welches mir gefallen hätte: gefühlsoffen und redebereit. Auch ist mir aufgefallen, ebenso dominant wie meine Mutter war ist auch er, eigentlich ohne Rücksichtnahme auf mich selber. Während meine Mutter das abstellen konnte und gelernt hat, lebt er noch immer diese "Unterwerfung". Nun, auch hier weiß ich, dass ich das nicht will. Bin aber etwas näher meiner Auswahl gekommen, warum einen alkoholkranken, da es in der Familie keinen Alkohol gab.
Wie Du siehst Glöckchen, es hängen ganz viele Dinge mit den Partnerschaften und den Partnern zusammen, von denen wir uns im Klaren sein müssen was wir ertragen können und was nicht. Bei mir war der Moment des "zu viel" erreicht als er nächtelang weg blieb. Ab da war klar, das will ich nicht !
Ich denke Glöckchen, es muss kein Partner weg geschoben werden - aber das eigene Glück geangelt werden! Niemand hindert uns daran im Hintergrund Hoffnungen zu hegen - im Vordergrund muss aber stehen dass wir selber für unsere Zufriedenheit sorgen müssen. Gelingt uns das nämlich für uns, dann können wir uns vor ihm abgrenzen und evtl. viele Schritte Abstand erarbeiten, wenn wir wollen. Dazu ist aber notwendig dass wir uns selber pflegen und die eigenen Bedürfnisse erkennen.
Viel Erfolg wünscht Dir Dagmar