Beiträge von dagmar007

    Richtig, lieber Papi,
    ein Steinchen nach dem anderen lässt sich so aus dem Weg rollen.

    Davon einmal abgesehen denke ich da an die Kinder! Wenn wir Erwachsene schon mit einem solchen Verhalten nicht zu Recht kommen, wie in Gottes Namen denn ein Kind? Wie soll es diese Übersprunghandlungen und sekundenweise Wechsel der Launenhaftigkeit ertragen?

    Kinder kämpfen um die Liebe und Anerkennung der Eltern, oder? Das was bei einer wenig gefestigten Person heute richtig ist ist morgen vielleicht falsch. Wie soll ein Kind denn so wissen was richtig oder falsch ist? Wie soll ein Kind lernen mit Problemen fertig zu werden wenn es nicht von einem Erwachsenen geschützt wird vor genau diesen Stimmungsschwankungen?

    Immer wieder mal kurz aufhören- kann auch mal länger sein- um den anderen und sich selber zu beweisen "ichh habe doch kein Problem". Klasse, vier Wochen trocken gehalten und "Siehst Du, ich habe kein Problem". Genial - zwar wurden mir nie vier Wochen serviert, aber ich kenne das von seinen Kumpels.

    Jetzt mal ganz ehrlich: In einem Fall von Hundert ändert sich wirklich etwas und ein Kranker geht in Richtung Trockenheit. Das aber war dann immer so, dass der Partner konsequent war und sich selber am wichtigsten genommen hat.

    Ich wünsche Dir viel Kraft liebe Sadness
    Dagmar

    Ja Ihr Lieben,
    dieser Kontrollwahn ist irrwitzig - ich bekam ihn jedoch erst als ich Angst um mein Leben hatte weil die Beziehung beendet war und immer mehr Agression auf mich zukam.

    Fakt war für mich: jede Kontrolle hat mich in der Sache festgehalten. Jede Kontrolle hat meine Phantasie beflügelt, jeder Gang in den Bastelkeller mit der Frage verbunden wieviele hartes wieviel weiches?

    Gespräche? Für die Katz! Zum ersten ist es mein Problem wenn ich mit dem Alkkonsum eines anderen nicht klarkomme zum zweiten stellt es für diverese Menschen kein Problem dar wenn diese einen hohen Konsum haben. Solange sie das nicht ändern wollen und sich selber mit ihrem Konsum unwohl fühlen haben sie kein Problem, ausser mit uns und unseren Meinungen (die sie nicht vertreten können).

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Alkoholkranke sich zum ersten durch Kontrolle und Gespräche darüber genervt und entmündigt fühlt und gleichzeitig sich für sehr wichtig nehmen kann weil wir doch ständig soviel Theater um ihn/sie machen und ihn/sie ändern wollen. Eigentlich muss jemand ohne Krankheitseinsicht sich fühlen wie eine Puppe an der hin und her gezogen wird. Auch kein schönes Gefühl, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    anstrengende Wochen,schöne Wochen und noch mittendrin. Wo ich anfangen soll zu schildern weiß ich nicht so ganz.

    Auto kommt nicht durch den TÜV - Neubeschaffung eines billigen Fahrzeuges da ein Minigehalt - Toll, noch nie alleine ein Auto gekauft, zumal nicht für ein paar hundert Euro. Alleine kaufen/abmelden/ummelden. Demnächst den andern loswerden, evtl. weil Sammlermodell verkaufen können, biligste Versicherung wählen und und und.

    Nun, ich hoffe nun auf die Verlängerung meines Arbeitsvertrages - ich denke ja, aber wissen kann ich es erst wenn ich die Unterschrift und den Vertrag habe. Sicherheitshalber sind jedoch Bewerbungen angesagt.

    Holz kaufen, stapeln ect. pp.

    Dann habe ich einen Sponsor für meine Blumenlust gefunden: zwei große Blumenhäuser über deren Produkte ich berichte und nun rund 2000 Blumenzwiebeln für das Frühjahr habe. Die heisst es nun zu beschreiben, fotografieren, einzupflanzen und über die Monate im Bild zu verfolgen.

    Garten und Mühlengelände aufräumen in Sachen Kürbisse und Sommerblumen und für Weihnachten/Winter dekorieren. Außendeko ist nicht gerade billig, und dennoch es soll was her....

    Am Arbeitsplatz fühle ich mich weiterhin wohl, habe allerdings auch schon einen Riesenfehler gemacht, den ich mir schwer verzeihen konnte. Weiß aber, wo Menschen arbeiten können Fehler passieren. Wo ich neues auf den Weg bringe (was es zuvor nicht gab) könnte auch mal im alten sich der Fehlerteufel einschleichen. War so ... schade für mich und mein Ego ... aber war halt so....

    Mir geht es gut, das Reallife erfordert meine ganze Kraft und Anwesenheit somit lese ich hier zwar täglich, schreibe aber selten.

    Zumal dazu kommt dass ich bei vielen Schreibern meinen Senf zu deren Schutz nicht mehr abgebe. Wer noch so tief in Beziehungen hängt und sich selber dabei verliert, für den bin ich zu krass und wirke wie ein Gegner, wie jemand, der diese Menschen nicht versteht.

    Bin ich denselben Weg doch gegangen und weiß nur zu gut, was einen in den ersten Phasen der Erkenntnis begleitet. Dann aber musste ich handeln und genau hier kann ich schlecht denjenigen Ratschläge geben, die noch in ihrer Selbstfindung sind.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Julchen,
    wie sprichst Du mir aus der Seele, wenn es um Berührungen oder Gefühle zeigen betreffend der Eltern/Mutter geht. Genau mein Thema: extrem streng erzogen worden und ohne alles was als "warmherzig" empfunden wird.

    Nun, meine Mutter wird das selber nicht erfahren haben, kann es nicht weitergeben und ich es ihr gegenüber nicht oder sehr, sehr schwer zeigen.

    Anderen Menschen gegenüber konnte ich es lernen, ich merke jedoch all jene, denen es ähnlich geht wie meiner Mutter, die schwer ihre Gefühle ausdrücken können, die lähmen auch mich etwas in meiner körperlichen Ausdrucksfähigkeit. Zuweilen gibt sich das bei diesen Menschen mit der Zeit.

    Bei meiner Mutter jedoch wohl kaum. Allerdings ist es wohl so, dass ich die Situation gerne anders hätte, auf der anderen Seite müssten da zwei Menschen über ihren Schatten springen und können es vielleicht nicht. Vielleicht wäre es noch nicht einmal sinnvoll? VIelleicht muss es da nicht die Herzlichkeit sein wie mit einer tiefen Freundin? Vielleicht sind das einfach Beziehungen, in und mit denen "Liebe" anders ausgedrückt wird?

    Mir geht es so wie Dir Julchen, auf der einen Seite will ich es anders, auf der anderen Seite frage ich mich warum ich so nicht zufrieden bin. Denn wäre es mir so ein tiefes Ansinnen, dann würde es wohl spontan aus mir erwachsen.... oder doch nicht, weil es Mutter und Respektperson ist, die vorlebte wie mein Leben hätte "sein sollen"....

    Auch ich weiß es nicht Julchen, aber ich denke (und das ist mein Problem dass die Lebenszeit der Eltern nciht länger wird) wir können da nichts übers Knie brechen.

    Schön, dass Deinen Eltern die Augen geöffnet wurden. Meiner Mutter fiel es ganz schwer sich vorzustellen, was bei uns passiert ist. Logisch, die Extremtaten laufen ja nicht in der Öffentlichkeit ab. Wobei meine Mutter einfach feststellen musste dass mein Partner schlecht aussah und sie es dann langsam begann zu verstehen als die Alkoholexzesse ihr gesagt wurden.

    Auch sie sagte wenn er bei ihr anrief "nein, der war nüchtern" Klar, erstens ist es leicht sich für ein paar Minuten zu konzentrieren, zweitens, erst wenn der Spiegel stimmt läuft der Motor richtig.

    Aber weißt Du was, liebes Julchen: es ist egal ob andere es verstehen oder nicht. Sie werden es nämlich daran merken dass und wie Du Dich entwickelst. Wie Du wieder DU wirst und DEIN Leben verantwortlich leben kannst.

    Wart nur mal ab und gebe Dir und Deinem Umfeld die Chance :)

    Übrigens: meine Mutter - als auch mein Vater - wurden sehr streng erzogen, konnten keine Gefühle zeigen. Nun, Eltern - REspektpersonen - die kann ich nicht "umerziehen". Suchte ich mir wohl deshalb einen ebensolchen "kalten" (kranken) Partner weil ich dachte durch/mit und in Liebe geht das???

    Lieben Gruß von Daggi

    Liebe Isis,
    ich kann mich nur vollstens Diandara anschließen.

    Ich selber habe mich nach 10 Jahren aus der Beziehung zu einem Alkoholiker gepurzelt. Ohne Job - mit 600 Euro Arbeitslosengeld und 7 Katzen, die es unterzubringen galt. Auszug ohne Geld, überleben ohne Geld.

    Ich bin in dieses neue Leben gepurzelt, damit ICH leben kann. DU willst garantiert nicht hören, was ich zu sagen habe! Deine Kräfte schwinden, logisch! Eine Suchtbeziehung geht an niemandem vorbei. Du hast keine Freunde? Nun wohl auch ein Resultat der Abhängigkeit von einem anderen Menschen.

    Für mich - wie wohl auch für Dich und andere Süchtige (dazu gehören auch die Co's) gilt wohl einfach erst wenn der Leidensdruck nicht mehr aushaltbar ist kann man(n)/frau seine Situation selber ändern.

    Love ist or leave it!
    Liebe Deine Situation oder ändere sie - etwas anderes gibt es meiner Meinung nach nicht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Mönchen,
    je mehr Du - ich tat es damals auch - Dir Gedanken um sein Leben machst oder das was er falsch oder ungerecht macht, desto mehr Macht hat er über (D)ein Leben, welches schon lange ihm gehört.

    Auch ich fragte mich ist er bei ihr anders? Weiß ich nicht, juckt mich nicht, glaube ich nicht und ist seine Sache. Viel zu viel Zeit und Nerven habe ich verplempert mit den Gedanken um "ihn" und die Zeit für mich nicht genutzt obwohl es so viele schöne Dinge gibt.

    Auch heute noch frage ich mich vieles über ihn - aber gefühllos - es sind Fragen, die im Raum stehen, auf die ich keine Antwort finden kann. Letzendlich auch Fragen, die keine Rolle für mein Leben mehr spielen. Soll ich nach 10 vergeudeten Jahren auch nur noch einen schlechten Tag hinterherwerfen, der sonst ein guter sein kann wenn es meiner ist?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita,
    es gibt einen, der Tritt - wie den Arbeitgeber - und einen - wie uns - der still halten muss, damit dieser Tritt überhaupt ankommt. Wer strahlt was aus? Natürlich strahlt ein in sich selber nicht stabiler Mensch genau das aus - bietet sich also an als Angriffsfläche.

    Auch ich habe kein dickes Fell. Bin mir dennoch etwas wert und keinesfalls bereit alles mit mir machen zu lassen. Aus finanziellen Gründen spielte mein Ex-Arbeitgeber nach 8 Jahren ebenfalls ein solches Spiel. Eine unberechtigt Abmahnung - sofort mein Gang zum Rechtsanwalt, zum Arbeitsamt und zum Hausarzt - lange Krankmeldung, Folge Gang zum Psychotherapeuten und nie wieder ein Schritt in den Laden!
    Ja, ich war 46 - unvermittelbar? Nun, ich bin wieder in Arbeit - weniger Geld aber bei tollen Menschen. Ich hoffe es wird verlängert, da es in diesem Haus immer mehrere Befristungen vor einer Festeinstellung gibt.

    Ich bin mir mehr wert als Spielzeug für den Arbeitgeber zu sein! Spielzeug für Arbeitgeber oder trinkenden Partner? Das mache ich mit mir - das lasse ich mit mir machen.

    Wie kleine Kinder testen Partner oder Arbeitgeber (sind ja auch Menschen) ihre Macht aus. Setze ich keine Grenzen, dann können sie weiter und weiter in mich dringen. Ich erlaube es ihnen dann ja!

    Bloßstellung? Nun, ich weiß wer ich bin und was ich kann - mir ist die Meinung der anderen nicht so wichtig! Wer mich mag, der weiß mich einzuschätzen und die anderen, nun die sind mir eh egal.

    Love it or leave - liebe es oder verlasse es! Es ist der Arbeitsplatz oder ist der Lover.... Entweder ich komme damit klar oder ich muss gehen - ändern kann ich es nicht.

    Viel Power wünscht Dir
    Dagmar

    Ich denke, lieber Frank, so geht es allen Menschen - aber nur die wenigsten können es begreifen: Muster, die wir lange gelebt haben sind schon Automatismen geworden, die wir unüberlegt einsetzen.

    Ging mir mal mit einer Zigarette so, hätte sie fast am Arbeitsplatz angezündet - aus Gewohnheit, weil ich sie in der Hand hatte um raus zu gehen. Und das an einem Arbeitsplatz, an dem 7 Jahre nicht geraucht wurde.....

    Genau diese Knöpfe in uns Menschen sorgen für unsere Teufelskreisläufe. Es bedarf Arbeit, Konzentration und Selbstbeherrschung, diese Knöpfe lahm zu legen.

    Gefühle auszuhalten ist schwer. Für Alkoholiker vermutlich weil der Tröster fehlt, für uns Co, weil der arme verantwortliche fehlt, der in unserem Leben die wichtigste Rolle spielte.

    Ich muss also nicht nur Situationen und Gefühle spüren und ertragen, ich muss auch mich ertragen wie ich auf diese Dinge reagiere. Für den Alkoholiker war das sein Gift die Ablenkung, für mich der alkoholkranke Partner - beide haben den Blick auf mich selber und mein "aushalten" verhindert.

    Viel Erfolg auch weiterhin lieber Frank.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Ette,
    nicht ohne Grund gibt es ab Oktober - dem ersten Nebel - schwerer Termine bei Psychotherapeuten. Dieses "Dunkle" das fehlende Sonnenlicht einfach sagt unserem Körper dass uns etwas fehlt.

    Ist es nicht normal, liebe Ette, wenn man auch die glücklichen Seiten einer Partnerschaft kennt, sich nach einer zu sehnen? Ich denke schon, auch wenn ich selber es nicht für denkbar halten würde eine zu führen.

    Ja, zuweilen fühlt man/frau sich einsam. Ich komischerweise dann, wenn es so scheint, als habe sich alles gegen mich verschworen (auto kommt nicht mehr durch den Tüv, Gehalt unter Sozialsatz und ein anderes notwendig, kalt und der Kamin total dicht, der Regen der letzten Tage hat die Wohnzimmerwand durchfeuchtet und noch einige andere netten Extras) Rund eine Woche später trocknet die Wohnzimmerwand ab weil eine liebe Seele für einen Spotpreis Kaminofen und Kamin gesäubert hat. Ein Auto mit noch ein paar Monaten TÜV bekomme ich für 200 Euro (noch nicht gesehen von mir aber von Kollegen, auf die ich vertrauen kann). Die Fahrt zu meiner Mutter, die mir nicht mehr möglich war ohne TÜV, unterstütz eine Freundin als Fahrer.

    So, eine Woche später fühlte ich mich schon nicht mehr einsam. Im Gegenteil - ganz, ganz viel menschliche Hilfe einfach nur so. Und ein Teil der Probleme zumindest entschärft.

    Ja, liebe Ette, in solchen Momenten ist die Achterbahn auf Höchststufe und Kurven, warum sollen wir da nicht mal traurig sein und in Loch fallen? Darf uns nicht mal die Kraft ausgehen wenn der Berg zu hoch ist??? Wichtig ist doch nur sich wieder auf zu rappeln und die Chancen einer Besserung wahrzunehmen.

    Auch bei mir ist nicht jeder Tag gleich - auch bei mir mag es mal Tränen geben. Aber auch Momente wie jetzt, wo der Kaminofen wohlige Wärme verströmt, die Katzen davor liegen, Duftöle winterlichen Duft verströmen und ich selber mit mir im reinen bin. Ich denke, da sieht es bei Dir nicht anders aus als bei mir: einfach mal ein Tief mitnehmen um dann zu spüren wie es ist wieder langsam hochzukommen.

    Und Ette: wer sagt Dir oder mir denn, dass es nicht doch einmal die Partnerschaft gibt, die glücklich macht und dauerhaft ist? Ich für mich muss sagen, ich habe bisher Partnerschaften aufgenommen weil ich alleine von Problemen überrannt war. Nunmehr beginne ich diese alleine zu lösen und somit hat ein eventueller Partner eine komplett andere Stellung bei mir - und ich somit ein anderes Auswahlverfahren.... vielleicht ein gesünderes.

    Alles Liebe wünscht Dir - von Achterbahn zu Looping
    Dagmar

    Schönen guten Morgen, Ihr lieben (Pracht-)Kerle,

    zum ersten finde ich es klasse mal betont die Herren hier anzusprechen, denen es vielleicht schwerer fällt sich zu öffnen.

    Zum zweiten finde ich als Frau die Sichtweise interessant - von Co und Alkoholiker - weil sie mir vieles erklärt und somit meine Spiritualität (deshalb will ich mir hier einklinken) eher auf den Kern bringt.

    Spiritualität, Reise zu sich selber, kreatives denken oder leben - wie auch immer wir es bezeichnen können, meine absoluter Absturz innerhalb der Alk-Beziehung hat mir tatsächlich erstmalig in meinem langen Leben eine anschließende Zufriedenheit beschert (das nur durch eine andere Grundeinstellung). Alles verloren hatte ich schon, es konnte nur noch besser werden - Ängste fraßen mich nicht mehr auf. Apropos Ängste: bedeutet Angst nicht, Bedenken zu haben selber etwas zu bewältigen? Folgt dann diesem Gedanken nicht der Urgedanke es selber nicht auszuhalten und somit im Leben unterzugehen???

    Letzte Woche noch sah es so aus, ein paar unangenehme Dinge mehr und ich hätte fliegen können "ironisch gesagt"

    Auto nicht durch den Tüv, bei einem Gehalt von unter 900 Euro, Kaminofen kein Durchzug, kalte Bude, Regenschauer durch die Hauswand und bingo - Regen im Haus.

    So, eines ist klar, Panik macht es mir nicht leichter, auch wenn ich mich nur hätte hinsetzen können und heulen.

    So : Kaminfofen wurde von einem lieben Schornsteinfeger komplett nebst Rohren in stundenlanger Arbeit gereinigt (zu einem geschenkten Lohn) Einfach jemand, mit dem die Kommunikation von Anfang an klappte und bei jedem Besuch mit einem Kaffee endete.

    Auto kann ich nächste Woche holen für 200 Euro - alt - nur 60000 km und einfach vielleicht für ein oder zwei Jahre fahrbereit.... aber fahrbereit mit Tüv....

    So - Spiritualität - ich habe lernen müssen dass das Leben seine Bahnen zieht und ich besser diese Bahnen betrachte um daraus zu handeln. Wäre mir früher nicht gelungen. Gelingt mir nur durch eine viel, viel gelassenere Lebenseinstellung und ein Grundvertrauen.

    Geholfen haben mir hier Menschen, die hörten was los ist und sofort helfend (sozial, und uneigennützig) reagierten. Einfach so: das Auto sollte weg weil Opa verstorben war und der Schornstein bedeutete eine kleine Bareinnahme. Alles Seiten haben einen Nutzen und für mich bedeutet das einmal mehr Spiritualität und Bereitschaft sich auf das Leben einzulassen wie es sich präsentiert.

    Mängel - ja, die haben wir alle, denn wir sind (schönerweise) Menschen mit Ecken und Kanten. Wenn wir aber mit uns eins sind können wir diese betrachten und so für uns leben, dass wir nicht andere schädigen oder uns selbst falsch beleuchten.
    Ich muss kein leidender Co sein, der sich bemitleiden lässt. Ich muss kein Alkoholiker sein, der sich Schuldvorwürfe macht - wir alle müssen einfach nur Menschen sein, die Handlungen versuchen im Sinne von "was Du nicht willst, dass man/frau Dir tut, das füg auch keinem anderen zu" - mir zumindest geht es so.

    Allso Jung,
    ich wünsche Euch in diesem Sinne ein
    "Happy Weekend"

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Julchen,
    auch ich vermute, dass die neue Info über die Freundin zur inneren Unruhe verführt. Bei mir selber waren es rund drei Monate nach meinem Auszug - also Änderung der Situation, wie bei Dir jetzt die Freundin - die ich tagtäglich selbiges träumte. Nicht gut in der Übersetzung... Aber es ließ nach drei Monaten nach.

    Liebes Julchen, vor kurzem träumte ich ich hätte mein Licht am Auto angelassen und es dann aber doch nach ein paar Stunden gelöscht.

    Klare Deutung: Auto steht fürs vorwärtskommen. Ich selber bin etwas auf der Stelle getreten und habe die Batterie belastet. Es gemerkt, die Türe geschlossen bzw. das Licht gelöscht und nunmehr sind die Energien wieder da für mein Vorwärtskommen.

    Ich denke, Träume helfen uns verarbeiten, bei mir sogar Lösungen zu finden. Diese Trauer schlechter Träume, oder die Angst ist übelst, aber sie hilft uns wohl das zu verarbeiten, was in uns steckt und was wir nicht wahr haben wollen.

    Lieben Gruß von Daggi

    Hallo Shirly,
    ich befürchte, das Grübeln können wir nur ablegen wenn wir tatsächlich aktiv leben. Sei es kreativ, sportlich oder oder oder. Einfach lernen Ablenkung zu erhalten und dabei das Zentrum auf uns legen. Damit bekommt das "Aussen" weniger Gewicht und erlaubt uns zu uns selber zu finden.

    Auch in meiner Persönlichkeit liegt sehr viel grübeln über andere begraben, was keinem gut tut. Ich kann ja nur mutmaßen was mit, bei oder durch den anderne erfolgt, wissen kann ich es nicht - somit also Energievergeudung.

    Ich habe es dadurch geschafft, dass wenn ich zuviel nachgedacht, gegrübelt oder getrauert habe, mit wirklich gesagt habe "stop(p), es reicht, bring den Gedanken auf ein Fundament und dann schließe (wenigstens für heute) ab damit. Mal geht es gut, mal schlecht. Aber zumindst schaffe ich es mittlerweile wirklich so für mich zu entscheiden, dass es mir gut tut, auch wenn das Herz nicht immer meiner Meinung ist in Sachen "gut tun".

    Meine Launen hingen komplett vom Alkkranken Partner ab, somit war auch meine Laune im Keller. Ich bin nun alleine, lebe mich und durch harte Arbeit an mir selber erkenne ich mich fast nicht wieder und auch mein Umfeld hat damit etwas Probleme, weil sichtbare Änderungen innerhalb von 1 Jahr eingetreten sind, die fast nicht mehr fassbar sind, geschweige denn von der inneren Einstellung.

    Auch ich lerne noch wie Manfred die Übereinkunft von alles im Griff haben (finanzielles, Schreibkram ect.) und auch mal fünfe gerade sein lassen (wenn ich fertig bin). Wir alle kriegen das hin wenn wir fair mit uns umgehen, aber auch gleichzeitig verbunden mit gewissen Forderungen an uns selber.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, meine liebe Karotte,
    mir stellen sich ähnliche Fragen wie Gotti, und noch ein paar andere ;) Ich spüre - subtil, ist vielleicht auch Einbildung, dass Dir Partnerschaft ganz wichtig zu sein scheint. Ehrlich gesagt, ich habe ein bischen das Gefühl, Du stellst ein Gefühl für andere Menschen voran dem Dir selber gegenüber. Ich mag mich täuschen, liebe Karotte, aber ich spüre bei Dir mal mehr und mal weniger Kraft. Es wirkt auf mich so als würdest Du derzeit wieder Kraft verlieren weil Du ein Einsamkeitsgefühl verspürst.

    Ich sehe meinen Ex Gott sei Dank nicht mehr und wollte es auch nicht, nicht mal nüchtern, ich hätte nämlich Angst mich wieder einlullen zu lassen, wenn es auch nur 3 Gefühle wären, die wieder aufflackern, so wären es schon drei zuviel. Und wäre es nur das kurze Gefühl "zu zweit zu sein" schon das wäre zu viel, weil es eben evtl. in mir Sehnsucht auslösen könnte. In meinem Fall ganz sicher nicht nach dem Ex, aber vielleicht einfach nach einer glücklichen Beziehung.

    Ich für mich liebe Karotte muss akzeptieren dass Männer und Frauen ziemlich unterschiedlich mit dem Thema Beziehung und Verliebtheit umgehen. Das bedeutet für mich ganz klar: ich muss mit mir absolut eins sein weil ich von mir und meinen Handlungen überzeugt sein muss. Früher gab es bei mir ganz oft "was fühlt er" was denkt er ect. pp.

    Nun, auf jeden Fall ganz anders als ich - somit ist unweigerlich klar, dass die Missverständnisse nur darauf warten loslegen zu können.... Es sei denn, ich bin bei mir und nur bei mir und lasse mich von anderen einfach überraschen....

    lieben Gruß von Daggi

    Es ist schön - es ist neu - es ist ungewohnt und es bringt mich etwas durcheinander. Am Arbeitsplatz kommt mir soviel schönes entgegen, dass es wirkt, als wäre ich ein Paradiesvogel. Ich kenne Wertschätzung, auch am Arbeitsplatz. Dieses Gefühl aber gab es bei mir als Teenager zum ersten und zum letzten Mal so akzeptiert und gemocht zu werden.

    Das beginnt damit, dass ich von ganz vielen Damen Komplimente über Kleidung und Erscheinungsbild bekomme. Ich trage recht auffallende Klamotten für meine doch recht mollige Figur, dennoch: mir wird gesagt wie fröhlich das wirkt, dass ich so ganz anders wäre als die strengen Kolleginnen.

    Nun, altersmässig hatte mich die Jugend gehörig unterschätzt - und zwar rund 10 Jahre jünger, nun war da doch etwas schocking angesagt, das bei männlichen Wesen wohl etwas tiefer greift.

    Heute morgen war alles in heller Aufregung weil ich mal 10 Minuten später angefangen habe zu arbeiten. Ein kleines Kätzen lief durch die Gegend und vom Ansinnen des Fahrers bis zum Gerücht, ich nehme die Kleine Katze mit war innerhalb von nicht einer Stunde das Gerücht durch und Bäcker und Conditorei sprachen mich an oder kamen zum Arbeitsplatz, dass ich doch und überhaupt.....

    Nein, dieses Gefühl kenne ich schon lange so nicht mehr, als wäre man/frau ein ganz wichtiger Punkt einer Gruppe. Jemand, auf den gewartet wird, jemand den man/frau versucht zu treffen und wenn dem mal nicht so ist - an einem Tag - dann zu sagen, mensch, wir haben uns heute gar nicht gesehen und zu überlegen warum. Logisch, ich fange freitags später an und somit sind die Pausen auch anders.

    Es ist ein so wunderschönes Gefühl, vom Azubi bis zum Bäcker einfach gerne gesehen zu sein. Eines aber ist mir klar, es ist noch ein ganz kleines Pflänzchen, das erst einmal beginnen muss seine Wurzeln fest ins Erdreich zu schlagen. Eine Beziehung würde die Ausgeglichenheit und die positve Stimmung von mir (die genau dieses Vertrauen bewirkt) ins Schwanken bringen.

    Es ist so deutlich, wie meine Ausgeglichenheit nicht nur mir sondern auch anderen gut tut. Zwar zieht sich dadurch jemand zurück, mit dem ich monatelang engere Gespräche geführt habe. Das ist zwar ein wenig schmerzhaft, aber würde mir jetzt ähnlich gehen weil mir das zu viel Trubel wäre (als derjenige, der daneben steht und Hektik nicht so mag).

    Das ist kein neues Gefühl und auch keine neue Position innerhalb von einer Gesellschaft, aber ein jahrzehntelang nicht mehr gekanntes und gelebtes. Gerade so, als wäre ich wieder (auch optisch gleiche ich mich immer mehr an) wie vor rund 20 Jahren an einem tollen Arbeitsplatz.

    Ganz komisch für mich, denn ich bin viel älter geworden und gehöre eigentlich zum alten Eisen, also Ende 40 und eigentlich nicht mehr von Bedeutung. Gut, nachdem nun mein reales Alter bekannt ist (weil ich selber an einer Festlichkeit feststellte, nein nicht nur er ist über 40 - ich auch!!!) ist ein bischen Unsicherheit entstanden. Gerade so, als dürfe man tatsächlich keinem über 30 trauen ;) aber auch das legt sich bei der Jugend zunehmend wieder :) Aber ist ist einfach saukomisch.....

    Vielleicht komisch auch deshalb, weil ich über ein Jahrzehnt einen anderen in den Mittelpunkt stellte und mich selber dabei überging, überhörte und überspürte. Dieser jemand auf Grund seiner Krankheit nichts rüberbringen konnte, und mir das nunmehr ständig widerfährt.

    Natürlich bin auch ich nicht nur glücklich, natürlich kenne ich auch den Kummer, ob finanziell oder anders, aber irgendwie bringt das mich nicht mehr aus dem Gleichgewicht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen Ihr Lieben,
    dann bin ich beruhigt, lieber Holger, wenn ich mich doch so ausdrücken konnte, dass es rüberkommt.

    Ich selber muss nun für mich lernen damit umzugehen, dass es die Droge Alk gibt, die Menschen gefährlich werden kann (aber nicht zwangsläufig muss). Ich muss lernen bei anderen den Konsum zu tolerieren, gleichzeitig aber so empfänglich bleiben zu merken wenn Hilferufe oder Fragen abgeschossen werden (ein Azubi ärgert sich über seine Mutter, die das Wort Alkoholiker auf den Tisch legt. Nicht nur die Angst einer Mutter, sondern auch deren Wissen um schleichende Sucht, die man/frau einem 19jährigen Mädchen nicht rüberbringen kann). Eines aber kann ich, neutraler Gesprächspartner sein.

    Wisst Ihr, mir imponieren solche Ideen, weil sie einfach auch genial gedacht sind. Sie amüsieren mich, gleichzeitig aber hat der Mensch es ja nicht gemacht um lustig zu sein, sondern weil er in der Klaue einer "höheren Macht" war, darüber will ich nicht lachen, weil es ja um einen Menschen geht, dennoch: wer es geschafft hat aus dem Teufelskreis herauszukommen und sich selber so beleuchten kann, der hat nicht nur meinen Respekt, sondern auch mein Lachen verdient :) Kein auslachen!!!! Denn das ist für mich so wichtig.

    Weißt Du Kwiep, ich habe verstehen müssen, dass es Sucht ist, die den Expartner im Griff hat. Vieles an Dingen begreife ich erst jetzt, ein Jahr nach dem Ende. Es ist wichtig, dass der Co anerkennt, dass es gegen keinen Menschen gerichtet ist wenn jemand trinkt. Mit dem Expartner konnte ich es leider nicht aufarbeiten, weil dieser noch in seiner Mühle steckt und keinerlei Bezug zum Thema Alkoholismus hat.

    Aber es gibt nicht nur ihn - es gibt wertvolle Menschen, die teilweise signalisieren, mit mir stimmt etwas nicht, ich beginne zu konsumieren.... Hier kann ich einfach das Gegenteil vorleben. Ich erlebe das gerade ganz doll am Arbeitsplatz, wo auch versucht wurde mich "abzufüllen" hier kann ich ganz bewusst vorleben dass auch ein Leben ohne Alk spassig sein kann - eine Feier auch ohne Dunst für alle schön sein kann.

    Ich denke, lieber Kwiep, wir Co's müssen noch viel mehr lernen und begreifen als wir denken. Auch deshalb weil wir oft für den anderen bestimmen und entscheiden was für ihn gut oder schlecht ist. Wir weinen, wir toben, wir sind verletzt - aber dabei machen wir nichts besser und geben dem Kranken auch keine Chance auf Einsicht weil wir ihn angreifen. Auch ich bezog viel auf mich, bin ich schuld, habe ich ihn dazu gebracht - aber dass das ein ganz schön krankes Verhalten ist immer zu meinen ich bin der Nabel der Welt und schuld an allem ist auch nicht gesund.... das ist egozentrik, die auch krank ist.

    Schön ist es, wenn zwei Partner aufarbeiten können, wichtig ist für jeden Betroffenen sich selber lieben und akzeptieren zu können, dann nämlich können wir Schuld ausklammern und uns dem Prozess des Neuen, gesunden, widmen.

    Lieben Grußvon Dagmar

    Liebe Doro,
    da geht es mir als Co nicht anders: nur durch das absolute Chaos musste ich mich selbst betrachten und bin nun an einem ganz anderen Punkt, als ich vor der Alk-Beziehung gestartet bin. Zufriedenheit kannte ich zuvor nicht . Jetzt lebe ich in und mit ihr.

    Krankheit als Chance ? Ich glaube ja!!!! Rückbesinnung auf früher um sich selber im hier und jetzt zu betrachten - auf jeden Fall.

    Ich denke das schwerste sind die ungewohnten Verhaltensweisen und Schritte, die wohl jedem genesenden als falsch und ungewohnt erscheinen und die uns fragen lassen, ob der alte - gewohnte Weg nicht der richtigere war. Das geht wohl so lange, bis wir uns an einen gesunden Gang gewöhnt haben, gesunde Schritte ausführen und uns daran gewöhnen kein Suchtmittel mehr zu benötigen und zu wollen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich fand Eure Beiträge sehr gut - ich fand sie auch amüsant, allerdings weil ich entsprechend Abstand habe. Vor allen Dingen ist es aber wirklich so, dass mir so klar wurde, wie irrsinnig Kontrolle von Co Seiten ist.

    Ich habe einfach nur das Problem, dass das zwar witzige für andere den Tod bringen kann. Dennoch, es hat mich ebenso amüsiert wie Erdling, der Coladosen präpariert hat. Übrigens fehlt der mir gehörig!!! Weiß jemand, wo er abgeblieben ist?

    Weißt Du Holger, jetzt kann ich auch über mich lachen und meine Co-Aktionen, ich möchte mich aber nicht über andere lustig machen, die so erfinderisch wurden weil sie Probleme hatten. Doch, ich finde die Geschichten komisch. Ich glaube, ich muss mich erst daran gewöhnen, dass auch andere über sich selber lachen dürfen, so wie ich es jetzt teilweise über mich tue.

    Ich hoffe, mein wirres Zeug ist angekommen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    für mich ein super interessantes Thema, da ich mich ja getrennt habe und keinerlei Kontakt mehr hege. Nach nunmehr einem Jahr Abstinez meines menschlichen Suchtmittels habe ich mich oft gefragt was war wirklich die Grundlage und vor allen Dingen, was wäre eigentlich gewesen, hätte der Alk nicht noch die Rolle des Regiseures übernommen.

    Ich würde nämlich sagen, schon die Basis der Beziehung war ungesund, somit auch keine Chance für ihn selber aufhören zu wollen, für mich keine Chance mich selber finden zu können und für uns beide niemals die Chance einer gesunden Partnerschaft.

    Irgendwie vom Kopf her einfach sich vorzustellen, wie es abläuft, dass der Partner nur Alibi ist und einfach eben da und die Bequemlichkeit zuweilen dafür sorgt, dass beide in ihrem Rollenspiel gehalten werden.

    Auf der anderen Seite für mich als Emotionsgeladenes Wesen kaum vorstellbar, dass alles an einem Menschen abperlt. So quasi nur im Sinne von Konsum sichern, alles andere ist relativ egal. Ich habe es wohl sehen müssen, aber nie verstanden, warum es keine Gefühle der Freude gibt. Auch dann nicht, wenn vermeintlich eigene Wünsche desjenigen in Erfüllung gingen. Da, wo ich einen Freudensprung machte, da kam in seinem Fall nur ein neutrales, stimmungsloses "ich habe das oder das". Ich dachte immer, dass muss ein furchtbar farbloses Leben sein, welches er führt....

    lieben Gruß von Dagmar

    Wenn alles hier in Verbindung mit dieser Krankheit nicht so traurig, wäre, dann wäre das wirklich was als humoriges Partymaterial.

    Wenn ich mir vorstelle, wie naiv ich doch war, indem ich einfach die Flaschen zählte, die nunmehr im Bierkasten leer geworden waren, so ist es doch einfach "genial" wie naiv ich war.

    Das, von Euch genannte, sind die Besten Beispiele für Co's (wie für mich) wie schwachsinnig doch Kontrolle ist. Schade, dass sich da die wenigsten in solche Beiträge verirren dürften und sich daraufhin selber beleuchten könn(t)en. Das wäre eine gute Chance zu zeigen, wie knallhart die Sucht und wie "pardon" weich die Birne bspw. von mir als Co war.

    Lieben - dennoch amüsierten - Gruß von Dagmar

    Das liebe ich: das offene und direkte Julchen :)

    Ja, liebes Julchen alles ist möglich. Von mir weiß ich (aus jungen, dummen ;) Tagen) dass ein One-Night-Stand mir das Gefühl des Angenommen seins geben sollte. Ich konnte das nur eingehen, wenn etwas an Gefühl da war, somit habe ich mich also verrannt weil ich vermeintlich doch mehr erhofft hatte. Dieser One-Night-Stand sollte mir etwas geben, was ich in mir nicht finden konnte - und am Ende fühlte ich mich dann doch "abgelehnt" weil ich ja nur ein einmaliges Abenteuer war.

    Denn weisst Du, genau das ist ja auch möglich, wenn man/frau jemanden mag aber davon ausgehen könnte, dass eine Beziehung nicht funktioniert. Aber ich bin viel zu gefühlvoll und emotional, als dass ich nicht doch leiden müsste und würde.

    Genau davor hätte auch ich Angst mehr zu klammern als mir gut tut - doch noch jemanden nach meinem Wunsche zu verändern, einfach durch die Nähe, durch das Gefühl, durch die körperliche Verbundenheit.

    So ganz richtig kann ich mit meiner jetzigen Situation auch nicht umgehen. Nur: wenn ich jetzt nichts verbiege und jetzt nichts kaputt mache, dann gibt es vielleicht einmal eine schöne Freundschaft oder später einmal etwas anderes da Menschen sich entwickeln. Wenn ich aber im jetzigen Stadium versuchen würde durch diese große "Hingezogenheit" etwas partnerschaftliches zu entwickeln, dann würde ich/wir vielleicht mehr kaputt machen als auf den Weg bringen.

    Ich merke, liebes Julchen, diesen Emotionen erfolgt eine Nüchternheit, die mir dann erlaubt anders auf das Gegenüber zuzugehen, somit wirklich offener zu werden - dadurch auch ehrlicher und selbstsicherer. Früher hätte ich wohl vieles nicht gesagt, den anderen aufgefordert hellzusehen und mir Gutes zu tun ;)

    Ja Julchen, auch in mir ist noch Handlungsbedarf und Entwicklungsarbeit zu tun. Schwer sich nicht einfach in einen Sog reißen zu lassen (und sei es als One-Night-Stand) aber ich habe mich nunmehr leiden erlebt und möchte das nie wieder in der Form. Es hat so lange gedauert mich dahin zu bringen, wo ich mich jetzt befinde, das darf ich nicht leichtfertig riskieren. Denn ich weiß nicht, ob ich nochmals wieder auf das Level kommen könnte was ich jetzt habe.

    Eines aber weiß ich, ich werde stabiler. Wenn ich mir die Zeit nehme weiter an mir zu feilen und an meiner Verbindung mit anderen Menschen, dann sind diese Dinge irgendwann eimal keine Frage mehr und somit nicht mehr mit Kummer oder Risiken verbunden. Damit meine ich nicht dass sie ausgeschlossen sind, sondern dass ich mich klarer ausdrücken kann und somit noch mehr Deutlichkeit für mich erreichen kann, was die Schmerzanfälligkeit mindert.

    Aber schwer ist es schon....Wir waren letzte Woche auf einem Fest und somit die Möglichkeit etwas näher zu kommen - was ich verhindert habe. Nun, warum auch immer, was auch immer gerade mit meinem Gegenüber los ist, obwohl die Produktion an ihm hängt hat er seitdem jeden Arbeitstag verschlafen, was Probleme mit sich brachte - und vermutlich für ihn auch noch etwas angesäuerte Stimmung. Nur: ich kann nicht helfen oder etwas ändern. Was auch immer in ihm gerade nicht stimmt und sein sonstiges Verantwortungsgefühl durcheinander wirbelt, er muss es wieder finden. Wäre ich noch näher als jetzt, so würde ich vermutlich zu tief in ihn gehen damit er die Lösung findet. Das aber ist sein Ding - klug genug ist er - die Kraft hat er auch - aber machen muss er es halt auch.

    Genau das sind nämlich die Dinge, wo ich merke ich könnte noch schädliche Verhaltensweisen einsetzen, die keinem gut tun. Ich aber wachse wenn ich das ertragen kann und nicht einschreiten werde. Er wächst wenn er sich wieder auf die Reihe bekommt. Somit wachsen und entwickeln wir uns nur als individuelle Menschen, die es für sich selber wollen.

    Bäähhh.... so etwas wollte ich nie erleben, aber nun ist es so und ich muss auch aus solchen Situationen lernen und Stärke beziehen.

    Somit, liebes Julchen, wenn wir unseren Weg finden und unsere Stabilität halten, werden wir nichtmehr das Leid empfangen, was wir erlebt haben und ich denke genau dazu dient uns der Lernprozess. Wir haben die Chance, auch wenn es weh tut. Aber wie heisst es so schön "da wo es weh tut, bist Du richtig".

    Julchen, irgendwann.....

    Lieben Gruß von Dagmar