Beiträge von dagmar007

    Hallo Ihr Lieben,
    könnte das vielleicht damit zusammen hängen, dass das einfach die Familiengeheimnisse sind, die einfach (unbewußt) vertuscht werden sollen.

    Ich habe das mehrfach erlebt, dass Vater Alkoholiker ist, ebenso wie Sohn, aber für alle galt "er trinkt ja nur so und so viele" ... weil die Alkoholiker, das müssen ja die auf der Parkbank sein, nein in unserer Familie doch nicht.....

    Die Augen aufmachen ist nicht nur Betroffene schwer. Wenn nun der Betroffene ehrlich mit sich selber umgeht, so kann das Umfeld auf einiges gestoßen werden, was es nicht willens ist wahr zu haben. Fraglich ist für mich dann nur, ob ein solcher Kontakt nicht den Weg des Trocken werdens erschwert....

    "Da wo es weh tut, bist Du richtig" und kannst dagegen arbeiten - wenn aber zwangsläufig das "weh tun" vermieden wird, so ist auch eine Konfrontation bzw. Erkenntnis der eigenen Mitbeteiligung schlecht möglich, oder?

    LIeben Gruß von Dagmar

    Lieber Spiegel, das leerräumen der Truhe Deiner Eltern finde ich toll - die haben mitgedacht und versuchen selber aktiv zu sein, wenn auch "unsichtbar".

    Hallo Cee,
    nun, so ähnlich wie Du dachte ich auch mal. Getroffen, war ich verletzt war ich und wütend und überhaupt.

    Allerdings hat die Wut mich blockiert, hat meine Power darauf gelenkt wa schlecht ist und somit verhindert dass meine Kraft für besseres, nämlich für mich verwendet wird. Eine Trennung ist schmerzhaft, egal, wieso, warum und wie.

    Aber Cee, dadurch, dass ich mich getrennt hatte habe ich nur dazugelernt dass meine Belastungsgrenze überschritten war. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nichts darüber wo mein Anteil am Verhalten des Partners war. Und war es nur der Punkt, dass ich zuvor inkonsequent war und er meinte, nunmehr alles mit mir machen zu können und dennoch ungestraft sich in der Sicherheit einer Partnerschaft wiegen zu können.

    Was da in mir und Beziehungszusammenhängen noch so alles schief lief, das lernte ich erst dananch. Auch welche Muster zum Einstieg in diese kranke Beziehung dienten und was ich verändern muss (und das verdammt viel) um nie wieder so auf die Nase zu fallen.

    Toll ist es nicht - schmerzhaft ist es - und leichter wäre netter .... Leichter ist möglich, aber ebenso schädlich für mich wie alle die Jahre zuvor. Nur, wenn ich dazu komme mit mir eins zu sein, ist mir egal was mir ein Mitmensch versucht anzutun. Nur, wenn ich mit mir im Reinen bin kann ich konsequent sein und mich sofort vor Schaden schützen. Nur ein Ende der, derzeitigen, kranken Beziehung hätte bei mir nicht genügt sondern mich strikt in die nächste geführt. Vielleicht nicht zu einem Alkoholiker, aber ganz bestimmt auch zu jemandem, der mir das hätte ersetzen sollen, was ich mir damals nicht selber geben konnte.

    Unverzeihbar sagst Du - nun, ich für mich sehe es jetzt so, dass Menschen sich ändern und vielleicht nicht mehr passen. Gut, mein Ex hat eine andere - ich bin solo - und? Vielleicht gibt es mal für mich "den" Partner - wenn nicht, so lebe ich dennoch jetzt glücklicher als jemals zuvor ....

    Ich wünsche Dir viel Glück für Deinen Weg

    lieben Gruß von Dagmar

    Für mich persönlich bedeutete das der Faktor Zeit und für mich selber der Faktor "absolutes Kontaktstop(p). Für mich persönlich galt nachträglich dass nur das konstante nicht mehr erleben von für mich schädlichen Verhaltensweisen bzw. das sehen oder gefühlsmässige "hören" es mir ermöglichte gesundes Verhalten von mir zu erlernen und zu entdecken, dass es Mitmenschen gibt, die gesund leben.

    Ab dem Moment, wo mehr gesundes um mich herum war und ich es sehen, konnte, durfte wurde das nämlich für mich normal. Während ich zuvor in krankhaftes Verhalten eingebettet war und dieses als normal empfand.

    Dieses Gefühl, liebe Caro nicht weiterzukommen, hatte ich oft. Wir kommen weiter, müssen aber zwischendurch inne halten um dieses oder jenes aus der Tiefe erspüren zu können bevor weitere SChritte kommen. Jedes Schrittchen benötigt seine Zeit und ihr Tempo - ebenso wie Du.

    Warum oder wie Du Dich selber hinderst. Hm, ich hinderte mich dadurch, dass ich in alten Denkweisen hängen bleiben wollte. Schubladen aufmachen und weiterhin deren Gültigkeit behalten. Seit meiner Trennung aber gibt es nur noch Regalfächer, die offen sind. Zwangsläufig muss ich nun lernen nicht mehr verschlossen einzusortieren, sondern offen ins Regal zu stellen, bei Bedarf raus zu nehmen und woanders hin zu stellen.

    Vieles noch macht mir im Leben zu schaffen, manches hätte ich gerne anders als es ist. Na ja, dann vielleicht halt später....

    Halt Dich wacker, liebe Caro,

    lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Trauerkloss,

    nein, mein ex-Alkoholiker und ein Mensch, den ich gerade kennenlerne, die haben nichts miteinander zu tun - auch dürfte Alkohol kein Thema sein. Nein, liebe Trauerkloss, es geht mir um meine Gedanken zu Freundschaften und Menschen kennenlernen - nicht darum was andere "verstecken" oder "verstecken könnten". Es geht darum, was ich "interpretiere" - was ich einfach selber als belastendes einbringe.

    Es geht mir darum Menschen, die ich neu kennenlerne fair und offen zu betrachten - nicht mehr und nicht weniger.

    Gefühle zeigen - hmmm, galt ganz sicher für den alkoholkranken Ex-Partner, der dazu nicht in der Lage oder interessiert war. Könnte sich aber im derzeit entwickelnden Kontakt doch anders aufzeigen. Die Entwicklung geht dahin dass viel Offenheit und Herzenswärme entsteht und gepflegt wird und meine Ursprungsbedenken wohl nur durch den (meinen) Kopf geisterten ohne dass ich das "Leben" dieser Entwicklung zuließ.


    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Gotti,
    fühl Dich ganz doll gedrückt und lasse Dir ein Riesenkraftpacket über die Sonnenstrahlen zukommen.

    Ganz naiv möchte ich gerne meine Meinung zum Besten geben: ich denke, wichtiger als der Rückfall ist sein Umgang damit. Vielleicht ist das einfach ein heilender Moment. Noch muss es nicht zwangsläufig ein Zürück Deines Mannes in das Chaos sein.

    Schau Gotti, Du hast so viel an Stärke gewonnen, dass Du mir Dir friedvoll leben kannst. Das dürfte in Eurem Umgang ermöglichen, dass auch Dein Mann wieder auf den Boden kommt. Schau, wir alle, die wir uns weiterentwickeln können mal straucheln. Deshalb müssen wir aber nicht endgültig den Weg verlassen, sondern vielleicht sind wir - in dem Fall Dein Mann - "nur" einfach mal ausgerutscht.

    Ich denke, wenn Du wieder bei Dir angekommen bist, dann kommst Du auch wieder zur Ruhe und bist in der Lage ohne Angst das zu verfolgen, was kommt. Halt Dich wacker und pass gut auf Dich auf.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebes Julchen,
    das mache nicht, das macht das Leben, mit Holz und Rasen mähen. Das macht einfach das ich selber mir genug sein - somit nach außen wohl einfach "zufrieden wirkend".

    Ach,liebes Julchen, gebe Deinem Selbstwertgefühl Zeit, es muss wie ein zartes Pflänzchen erst mal wachsen, bevor es sich in stürischen Winden stabil hält. Schau, wie lange hat es bei mir gedauert, ein Jahr!!!! Und wird noch weiter andauern. Du hast alle Zeit der Welt.

    Ich - und sicher viele andere lesen Dich sehr gerne, freuen sich über Dich und wissen wie Du, es gibt immer mal Zwsichenschritte, an denen man/frau das Gefühl hat ... häh ... wer was oder wo bin ich. Ich Deinem Leben, liebes Julchen :) welches Du nun beginnen wirst zu zimmern.

    Dein Fundament steht, die Wände kommen noch, und warte mal ab, wenn Du alles einrichtest :)

    Ja, liebes Julchen : DU bist wichtig - andere freuen sich über Dich, nehmen Dich an wie Du bist. Und glaub mir, ich kenne Deine Gefühle - auch ich muss(te) genau das lernen. Und zuweilen fühlt es sich so unreal an, dass ich denke ich träume und kann es nicht einordnen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Trauerkloss,
    auch ich kann Gotti nur Recht geben! Gotti und ich haben den genau entgegengesetzten Hintergrund: während Ihr Mann sich helfen ließ ist meine Partnerschaft den Bach runter.

    Grundkonsenz ist aber bei uns beiden (maße ich mir mal an zu sagen) gleich: wir wurden stärker und alleine überlebensfähig weil wir in der Lage waren uns auf uns selber und unsere Verantwortung zu konzentrieren. Das heisst keinesfalls nur egozentrisch auf sich selber zu achten! Es bedeutet in sich selber zu hören, ohne von anderen fremdbestimmt zu werden. D. h. die eigenen Resourcen zu bündeln und für sich selber einzusetzen.

    Immer wieder habe ich den Eindruck dass vergessen wird, dass ein Partner sterben oder krank werden kann und der gesunde - an seiner Seite - nunmehr ganz alleine Verantwortung tragen können muss. Mir wäre es in der Zeit der Abhängigkeit nicht gelungen. Um es deutsch zu sagen: ich weiß nicht einmal, ob ich damals überleben hätte wollen. Als es zum unweigerlichen Aus ging und dazu, dass mein Leben keinen Job, keinen Partner und keinen Wohnsitz hat wollte ich nicht mehr leben..... hatte auch nicht mehr viel Kraft um ein neues aufzubauen ....

    Es ging gerade noch und nunmehr lebe ich selbstverantwortlich und konsequent mein Leben. Lasse ein was mir gut tut und schließe die Türe vor dem, was mich wieder Kräfte kosten würde. Nur so kann ich auf lange Sicht - über ein Menschenleben, nämlich meines - bestehen.

    Eine schwere Zeit, ja, liebe Gotti: Tränen, den Boden verlierend, gar nicht mehr wissend ob irgendwas am Leben richtig gemacht wurde. Alles in Frage stellend versuchen einen neuen Weg zu gehen. Schwer, traurig und gleichzeitig so erfüllend, wenn wir uns erlauben das entstehende Glück sehen zu wollen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Kaltblut,
    ich denke, da hast Du mir gehörig auf die Sprünge geholfen!

    Früher nämlich habe ich mein Hirn "genutzt" dass ich mir Pläne zurecht legte, wie ich meine gewünschten Emotionen erfüllen kann. Welche Trick 17 fussen oder was ich wie erfahren kann.

    Nunmehr wird mein Hirn eingesetzt um mich zu erden, Abstand zu bekommen oder auch einfach dass mein Hirn meinem Gefühl klar macht dass beide sich brauchen und gemeinsam ergänzen können. Mein Hirn unterstützt nun (manchmal - aber nur manchmal) mein Gefühl.

    Das mit dem Bewerten habe ich in den letzten Monaten lernen dürfen, können, müssen. Wobei ich bei jedemanden, der wenig über Gefühle spricht oder sie kaum zeigt merke dass ich noch mehr Zutrauen zu mir selber aufbauen muss. Wurde ich doch in den letzten 10 Jahren oft angelogen weil es ins Schema passte. Wenn jemand nicht darüber spricht, so lügt er auf jeden Fall nicht.

    Da muss ich mir eben erlauben mich auf meine Gefühle zu verlassen - eben keine Bestätigung vom Umfeld, die einer Kontrolle ähneln könnte.

    Genau vor einer kranken Symbiose habe ich Angst, Bedenken noch, liebes Kaltblut, dass ich noch in alte Muster fallen könnte.... Wobei, die Angst wird kleiner, weil das was ich mal lebte, nicht mehr zwangsläufig weitergelebt werden muss.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Nicole, das mit dem Hinsehen ist mir quasi schon zum Mechanismus geworden, da ich in der Vergangenheit zu blind war. Auch das, dass mich "zu viel an Versprechung, Liebeserklärung oder Emotion" beunruhigt. Einfach deshalb, weil es dann nur eine "momentane Laune der Hormone sein dürfte" die keine Stabilität in sich hat. Nur hatte ich wohl bis vor kurzem einfach die Fantasievorstellung der "großen Liebe", in der die Liebe alle Probleme in Luft auflöst.

    Geht aber nicht, da wir alle im Arbeitsleben sind, uns alle das Leben zuweilen die eine oder andere Last aufbürdet und wir einfach Menschen mit Launen sind.

    Ich bin einfach sehr erschreckt darüber, wie komisch das in meinem Leben früher ging und wie blauäugig ich war. Wie wenig Geduld ich hatte, wie wenig ich "loslassen" konnte. So im Sinne von "der ist es, der muss es sein", denn halte ich nun fest....

    Heute aber wünsche ich das Kennenlernen um dann für mich ein Resümee zu ziehen. Schrittchen für Schrittchen, vielleicht weiter zu gehen, vielleicht aber auch stehen zu bleiben. Locker gelassen und selber loslassend. Das was ich früher so gar nicht verstehen konnte....

    Denn genau darin liegt die Kraft von uns Menschen zu gehen und wieder zu kommen - aus freien Stücken - einfach nur aus Zuneigung und Freundschaft heraus.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Nicole,
    wenn wir uns auf dem Weg der Gesundung befinden können wir fast nicht mehr verstehen was zuvor tagtäglich geschah. Es ist gerade so, als hätten wir uns früher selber Handschellen engelegt und die Schlüssel dazu selber weggeworfen.

    Das Schlimme ist, die Kraft wird während solch einer Beziehung merklich weniger und wenn wir dann gerne gehen würden, dann haben wir das Gefühl, die Kraft reicht nicht mehr.

    Auch ich empfand mich nach der Trennung wie in einem Chaos. Wohl alles sortiert für mein Leben, aber irgendwie doch noch nicht meins. Noch in altem Schmerz gefangen, Hoffnungen nicht ganz ausgeträumt und die ersten, neuen Schritte noch übervorsichtig gehend.

    Und nun, liebe Nicole? Nun spüren wir Leben - wir spüren unseren Schmerz und unsere Freude - wir helfen uns selber und "packen selber an". Und es geht - es geht sogar sehr viel mehr als wir zuvor gedacht hatten. Aber eben alles das will seine Zeit haben.

    Und last - not least - auch unser Durchhaltevermögen! Ich empfand immer mal zwischendurch die Möglichkeit es wieder zu haben wie zuvor. Nicht mit dem Partner - aber die Möglichkeiten waren da - sich einfach wieder ins Beziehungsgeflecht zu werfen und sich selber auszutricksen, weil es ja nun keinen Grund mehr gegeben hätte über sich nachzudenken.

    Ich bin sehr froh, dass ich alleine geblieben bin, nachdenken muss und die Elefanten-Lauflernschuhe mir Stabilität in den ersten Schritten gaben. Nunmehr kann ich die Kinder-Lauflern-Schuhe austauschen gegen fußgerechte Mokkasins (mit denen ich mir im Zweifelsfall auch mal selber in den Hintern treten könnte, wenn es denn sein muss ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wißt Ihr, ich denke, es gibt immer Menschen, in deren Nähe wir das Gefühl haben sie drängen uns in den Hintergrund. Vielleicht ist es so - vielleicht bilden wir uns es ein. Wichtig ist denke ich die Frage, fühlen wir uns wohl in deren Gegenwart oder nicht.

    Ich kenne es auch, dass mir Menschen einfach zu anstrengend sind. Ohne Wertung - ich will einfach alleine mit meinen Gedanken sein und ertrage nicht alle Menschen um mich herum. Manch ja, andere nicht - die, die ich nicht ertrage, denen gehe ich dann aus dem Weg. Ich habe nichts gegen diese Personen, aber kann mich nicht in jeder Situation mit ihnen umgeben.

    Diese Unsicherheit gegenüber oder in der Gegenwart anderer Menschen lässt nach. Ich hatte diese Phase auch. Es war bei mir dann wohl so, dass ich das Gefühl hatte, jemand ist wichtiger als ich - ich fühlte mich klein und hatte nicht mehr den Mut "ich" zu sein. Bei mir war es ganz klare Einbildung. In meinem Fall waren es noch die Elemente der Unsicherheit, die noch in mir stecken. Diese kleinen Splitter von "andere sind besser" oder "derjenige ist mehr wert" oder einem anderen mehr wert.

    Ja Ladies, ich bin selber auch extrem erstaunt, als Teenagerspätlese klar zu sagen, es gibt einige Herren, die mir den Hof machen. Einer davon mäht mir regelmässig den Rasen, leider so regelmässig, dass kein Gras mehr wachsen kann weil die kurzen Stummel verbrennen ;) Was spricht dagegen sich über Aufmerksamkeiten zu freuen ? Was spricht gegen einen Flirt? Flirten heisst für mich nur offen und aufnahmefähig als auch freundlich zu sein? Es heißt für mich nur den anderen so annehmen, wie er ist. Nicht mehr und nicht weniger.

    Liebes Julchen, für mich war der Weg zu mir schwer, und ist es heute noch - ich bekomme dafür aber so viele glückliche Momente und Gefühle für mein "ich" dass es zehnmal mehr ist als ich in meiner Entwicklung aufwenden muss.

    Zwischendurch meine ich zuweilen zu stocken und mal kurz Pause zu machen - mittlerweile erlaube ich es mir weil jede Veränderung ihre Zeit benötigt. Ich bin in der Lage mir gegenüber nachsichtig zu sein - das hat die Konsequenz es auch anderen gegenüber sein zu können. Für die Menschen um mich herum bedeutet das, ich nehme sie so wie sie sind. Kann sie anlächeln, egal, wie sie sind.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Gotti :)
    Das Leben hat mich im Griff :) Und ich bin froh darüber! Hätte ich es im Griff, so hätte ich mich vieler Dinge beraubt, die schön und einzigartig sind.

    Das Leben aber (welches ich eben gelernt habe zuzulassen wie es kommt) sagt mir "Halt Mädchen, Du und Dein Leben Ihr seid eins - es gibt ganz viel zu gewinnen und überhaupt nichts zu verlieren!

    Ja, die Tage waren anstrengend und unruhig. Klare Gefühle und klare innere Erkenntniss aber ein sich selbst zerstören wollender Mechanismus, der nicht leicht ist auszuschalten. Denn er meldet sich immer dann, wenn ich im hier und jetzt zufrieden bin um mir ein Warnfesnster zu schicken "aber ... wenn.... dann ...."

    Da ich aber im hier und jetzt lebe - mich im hier und jetzt spüre - und meine Erlebnisse im hier und jetzt sind werden diese Warnfenster geschlossen, weil sie derzeit keine Berechtigung haben!

    Ich denke Gotti, das jetzt sind mit die schwersten Phasen überhaupt - viel schwerer als eine Trennung, die sein musste um mein Leben zu schützen. Viel schwerer, als einen neuen Job zu beginnen, der einfach für das soziale Gefühl wichtig ist. Jetzt nämlich kommen die Dinge, die ich annehmen kann aber nicht muss. So die kleinen Luxusbeigaben des Lebens, die ausgelegt sind. Ich kann sie greifen und genießen oder aber liegen lassen weil ich nicht weiss ob sie mir bekommen.

    Depressive Stimmung, nein Gotti, die wäre in der Situation nicht angesagt gewesen, da bestand keine Gefahr, denn es ist ja ein tiefes Gefühl des Angenommen seins all gegenwärtig. Es war ein Gefühl der inneren Unruhe - der Akzeptanz dessen was passiert und das annehmen dessen wie es passiert.

    Das Annehmen der Tatsache, dass ich nichts kontrollieren kann. Die Akzeptanz, dass es Dinge gibt, gegenüber denen ich machtlos bin weil sie durch eine gegenseitige Wirkung mehrerer Menschen erfolgt. Denn genau diese Dinge gelten in schlechten und schlimmen Zeiten wie auch in Guten! Dem Leben seinen Lauf lassen und nicht einzugreifen, annehmen oder ablehnen aus dem eigenen Bewußtsein, nicht aber durch Trick 17 oder forcieren oder sich selbst belügen.

    Ja, zu meinem Käsekuchen zurück (der die Sahne, weil zu wenig da, nur für die Cremefüllung bekommt). Er bekommt eine Aprikosenunterschicht, denn auch die liegen noch in der Küche :)

    Gebügelt habe ich auch mittlerweile, am Großsaugmanöver bin ich ebenfalls. Sprich mit der Erdung kommt auch wieder die Möglichkeit meine Arme und Beine in die Hand zu nehmen um etwas zu tun.

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, dann besuche ich heute morgen auch mal wieder mein eigenes Thema.

    Ich würde sagen, mir geht es gut - ich kriege meine Erdung die schönen Dinge so anzunehmen wie ich sie erfahren darf. Die Dinge, die mir etwas Angst machen, denen stelle ich mich (sehr zu meinem eigenen Erstaunen).

    Super wichtig war für mich mir selber zu erlauben "durch den Wind zu sein" und mir als Resultat dessen "keine Aufgaben fürs Wochenende" zu stellen. Nun wird eben kein Holz gehackt und keine Beiträge/Berichte für den Job geschrieben. Ich habe eine Umbruchsphase und das muss ich mit mir ausmachen - also (Sende-)Pause....

    Meine Küche ist voller geschenkter Obst und Gemüsesorten: Hokaido-Kürbiss, gelbe Pflaumen, Zucchini, Gurken und Tomaten, die ich "eigentlich" verarbeiten wollte. Nun gut, vielleicht kriege ich noch einen Kuchen hin, wenn nicht dann nicht, frisch geerntet halten diese Früchte der Natur noch ein paar Tage ;)

    Genau das sind die Dinge, die mir mein neues Leben beschert hat: so viele nette Grüße, einfach so!

    Also... Käsekuchenboden ist schon mal in Arbeit ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Trauerkloss,
    ich lese oft Deine Beiträge, aber ganz ehrlich mir fällt es schwer Dir zu antworten.

    Ich wäre bereit mich mit Dir über Dich zu unterhalten aber nicht über "ihn". Mich interessiert keinesfalls was Dein Partner macht. Wenn Du über Deine Gefühle sprechen würdest ohne Bezug auf ihn, so hätte ich auch kein Problem Dir zu antworten. Aber ich habe das Gefühl, dass Du meilenweit von Dir selber entfernt bist und nur lebst durch das was er tut, nicht tut oder Du dadurch empfindest.

    Ich spüre nicht, dass Du in Dir bist - ich spüre nicht dass Du etwas für Dich erreichen willst - ich spüre nur dass er, er und nur er für Dein Leben relevant ist. Wie soll ich Dir antworten, wenn es Dir nicht um Dich sondern nur um ihn geht....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Mädels,
    ich wurde ersetzt und danke dem lieben Gott dafür ohne Ende! Ich habe dem damaligen Partner offen gedankt dafür, dass er sich so "unmoralisch" verhalten hat, da ich selber ansonsten nie den Absrpung geschafft hätte".

    Mein Selbstbewußtsein und ich sind unter dem Teppich entlang gekrochen, so klein waren wir. Mein Ego, nun davon war nichts mehr übrig geblieben. War ich doch einfach ausgetauscht worden wie das Sonderangebot von Woche zu Woche wechselt.

    Ganz untern ... langsam hochgekrabbelt ... lebe ich nun ein schöneres und besseres Leben als je zuvor. So viel Achtung, Aufmerksamkeit und Zuneigung von einem komplett neuen Umfeld (weil neuer Arbeitsplatz und neuer Wohnort) wurde mir noch nie zu Teil. Mein Leben war nichts mehr: arbeitslos, quasi wohnsitzlos und partnerlos. Zum ersten Mal auf mich ganz alleine gestellt - weil auch noch weit entfernt von meinem Ursprungsort.

    Meine Chance: alles neu zu beginnen, alles anders zu machen, aus meinen Mechansimen auszubrechen und neue zu Wege zu lernen. Einfach war es nicht, und noch oft muss ich an mir arbeiten, aber es liegen Welten zwischen dem Leben damals und dem Leben jetzt.

    ICH und MEIN Leben, wir sind entscheidend und keinesfalls das was der Partner tut. Geht er auf Therapie oder geht er nicht ist egal - denn mein Leben muss ich leben. Habe ich nämlich die Stärke nicht selber in meinem alleinigen Leben zu stehen, dann wirft mich auch eine Krankheit von ihm, ein Rückfall, sein Arbeitsplatzverlust oder möglicher Tod aus der Bahn. Nicht der Alk kann uns den Partner nehmen, sondern auch das ganz "normale Leben" und auch dann müssen wir ALLEINE und SELBER überleben können, weil es dann niemanden mehr gibt, auf den wir bauen können - außer auf uns selber.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Yvonne,

    ist diese Frage "was bringen einem süchtigen diese torturen, quälereien am partner?" nicht falsch gestellt?

    Warum mach(te) ich das mit. Ich weiss doch, dass nur ich mich, meine Einstellung und mein Leben ändern kann und niemals andere Menschen.

    Die Zeit seit meiner Trennung war alles andere als leicht und meine Veränderungen, die Erarbeitung des Selbstbewußtseins auch in schwierigen Situatioenen war für michs sehr schwer. Ich kam mir oft vor wie beim Kochwaschgang in der Waschmaschine: erst nass und sauber gewaschen und dann im Schleudergang mit 1400 Touren gegen die Trommel.

    Zerknittert und noch nass (hinter den Ohren) aus der Trommel raus um langsam trocken (hinter den Ohren) zu werden und dann frisch gebügelt und gestärkt im Leben zu stehen.

    Ich habe das unwahrscheinliche Glück tolle Freunde zu haben, die immer mein Selbstbewußtsein gestärkt haben, mir mein Selbstwertgefühl aufgebaut haben und mich nie ganz zu Boden fallen ließen.

    Was aber ist mit und bei Menschen, die dieses Umfeld nicht haben. Ich befürchte fast, Selbstbewußtsein ist ein Ding, an dem man/frau selber die Grundlagen legen kann, aber Bestätigung vom Umfeld erscheint mir am Anfang wichtig zu sein. Gerne und gut auch durch fachärztliche Hilfe wie Therapeuten!

    Ich hatte für mich letzte Woche ein ganz besonderes Erlebniss mit einem "Matcho". Ich weiß, was ich will, denke und fühle - aber auch dass ich nur auf mich Einfluss habe. Mir wurde in relativ barschem Ton gesagt, ich solle doch ein Tier "wegkicken". Nun, ich sah denjenigen an und meinte "Hey, das tut mir doch auch weh, was Du da sagst" War eigentlich eine Floppserei, denn ich hätte es eh nie getan und meinen Streichelwuschel schön bei mir behalten.

    Seit dem Tag hat der Matscho ein komplett anders Verhalten. Sanft, leise und komplett verändert. Die Stärke also, Schwäche zu bekennen und sich verletzbar zu zeigen, kann eine imense Stärke darstellen. Eine, die anderen vielleicht zum nachdenken gibt.

    Ich hasse den Satz - und doch ist er so richtig: bei Dir beginnt es und bei Dir endet es!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach, da fiel mir doch was auf, als ich Julchen antwortete, was ich für hier als nicht ganz unpassend empfinde.

    Früher habe ich mich für den Arbeitsplatz gerichtet, ohne Besinnung, einfach im Trott.

    Heute lebe ich in einem schönen Garten mit viel Grün und Blumen, die mein Herz weiter machen. Jeden Morgen gehe ich 10 Minuten raus und sehe einfach was die Blumen machen, gieße vielleicht noch ein bischen aber ich nehme die Kraft wahr dieser Pflanzen, die morgens noch erholt sind vom Nachttau.

    Somit gehe ich lächelnd in den Tag, weil meine Pflanzen mir Stärke mitgeben.

    Das bekommen die Kollegen ab (was mir schon ganz, ganz oft gesagt wurde wie schön es sei mich morgens so fröhlich zu sehen). Dadurch hat sich sogar ergeben, dass Morgenmuffel nunmehr beständig zu einem "Guten Morgen" in der Lage sind und Pappenheimer, die früher nur schwere Gefühle und Unlust von sich gaben plötzlich ein Strahlen auf dem Gesicht haben.

    Kleine Ursache - große Wirkung - und wir alle, können daran beteiligt sein. Wir tun etwas für uns und bei anderen kommt es an. Ohne dass wir hilflos Helfer sind. Sondern einfach nur wir selber, die mit uns selber im reinen sind.

    Wie heisst es so schön:
    Jede Freude, die Du gibst, kehrt ins eigene Herz zurück!

    Hundertfach ..... finde ich ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Super Julchen,
    das finde ich einfach nur schön :) Und Du wirst sehen (weil Du nun vielleicht beginnst selber darauf zu achten) wie oft Dich Menschen freundlich betrachten und anlächeln.

    Wir müssen es nur sehen wollen. Ich habe hier im Hexenhaus in dieser positiven Umgebung wieder meine alte Person gefunden, die den Mitmenschen lächelnd gegenüber trat. Das wurde von diesen ebenso reflektiert.

    Schau, das ist doch wie ein Kreislauf: ein freundliches Gesicht am Morgen bringt den ganzen Tag in ein gutes Gefühl. Jeder kann angesteckt werden wenn er will und so kann ein schönes rundes Rad seinen Weg durch den Alltag rollen, auf das viele mit auf springen können.

    Und Julchen es ist wunderschön, wenn Morgenmuffel sich plötzlich verändern, weil sie beispielsweise von unserem freundlichen "Guten Morgen" über Wochen einmal wach werden und aus der schlechten Laune "geklingelt" werden. Ich war früher in der der Industrie. Schichtwechsel wenn ich begann zu arbeiten. Viele missmutig, schlecht gelaunt und einfach "bäääh" Egal: jeder von den vielen bekam ein freundliches Guten Morgen. Einige davon haben auf lange Sicht ebenso reagiert und unser aller Tag begann schöner.

    Das habe ich mir auch heute noch so beibehalten und freue mich unsagbar, wenn Muffel, die früher keinen Gruß zu Stande brachten nun mit einem "guten Morgen" vor meiner Bürotüre stehen. Selber den Weg suchend um plötzlich geändertes zu leben. Plötzlich können schon ein paar Monate sein, aber es kam :)

    Was gibt es schöneres Julchen, wenn ein Lächeln einem Menschen gut tut, diesem vielleicht sogar Kraft und Lust gibt das Leben anders zu betrachten - ihm ein paar freundliche Momente abzugewinnen. Ein kleines Lächeln kann so viel sein für einen Menschen, der sich gerade unwohl oder noch nicht wach fühlt. Es kann einfach den Tag lächeln lassen :)

    Viele weitere erstaunte Gesichter Deiner Tochter wünsche ich Dir :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Bingo, lieber Kopfmensch ;)

    Übrigens auch das Schätzen auf Grund genau dieser Eigenschaft, dem kann ich mich anschließen! Dadurch, dass Gespräche auch über, durch und mit Intellekt erfolgen ist der Kontakt eine große Bereicherung für mich.

    Nunmehr sind wir über Monate immer Schritt für Schritt weiter gegangen um uns jetzt in die privaten Räume und Persönlichkeit zu "begeben". Ich denke, meine Problematik liegt darin begraben, dass mein ehemaliges - alkoholkrankes - Gegenstück auf mich wirkte wie ein Kopfmensch, tatsächlich aber krank war. Ich bin noch zu lernen mir selber mit meinen Einschätzungen über den Weg zu trauen.

    Diese nämlich sagen mir ebenso, das was ich da spüre ist jede Menge Gefühl, wenn auch selten in verbaler Form ausgedrückt.

    Ich glaube, festlegen wollte ich mich im Vorfeld nicht, sondern vielleicht einfach für mich irgendwo ins Gleichgewicht kommen. Denn mal ehrlich, egal ob Kopf oder Gefühl, wenn ich einen Menschen schätze werde ich den Kontakt immer genießen und eine Ausweitung immer annehmen, egal welche Eigenschaften, Voruteile oder anderes gegen jemanden bestehen, der mir gut tut.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Paddy,
    wir wollen reden und klären, zumindest ich wollte es. Ich konnte es nicht ertragen mit meinen Gefühlen alleine da zu stehen und keine Lösung zu finden für uns BEIDE.

    Die Lösung lag aber in MIR - ich musste das tun, was für mich gut ist denn nur mein Leben kann ich verändern.

    Auch ich war Agressor, derjenige, der Wut ausbaden konnte weil ich im Gehen war, ich zog aus und nunmehr war ich einfach nur genial als die Schuldige. Viel habe ich verdrängt an den Dingen, die passierten, die respektlos sind und nichts in einer Beziehung zu tun haben. Erst nach Monaten kam ich langsam zur Ruhe. Und nunmehr, nach einem Jahr, beginne ich zu befreifen, dass menschliche Kommunikation ganz anders laufen kann im zwischenmenschlichen Bereich.

    Kommunikation mit einem Süchtigen, wie mir!!!, nein danke - von Baum, auf Wurzel und dann zum Stöckchen. Boah war ich anstrengend - boah war der andere anstrengend und die Resultate waren dass der Wald, von dem wir sprachen, ganz rasch zur Baumwurzel wurde, über die wir stolperten.

    Ich hatte Respekt und Vertrauen verloren, wie inhaltsreich kann da noch ein Gespräch sein?
    Mein Gegenüber war je nach Pegel in positiver, negativer oder ängstlicher Verfassung - welche Eregebnisse können da Gespräche bringen? Was er heute sagt hat morgen keine Gültigkeit mehr, wenn der Pegel anders ist...

    Viel Glück wünscht Dir Dagmar