Beiträge von dagmar007

    Hey Ihr Lieben,
    hallo Melanie,

    Nici schrieb ja schon in meinem Ruder-Thread, dass sie vorsichtig wäre. Ja, das bin ich schon seit vielen Monaten - aber vor Angst oder Kontrollverlust???

    Denn Fakt ist, bisher tat mir alles gut - ich kann gesund damit umgehen ohne etwas persönlich zu nehmen, bin gut in der Lage mich selber nicht zu melden und damit zu leben was passiert .... aber .... und nun kommt das aber ....

    ich merke unser Kontakt wird ehrlicher und intensiver und jetzt komme ich an den Punkt wo ich beginne Angst zu bekommen über meine Selbstkontrolle (obwohl es mir innerhalb des Kontaktes gut geht).

    Ich komme immer wieder zur Erdung, brauche aber einen Tag nach einem Treffen oder Telefonat oder Mail, das muss ich feststellen.

    Na ja, erst mal wieder Bogen schießen gehen und dann einfach abwarten - in aller Stille :) denn demnächst kommt meine mündliche Prüfung....

    Lieben Gruß von Daggi

    Bin ich ja auch, liebe Nici, seit 8 Monaten :)

    Nee Du, die Frage "wie weit bin ich schon" die gibt es nicht, genau deshalb muss ich mich immer wieder erden und habe mich entzogen aus dem was gefährlich werden könnte.

    Deshalb gehe ich diese Woche schießen und dabei nehme ich als Ziel meinen Stalker, der mir gerade wieder so etwas von auf den Nerv geht. Langsam wird der Boy aggressiv, weil er keine Chance hat anzurufen, seine Klingelei überhöre ich ebenso wie seine Rufe vor dem Haus.

    Leute, wäre es nicht so ägerlich, dann wäre es zum lachen wie da so einer vor der Türe steht "Klopf, Klopf" in die Gegend schreit oder "Dagmar, ich bin's". Ja, genau weil DU es bist ist die Türe ja zu :)

    Beim schießen gilt dann folgendes:

    Ne Ratte sitzt auf einem Stein,
    sie denkt sich nix, was sollt’s auch sein
    wie aus dem Nichts kommt da ein Pfeil
    puh, daneben, sie ist noch heil
    den Pfeil hat‘s auf dem Stein zerrissen
    der Schütze findet das beschissen

    lieben Gruß von Daggi

    beängstigend, liebe Grazia,

    wenn ich nämlich mal "den Co von hinten aufzäume" und mein Leben betrachte dann ...

    habe ich irgendwann mal als Tween begonnen zu "kontrollieren" bzw. nicht mehr spontan zu leben und zu lieben. Dann habe ich nämlich ab einem gewissen Zeitpunkt angefangen zu berechnen welche Schmerzen mit drohen (vielleicht nur durch einen Korb) und habe sie abgewendet. Ich kann in meinem Fall sogar sagen bin davon gelaufen vor der "Verliebtheit".

    Somit ist damals also etwas passiert, dass mich ängstlich machte und mir "Kontrolle" auferlegte.

    Dieses Grundsatzvertrauen habe ich in allen Lebensbereichen umkehren können weil ich mit Null in alles Neue gehen musste nach der Trennung und sich überall nur Gutes getan hat. Eventuell frühere, schlechte, Erfahrungen wurden somit durch neue, gute, überdeckt und die Gehirnstruktur neu aufgebaut.

    So .... und jetzt wird es schwierig ....

    Würde ich mich jetzt fallen lassen und mir die Nase blutig schlagen, könnte ich (ich stehe ja gerade im Kontrollverfahren ;) noch ängstlicher und kontrollierender werden.

    Somit müsste ich für mich lernen mich erlauben den Situationen hinzugeben ohne für mich zu werten oder meine Persönlichkeit dadurch angegriffen zu fühlen. Hm, umsetzbar, aber verbunden mit einigen "über den eigenen Schatten springen"-Aktionen.

    Mir tat das Bogenschießen am Samstag super gut. Ich denke mal, genau einen solchen Bogen (dabei habe ich mir eine Menge blauer Flecken geholt weil ich den Armschutz nicht richtig anbrachte) kann mir da eine gute Hilfe sein:

    - Problem in den Pfeil legen
    - in den Bogen einspannen und bis zur Grenze der Belastbarkeit an die Sehne ziehen
    - um dann, entlastend, "loszulassen".

    Mir persönlich helfen solche mentalen Beispiele gut es in den Körper zu legen und über diesen Weg ins "Hirnkasterl" zu transportieren.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Sei Ihr dankbar Polarsternchen,

    mein Ego litt, als ich durch eine Rotweindrossel eingetauscht wurde.

    Aber danke an die Drossel, denn von alleine wäre ich nicht gegangen. Danke, dass sie ihn mir "abgenommen" hat und nun genießen darf.

    Danke für den Schmerz, der mit endlich - auch wenn es mich umgehauen hat - gezeigt hat wie viel (un)wert ich bin.

    Und eines Polarsternchen: jeder Mensch, den ich in den 3 Jahren später kennenlernte (obwohl ich immer noch Single bin) war wertvoller, ehrlicher und konstanter. Ich habe nur gewonnen durch diese Drossel und das Ende.

    Nur der Anfang vom Ende ist die Hölle.

    Aber lieben, nein lieben kann ein nasser Alkoholiker kaum ... er hat im Regelfall "andere Probleme" somit hast Du (auch wenn es sich anders anfühlt) diesbezüglich nichts verloren.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Orlando,
    diese Provokation war "gut". Es ging darum, dass ich einen Referenten in Schutz nehme, weil er eben anders ist als andere während ich meinem Chef das nicht zugestehe. Die Provokation bestand darin zu sagen "Du willst Deinem Chef die Schwächen nicht nachsehen, die Du anderen nachsiehst."

    Da hatte er recht! Muss ich sagen, auch wenn ich es wohl weiterhin als zwei unterschiedliche Menschen betrachte, wo ich dem einen Verständnis entgegenbringen möchte und dem anderen nicht - einfach aus ganz vielen Gründen.

    Ja Grazia,
    der Grundgedanke mit der Kontrolle ist gut. Ich will nicht das Leben eines anderen kontrollieren, aber meines um nicht wieder die Kontrolle über mich zu verlieren.

    Als wir gestern Bogenschießen waren und die Nacht am Lagerfeuer saßen, da war ich das erste Mal seit zig Jahren wieder mal ganz in und bei mir (obwohl mein Bekannter dabei war). Ich konnte einfach ins Feuer sehen und den Gedanken nachhängen, auch an vergangenes, weit vor der Alki-Zeit.

    Ich habe mir tolle Prellungen geholt, weil ich den Schutz nicht richtig angebracht habe und der Bogen einige Blessuren hinterlassen hat.

    Es war aber genial das alles umzusetzen: Bogen Spannung, Ziel/Erwartung/HOffnung und "loslassen".

    Nachdem ich nächste Woche nochmals schießen gehen werde will ich das mal in meine Gedanken einbauen.

    LIeben Gruß von Daggi

    Hallo Grazia,
    ist für mich insofern ganz schwer, weil ich mein Leben im Griff habe und mich darin wohl fühle. Habe so die eine oder andere Sache - wie den Job - die ich gerne anders hätte und wo ich selber an der Veränderung arbeite.

    Ich bin also selbständig und komme mit mir gut klar.

    Der Kontakt bereichert mich durch die Intelligenz des anderen, auch die provokativen Anstöße meiner Äußer8ngen (die gut den Kern treffen) und mir selber sagen wo ich arbeiten muss an mir selber, wobei es keine Kritiken sind sondern einfach Feststellungen. Meine Chance für mich über mich zu lernen.

    Ich glaube aber, ich kann noch nicht abwiegen ob der derzeitige Nutzen eventuell in einen Schaden übergehen könnte. Ich bin froh in keine Beziehung gerutscht zu sein in der engen Zeit der letzten Monate, möchte aber für mich selber klarer denken - was mir gerade schwer fällt.

    Lieben Gruß und danke für Dein Statement
    Daggi

    Hey Spedi,
    das ist ja gerade die Frage, die ich mir selber stelle: warum blende ich solche Menschen nicht aus?

    Will ich es nicht - kann ich es nicht ? Suche ich mir selber das Suchtmittel Mensch zurecht?

    Wie gesagt, der Kopf arbeitet so wie er soll und hat bisher alles weitere tragische verhindert, aber er arbeitet noch nicht mit meinen subtilen Verhaltensweisen zusammen. Genau da aber weiß ich nicht, wo ich bei mir andoggen soll.

    Ich denke mal, ein Ansatz wird für mich sein eben diesen Menschen meiden zu müssen. Ich denke mal mein Problem ist auch, daß ich mir selber nicht so ganz traue in meiner Art der Bewertung/Beurteilung. Ich befürchte wieder das alte Schema zu leben, in welchem man/frau/Coabhängige sich fragt "ist er/sie wirklich so krank/abhängig?"

    Wie gesagt, ich muß da selber für mich noch einige Ecken und Kanten für mich stimmig machen und abrunden.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Verdunnerflixt, jetzt bin ich an meinem Lernweg in einer Gasse angekommen, die ziemlich eng ist.

    Raus aus der Suchtbeziehung, seit 3 Jahren Single bin ich noch immer in der Lage gut auf mich zu achten und den Kopf immer dabei zu haben. Mein Ego ist gesund genug um mich selber wert zu schätzen. Ich bin in der Lage mir Gutes und sinnvolles zu tun (beispielsweise ein Navi, da ich in Mathe ebenso schlecht bin wie in der Orientierung, aber für Vorstellungsgespräche und Freizeitgestaltung doch flexibler sein möchte).

    Dennoch ist es relativ schwer weil Co-Eigenschaften zu einer für mich ungünstigen Person wunderschön und richtig deutlich für mich zum tragen kommen.

    Beginnen wir mit dem Abstand: einem alkoholkranken Partner muss ich persönlich mich komplett entziehen und absolute Funkstille einhalten
    Klasse! Nun ist es ein trockener Alkoholiker, bei dem ich auf Grund seiner psychischen Erkrankung davon ausgehen muss, daß ich auf lange Sicht keine Zukunft hätte und es mir nicht gut ginge.
    ... aber ich genieße die Gegenwart von ihm ... die Gespräche, den Humor und die Intelligenz...

    Klasse! Eigentlich müsste ich meinen ich könnte das ganz sachlich austragen! Fehleinschätzung! Auf der einen Seite möchte ich ihn als Bekannten behalten, auf der anderen Seite ist zwischen uns ein tiefes Band und regelmässiger Kontakt, den ich ""eigentlich"" nicht verlieren will.

    Wie ich es aber schaffen soll, so locker verbunden zu bleiben, dass ich selber gefühlsmässig nicht involviert bin weiß ich nicht. Wie es mir möglich sein soll Gefühle abzuschalten und mich nicht zu eng mit jemandem zu verbinden, der schädlich für meine Entwicklung sein könnte, nein das ist für mich gänzlich unklar. Klar, mache ich es! Aber eine Lösung ist das nicht! Denn ich kann doch nicht ein Leben lang mit dem Gedanken und dem Brett vor dem Kopf "Hirn einschalten" herumlaufen und leben. Da geht ja alles verloren, was Spontanität und leben sein kann.

    Gestern ist es mir mal kurz gelungen (aber in seiner Gegenwart) beim Bogenschießen komplett weg zu sein und das jetzt zu genießen. Auch später am Lagerfeuer einfach meinen Gedanken nachzuhängen. Tatsächlich mal im hier und jetzt und im "have a good Feeling".

    Nur hätte ich das gerne immer ohne das andere Menschen irgendwo und irgendwie zu sehr in meinem Hirnkastl "schwirren". Eigentlich gehöre da dämlich nur ich rein und mein Friede mit mir.

    Mann, Mann, warum kann ich nicht 20 Jahre Coabhängigkeit eintauschen auf Gesundheit nach 3 Jahren.... weil die Zeit zu kurz ist gesundes Verhalten zu verinnerlichen???

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Nici,
    dann sollten wir mal ganz schnell einen Ruderkurs belegen :)

    Denn ich kann mich Deinen Worten nur anschließen.

    Was mich so ärgert - über mich ärgert: mein Leben ist stabil, solide und ich bin selbstverantwortlich, trage meine Last alleine und dennoch habe ich diese Muster in mir. Dennoch wachsen Sympathien für Menschen, die mir auf lange Sicht und in engerem Kontakt nicht gut täten.

    Gewiss als Kumpel o.k., als Partner tödlich! Mein Kopf weiß es und dennoch halte ich den Kontakt aufrecht - ich pflege ihn. Herrgott, dann komme ich wieder runter, der Kopf hat mich überzeugt und ruckizucki wenn gewisse Gesprächsthemen kommen, gewisse Gefühlsmomente des anderen dann scheine ich voll zurückzufallen.

    Auch bei mir ist der Kopf immer dabei - er steuert sehr wohl dass ich mir nicht die nächsten Fettnäpfen aussuche. Aber er ist nicht in der Lage zu verhindern, dass Charaktereigenschaften in mir aktiviert werden können. Gefühle ausgelöst und Bodenständigkeit mühsam erarbeitet werden muss.

    Aber sag mir mal, liebe Nici, wie kommt man/frau/du/ich raus aus einer Schleife, aus der ich/wir eigentlich schon entwachsen sind?

    Mein Kopf steuert mich und schützt mich vor Schaden. Ich brauche noch nicht einmal die Bestätigung von anderen, bin in mir verankert, und dennoch gefühlsmässig so ansprechbar.

    Wäre es einfacher für mich wäre ich nicht so kopflastig und würde über das Gefühl leben. Mir vielleicht die Nase blutig schlagen, aber vermutlich schnell wieder aussteigen?

    Was fehlt? WElche Lücken sind zu schließen? Nun, das kann ich wohl für mich in meiner derzeitigen Situation sagen: gute Gespräche, seelische Übereinstimmung. Die hätte ich jetzt ... aber gleichzeitig das Wissen, dass es auf Grund einer psychischen Krankheit keine Zukunft geben könnte. Na Klasse .... Lücken gefüllt ... Abstand schwer zu halten und Gefahr immer in der Nähe....

    Also mal ganz erhlich Ladies, manchmal könnte ich am (Wasser-)Rad (vor der Haustüre am Brunnen) drehen weil einfach Anhängsel bleiben. Das absolut gesunde ist nicht da, welches sagt: Achtung, Deckung, lauf schneller als Du kannst.

    Eine verflixte Anziehung ist da - Psyche also aktiviert und ansprechbar - wie bitteschön ließe sich das verhindern??? Das schlimme ist Nici, wir sind ja noch nicht mal in der Opferrolle weil wir selbständig unser Leben leben und darin angekommen sind und uns wohl fühlen. Auch besinnen wir uns immer wieder auf uns und können uns erden.

    Aber warum - und wie läßt es sich abstellen - dass wir doch immer wieder angesprochen werden durch Emotionen, die uns dann wieder kurzzeitig über Maulwurfshügel stolpern lassen? Ist es die Entwicklung, von der wir zu viel in zu kurzer Zeit erwarteten? Haben wir uns 20 oder mehr Jahre co verhalten und es dauert eben länger als zwei, drei Jahre nicht mehr ansprechbar zu sein von Menschen mit gewissen ansprechenden Zügen?

    Wahrscheinlich ist es wohl so. Dennoch: ich denke oft ich dreh am Rad, ich muss doch da raus sein.... das passt doch alles nicht....

    Lieben Gruß von Daggi,
    die sich noch in einem neuen Thread darüber auslassen wird, weil ich da gerade schwer mit mir kämpfe ... wie Du halt ....

    Hey, liebe Sonne,
    die Schuldfrage gibt es für mich nicht weil dann alles zu kompliziert werden würde:

    ist der Alki wirklich schuld? sind es seine Eltern? sind es alle weiterhin aktiven Helfer wenn ich ausgestiegen bin? bin ich zu spät ausgestiegen aus der Beziehung?

    Viele solche Fragen würden für mich bei Schuldzuweisungen eine Rolle spielen - das alles aber ist mir einfach zu mühsam und zu unpassend. Passender ist für mich dass jeder Mensch tun kann was er mag und Verantwortung übernehmen oder auch nicht. Ich muss dann für mich entscheiden ob ein solcher Mensch (egal in welcher Position zu mir) in mein Leben passt...

    Ich trage keine Schuld - er trägt keine Schuld: es ist eben so wie es ist....

    Es haben sich halt bei mir zwei Menschen in unterschiedliche Richtungen entwickelt - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Warum sie es tun? Weil sie ebenso lügen wie der stofflich abhängige. Sie machen sich ebenso selber etwas vor!

    Hätte ich damals die Augen aufgemacht, dann hätte ich ja etwas ändern müssen! Ich hätte alleine für mich die Verantwortung übernehmen müssen, vielleicht selber Fehler machen und alleine dazu stehen. Ach nee, da blieb ich doch lieber in einer Abhängigkeitsbeziehung - gleichzeitig hatte ich einen Sündenbock "der trinkt, den ich nicht alleine lassen kann und der mein Leben behindert" .... nur gehen, dazu war ich lange zu feige....

    Wecken - warum denn? Er ist doch groß und darf alleine über die Straße! Auch das machte ich früher weil er ja sonst den Arbeitsplatz für die gemeinsame Wohnung vielleicht hätte verloren und ich hätte alleine zahlen müssen. Bäääh .... mache ich jetzt auch und es geht!!!! Ich bin doch nicht die Mutter eines 5jährigen der in die Vorschule muss und den ich ans Aufstehen gewöhnen muss......

    Nein Hope, nicht Alkoholiker zerstören Leben und Liebe!!! Wir lassen uns zerstören - das ist noch viel übler! Denn wir sind für uns verantwortlich. Überlassen wir diese Entscheidung einem Süchtigen, dann sind wir nicht über/lebensfähig und feige auch noch - weil wir die Verantwortung dem anderen übertragen. Und das, obwohl wir wissen er ist süchtig und eigentlich nicht in der Lage Entscheidungen zu treffen...

    Der stofflich Abhängige bleibt beim Alk und der Coabhängige beim Partner = beide also komplett unfähig für sich selber zu sorgen ....

    Zwei ertrinkende also, die sich gegenseitig runterziehen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe hopehope,
    Kinder sind nicht dumm und spüren sehr wohl was abläuft. Wenn Du für sie in Deinem Haushalt sorgen würdest, so würdest Du ihnen nicht den Vater nehmen sondern ein geordnetes Umfeld geben. Innnerhalb der Besuchszeiten wäre ja - andernorts - Zeit für die Vaterliebe.

    Glaub mal nur nicht, dass das pöbelnde und launische Verhalten des Vaters die Kinder stärkt und zu starken Erwachsenen macht!!! Eher haben sie die Chance wie wir angepasst zu werden an launische Menschen und sich selber zu vernachlässigen - sie kennen ja nichts anderes....

    Lieber Mann, böser Trinker - ich hatte weder die Kraft noch die Lust ständig meine Rolle und mein Verhalten auf ihn abzustimmen. Genau das tust Du nämlich derzeit. Ich wäre somit gezwungen gewesen zur Zuckerbrot und Peitsche Methode. Bist Du lieb, kriegst Du das Zuckerbrot, aber wehe, Du trinkst - dann aber....

    Was dann .... er merkt doch beides geht! Er muss dann einfach nur wieder recht "lieb" sein und dumme Frauchen wie ich sagen dann auf die Anfrage von Freunden "aber sonst, ist er ja lieb".... Super war ich - klasse war ich - habe mich und andere belogen, obwohl die schon alle aus dem Kopfschütteln nicht mehr rauskamen. Sogar Nachbarn sagten mir nach Jahren "wir haben nie verstanden warum und vor allen Dingen wie lange Du das mitgemacht hast".

    Er wollte trinken - er darf trinken! Das ist nämlich seine Entscheidung. Meine ist die, ob ich das für mich ertragen will und kann. Das hat alles nichts mehr mit Liebe zu tun sondern damit, ob und wie ich mir mein Leben und meine Zukunft vorstelle.

    Davon mal abgesehen, liebe hopehope, irgendwann mal geht es um viel größere Probleme als die "Liebe" da geht es nämlich um Arbeitsunfähigkeit, Verlust des Arbeitsplatzes, Zahlung der Miete und und und

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich bin mir jedoch keinesfalls sicher, ob Sozialämter ect. sich durch eine solche Vereinbarung in irgendeiner Form abschrecken lassen ;)

    Ich denke nämlich, dass sind zwei paar Stiefel, die eher den Unterhalt betreffen - aber da kenne ich mich nicht aus. Nur in der Praxis, wo ich es leider anders erleben musste....

    Wenn zwei Menschen gegenseitig auf Hilfestellung verzichten, so erscheint mir das anders zu sein als wenn ein dritter - Sozi, Staat - dafür sorgen will oder soll oder muss die Kosten nicht selber zu tragen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe hopehope,
    vielleicht würde es Dir helfen, wenn Du Dich in den Mittelpunkt stellen könntest. Die Ärzte oder Therapeuten sollen Dir helfen Deine Kraft zurück zu gewinnen. Du kannst Dir helfen und helfen lassen - nicht aber ihm.

    DU bist wichtig - nicht er ....

    Gehen konnte ich erst, als ich selber nichts mehr war. Keine Kraft, keine Lebenslust nur noch Angst....

    LIeben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe hopehope,
    weißt Du, ich musste die Erfahrung machen, dass mein lieber Exxi jede Menge williger Helfer statt meiner fand: da waren es die Eltern oder die Geschwister, die nicht wollten dass er abstürzte, oder die Saufkumpane, die im Notfall mal kurz stützten. Das kann jahrzehntelang gehen.... Ist keine eigene Einsicht, dann wird eben ein eventueller Helfer manipuliert, ein neuer gesucht - und garantiert auch gefunden!

    Schau, wichtig war für mich gar nicht mehr ob der Exxi seine Sauferei einstellt. Wichtig war für mich zu erkennen ich will leben - aber das was ich tat war vegetieren. Also musste ich mein Leben in meine Hände nehmen und sein Leben gänzlich von meinem trennen. Hätte er etwas geändert, wer weiß vielleicht hätte es später wieder ein zusammen finden gegeben, aber eines war klar: zuerst musste ich gehen und mit mir ins Reine kommen. Denn eines war für mich Fakt: mich überhaupt über längere Zeit mit einem solchen Menschen/Problem auseinander zu setzen spricht dafür, dass ICH ein PRoblem habe/hatte.

    Bei mir war klar, ich verliere meine Zukunft wenn ich bleibe: entweder durch seine Gewalt (das was Du schreibst, dass war der Anfang bei uns mit der geballten Faust und dem Kommentar "es wird noch etwas passieren"....) seine durch Schlamperei sich einstellende Kriminalität, den Gerichtsvollzieher und und und....

    davon mal abgesehen wollte ich mir nicht vorstellen, was in dem alten Haus hätte passieren können wenn er in seinem Dulla mit Zigarette einschläft, die Herdplatte anlässt, die Gastflaschen im Keller nicht richtig behandelt oder oder oder....

    Nur dann, wenn es mir gut geht und ich für mich sorgen kann, wäre ich in der Lage eine stabile und gesunde Beziehung zu führen. Ich selber musste also erst einmal versuchen gesund zu werden..... alleine ... ohne -irgendeinen- Partner.

    Lieben Gruß von Dagmar, die die 007 nicht braucht ;)

    Ich bin gegangen - die Beziehung endete im Krieg.

    Ich selber schaffte es nicht mit der Belastung zu leben wie er geworden war. Kriminelle Aspekte gesellten dazu und Gewalt begann sich einzuschleichen. Ich hatte das Glück, dass er eine Gefahr für mein Leben wurde und ich gehen musste.

    Wäre er nicht so radikal zum Unmenschen geworden, so weiß ich nicht ob ich den Absprung geschafft hätte.

    Es war eine sehr schwere Zeit, ich war mutlos, kraftlos und nur über den Kopf konnte ich mich umerziehen die Dinge im Leben zu sehen, die noch schön sind. Damals war mein Job wegrationiert wordern und er drohte das Haus anzuzünden, also ich war in jedem Punkt mittellos.

    Ich bin froh gegangen zu sein, ich bin jetzt ärmer als je zuvor aber auch zufriedener als je zuvor - aber es hat Wunden hinterlassen.... Je länger ich blieb desto tiefer wurde die Wunder - und je länger die Beziehung dauerte, desto schwerer wird es sein das Vertrauen in andere Menschen/Partner wieder zu erlernen....

    Lieben Gruß von Dagmar


    Bei Dir Hopehope hört es sich an wie ein Burnout. Kannst Du mit Deinem Hausarzt sprechen??? AUch über das Alk-Thema????

    Hallo Ihr Lieben,
    ich denke Orlando, im Moment kann ich noch nicht von "schade" reden da ich bei mir selber Mankos entdecke, somit also noch nicht genug verinnerlicht habe. Wenn ich die Menschen näher betrachte, die als Partner meine Aufmerksamkeit erregen könnten so bemerke ich zuweilen Gefahrenmomente (wenn auch keinen Alk) und ich denke, dann eben bin ich noch nicht selbständig genug.

    Ja, Hopehope, ich überlege mir zweimal ob ich es wagen kann und ich benötige viel, viel mehr Zeit mich auf einen Menschen einzulassen. Früher waren es die Schmetterlinge im Bauch, eine schnell entstehende Beziehung, die Hoffnung auf die große Liebe und schon eine Bindung, die nicht mehr schnell zu lösen war.

    Heute muss ich immer wieder Abstand gewinnen, mich langsam annähern und über einen langen Zeitraum bemerken können dass die betreffende Person "immer noch die selbe geblieben" ist und ich mit keinen Schockmomenten rechnen muss.

    Jeder Mensch entwickelt sich weiter - manchmal auch in gegengesetzte Richtung, dann eben geht eine Partnerschaft nicht weiter. Nur habe ich in der Vergangenheit alle Warnlämpchen ignoriert das möchte ich nicht wieder....

    Und, ich möchte mich nicht in eine Partnerschaft flüchten um "Trost" zu erhalten bspw. wegen einem schlechten Arbeitsplatz. Alles aber Faktoren, die ich selber derzeit nicht ausscheiden kann.

    Ich mag eben nicht mehr hoffen hopehope dass ein anderer sich ändert - egal in was - entweder ich kann damit klar kommen oder muss es lassen. Und genau da hängt dann wohl mein Problem: gehe ich dann wirklich wenn es Dinge sind, die mich belasten (außerhalb der Sucht gibt es da noch genügend andere).

    Lieben Gruß von Dagmar

    Es ist schon ein Kreuz, liebe Orleando,
    trotz aller Weiterverarbeitung, Bearbeitung, Trennung und psychischer Weiterentwicklung erscheint bei mir persönlich immer noch eine Tendenz zu bestehen, die einfach nur Co ist.

    Ich bin deshalb seit 3 Jahren Single, weil ich es nach der Beziehung nicht mehr gewagt habe mich in eine Abhängigkeit zu bewegen ... langsam und schleichend wie früher ... ohne vielleicht von mir bemerkt zu werden.

    In einem Kontakt zu einem mir nahestehenden Menschen, ohne Alk!, fällt mir immer wieder auf wie sehr ich an ihm "hänge" wie viele Gedanken ich mir um ihn mache und dass auch teilweise die Tendenz besteht dass wir gegenseitig auf unsere Stimmungen wirken. Es ist eine dermaßen starke Wirkung aufeinander, dass sie "eigentlich" schön ist weil einfach ein Band da ist. Nur befürchte ich, dieses Band ist eines, welches uns beide mehr aneinander fesselt als positv bindet. Raus aus allen Suchtbeziehungen, selbständiges und glückliches Leben und dennoch habe ich Tendenzen, die nicht zu diesem Leben passen.....

    Der Kopf arbeitet mit - sogar die Seele - und dennoch ... es gibt Aussetzer....

    Toi Toi toi für Dich
    lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Susi,
    mit Erschrecken habe ich Dein Posting gelesen.

    Mein Exxi, der war keinesfalls so deutlich zu erkennen als Alkoholiker, dennoch hatte ich das Gefühl. Ich bildete mir ein, ich wäre die Stärkere und könne jederzeit aus der Beziehung aussteigen.

    Das war mal.....

    Im Laufe der jahrzehntelangen Beziehung wurde sein Alkoholvolumen immer größer, meine Stärke immer kleiner und der Absprung immer schwerer. Das, was einmal meine Stärke - oder Überheblichkeit war - wurde Schwäche und Abhängigkeit.

    So hart es klingt: ich bin meinem Exxi dankbar, dass er eine alkohlfreudige Nachfolgerin für mich gefunden hat - ich selber hätte nicht die Kraft gehabt zu gehen.....

    Toi toi toi für Deine Zukunft,
    er hat wohl nur eine "bedingte"....

    Liebe Mirli,
    ich muss wieder etwas provokativ antworten:

    was ich jahrelang falsch gemacht spürt sich natürlich falsch an, wenn ich es jetzt richtig mache. Ich habe jahrzehntelang eingeübte Muster und Wege verlassen, das was üblich war ist jetzt falsch und das spürt sich ebenso neu und falsch an.

    Auch ich sollte das brave Mädchen sein.... bis irgendwann war ich das auch ....

    Womit tut man einem Alkoholiker gut? Das interessiert mich nicht mehr, denn MIR tut ein Alkoholiker nicht gut!!! Und Dir vermutlich auch nicht....

    Gibt es nicht in jeder Beziehung Dinge, die man einstecken muss?

    Nun, muss ich in einer BEziehung sein? Kann ich mir nicht selber reichen? Kann ich nicht selber für mich Verantwortung tragen?

    Ich wurde mal vom Bekannten des EXXI angesprochen der mich fragte, wieso machst Du das alles mit? Meine dämmliche Antwort "sonst ist er ja ein lieber" hahaha, dümmer konnte ich ja wohl nicht antworten.... Das SONST ist nämlich so was von egal wie ein umfallender Sack Reis in China. Von dem Sack Reis werden jedoch Menschen satt.

    Kompromisse .... vielleicht ... ganz sicher aber nicht mit jemandem der nicht voll "zurechnungsfähig" ist. Für den ist nämlich zumeist eine Erwartungshaltung mit allem verbunden, oder natürlich dann das drücken von Knöpfen, damit wir wieder funktionieren.....

    Nee danke....

    LIeben Gruß,
    auch wenn ich mich ganz sicher nicht toll lese....

    Dagmar