ein neues Leben - für mich und die Kinder

  • Liebe Nici

    :) Kaum zu glauben nicht? wir machen Fehler und die Erde dreht sich trotzdem weiter und die Sonne geht wieder auf...manchmal kommt mir der Gedanke: bin ich den Größenwahnsinnig? Denke ich wirklich dass ich so wichtig für das Sonnensystem bin, dass die Welt untergeht wenn ich das oder das nicht erledige, oder was falsch mache? tztztz
    Oder brauche ich das gefühl "GUT" zu sein, weil ich die Berechtigung für mein Dasein auf dieser Erde suche?
    Eins extremer als das andere.
    Den Mittelweg suche ich noch immer.
    Ich mach gerade Frühjahrsputz. Endlich polliere ich den Schrank nicht nur von aussen, ich trau mich ihn auch zu öffnen. Da kommen Sachen....manche wurden vergessen, man muss sie nur auf Hochglanz bringen und sie sind wie neu.
    Und manche sind einfach Müll, die muss man einfach wegschmeissen.
    Und dann werde ich mich hinsetzten mein Schrank beobachten und zufrieden mit mir sein, weil ich weiss, da stimmt Aussen und INNEN alles.

    Ich glaube, ich werde erwachsen, ja, so fühlt es sich an. Hoffentlich kriege ich keine Pickel ;)

    Liebste Grüße
    Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Oh je, mit Größenwahn hat das nichts zu tun, eher mit sich klein fühlen, nicht ausreichend sein.
    Es reicht nicht nur zu sein,so wie es andere einfach tun. Die schert es einen Dreck.
    Ja da den gesunden Mittelweg finden..lach, wenn den hast, sag mir wie.

    Ich denke das dieses sich klein fühlen mir angetrainiert wurde.
    Bei meiner Mutter reicht es nie, was ich tue. Auch wird mir immer wieder suggeriert, wie sehr ich wehleidig bin, wie faul und unfähig.
    Eigentl. bin ich der Typ, der schon weiß was ich kann und was nicht,
    aber unterschwellig nahm es mir doch mein Selbstvertrauen weg.
    Ich hab das früher nie so verspürt, und das kommt immer mehr ans Tageslicht. Und ich finde immer mehr den Grund für manch Handeln.
    Ja, nicht ausreichend sein, nicht genug gemacht zu haben, das zieht sich wie ein roter Faden durch.
    Und so hat man mir das Co anerzogen, nein es sogar gefordert,
    und ich dumme Kuh bin darauf eingegangen,
    auch dann wo ich bereits wusste, es kann kein Happyend geben.
    Diese Erwartungen gerecht werden, dass konnte ich nur als Thema aufnehmen, weil ich keine eigene Erwartungen an mich hatte außer die : zu funktionieren, selbstlos und nur für andere.
    So ein Paradoxon, den Kampf konnte keiner gewinnen.

  • liebe nici,

    ja, es ist wichtig sich selbst kennen zu lernen. da gehört dazu, auch mal dahin zu schauen wo du herkommst. um zu verstehen warum du heute so bist wie du bist. das kann sehr beruhigend sein zu wissen was einem so geprägt hat. denn das funktioniert ja heute auch noch so. dieses mutter kind verhältniss.

    es ist so, wie grazia es beschreibt, auch ich durfte erleben mit fast 40 jahrend endlich in die puppertät zu kommen und mich zu verweigern, nein zu sagen. gazia zum thema pickel: ich hab auch immer wieder welche, dachte , neeeee......kann doch nicht sein!!!! die kommen gerade auch und ich frag mich wie ich mit 40 jahren immernoch ab und an so aussehen kann. das hört halt auch nicht auf...lächel..

    liebe nici, ein gesundes ego aufzubauen würde ich noch bei weitem nicht als grössenwahn ansehen. das fühlt sich ab und zu so an,weil es ja was ganz neues ist. grössenwahn ist es dann wenn alles was man macht nur nochso zu funktionieren hat wie ich es will, das ich nicht in der lage bin auf andere einzugehen und über leichen gehe. dafon bist du noch meilen weit weg. ich kann mir nicht vorstellen, das du dahin kommen würdest. denn die fähigkeit sich emphatisch mit den mitmenschen ausseinander zu setzen haben wir cos reichlich. nur ist eben da das eigene ego wichtig, das man sich dann abgrenzen kann. sonnst geht das wieder inmitleid über und das sollte ja auch nicht mehr sein.....

    lieben gruß melanie

  • GuMo an alle.

    ja Melanie, ein gesundes Ego aufbauen, da bin ich grad dabei.
    Ich finde auch, daß es wichtig ist, sich da seine eigenen Grundsteine (Erziehung,Kindheit) anzuschauen. Und jetzt da ich langsam erkenne, wie instabil diese Grundsteine sind, merk ich erst wie sehr die darauf aufgebauten Steine wackeln.
    Also abtragen und dann ein neues Fundament schaffen :wink:
    Und dabei ist es mir egal, ob die lieben Liebenden Verständnis haben oder nicht. Aber die meisten habens ja :D

    Ich hab diese Woche einiges zum Sperrmüll getan, das hatte auch was befreiendes. Ich habe das Gefühl das ich immer mehr Transparenz in mein Leben bring.
    Transparenz, nicht unbedingt von meinem Inneren < das gehört nur mir, aber der Mief und das Untern-Teppich-kehren, was jahrelang so auf dem Programm stand löst sich von Monat zu Monat auf.
    Noch nicht genug, aber erst musste man erstmal das erkennen um damit aufräumen zu können.
    Die letzten Tage hatte ich oft abends frei, und meine Kinder haben Ferien, sie haben das sehr genossen. Ich merke, wie sehr sie da Redebedarf haben und es einfach genießen mit Mama zusammen zu sein.
    Sogar mein Großer hat so manch Party springen lassen, um mit mir zusammen zu sein. Ein sehr schönes Gefühl ! Ich spür, dass sie gern zuhause sind und auch gern mit mir zusammen.
    Vor einem Jahr ist Er schnell ins WE ab um ja nicht viel von daheim mitzubekommen. Und wenn Er da war, dann um mir und seinem Bruder zu helfen wegen XY, quasi war da das Co auch schon bei ihm am arbeiten.
    Ich habe die Trennung noch nie bereut, und nun da ich frei atmen kann, und die Jungs am spannungsfrei leben seh, bin ich mir sicher :
    Es lohnt, sich für ein eignenes suchtfreies Leben zu entscheiden.
    Denn bei allen Schwierigkeiten (auch wenn nach der Trennung noch nicht alles vorbei ist...) ist das alles nix, im Verhältnis dazu was war.

    Ein schönes WE,
    nici :wink:

  • Liebe Nici

    da kann ich Dir nur zustimmen, wie sich die Kinder verändert haben, nachden der Ex ausgezogen ist.
    ich merke auch wie gerne auch meine gerne mit mir zusammen sind.

    Ich wollte noch was zu den "Größenwahnsinn" erklären.
    Ich habe alles gamacht, getan und erledigt weil ich irgendwie der meinung war, mein Ex kann es eh nicht. Nur ich konnte ich richtig alles machen. Wie kann man es sonst nennen.
    Auch dass ich, wenn Jemand zB bei der Arbeit schlecht gelaunt war, dachte ich als erstes dass ich vlt der Grund bin. meine Güte....als ob ich soooo wichtig für andere menschen wäre...

    ich konnte/durfte auch meinen Ex nicht verlassen, weil...ER OHNE MICH UNTERGEHT!
    Ha! Vielleicht geht er auch unter, aber nur weil er sich dafür entscheidet und nicht weil ich nicht da bin.

    Das war eben mein persönliches Größenwahnsinn, ich war WICHTIG genug, um für alles verantwortlich
    zu sein, und an allem schuld.

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo ihr Lieben,

    ja, Grazia ich weiß was Du meinst. Da hab ich mir auch schon meine Gedanken darüber gemacht.
    Ich bin auch am überlegen, ob die Abhängikeit vom meinem XY von mir (ist ja alles viel einfacher gelaufen mit ner Co) mir nicht auch eine gewisse Sicherheit gegeben hat ?!!
    > Etwas, was man brauch, gibt man nicht so schnell auf....
    Ich bring mich viel ein - in der Familie - im Beruf - beim Partner...
    ist das so weil ich mir meinen Platz sichern möchte ?
    Viell. hab ich mich als "Co" ja schon quasi aufgedrängelt oder es gewollt zu haben. Einfach aus dieser Unsicherheit heraus.
    Ich glaube nicht das ich mir deswegen wichtig vorkam, eher dass ich überhaupt vorkam, eine Daseinsberechtigung hatte.

    Das sind so eingeprägte Verhaltensmuster, die ich übernehm, da reichte es nicht nur "da" zu sein, dem gegenüber stand immer eine Erwartung, was getan, geleistet, zu haben.
    Nun bin ich in keiner Art und Weise i.ein ehrgeiziger Typ, und rudere so mit an mich gestellten Erwartungen rum :?
    I.wie schon schizophren, da blickt man in Spiegel und kennt sich nicht.

    LG nici

  • Liebe Nici

    Genauso ist es. Ich wurde gerne zum CO (wenn man es so nennen kann).

    Ich war wichtig (oder wie Du es nennst: ich WAR überhaupt) das Problem war nur, ich habe es irgendwie vor allem für mich getan. Ich habe erwartet, dass man es anerkennt. Ich habe erwartet dass alle sagen : die Grazia ist die beste, die kann alles, die weiss alles - also...dafür, war ich bereit alles zu tun.

    Das zu erkennen war ein wichtiger Schritt für mich.
    Ein rauskommen aus der Opferrolle.

    Liebste Grüße
    Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo Grazia,

    haben wir das wirklich für uns getan ? Anerkennung erwarten ja, in anderen Bereichen viell., aber nicht für die Co-Dienste.
    Viell. von Ihm, aber ansonsten sind wir ja mit den häuslichen Problemen nicht hausieren gegangen. Das lief ja größten Teils hinter den Gardinen ab.
    Orlando hat dazu auch was Interessantes geschrieben :

    Zitat

    Und wir machen das nicht, weil wir böse oder selbstzerstörerisch sind. Wir machen es, um uns zu schützen, vor einem noch viel größerem Leid, als das, was wir gerade durchleben. Deshalb wird hier ja auch immer wieder auf das notwendige Erreichen des Tiefpunktes hingewiesen, denn da kippt das Verältnis von Schutz und Leid.
    Und was ist so leidvoll und unerträglich, dass ich mich mit einer lebenzerstörenden Sucht davor schützen muss? Innere Leere, mangelnde (Selbst-)Liebe sowie fehlende (Selbst-)Achtung und Wertschätzung.


    Klar ein bisschen seinen Aschenputtelkomplex ausleben ist bestimmt auch mit dabei,
    aber ich frage mich grad auch, was fehlt mir, dass ich mir so lange so was gegeben habe ?
    Definier ich mich nur über mein Handeln, welche Lücke will ich damit schließen ?
    Vor lauter Suche nach der Lücke/Leere, seh ich grad viele Löcher,
    und manchmal komm ich mir vor wie ein dummer Gärtner, der den Maulwurf jagt.
    Denn ich will da auch weg von dieser Opferrolle, nur erkenn ich noch nicht so genau, was es zu schließen gilt.
    Naja, noch ein bisschen Maulwurfsjagd.

    LG nici :wink:

  • glück auf nici

    Zitat von n i c i

    Naja, noch ein bisschen Maulwurfsjagd.

    kannst du die maulwürfe einfach im tal zurücklassen?
    du bist doch den berg hinauf unterwegs und schon ziemlich weit voranngekommen. du weist was du willst, und wenns weiter oben wieder maulwürfe gibt, marschierst du einfach weiter.

    sch19ne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • liebe nici,

    die maulwürfe musst du nicht jagen, du kommst auf deinem weg ja sowiso immer wieder an sonem maulwurfshügel vorbei. dann kannste ja reagieren!

    lieben gruß melanie

  • Liebe Nici

    Es war wichtig für mich dass ER mich schätzt und liebt und braucht und bewundert. DAS wollte ich. Das war, was ich vom meinem Vater brauchte und nicht bekommen habe, und das brauchte ich von meinem Ex. Dafür habe ich alles das getan.
    Was für ein Irrtum...

    Melanie hat es auf den Punkt gebracht. Danke

    LG Grazia

    Da, wo du nur eine Spur im Sand siehst, da habe ich dich getragen...

  • Hallo an alle, die mich da lesen :wink:

    Mir geht es gut. Komme immer mehr da an, wo ich anfangs eigentlich nicht hinwollte (wollte ja nur, dass es alles aufhört...)
    aber ankommen musste. Weil es ein normales und gesundes Leben ist.

    Ja, Grazia, ich weiß auf was Du raus wolltest :
    Und ich spür es auch, > meinen Beitrag an diesem Teil meines Lebens.
    Den Teil, den ich so garnicht anschauen wollte.
    Ich bemerke, jemehr in mich reinhorche, wie sehr ich dieses Rad am laufen gehalten habe. Und das ganz unabhängig von der Sucht von XY.
    Dieses gebraucht-werden, so selbstverständlich mir auch das Helfen vorkommt, diente auch meinem Zweck und Nutzen : ich fühlte mich gut, und obgleich ich nicht nach Anerkennung gefragt habe, wartete ich doch auch drauf.
    "Kummerkasten" hat mich mein Vater mal tituliert, weil sich jede,r arme Gebeutelte und Aussenseiter meiner Hilfe gewiß sein konnte.
    Er hat mich damals schon gewarnt :cry:
    Ich hab überlegt, wieso ich dieses Aufmerksamkeitsdefizit hab, dass mich so aufopfernd nach meinem Stellenwert suchen lässt.
    Wir sind eine große Familie, wahrscheinlich hab ich mir unbewußt so meinen "Marktwert" versucht zu sichern. Ich weiß es nicht genau.
    Aber eines weiß ich, ich will nun durch andere Dinge "glänzen", ich will angenommen werden, ob ich nun helfen kann oder auch nicht.

    Nicht grad einfach für mich, denn auch die Feedbacks, die ich nun bei meinen "nein´s" erhalte muss ich lernen auszuhalten.
    War es doch einfach zu hören..."wie schaffst du das nur"..."toll, wie du das alles gewältigst"... als dieses "dann frag ich halt die andere".
    Etwas eigentlich ganz Normales, eigentlich, denn das ersetzt werden verbinde ich mit Ablehnung. Quatsch, klar. Aber das muss erstmal ankommen.

    Dann hab ich vor paar Tagen mal wieder Kontakt mit XY gehabt, und hab mich aufgeregt.
    Nun kann ich mich schon fern halten von dem Thema Alk, aber andere Themen wie z.B. Geld bringen mich dann doch auf die Palme :evil:
    Und so hab ich mich zu Vorwürfen hinreissen lassen, und hab mich im selben Moment über meinen emotionalen Ausbruch ( war stinksauer, gebs zu) aufregt.
    Denn in diesem Moment hab ich mein Co wieder genährt, obwohl es nicht um die Sucht ging. Aber Er hat mich in diesem Moment gelenkt, versteht ihr?!
    Hab zwar gleich gemerkt und entsprechend zurück gerudert, aber was raus ist, war raus.
    Schon erschreckend, wie sehr wir dieses Muster verinnerlicht haben.
    Und dafür braucht es nicht mal den Alkohol bei uns Co-Abhängigen.
    Das ist mir auch klar.
    Tja der Feind in meinem Bett, und auch wenn ich seh, dass nur ich drin liege.
    Aber ich bin froh, dass ich es erkannt habe, und werde weiter an mir arbeiten.
    Is soviel da drinnen. also weiter auf Entdeckungsreise.

    Oftmals hab ich hier gelesen : nicht vom Kopf, sondern aus dem Bauch
    und ich dachte immer häää??
    Eigentlich bin ich ein Kopfmensch, alles gut durchdacht und kaputanalysiert, aber langsam versteh ich was gemeint ist.

    Nachdem ich mit lieben Freunden den Abend verbracht habe, wünsch ich nun Euch lieben Foris eine gute Nacht. :roll:

  • Hallo, liebe Nici,
    dann sollten wir mal ganz schnell einen Ruderkurs belegen :)

    Denn ich kann mich Deinen Worten nur anschließen.

    Was mich so ärgert - über mich ärgert: mein Leben ist stabil, solide und ich bin selbstverantwortlich, trage meine Last alleine und dennoch habe ich diese Muster in mir. Dennoch wachsen Sympathien für Menschen, die mir auf lange Sicht und in engerem Kontakt nicht gut täten.

    Gewiss als Kumpel o.k., als Partner tödlich! Mein Kopf weiß es und dennoch halte ich den Kontakt aufrecht - ich pflege ihn. Herrgott, dann komme ich wieder runter, der Kopf hat mich überzeugt und ruckizucki wenn gewisse Gesprächsthemen kommen, gewisse Gefühlsmomente des anderen dann scheine ich voll zurückzufallen.

    Auch bei mir ist der Kopf immer dabei - er steuert sehr wohl dass ich mir nicht die nächsten Fettnäpfen aussuche. Aber er ist nicht in der Lage zu verhindern, dass Charaktereigenschaften in mir aktiviert werden können. Gefühle ausgelöst und Bodenständigkeit mühsam erarbeitet werden muss.

    Aber sag mir mal, liebe Nici, wie kommt man/frau/du/ich raus aus einer Schleife, aus der ich/wir eigentlich schon entwachsen sind?

    Mein Kopf steuert mich und schützt mich vor Schaden. Ich brauche noch nicht einmal die Bestätigung von anderen, bin in mir verankert, und dennoch gefühlsmässig so ansprechbar.

    Wäre es einfacher für mich wäre ich nicht so kopflastig und würde über das Gefühl leben. Mir vielleicht die Nase blutig schlagen, aber vermutlich schnell wieder aussteigen?

    Was fehlt? WElche Lücken sind zu schließen? Nun, das kann ich wohl für mich in meiner derzeitigen Situation sagen: gute Gespräche, seelische Übereinstimmung. Die hätte ich jetzt ... aber gleichzeitig das Wissen, dass es auf Grund einer psychischen Krankheit keine Zukunft geben könnte. Na Klasse .... Lücken gefüllt ... Abstand schwer zu halten und Gefahr immer in der Nähe....

    Also mal ganz erhlich Ladies, manchmal könnte ich am (Wasser-)Rad (vor der Haustüre am Brunnen) drehen weil einfach Anhängsel bleiben. Das absolut gesunde ist nicht da, welches sagt: Achtung, Deckung, lauf schneller als Du kannst.

    Eine verflixte Anziehung ist da - Psyche also aktiviert und ansprechbar - wie bitteschön ließe sich das verhindern??? Das schlimme ist Nici, wir sind ja noch nicht mal in der Opferrolle weil wir selbständig unser Leben leben und darin angekommen sind und uns wohl fühlen. Auch besinnen wir uns immer wieder auf uns und können uns erden.

    Aber warum - und wie läßt es sich abstellen - dass wir doch immer wieder angesprochen werden durch Emotionen, die uns dann wieder kurzzeitig über Maulwurfshügel stolpern lassen? Ist es die Entwicklung, von der wir zu viel in zu kurzer Zeit erwarteten? Haben wir uns 20 oder mehr Jahre co verhalten und es dauert eben länger als zwei, drei Jahre nicht mehr ansprechbar zu sein von Menschen mit gewissen ansprechenden Zügen?

    Wahrscheinlich ist es wohl so. Dennoch: ich denke oft ich dreh am Rad, ich muss doch da raus sein.... das passt doch alles nicht....

    Lieben Gruß von Daggi,
    die sich noch in einem neuen Thread darüber auslassen wird, weil ich da gerade schwer mit mir kämpfe ... wie Du halt ....

  • hallo mädels,

    das thema aus dem bauch heraus hab ich so lange nicht verstanden gehabt.komplettes neuland für mich. ich spürte früher schon auch im bauch, wenn was nicht stimmte. nur glaubte ich dem bauch nicht. komisches gefühl da, ok, nur warum blos? ich bin doch richtig, machte weiter und sass im schlamassel drin.

    der bauch ist heute wichtig. wichtiger als das was mir dieser kopf weiss machen will. der hat vorrang. ists im bauch grummelig, spür ich da was, dann reagier ich als aller erstes mit rückzug. NEIN sagen hilf mir. ich halte solche kontackte nicht aufrecht. das tut mir gut. ich muss es nämlich nicht mehr.

    auf der anderen seite merk ich aber, da gibt es noch im bauch was anderes. ne angst. die angst vor neuem. also reagiert der bauch genauso auf neues. ich zog mich komplett von allem zurrück. doch auch das ist nicht gesund.


    heut kenn ich mein bauchgefühl sehr gut. das eine gefühl in mir, wenn mir der mensch gegenüber nicht gut tut. das andere gefühl, wenn mir jemand gegenüber steht, der etwas mitbringt was ich nicht kenne, wo ich vor angst habe. zwei sehr unterschiedliche gefühle. inzwischen geh ich aber relativ locker mit menschen um, die mir anfangs etwas angst machte. die angst ist verschwunden. im kontakt mit den menschen die eben normal unterwegs sind habe ich gelernt, da ist keine gefahr, darauf kann ich mich einlassen. das habe ich erst einmal für mich rausgefunden, es sind eben zwei unterschiedliche gefühle, die sehr ähnlich sind aber nicht gleich.

    zudem habe ich erfahren, das ich beim mich einlassen auf andere ja immer noch reagieren kann. das erste kennen lernen. dann spüren, was ist da los in mir. dann rückzug, wenn ich spüre da gehts mir nicht gut. gehts mir gut, weiter laufen lassen. daraus entwickelten sich bei mir schon sehr viele nette freundschaften, an denen ich aber nicht festhalte, die einfach laufen. mit der zeit wird das auch immer sicherer, selbstsicherer. was ihr mir beschreibt ist für mich ne phase gewesen, wo es mir noch an selbstzweifeln und selbstvertrauen fehlte.da war ich mir einfach nicht sicher und schwankte. gerade bei kontackten merke ich, wenn ich das offen lasse, nicht daran festhalte, mich daran festkralle, einfach ich bin und gut ist, dann entwickelt sich das auch. gesund für mich. ich verstell mich nicht, bin offen und ehrlich, sage meine meinung, vertrete meine bedürfnisse, machs so wie es für mich stimmig ist. derjenige der mich dann immer noch begegleitet, mich annimmt und akzeptiert so wie ich bin, der ist ein freund. der rest siebt sich aus, schliesst sich mir nicht an, geht dann wieder aus meinem leben raus ohne das mir das weh tut. ich bin nicht darauf angewiesen mich an andere fest zu hängen. bin darauf stolz mich mich selbst leben zu können.wer sich trotzdem an mich ranhängt, der mir nicht gut tut, der bekommt sehr klar gesagt, das ich ihn nicht um mich rum haben will, es mir der kontankt nicht gut tut. ich darf das, ich mach dass, das tut mir gut.

    diese erfahrungen sammle ich. das bekommt mein kopf dann wieder mit. der wird dadurch wie neu programiert. dieses alte programm wird mit der zeit unwichtig. versucht sich zwar ab und zu noch einzuschalten, doch es bekommt bei mir den befehl:stop altes. dann hört das auf.

    im vordergrund steht immer mein bauchgefühl, darauf kann ich mich 100% verlassen.

    einen lieben gruß
    melanie

  • Hey Ihr Lieben,
    hallo Melanie,

    Nici schrieb ja schon in meinem Ruder-Thread, dass sie vorsichtig wäre. Ja, das bin ich schon seit vielen Monaten - aber vor Angst oder Kontrollverlust???

    Denn Fakt ist, bisher tat mir alles gut - ich kann gesund damit umgehen ohne etwas persönlich zu nehmen, bin gut in der Lage mich selber nicht zu melden und damit zu leben was passiert .... aber .... und nun kommt das aber ....

    ich merke unser Kontakt wird ehrlicher und intensiver und jetzt komme ich an den Punkt wo ich beginne Angst zu bekommen über meine Selbstkontrolle (obwohl es mir innerhalb des Kontaktes gut geht).

    Ich komme immer wieder zur Erdung, brauche aber einen Tag nach einem Treffen oder Telefonat oder Mail, das muss ich feststellen.

    Na ja, erst mal wieder Bogen schießen gehen und dann einfach abwarten - in aller Stille :) denn demnächst kommt meine mündliche Prüfung....

    Lieben Gruß von Daggi

  • Morgen Melanie,

    ja das dran-festhalten, klammern, ist etwas von dem ich mich schwer lösen kann,
    obwohl ich merke, es muss sein, es tut nicht gut.
    Ich bin auch vorsichtig, Daggi, aber ich weiß, das ich mich auf dem "Erkennen" ausruhen kann, da folgt immer noch das entsprechende "Handeln",
    und auch wenn ich es spür im Bauch, selbst wenn ich danach handele, merk ich doch wie sehr mich da der eingewachsene Zweifel plagt ( wars wirklich richtig...)

    Zitat

    Alles wissen und alles verstehen, von jedermann als Vertrauensperson benutzt zu werden, verleiht ihnen Macht. Dadurch, dass dieser Mensch seine Grenzen und die Grenzen anderer Menschen nicht kennt, glaubt er, in dessen Interesse zu handeln. Der Co-Abhängige meint, alles für andere zu tun, und handelt doch in eigenem Interesse. Das aber kann er nicht erkennen und verstehen.


    Und auch wenn ich es nicht im Interesse des anderen mache, mache ich es noch zu oft, und die Frage ist nur :
    welches Eigeninteresse verfolg ich da? Was versuch ich damit zu befriedigen, und geht das nicht anders.

  • Ja, liebe Nici,
    da denke ich mal, es geht um Anerkennung - oder vielleicht auch einfach das geben, was man/frau selber nie bekommen hat ? Ich denke nicht unbedingt handelt ein Co um etwas zurück zu erhalten.

    Ich kann ganz klar sagen, dass ich schenke des schenken willens und mir nicht mal ein Danke wichtig ist. Mir reicht es, eine Freude gemacht zu haben. Da kommt dann nichts zurück, sondern ich freue mich an der Freude.

    Doch: jemand freut sich und dessen Tag wird schöner - wenn mehr Menschen einen schönenen Tag haben, dann gehen sie miteinander harmonischer um. O.k. Harmoniesucht ;)

    Gutmütigkeit gibt es auch Nici, und das wie wir erzogen wurden. Ich finde das nicht komplett schlecht und ich denke auch dafür ist Platz in unserem Leben - aber eben nur eingeschränkt.

    Ich denke, liebe Nici, nicht alles ist schlecht und muss berechnende oder falsche Verhaltensweisen mit sich bringen. Für mich gilt die Grundlage: etwas zu tun um es getan zu haben (egal was zurückkommt) und das mit einem guten Gefühl für mich.

    Ab dem Moment, wo Berechnung dabei ist würde ich überlegen müssen warum - so lange das nicht der Fall ist könnte das einfach meine Eigenart sein, oder?

    Das mit den Zweifeln Nici, war bei mir früher der Fall. Heute geht es nicht mehr weil ich da zu spontan geworden bin. Dadurch dass ich handle, könnte einfach etwas in Folge "passieren". Aber das habe ich so und so nicht in der Hand, und das kann ich auch nicht kontrollieren. Mit geschehenen Dingen komme ich gut klar - nur nicht damit, wenn ich zu sehr abdrifte in "was wäre wenn, kommt dann, oder erfolgt dann"....

    Also wieder etwas gelernt: das ist planen und kontrollieren wollen der Zukunft - in Teilbereichen meines Lebens, eigentlich nur in einem dem zwischenmenschlichen.

    Abstellen !!!!

    Lieben Gruß von Daggi

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!