Beiträge von dagmar007

    Liebe Karo,
    ich würde für Dich hoffen, dass Du besser und heiler aus Deiner Geschichte raus kommst als ich aus meiner ...

    Ich selber bot meinem Ex aufgrund der für mich zu narzisstischen Familienstruktur tausend Gründe warum er nicht in der Lage ist über sich oder seine Probleme zu reden. Ich bildete mir ein, dem Einfluss des Elternhauses fern, würde er schon normal werden. Alles so weit gefehlt.

    Der "Goldjunge" wie er in seiner Familie genannt wurde, der von den Eltern zu den Großeltern angeschoben wurde und einen Vater hatte, der selbst als Arbeitsloser noch anderen Vorschriften machte was sie im Arbeitsleben zu machen haben hatte schon eine Persönlichkeitsstörung aboniert, meiner Meinung nach.

    Ich ersetzte quasi die elterliche Hilfe oder wurde im Einzelfall gegen diese ausgespielt. Nicht, dass er es machte um zu verletzen, sondern einfach um diesen für ihn einzig gekannten Weg des geringsten Widerstandes zu gehen.

    Erst habe ich quasi gegen die Eltern gekämpft, dann gegen die trinkenden Freunde und letztendlich nicht mehr gegen den Alk sondern gesagt Dein Ding und bin dann gegagen. Es hat mich nämlich alles an Kräften gekostet diese rigiden Familienstrukturen überhaupt zu begreifen, die dort liefen - dieses unter "Kontrolle" haben, welches Eltern mit dem Sohn lebten. Der das nicht wollte, dennoch aber annahm, weil er ja Hilfe benötigte auf dem Weg mit möglichst wenig Widerstand.

    Im Fall meines Expartners sage ich nach heutigem Stand: selbst ohne Alkohol wäre es kein Partner, da nicht für den Alltag tauglich und nicht bereit Verantrwortung zu tragen - auch nicht für sich selber. Nur: durch diese marode Familie erklärte sich für mich das Trinken - nicht bedacht habe ich, dass ich keinerlei Ahnung von den Auswirkungen hatte, die monströs wurden,

    Ich kann Dir nur viel, viel Glück wünschen,
    Dagmar

    Liebe Doro,
    unabhängig vom Alk ist es wohl so, dass jeder anders mit Schuld oder seinen Dingen im Leben umgeht. Ich selber will mich entschuldigen wenn etwas schief lief weil es auch ein Teil Erkenntnis ist und ein Teil, der Wiederholungen in und bei mir selber verhindern kann. Ich muss nämlich in Worte fassen was schief lief. Aber ich will das für mich und freue mich es zu können. Aber: vielleicht habe ich auch eine Erziehung genossen, die es mir möglich macht. Vielleicht habe ich ein Umfeld, welches mir dieses Handeln ermöglicht.

    Vielleicht nämlich kann das nicht jede-/r. Und vielleicht müssen wir einfach versuchen keine Erwartungen an andere zu haben. Dadurch haben wir nämlich keinen Frust und keine Enttäuschung und eine freudige Überraschung wenn etwas passiert.

    Ich befürchte Doro, Dein Wunsch nach Harmonie macht es Dir gerade sehr schwer...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh je, Karo, hoffentlich geht es bei Dir besser aus als bei mir.

    Ich empfand folgendes: mein Ex hat es immer allen recht getan - aber niemals irgendwo oder irgendwie klar Stellung bezogen. Der Vater hatte anfangs sogar die Schlüssel für unser Haus, für das wir hälftig die Miete zahlten.

    Ich selber konnte mit Konsequenz eigentlich nicht aufwarten, denn wenn ich konsequent war, so half die Familie. Am Anfang war ich noch so naiv und dachte, wenn ich statt ihnen helfe, so hätte ich die Chance ihm manches begreiflich zu machen.

    Da er aber nur tat was er schon als Kind tat - den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen - war das so sinnlos wie ein Kropf.

    Liebe Karo, ich empfand diese Beziehung (nachträglich) nicht nur als eine Dreierbeziehung mit dem Alk sondern auch noch als ein machtloses Aufbäumen gegen Muster der Erziehung. Es gab mal eine Mail von seinem Vater an mich "ihm sei lieber sein Sohn tränke täglich eine Flasche Schnaps als er wäre mit mir zusammen". Zum damaligen Zeitpunkt war der Alk gar kein Thema.
    Aber ... ich persönlich habe (auch aufgrund der Todesursachen seines Vaters) den ganz, ganz starken Verdacht, dass auch der Vater Alkoholiker war.

    Ich dachte immer, hoffentlich wird er nicht wie sein Vater - er war es schon - wurde durch den Alk noch viel schlimmer. Aber: sein Vater hatte die Familie in jungen Jahren versorgt und abgesichert - was mein Ex nichteinmal damals für sich selber schaffte.

    Liebe Karo, ich denke ein Muttersöhnchen kommt so lange klar, wie nichts in sein Leben bricht, was ihn aus der Bahn wirft. Beginnt aber der Alk in die Laufbahn einzutreten, dann wird so manches unberechenbar.

    Pass bitte ganz doll auf Dich auf!!!! Wie gesagt - innerhalb von drei Monaten (durch eben drei Todesfälle) war beim Ex das Rad gebrochen und alle Hemmungen weg, dafür aber alle denkbare Agression da..... langsam durch die Alklaufbahn schon angezeigt, aber urplötzlich ausgebrochen, so plötzlich, dass es für mich einem Trauma ähnelte was da passierte.

    Konsequenz wäre gewesen, wenn ich damals auf mein Gefühl hörte welches mir sagte der kennt seinen Weg nicht und pendelt da hin wo ihm der Druck am Geringsten erscheint. Schon mit dem Gefühl, in der Familie stimmt etwas nicht, hätte ich besser umgehen müssen. Aber ich dachte ja noch an die Macht der Liebe, die sich als Abhängigkeit heraus stellte.

    Ich denke, dass Kinder, die nicht gerade stehen müssen immer Probleme im Leben haben werden, weil eben der Weg des geringsten Widerstandes. Das muss - wie Du sagst - nicht im Alk enden, vermutlich aber immer in einer Problemkette.

    Zeit für uns also, den Kettenverschluss zu finden, damit wir die Kette, wenn sie zu heiss wird, abnehmen können... ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Forderungen zu stellen hat bei mir wohl - wenn ich es jetzt überlege - nicht funktioniert. Es war ja immer der Rückhalt der Eltern, der dann in heimlichen Telefonaten mit Blitzüberweisungen ect. lief....

    Boahhh, wenn ich mir überlege, über 40 war der Herr und immer noch nicht in der Lage sein Leben zu führen, von den Eltern zu wollen, deren Vorhaltungen anzuhören um dann aber die Anrufe von diesen nicht entgegenzunehmen. Also nehmen aber nicht geben.... dort wie bei mir....

    Für mich nicht mehr schlimm, ich bin gegangen, die Mutter aber wird immer eine Mutter bleiben und enttäuscht sein, dass so wenig vom Goldstück zurück kommt, obwohl sie ihm doch so viel gibt. Aber er ist ja nicht schuldig..... und er hat auch kein Alkproblem ... und überhaupt, wird sie meinen, ist alles in Bester Ordnung....

    - auch eine Konsequenz -

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    habt Ihr mal überlegt, dass Eure / Unsere Entwicklungen immer so gehen, wie Seele und Geist mitgehen können.... Vielleicht muss das bisher begriffene nun erst einmal "fuß fassen" und so "richtig verankert" werden bevor die nächsten Meilensteine erklommen werden.

    Ach Kathrin, Co hin, Co her - es ist einfach ein Lernweg, der seine Zeit benötigt. Ich muß Euch sagen, derzeit bin ich sogar froh keinen Partner zu haben .... definitiv.

    Früher mal machte ich mein Heim oder mich für einen Partner gemütlich oder chic! Olle Kamellen :) Mein Haus - mein Wohlfühlgefühl und ein Willkommen an liebenswerte Menschen und Freunde (ein Partner muss da nicht dabei sein).

    Friseur, Kleidung, Parfüm - früher um zu wirken, um anzukommen um begehrenswert zu sein. Boah, so unnütz wie wenn ein Sack Reis in China fällt (wobei der Sack Reis noch jemanden satt macht). Für mich mache ich es nun - auch wenn ich alleine bin. Ich kann mich mit meinen Lieblingsparfüms (die ich mir eigentlich gar nicht leisten kann) nämlich gut riechen ;) Die anderen sind mir piepegal geworden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich glaube, liebe Doro,
    ab dem Moment, wo man/frau mit einem anderen Menschen etwas verbindet wie Hoffnungen, Erwartungen auf Einsicht ect. ist man/frau an diesen Menschen gebunden - nämlich durch das Warten auf den Tag X.

    Könnte Dein Angelpunkt an genau diesem "miteinander auskommen" liegt? Das WAR mir auch mal wichtig. Ich hätte es für schön empfunden.

    Vermutlich ist es sehr gut so, dass das bei mir nicht der Fall war und ist! Der Wunsch nach Harmonie kann nicht immer erfüllt werden - Ganz sicher dann nicht, wenn ein anderer Mensch mir nicht gut tut- dann gibt es mit diesem Menschen eben keine Harmonie. Dumm gelaufen ......

    Kann es sein, dass Dein Wunsch nach Harmonie (allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die eh niemand kann, oder ;) somit Wohlfühlgefühl sich anfühlt wie das Türchen ;) für andere. Denn ich lese Dich auch klar in der Trennung - aber auch klar in dem Wunsch nach Harmonie. Das aber geht meines Erachtens derzeit und so nicht ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, Ihr LIeben,
    bei mir klingelt ganz schön etwas wenn ich diese Beiträge so lese.

    Entschuldigen - mir war immer nur wichtig, dass ich mich entschuldige für das was ich falsches getan habe; einfach um zu sagen "ich war im Unrecht". Mir war es wohl immer egal ob meine Gegenüber dazu fähig sind oder nicht. Haben sie mich nämlich verletzt oder mir Unrecht getan, dann stand in meiner Haltund/Handlungsweise wie schwer, wie schlimm oder ob derjenige einfach noch ein Vertrauenspartner sein kann. Last not least aber auch, wie er mit der Situation umgeht. Nicht jeder kann sich entschuldigen. Ein Kollege ließ mich mal stehen wie einen Depp, meine Aussage hat ihn wohl hart getroffen. Nun, am nächsten Tag kam er wieder und knüpfte erklärend an dem Thema an. Fand ich o.k. Wir haben unsere Meinungen ausgetauscht, einer konnte den anderen verstehen (wenn er/sie wollte) und das fand ich schön.

    So ein bischen spüre ich noch Eure alten Enttäuschungen und Wunden. Aber würde das durch eine Entschuldigung etwas anders machen. Würden die Narben schneller heilen? Wäre das nicht nur quasi ein "endlich doch Recht bekommen". Versteht mich nicht falsch, sondern irgendwie wirkt es so, als ob das Loslassen damit verbunden wäre eine Entschuldigung zu bekommen, dass nun alles doch im "Halb-So-Schlimmen" Bereich ist. Irgendwie im Sinne von "vergeben". Auch so ein bischen, als ob nicht nur dem Alkoholiker - sondern auch dieser dem Angehörigen "vergeben" sollte. Ich weiß, ich drücke mich schwierig aus, kriege es aber nicht besser in Zeilen.

    Autofahren ---- ohje, hier könnte ich abheben. Es trifft eben oft unbeteiligte. Ich selber habe Anzeigen gestartet, die trotz weniger Überprüfungen kaum etwas ergeben haben. Problem war auch: der Deckel war bereits 2 x weg - erst bei einer bestimmten Promillegrenze ist es kein Vergehen mehr und ein MPU würde notwendig werden (so wurde es mir erklärt). Bisher fährt er auch noch munter alkoholisiert und gefährdet sich und andere.

    Nur: Ihr seht Anzeigen brachten nichts - an eine Verhaltensänderung dürfte nicht zu glauben sein und somit einfach eine rollende Zeitbombe, von der ich hoffe, dass niemand mir nahestehnder ihr begegnet.

    Aber wie soll man / frau hier Abhilfe schaffen? Die Polizei kriegt denjenigen nicht immer sofort nach der Anzeige - wenn doch, passt der Spiegel - er wirkt ja klar, die Fahne dürfte weniger auffallen als der Pfefferminzgeruch.... Also schwer als Beamter das Richtige zu tun.

    Andis Worte hallen bei mir auch noch nach: dieses Wiedergutmachungsverhalten während der Trinkzeiten. Stimmt schon, da kam dann eine Abbitte und selbiges Spiel ging von Vorne los. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich auf eine Entschuldigung pfeiffffffffeeeeeeeee (ebenso wie er wohl aus dem letzten Loch).....

    Ich glaube Doro, ich verstehe Dich dennoch: Zieh Dir nicht mehr das Mäntelchen der "Schuld" an. Eine Entschuldigung würde Dir das Mäntelchen nicht ausziehen. Auch wenn er Dir sagt, Du bist ein guter Mensch und hast alles richtig gemacht, so ändert es nichts an dem was war, was an Wunden blieb oder was das Endresultat ist. Ich glaube auch Doro, das Loslassen würde nach einer Entschuldigung nicht besser gehen und das sich selber annehmen auch nciht.

    Dein Wertesystem, Deine Gefühle: die sind bei Menschen wertvoll, die auf Deiner Linie unterwegs sind - nicht mehr bei ihm, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Mercides,
    Du schreibst, Du hast um "seine Trockenheit gekämpft". Ich befürchte, wo wir kämpfen -zumindest gegen den Alk- müssen wir als Angehörige verlieren.

    Der Alkohol und sein Trinker sind ein Paar - diese beiden müssen gemeinsam ihr Verhältniss abstecken, nicht wir Angehörigen. Wir müssen nur den Draht zu uns behalten oder wieder erkämpfen.

    Was Du aber schreibst, mangelnde Kommunikation, Dinge kaputt machen ect. ist für mich ein nasses - total nasses Verhalten. Der Rückfall lässt sich wohl nicht leugnen, in sofern finde ich diese "Ehrlichkeit" als Notwendigkeit.

    Egal, ob Alkoholiker oder nicht - Rückfall oder nicht ... willst Du tatsächlich so leben, wie Du es beschreibst? Mit Wutanfällen und ohne Kommunikation? Seine Trockenheitspause war ja wohl relativ kurz und schon gibt es ein Verhalten, welches respektlos ist. Willst Du wirklich von Phase zu Phase mitwandeln und Dir diese Verhaltensveränderungen antun? Hast Du diese Kraft?

    Ich wünsche Dir viel, viel Power!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach, liebe Doro,

    Nicht jeder Mensch, egal ob Alki oder nicht, hat die Größe und die Einsicht sich entschuldigen zu können. Für mich persönlich ist es ein ganz wichtiger persönlicher Grundzug, ohne dem ich nicht leben könnte.

    Mir ist es aber letztendlich egal ob meine Gegenüber das können oder nicht. Diejenigen, die es beherrschen kommen wohl meinem Herz und meiner Seele näher als diejenigen, die es nicht beherrschen. Aber letztendlich deren Sache und nicht meine.

    Entschuldigen wie wäre die nächste Frage. Ist in unseren Partnerschaften nicht so vieles geschehen, was man kaum beim Namen nennen kann? Es würde schon verdammt viel Stärke und Einsicht dazu gehören, diese Dinge vom Verursacher nochmals anzusprechen und damit auch noch eine Entschuldigung zu verbinden.

    Ich denke auch, dass was Backmaus schreibt, wer weiß denn tatsächlich noch, was für Unwirklichkeiten gemacht wurden. Mein Ex wusste ja nicht einmal mehr wann er angerufen hatte. Da hat er doch mit Sicherheit die blamableren Sachen verdrängt. Vielleicht sogar verdrängen müssen um - falls der Scham noch fähig - überhaupt noch auf die Straße gehen zu können.

    Vielleicht ist es gut, dass keine Entschuldigung kommt..... Vielleicht würde es sonst ein hin und her geben, was auch keinem gut täte. Und Doro, ob er wirklich nunmehr "trocken" ist, ist auch noch so eine Frage der Phase oder???

    Lieben Gruß von Dagmar

    Sehe ich für mich auch so, liebe Rosita.

    Er trank, die Situation wurde unerträglich - dennoch: ich ging nicht! Somit ist mein Defizit für mich selber verantwortlich zu handeln. Meine Gesundheit ging den Bach runter - ich war nicht in der Lage diese durch eine (kurzzeitige oder was auch immer) Trennung zu schützen.

    Warum war ich todtraurig über die Situation mit dem Partner? Warum konnte ich nicht loslassen? Warum er...er...er.... weil mein Defizit war, dass ich MICH gar nicht mehr kannte, spürte, lebte.

    Ich denke, Ette wird Dir auch noch ihre eigene Erklärung nachliefern. Bei mir ist es in jedem Fall auch so gewsen: durch seinen Fall musste ich überlegen, ob ich ihn an die Hand nehme um mich mitreißen zu lassen oder ob ich ganz schnell versuche mir ein Geländer oder eine Stütze zu greifen, damit ich selber überlebe und nicht ins tiefe Tal stürze.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Rosita,
    wie es bezeichnet wird ist letztendlich, glaube ich, egal - das Resultat ist ich bin es gewohnt unglücklich zu sein und halte den Stand.... Ich kämpfe an verlorenen Fronten weil ich immer genau den Charakter suche, der keine Liebe geben oder zeigen kann.... Dieses Bedürftnis kann nur ein Mensch erfüllen, dem es gelehrt wurde Liebe zu geben und zu zeigen, oder? Ein Kind hat Rechte, kann aber die Liebe nicht erzwingen.

    Ein Erwachsener kann sich über diese Problematik klar werden und daran lernen. Lernen auch das "Liebe" viel mehr sein kann, als der Partner oder eine Beziehung. In den Arm nehmen kann mich auch ein Mensch, der mich einfach mag - das muss nicht der Partner sein...

    Was Du machen sollst??

    Hm, kann Dir wohl niemand sagen außer Du selber.

    Ich habe erkannt was im Elternhaus lief - ich habe akzeptiert dass es so ist, weil auch meine Eltern in harten Zeiten groß wurden. Das aber ist kein Grund mein weiteres Leben lieblos mit einem Menschen zu verbringen, nur weil ich es gewohnt war....

    Im Gegenteil - ich will das Neue, andere kennenlernen! Denn darauf habe ich ein Recht! Nur erarbeiten muss ich mir die Bereitschaft selber - an mir - mit mir und für mich.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen,
    liebe Ette,

    nachdem ich in der letzten Zeit viel denken und lernen durfte/musste habe ich so manches Mal Probleme wenn ich sehe, wie Menschen ganz schnell mit Gegenwehr auf Aussagen reagieren oder eben wie ein Trotzkopf sagen "dann geh ich eben". Das sind so richtig die Reaktionen, die ich früher auch mal hatte, im Sinne von ich habe Recht, nur der andere versteht das nicht.

    Auch bei mir dauerte es einfach mal Meinungen unkommentiert stehen zu lassen. Entweder um darüber nachzudenken oder aber weil es so überhaupt nicht passt und ich es nicht nötig habe mich zu rechtfertigen. Mir stößt derzeit manches auf, was ich lese, überlege dann ob ich meinen "Senf" dazu gebe oder nicht (was garantiert auch als besserwisserisch betrachtet wird). Oftmals denke ich derzeit "lass es, es kommt nicht an und ist die Zeit nicht wert"....

    Vielleicht mögen manche Menschen "zu gehen" aber dann ist die Frage, ob sie jemals offen waren, oder? Mensch, habe ich am Anfang hier Aussagen um die Ohren geschmissen bekommen, da dachte ich mir wackelt alles. Wenn ich aber an mir und für mich lernen will/kann/darf muss ich es erst einmal stehenlassen.... einfach nur so....

    Dann nämlich, wenn ich in Verteidigung gehe, dann ist doch schon ein Kern getroffen - sonst nämlich würde ich mich nicht verteidigen. Das Schlimme ist für mich als Leser, dass die Betreffenden nicht begreifen können, was um sie rum passiert, weil sie noch im Griff eines Kreislaufes sind, der auf Verteidigung und Leugnung basiert bzw. basieren muss, weil es oft Jahre schon so lief.

    So oft denke ich: "Mensch, lieber Schreiber, willst Du so elendig in einer Phase stecken wie ich damals". Die Antwort scheint ja zu sein - nämlich begründet im eigenen Tief(st)punkt, der eben notwendig ist um Veränderungen selber durchzuführen, Kritik nicht als Angriff zu sehen und andere Meinungen zu erlauben.

    Gerade die Schuldzuweisungen, die finde ich so etwas von uneffektiv. Der Arzt ist schuld, die Klinik ist schuld, der Kumpel ist schuld, der Alk ist schuld - und vielleicht auch noch der Supermarkt, weil er ihn verkauft. ICH muss mich um MICH kümmern, ICH muss NICHT im SUPERMARKT die Flasche greifen und ICH MUSS MICH NICHT UM BELANGE EINES ANDEREN MENSCHEN KÜMMERN, die er/sie selber bewältigen kann - soweit es tatsächlich ihre/seine eigene Entscheidung ist. Hilfe wird zuweilen gesucht, aber selektiert danach, was man/frau hören will. Im Notfall gibt es dann eben die "Grüppchenbildung" und das gegenseitige "Ermuntern" ... hauptsache es gibt noch einen Leidensgenossen, der ähnlich denkt. Schade nur, dass sich genau da immer eines vermissen lässt: die eigene Veränderung. Sei es, sich andere Hobbies zu suchen, sei es sein Leben umzustellen oder sei es nur, dem Alkoholkranken Aufmerksamkeit zu entziehen.

    Und mal ganz ehrlich: bei manchem was ich lese, wie in Partnerschaften "diktiert" wird, da meine ich, dass es jedem zuviel werden kann, selbst wenn er/sie nicht Alkoholiker ist. Fremdbestimmung ist etwas ganz übles - das tut auf Dauer keinem Menschen gut und ist anmaßend .... wie soll das gut gehen?

    Der gute Helfer ... alles aus Liebe .... alles schön und gut, aber oft täte eine neutrale Betrachtung mehr als gut!

    Lieben Gruß von Dagmar

    die Dir einen schönen Urlaub wünscht, ich habe demnächst auch ein paar Tage. Auch daheim :) Da freue ich mich drauf mal das Haus genießen zu können. Ich hoffe, dass dann nicht wieder der Vermieter jeden Tag auftaucht (weil er Gesellschaft möchte) ich wäre sooooo gerne mal wieder alleine....

    Bei manchen dauert es lange, liebe Rosita, bei anderen kommt das Bewußtsein niemals. Ich selber gehör(t)e zur langsamen Kategorie. Leider war ich blind und habe über die vielen Jahren die sichtbaren Veränderungen nicht registrieren wollen, die mir eigentlich hätten zeigen müssen was läuft.

    Ich gebe Mo aber Recht: zu bemerken wie jemand einmal bei sich selber ist ist der Anfang. Und das gelingt Dir nun ab und zu.

    Ich denke zwar immer noch, Dein Partner bekommt viel zu viel Energie von Dir, die viel besser bei Dir aufgehoben wäre, aber das ist einfach Deine Entscheidung und Dein Weg. Ich für mich habe "festgestellt", dass mein Expartner durch die Energie lebte, die er durch mich erhielt. Bitte nicht lachen: aber gerade als würde er spüren, wenn ich mich intensiv mit Gedanken an ihn beschäftigt hatte, dann tauchte er wieder auf (wenn auch ich ihn ignorierete und die Türe geschlossen hielt). Gerade so als würde er es spüren und mit diesen, meinen!, Energien spielen wollen.

    Nicht unlogisch, wenn man / frau bedenkt, dass er in all den Jahren der Beziehung sehr wohl die Macht hatte meine Gemütsverfassung zu bestimmen. Sei es durch Angst, durch Hoffnung ect. Er hatte Macht ... vielleicht nur diese eine .... die zu verlieren hat ihm bestimmt nicht gefallen.... Hat er doch vielleicht seinen Selbstwert dadurch bezogen.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Doro,

    ich denke, die "Haushaltshilfe" von der Du sprichst, die findet sich auf lange Zeit bestimmt. In Form eines Freundes, der Dir Abstand gönnt und der vielleicht gar kein Partner werden wird oder will sondern Dir einfach nur Freund sein :)

    Auch ich kann und will mir (noch) keine Partnerschaft vorstellen. Ich wäre auch noch nicht so weit! Erst dann, wenn mich kein Problem, welches ich habe, erschüttert und umhaut, erst dann dürfte ich in der Lage sein an eine Partnerschaft zu denken.

    Erst dann, wenn ich für mich sicher sein kann - oder es wenigstens denke - dass ich keinen Retter benötige und keine Schulter zum ausweinen, dann könnten vorsichtige Gedanken oder Gefühle dieser Art in meinem Leben zugelassen werden.

    Ehrlich gesagt, mein Kampf auszusteigen aus der Beziehung war dermaßen hart und lang, hätte fast mein Leben gekostet - das mag ich nicht nochmal riskieren. Und jede neue Beziehung birgt Risiken, die ich derzeit nicht gewillt wäre einzugehen. Dazu komme ich mit mir selber gut genug klar.

    Deine Kinder - meine Katzen - manchmal könnte ich aus der Haut fahren, nicht zu wissen wo man/frau aufhört. Um 23.00 Uhr mal fertig sein mit bügeln, gießen ect. schlaucht. Aber wie Du sagst: es lohnt sich es ist für uns ... wir können es sehen und leben .... und .... wir schlafen gut :)

    Weißt Du Doro, so vieles fällt mir jetzt auf, was ich in allen den Jahren übersehen habe. Übrigens auch ein Grund, warum ich mich nicht derzeit auf eine neue Beziehung einlassen würde - weil ich so viele Signale übersah.

    Ich merkte nicht, dass mein Partner sich so was von schleichend änderte:
    Die Autos wurden lahmer, älter und weniger gepflegt.
    Die eigenen Klamotten auch - somit kamen irgendwann mal 5 Modelle Navy-Hosen - damit keiner merkt wann oder ob gewaschen wird?
    Farbzusammenstellungen unter aller Kanone....
    Zigaretten wurden trotz Geldmangel nicht mehr selber hergestellt - weil diese Arbeit das Trinken störte?
    Freizeitbeschäftigungen mündeten nur noch ich "gehe in den Keller und richte das Auto". Nun, da wurde wohl eher der eigene Spiegel gerichtet.

    Das alles sind Dinge, die sichtbar waren - nur nicht für mich. Gewaltbereitschaft und Straftaten, nun die habe ich registriert und dennoch nicht richtig bewertet.

    Eine solche Blindheit könnte mich wieder in ein Verhängnis führen, das will ich auf keinen Fall riskieren. Da aber jeder Mensch sich im Laufe der Jahre verändert ist so etwas immer bei jedem Menschen möglich - auch ohne Alkohol....

    Ich sehe mich derzeit auf einem Zwischenschritt von der Abhängigkeit in eine Selbständigkeit. Ich denke der Lernweg ist noch lange und wo er enden wird, das kann ich noch nicht absehen. Aber ich stelle fest, ich lerne angenehme Menschen kennen, habe sehr gute und beständige Freunde und von Langeweile kann keine Rede sein. Ich fühle mich angenommen und sogar (wert-)geschätzt in einer Form, die ich so lange nicht mehr spürte.

    Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist mein Arbeitsplatz. Und genau den habe ich dem Drama zu verdanken! So viele Punkte spielten zusammen - Entfernung zum Arbeitsplatz, Eignung ect. aber den Ausschlag hat wohl getan, dass ich zum Vorstellungsgespräch gelaufen bin weil das Auto streikte. Wäre doch alles gar nicht möglich gewesen, hätte ich nun hier alleine als traurige und grenzenlos enttäuschte Singlefrau gelandet ;)

    Und Doro, wer weiß, was wir uns an dieser Stelle in ein paar Jahren erzählen dürfen und können :) Ich auf jeden Fall freue mich drauf :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich hatte ein herrliches, sonnenbestrahltes Wochenende. Eine liebe Freunding und Ausbilderin im Kung-Fu hat mich mit ihrem Mann besucht - wir haben uns 12 Jahre nicht gesehen sondern nur telefoniert.

    Mit beiden war ich auf einem Folkfestival, wo es super war. Ich habe noch nie so viele Männer mit Röcken gesehen ;) Genial.... Am nächsten Tag frühstücken und quatschen im Sonnenschein.

    Leichter Sonnenbrand - oder freudige rosige Gesichtsfarbe - kann man/frau sehen wie man/frau will...

    Am Arbeitsplatz in der Hektik einen Riesenfehler gemacht - mir selber nicht verziehen - das Wochenende dadurch etwas lädiert und ein super Chef, der danach sagte "ist nicht schlimm gewesen". Ein Kunde, der sagte "kein Problem, darüber hätten Sie sich keine Gedanken machen brauchen". Einfach nur schön, was mir das Umfeld entgegenbringt.

    Ganz arg gefreut habe ich mich darüber, dass ich wohl beginne Vertrauen auch da aufzubauen, wo ich es nicht geben wollte. Aber auch mir selber gegenüber. Derjenige, von dem ich am wenigsten wollte dass er erfährt wer mein Ex ist (weil er ihn kennt) dem habe ich es selber gesagt. Uuuups, das hätte ich mir nie zugetraut, dass ich so über meinen Ursprungsängsten stehen kann.

    Das Resultat schien mir eine noch etwas größere Vertrautheit zu sein. Auch eine Art von Vertrauen empfand ich, als ich das gesagt hatte. Das aber wird die Zeit zeigen. Wichtig war mir nur, dass ich mich nicht mehr schäme, diesen Partner gehabt zu haben. Ich stehe dazu was war und vor allen Dingen, dass es nicht mehr ist.

    Ich lerne weiterhin neue und besondere Menschen kennen, gehe wieder auf jene zu, die ich aus dem Gesichtskreis verloren hatte durch meinen Umzug und kann sagen, ich erkenne mich kaum wieder.

    Oft frage ich mich, waren die letzten grausigen 10 Jahre wirklich existent? Es gibt nichts mehr, was daran großartig erinnert. Ich lebe woanders, arbeite an anderer Stelle und ich werde nicht mehr geplagt von den Erinnerungen. Die Vorbeifahrten des Ex sind seit 3 Wochen vorbei (was noch keine Entwarnung ist, aber eine Ruhepause).

    Meine Botanik blüht so toll, dass es jeden Tag eine Freude ist. Die freudigen Augen meines Chefs, als er heute eine Portion Zierkürbisse bekam und unsere Azubis, die mich nicht von der Arbeit gehen zu lassen ohne die Frage "Hast Du Hunger, wir haben da was ".... einfach schön zu leben.

    Gewiss, Probleme mit dem Kiefer und keine kleinen. Der Kiefer bildet sich zurück und die Zähne fallen aus.... Einfach weg.... ist für mich schwer zu ertragen und dennoch: vor rund einem Jahr befürchtete ich mein Leben zu verlieren und nicht nur ein paar Zähne.

    Also Ihr Lieben, irgendwie sollte ich demnächst in die Koje, denn auch meine Kraft wird wieder etwas größer....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Lady Doro,
    die sehr wohl eine Powerfrau sein kann :)

    Ja Doro, wir mit unserer Wunderwaffe Liebe, die wir uns jede Menge Narben dadurch selber zugefügt haben sind nun gebrannte Kinder.

    So wie andere, die ebenso wie wir an die Wunderwaffe Liebe denken.

    Deshalb könnte ich ja "auf die Sau raus" müssen andere so wie ich ihre Persönlichkeit verlieren (was im Regelfall immer passiert wenn man/frau in einer Suchtbeziehung hängt), wer jetzt aus finanziellen Gründen keine Grenzen zieht, dem könnten bald Grenzen gezogen werden, wenn er/sie einen Pflegefall zu finanzieren hat. Dazu führt der Alkohol ja bekanntlich nicht selten.

    Aber jeder von uns muss seine Runde(n) drehen, bei allen braucht es seine Zeit (bei mir sogar extrem lang) aber die Anzahl der Runden hielt sich in Grenzen. Manche steigen auch niemals aus - ebenso wenig wie der Suchtkranke.

    Weißt Du Doro, wenn ich überlege, welche Menschen jetzt meinen Lebensweg kreuzen und wie es mir geht, dann frage ich mich oft, "gab es diese furchtbaren 10 Jahre zuvor eigentlich". Manchmal muss ich echt aufpassen, dass ich das nicht einfach vergesse. Es ist jetzt alles ganz anders - ich habe keine Erinnerungen mitgenommen, habe einen anderen Arbeitsplatz, lerne neue Menschen kennen und fühle mich endlich angekommen: sei es in der Arbeit oder an meinem Wohnort. Ein Gefühl, welches es alle die Jahre zuvor nicht gab. Einfach weil die Angst, was noch passieren könnte, so allgegenwärtig war.

    Gut sein Doro, ist auch "gut" - wenn es an die richtigen Stellen transferiert wird. Ja die guten Helfer, die uns nachfolgen, bei den Ex-Partnern, die dürften es noch etwas schwerer haben als wir da die Sucht ja ihrem Kreislauf folgt und der Kreisel sich schneller drehen dürfte.

    Für mich war es schon schwer genug aus diesem sich schnell drehenden Kreisel abzuspringen. Der Sprung gelang mir keinen Moment zu früh, da der Kreise wohl kurz danach umfiel.....

    Lieben Gruß und Gute Nacht von Dagmar

    Richtig Doro,
    genau da liegt der Hase im Pfeffer. Am Anfang ist ja "alles nicht so schlimm" (andere haben es viel schlimmer) dann tut man/frau ja alles um zu helfen. Das aber mündet schließlich darin, dass der Helfer/Partner nur noch Funktionen übernimmt, die der Kranke benötigt.

    Richtig Doro: es sind gute Eigenschaften, die ausgenutzt werden können. Und wir müssen lernen den Blick zu bekommen, wann jemand Hilfe zur Selbsthilfe benötigt (ich denke, dann ist Mithilfe o.k.) oder wann jemand uns "vor seinen Karren" spannt oder wir selber uns diesen Karren anschnallen.

    Fakt ist: ich hatte mich hier angemeldet und nicht mein kranker Partner! Ich wollte endlich wieder ein Leben, welches ein Leben war und kein vegetieren mehr, ändern kann ich (wie auch Du es hast) aber nur so, dass wir uns und unsere Lebensumstände ändern.

    Oft benötigt das lange Zeit - mit der Fähigkeit sich selber und die Beziehung zu reflektieren - dürfte auch irgendwann der Groschen fallen. Wenn aber die Befähigung zur Reflektion fehlt, das Bewußtsein an der eigenen Beteiligung wird das alles noch viel´, viel schlimmer.

    Hätte ich damals begriffen, was ich mit meiner vermeintlichen Liebe so alles falsch mache und welche Wege ich dem anderen avisiere, ich würde hoffen, ich hätte es anders gemacht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm Clara,
    jeder Mensch tickt anders.

    Ich selber muss sagen, ich habe es tatsächlich nicht versucht. Einfach deshalb weil mir klar war, ich habe keine Chance gegen diese Macht, die schon viele Jahre vor meiner Anwesenheit sporadisch diesen Menschen aufgesucht hatte.

    Austausch kann ein erster Schritt sein, muss aber nicht. Es kann auch einfach nur der Wunsch sein, dass nun "endlich" ein Pauschalrezept kommt. Und eben genau das gibt es nicht, leider.

    Bzw. das Pauschalrezept das es für uns alle gibt heisst "um sich selber kümmern". Das ist schwer, was meinst Du, wie lange ich darum gekämpft habe erstmal bei mir selber anzufangen und mich nicht mehr traurig oder unglücklich zu fühlen. Auch ich selber hatte den Eindruck mein Leben wäre wertlos.

    Ich hatte ... den Eindruck .... meinen Eindruck.... somit auch meine (verdammte) Verantwortung das irgendwie anders hinzukriegen.

    Ich saß wohl so tief im Mist, wie es tiefer nicht ging. Musste das gemeinsame Haus verlassen, Job wegrationalisiert und weit weg von der Familie. So am Boden quasi, dass es schlimmer und tiefer nicht hätte gehen können.

    Es ging so aufwärts, wie nie in den Jahren der krankmachenden Beziehung. 10 Jahre also keine Weiterentwicklung bei mir, um dann innerhalb von wenigen Monaten wieder zum Menschen werden zu dürfen...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    derzeit lese ich hier beständig den Frust von Angehörigen, weil der alkoholkranke Partner nicht "begreifen will" dass er/sie sich zu Grunde richtet.

    Natürlich ist es ein Schock zu registrieren, was sein könnte (denn wahrhaben wollen wir es ja alle nicht).

    So, nun frage ich mich aber, in wie weit dieser fragende Angehörige überhaupt begreift, dass er/sie selber vielleicht noch viel kränker ist, wenn er/sie innerhalb einer Partnerschaft bleibt, durch die er/sie am "Ende ist" (wie schon mehrfach gelesen).

    Wo liegt der Sinn, den alkoholkranken Partner partout von seinem Krankmacher weg bekommen zu wollen während selber die eigene Krankheit noch gesteigert wird?

    Der Alkoholiker hat zuweilen eine Realitätsverkennung. Ich stelle fest, wir Angehörigen doch wohl ebenso, wenn nicht sogar noch viel schlimmer, oder?

    Wird durch ein solches Verhalten nicht der Weg für den Alkoholiiker noch schwerer gemacht aus der Sucht auszusteigen. Ich lese von Vorhaltungen oder Forderungen an einen Kranken. An einen Menschen, der durch Stoffwechselumstellungen ect. oftmals gar nicht so kann wie er/sie will.

    Es gibt so viele Gründe für Angehörige nicht zu gehen oder Konsequenzen zu ziehen - wie oft ist das der finanzielle Aspekt? Wie aber kann ein solcher Angehöriger verlangen, dass der Alkoholiker seinen Weg ändert?

    Sollte nicht die Basis von "Liebe", ein Wort welches ich hier derzeit Tag für Tag lese ein gegenseitige vorleben ohne Forderungen sein? Ein geben, ohne etwas zurück zu fordern. Meine Betonung liegt auf Forderung....

    Mich persönlich, auch hier werde ich mich wieder unbeliebt machen, erschrecken derzeit die Blendmanöver die ich hier lese. Es erschreckt mich, den Gedanken an eine Kneipe zu lesen, während der Partner aber gefälligst die Finger vom Inhalt der Kneipe lassen soll.... Mich erschreckt die Aussage aus finanziellen Gründen nicht gehen zu wollen auch wenn Kinder leiden .... Mich erschreckt der Wunsch, der andere möge gefälligst etwas ändern, nur ich selber nicht....

    Auch ich hätte lieber gewußt, wie ich zu einer glücklichen, trockenen Beziehung kommen kann, aber eines war mir wohl recht schnell bewußt: ich bin ein Teil dieser Dreierbeziehung. Ich erlaube die/den Dritten neben mir wenn ich selber für mich und an mir nichts ändere. Nur Worte alleine genügen nicht .... und schon garnicht, wenn sie mit Forderungen an den anderen verbunden sind.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Bleegle,
    hattest Du andere Antworten erwartet, Du bist so still.

    Oder gilt wieder Dein Anfangsposting "....war mal wieder eine Weile nicht hier, denn wies auch immer ist, dachte jetzt haben wir es geschafft. Tja, das war die Freude vor dem Fall... "

    Du schreibst "er hat es noch immer nicht gerafft". Ein paar von uns sind hier um einen Weg für sich selber zu finden um zu "raffen" wie man/frau mit sich selber klar kommt ohne in einer abhängigen Beziehung zu stecken. Was ist mit Dir? Was willst Du "raffen". Oder willst Du für Dich überhaupt etwas "raffen" oder bringst Du die Hoffnung ein für einen Weg aus der Alkoholsucht???

    Wege aus abhängigen Beziehungen lassen sich hier vielleicht finden - für sich selber - für Alkoholiker auch Wege aus der Sucht - aber die findet jeder Mensch nur für sich selber.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Clara,
    meine Geschichte ähnelt der Deinen leider sehr. Mein Ex-Partner ist ausgetickt als im Januar beide Großeltern, bei denen er aufgewachsen war, starben und im März sein Vater.

    Vom unauffälligen Dauertrinker wurde ein aggressiver Mensch, der die Bude anzünden wollte und diverse Aktionen durchgezogen hat, die jeglicher Moral entgegenstehen. Eine Moral, die er - so sagte er zumindest - einmal hatte. Selber von den Ex-Freundinnen betrogen begann er noch heissere Spiele zu servieren. Von jetzt auf nachher fielen alle seine Hemmungen. Gerade so, als wären - nachdem die Leute, die Ansätze von Moral vermittelt hatten tot - er auch keine mehr leben müsse, da sie nie aus ihm heruas kam.

    Das was Du schreibst sind Dinge die mehr als heftig Dein Leben beeinflussen. Kannst und willst Du das weiterhin? Was hindert Dich zu versuchen Dein Leben aufzubauen ohne der Scham mit ihm gesehen zu werden und sich zu fragen, was denken andere über einen Menschen mit einer solchen Arroganz.

    Ich selber habe meine Persönlichkeit in dieser Zeit zum negativen verändert weil ich mich auch isolierte, aus Scham wie er war. Meinen Freundeskreis habe ich behalten - aber in diesem war er nicht verwurzelt - diesee Freundschaften habe ich gefpflegt und bei der Trennung haben sich diese Menschen als wirkliche Freunde herauskristallisiert.

    Ich sage Dir ganz ehrlich, ich sehe Deinen Partner als schwer krank an. Deshalb dürfte er auch kaum einer Einsicht fähig sein. Nun kannst Du das einfach ignorieren und Dir den Gedanken der "großen Liebe" ins Herz brennen oder begiinnen Dich selber wert zu schätzen und auf Deine (vor allen Dingen seelische) Unversehrtheit achten.

    Du hängst an ihm? Ja, das entnimmt man/frau Deinen Zeilen. Leider könnte es sein, dass Du mehr an ihm hängst als an Dir - ist derzeit leider eine häufige Situation, wie ich lesen muss.

    Du kannst sein Verhalten wohl kaum objektiv betrachten weil er krank ist , schwerkrank. Eine Logik im Rahmen der Handlungen wird immer gesteuert sein von Sucht, Wünschen und der Funktion, die Du für ihn hast.

    Wie Du Dich verhalten sollst? Ein Mensch in einer unabhängigen Beziehung würde wohl ab wiederkehrenden Verletzungen dem Partner den Rücken kehren, oder? Wie Du Dich abgrenzt, das liegt in Deiner Persönlichkeit, wie Du damit umgehen kannst.

    Clara, ist denn nicht egal, was oder wie oder wie krank Dein Partner ist wenn es Dir in der Beziehung nicht gut geht? Du wirst ihn keinesfalls zum aufhören bringen - sorry, aber das dachten viele und keinem/keiner ist es gelungen!!! Höchstens dem Betroffenen selber durch Einsicht, ob da Angehörige die helfend im Alltag eingreifen diese Entscheidung unterstützen stelle ich mehr als in Frage.

    Wie bei Dir lese ich so oft den Hintergedanken: wie kann ich ihm helfen... ich liebe ihn doch so ....

    Ist es Liebe, dann müsste er die Entscheidung selber treffen können ob er trinken will oder nicht. Dann würden wir nämlich unsere alkoholkranken Partner als mündige Bürger betrachten, die ihre Entscheidungen alleine treffen.

    Ich wünsche Dir viel Kraft,

    lieben Gruß von Dagmar