Hallo Ihr Lieben,
derzeit lese ich hier beständig den Frust von Angehörigen, weil der alkoholkranke Partner nicht "begreifen will" dass er/sie sich zu Grunde richtet.
Natürlich ist es ein Schock zu registrieren, was sein könnte (denn wahrhaben wollen wir es ja alle nicht).
So, nun frage ich mich aber, in wie weit dieser fragende Angehörige überhaupt begreift, dass er/sie selber vielleicht noch viel kränker ist, wenn er/sie innerhalb einer Partnerschaft bleibt, durch die er/sie am "Ende ist" (wie schon mehrfach gelesen).
Wo liegt der Sinn, den alkoholkranken Partner partout von seinem Krankmacher weg bekommen zu wollen während selber die eigene Krankheit noch gesteigert wird?
Der Alkoholiker hat zuweilen eine Realitätsverkennung. Ich stelle fest, wir Angehörigen doch wohl ebenso, wenn nicht sogar noch viel schlimmer, oder?
Wird durch ein solches Verhalten nicht der Weg für den Alkoholiiker noch schwerer gemacht aus der Sucht auszusteigen. Ich lese von Vorhaltungen oder Forderungen an einen Kranken. An einen Menschen, der durch Stoffwechselumstellungen ect. oftmals gar nicht so kann wie er/sie will.
Es gibt so viele Gründe für Angehörige nicht zu gehen oder Konsequenzen zu ziehen - wie oft ist das der finanzielle Aspekt? Wie aber kann ein solcher Angehöriger verlangen, dass der Alkoholiker seinen Weg ändert?
Sollte nicht die Basis von "Liebe", ein Wort welches ich hier derzeit Tag für Tag lese ein gegenseitige vorleben ohne Forderungen sein? Ein geben, ohne etwas zurück zu fordern. Meine Betonung liegt auf Forderung....
Mich persönlich, auch hier werde ich mich wieder unbeliebt machen, erschrecken derzeit die Blendmanöver die ich hier lese. Es erschreckt mich, den Gedanken an eine Kneipe zu lesen, während der Partner aber gefälligst die Finger vom Inhalt der Kneipe lassen soll.... Mich erschreckt die Aussage aus finanziellen Gründen nicht gehen zu wollen auch wenn Kinder leiden .... Mich erschreckt der Wunsch, der andere möge gefälligst etwas ändern, nur ich selber nicht....
Auch ich hätte lieber gewußt, wie ich zu einer glücklichen, trockenen Beziehung kommen kann, aber eines war mir wohl recht schnell bewußt: ich bin ein Teil dieser Dreierbeziehung. Ich erlaube die/den Dritten neben mir wenn ich selber für mich und an mir nichts ändere. Nur Worte alleine genügen nicht .... und schon garnicht, wenn sie mit Forderungen an den anderen verbunden sind.
Lieben Gruß von Dagmar