Beiträge von dagmar007

    Ach ich wollte noch zu Weitsicht und Kopf und Herz etwas sagen ;) hätte ich doch fast vergessen vor lauter Brandblasen und Hexenhaus.

    Ich habe so über die Monate den Eindruck, als ob dieser Kopfmensch, der mein Hirn anregt, auch langsam ein bischen von sich selber zeigt. Vielleicht war für ihn einfach wichtig wie sein lehrendes Grundnaturell angesehen wird. Von vielen wird er als "Besserwisser" hingestellt, ich habe nun das Glück, dass es Themen sind, die mich interessieren von denen mir Hintergrundinformationen vermittelt werden.

    Nein, ich bin froh meine Mitmenschen nun anders sehen zu dürfen und auch nur zu beobachten ohne selber aktiv zu werden, auch wenn ich das zuweilen gerne würde. Einfach nur passiv erleben was sich vor meiner Nase abspielt und weder einzugreifen noch mich dazu zu äußern.

    Da durfte ich vor kurzem sehen wie der Gefühlsmensch ganz liebevoll ein Bäumchen an der Einfahrt zu unseren beiden Häusern hegte, Steine als Schutz aufbaute und so ganz versunken am Bäumchen stand. Ich als Gefühlsmensch hätte so den Gedanken einfach gleich in den Arm nehmen, das sah so liebevoll aus. Aber a) macht man das nur mit vertrauten, b) war diese Andacht nicht für mich gedacht sondern wohl eher ein in-sich-gehen, das nicht für mich bestimmt war.

    Es war schön das zu sehen, diese Verbundenheit mit der Natur, diese Pflege und Fürsorge und für mich ein Zeichen sehr wohl auch solche Menschen kennenzulernen, die ich sehr hoch wertschätze und nicht nur solche Zangengeburten, wie die beiden Stalker. Hier habe ich den Konsenz gefunden, dass ja beide vom Vermieter angeschleppt wurden. Somit gehe ich auch diesem zukünftig etwas aus dem Weg, Die erste Frage an mich von mir war nämlich: "sende ich falsche und irreführende Signale aus".

    Lehnte ich für mich ab, da die anderen Menschen, die ich kennenlernte für mich wertvoll sind, während diese beiden für mich "unangenehm" sind.
    Jetzt aber - mit dem Wissen, wer die beiden angeschleppt hat - bekommen die beiden ausgetretenene Turnschuhe eine gemeinsame Größe: Schuhe zum (weg-)treten ;)

    Leider hast Du mit Deinem Kommentar zu dem älteren Herren und der Wertschätzung gegenüber Frauen absolut recht!

    Lieben Gruß von Daggi

    Hallo, liebe Gotti,
    mir und dem Grün rund ums Hexenhaus geht es gut. Jetzt habe ich auch mal Glück und muss nicht mehr täglich 150 l Wasser vom Brunnen holen und ein paar zig Meter weiter verteilen, damit mein Grün ja nicht Durst bekommt.

    Die Dahlien und Ringelblumen bilden Blüten, sind auch vereinzelt schon erblüht, der Baldrian blüht und die Kürbisse zeigen ihre gelben Blüten, aber d. h. 3 Stunden pro Tag gießen - wenn es nicht wie jetzt - von oben herab gießt ;) Die Erdbeeren tragen, wenn auch nur ein paar Hand voll und die Johannsibeeren werden langsam rot :)

    Meine zwei Stalker (Scheunenmieter und Holzlieferant) nerven etwas. Ich bin aber auf den Trichter gekommen, dass beide Schmeissfliegen vom selbigen Urheber (meinem Vermieter) angeschleppt wurden. Konsequenz: ich gehe diesem aus dem Weg um nicht noch eine Nr. 3 an den Hals zu bekommen. Anfänglich dachte ich, es liegt an mir, da ich selber aber ganz andere Menschen kennenlerne wenn es um mein Zutun geht ist das hier ganz einfach erklärt: die hat nämlich der Vermieter hier aufs Gelände geholt.

    Ansonsten amüsiere ich mich mit Steuer, Identifikaitonsnummer, Antrag auf Wohngeld (muss halbjährlich erneuert werden) und der vielen Botanik.

    Am Freitag gab es am Arbeitsplatz einen schlimmen Zwischenfall, bei dem ich bemerken konnte dass ich nun anders und gesund in der Lage bin zu "helfen".

    Eine Kollegin brach mit epileptischem Anfall zusammen, krampfte und knallte mit dem Kopf böse gegen einen Schrank. Sofortige ärztliche Hilfe war da. Aber.... die Kollegin von ihr, die sie auffangen wollte, konnte sie nicht vor dem Schrank retten und wieder brach in ihr ein altes Trauma auf: sie musste vor drei Jahren ihre tote Chefin entdecken, die durch die Glastüre geflogen war. Schlimmerweise musste sie neben der Toten einige Stunden arbeiten, sie hat sich nie fachlich helfen lassen und wohl versucht zu verdrängen.

    Viel helfen konnte ich nicht, aber bei Ihr bleiben, dieses Wesen unter Schock welches unruhig durch die Gegend lief, dabei aber zittrige Beine hatte, zum Sitzen animieren und auf ärztliche Hilfe hinweisen. Ich konnte eben nur da sein und warten bis sie abgeholt wird, denn selber fahren wäre nicht mehr möglich und hätte auch mein Chef ihr nicht erlaubt.

    Es war schlimm für mich sie so hilflos zu sehen und die andere liebe Kollegin in Gefahr zu wissen. Beides Mädels, mit denen ich täglich zu tun habe und beide gehören zu meinem engeren Kreis.

    Es sieht aber so aus, als bleibe bei der Gestürzten nichts zurück, sie war zumindest wieder ansprechbar und bei meiner Kollegin mit dem Trauma werde ich nochmals nachhacken damit sie den Grundgedanken zum Fachmann/frau zu gehen nicht vergißt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s.s liebe Weitsicht,
    meine Brandwunde heilt nun langsam, endlich ist auch der heilende Juckprozess überstanden. D. h. in den nächsten Tagen darf ich wieder ein Vollbad genießen :) auf das ich mich riesig freue.

    Das erste Mal übrigens, dass ich eine Wunde richtig sorgsam für mich selber und narbenfrei zur Heilung gebracht habe :) Sofort nach der Tat Brandsalbe (hätte ich früher bei mir selber nicht gemacht, nur bei anderen) nach dem öffnen der Brandblasen entsprechendes Puder für Brandblasen und nun seit einer Woche Fettcreme. Alles alle paar Stunden, das wäre ich mir früher nicht wert gewesen. Ich bin erstaunt, wie im Gegensatz zu anderen Verletzungen, diese nun gut heilt und wohl keine Blessuren ausser Röte zurückbleiben.

    Ja, ja, Co-Abhängigkeit und deren Genesung ist viel mehr als der süchtige Partner ;)

    Schön von Dir DAS zu lesen, liebe Diandra,
    na, ich als auch 48jährige Teenager-Spätlese muss sagen, uns tun solche Veränderungen doch wohl recht gut - erst wollen wir sie nicht, kämpfen dagegen an und dann.... als ob nichts wäre kommt ein schönes Ding nach dem anderen.

    Toll!!!

    Wie Du siehst können wir so viel - wir müssen oft nur an uns den Aktivierungknopf finden unseren Geschmack zu entdecken, unsere künstlerische Ader oder handwerkliche Geschicklichkeit.

    Klasse !!!! Ich wünsch Dir einfach weiterhin alles Gute :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Kathrin,
    aller Anfang ist sauschwer, aber es wird leichter!!!! Jeder Schritt der sich automatisiert lässt Freiraum für die nächsten Lernschritte.

    Irgendwie kristallisiert sich bei mir immer mehr raus dass in der "Absichtslosigkeit" der Erfolg liegt bzw. sich einstellt. Ich kann es noch nicht richtig umlegen und leben, aber ich habe einfach gemerkt als krampfhaftes eingetauscht wurde, ich quasi "aufgab" da kam das "gewünschte" einfach so, ohne mein Zutun.

    Heute nacht konnte ich nicht schlafen, Freund Mond strahlte mir ins Gesicht :) Ich dachte ganz dolle an die beiden Kolleginnen, denen gestern so schlimmes wiederfahren ist.
    Helfen kann ich beiden nicht.

    Eine der beiden ist im Krankenhaus in guten Händen und wir hoffen alle, dass nichts zurückbleibt.

    Die andere, die mit das grausamste erleben musste, was denkbar ist und ein tiefes Trauma hat, die kann ich zumindest ermutigen sich fachliche Hilfe zu holen.

    Im Moment kann ich nur an beide denken und ihnen Kraft wünschen. Aufgestanden bin ich heute morgen mit etwas mehr Kraft, gerade so, als wäre diese Kraft wieder zurückgeschicht worden.

    Nein, leicht waren die letzten Tage bei mir auch nicht, aber wertvoll. Helfen und Helfen ist zweierlei. Meinem Alkoholkranken Freund kann/konnte ich nicht helfen! Aber bei einer traumatisierten Kollegin bleiben, damit sie nicht alleine ist sehr wohl! Sie in den Arm zu nehmen wenn der Weinkrampf kommt auch (sofern sie das verträgt in dem Moment). Richtig helfen kann ich selten, aber Stabilität vermitteln und vielleicht das Gefühl nicht unverstanden zu sein. Nicht mehr und nicht weniger....

    Lieben Gruß von Daggi

    Guten Morgen, liebe Kathrin,
    ja ich kenne die 12 Schritte wenn wohl auch nicht auswendig.

    Dieses "kranke" Verhalten hatte vielleicht sogar einmal seine "Berechtigung" und wir "mussten" es für uns leben. Diese Zeiten, liebe Kathrin, haben wir überstanden! Wir haben das grausame Wissen erlangt, dass egal, was wir planen, hoffen oder glauben alles, aber auch wirklich alles, anders kommen kann.

    Warum also brachial das Schicksal in die Knie zwingen zu wollen. Im unpassendsten Moment verknacksen wir uns nämlich das Sprunggelenk ;)

    Natürlich ist es schwer es 24 Stunden am Tag in jeder Lebenslage umzusetzen. Aber wir lernen doch, Situation für Situation, Stück für Stück. Dieses frühere Brachiale hat doch so viel Kraft gekostet, uns so fixiert und dabei für alles andere gelähmt.

    Mensch, ich habe doch den Wald vor Bäumen nicht mehr sehen können. Ja Kathrin, der Staubsauger wäre zu einfach :) und hätte keinen Nutzen, denn hinterher käme wieder Dreck auf unsere Teppiche. Ich denke mal, wir machen die Tiefenreinigung und später legen wir gute Abtretematten vor die Türe.

    Schuldfrage:
    Schau, mittlerweile verfüge ich über zwei Stalker. Ich fragte mich - bin ich schuld, weil ich diese Pappenheimer animiere? Hmmm, nein, den Schuh ziehe ich mir nicht an, denn ich ziehe auch ganz andere, liebenswerte Menschen an. Wer oder was hat nun schuld??

    Keiner....

    aber ....

    Beide diese schlimmen, nervigen, uncharmanten und nicht so hellen Köpfe hat der Vermieter angeschleppt. Einer ist sein Kumpel, der andere sein Untermieter für die Scheune.
    So jetzt bekommt der Schuh der "Marke tritt mich in den Allerwertesten" eine Größe!

    Nein, die Männer hier waren keine Zangengeburten, denen bei der Geburt das Hirn zerquetscht wurde, aber der Vermieter kennt Menschen, die sich mir wie Schmeissfliegen nähern wollen. Somit kommt aus seinem Umfeld einiges an Ungeziefer. Damit kein weiteres zu erwarten ist werde ich mich auch ihm fern halten (nicht ganz einfach, weil er täglich hier auftaucht und Kontakt sucht).

    Hier liegt das Übel nicht in der SCHULD - sondern schlicht und einfach im Umfeld. Nicht mal in meinem, aber meine Schuld wäre es, mich weiterhin solchen Einflüssen auszusetzen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na ja, liebe Doro, bei Dir finde ich es doch super, wenn Du sagst Augen zu und durch - durch mein Leben für mich und meine Kiddies! Das hat meines Erachtens nicht damit zu tun die Augen zu verschließen.

    Verschließen ist für mich die Sucht als "aber eigentlich, wie Gotti schon schreibt" abzutun, zu ertragen und durch sie und mit ihr alles durchzustehen ohne Veränderungen einzuführen.

    Du hast verändert, und zwar gewaltig - ich denke mal Dein "Augen zu" ist ja richtig :) Denn es geht nur um Dich und Deine Kiddies und nicht den "Anhang" der blockiert.

    Du machst das schon richtig Doro, so empfinde ich es und kannst Dir das positive Augen zu und durch "mitnehmen".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Skybird,
    auch ich empfinde es so, dass die Belastbarkeit von uns Co's zuweilen zu steigen scheint. Ich persönlich habe auch den Eindruck, dass ab dem Moment wo von einer Person ausgedrückt wird, dass dieses "kleine Leid" eben ertragen muss sich schnell weitere hinzu gesellen im Sinn von "Geteiltes Leid ist halbes Leid".

    Gegenseitig Mut machen hat auch mir geholfen. Der Austausch mit Crevette, die praktisch in der selbigen Situation stand wie ich, war hilfreich. Aber wir beide gingen einen jeweils anderen Weg.

    Mir macht dieses "Augen zu" Angst wenn ich es bei so vielen anderen lese. Auch meine Augen waren zu, vielleicht wären sie es bald für immer gewesen, wenn die Auswirkungen des Alkoholismus mir nicht wie Foltergeräte die Augen aufgerissen hätten. Schonungslos!

    Ich für mich kann sagen mit jedem Jahr mehr in einer abhängigen oder gesundheitsschädlichen Beziehung verlor ich Kraft für mich und Kraft etwas zu auf eigene Beine zu stellen. Ich isolierte mich Jahr für Jahr mehr und ich kann nur dankbar sein, so tolle und gute Freunde zu haben, die mir niemals den kompletten Rückzug erlaubten. Wäre das nämlich der Fall gewesen, so hätte ich keine Hilfe mehr gehabt als ich mich endlich aufbäumte um zu gehen.

    Ich habe auch den Eindruck, dass immer vergessen wird, dass diese Leidensfähig sich auf das gesamte Umfeld - Freunde - Nachbarn - Arbeitsplatz beziehen kann. Der Ausstieg aus der Abhängigkeit zum Partner heisst nicht Sieg über Abhängigkeiten und verletzbare Grenzen.

    Ich habe in dem einen oder anderen Thread sogar das Thema, dass eine Gruppe Angehöriger gemeinsam Blinde Kuh spielt. Sich gegenseitig die Augenbinden anlegt, von einer Bestätigung zur anderen hetzt und am Schluss ins Leere läuft.

    Ich bin mir sicher, dass mein Posting beim einen oder anderen aufstoßen wird. Aber ich für mich muss feststellen ich erarbeite mir meine Meinung - egal ob richtig oder falsch (und das war schon früher so, während der schlechten Beziehung) und vertrete meine Entscheidung. Wenn ich aber in ungesunden Verhältnissen stecke um mich dann noch von anderen bestätigen zu lassen, so ist das doppelt gefährlich, meiner Meinung nach ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Crevette,
    schön, Dich mal wieder zu lesen.

    Ich habe gerade das Gefühl, da ist ein ganz wichtiger Punkt von Dir gekommen: das erzwingen (wollen).

    Hmmmm,,,,, das wollte ich früher auch immer, habe ich nun gelernt oder bin dabei es nicht mehr zu wollen und Dinge oder die Wartestellung die elend ist auszuhalten und alles zuzulassen was in dieser Zeit passiert. Mich also nicht auf das Warten auf ein Erlebniss zu konzentrieren sondern alle anderen auch zulassen. Ein bischen konfus ausgedrückt, gebe ich ja zu.

    Einfach dem Warten auf den "Traumpartner" nur ebenso viel Raum geben wie allen anderen Dingen im Leben. Dadurch nämlich besteht für andere Themen die Chance, in Deinem Leben mehr Platz einzunehmen als der (Ex-)Partner. Vielleicht irgendwann ein Hobby, ein Interesse, ein neuer Mensch.... Egal was oder wie - aber einfach anderen Dingen und Menschen überhaupt die Chance geben an und in Dein Herz zu kommen.

    Zufriedenheit, liebe Crevette, das musste ich schmerzhaft erkennen liegt in mir. Ich trauerte um die Partnerschaft (die eh keine war) mag einen Menschen sehr, sehr gerne, der mir sehr viel bedeutet und mit dem ich gerne viel mehr Zeit verbringen würde. Aber ...... wenn ich mich in der Nähe eines anderen Menschen so wohl fühle, was gibt er mir denn, was ich mir selber nicht geben kann.

    Es geht nicht darum, dass ich das Gefühl nicht geniessen soll oder darf. Aber ich wünsche mir für mich zu lernen, dass ich mich mit selber ebenso wohl fühle wie in einem Gespräch mit einem geliebten und geschätzen Menschen.

    Genau das war mein Problem nämlich dass ich in unglückliche Partnerschaften gekommen bin: ich selber konnte mir etwas nicht geben, was vom Partner kommen sollte. Niemals kann ein Partner, egal wie gesund oder krank, mir das geben, was ich selber nicht erreichen kann.

    Halt Dich wacker, liebe Crevette,

    lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Doro und liebe Kathrin,
    genau in dieser Ruhe, dieser Akzeptanz dessen was kommen kann und der Annahme liegt das Glück und die Zufriedenheit, liegt die Chance auf schöne Erlebnisse.

    Das Schlimme ist, dass es fast nicht erträglich ist etwas nicht kontrollieren zu können (so geht es mir) einfach zu hoffe, dass doch alles gut wird, wenn die Grundvorausetzungen nicht schlecht sind.

    Einfach zu warten, nichts mit brachialer Gewalt regeln zu wollen. Alles das war mein Leben früher: eher mit Gewalt etwas vorcieren, als abwarten - lieber ein schlechtes Ergebnis als keines, lieber ein negatives Resultat als abwarten.

    Nein - aushalten konnte ich diesen Druck wohl nie... Konnte ich mich nicht aushalten??? Hm, kann ich so nicht beantworten. Aber ich versuche zu lernen. Heftig, schwer und manchmal zum Heulen weil ich etwas tun will und genau weiss, ich würde der Zeit voraus eilen.....

    In mir liegt es .... die Bereitschaft Geschehnisse anzunehmen, aktiv zu sein, aber nicht Ergebnisse provuzieren zu wollen. Dinge ihre Zeit lassen und mich selber dabei aushalten. Den Druck eine Zeit auf den inneren Wunsch warten zu müssen, das Wissen nichts kontrollieren zu können ....

    Ich hatte heute ein Erlebniss der schlimmsten Art: eine traumatisierte Kollegin wurde zurückgeworfen. Sie erlebte einen furchtbaren Tod einer Mitarbeiterin, fand die entsetzliche Leiche und und und heute brach eine Kollegin von uns zusammen und sie war sofort wieder in der Situation von damals. Ein Trauma der grausamsten Art.

    Die Schuldfrage .... die Frage damit umzugehen und Frieden zu finden .... diese zitternde Bündel Mensch wieder zur Ruhe zu bringen und aus dem sinnlosen Bewegen zur Ruhe zu bringen und vor allen Dingen zu vermitteln: es gibt keine Schuld, kein Versagen weil nicht helfen können - sondern nur dafür sorgen dass sie informiert wird und nicht im Unwissen bleibt und ihr Klar machen dass sie fachmännische Hilfe benötigt.

    Niemand hatte Schuld an dem einen Tod und dem anderen Zusammenbruch - meine Kollegin aber ist total aus der Bahn geworfen worden ..... Schuld, ein grausames Wort...... mit oftmals entsetzlicher Bewandniss und Folgen....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Genau das liebe Kathrin,
    eine Person, gegen eine andere eingetauscht ....

    Traurig, aber wohl wahr, wenn ich mir viele vergangene Jahre betrachte. Ich entdeckte nämlich bei mir dass es immer Partner waren, bei denen ein Elternteil extrem dominant war und meine Partner quasi unterwürfig waren.

    Selbes Muster überall - Alk nicht immer - aber unterwürfig immer. Allerdings mir gegenüber auf King-Tour unterwegs.

    Ich selber - unterwürfig - von einer starken Mutter dominiert .... Genial : Rollentausch.....

    Ich habe meine Mutter gegen Partner ausgetauscht. Wo sie zuvor sagte tue das oder jenes nicht, machte das dann später einer der Partner , neee jeder Partner .... durch meine falsche Auswahl....

    Genau der Grund, warum ich mich noch nicht binden kann (auch wenn ich es wollte, und es gibt schon jemanden, bei dem mein Herz schlägt).

    Weiteres Muster bei mir - unabhängig vom Alk - aber immer im Bezug auf den Partner: war ich im Job unglücklich, dann war ich viel eher bereit für eine Partnerschaft oder sagen wir so, der Partner sollte mich und meinen Seelenfrieden retten. Damit wenigstens die Liebe schon klappt, wenn schon nicht der Job .....

    Somit, bevor ich wusste ob es eine Verlängerung meines Arbeitsvertrages gibt habe ich alles gefühlte zu eventuellen Partnern "isoliert" damit nicht selbiges wieder vorkommt. Quasi die Angst vor Arbeitslosigkeit mich in jemandens Arme treibt.....

    Ja, liebe Kathrin, das alles ist viel umfangreicher, als man / frau im ersten Moment meinen könnte. Nur damit, dass ich mich abgrenzen kann ist es noch lange nicht getan. Damit dass ich selbstverantwortlich lebe, habe ich noch lange nicht den Weg aus meinen eigenen Mechanismen gefunden - ganz subtile Geschehnisse provuzieren eine Reaktion.

    Vorhin, ganz simples Beispiel: jemand den ich sehr, sehr schätze baute liebevoll um einen Baum herum einen Schutz (konnte aber nicht sehen, dass ich zusehe) Dieser Baum vor unserem gemeinsamen Grundstück scheint eine tiefere Bewandniss zu haben, die ich nicht kenne. In dem Moment hätte ich denjenigen am liebsten in den Arm genommen..... Emotionen sind da gewesen, ganz ganz heftig.....

    Genau diese Art der Sorge um den Baum, die hat bei mir gewirkt.

    Muster .... ob Coabhängigkeit oder nicht ist egal .... Muster.

    Es ist sehr schön gewesen das zu sehen, ich will das auch nie vergessen und freue mich dabei Zeuge gewesen sein zu dürfen. Es rundet mein Bild über diesen Menschen ab und macht ihn noch liebevoller, darf aber nicht bei mir dazu führen, aus einer solchen emotionalen Reaktion heraus ein übernmächtiges Gefühl zu haben.

    Liebe Kathrin,
    Du kriegst das hin,
    Du bist schon so tief in Dir drin, dass der Rest noch kommt :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich möchte dieser Geschichte ein Happy End wünschen, komme aber leider nicht umhin meine Erfahrungen auch mal kurz "einzuwerfen". Und zwar ohne zu behaupten, dass ein Mensch wie der andere ist°! Was ich erlebt habe könnte einmalig sein.

    "Mein" "stiller Trinker" war rund 10 Jahre still und bescheiden, ruhig, genügsam und tat es allen "recht". Scheinbar aber nicht, weil er es wollte sondern vermutlich weil es ihm so anerzogen wurde.

    Im 11. Jahr tickte er von heute auf morgen aus, wurde gewalttätig, wollte das Haus anzünden, wurde mehrfach straffällig und sehr, sehr laut.....

    Beim "stillen Trinker", der auch noch als lieber Mensch wirkte, konnte ich nicht gehen weil er war "ja doch eine gute Seele".

    Seine wahre Seele kannte ich nicht und werde sie auch nie kennenlernen. Denn der stille Trinker wurde von heute auf morgen ein lauter Säufer, der keine Moral und Regeln mehr kannte.

    Ich hoffe, dass mit dem hier angesprochenen "stillen Trinker" niemals selbiges passiert.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Weitsicht,
    mir geht es gut, aber mein Lebensstil (Wasser vom Brunnen, Garten und Kochen im Holzherd, da ich ja Holz geschenkt bekam und das billiger ist) kostet ein zeitliches Attribut. Ich falle abends oft müde um - möchte aber um keinen Preis tauschen :)

    Im Moment freue ich mich über die Sonne, die aber bedeutet rund 150 l vom Brunnen auf dem Gartengelände zu verteilen. Dafür aber blühen schon die ersten Ringelblumen, die Stockrosen kommen, Himbeeren, Trauben und Erdbeeren sagen in Minimengen hallo.

    Vor rund einer Woche hat dieser Lebensstil mir eine sehr böse und große Verbrühung am Oberschenkel gebracht, die meine Kleiderauswahl etwas einschränkt und somit das Waschvolumen erhöht. Nur leide Hosen, damit die Wunde geschont wird. Anfänglich gingen ja die Brandblasen auf, d.h. dann oftmals auch am Arbeitsplatz Klamotten wechseln.

    Und dann war da noch etwas anderes...

    Es gab hier einiges an Beiträgen, wo ich irgendwann mal dachte, Mensch, kümmere Dich um Deine Pflanzen, die entwickeln sich wenigstens weiter ;) Nicht böse gemeint, aber ich hatte einfach das Gefühl, dass einige sich gegenseitig runterziehen --- und damit auch andere, die gerade an sich arbeiten und durch Trennungen und Neuaufbauten gehen ----

    Ich habe definitiv ein Problem und muss mich beherrschen mich in solche Diskussion nicht einzubringen weil es mich nichts angeht, wenn jemand auf der Stelle stehen bleibt. Zeit kann jeder haben so viel wie er benötigt, auch bei mir ging die Entwicklung nicht von heute auf morgen, aber immer dieses "er hat" "er will" einfach das weg von sich selber. Es kann jeder so handhaben wie er/sie will, aber ich vermisste in dieser Zeit den positiven, aufbauenden Weg, den ich oft bei vielen lesen durfte (der aber dieser Tage wieder eingekehrt ist).

    Ja, liebe Weitsicht, Brunnen, Bach, Grillen, Vögel und meine Rasselbande - es ist ein schönes, ruhiges Leben welches doch so viel bietet. Und sei es nur, dass es mir gelingt eine Eidechse vor den Katzen zu retten ;) Oder die Katzen alle ins Haus zu holen weil Fütterungszeit für Meisen und Schwalben ist, die hier am Haus nisten :)

    Ja, meine vielen Informationen, die ich neu bekommen, die wirken anfänglich wie Dampfhämmer, dann muss ich be- und verarbeiten um dann mein kontinuierliches Verhalten zu überlegen. Der Holzschenker, der eine Affaire wollte, das hat mich geärgert. Denn so billig bin ich nicht ;) Damit muss ich lernen umzugehen und auch damit einem Menschen nunmehr Ablehnung entgegenzu bringen weil ich nicht möchte, dass er sich auch nur die geringste Chance erahnt.

    Dieses Alk-Erlebnis mit jemandem mir nahestehenden war erstmal schockierend für mich, zu sehen wie schnell ich erschrocken bin und auf Abstand gehe. Entweder bin ich ein offenes Buch oder die Gegenseite hat das gespürt. Rund drei Wochen später brachte er das Thema auf den Alkohol und seine Meinung dazu. Grundsätzlich gut (Alkohol ist Stimmungsverstärker und ist bei ihm nur erlaubt wenn es ihm gut geht). Dennoch kommt das "aber" er müsse sich eventuell auch den Stempel aufsetzen, da er jeden Abend ein Bier trinke.

    Wir hatten ein Gespräch zum Thema, welches für mich sehr sehr wichtig und markant war. Ich konnte feststellen, dass ich sehr wohl in der Lage bin, meine Meinung zu vertreten ohne mit dem Finger "Du trinkst" zu sagen. Alle Möglichkeiten vom Genußtrinken bis zum schleichenden Suchtfaktor in den Raum zu stellen, nicht auf eine Person zu fixieren und mich abzugrenzen - vom Thema und von den Entscheidungen der Trinkenden.

    Dieser Mensch, der so ganz anders ist als ich - ich der Gefühlsmensch, er der absolute Realist - ist für mich (ohne dass er es weiß) ein sehr, sehr wertvoller Lehrmeister. Nicht nur, dass mein Intellekt gefordert ist, gerade die Psyche ist es umso mehr. Habe ich doch früher in solche Menschen Eigenschaften hineininterpretiert, die ich gerne an ihnen gesehen hätte, so bin ich jetzt bereit diesen Menschen so zu nehmen und kennen zu lernen, wie er ist. Was sich dann anweiteren Charakterzügen zeigt das ist interessant, aber nicht in meinem Oberkastl entstanden.

    Ja, es ist ein Lernweg! Nein, leicht ist er weiß Gott nicht! Dennoch: er bringt mich immer wieder ein Stückchen weiter zu mir, aber auch zu meinen Mitmenschen, wie sie wirklich sind.

    Lieben Gruß von Daggi

    Liebe Rosita, es steht nicht zur Frage (zumindest nich bei mir) wie schwer oder wie leicht es ist sondern dass ich es tun musste! Es ist weder leicht, sich von einem langjähringen Partner zu trennen, noch sich selber plötzlich als wichtig zu betrachten. Leicht ist fast nichts im Leben, oder?

    Fazit: es ist schwer sich auf ein neues Wagnis einzulassen und die alten Pfade zu verlassen, das ist "eigentlich" das einzig wirklich schwere.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Wurzelchen,
    mir tat lange viel weh (vielleicht sogar jetzt noch) das ist nicht verwerflich: Trauer muss bearbeitet werden und darf da sein, muss wohl sogar.

    Wichtig ist es dass jede-/r beginnt sich um sich selber zu sorgen, das eigene Leben auf die Reihe bekommt und sich selber Stärke beibringt. Dazu gehören jede Menge schwer ertragbarer Gefühle, tiefe Trauer, Mutlosigkeit und vieles andere - immer mal wieder abwechselnd.

    Wie oft aber liegt es daran, dass wir uns kraftlos fühlen, weil wir andere Wege gehen. Weil wir wissen, wir müssen uns um uns selber sorgen und etwas verändern. Du bist die ersten Schritte gegangen, Du hast Dich für DICH entschieden (das heisst nicht gegen ihn, sondern FÜR DICH). Alles weitere ist offen, nichts muss endgültig sein ausser der Tatsache, dass der Augenmerk und die Kraft eines "angeschlagenen" Menschen immer auf die eigene Gesundung gerichtet sein muss.
    Das betrifft uns Co's wie auch die Abhängigen (die wir ja auch sind).

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Na, liebe Moni, dann warte mal ab ob er "mal" zum Hausarzt geht, oder "mal" ein paar Zeilen liest oder Dir "mal wieder" eine Menge Versprechungen macht, oder "mal wieder" eine Entziehungskur....

    Entschuldige die Ironie, aber Du sagst selber es geht rückwärts und sorry, anders kann auch ich es nicht sehen. Aber das ist Deine Entscheidung, Deine BEWUSSTE Entscheidung, die Du (meiner Meinung nach) gegen Dich selber triffst, wenn ich mir Dein Eingangsposting durchlese.

    An dem Tag geht es schlecht, am nächsten auch, dann ist Wochenede .... Na logisch, oder.... Soweit ich weiß gibt es Notfallambulanzen und auch Einrichtungen, die sofort jemanden aufnehmen (müssen) vielleicht sind das ein paar km zu fahren, aber das kann man ja "irgendwann mal machen"....

    Was ich darüber denke ist wohl klar, aus meinen obigen Zeilen! Erfahrungen, ja die findest Du jede Menge hier! Vor allen Dingen bei jenen, die wissen um was es geht: bei nun trockenen Alkoholikern, die vermutlich auch zig Mal diese "mal's" über die Lippen brachten und nie"mal"s dann eine Änderung entstand....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Rosita,
    ich muss einfach mal wieder Julchen applaudieren :) Denn ich sehe es ebenso. Auch mir wurde vorgelebt, dass auf den Partner eingegangen wird, auch wenn von Glück nicht zu reden ist.

    Nur ... irgendwann wurde ich selber erwachsen und musste für mich selber entscheiden was richtig und falsch ist, wie ich leben möchte und wie nicht. Mir ist es zu einfach gewesen, einfach das zu übernehmen, was mir eingeimpft und vorgelebt wurde. Nein, ich will nicht einfach "nachmachen" und einer Spur im Schnee folgen, bei der ich mir dann die "Haxen verstauche" weil ich in ein Loch getreten bin, so wie mein Vorläufer (dessen Spur ich gefolgt bin).

    Weißt Du Rosita, natürlich kann ich sagen, ich kenne es nur so und es wurde mir so vorgelebt und er ist schuld und meine Eltern und und und .... Dabei ändert sich aber für mich rein gar nichts. Also muss ich entweder jammern oder mein Leben selber reflektieren und in meine Hände nehmen - abgekoppelt von allen Erwartungen anderer.

    Spielchen der Erwachsenen - egal ob Alkoholiker oder nicht - egal, ob krank oder gesund : darauf habe ich keinen Bock mehr! Ich habe es selber nicht nötig sie zu spielen und lasse diese auch nicht mehr mit mir spielen.

    Ich habe eine Trennung durchgezogen ohne Wohnung ohne Job und weit weg von der Familie - weil ich mich leben wollte und nicht mehr mit mir spielen lassen wollte. Jeder kann selber entscheiden ob er ins kalte Wasser springt und schwimmen lernt oder einfach am Ufer bleibt und watet und watet und watet. Durch abwa(r)ten wird es jedoch ganz sicher nicht besser oder anders. Aber eines passiert ganz sicher beim abwa(r)ten: die Kraft wird immer weniger, das Selbstbewußtsein reduziert sich immer mehr und letztendlich bleibt vom Abwa(r)tenden nichts mehr übrig! Dann auch nicht mehr die Kraft um auszusteigen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, Ihr Lieben,
    angenommen, was meiner Meinung nach so nicht möglich ist, diese Frage wäre zu beantowrten und die Schuld "zugeteilt" werden können, was würde das an der Situation ändern?

    Was wäre anders, wenn klar Schuld oder Unschuld bewiesen wären? Wäre dadurch einer trocken und der andere nicht mehr Co? Wo Menschen leben und handeln gibt es nun mal Fehlentscheidungen, Handlungen und Emtionen.

    In meinem persönlichen Fall wäre es so was von egal, wer der schuldige ist, das ändert nämlich nichts an der Gewaltbereitschaft meines ehemaligen Gegenübers, ändert nichts daran, dass meine Verfassung immer schlechter wurde, ändert nichts daran dass es gänzlich keine "wir-Beziehung" mehr war.

    Weißt Du Doro "Fehler sind menschlich" und da wo sich Menschen auf Augenhöhe treffen, die sich schätzen, wird ein "Fehler" keine Folgen haben sondern von beiden bearbeitet werden können. Wenn das nicht möglich ist, so krankt die Beziehung so und so.

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, liebe Kathrin,
    ruhig durchatmen!!!! Du hast doch alle Zeit der Welt, oder??? Ich habe sie auf jeden Fall :) Denn ich nehme sie mir jetzt :)

    Weißt Du, liebe Kathrin, ich weiß noch nicht ob es wieder mal bei mir "Zwei", also eine Partnerschaft, oder nur mich als Singlepack gibt, das steht in den Sternen. Es gibt ein paar liebenswerte Männer um mich herum, die ich Schritt für Schritt kennenlerne. Es gibt auch mal einen Stillstand (wie bei Dir) aber im Regelfall keine Rückwärtsschritte.

    Ob einer von diesen liebenswerten Menschen jemals so nahe an mich heran kommt, dass es eine Partnerschaft wird, das weiss ich nicht. Aber ich weiß das Augenhöhe bei mir nur möglich ist, wenn ich dem aderen die Steine nicht aus dem Weg räume! Ich weiß, dass ich für mich fordere, dass mein Gegenüber wie auch ich Schritte für ein "vorwärts" tun. Wohin das auch immer führt, ob zu einer Partnerschaft oder "nur" Freundschaft, lassen wir einfach mal dahin gestellt, denn auch das zeigt die Zeit.

    Eines konnte ich in diesen Monaten ganz klar erkennen: je wichtiger mir ein näher kommen schien, desto weniger pur war mein Verhalten, weil ich damit Erwartungen verknüpft hatte.

    Ich habe keine mehr und merke plötzlich, dass ich nun obwohl keine Liebe oder Zuneigung erwartend, liebevoll bin. Komisch, fand ich es schon. Bis mir dann klar war: logisch, Du willst nichts, erwartest nichts, also kannst Du nicht enttäuscht werden!

    Bingo!

    Weißt Du was Kathrin, ich bin gerade ganz einfach gestrickt, besonders bei den Männern, die ich mag und die meinem Herzen etwas näher sind als andere: Ich mag den anderen und möchte dass es ihm gut geht (das nämlich tut unsere Kommunikation gut) egal, bei, mit, wem oder wo es dem anderen gut geht!

    Eines nämlich habe ich auch festgestellt während meiner qualvollen "Warterei" und des "mich zurück nehmens": vieles sieht man/frau anders und realistischer. Nach jedem Überschwang komme ich ein bischen auf den Boden und erst am Schluss wird sich herauskristallisieren, ob "Ursprungsgefühle" wirklich bei mir Bestand haben.

    Lieben Gruß von Daggi

    Innerhalb meines Freundeskreis und der medizinischen Betreuung war ich von Anfang an sehr deutlich. Auch im Bereich von Arbeitskollegen, denen ich vertrauen konnte.

    Mittlerweile bin ich so weit, dass diejenigen, die langsam in mein Leben kommen - Menschen bei denen ich ein gutes Gefühl habe, selbst wenn das falsch sein sollte (denn ich sehe noch nicht in sie hinein und kenne sie noch zu kurz) beginne ich auch den Sachverhalt zu schildern.

    Ein älterer Nachbar fragt: "Wo ist der Mann zu der Frau". Na, dann sagen wir doch lieber was Sache ist, zumal ja bereits Aktionen von seiner Seite erfolgt waren und die Polizei hier war.

    Ich bemerke bei mir selber, kurz nach der Trennung war mein Selbstwertgefühl am Boden "oh je, wenn jemand weiß, dass dieser Mensch Dein Partner war, dann fragen die sich wie blöde ich bin oder war". Heute muss ich sagen - es war so - es war eine Partnerschaft. Sie war nicht in meinem Sinne - ebenso wenig wie das (teilweise kriminelle Verhalten) dieses Menschen. Ich bin ausgestiegen...
    Ende - Basta....

    Heute schäme ich mich nicht mehr dafür "durchgehalten" zu haben. Heute kann ich sagen "das war" und heute ist es anders. Entweder diese Menschen schätzen mich auch nach dem Outing noch oder sie lassen es. Im letzteren Fall habe ich bei und mit ihnen nichts verloren.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Kathrin,
    ja, so ein bischen verrät unsere Stirn schon.....

    Auch hier scheint aber das loslassen-Prinzip zu gelten und das "des nicht erzwingen wollen". Zumindest bei mir.

    Zwei Menschen, die meiner Seele schon etwas näher sind kreuzen seit einigen Monaten mein Leben. Einer ist ein absoluter Realist, hingegen ich ein Gefühlsmensch bin. Die Kommunikation war schon immer so ein bischen wie ein PingPong-Spiel. Ich habe dann für mich gesagt o.k. wir sind einfach zu unterschiedlich das wir uns einnander weiter nähern, ich freue mich denjenigen zu sehen und etwas zu "talken" aber alles andere ist zu unterschiedlich...

    Just seit dem Zeitpunkt kommt plötzlich Seele bzw. Gefühl zum Vorschein.... Nachdem ich nicht versuche das zu sehen, was ich mir gerne hätte einbilden wollen entpuppt sich ein eigener Kern, anders als interpretiert, aber dennoch seelenvoll.

    Der andere Mensch ist, nun sagen wir mal, kontaktscheu und inaktiv. Nun gut, auch hier musste ich feststellen, schade - aber auch wenn wir gefühlsmässig, ziele- und lebensmässig sehr sehe ähnliche Einstellungen besitzen und beide Gefühlsmenschen sind, so bekommen wir dennoch keine Basis hin. Denn wenn nur einer den Kontakt pflegt, der andere sich quasi "pflegen lässt" sind wir auf keiner Ebene. Schade, aber was nicht ist, ist nicht.

    Aber huch.... auch hier änderte sich etwas....

    Ich habe in beiden Fällen keine Interpretationen mehr begangen, wollte in beiden Fällen nicht mehr hinter die Fassade sehen sondern habe für mich registriert wie diese Menschen sind, sich selber nach außen darstellen und habe mich zurückgenommen. War übrigens sehr schwer, denn ich habe mich ja selber beraubt, ich fühlte mich ja wohl in deren Gegenwart. Mal hat es gefühlsmässig eine Tolle Basis für Gespräche gegeben, und mal für den Intellekt - war beides anregend und schön.... und hat mir gefehtl ....

    Jetzt aber werden die nächsten Monate/Jahre zeigen, was für Menschen sich wirklich dahinter verbergen, denn nunmehr - da wo ich jeden sein lasse wie er ist ohne Erwartungen - scheint eine Öffnung zu erfolgen.

    Wenn nicht, dann halt nicht, wenn es nur kurzzeitig war, nun gut, dann bin ich immer noch pur und der andere kann sich über mich denken was und wie er will.

    Ich drücke Dir die Daumen, aus kompliziertem einfaches machen zu dürfen. Ich verstehe nur zu gut, dieses "alte Zeiten-Denken". Ich dachte auch vor kurzem: Hallo Fräuleinchen, suchst Du wieder Menschen, die "emotional nicht erreichbar sind" bzw. die kontaktscheu sind so wie in der Vergangenheit?

    Nur: in der Vergangenheit bin ich auf diese Menschen zu gegangen. Jeder Schritt kam von mir - keiner von der Gegenseite. Die Gegenseite durfte sich einfach fallen lassen und mich "machen" lassen.

    Heute: gehe ich davon aus, dass jeder Kontakt - egal ob Freundschaft oder Zuneigung - von beiden Seiten mit selbiger Emotionalität oder Verbundenheit erfolgen muss damit eine Begegnung auf Augenhöhe erfolgen kann. Wo ich früher mit Mitleid und hilflosem Helfertun alles das erklärte, was Besonderheiten an diesen Menschen ist, so sage ich heute - nun gut, sie sind so, das aber ist mir zu kompliziert (wenn sie eben wirklich so sind).

    Ich habe in beiden Menschen hier sehen können dass sie sehr wohl über eigene Schatten springen können, wenn sie wollen, und nicht jemand anderer ihnen ständig die helfende Hand reicht.

    Halt Dich wacker, liebe Kathrin!

    Lieben Gruß von Daggi