Hm, also toll finde ich nicht, was der Sonnyboy da serviert. Eigentlich, ja eigentlich, wäre wohl das richtigste wenn er wieder müde ist zu sagen "weißt Du was Herzilein, schlaf Dich aus und melde Dich einfach wieder wenn Du mal (!) fit bist." Dazu gehört natürlich ein imenser Wille das durchzuziehen und dann auch zu gehen.
Ja, ich finde es auch außergewöhnlich noch eine weitere Verabredung zu haben, der Sonny muss irgendwie Probleme haben innerhalb von 24 Stunden seine persönlichen Wünsche zu erfüllen. Da hätte ich nun das Problem mich zu fragen, ob bei einem so vollen Kalender überhaupt Platz für mich wäre.
Weißt Du, liebe Karotte. Ein etwas antriebschwaches und in Mustern gefangenes Modell der Gattung "lieber Mann" erklärte mir gestern dass er doch so gerne so viel machen würde, ihm aber einfach die Zeit fehle. Da sein Wunsch in Rente zu gehen derzeit wohl kaum in Erfüllung geht ist er für sich verantwortlich und sich die Zeit für die wichtigen Dinge (für ihn wichtig und schön!) zu nehmen.
Klar, ich kriege es ja bestens mit: drei Gärten zu versorgen, Musikverein (das höre ich dann immer) und sehe ihn zu den Terminen fahren. Aber Karotte: sein Tag, seine Zeit. Er kann entscheiden was ihm wichtig ist und wofür er seine Kraft aufwendet. Auch wenn hier Verantwortung mitspielt, weil der Verein die Trompete braucht und die Gärten nicht vom alten Vater mit Wasseranhänger versorgt werden können, so ist es doch seine Entscheidung.
Erst dann, wenn ein Mensch in seinem übervollen Terminkalender etwas vermisst, dann besteht die Möglichkeit, dass er von sich aus dieses Manko füllen möchte. Wer also von Termin zu Termin hetzt, egal ob aus Lust am Feiern oder Verantwortungsgefühl, der macht es aus eigenem Antrieb und kann nur selber seine Batterie speisen.
Ich selber habe mich aus dem Kontakt zurückgezogen. Bin noch sichtbar und erreichbar, so zumeist 15 m entfernt. Schreien ist da aber nicht angebracht, somit muss er dann schon den Weg zu mir finden. Wenn nicht, dann eben nicht, schade um schöne Gespräche, aber nur wenn zwei Seiten selbiges wollen und auch über den eigenen Schatten zu springen gewillt sind kann etwas dabei herauskommen.
Mir ist so aufgefallen, wenn ich die letzten Monate betrachte: immer wenn ich auf dem Rückzug war, dann gab es doch Mut auf der Gegenseite und ganz kleine Aktivitäten. Somit heisst es: es geht, wenn es muss! Warum also bitte soll ich dieses "muss" verhindern. Warum also solltest Du bereit stehen wenn er müde ist?
Nein, ich für meinen Teil will zukünftig dass Entscheidungen von allen Betroffenen getroffen werden und alle Seiten an der Realisierung arbeiten. Ich bin nicht mehr gewillt Entschuldigungen zu finden und sie einzustricken. Erwachsene Menschen betreiben Handlungen, die mit Konsequenzen erfüllt sein können. Mache ich das nämlich nicht, so geht es mir schlecht und ich wäre auf dem Besten Weg wieder in ein Dilema zu schlittern. Würde ich selber nicht spüren was mir gut tut und was nicht, so könnte ich keine Grenzen ziehen und würde mich wieder in einen Strudel mitreißen lassen, in dem ich Kraft verliere und nicht mehr rauskomme.
Ich finde es wohl schade, vermisse das Level, welches wir erreicht hatten weil ich über meinen Schatten sprang, aber ich habe keine Lust als Dauerspringer unterwegs zu sein 
Lieben Gruß von Daggi