Guten Morgen, liebe Karotte,
da hast Du ganz sicher recht mit dem "mehr spüren" das macht es meines Erachtens aber auch schwerer.
Viel mehr Chancen gespürte Gefühle zu zerreden, in Frage zu stellen, an sich und den eigenen Wahrnehmungen zu zweifeln um dadurch dann wieder "abzustürzen". So schön alles auch ist, ganz einfach eben auch nicht. Immer wieder kommt der Punkt wo ich mir sage "Erdung" verlier Dich nicht.
Ja, liebe Karotte, es scheint so zu sein, dass sich da gerade eine ganze Portion entwickelt. Während ich früher genervt war, wenn jemand sich in Gespräche mit einem Menschen einmischt den ich mag, ist es mir nun wurscht. Soll sich doch einmischen wer will, wenn wir wollen, dann bauen wir unseren Kontakt aus, wir können nicht immer belauert werden.
Wo ich früher mit Eifer die Eifersucht suchte und fand ist das nun weg. Musst Dir vorstellen, gestern tolle Gespräche, und schon platzt mein Belagerer in diese Gespräche und muss versuchen sich in den Fordergrund zu spielen. Eigentor! Unabhängig dessen, dass wir nicht unbedingt seiner Meinung waren haben wir ihn trollen lassen und unser Gespräch dann später weiter geführt 
Wir - ein Wort, in welches ich schon lange, lange niemanden eingebunden habe der nicht schon langjährig in meinen Freundeskreis gehört. Eigentümlich: dieses wir. Gestern befremdlich, als mir fürsorglich gesagt wurde "bauen wir halt ein Tor wenn Dein Ex vorbei kommt". Süß, auch wenn damals keine Tore geschützt hätten, so dürfte die Gefahr jetzt gebannt sein. Aber diese Umsicht und Fürsorge ist schön.
Aber es ist alles noch zu neu und flüchtig Bekannte beginnen nun eben sich auf etwas persönlicher Ebene zu treffen und auszutauschen, da sind noch alle Entwicklungen (in jede Richtung) möglich.
Es erstaunt mich sehr, wie die Basis dieser Gespräche ist im Gegensatz dazu, wie die Basis von Gesprächen noch vor Jahren war. Natürlich bin auch ich älter und anders geworden. Aber die Menschen, die ich zuvor anzog, die erzählten wo man gut essen kann, welche Aktivitäten man doch machen könne oder sie gerne machen und und und. Hier sind wir nun bei dem was man/frau für sich oder das Leben möchte, welchen Standard man/frau wirklich braucht, möchte oder nicht oder wie die Einstellung zur Familie/PFlege/Tod ect ist.
Ich stellte mir die Frage ob ich früher solche Menschen übersehen wollte/habe - sie nicht kennenlernen wollte (denn es gab sie auch schon) oder einfach nicht die Geduld hatte eine Entwicklung abzuwarten und in der Zwischenzeit von einem "Blender" abgeschleppt wurde. Oder wirkte ich früher nicht so, dass diese Gespräche angesagt waren? Ich weiß es nicht .... im Freundeskreis gab es schon immer den Tiefgang, selten aber bei Menschen, die ich neu und nicht auf partnerschaftlicher Ebene kennenlernte.
Lieben Gruß von Dagmar