Beiträge von dagmar007

    Hallo Ihr Lieben,
    je mehr ich darüber nachdenke, desto eher denke ich der Beitrag sollte heißen "Co-Abhängigkeit, die Chance."

    Denn auch hier treffe ich mich bei Elocins Worten. Genau das ist es: durch die eigenen Schwachstellen oder eigene Süchte aufwachen zu müssen und sich umzuorientieren.

    Es ist jetzt müssig zu überlegen, was gewesen wäre wenn ich es zuvor geblickt hätte was ich durch meine Anwesenheit unterstütze oder mir selber durch mein Bleiben raube.

    Das alles konnte ich erleben durch die Trennung, durch die ersten wackeligen Schritte, die ich alleine gehen musste. Dadurch, dass ich Polizei ect. zu Hilfe rufen musste und bereit war Hilfe anzunehmen. Dadurch dass mein Leben in meinen Händen lag und ich plötzlich für mich selber sorgen durfte entwickelte sich Glück für mich. Eines, welches ich so nie gekannt hatte.

    Ja Elocin, ist schon richtig - wie auch Melanies Aussage natürlich - durch das Bewußtsein der eigenen Sucht und die Erkenntnis ist eine Veränderung zwangsläufig die Folge. Diese kann ins eigenständige Glück führen.

    Ich bin am aufarbeiten, liebe Melanie und würde eigentlich hoffen, dass mir das so gelingt, dass ich die vergangenen Zeiten später nicht mehr reflektieren muss sondern nur für das heute leben kann. Aber es wird schon, wie Du sagst, immer wieder hallo-wach-Momente geben, in denen ich aufwache und mir die eine oder andere Sache auffällt.

    Vielleicht sind diese sogar wichtig um nicht wieder in eine helfende Rolle zu geraten. Gerade ich wäre jetzt der Kandidat, der ganz am Arbeitsplatz aufgeht. Genau damit gehe ich jetzt auch ganz bewußt um weil ich diesen Ersatz für mich denkbar halte. Dort geht es mir gut, ich werde gefördert und unterstützt, somit wird mir ein gutes Gefühl vermittelt. Meine Aufgabe ist es nun, das als schön zu betrachten aber keinesfalls in übermässige Aktion meinerseits zu geraten.

    Ich bin sehr, sehr froh, dass es sich um ein gesundes Unternehmen handelt, welches noch im Ausbau begriffen ist. Wäre es nämlich so, dass es ums Überleben ginge (obwohl jede Branche von den wirtschaftlichen Problemen betroffen werden dürfte, auch meine) da wäre die Gefahr riesig wieder dem gesamten Umfeld Bewerbungen zu schreiben oder an Marketingstrategien für das Unternehmen zu sitzen. Was auch co wäre....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Und Elocin, eines kann ich für mich feststellen: ich lebe jetzt glücklicher als je zuvor - auch glücklicher als vor der Beziehung.

    Denn ich wurde nun gezwungen ganz alleine für mich verantwortlich zu sein. Das Quentchen Glück bei Haussuche, Jobsuche ect. wurde mir auch mitgegeben somit lebe ich nun besser - wenn auch ärmer - als je zuvor.

    Ich kann jetzt sagen, dass, was sich ergeben hat ist schön.

    lieben Gruß von Dagmar

    Kann ich nicht sagen, liebe Rose, ob die Knöpfe automatisch angesprungen wären. Nach dem, was ich mir vom Umfeld über mich sagen lassen musste war es wohl anfänglich keinesfalls so, sondern gewisse Co-Knöpfe haben sich mit zunehmender Belastung entwickelt. Ich weiß es nicht, liebe Rose, was sich wie entwickelt hätte.

    Es spielt für mich auch keine Rolle mehr, da ich den Kontakt meide. Für die Zukunft heisst es für mich nur aufpassen (derzeit bin ich imun) nicht einen Menschen kennenzulernen und mich in eine Partnerschaft zu begeben wo ich helfen kann, darf oder "muss".

    Ich selber kann mir für mich auch keine Partnerschaft mehr vorstellen, genau aus dem Grund um nicht wieder in eine helfende Rolle zu geraten. So wichtig ist mir (derzeit) eine Partnerschaft nicht da ich mich so wohl fühle wie es jetzt ist. Aber wie gesagt, darauf muss auch ich mein Leben lang aufpassen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Es geht nicht um den bösen Alkoholiker, liebe Rose, sondern darum, dass ICH die Zusammenhänge nicht begriffen habe. Ob er bös ist oder nicht ist ja nicht mehr mein Problem. Mein Problem ist aber, das mir die Weitsicht fehlte.

    Weißt Du Melanie, ich musste ja bereits ab Mai 2008 aufwachen und Farbe bekennen. Aber ich konnte dieses kleine Uhrwerk noch nicht begreifen, in welchem ein Rädchen ins andere ging. Ich habe mich immer gewehrt wenn es hieß: "Du hilfst ihm weil Du da bist". Nein, ich mache doch nichts für ihn, dachte ich....

    Es ist einfach ein Räderwerk, welches gut laufen kann in sozialen Gemeinschaften wie Familien oder Paaren. Es kann aber auch das Uhrwerk einer Bombe sein wenn es sich um zwei Abhängige handelt. Genau diesen Unterschied habe ich nicht so in Einzelteilen verstehen können. Mein Auge war nie gut genug die beiden Uhrwerke gegenüber zu stellen.

    Ich konnte nicht das richtig tickende Uhrwerk einer gesunden Beziehung unterscheiden zwischen dem unruhigen Ticken einer Suchtbeziehung. Bei beiden Uhrwerken griff ein Rädchen ins andere - aber eben mit unterschiedlicher Wirkung.

    Diese Kleinigkeiten, Bagatellen, Dinge die im Leben so unwichtig sind, dass ich mir nie darüber Gedanken gemacht haben können so große Auswirkung haben. Das war für mich nie nachvollziehbar.

    Komisch scheint mir zu sein, je weiter Abstand ich habe, desto uninteressanter ist es an und für sich - wohl deshalb kommen mir jetzt die einzelnen Verbindungen und Schritte mit ihren Folgen in den Kopf. Zuvor war ich vermutlich noch in Gefühlen aller Art gefangen und konnte gar nicht über den Tellerrand hinaussehen. Nunmehr steht der Teller weit weg und ich sehe von der Ferne auf ihn.

    Und ich bin einfach erschreckt darüber, dass ich diese Zusammenhänge damals nicht so gesehen habe wie es mir jetzt langsam gelingt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na ja, ironisch gesagt könnte ich sagen, der nasse Alkoholiker sucht die Schuld oft im Umfeld, der genesende Co sucht sie eben im Alkoholiker (da ebensfalls noch "nass").

    Das könnte vielleicht daran liegen, dass manch ein Co (dazu gehöre ich wohl) erst den gesunden Egoismus wieder erlernen muss.

    Nunmehr hat sich in mir selber mein Freund Eigenschutz und Selbstschutz wie auch Selbstliebe eingestellt und es gibt keine Frage (schon länger) von Schuld oder Beteiligung. Ich lebe mein Leben - der Alkoholkranke seines.

    Davon mal abgesehen ist mir heute klar, dass Wut so unnötig ist wie ein Kropf: jeder lebt sein Leben und muss die Resultate aus Misswirtschaft oder unsozialem Verhalten so und so selber tragen. Vielleicht sogar zu einem Zeitpunkt, wo es am allerwenigsten vertragen wird....

    Auch habe ich selber eines während der suchtbetonten Zeit ignoriert: mir wäre es besser gegangen, hätte ich nur meine Dinge geregelt, diese aber dafür selber und nicht dem abhängigen Partner übertragen. Es hat sich nämlich in meinem Fall herauskristallisiert, dass zuweilen mehr Schaden entstanden ist als wenn ich selber diese Aktionen hätte in verantwortliche Hände gegeben. Somit also auch hier Wut nicht von nöten sondern nur wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen. Damit meine ich mich, die über Jahre mit falschen Autobatterien herumfuhr und sich wunderte, warum die immer regelmässig den Geist aufgaben.... Problem selber geregelt und keine Angst mehr morgens nicht mehr starten zu können. Ich bin also selber meines Glückes Schmid und die Resultate daraus sind wesentlich glücklicher als zuvor.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Alpenrose, da magst Du gewiss Recht haben, da ich nicht für jeden Alkoholiker reden kann.

    In dem von mir benannten Fall handelt es sich jedoch um jemanden, der bereits vor meiner Zeit nicht in der Lage war die Miete zu begleichen oder Ab- und Ummeldungen auf die Reihe zu bekommen.

    Allerdings wurde mir das erst viele Jahre später mitgeteilt, bzw. bemerkte ich es nach meinem Einzug.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wisst Ihr, ich finde so schlimm, dass ich in der Zeit der Beziehung nicht die Zusammenhänge sehen konnte, durch welche ich geholfen habe die Sucht zu manifestieren um uns dadurch beide in den Abgrund ziehen zu lassen.

    Ich war der Meinung ich helfe nicht! Tat ich auch offensichtlich nicht, aber alles das was im Hintergrund geregelt wurde ohne dass ich es merkte - alles was in Gleichklang bliebt ohne dass Änderungen erforderlich waren. Einfach die Zusammenhänge nicht verstehen zu können weil alles so "selbstverständlich" für mein Leben war.

    Je eher Angehörige aber begreifen welche Wirkung jede noch so kleine Handlung haben kann, desto eher kann man/frau vielleicht bereit sein die Finger von der Sucht zu lassen - der Partner vom stoffbezogenen Süchtigen - und entgegengesetzt auch.

    Es ist so schwer zu sehen wo geholfen wird und damit der andere noch tiefer ins Spinnennetz gedrückt wird.

    Genau Melanie: dieses da sein - das ist es eben, und genau das habe ich nicht verstanden. Denn durch das "da sein" entfallen schon viele Probleme.

    Sozial richtig - für Menschen, die auf eigenen Beinen stehen - tödlich für Menschen, die sich auf einen anderen stützen müssen. Da müssen ja zwangsläufig beide abstürzen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    wie genieße ich meinen freien Tag, der nur mir gehört und dem Ordnen meiner Papiere und dem Erledigen von Korrespondenz, wobei mir auch KFZ-Papiere und ähnliches "begegnet" sind. Dabei aber auch ein "Hallo-wach-Moment".

    War ich doch der hilflose Helfer, der für sich in Anspruch nahm nie dem Alkoholiker geholfen zu haben: nie für ihn gelogen zu haben und blablabla.
    Habe/hatte ich doch immer noch nicht ganz verstanden, wie wichtig Hilfe durch Nichthilfe und "loslassen" ist.
    Kommen mir doch erst jetzt Zusammenhänge in den Sinn, von denen mir klar war, wie ein normal organisierter Mensch sein Leben lebt, nicht aber jemand der grundsätzlich durch Hilfe und Unterstützung des Umfeldes den äußerlichen Eindruck von Stabilität vermittelt. Gerade als Co, der alles im Griff haben möchte und somit bemüht ist, seine eigenen Papiere im Griff und griffbereit zu haben.

    Hier lasse ich mich gerne von den nunmehr trockenen Alkoholikern berichtigen wenn ich etwas falsch sehe!

    Jetzt aber mal Hand auf's Herz: Wieviele Alkoholiker schaffen es ihre Papiere im Griff zu haben? Ist zumeist nicht schlimm, denn irgendwie manövriert man/frau sich ja wieder aus engen Situationen weil es im Regelfall ja nur die eine oder andere Lapalie ist und wir als Co (ich durch mein Bleiben beim Partner) diesem keine größeren Belastungen zumuteten.

    Nun aber muss ich feststellen dadurch, dass ich im Haus geblieben war musste niemals Ordnung im Chaos entstehen. Es war ja alles irgendwo irgendwie auffindbar. Dadurch, dass mein Expartner nunmehr 80 km vom Arbeitsplatz entfernt wohnt (oder zu wohnen scheint) fällt mir erst mal auf, wo ich ein Stützbalken war ohne es zu wissen oder aktiv daran teilzuhaben.

    Er musste nichts ändern - nunmehr ist der Umzug wohl nicht so ganz gut geglückt und scheinbar einige Papiere verlustig geworden wie bspw. der Fahrzeugschein. So, und nun beginnen Probleme, die ich als guter Co nicht kenne weil ich alles beinander habe und mir nie Gedanken gemacht hatte über zusätzliche Eintragungen im Fahrzeugschein ect. Fehlt nämlich dieser Schein, so scheinen alle Eintragungen zu fehlen. Sollte ergänzend noch hinzu kommen, dass der HU-ASU-Beleg fehlt wird das ganze etwas kritisch bei der Ummeldung des Fahrzeuges, was widerum notwendig ist in Sachen Versicherungsschutz ect.

    Diese ganze Geschichte scheint seiner SOS-sms nach gehörig in die Hosen gegangen zu sein.

    Eine Menge komplexer Eigenschaften, die man/frau als Partner stabilisiert und dessen Aufdeckung alleine durch die Partnerschaft verhindert wird. Lapalien, Kleinigkeiten, Dinge die auch Kumpels tätigen könnte. Aber erst das Zusammenkommen vieler dieser Kleinigkeiten könnte für ein Aufwachen sorgen. Denn, mal ehrlich, wie schlimm ist die Vorstellung ohne nörgelnden Partner zu sein? Vor allen Dingen im Gegensatz zur Vorstellung gegen das Meldegesetz zu verstoßen und bei der Polizei antanzen zu müssen. Wie schlimm ist die Vorstellungen Stunden auf Ämtern zu verbringen um in den Besitz von Ersatzpapieren zu kommen? Was wiegt die beleidigte Partnerin gegen den Polizeibeamten, der bei einer KFZ-Kontrolle den KFZ-Schein zu sehen wünscht, der aber nicht greifbar ist.....

    So schade, dass mir diese ganzen Verstrickungen erst so spät auffallen. Dass ich erst jetzt beginne zu begreifen dass eine Suchtbeziehung wie ein Spinnennetz fest und stabil sein kann. Es kann soviel abhalten und so viel Festigkeit beweisen, dass Co und Alkoholiker wie Fliegen darin gefangen sind - bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Besitzerin des Spinnennetzes (der Alkohol) wieder Nahrung benötigt und beide Fliegen verspeist.

    Mit diesem Bewußtsein wäre es leichter für mich gewesen den Partner in die Freiheit zu entlassen, schneller zu gehen ohne mir ständig Gedanken zu machen was wo wie passiert oder passieren könnte. Es wäre mir klarer geworden, dass es ein Lernprozeß ist, der zur Gesundung führen könnte, aber nicht muss. Sagt man nicht schon bei kleinen Kindern: Gebranntes kind scheut das Feuer? Wäre es hier nicht ähnlich? Finger verbrannt, in fachkundige Hilfe begeben um Brandverletzungen zu heilen?

    Nachdenklicher Gruß von Dagmar

    Ach das finde ich toll, lieber Erdling, dass Du das ganze nun auf ein anderes Level bekommen hast. Es scheint so, als könntest Du nun Frieden mit Dir und der Situation schließen. Das ist der Anfang - so denke ich - das alles ganz fair gegenüber allen Beteiligten (damit meine ich speziell DIR gegenüber) nun über- und bedenken zu können.

    Gerade das Thema Tod, welches leider uns alle begleitet, ist ein Tabuthema. Es ist aber so wichtig, weil es in jedem unserer Leben viele kleine Tode gibt - aber auch die realen wirklichen Todesfälle, mit denen wir fertig werden müssen. Trauern und Verluste und Bearbeitungen dessen bewältigen.

    Einfach nur schön :)

    Ich wünsche Dir weiterhin eine so tolle Entwicklung in allen Belangen!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, Ihr Lieben,
    ach Julchen, das hat gedauert mit dem schönen Schlaf. Während der 3 Monate Trennungsphase im gemeinsamen Haus war es der Horror.

    Ich denke mal so ca. 3 Monate nach dem Auszug und ich alleine lebte hatte ich noch immer, sich jedoch abschwächende schlechte Träume und wurde ca. 2 x nachts wach (mit Gedanken an ihn) und der Frage ob das alles nur der Horror und ein schlechter Traum gewesen war, denn "er" macht doch so was nicht.

    So ca. 3 Monate nachdem ich hier lebte begann es ruhig zu werden, ich mich auf das Schlafen zu freuen und die Nacht meine zu sein. Ich denke mal, der Zeitpunkt, zu dem ich wirklich bei mir angekommen war und mein Körper den ständigen Stress verarbeitet hatte.

    Ja, liebe Karotte, nötig gewesen wäre es nicht. Ich hatte es auch überlegt ob ich nicht antworte. Allerdings mag ich nicht ebenso primitiv sein und auch ich hätte eine Antwort haben wollen (allerdings nicht die Vermessenheit gehabt danach, und vor allen Dingen so, zu fragen). Allerdings Grußformeln ect. erscheinen mir nicht notwendig.

    Ach Karotte, ich fasse es immer noch nicht, wie meine 6 hier liebevoll leben, und jeden Tag gibt es in der Richtung neues zu erleben. War früher nicht denkbar. Denen geht es wohl so wie mir ;)

    Weißt Du Karotte, früher wäre das Thema Datenbank ect. für mich unangenehmer gewesen weil ich von mir erwartet hätte dass alles 100%ig zu machen, wie es ein Programierer täte. A) Bin ich keiner und b) wird das nicht von mir gefordert und c) scheint es uns beiden Spaß zu machen hier Strukturen aufzubauen. Was für mich so schön und ungewohnt ist (was aber auch an mir persönlich liegt und meiner geänderten Einstellung) ist dass es auf mich wirkt wie ein Spaß. Wir wollen etwas aufbauen und testen uns durch und freuen uns über Kleinigkeiten - ich werde keinem Druck unterworfen, es gab noch nie ein "Du musst" oder wie früher "es eilt ja nicht, aber heute muss noch...." Dadurch (wohl ähnlich wie ein Süchtiger, der unter Druck gesetzt wird) dass es keinen Druck gibt kommt es mir vor wie meine Entscheidung und mein persönlicher Wille und macht nur Spaß.

    Aber auch das alles sind Folgen eines anderen Denkvermögens, und natürlich der Personen um mich herum. Beides zusammen aber ergibt das Gefühl einer großen Arbeitsfamilie. Wobei ich mich freuen würde wenn das so bleibt, was natürlich niemand wissen kann.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    nun war es mal wieder an der Zeit zu spüren dass sich einiges getan hat, ich mich in meinem wohnlichen Umfeld wohlfühle und auch der Arbeitsplatz (nach derzeitigem Gefühl) mir gut tut und ich diese Menschen dort wertschätze.

    Es kam am Wochenende eine SMS (wer hätte das früher mal gedacht, dass ich garnicht aufs Handy sehe und mir SMS'en oder Anrufe komplett egal sind?.

    Ich wurde gefragt, ob ich versehentlich den KFZ-Schein mitgenommen hätte, der seit meinem Auszug fehle. Er hoffe auf meine Rückantwort. Mit freundlichem Gruß und freundlicher Anrede....

    Nun, Höflichkeiten oder Grußformeln wurden in den letzen Monaten nicht ausgetauscht und nur durch Drohungen ersetzt, deshalb wollte ich mir die Mühe der Tipperei nicht machen (ich mag keine SMS) und antwortete kurz und knapp mit "Nein". Wie das jetzt interpretiert wird ist mir egal.

    Ja, ein Umzug ist halt doch mehr als einfach nur zu sagen "ich gehe". Da gehören Papiere dazu, Ummeldevorgänge und noch so vieles andere. Faszinierend war für mich zu spüren, wie geschickt es laufen kann und wohl die Jahre zuvor lief: Freundlicher Ton und "versehentlich" um auf keinen Fall selber die Person zu sein, die etwas vebummelt hat. Ich kann das alles zwar überhaupt nicht nachvollziehen, aber das muss ich wohl auch nicht.

    Ich sehe da einfach, wie souverän ich an meinen Umzug gegangen war, wo ich alle Papiere schon Wochen zuvor gesammelt habe und außer Haus geschafft habe. Die Korrespondenz schon vorbereitet, weil mir klar war, innerhalb der Umzugszeit kann man/frau ganz leicht den Kopf oder Papiere verlieren.

    Wenn es nicht so irrig wäre, dann würden diese ganzen Entlade- und Klingelaktionen bei mir im Hirn sagen: Kaum hat jemand geschnallt, dass es mir wieder gut geht und ich der Hartz4-Gefahr entgangen bin, da macht man wieder auf "Lieb Kind".

    Auf meinem Konto konnte ich schon einen Gehaltseingang feststellen. Grundsätzlich ja so und so - da Teilzeit - ein schmaler Lohn, aber ein schönes Gefühl zuverlässig Gehalt zu bekommen und wieder in "festen Arbeitgeberhänden" zu sein.

    Einfach schön, dort Menschen um mich zu haben, die mir gut tun. Einfach nur gut tun - egal, in welcher Position sie sind. Menschen, die ich achte, mit denen man auch mal einen dummen Spaß machen kann oder sich einfach konstruktive und kreative Gedanken machen kann.

    Genial finde ich die Zusammenarbeit mit meinem Chef in Sachen EDV. Beide machen wir das gerne, beide sind wir aber nicht die Vollprofis. Ich habe eine Rezeptdatenbank für die Bäckerei aufgebaut, kam aber im Punkt nicht weiter, dass alles nur eingeschränkt überschreibbar zu machen. Dafür kam mein Chef heute glückstrahlend "Schau, es geht".

    Nächster Punkt: mein Chef wisse auch nicht warum, aber zuweilen passiere dies oder jenes, das wusste ich nun wiederum. So macht es Spaß weil einfach einer dem anderen etwas mitteilen kann.

    Ich kann mich auch trauen "dumme" Fragen zu stellen. Aufgewachsen mit Strom fragte ich mich, warum Mühlen immer am Wasser gebaut wurden. Aufs einfachste kam ich nicht - die Energie -. Das weiß ich nun, bin klüger und niemand hat gelacht über diese dumme Frage. Keine Überheblichkeit oder ähnliches. Einfach schön.

    Mein Gott ich kann niemandem sagen wie froh ich bin über dieses andere Gefühl in mir, welches erwächst. Der Abstand der beginnt sich zu stärken, obwohl die Kontaktversuche wieder zu beginnen scheinen. Es ist in mir einfach dieses Gefühl da von "das was sich da vor meiner Haustüre abspielt" ist weit weg, auch wenn mir Lieferungen vors Haus gestellt werden.

    Das könnte natürlich auch daran liegen, dass ich nun noch weniger Zeit für mich selber habe und zu viele Gedanken Verschwendung wären.

    Ich stelle immer wieder fest, es musste wohl einfach zu dem Zeitpunkt so grausam kommen wie es gelaufen ist. Nichts mehr ist selbstverständlich für mich. Über alles, was unverhofft an Gutem kommt kann ich mich freuen wie ein kleines Kind. Eine Dankbarkeit, die ich in dieser Form früher nicht hatte.

    Oft noch gehe ich hier abends durchs Haus, in welchem die Duftlampen ihren Duft verbreiten und frisch gebackenes in der Küche liegt, und frage mich ob das wirklich alles wahr ist. Ruhige und traumlose Nächte, ausgeruhtes aufstehen und ein freudiger Gang zum Arbeitsplatz.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Kathrin,
    ich befürchte, dieses "Gift" muss auch ich langsam ausschleichen. Obwohl ich getrennt bin und allen Kontakt meiden kann ist immer noch eine gewisse Präsenz gegeben, wie auch eine gewisse Neugier von meiner Seite.

    Toll finde ich es beileibe nicht, denn unsere Leben und Verbindungen sind getrennt. Aber so leid es mir tut, ich bin nicht in der Lage die Person die täglich über fast 10 Jahre in mein Leben involviert war zu vergessen. Es wäre mir lieber - aber im Gegensatz zu ihm schaffe ich das nicht.

    Zwar sind keine Emotionen mehr dabei, weder Hass, noch Wut, noch Sehnsucht, noch helfen wollen oder was auch immer - aber Neugier.... und das ist schlimm genug.

    Genau das ist es : Platz geben. Ich gebe ihm den Platz und bin selber noch nicht ganz in der Lage ihm selber diesen Platz zu entziehen. Denn das habe ich in der Hand, aber schaffe es noch nicht ganz.

    Auch ich liebe Pandora hatte mal gedacht "nur nüchternen Kontakt und Gespräche" als wir noch zusammen wohnten.

    Hähä... woher will ich denn vermeintlich wissen wann er nüchtern war? Davon mal abgesehen, wenn jemandens Hirn bereits toxisch vergiftet ist - was gut sein könnte - so ist eh alles verloren. Davon mal abgesehen, welche hochprozentige Gespräche will ich führen mit jemandem, der zufällig mal mit niedrigen Prozenten (aber noch mit!) unterwegs ist.

    Ja, ja, meine damaligen kleinen "Tricks" um doch nicht ganz los zu lassen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen liebes Julchen,
    willkommen auf "Julchens Reise zu Ihrem Mittelpunkt ihrer Erde und Seele".

    Ach Julchen: klingt schon irre nicht wahr. Wärme, Ausstrahlung und Herzlichkeit und das obwohl Du den "Ex-Partner" vor die Türe gesetzt hast? Genau das soll Stärke sein? Dabei hast Du doch gelitten, gekämpft und Deiner Meinung nach vielleicht viel zu lange gebraucht um Schritte für Dich selber in die Wege zu leiten?

    Zum ersten: wer wie Du den Schritt aus der Abhängigkeit schafft und auf eigenen Beinen steht muss stark sein! Wer nicht in Verbitterung aufgeht und stehenbleibt in Selbstmitleid und Abwarten der muss herzlich und lebensbejaend sein.

    Liebes Julchen,
    wem es innerhalb einer Beziehung nicht gut geht, der stumpft nicht nur ab, der ist ständig unter Hochstrom. Wo ich früher als mollige Natur immer freche und auch auffallende Kleidung trug ist das immer weniger geworden über die Jahre. Eigentlich habe ich mich dann nur noch in bequemer Kleidung versteckt. Für mehr hatte ich weder Lust noch Kraft und habe wohl auch die Farben im Leben für mich weder sehen noch tragen können.

    Die Stärke liebes Julchen, die haben wir - nur ist unsere Batterie langsam am leer werden. Wenn wir bereit sind, sie aufladen zu lassen indem wir einfach versuchen nur mit uns unser Leben auf die Reihe zu bekommen, dann kann die Batterie wieder Power bekommen. Dieses muss kein Weg sein weg vom Partner auf Dauer, aber wie soll ich mich selber meiner Stärken, Defizite und Mankos bewußt werden wenn ich sie nie alleine ausleben muss.

    Ich denke, wer diesen Schritt wagt ist stark.

    Wie andere Menschen Dich wahrnehmen und wie Du Dich selber wahrnimmst, natürlich kann das unterschiedlich sein. Ich wurde auch als stark bezeichnet, empfand mich nicht so. Warum eigentlich? Weil ich in mir manchmal traurig war und Zeit benötigte um Entscheidungen zu treffen? Dennoch habe ich selber mich nicht neutral betrachtet und hatte mir gegenüber keinerlei Toleranz oder Verständnis für irgendwas. Wie ist das bei Dir??

    Ein Kollege sagte mal: Sie lachen immer und sind immer freundlich. Und das obwohl ich mich zum Heulen fühlte. Weichherzig, strahlend ect. Auch das sah ich anders. Warum? Ich - Du auch? - war anderen Menschen gegenüber herzlich und aufnahmebereit. Ich habe mich immer bemüht dass außenstehende nicht unter meinem Schmerz leiden. Mit Freunden kann ich darüber reden, aber warum jedem Kollegen eine Trauermiene entgegenschmettern?

    Die Fremdwahrnehmung über mich war anders als meine Selbstwahrnehmung. Könnte es daran gelegen haben, dass ich mich selber klein machen wollte.....

    Ich weiß es nicht, aber mittlerweile stelle ich nicht mehr in Frage wie mich jemand empfindet. Lasse aber im Raum stehen dass nicht jeder mein Naturell mögen muss. Es quasi auch Menschen gibt, die mich wohl als unangenehm empfinden.

    "Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Hartmut, es kann natürlich auch sein, dass ich es einfach anders sehe weil für mich ganz oft beim Lesen von Postings von Neulingen der Eindruck entstand "nie wieder solche Erlebnisse für mich". Da ist die Situation vielleicht auch ganz einfach anders als beim Alkoholgenuß, den im Regelfall wird ein trinkender Alkoholiker einen trocken werdenden nicht gerade animieren den richtigen Weg zu gehen.

    Da wird vermutlich einfach die Unterschiedlichkeit der Sucht klar, denn ich verstehe nur zu gut was ihr im Grundfundament sagen wollt. Ich fühle mich insofern noch immer als Neuling, da ich noch lange für mich nicht da angekommen bin wo ich das gerne möchte .... aber ich werde wohl ganz sicher ein anderes Level haben als im Mai des letzten Jahres, wäre zu hoffen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Susanne,
    ich denke ja, genau das machst Du nicht mehr: dich von Dir selber abzulenken ;) so interpretiere ich das zumindest für mich.

    Das mit der Konzentration ist denke ich so ein ganz normales Thema. Auch ich bin jemand, der kann an den einen Sachen länger dran bleiben als an anderen. Manchmal kommt dann noch der Wunsch dazu ein kniffliges Problem zu lösen (vielleicht Ehrgeiz? es wissen wollen? nicht aufgeben wollen? nicht machtlos sein? ich weiss es nicht).

    Eigentlich Susanne, ist es doch so, dass Du Dein derzeitiges Leben genau dadurch schätzen könntest, weil Du weisst, wie Du es zuvor "vergeudet" hast, oder?

    Ich denke, viele Otto-Normalverbraucher machen sich niemals Gedanken darüber was war, wird sein können oder was sie wollen oder nicht wollen. Sehen wir doch eine Chance in der "vergeudeten" Zeit und nutzen die Erfahrungen für unsere Zukunft.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ehrlich gesagt, mich haben bisher Postings ebenso von alten Hasen wie auch von Neulingen geschockt oder aber auf den richtigen Weg gebracht.

    Ich will weder werden wie mancher genesene Co, noch wird jeder trockene Alkoholiker werden wollen wie x y z oder wer auch immer.

    Aber ich will auf meinem Weg mit meiner Problematik fertig werden. Ich freue mich über jedes Posting und befinde für mich - im alleinigen Gedankengang - ob der Gedanke / Vorschlag oder was auch immer gehbar ist.

    Natürlich ist es zu betrachten ob die Co-Abhängigkeit nicht in guten Ratschlägen ausgelebt wird ;) das ist bei mir schon angekommen. Ein Forum sollte ja über User verfügen, die wissen um was es geht und um "Neulinge", wie mich, die noch unerfahren sind. Aber macht es nicht genau die Mischung aus ? Für mich hat sie es ausgemacht - genau diese Mischung.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Karotte, auch heute war ich um 5.00 Uhr wach, obwohl ich mir erlaubt hatte heute den Wecker direkt am Bett auszustellen. Aber ... ich war gestern abend tot und habe einfach nur vor dem Fernseher rumgelümmelt, deshalb war ich wohl auch dann um 5.00 Uhr schon so weit ausgeschlafen, dass ein nochmaliger Gang ins Bett eine Sünde gewesen wäre. Ist ja egal, wenn ich heute früher schlapp mache oder vor dem TV einschlafe --- nun darf ich wie ich mich fühle.

    Mehl 1050 er nehme ich im Regelfall für Nußgebäck oder dunkleres. eigentlich hatte ich den Tag auch anders verplant, aber hat sich so ergeben: Eier laufen ab, wenn Besuch kommt möchte ich nicht jedesmal backen, aber selbstgebackenes servieren (danke an den Tiefkühlschrank).

    Na ja, dann kommt noch das Schlafzimmer, welches ich wegen der Katzen heute auseinander-nehmen muss. War schon lange fällig, ich hatte keine Lust, nun muß ich :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, Ihr Lieben,
    ich denke, genau das ist wichtig: nicht von sich selber ablenken und sich (zwangsläufig) immer wieder auf sich besinnen. In meinem Fall kam das zwangsläufig (als Co) in der ausgebrannten Zeit als alle Kräfte verbraucht waren und ich (wohl so wie Ihr) an meinem persönlichen Tiefpunkt angekommen war.

    Mein Ex war damals so "freundlich" mich in dem Kaff, dort wo die Erde (wäre sie eine Scheibe) den Rand hätte und man/frau herunterfallen würde, von der Umwelt abzuschneiden indem Telefon und Internet gekappt wurden - doppel schwierig weil ich a) auf Jobsuche war und b) meine Freunde über 100 km entfernt wohnten (ein Großteil derer, nicht alle).

    Scheiß Situation: aber sie hat mich weitergebracht - Ablenkung ist dann nämlich nicht - trösten auch nicht - da er bei seiner neuen war war es eine Extremstsituation in einem baufälligen Haus mit ständigem Handwerkerarbeiten rund ums Haus. Lautstärke ect. Grausam - aber ganz brutal auf der Reise zu mir selber.

    Bei mir selber, aber auch bei Freunden, die um Rat fragen stelle ich die Gegenfrage: "Wie fühlst Du Dich bei dieser oder jener Vorstellung?" Nicht jedem gelingt es sich zu spüren, also könnte die Frage auch lauten "fühlst Du Dich wütend, hilflos oder was auch immer" wenn auch hier das Gefühl nicht beschrieben werden kann, dann sind wir vermutlich schon in Bereichen, in denen ich durcheinander bin und irgendwas nicht auf die Reihe bekomme. Dann heisst es für mich genau diese Situation wieder und wieder zu hinterfragen wenn ich darin stecke.

    Kleines Beispiel, ich meine mich wohl zu fühlen und dennoch balle ich die Hände in den Hosen- oder Jackentaschen. Warum? Was ärgert mich, was ich nicht bewußt registriere....

    Es war für mich ein jahrelanger Weg, der noch immer andauert (der auch in der Zeit der Suchtbeziehung leider etwas rückwärts ging). Aber alle diese Gefühle sind weder bei mir noch bei Euch verloren. Bevor wir eine falsche "Behandlung" einübten spürten wir etwas das uns gefiel oder nicht gefiel (das war ja vielleicht der Grund für Ablenkung/Sucht ect.).

    Ich drücke Euch die Daumen und freue mich auf Antworten, die mich wirklich brennend interessieren, vielleicht finde ich für mich auch noch weitere Wege.

    lieben Gruß von Dagmar