Beiträge von dagmar007

    Sag mal Trauerkloss, wie kommst Du nun auf solche Gedanken? Ist es tatsächlich so, dass die Krankheit Deines Partners bei Dir schon Verbindungen herstellt zu der vermeintlichen Bestrafung bei "falscher Erster Hilfe" (was ein Ammenmärchen ist).

    Sei mir nicht böse, lieber Trauerkloss, egal, was Du, wie wo oder weshalb zu ihm sagst, Du weißt weder ob er Dich versteht, es registriert, noch ob es ihn juckt oder er sich später (vor allen Dingen noch vor anderen Mitmenschen) daran erinnern kann.

    Warum auch? Seine Sache!

    Was soll auch ein Hausarzt tun? Piecksen, fragen, den Patienten nerven um das Vertrauen zu verlieren, welches vielleicht wichtig wäre, wenn der Alkoholkranke wirklich einmal zur Einsicht kommt.

    Für die Alkoholsucht - und deren Folgen - tritt der Süchtige (wenn die Angehörigen das zulassen und nicht selber entscheiden was gut oder schlecht ist) selber mit allen Folgen ein.

    Würde er wohl diese Fragen auch stellen?
    Oder könnte es sein, dass ihm das alles, was Du über ihn wissen willst, komplett egal ist?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Du, ich dachte mal dass das aus dem österreichischen kommt. Es ist den Zutaten nach selbiges wie ein Hefezopf/Hefeteig.
    Mehl - ich nehme 550 seit dem ich in der "Branche" arbeite, Butter, Milch, Ei, Vanillezucker, Zucker und Hefe.

    Ich nehme beispielsweise Mohn- oder Nußfüllung und mache eine "Rolle".

    Heute habe ich kurzfristig umentschieden: aus dem Teig werden Streuselküchle gemacht, die eine Füllung a) Mohn und b) Marzipan bekommen :)

    Ich habe mich auch gefragt wieso statt Hefeteig Zopf oder Striezel. Ich glaube, Striezelform ist so wie bei einem Brot (ist ja eine gerollte Nussrolle auch).

    Lieben Gruß von Daggi

    Hallo, liebe Graffiti,
    wir könnten es natürlich auch philosophisch betrachten und sagen, wir wollten es nicht ändern, also hat das Leben zugeschlagen. Wer nicht hören will muss fühlen ;)

    Ich habe auch mit meiner Psychotherapeutin gesprochen, liebe Grafitti (zusätzlich bekomme ich noch sehr gering dosierte Antidepressiva) und nach dem Zusammenhang befragt, denn sich zu 101 % bestätigen konnte.

    Ich für mich denke, es war mir schon lange alles zuviel, ich habe nur noch funktioniert und gemacht, was man/frau mir auftrug. Der Versuch einer Abmahnung, um es für den Arbeitgeber so billig wie möglich zu machen und da gingen bei mir die Weihnachtskerzen an: im Oktober 2008: sofort zum Arbeitsamt, Rechtsanwalt, Hausarzt und nie wieder zurück.

    Alle haben gegen meinen Arbeitgeber und für mich das Beste gegeben, die Situation konnte ich auch belegen, nach 8 Jahren Tätigkeit hatte ich schon die Papiere zusammen um Nachweise erbringen zu können. So, diese Menschen zeigten mir dass es Hilfe gibt und niemand tatenlos zusehen muss was geschieht.

    Ich denke, dass - u nd die Ruhe - gab mir nun neue Kraft und die Frage wie geht das Leben weiter.
    Ich habe es für mich beantwortet. Und wie es aussieht Du auch für Dich. Mein Leben hat sehr viel an Qualität gewonnen - und einen neuen Job in meinem Alter der Teenagerspätlese. Wie es sich entwickeln wird? Ich weiß es noch nicht....

    Wie ist es bei Dir gelaufen? Würde mich doch auch interessieren?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Susann,
    allerdings kann ich Dir das nur als Co bestätigen, ich denke aber, es ist "einfach" eine menschliche Eigenschaft sich selber zu erziehen.

    Wenn es mir mal nicht so bombig geht, so trickse ich mich selber aus mit meinen Lieblingsklamotten oder Liebelingsparfüm. Ist die Laune ganz im Keller hilft das nichts mehr - ist aber nur etwas "bääääh" dabei, dann klappt das sehr gut.

    Im Kampfsport hatte ich einen genialen Ausbilder, der wusste wie er noch etwas mehr Leistung aus mir holen konnte. Auch ich habe es dabei gelernt immer noch ein bischen mehr raus zu holen.

    Und so kann jeder Mensch sich Ziele setzen wenn er sich mit sich selber auseinandersetzt und dabei realistisch ist. Allerdings denke ich - und das scheint bei Dir ins Áuge zu stechen - genau der Wille in Dir selber verankert sein zu müssen, dann bist Du nämlich auch Willens, den Weg dahin zu finden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    So ähnlich lief es bei mir am Arbeitsplatz, liebe graffiti.

    Komischerweise gab es Zeiten intakter Grenzen und Zeiten, in denen ich maßlos meine Grenzen überschreiten ließ. Natürlich hängt das auch maßgeblich mit der Wirtschaftssituation in Deutschland zusammen :(

    Denn überleben muss man eben nunmal, somit auch verdienen, angestellt sein und eventuell unmögliches von sich einfordern lassen. Zumal ich zur Teenager-Spätlese gehöre.

    Dennoch war bei mir persönlich auffällig, dass zusammen mit meiner Entlassung aus Rationalisierungsgründen ich erleichtert war diesen Arbeitsplatz zu verlieren (obwohl ich nicht wusste wie ich finanziell überleben soll). Es schien so, dass genau mit dem Wegfall der beruflichen Belastung meine Geduld in Sachen Alkohol beendet war. Ich musste entscheiden was ich nunmehr im Beruf wollte oder nicht wollte - und habe das gleichzeitig aufs Privatleben übertragen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, Ihr Lieben,
    hallo, liebe Mö,

    happy happy weekend :) ein Striezel wird gebacken, seit 5.00 Uhr (ich war zu früh wach) wird gewaschen und der Haushalt gemacht, Holz ect. und dies und das.

    Jippieh, nächste Woche Mittwoch habe ich frei weil der Steuerberater kommt und da unser Büro wohl überlaufen wird. Genial, weil ich viele Plusstunden habe.

    Das wird mein Tag: ohne einkaufen, Friseurtermin oder anderen Aktionen, die nächste Woche auf mich warten....

    Eigentlich würde ich gerne im Garten Unkraut rupfen um den Frühling zu bestechen, aber es soll ja doch wieder schneien....

    Ja, liebe Mö,
    man/frau wird entspannter ab dem Moment wo von außen nicht mehr die ständige Hab-Acht-Stellung gehalten werden kann. Ab dem Moment entkrampft sich der Körper und erlaubt wohl auch überhaupt ein Bauchgefühl zu spüren.

    In diesem Sinne:
    schönes Wochenende - trotz Regen :)

    Ich habe Probleme diese Frage zu beantworten weil ich derzeit kaum solchen grenzüberschreitenden Situationen ausgesetzt bin. Es gibt derzeit Fälle, wo Menschen mich überrennen bzw. mir "zur Haustüre" rein fallen. In solchen Fällen lasse ich die Türe zu und reagiere auf Anrufe nicht. Ich habe das Recht meine Ruhe zu haben und muss mich dafür nicht rechtfertigen.

    Früher war das anders - ich denke einfach mal ininerhalb der Suchtbeziehung wurden anfänglich meine Grenzen verletzt, dann habe auch ich verletzt und am Schluss gab es keine Achtung mehr.

    Manipulation und Lügen müssen erst einmal entdeckt werden. Ich habe nie kontrolliert und kam in der "normalen Trinkerzeit" auf keine Lüge, erst nach der Trennung wurde es extrem und Lügengerüste brachen ein. Habe ich manipuliert? Sicher würde ich vermuten. Es war keine gesunde Beziehung also gehe ich davon aus, dass jeder an allen Registern gezogen hat.

    Ob ich Grenzen austeste kann ich nicht sagen. Ich bin mir gegenüber fairer geworden und setze mich nicht mehr unter Druck. Früher forderte ich diese oder jene Leistung von mir, egal ob ich todmüde war. Heute sage ich mir ich bin müde und das andere mache ich morgen. Schluss!!! Es gibt aber auch den Moment dass ich sage, o.k. mach es noch, auch wenn Du fertig bist. Ich bin nicht mehr zwangsläufig fordernd, sondern beginne mich nach mir zu richten was ich noch kann und was nicht mehr. Ich beginne zu spüren, wann meine eigenen Kraftgrenzen überschritten sind und wann (noch) nicht.

    Allerdings: erst seit ich mir mein wohliges Heim geschaffen habe, an dem ich mich in mich zurückziehen kann und alleine zur Ruhe kommen kann gibt es von außen kaum mehr Grenzüberschreitungen.

    zuvor war ich am Arbeitsplatz und in der Beziehung ständig jemand, dessen Grenzen verletzt wurden - was ich erlaubt habt vor Angst den Arbeitsplatz zu verlieren und vor Angst den "geliebten" Partner zu verlieren.

    Den Arbeitsplatz verlor ich trotzdem - den Partner erst recht :) Gewonnen habe ich wieder meine Grenzen, hoffentlich auch anderen gegenüber....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, Hartmut,
    Dein Vergleich mit dem Ertrinkenden, den habe ich für mich in Anspruch genommen innerhalb der Beziehung mit einem alkoholisierten Partner. Wir waren uns so nah, dass wir uns gegenseitig anfassen und in die Tiefe ziehen konnten.

    Ich kann mir - und das gilt nur für mich - keinesfalls vorstellen, mich "nur" durch geschriebenes Wort in den Abgrund ziehen zu lassen. Auf der anderen Seite sehe auch ich wie sich Hoffnung ausbreiten kann. Kaum wird ein Hoffnungsschimmer mitgeteilt, so kommt Hoffnung auf Hoffnung und es wird auf ein Wunder gewartet.

    Mir, meine Lieben, haben gerade diejenigen geholfen, die nicht gefestigt waren! Ich habe deren Geschichten gelesen und durfte an deren Gefühlen teilhaben. Als Außenstehender konnte ich dennoch spüren wieviel Wut, Trauer, Enttäuschung und seelischer Schmerz zu finden ist. Genau dadurch habe ich für mich erkennen können das selber nicht mehr zu wollen.

    Ich lese über andere Menschen, reflektiere ob es mir ebenso geht oder nicht und frage mich dann was würde mir Neutralität als Handlungsweise gebieten. Komme ich selber in diese Situation bin ich zwar nicht mehr neutral, kenne aber sehr wohl noch meine neutralen Gedanken und versuche mir das zu verinnerlichen.

    Ich persönlich bin der Meinung, jedes Posting hilft mir - da jedes Posting Gedanken sind - bei manchen Dingen muss ich sagen: "Kein Bezug zu mir" bei anderen heisst es dann: "Hinterfrage Dich mal".

    Es ist ebenfalls die Frage aufgekommen, in einem anderen Beitrag, ob das hier eine Unterhaltungsplattform wird. Beispiel war das Gespräch mit Nachbarn oder über Nachbarn. Wenn das zu extrem wird finde ich es auch bedenklich. Aber: vielleicht ist genau dieser nachbarschaftliche Kontakt, der sich einstellte im Lernprozess, wichtig? Vielleicht ist genau dieses tüdelditüdelda (wenn es nicht nur und grundsätzlich) geschrieben wird genau der Weg zu sich selber und dieses "bleib bei Dir" Wenn sich hier nämlich ein Co lernt einem Menschen zu öffnen, wird ihn das vielleicht bewegen und es wird ein halber Roman - der Konsenz muss dann nicht der Roman sein sondern könnte darauf hinauslaufen "Der Weg ist das Ziel".

    Ich finde alle Gedankenansätze im Sinne von Hinterfragen richtig. Aber gerade auf dem Weg der Gesundung ist doch eine Rückkehr ins normale Leben "zu Nachbarn" ect wichtig, oder? Niemals darf dabei der eigene Suchtcharakter vergessen werden - keine Frage - denn auch ich bin der Meinung jedes Sucht endet tödlich, sei es durch körperliche oder seelische Aufgabe der Person oder des Körpers, aber ich persönlich denke dass die Co-Abhängigkeit ein Teil des Lebens ist, der Small-Talk ein anderer. Beide gemeinsam ergeben eine Person.

    Wer vermag zu beurteilen, welche Alltagslapalie für einen "Hallo-Wach-Moment" sorgen?
    Bei mir war es beispielsweise ein Streit zwischen Sohn und Vater an meinem Arbeitsplatz. Ich habe zum ersten Mal live erlebt, wie ein Sohn integer, selbstbewußt und fair reagiert. Etwas, dass ich nicht kannte oder ich beiwohnen konnte/musste! Ich sah die letzten Jahre nur extremes und verletzendes, jenseits von gut und böse. Für mich war das eine Riesen-Lernlektion, basierend auf einer Bagatelle, die mich nichts angeht.

    Vielleicht sehe ich das alles in einem viel zu großen Zusammenhang mit dem Rest des Lebens. Ich für meinen Teil lerne dadurch mich zu hinterfragen und Gesundung zu lernen. Es hilft mir dabei gesundes Verhalten beobachten zu können.

    Gesund heisst für mich ebenfalls die Akzeptanz des anderen - egal, wie er / sie gestrickt ist. Mit vielen Themen kann ich nichts anfangen, weil ich anders denke. Dennoch es ist ja nicht mein Leben und ich bin nicht verantwortlich für diejenigen die "nur"?!? Small-Talk betreiben.

    Ich habe hier viel gelernt und viele, die sich in meinem Thread zu Wort gemeldet haben, die haben mir sehr geholfen. Wie oft waren Spedis Worte überdeutlich und haben mich nicht immer "erfreut", aber sie haben weiter geholfen. Ebenfalls helfen mir aber auch Menschen, die sich im Kreis drehen weil mir für mich ein anderer Weg vorschwebt. Und ich finde es gut sich zu unterhalten über Dinge wie Alpträume oder Persönlichkeitsveränderungen, denn genau das dürfte das sein was uns allen widerfährt wenn wir unser Leben umstellen.

    Niemand ist unnütz, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Abend lieber Erdling,
    zwar tun Tränen "weh" aber sie reinigen auch das Herz und die Seele. Schau Dir mal Menschen an, die weinnen mussten. Wenn die rot verquollenen Augen gewichen sind, dann erscheinen die Augen klarer als je zuvor.

    Ich glaube Erdling, es muss kein Gang ans Grab sein. Das kann auch ein Ort in der Natur sein wo Du die Möglichkeit hast einfach nur zur Ruhe zu kommen. Einfach zu überlegen oder still zu sein oder einfach nichts zu denken.

    Ich glaube, lieber Erdling, das Wo und Wie ist nicht die Hauptfrage. Ich denke, es geht eher darum sich selber wieder zu spüren und die Gefühle, die da durchzudrehen scheinen wie Wut auf den Vater, Enttäschung über sich selbst (obwohl das keinen Sinn ergibt da Du als Kind mit einer Scheidungssituation überfordert warst und heute noch jedes Kind ist). Vielleicht ist es einfach so, dass jetzt diese familiäre Situation von Dir aufgearbeitet wird und jetzt viele Fragen auftreten, die vermutlich nicht einmal mehr beantwortet werden können.

    Ich habe es bei meinen Eltern, die mir schon einen Hieb mitgegeben haben so gehandhabt, dass ich für mich registriert habe dass sie Fehlverhalten an mir, welches nachhaltige Schäden hinterließ, nicht böswillig machten. Auch sie hatten Eltern, die mit ihnen mit preussischer Strenge verfuhren, als Kinder erlebten meine Eltern die Endresultate des Krieges und hatten ebenfalls keine Kindheit.

    Sie waren in meinem Fall keine Eltern, die mir Herzenswärme oder Selbstbewußtsein geben konnten, das fehlte und hat mir geschadet. Aber was hilft es mir, ihnen das nachzutragen? Dadurch wären die Erlebnisse der Kindheit nicht ungeschehen.

    Schau Erdling, Du hast die Kraft bewiesen Dich selber betrachten zu können und Dich aus Deiner Sucht zu befreien. Das bedeutet für mich, Deine Eltern haben Dir etwas mit auf den Weg gegeben. Etwas wertvolles, ich bin mir sicher, dass das Elternhaus selbst wenn es kalt wirkte, etwas mit uns anstellt wenn wir uns selbst betrachten können. Und ich denke, das wurde mit von unseren Eltern angelegt.

    Das Problem für Dich als Kind ist dass Du ein Spielball warst für Deine Eltern, quasi wem es gelingt Dich zu beeinflussen, ich denke das nagt. Aber Erdling, Du konntest doch noch gar nicht hinter die Fassaden sehen, denn vieles spricht man ja vor Kindern nicht aus.

    Der Tod Deiner Mutter würde mir auch nicht aus dem Gedächtnis gehen. Aber Erdling, Du hast sie nicht vergessen: Du beschäftigst Dich mit dem Thema! Dir ist sie nicht egal, sie lebt noch immer in Deinem Leben mit. Schön wäre natürlich, wenn sie und Dein Vater in Deinem Leben nicht so viel Macht einnehmen würden Dir negative Gefühle zu geben.

    Aber Erdling, das wird so sein wie bei mir und meiner Alki-Beziehung, ich hatte zeitweise viel Hass und Wut - habe versucht zu bearbeiten und sehe es nun einfach neutral. Für Wut und Hass ist jetzt kein Platz mehr, weil das alle und am meisten mich selber vergiftet.

    Weißt Du Erdling, jetzt kommt wieder mein Wort zum "Happy Weekend": Wer sagt uns denn, dass wir nicht Wut, Enttäuschung oder ähnliches mit den Eltern bewältigen können ohne es zusammen mit ihnen zu machen? Wer sagt uns denn, dass es nicht möglich ist im Selbstgespräch mit sich selber die Gedanken erst mal in Form zu bringen und sich dann zu überlegen wie die Zukunft weiter läuft.

    Bei mir läuft das mittlerweile so, dass diese Menschen, die nicht mehr am Leben sind, immer noch ein Bestandteil von meinem sind. Ich denke immer noch an sie. Und denke auch zuweilen, siehst Du, die Situation gab es bei uns auch, da hast Du mir weh getan. Ich denke es, sage es - empfinde aber keine Wut oder keinen Hass mehr weil es gesagt ist....

    Ich verstehe Dich nur zu gut, lieber Erdling, ich bin mir auch sicher, dass Du das bewältigen wirst. Auch wenn es für Dich im Moment anders wirkt. Bei mir waren es ähnliche Gefühle Wut, Entttäuschung, Unzufriedenheit mit meinem Verhalten - das Gefühl, dass alles aber auch alles in Sachen Elternhaus schief gegangen war und nie wieder korrigiert werden kann.

    Es kann korrigiert werden, wenn auch anders. Du oder ich, wir werden nie wieder ein 6 oder 8jähriges Kind sein, aber wir können diese kindlichen Gefühle in uns (die verletzt wurden) anerkennen und achten. Auch darüber traurig sein, das dürfte mir geholfen haben Wut und Enttäuschung los zu werden, dadurch dann auch eine innere Ruhe zu bekommen.

    Ich kenne diese Traumzeiten Erdling, hatte ich früher auch. In meinem Fall bilde ich mir ein, sie durch meine eigene Wut genährt zu haben weil ich so viele Gedanken und Gefühle hatte und nicht wusste wohin mit ihnen. Damals hätte ich mich einfach still hinsetzen müssen um überhaupt zu spüren was mich durcheinander bringt. Dann wäre es leichter gewesen.

    Erdling, halt Dich wacker, Du bist auf dem richtigen Weg. Du kannst Deine Gedanken in Worte fassen und anderen mitteilen, dann bist Du schon direkt dran am Thema - die Hälfte der Reise ist geschafft. Du kennst die "Ist-Situation" Interessant wird nun die "ich wünsche mir die Situation".....'

    Ich bin gespannt über Deine Reise bzw. auf die einzelnen Reisestop(p)s.

    Gute Reise wünscht
    Dagmar :)

    Tja, liebe Bohnus,
    ich habe auf Ultimaten oder ähnliches verzichtet weil ganz klar erkenntlich war, dass ich diesen Ex-Partner nebst seinem Alkoholkonsum nicht verkraften kann und will. Was er normal sieht belastet mich, somit passen die Grundeinstellungen nicht.

    Nun gut, es war für mich eine Horrorzeit, in der er so richtig konsumiert hat. Das scheint auch angehalten zu haben. Der Wunsch nach dem Stoff ist groß, Logik in dem von uns gewünschten Sinne gibt es nicht. Was also soll ein Ultimatum?

    Ich habe meine Meinung gesagt, diese empfand er als falsch. Somit lebt nun jeder sein eigenes Leben in seiner eigenen richtigen oder falschen Welt.

    Ich habe keine Ahnung, ob mein Ex-Partner noch etwas von seinen Aktionen weiß oder nicht. Bequemer ist es ganz sicher immer so zu tun als ob nichts war .... Könnte es aber vielleicht sein, dass diese Menschen, die Probleme übergehen, das auch dann tun wenn sie trocken sind? (Ich spreche nicht von krankheitseinsichtig und selber interessiert an Genesung, ich spreche von Menschen, die eben auf Grund eines Ultimatums ihren Canossagang gehen - nicht für sich sondern wegen den Wünschen des Umfeldes).

    Du wartest auf seine Schritte? Könnte gefährlich sein, weil er dann das Schrittempo angibt und Du nur "mitläufst". Wäre es nicht besser, das Fähnchen selber in die Hand zu nehmen und selber in Startposition zu gehen? Wäre es nicht ein besserer Start für das noch ungeborene Leben, welches nicht gleich mit einem Hindernisslauf ins Leben starten sollte?

    Was willst Du?? Was kannst Du noch??? Wieviel Kraft ist noch in Dir??? Was willst Du für Dein Baby??? Wie stellst Du Dir den Weg als Mama und Baby vor???

    Lieben Gruß von Dagmar

    Und ob Du das kannst, lieber Erdling :)

    anders vielleicht als das, was andere - oder Du - meinen was Liebe ist. Ob Friedhof oder nicht finde ich egal, da ich es sehe wie Du. Diese Energie landet schon richtig ;)

    Mein Vater hat keine Gefühle gezeigt, deshalb gelang zu Lebzeiten auch kein Austausch darüber. Ich hätte aber noch viel zu sagen gehabt. Also habe ich das mit mir - und in Gedanken ihm - gesagt. Das kann doch ganz langsam und vorsichtig beginnen.

    Schau Erdling, mein xxl, geliebter Kater, musste eingeschläfert werden. Sein Grab ist vor dem Haus. Und sehr, sehr oft, gehe ich daran vcrbei und denke nur "Pass gut auf uns auf mein Großer" oder "Schade, dass Du nicht mehr hier bist, das und das wäre schön für Dich gewesen".

    Zugegeben, das sichtbarer Resultat sind höchstens verheulte Augen ;) Durch meine Gedanken an ihn kann ich entscheiden wie nah oder wie fern, wie traurig ich um seinen Verlust bin oder wie glücklich über die Zeit, die er bei mir sein durfte. Es liegt an mir wohin die Gefühle gehen und was sich daraus entwickelt.

    Und so geht es auch bei Dir lieber Erdling, da bin ich mir sicher. Nur, weil Du denkst, Du empfindest "anders" empfindest Du vermutlich nicht "nichts".

    Auch ich bin mir sicher, daß Du diese Herzensangelegenheit in Dir spüren und damit umgehen lernen wirst. Ich möchte so etwas nicht als "Problem" sehen, sondern wir Du als eine Chance. Da wo es weh tut, lieber Erdling, da ist es richtig. Und es scheint richtig weh zu tun bei Dir also könnte das einer der Punkte sein, wo Du nachdem Du das Kriegsbeil ja schon lange eingebuddelt hast, langsam beginnst Dich vor "Deinen Wigwam zu setzen" und in das Feuer zu sehen. Langsam beginnst zu sinieren was mal war, worüber Gespräche schön gewesen wären und was Du Dir gewünscht hättest. Vielleicht auch die Vergebung (grandioses Wort, aber mir fällt nichts besseres ein) dass es Dir nicht gegeben werden konnte.

    Ich denke, ich kann das ein weites Stück mitfühlen, da meine Situation in Sachen Nähe ähnlich war. Schau, jetzt wo ich mit Holz heize, Stapel baue ect. denke ich oft, schade dass mein Vati das nicht sehen kann. Er als Holzwurm (gelernter Schreiner) hätte sich gefreut. Er gehört noch immer zu meinem Alltag, obwohl über 20 Jahre tot. Gerade jetzt in meinem Horrorprozeß der Lösung aus der Beziehung war ich ihm und meiner Mutter so oft dankbar, dass sie mir Dinge mitgegeben haben, die mir diesen Neustart ermöglicht haben. Diese Kraft, mich doch nicht unterkriegen zu lassen obwohl ich schon am Boden lag, die müssen ja wohl auch meine Eltern mit "geschürt" haben. Alles das sind für mich normale Gedanken, die noch nicht viel mit Liebe zu tun haben, sondern einfach nur dem Wissen, es war jemand da, ich wäre ihm gerne näher gewesen, aber das ging nun mal nicht.

    Weißt Du Erdling, vielleicht solltest Du Dir erlauben wie ein Kind an die Sache zu gehen. Mit genau dieser Naivität. Ich weiß, klingt doof, aber dieses verflixte Hirn macht manchmal viel in uns kaputt.

    Hey Erdling, die Welt ist rund und jeder Mensch hat ganz viel Energie, wenn diese Energie in schönen und positiven Gedanken fließt, so kommt sie an .... genau da, wo sie hin soll ... vielleicht im übertragenen Sinn, aber sie kommt an....

    Hab einfach Vertrauen zu Dir selbst.

    Lieben Gruß von Dagmar


    Erdling: Du bist liebenswert! Selbst, wenn Dir Deine Mutter das nicht zeigen konnte, so würde sie das vielleicht heute ebenso gerne nachholen wie Du bei ihr indem Du sie näher kennenlernen kannst oder ich bei meinem Dad.... So viele Dinge stehen da mit ? Lass uns einfach versuchen, diese Fragen mit guten Gefühlen und Wünschen zu beantworten.

    So, das war mein Wort zum Freitag, ich hoffe es klingt nicht zu abgespact....

    Das ist definitiv ein Thema, von dem ich frage - ob das überhaupt jemand über sich selber oder über andere "entscheiden" kann.

    Es ist auch ein Thema, welches mir - sorry - egal ist. Denn egal, wie labil oder gefestigt ich bin - in der Realität hilft es mir nicht weiter mich als so oder so zu bezeichnen.

    Mir erscheint wichtig zu sein, dass eine Person für sich sagen kann was sie möchte und was nicht - dass ein Mensch dabei auf die üblichen "aber" verzichtet und sich Schritt für Schritt an diese Träume oder Ziele wagt.

    Ist jetzt eine Person gefestigt, die sich sofort ohne Hass vom Lover trennt und ihren Weg alleine geht oder die Person, die seit Jahren nicht mehr so mit dem Partner leben will aber dennoch nichts verändert? Sind nicht beide "gefestigt"?? Der eine weil er eine Entscheidung getroffen hat und vorwärts geht und der/die andere weil er/sie die Entscheidung getroffen hat auf ein Wunder zu warten und deshalb stagniert? Was ist überhaupt das Wort "gefestigt".

    Mir sind das viel zu viele Beurteilungen, Einteilungen nach Zwei-Klassen- Alkoholikern oder Mehr-Klassen-Co's - für mich ist das Thema schon schlimm genug, dass Menschen leiden müssen (Alkoholiker und Co) da ist es mir zu extrem diese Personen oder mich in ein Raster zu legen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich persönlich empfinde es als ganz "normal" wenn ein Mensch wütend, enttäuscht und verletzt ist, wenn er/sie sich darüber im Klaren wird unter einem Lügengerüst begraben worden zu sein.

    Ich wurde ehrlich erzogen und offen, Lügen gehören nicht zu meinem Leben. Mein Ex-Partner nahm das in Worten für sich ebenfalls in Anspruch. Ich kontrolliere keinen Menschen, also werde ich ihn nicht der Lüge überführen so lange, bis das Gerüst in sich zusammenbricht. Und dummerweise lag ich auch einmal darunter.

    Auch ich war wütend, enttäuscht und voller Hass. Ich denke auch, jeder hat das Recht und vielleicht sogar die Verantwortung genau diese Gefühle zu leben um sich kein Magengeschwür oder ähliches zu holen. Ob es ein Alkoholiker ist, der sauer ist auf sich selber und dem Alk erlegen zu sein oder der Co, der sich verladen ließ. Sie alles sind vielleicht enttäuscht, getäuscht und wütend. Ist das nicht menschlich?

    Sorry, Ladies, ich lese hier so oft "Ihr müsst ja nicht mit einem Alkoholiker zusammen sein". Schön und gut, aber wann bitteschön bemerkt man/frau das wenn nicht kontrolliert wurde? Doch erst dann, wenn Verhaltensauffälligkeiten extrem werden und es wie bei mir Schlag auf Schlag geht. Schön, wenn die gesamte Umwelt so gut über die Auswirkungen und das Erkennen von Alkohol ist, ich war es nicht! Das ich mich selber nicht wertschätze und gesund erhielt, wie bitte hätte ich das merken sollen? Ich war zu sehr damit beschäftigt alles im Rahmen zu halten und mein neues Haus zu suchen.....

    Auch ich war wütend,
    auch ich habe "gehaßt"
    auch ich habe Co-gelebt,
    nunmehr ist mein Leben frei vom Suchtfaktor, und hoffentlich frei vom Beziehungswunsch - den Helferwunsch, den kann ich mir nicht annähen, der passt nicht.

    Ohne meine Wut - ohne meine Enttäuschung hätte ich es wohl nicht geschafft! Nur diese Wut und diese Enttäuschung schafften es mein Mitleid zu reduzieren - ganz abzulegen, schafften sogar große Wut und imense Trauer das lange nicht.

    Wut, Enttäuschung - vielleicht sogar Schuldzuweisung - ist für mich ein menschliches Gefühl, für welches sich niemand schämen muss es zu haben. Es wäre nur schade, würden diese Personen darin stecken bleiben.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, lieber Erdling,
    hmmm, das ist schwer, was Du schreibst.

    Mein Vater starb als ich 18 Jahre alt war. So vieles war nie gesagt worden und es konnte nicht mehr gesagt werden weil der Tod schneller war.

    Ich für mich bin oft auf den Friedhof gegangen und habe Selbstgespräche geführt - einfach aus dem Gefühl heraus, egal, ob er mich hören kann oder nicht, ich möchte es sagen.

    Später dann brauchte ich diesen Ort nicht mehr sondern sprach in Gedanken mit ihm. Weißt Du, lieber Erdling, für mich ist ein Mensch erst dann wirklich tod oder unerreichbar, wenn er nicht mehr in meinem Herzen ist. Solange ein Mensch in Deinem Herzen ist, so lange hast Du noch Energie für ihn - für Deine Zuneigung.

    Ich will nun keinesfalls in eine philosophische Richtung abdriften, aber ich könnte mir vorstellen, dass Deine Mutter Dir schon verziehen hatte, bevor Du merktest "was läuft". Sie war erwachsen und wird sich gedacht haben was nach einem Rosenkrieg läuft und bei einem Kind bewirkt werden kann.

    Natürlich ist es traurig, dass Ihr nicht mehr miteinander reden konntet und es aus der Welt schaffen, aber warum nicht statt Schuldgefühlen "einfach nur" versuchen Liebe zu fühlen? Ich denke, Du weißt was ich meine. Dass Du den Fokus nicht auf Deine vermeintliche Schuld legst sondern auf die schönen Momente, auf das was Du Ihr hättest sagen wollen. Ein bischen schwer zu beschreiben, weil es ein schweres Thema ist und der Tod so und so ein Grenzgebiet ist.

    Ich denke aber, Du verstehst was ich Dir versuche zu sagen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s.s ich sehe gerade Skye hat es ähnlich bewältigt

    Hallo Ihr Lieben,
    mir persönlich "gefiel" die Antwort von Backmaus sehr gut. Wenn andere ihr Leben und ihre Erfahrungen schildern, dann sehe ich darin keine Ratschläge, sondern jemand lässt mich an seinem Leben teilhaben. Dann liegt es nämlich an mir diese Gedanken und Informationen für mich zu begreifen, verarbeiten um dann selbständig entscheiden zu können.

    Grundsätzlich gebe ich Käferchen recht: jeder von uns - egal ob Alkoholiker oder Co muss nach sich und seiner Gesundheit sehen. Ein Problem sehe ich mittlerweile auch darin, dass eine gegenseitige Beeinflussung erfolgen kann um sich selber quasi zu beruhigen "weil ja doch alles so schlimm" nicht ist und die Hoffnung bekanntlich am Schluss stirbt und überhaupt. Aber das muss wirklich jeder für sich selber spüren.

    Denn die Frage von Käferchen lässt sich für mich auch in diesem Sinne erklärbar machen. Statements, eigene Meinungen und Erfahrungen finde ich klasse - sie haben mir in der Verarbeitung geholfen - Wenn jemand schreibt "ich habe, ich bin, ich war" dann ist es sein Leben, ich kann seine Gedanken nachvollziehen und doch entscheidet niemand für mich. Das ist für mich eine Hilfe.

    Ich als Co weiß vieles nicht, kann es nicht nachvollziehen. Wenn dann jemand aus seinem Leben als Alkoholiker berichtet, dann hat mein Puzzle wenigstens einen Rahmen - mit dem leeren Innenteil komme ich klar, den muss ich nicht ausfüllen, aber die Rahmenbedingungen kennen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Mö,
    und wie ich das kenne :) erst müssen wir unseren Platz zurück erobern, dann trauen wir kaum uns zu bewegen, weil wir sie ja "vertrieben" haben :)

    Ich hatte wieder einen schönen Arbeitstag.

    Jedoch stelle ich fest, dass meine letzten Arbeitsjahre im Pflegeheim, ausbeuterische Zeit, und die Beziehung ihre Schatten hinterlassen haben. Es ist für mich sehr ungewohnt einen Chef um mich herum zu haben, der nie seine Laune an anderen auslässt, der noch ebensolche kindliche Freude wie ich zu haben scheint und der einfach voller Ideen steckt.

    In Beziehung und Arbeitsplatz habe ich beständig Druck erleben müssen, können, dürfen, Ausbeutung und auch schlechte Behandlung von Senioren und Mitarbeitern in diesem Pflegeheim. In der alkoholkranken Beziehung war der Partner nicht in der Lage Freude zu empfinden sondern ein Wutbrocken. Bei Frauen hatte ich noch nie das Problem, wohl eben deshalb, weil viele Frauen diesbezüglich eher "ein friedlicheres Level haben" oder einfach der Umgang über Worte leichter und schneller möglich ist. Egal ob man sich mag oder nicht, in Worten kann man / frau das schneller abstecken.

    Echt, es ist für mich ungewöhnlich und gewohnheitsbedürftig. Ich weiß nun nicht wie ich das beschreiben soll weil es ja nichts schlechtes ist, aber es ist so anders. Ich komme mir auch einfach so vor, als wäre ich nicht mehr die von vor ein paar Monaten, obwohl ich noch eben diese bin. Mir fiel es in den letzten Jahren schwer spontan zu lachen, es passiert nun immer wieder und ich merke es erst danach.... Ich kann wieder einen Humor leben, der manchmal auf Sarkasmus verzichten kann, lange Jahre war das nicht möglich.

    Ich stelle mir vermutlich die Frage war das bis Juli 08 erlebte ein schlimmer Alptraum oder träume ich seit August 08 und habe Angst wach zu werden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, lieber Erdling,
    Mensch, das stelle ich mir nur übel vor: schlecht zu schlafen und solche Träume zu haben. Ich hatte auch bevor ich umgezogen war immer wieder wiederkehrende negative Träume, allerdings haben diese sich tatsächlich langsam aufgelöst. Wo mir das Handy und der Geldbeutel x-Mal geklaut wurden, war es irgendwann nur verlegt, dann durfte ich es behalten.
    Das Handy steht für Kommunikation - und die war mir damals ja wirklich abgestellt worden.

    Sprich: in der Traumdeutung steht eine Sache/Ding nicht in realem Bezug zur Handlung. Ein Auto beispielsweise steht für das Vorwärtskommen, eine Unfall dann vielleicht für eine Stagnation.

    Vielleicht willst Du einfach nur Deine "Vergangenheit zerstrümmern" oder losbekommen? Vielleicht eine dumme Frage, aber ich finde es so schade, dass Du nun mit Dingen zu kämpfen hast, die das Unterbewußtsein Dir präsentiert. Eine Chance, diese Dinge zu bewältigen, aber eben schwer.

    Sag mal Erdling, hattest Du schon früher starke Träume, also auch als Kind (ich spreche nicht unbedingt die Trinkphase an).

    Ach Mensch Erdling, was passiert, wenn Du Dir einen ruhigen Badewannenabend machst mit leichter Musik zum einschlafen, evtl. Meditationsmusik ect.?

    Ich wünsche Dir eine schöne ruhige Nacht ohne quälende Träume. Ich selber habe erst jetzt hier erfahren, wie schön ruhige Nächte sein können mit keinen oder guten Träumen. Es ist schön, sich aufs schlafen gehen zu freuen, das kannte ich bis vor ein paar Wochen noch gar nicht. Schlaf war für mich immer unnötiges....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja Ladies,
    ich befürchte, da seid Ihr in einem ganz gefährlichen Thema.

    Ich persönlich habe das "Glück" das mir Alkohol nicht schmeckt und ich auf Grund meines Führerscheinerhalts nie auf den Geschmack gekommen bin, somit trinke ich schon aus Gewohnheit Antialkoholisches.

    Ich muss aber für mich bemerken, dass mir der Alkgeruch an anderen sofort auffällt und zwar sehr unangenehm. Jetzt möchte ich mir in Folge vorstellen, wie sich jemand fühlen muss, der jahrelang alkoholabhängig war. Jemand, bei dem dieser Gerucht schon zu Automatismen führte, für die er sich vielleicht hätte selber den Arm abhacken können.

    Was ist das für ein Gefühl, beim Gute-Nacht- oder Begrüßungskuss, falls es den gibt, eine Fahne riechen zu müssen? Ich fand es nicht toll.... nein, ich fand es ekelhaft .... und zwar deshalb, weil ich es dauernd roch.... so dauernd wie der Alkoholiker früher diesen Geruch wohl auch an sich selber und um sich selber herum riechen musste.

    Ich würde mal sagen, in dem Moment, in welchem mein Partner krank ist oder war - Alkoholismus gilt ja als unheilbar - müsste es wohl meine Aufgabe als Partner sein diesen Stoff gänzlich aus meinem Leben zu verbannen. Denn ich denke mal, dass ist eine der Fragen, die ich mir stellen müsste, wenn mein Partner trocken werden will und ich die Beziehung beibehalten will.

    Lieber Gott, ich bin Raucher - habe auch schon versucht diese Sucht zu beenden - und ich leide noch Höllenqualen wenn ich mir überlege welche Gefühle in dem Versuch der Abstinenzzeit entstanden sind. Von Hass, Wut über Gier und Umfallen.... eigentlich die ganze Gefühlspalette.

    Ich glaube, hier sind diejenigen gefragt, die diesen Weg geschafft haben, denn ich denke, die ganzen Kochgewohnheiten müssen ebenso neu beleuchtet werden wie Freundeskreis, Arbeitsplatz ect. an jeder dieser Orte kann eine Gefahr für einen Trockenen lauern, und gerade an seinem Heim und Ruheort sollte Sicherheit bestehen, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Olive,
    danke für das Kompliment :) Glaub mir, Deine Wanderschuhe sind schon fitter als Du denkst :)

    Ach, lieber Lütze,
    es ist gut, dass Du Dir Gedanken machst was die Sucht bewirkt, aber ich bin mir sehr sicher, dass die wenigsten Alkoholiker tatsächlich so ein Level erreichen und so! ausleben, wie ich es erlebt habe.

    Ich denke nämlich, lieber Lütze, auch wenn die Sucht ähnlich endet (wohl mit dem Tod) gibt es Dinge die den Menschen begleiten, Dinge die im Elternhaus vermittelt wurden und Gefühle, die eben auch vermittelt oder nicht vermittelt wurden.

    Wie viele von Euch, die trocken sind, haben selber gemerkt dass etwas nicht stimmt und sind aktiv geworden. Die meisten dürften keine Probleme mit Polizei oder Rockgergruppen bekommen haben, weil einfach andere Fundamente da sind.

    Ich will damit nur sagen, dass ich ein ganz komisches Gefühl bei Deinen Zeilen hatte. Auf der anderen Seite schön, dass ein Alkoholiker vielleicht etwas nachvollziehen kann was in seinem Umfeld vorgeht. Dennoch möchte ich keinesfalls! jeden alkoholkranken Menschen über einen Kamm scheren.

    Je nachdem, wie früh jemand erwacht ist er noch "normal" oder aber schon ein "Charakterschwein" geworden mit toxischen Vergiftungen. Und ich denke der Punkt wann, der eben individuell ist, der entscheidet dann wie tief jemand sinkt.

    Lütze, sei stolz auf Dich, was Du geschafft hast. Schön dass Eure Beziehung Bestand hatte. Ich freue mich wenn Du "mich liest" um auf Deinem Weg zu bleiben :) - ich glaube aber so manches kannst Du ganz bewußt als Nicht-Deine-Aktion betrachten :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach ja, liebe Mö,
    gut, wie beide haben nicht mitgetrunken, liebe Mö, eigentlich aber umso schlimmer dass wir nicht blicken konnte was läuft - mit uns - über uns und durch uns. Uns haben wir nicht geschützt - dafür aber den Alkoholkranken und vor dem Aufwachen bewahrt.

    Weißt Du Mö, ich weiß auch nicht ob ich irgendwann wieder mal eine Beziehung führen werde, derzeit kann ich es mir nicht vorstellen, aber irgendwie ist das egal, denn wenn ich so richtig überlege, dann hätte ich immer gehofft der Partner ist der Retter.... jetzt versuche ich mich selber aus meinen Sümpfen zu ziehen,.

    Ja, liebe Kathrin, da werden wir beide aber die Kätzchen gut überreden müssen, den Platz vor dem Kamin zu teilen. Sie liegen abends zu 6 davor auf Rattancouchen, speziell für Katzen, Katzenbetten oder Lammfellen. Wenn ich mal vorbei möchte, muss ich ganz schön jonglieren mit meiner Rubensfigur :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich habe es immer gehalten wie Andy, dessen Beitrag mich beeindruckt hat.

    Wobei ich mit der Gabe der Kommunikation und guten Freunden gesegnet bin, die mich auch wieder auf den Boden holen.

    Nur .... was ist mit jenen Menschen, die sich schwer äußern können, bzw. denen es als Kindern abtrainiert wurde? Ich kann mir vorstellen, dass diesen Menschen ein Mittel wie ein Sandsack oder ähnliches eine Geh-/Wuthilfe sein kann bis sie sich selber spüren und damit in sich selber umgehen können.

    Wut ist wichtig - sie zu reflektieren hat mich oft zu mir gebracht, zu den Punkten an denen ich nicht nur überempfindlich bin, sondern wo ich meine für alle Fehler verantwortlich gemacht zu werden (was nicht! der Fall ist und somit schon "krank" ist/war)

    Was mich faszinierte an Andys Beitrag war die Vorstellung wie ein wütender Mensch aussieht. Ich habe erlebt, wie Menschen aussehen, die mit sich und dem Leben unzufrieden sind (viele von ihnen musste ich im Pflegeheim sterben sehen). Diesen Menschen sieht man an wie unzufrieden sie sind, egal in welcher Phase oder in welchem Lebensabschnitt sie sich befinden: wenn der Mund nur noch nach unten gezogen ist, wenn die Augenbrauen böse zusammengezogen werden oder die Fäuste in der Tasche sich ballen, alles das wirkt auf das Umfeld.

    Allerdings habe ich mir angewöhnt brennende Dinge, egal welcher Art, erst nach einer Nacht oder 24 Stunden durch-/anzusprechen, wenn ich ruhiger geworden bin und ich mich eventuell mit einem Freund austauschen konnte. Denn wie oft ist man/frau selber auf dem Holzweg?

    Lieben Gruß von Dagmar