Ich denke mal, Ihr Lieben, es treffen einfach zwei Süchte aufeinander, die sich ideal ergänzen und somit nach außen ein Bild malen, welches nicht besteht.
Das Problem ist tatsächlich zu erkennen was läuft, dass die Liebe-Nummer einfach in einer Beziehung mit zwei Kranken nicht läuft. D. h. nicht, dass eine Liebe entstehen könnte - irgendwann, bei Selbstbesinnung und Arbeit an sich und der Partnerschaft, aber für den Moment der aktiven Sucht ganz sicher nicht.
Wenn es mal zufällig glücklicherweise erkannt ist, dann muss es noch umgesetzt werden, auch alles andere als eine leichte Nummer.
Dann aber - ist das zufällig und glücklich umgesetzt - so kommt wohl die schlimmste Zeit:
Der Alkoholiker muss trocken bleiben, (wenn er es für sich will)
Der Co (wie ich) muss nun seine Person verändern und seine Wünsche klar artikulieren da die Persönlichkeit immer noch co ist und sich nur so anbietet um nun von anderen Hilfesuchenden ergriffen zu werden.
Wie interessant und vielschichtig diese Möglichkeiten sind bemerke ich jetzt bei einem Bekannten. Und wenn ich mich gut besinne, dann fallen mir Gemeinsamkeiten auf zur Beziehung, in der ich mich gut in die Pflicht nehmen ließ.
Nur, wo blieb meine Verantwortung für mich? Ich merke es derzeit überdeutlich da mir diese Mechanismen derzeit bewußt werden und es für mich große Kraft erfordert diesen Menschen paroli zu bieten, die jetzt quasi mit etwas gutes tun wollen, indem sie mich überrollen 
Die Muster der Partnerschaft lassen sich auch im Freundes- oder Familienkreis anwenden. Somit muss ich es schaffen, diese Muster in meinem Umfeld jetzt zu verändern, um vielleicht irgendwann einmal nicht mehr die Ausstrahlung zu besitzen "co und Helferlein" zu sein.
Und schon wieder machte ich mir Gedanken, lasse ich einen Bekannten im Stich, der Probleme hat?
Er hat Probleme seit Jahren, die er nicht löst - sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder einfach aus genau der Gewohnheit heraus wie ich in meiner Partnerschaft gefangen bleib. Nur, er muss seine Probleme lösen und nicht mich als Ausweichort betrachten weil er sich zu Hause nicht wohl fühlt.
Das ist meine Verantwortung mir gegenüber und hat nichts mit im Stich lassen zu tun - aber über viele Jahre so gelebt, erzogen und innerhalb einer kranken Beziehung dem anderen das Mäntelchen der Unmündigkeit übergezogen.
Ja Lilly, ich denke Co und Abhängiger sind sich mehr als ähnlich - sind sie ja beide abhängig. Einer vom gewünschten Gefühl, der andere von einer Substanz. Beide aber sind manipulierbar und mainpulieren - somit nicht pur! Lernen sich also wohl auch oft niemals pur, richtig und wahrhaftig kennen.
Wie also soll eine wirkliche Beziehung gesunden? Meiner Meinung nach gar nicht ! Aber sie kann neu starten, in dem man/frau sich neu kennenlernt.
Dennoch liebe Leute, eines ist mir immer noch nicht klar: Ich bekam erst am Schluss, als es eh schon zu Ende war die Nummern der nicht eingehaltnen Versprechungen. Sprich ich hatte nie über Alk gesprochen sondern festgestellt dass es mich stört - also keine entweder/oder Strategie.
Wo ich meine Ausdauer hergenommen habe in einer hoffnungslosen Beziehung zu bleiben, das ist mir bis heute unklar. Vermutlich meine Angst alleine neu zu starten.
Also nichts, das mit Liebe zu tun hat oder Verantwortung - sondern peinliche Bequemlichkeit....
...selbige Bequemlichkeit, die den Alkoholiker vielleicht an mich band ....
Lieben Gruß von Dagmar