Beiträge von dagmar007

    Aus der Warte, liebe Lilly, kann ich es nachvollziehen, für was und wie Seelenverwandschaft verwendet wird :)

    Hm, Mitleid, ich denke, ich kann es für mich noch nicht richtig kanalisieren. Grundsätzlich habe ich Mitleid mit Menschen, die von einer solchen Krankheit erwischt werden, die einfach Stufe für Stufe tiefer rutschen.

    Nun habe ich natürlich die extremen Facetten genossen und somit würde sich mir die Frage aus dem Gefühl (nicht aus dem Kopf, da weiß ich sehr wohl, dass jeder Mensch anders sein kann oder ist) stellen, ob der Suchtkranke XYZ noch soziales Verhalten an den Tag legen kann oder nicht? Ich denke, da muss bei mir noch ne Menge Zeit vergehen um das Thema neutral betrachten zu können. Noch verbinde ich Alkohol mit den Dingen, die ich zuletzt erlebt habe. Aber auch das wird mit der Zeit anders werden, denke ich mal.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich für mich würde sagen, genau diese "Seelenverwandschaft" war das gefährliche, durch welches in meinem Fall zwei Kranke sich ergänzt haben um sich gegenseitig noch kränker zu machen!

    Mensch, ich dachte doch tatsächlich, sein mangelndes Interesse über Gefühle zu sprechen würde ich kennen. Ja, ich meinte zu wissen, dass er ja diese Gefühle kennt und hat und nur nicht darüber reden kann. Menschenskind, habe ich mir selber die Hucke voll gelogen! Nach jetzigem Stand ist zumindest zeitweilig eine Situation eingetreten, wo es weder Gefühle, soziales Verhalten noch Rücksichtnahme oder andere soziale Komponenten gibt. Aber ich meinte es ja zu wissen! Ja, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, ihn zu kennen.

    Boah, Seelenverwandtschaft, die ich mir einbildetete, die war alles andere als das wofür ich sie hielt.

    War es Coabhängigkeit oder das Helfersyndrom? Nun, auch meine Psychologin empfindet mich nicht als coabhängig... ich habe auch sicher nicht alle Merkmale .... aber wohl das eine oder andere ..... Mal erhlich, reicht nicht schon alleine die Tatsache, dass ich nicht nach meiner eigenen Gesundheit sehe und mich schütze vor traurigen Einflüssen, mir Gedanken darüber zu machen, dass ich mich mir gegenüber nicht gesund verhalte, egal, wie die Diagnose heisst???

    Oh je, Amanda, wie Du dich verhalten sollst kann Dir wohl niemand raten, da musst Du fühlen und entscheiden! Fraglich ist für mich was es in Dir für Gefühle auslöst wenn Du an ihn in betrunkenem Zustand denkst? Kommt da eine Erinnerung an die Vergangenheit? Kannst Du ihm (ver-)trauen - trotz diesem Erlebniss in früheren Jahren - bzw. wir kennen alle die mehr oder minder großen Veränderungen bei Alkoholikern, kannst Du es wagen diese (falls sie eintreffen) zu ertragen???

    Deine Fragen stellt gerade Dein Kopf.... was fühlst Du?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Renate,
    bei mir war es auch so, dass ich Besuch bekam wenn er nicht da war oder wenn er da war ich zu meinem Besuch ging. Wobei es einfach bei uns auch daran gelegen haben mag, dass wir ganz andere Menschen im jeweiligen Freundeskreis hatten. Er konnte mit meinen Freunden ebenso wenig anfangen wie ich mit den meisten von seinen Bekannten. Die jenigen, die ich schätzte, die gehen nun auch ihre Wege separat von ihm.

    Was Du ansprichst Renate, ist mir auch aufgefallen. Ich fühlte mich einsam in der Gegenwart des anderen weil er da war, aber nicht für mich sondern für den Alk.

    Hier nun bin ich alleine mit meinen Tieren, aber wissen voneinander. Es ist also niemand da, mit dem ich sprechen möchte, der aber nicht kommunizieren kann oder will. Ich weiß es und hoffe nicht und suche nicht und versuche nicht ein Gespräch zu führen, welches dann im Frust endet - und dadurch in Einsamkeit.

    Auch ich wäre noch nicht in der Lage mich auf einen neuen Menschen einzulassen und diesem neuen Menschen die Chance zu geben er selber zu sein - ohne Vorbehalte vor mir selber. Ich weiß auch nicht, ob das irgendwann mal gehen sollte - aber das ist mir irgendwie egal. Ich habe gesehen, wohin mich Co-Abhängigkeit oder Liebessucht geführt haben,

    Vor allen Dingen spüre ich auch für mich, dass es so viele Dinge gibt, die ich tun möchte, für die mir einfach noch Kraft und Zeit fehlen. Jetzt heisst es erstmal übers Wochenende Weihnachtdeko raussuchen ect. Zu meinem kleinen Weihnachtsbaum mit Wurzel habe ich einen alten Milchtopf, 30 l oder so, mit einer Spraydose silbern lackiert, so dass er neu erstrahlt. Selbiges habe ich noch mit einem Ascheimer für den Ofen vor. So vieles will ich tun und komme nicht dazu. So viele Dinge machen mir Spaß und geben mir ein Gefühl müde, aber zufrieden ins Bett zu fallen.

    Eigentlich schon komisch, wie es laufen kann wenn man/frau gezwungen ist alles alleine zu machen und für sich selber gerade zu stehen. Es kostet Kraft und Zeit - aber es gibt auch eine Befriedigung, die dann in Selbstbewußtsein und Zufriedenheit auslaufen kann.

    Der schwerste Schritt für mich selber wird nun sein mich erklären zu müssen, dass ich mehr Zeit für mich selber brauche und dieses oder jenes nicht machen möchte oder nicht ständig besucht werden möchte. Das ist für mich nicht einfach weil ich jeden dieser Menschen schätze und die Zeit gerne mit ihnen verbringe. Aber genau die Zeit für mich selber fehlt mir, was mich droht unzufrieden zu machen, und genau das muss ich vermitteln. Somit also die ersten Probeschritte in Sachen "Grenzen setzen" durch/mit/wegen der Co-Abhängigkeit.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na, und wo die Selbstheilungskräfte versagen sollten, da ist dann die Schulmedizin gefordert. Deshalb habe ich mir heute die alljährliche Grippeimpfung verpassen lassen, Blut abnehmen zum durchchecken und gleich einen Termin für eine große Untersuchung anberaumt.

    Ungern, gebe ich zu, a) wird mein Rauchen ein Thema sein, b) die Vernachlässigung an mir selber der letzten Jahre, die Spuren hinterlassen hat und na ja und überhaupt....

    Nun, ich habe meinem Hausarzt so ganz "beiläufig" die Geschichte der gescheiterten Partnerschaft erzählt weil ich der Meinung bin, ich habe viel zu wenig Kraft (zumindest im Gegensatz zu früher mal). Und der Gute fragte mich: "Sie haben sich getrennt?" Und ich - als wäre nichts klarer "Natürlich".

    Dabei war mir das vor noch ein paar Monaten alles andere als klar! Mein Gott, wie oft bestand die Gefahr umzufallen, und ich sage nun mit Sicherheitsabstand "Natürlich". Herr Dr. sah mich an und sagte dass ist alles andere als "natürlich" musste ich ihm Recht geben und feststellen, es war eine sehr harte Zeit.

    Auch von seiner Seite die ganz klare Ansage: nur eine Trennung kann dem Suchtkranken helfen aufzuwachen und dem Partner sich von den Nebenerscheinungen der Sucht zu bewahren.

    So ganz nebenbei sprach ich ihn auf mein Handgelenk an, welches unter Holz- und Brikettschleppen gehörig gelitten hat. Nun, wie es sich anfühlt hat er eine starre Stelle (gibt wohl am Handgelenkt etwas wie einen Kammknochen oder so) wieder "eingerenkt". Wäre zu schön, denn das war die letzten Wochen schon heftiger Schmerz.

    Also, wie Ihr seht, auch wenn es mir schwer fällt, ich versuche auf mich zu achten - beginne nun auch wieder mir Salat zuzubereiten...

    Sag Karotte, braucht es wirklich so viel Kraft in sich zu gehen? Ist das tätsächlich so hart? Vorstellen kann ich es mir schon, weil ja Erinnerungen auch Emotionen wach rütteln, und diese wiederum auf die Organe gehen, aber irgendwie denke ich die "Teenager-Spätlese" macht sich nur bemerkbar ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    nachdem ich nunmehr drei Monate nach der Trennung vom ehemaligen Suchtpartner getrennt bin kann ich feststellen, ich verspüre nicht dieses oft genannte Gefühl der Einsamkeit.

    Im Gegenteil, ich selber habe derzeit ein Problem weil ich zuwenig Zeit mit mir alleine verbringen kann, was ich aber für mich als besonders wichtig erachte. Freunde wollen um jeden Preis verhindern dass ich mich alleine gelassen fühle und nunmehr muss ich versuchen mich klar zu definieren darüber, dass ich etwas Einsamkeit für mich benötige.

    Viel sind auch Menschen aus dem Ort hier, mit denen sich dann ein längeres Gespräch entwickelt, oder der Schreiner, mit dem mich das Interesse für Katzen verbindet, oder oder oder .... Viele neue Kontakte oder alte, die auf mich gerade fast beängstigend (weil zu viel) wirken.

    Komisch, dass die Menschen zu unterschiedlich sind: die einen fühlen sich einsam, oder wollen Jubel, Trubel, Heiterkeit - die anderen sind so wie ich auch gerne mit sich selber alleine (aber es darf nicht zu viel sein!)

    Während die einen eine Sehnsucht nach der Zweisamkeit mit dem Partner haben, so habe ich bisher dieses Gefühl nie verspüren müssen. Etwas aufgefallen sind mir aber in manchen anderen Postings dass oftmals relativ kurze Zeit nach beenden der Suchtbeziehung eine neue Liebe ins Leben trat. Auch eine Sache, die ich mir für mich nicht vorstellen könnte.

    Wie hat sich bei Euch in der Zeit der Abgrenzung Euer Gefühl für Einsamkeit/Geselligkeit verändert? Hat es sich überhaupt verändert oder ist es gleich geblieben? Vermehrte Kontakte oder weniger Kontakte?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wißt Ihr, das Schlimme ist ja zu erkennen was wirklich abläuft. Ich konnte es nicht - weder über den Kopf noch über die Realität. Co-Muster können die einen sagen, Liebe die anderen - egal, was es wirklich ist, es ist sauschwer die Zusammenhänge zu begreifen.

    Noch viel schwerer zu erfassen, dass nur durch loslassen und Nicht-Hilfe dem anderen geholfen werden kann. Denn das bedeutet die Gefahr des Verlustes, Verlustangst also. Ebenfalls muss ich dann ja für mich selber verantwortlich sein, keine Schuldzuweisungen wenn ich kein Brennholz habe, dann habe ich es verpennt.

    Aber ich spüre wie es ist ohne Fernseher ins Bett zu gehen, meine bevorzugten Polittalks oder Krimis anzusehen ohne einen strafenden Blick zu erhalten. Ich genieße es bewußt einzukaufen und kein schlechtes Gewissen mehr zu haben weil so viel weggeworfen werden musste.

    Dinge, die ich nicht nur selber steuern kann oder muss, Dinge, die auch mir Erfolg bringen. Dinge, die in einer Partnerschaft funktionieren würden, wo beide Partner gleiche Voraussetzungen mitbringen. Alkohol hin oder her, Freizeitgestaltung und Lebensstil haben sich beim Expartner und mir in ganz entgegensätzliche Richtungen gewandelt. Ich bin mir sicher, würde er nicht trinken, dann würde das nichts (mehr) ändern. Aber das zu erkennen musste ich erst alleine sein. Meine Trauer zulassen, meinen Schmerz und meine Wut ... und auch jetzt ist noch nicht alles geschafft.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Mädchen,
    lass mich Dich (auch wenn es gut gemeint ist) etwas hartes sagen: dann hat die Sucht (egal, welche von beiden) Dich schon klasse im Griff! Vertuschen, nicht darüber reden und Familiengeheimnisse bewahren.

    Genau so kommt eine gewisse Erpressbarkeit zu Stande, wenn man/frau vertuscht. Genau dieses nicht offen mit der Sucht umgehen macht uns angreifbar, weil wir uns keinesfalls verraten wollen.

    Ich habe seine Sucht nie hinter den Berg gehalten und das war wichtig für mich. Wichtig zu sagen, Du kannst tun was Du willst, aber ich bemerke es und finde es nicht gut. Auch im Freundeskreis - allerdings haben wir unterschiedliche gehabt - habe ich nie einen Hehl aus seiner Liebe zum Alk gemacht, einfach weil es so ist. Soll ich die Augen zumachen darüber was andere sehen, wenn sie in seiner Nähe sind? Soll ich nicht riechen, was andere riechen wenn sie ihm näher kommen??? Nein, liebes Mädchen, wenn ich ein Problem mit etwas habe, dann kann ich darüber sprechen - mit der Person oder dem Personenkreis meines Vertrauens.

    Davon mal abgesehen: DU suchst doch HILFE für DICH und nicht für ihn, oder?

    Mädchen, seit er da ist hat Dein Leben einen Sinn? Das behüten und schützen von ihm??

    DEIN Leben ist viel wert - DEIN Leben ist lebenswert, er darf eine Bereicherung sein (wenn Du jedoch in einem Nebensatz von Agression sprichst, dann ist das schon wieder zweischneidig).

    Ja, einer endgültigen wohnlichen Trennung gehen viele Trauerphasen voraus. Allerdings kann man/frau aus ihnen gestärkt hervorgehen.

    Meine Phasen
    1. mein Auszug
    2. sein Terror vor meinem neuen Haus
    3. sein Umzug, weg aus der Region vermute ich

    kommen wird noch
    4. wenn er wirklich weg ist

    Durch meinen Umzug war jedoch jede dieser Trauerphasen auch mit schönen Dingen besetzt, mal war es nur mein Brennholz, mal der lange gewünschte Kaminofen, mal mein neues Bett, mal meine Couchmöbel, mal einfach nur meine Pflanzen die noch blühten - obwohl auch die erst im August umzogen.

    Ja, ein Umzug (zumindest in meinem Fall) bringt die endgültige Trennung mit sich. Mein Expartner besitzt keine Krankheitseinsicht und hat mich ausgetauscht gegen eine Person, die mit mitkonsumiert, was ich nicht tat.

    Seine Wahl!
    Er hat sich für die Sucht entschieden (mit allen Facetten wie alkoholkonsumierender Partnerin) und ich mich für mein Leben. Partnerschaft ist für mich kein Thema - weder mit ihm noch mit anderen. Ich bin mit mir und meinen Katzen glücklich und wenn Alltagsprobleme auf mich zukommen, die ich nicht meistern kann, dann kommt nach der ersten Angst eine Idee, ein Freund oder eine Lösung.

    Ich hoffe, wenn die letzte Trauerphase dann abgeschlossen ist (sein hervorstehender Umzug) dass ich dann auch wieder einen passenden Job bekomme.

    Denn mein Leben hat mit der Trennung alles verloren - und alles neu gewonnen! (Bisher ausser dem Job).

    Mein Leben ist ein vielfaches Lebenswerter geworden, was auch mein Körper sichtbar macht. Was meine Gesundheit mir klar vor Augen hält.

    Ach Mädchen, mit Partner fehlt einem die Singlefreiheit und als Single fehlt einem der Partner vielleicht, auf den Verlass ist und an den man sich anschmiegen kann. Aber ist ein nasser Alkoholiker - oder nur Alkoholkonsument - wirklich verlässlich???

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Jenny, aber ich denke genau da hängt der Punkt: am Erkennen.

    An der Fähigkeit zu begreifen, dass wir uns quasi selber vergewaltigen innerhalb einer kranken Beziehung, dass zwei Menschen sich das LEben zur Hölle machen und gegenseitig runterziehen. Aber dieses verflixte Erkennen der tatsächlichen Realititäten - nach dem Ablegen einer ersten Co-Maske - ist wohl nicht jedem möglich. Vielleicht nicht einmal willentlich, befürchte ich.

    Das schwierige scheint mir zu sein, dass Angst und Selbstbewußtsein in einer schädlichen Beziehung leiden. Dieses aber wieder aufzubauen bedingt einfach Aktionen und Taten. Bedingt sich den Ängsten gegenüber zu stellen um eines Besseren belehrt zu werden.

    Den Mut hierzu kann ich nur jedem/jeder wünschen! Selbst dann, wenn eine Beziehung später weiter gehen sollte, dann hat der Co-gelernt selbständig auf sich zu achten. Es lässt sich hoffen, dass dieses auch bei Beginn einer neuen/anderen/alten Beziehung nicht in Vergessenheit gerät um wieder in alte Verhaltensmuster zu fallen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebes Mädchen,
    mich würde mal interessieren, warum das Thema Um- oder Auszug so wichtig ist bei Euch?

    Ich sehe nämlich zwei Möglichkeiten:
    a) um sich vor der Entdeckung durch andere zu schützen, weil bespielsweise Nachbarn oder Arbeitskollegen bereits auf den "Trichter" gekommen sind (so war es bei meinem Ex, der nun die Gegend verlässt).
    b) weil die Hoffnung zu finden ist an einem anderen Ort wird alles anders, vielleicht sogar der Wille zum "aufhören" da ist. Aber ób ein Umzug alleine das ändert? Verhaltensmuster, die über viele Jahre antrainiert wurden, die ändern sich nicht wegen einem anderen Wohnort oder anderen Tapeten.

    Meine Mutter war ebenfalls dominant, trank aber nicht. Natürlich brauchte es auch bei mir lange, mich aus ihren Klauen zu befreien. Aber nach der dominanten Mutter schien ich einen dominanten Partner gewählt zu haben, der sich durch mangelnde Selbsteinschätzung unter Alkohol ähnlich bestimmend benahm wie meine Mutter, ruckizucki war ich das kleine, ängstliche Kind.

    WAR ....

    Denn wenn nicht jetzt, wann soll ich dann "erwachsen" werden.

    Dieses Kind in mir hatte auch die Träume "alles wird wieder gut" aber dieses Kind hatte nur Wunschträume. Die Alpträume holten es mit den Jahren der krankmachenden Partnerschaft ein.
    Der Alkohol wird selten weniger - die Co-Abhängigkeit vermutlich ebenfalls nicht!

    Fazit: beide Süchte könnten sich verschlimmern und zwei Menschen in den Abgrund stürzen.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    ein interessantes Thema, liebe Jenny, wobei ich recht gespalten bin, was meine Meinung zum Thema angeht.

    Ich denke mal, ich persönlich muss mich meiner Coabhängigkeit stellen - letztendlich führte dazu der Abstieg des Expartners, der mich wohl meine Gesundheit, vielleicht noch mehr, gekostet hätte. Ich musste begreifen und musste meinen Weg gehen.

    Aber ... ich denke an Ehepaare, die sich kennenlernten ohne Alk, an Kinder die beide Eltern lieben, an ein gemeinsam erbautes Haus ect. Ich bin wohl der Meinung, dass der Partner dennoch gehen muss, zumindest sich abgrenzen innerhalb des heimischen Zuhause, falls das geht, aber wirklich zu Taten vorzudirngen ist verdammt schwer.

    Denn eines Jenny, ist eben auch der Fall : Zuneigung oder Liebe - vielleicht auch "nur" Co-Abhängigkeit war einmal da. Das sind Gefühle, gegen die erstmal die Logik angehen muss. Und Jenny, ich habe nicht gewusst (obwohl ich gut informiert schien) was der Alk wirklich bewirkt. Über psychische Störungen wusste ich nichts (die nämlich konnte ich mir nur beim "landläufigen Alkoholiker" vorstellen, keinesfalls beim Spiegeltrinker. Ich hatte viele, viele Bücher gelesen - vielleicht die falschen - aber das was passierte wäre in meinen kühnsten Fantasien nicht möglich gewesen.

    Aber nur über die Auswirkungen Alk bin ich darauf gekommen, wie weit ich mich und mein Leben hinten angestellt habe. Wieviel Angst ich vor diesem oder jenen hatte. Wie durch die Bewältigung aber nun eines ums andere verschwindet oder einfach reale Abmessungen annimmt. Dazu musste aber erst mein Tiefpunkt erreicht sein, ein Zeitpunkt, zu dem ich sagen musste mein eigenes Leben hing nur noch an einem dünnen Faden.

    Ich für mich und mein Leben muss ganz klar sagen: gehen, fallen lassen, sich selber auf die Reihe bekommen und versuchen neu zu beginnen sich zu leben. Aber bei mir klappte das nur durch Wunder, Freunde und Rückhalt. Arbeitslos und ohne finanzielle Rücklagen war mir der Umzug eigentlich nicht möglich. Das sind Dinge, die einfach nicht vergessen werden dürfen.

    Dann jedoch dürfen sie auch nicht beschönigt werden, da gebe ich Dir recht! Entweder ein eigenes Leben in der Gefahr des existenziellen Untergangs oder ein weiteres verharren in einer tödlichen Beziehung.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Amy,
    ich selber habe eigentlich nichts gemeistert - nur den Schritt zum gehen. Den Rest, und das muss man/frau wirklich sagen: habe ich echten Freunden zu verdanken und liebenswerten Menschen.

    Einfach Fremden, wie hier im Ort, die einfach mal einen Kürbis verschenken oder einfach zig Kilo Äpfel. Alle die kleinen Dinge im Leben, die mich erfreuen. So viele Dinge waren Zufall und brachten die eine oder andere Freude im Schlepptau mit.

    Aber diese kleinen Freuden konnten nur geschehen durch den einen kleinen Schritt des Gehens. Der noch nicht einmal eine Leistung war sondern meine Entscheidung zum "weiter leben".

    Was mir zu schaffen macht: ich schlafe nun viel zu viel. Während ich die letzten Jahre schlecht geschlafen habe, Nacht für Nacht - ob es an Matratze, Haus direkt im Hang an Hauptstraße oder sonst was gelegen hat, weiß ich nicht.

    Nun aber: neues Bett - neue Matratze - Hartschaummatratze und ich könnte schlafen, schlafen, schlafen. Ich schaffe einfach zu wenig, was ich für mich noch tun wollte... weil es so kuschelig ist im Bett, ein lange nicht mehr gekanntes Gefühl....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Zeit für eine Zwischenbilanz ;)

    Rund 3 Monate lebe ich nun hier in diesem kleinen Ort und es scheint derzeit so, als hätte ich keinen besseren Ort finden können.

    Ein super Scheunennachbar. Und weitere Einwohner, die echt klasse sind und mit denen ich schon - auch über die Katzen - Kontakt aufbauen konnte. Darunter auch ein Schreiner, der Katzenspielzeug, eine Spielbox, selber herstellt. Er hat mir gestern eine vorbeigebracht. Da haben meine Racker was zum spielen und ich einen schönen Bericht für meine Katzencommunity.

    Derzeit bin ich dabei die vielen geschenkten Äpfel zu verarbeiten. Stress pur, aber eine Freude wenn dann mal alles im Gefrierschrank ist. Gestern war Pizzatime: jede Menge gemacht, eingefroren und bei Bedarf geht sie in den Holzofen.

    Ich spüre hier die Natur und mich - auch durch das Holz, das feuern mit Holz, das selber machen des Anzündeholzes, das Geschenk des Schreiners. Da denke ich so oft an meinen Vater, der schon lagen tot ist, der Schreiner war und zum Holz einen tiefen Bezug hatte.

    Vor kurzem war eine Nachbarin aus dem alten Wohnort zu Besuch, die feststellt, dass meine Haut - im Gegensatz zu früher - grandios wäre. Sie ist kein Katzenfreund, stellte aber fest, dass alle meine Tiere nun viel ausgeglichener und ruhiger sind. Während sie früher durchs Haus stobten und Neulingen aus dem Weg gingen, so spickeln sie nun wer ins Haus kommt.

    Das alte Haus hatte auf mich immer ein ganz schweres Gefühl. Ich schob es auf die mangelnde Helligkeit. Auf das eingaut sein in den Berg oder oder oder. Ich war mir sicher, dass dieses Haus irgendwelche traurigen Schicksale begleitet hat. In so vielen Häusern habe ich gelebt, aber niemals ein solches Gefühl der Schwere verspürt.
    Vielleicht weiss ich nun warum: dort wurde massig im Sinne der Metzgerei getöte. Und das ist etwas, auch wenn ich Fleisch esse, so war es für mich schon immer übelst wöchentlich am Samstag beim Nachbarn unter mir zu hören wie die Schweine toben wenn sie verladen werden sollen. Darauf gebracht wurde ich weil ich gefragt wurde ob es den "Blutabfluss noch gäbe" Hä??? Nun ja, vielleicht spinne ich ja, aber das Haus gab mir immer ein sterbensgefühl...

    Ich muss (leider, im Sinne des anderen) auch immer wieder erfahren, dass meine Entscheidung richtig, notwendig und keinen Tag zu früh war. Es scheinen sich nun die Basisbausteine Isolierung, Berufsverlust, mangelnde Hygiene am Arbeitsplatz ect. einzustellen.
    Schade, um ein weiteres Leben, dass dem Alk zum Opfer fällt, aber eine bewußte (?) Entscheidung, über Jahrzehnte intensiviert und gelebt.

    Die Ex-Nachbarin erzählte mir, dass sie etwas Angst gehabt hatte, dass ich mich einsam fühlen würde. Nein, einsam gefühlt habe ich mich hier nie! Ob das an meinen Katzen liegt, an meinen Freunden an der Natur, die hier so lebt, wie ich es nicht übersehen kann. Ich weiß es nicht.

    Wenn nun auch irgendwann einmal die jobtechnische Seite klappen wird, dann befinde ich mich wieder in einer Art "normalem, friedvollen, Leben" mit den kleinen Glücksmomenten. Die großen, die brauche ich gar nicht ;) auch wenn ich mich freue, wenn sie mal an die Türe klopfen sollten.

    Mit ziemlich viel Dusel habe ich recht günstig Duftöle ersteigert, die ich liebe - nebst einem passenden Setzkasten, für eben Duftöle. Einfach schön! Ich freue mich darauf, weil hier schon seit Wochen das ganze Haus duftet: warmes Holzfeuer und leichter Gerucht von Zimt, Vanille oder Weihnachtsduft.

    Heute, wie gesagt, zieht noch der Duft von Apfelstrudel durchs Haus. Es könnte sein, dass heute abend noch der Nachbar vorbeisieht, macht er gerne Sonntags, da sind dann noch Hohenloher Apfelflädle fertig für den Holzofen (einfach Pfannkuchen mit Apfelschnitzen).

    Wenn ich überlege, wie ich am Anfang hin und her gezaudert habe, gewankt zwischen "nicht los lassen können" und "Angst vor meiner Zukunft" so stehe ich nun in einem Leben, welches ganz anders wurde als meine Ängste es zuvor hatten ahnen lassen.

    In diesem Sinne:
    Happy Weekend

    wünscht Dagmar

    Schuldgefühle, und wie ich sie kenne oder kannte.

    Ich empfand mich als herz- und lieblos; ich war es auch geworden, weil der Alkohol mich anekelte. Ich ging überhaupt nicht mehr auf den Partner ein, nein, denn ich hatte schon gespürt, dass die Nr. 1 der Alkohol war.

    Das und vieles andere warf ich mir vor - ununterbrochen. Nie aber fragte ich mich oder ließ es zu mich zu fragen, ob diese Kaltschnäutzigkeit von mir nicht vielleicht einen Grund hat? Ich erlaubte mir nicht meine persönliche Konsequenz auf sein Verhalten.

    Kommunikation war unmöglich geworden, somit auch kein Weg aus einem lieblosen Suchtverhältnis. Ich warf mir vor in der Trennungsphase ihn "allein" gelassen zu haben mit seiner Verantwortung. Obwohl genau das dass war, was notwendig war - ihm nämlich die Verantwortung zu überlassen. Warum habe ich nicht seine Wäsche in den Schrank geräumt, warf ich mir vor. Na, warum wohl nicht, weil ein erwachsener Mensch das selber kann, oder? Ich bin nicht Mutti eines 5jährigen sondern ich wollte eine gleichberechtigte Partnerschaft.

    Ich machte mir Vorwürfe....
    Total ohne Grund: mittlerweile wurde dieser Ex nämlich am Arbeitsplatz (den er wohl jetzt nicht mehr hat) angesprochen ob er Waschmaschine oder Dusche nicht kenne, da er weder Kleidung wechsle noch sich pflege.
    So, ich bin aber schon garnicht mehr on Board um etwas falsch zu machen! Jetzt hätte er seine Chance gehabt sich selber gut und fürsorglich zu versorgen .... Nun, wäre eben nicht seine Einschränkung ...

    Schuldzuweisungen, ich war voll davon - aber keinesfalls bereit auch ihm seine Verantwortung zu geben.

    Nunmehr ist das anders: ich lebe mein Leben und kümmere mich um meine Wäsche, Haushalt ect. Jeder ist für sich selber verantwortlich - nicht mehr und nicht weniger....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Olive,
    das ist ja das, was man sich als "liebende" Person nicht vorstellen kann, dass eben nur dieses fallenlassen vielleicht zum aufwachen durch heftigen Aufprall führen kann.

    Ich selber habe nie begriffen, welche Kleinigkeiten schon genügen um ein falsches Selbst für einen Süchtigen aufzubauen. Nur wenn die Realität vor der Türe steht und Einlaß begehrt, so könnte es sein, dass ein Süchtiger diese Realität wahr nimmt.

    Schön, dass bei Dir das Umfeld weit genug ist im Denken und begreifen kann, dass Hilfe in "Nichthilfe" besteht. Und schau Olive, auch wenn es einem Menschen schlecht geht, so kann er im Regelfall noch den Alltag alleine bewältigen. Und sei es mit Schmerz und Kummer, Telefon und Bittbriefen.

    Schwerer fällt das wohl zuweilen einem Abhängigen. Wohl einfach deshalb, weil diese Alltäglichkeiten nicht oder wenig interessieren.

    Auf jeden Fall ist es schön, dass Ihr aufatmen könnt und nun beginnen könnt Euch frei zu schwimmen. Einfach nur zu atmen, ohne Angst zu haben, dass beim nächsten Ereignis der Atem stockt.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Olive,
    das klingt nicht makaber, sondern das klingt nach einem "ja" zu Euch.

    Das Problem für Neue/Unwissende, zu denen auch ich mich noch zähle ist dass ich mir keinesfalls über die organischen und psychischen Begleiterscheinungen im Klaren war. Was an Krankheitsbildern auftreten kann und nicht selten dazu führt, dass Suchtkranke zu Pflegefällen werden ist belastend und bestimmt kein ja zu sich selber sondern ein ja zu einer abhängigen Beziehung.

    Schön das von Dir zu hören, liebe Olive, dass es Euch soweit gut geht und Ihr auf dem Weg der Stabilisierung seid!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja, lieber Mozart, jetzt ist wohl guter Rat teuer, oder? Sie sagt Euch ganz klar und deutlich, sie verzichtet nicht auf Alkohol.

    Ich denke mal, nun müsst Ihr für Euch hinterfragen - bzw. Du als derjenige, der Verantwortung für die Tochter trägt, was Du einem Teenager zumuten willst und kannst (ob sie evtl. in eine Co-Maschinerie hineingezogen wird und irgendwann als erwachsene Frau noch damit kämpft) oder ob Du/Ihr für Euch selber sorgen wollt. Für Euere Zufriedenheit und Unabhängigkeit. Das beinhaltet keine Trennung (zumindest nicht zwangsläufig) aber eine Distanzierung wohl ganz sicher.

    Wie habt Ihr/Du euch das Handling weiter vorgestellt? Wein nachgießen, servieren und im Rahmen der Normalität und dem Schlummertrunk alles so weiterlaufen lassen?

    Bist Du Dir über das Krankheitsbild bzw. dessen organische Formen im Klaren? Ich war es nicht. Jahrelanges Genusstrinken wurde zu Frusttrinken und von jetzt auf nachher der Mensch zur Maschine - zu einer morallosen Maschine ....

    Informiere Dich am Besten was noch alles anstehen könnte - nicht muss - aber könnte und beuge für Dich und Deine Psyche ... ganz besonders aber für die Deiner/Eurer Tochter ... vor.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Mozarth,
    auch ich - und wohl viele andere - verfolgten lange die Frage "sehe ich es falsch, tue ich dem anderen Unrecht" "Vielleicht doch kein Trinker..."

    Ich selber habe meiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen können weil immer alles runtergespielt wurde. Egal ob Alkoholiker oder nicht, wenn mich die Fahne stört, das Benehmen anekelt oder anderes im sozialen Bild für mich nicht passt, dann muss ich nach meinem Wohlfühlgefühl gehen, egal, ob Alkoholiker oder nicht.

    Was Deine Tochter betrifft, so wirkt es auf mich, als wolle sie diese so zur Komplizin machen "Du hast mir doch auch eingeschenkt".....

    Lieber Mozarth, ich wünsche Dir viel, viel Kraft und das Du es schaffst nach und auf Dein Wohlfühlgefühl zu achten. Zweifel werden immer wieder kommen - aber auch die Frage was tut Dir gut und was nicht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    oh, lieber Kibitz,
    wie kann man einem Menschen einen "Schaltplan" geben, damit dadurch die eigenen Ampelanlage funktioniert? Jeder hat andere Auffassungen, Erfahrungen, Gefühle und Verarbeitungsmechanismen. Jeder Mensch seine eigene Zeit, seinen eigenen Weg und seine eigenen Lösungansätze. Zu sagen: zeigt mir einen wäre dann nicht Deiner. Es wäre dann nicht Deine Entscheidung, sondern die Entscheidung des Schreibenden.

    Viele von uns haben eine Art Tagebuch hier, in dem deren Wege beschrieben sind - wohl jeder Weg ein anderer. Diese Wege sind so anders wie die Ziele der jeweiligen Schreiber.

    Ich habe subtil den Eindruck, als hättest Du etwas gegen das Thema Trennung. Bedenken, dass dies der einzige Weg ist für zwei Menschen ihren Lebensweg zu finden. ES muss nicht der einzige Weg sein, aber für manche vielleicht DER Weg.

    Für mich persönlich ganz sicher, da ich meinen Lebensweg in meinem Tempo ohne meinem Suchtmittel finden muss. Meine Wertschätzung und Einstellung zum Leben muss ich für mich festigen und auch für mich eigenverantwortlich leben. Was ein eventueller Partner tut oder nicht tut darf nicht mein Thema sein.

    Meines darf auch nicht sein, ob er/sie sich aus seiner Sucht befreien kann. Denn dadurch lebe ich ja nur in einer Abhängigkeit von der Grundeinstellung des Partners. Aber wie gesagt, das ist mein Weg. Mein Weg ist auch der, nicht mehr Handlanger zu sein für ein Produkt aus dem Supermarkt, welches Menschen zu funktionierenden Maschinen macht - in meinem Fall nur möglich über Trennung.


    Bekommen kann ich hier nur Hilfe zur Selbsthilfe. Helfen muss ich mir dann leider selber.

    Lieben Gruß von Dagmar

    hallo, liebe Zukunftsmusik,
    nun, ich denke jünger sein wollte ich nicht und die vergeudeten Jahre, nun ja, ist halt so - sie dienen wohl der Reise zu mir selber, auch wenn ich gerne auf sie verzichtet hätte.

    Dieses NULL bedeutet für mich ich würde gerne die Erinnerung ausblasen an diese Beziehung und deren Begleiterscheinungen. Deshalb nur bin ich hier in dieser ländlichen Region, weil die Beziehung mich herfürte.

    Nun, in diesem Haus, fühle ich mich wohl und habe gute Freunde. Aber NULL würde bedeuten keine Erinnerungen mehr verspüren zu müssen, keine gemeinsamen Orte und keine Erinnerungen an die Geschehnisse, die weit über das gehen, was mein Hirn verstehen kann. Ich würde gerne bei NULL anfangen und sagen ich bin hier "frisch" eingetroffen. Das aber geht nicht... Der Schleier der Vergangenheit holt mich schon beim Einkaufen ein, wenn ich alte Nachbarn treffe.


    Du, als auch Deine Therapeutin, liebe Zukunftsmusik habt ganz sicher recht: jahrelanges selbstschädigendes Verhalten wird nicht von heute auf morgen geändert. Ich selber muss ja erst an die Wurzeln kommen um es zu ändern.

    Ich bin dankbar ohne Ende darüber, dass ich an vielen kleinen Dingen Freude empfinden kann. Auch an kreativem Backen oder Kochen - an Dingen, die eigentlich zum normalen Alltag gehören meine Freude haben kann. An Pflanzen, die wachsen, an meinen Tieren ect. Deshalb gelingen mir kleine glückliche Momente, mit den grossen wird es wohl noch etwas dauern.

    Aber genau diese Fähigkeit des kleinen Glücks scheint die ideale Anbringung für mich als Co zu sein. Habe ich doch nie verstanden, warum andere Menschen depressiv oder dauerhaft traurig sind. Wollte ich ihnen doch immer einen Teil meiner Lebensfreude abgeben, dadurch entzog ich mir Energie, lenkte diese in Bahnen, wo sie nicht ankommen konnte und machte mich unglücklich.

    Jedes Ding hat also zwei Seiten....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo liebe Gotti,
    ich kann es noch nicht richtig zuordnen. Zumeist passieren solche Dinge/Situationen/Gefühle wenn bei mir gedankliche Änderungen anstehen.

    Meine Therapeutin ist sachlich bestimmt gut, wobei diese ausweinen oder der menschliche Draht in der Form nicht gegeben ist, aber ich denke, jeder Therapeut hat einen anderen Weg und der bei meiner Therapeutin ist eher ein kalter, sachlicher.

    Ich glaube Gotti, keine Gedanken sind "Mist" - es ist immer wert jeden (auch wenn er noch so abwegig ist) Gedanken zu betrachten. Dadurch ist man zumindest gezwungen sich mit einem solchen Thema auseinanderzusetzen.

    Was ich bewußt in den letzten Tagen wahrnehme ist die Ruhe (es gibt seit zwei Wochen keine Aktionen mehr) und das mir erst langsam bewußt wird, dass ich mir nun das TV-Programm meiner Wahl ohne Schrägblick ansehen kann. Mir fällt auf, dass ich besser mit meinen Grundbedürfnissen wie Nahrung umgehen kann. Auf der einen Seite schaffe ich nun manches weg, auf der anderen Seite fühle ich mich noch viel kraftloser als zu Zeiten vor der Suchtbeziehung. Jedoch kräftiger als zu Zeiten in der Suchtbeziehung. Ich weine vielleicht meinen alten, ganz früheren Kräften, nach. Ich bin noch auf der Suche nach der Antwort.

    Lieben Gruß von Dagmar