Beiträge von dagmar007

    Selbst ist die Frau :)
    Hat doch mein Reizdarm nebst einem Dauerregen hier am Donnerstag gut zusammengewirkt dass meine Toilette verstopft war. So richtig mit allem drum und dran.

    Nun, genial der Flaschner meines Vertrauens ist nicht da. Aber was ich seither anderen überlassen habe, das müsste ich doch - vielleicht - selber hinkriegen.

    Wasser abgeschöpft, rausgezogen was geht (hm, tolle Arbeit :( Lösungesmittel rein, wieder abgeschöpft. Natürlich keine Handschuhe im Haus - die Haut war schon durchgefressen von der Säure, die Rohre immer noch nicht frei. So habe ich zwei Tage gearbeitet - am Schluss dann mit Handschuhen, die ich mir gekauft habe und Jeeppp: die Rohre sind frei :)

    Immer noch Dinge, die mich in Panik setzen wenn sie passieren. Aber Dinge, die ich nun nicht mehr abwälzen kann und selber versuchen muss zu bewältigen. Mit jeder dieser Anforderungen fühle ich mich ein kleines bischen stärker, was sich wohl (so habe ich den Eindruck) im Auftreten nach außen zeigt.

    Ansonsten ist es hier sakrisch kalt und ich erfreue mich am Holzofen, der zur Zeit gut gefüttert wird. Für mich selber habe ich festgestellt, dass diese Wärme mir sehr gut tut, dann eben öfters Holz holen, Asche entleeren oder Holz kaufen.

    Was für mich eine irre Erfahrung war: ich habe mich um viele Streunerkatzen gekümmert, die ich hierher mitgenommen habe. Einer der Kandidaten ist ein Freigänger vollen Herzens, fühlt sich im Haus nur eingeschränkt wohl. Dennoch hielt ich ihn im Haus weil ich Angst um ihn hatte, während andere - zuverlässige Tiere - Ausgang hatten.

    Nun habe ich ihm die Freiheit gegeben. Er ist selten hier, aber es geht ihm gut. Ich bin mir sicher, ganz sicher, dass das etwas mit Loslassen zu tun hat und damit welchen Prozeß ich durchgehen musste. Ich hätte meinen Mr. Schneeulchen gerne in Sicherheit - aber ich habe ihm die Sicherheit gegen seinen Willen gegeben. Nunmehr darf er entscheiden. Er kann ins Haus kommen wenn er mag - wenn nicht, so darf er streunern.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich habe mal eine etwas exotische Frage, die ich mir leider selber nicht beantworten kann. Zumal "Logik" wohl in den seltensten Fällen herangezogen werden kann.

    Ich für mich versuche bei jeder meiner Aktionen zu bedenken, dass selbiges Verhalten auf mich zurück kommen könnte. Im Sinne von "Was Du nicht willst, dass man/frau Dir tut, das füg auch keinem andren zu".

    Nun habe ich mir die Frage gestellt, wie das ist bei Verhaltensweisen, die diktiert werden von einem "benebelten" Kopf. Das mag meine Co-Abhängigkeit sein (bei der mir aber mein Denken im Vorfeld "jetzt" extremes Handeln nahezu unmöglich macht) bei Süchtigen das Suchtmittel.

    Bspw. der Fall eines Heroinabhängigen der jemanden "anspritzt" oder der Fall wenn jemand betrunken einen Menschen zu Tode oder zum Krüppel fährt. Auf der einen Seite scheinen Suchtmittel zu Blackouts und mangelnder Erinnerung zu führen, auf der anderen Seite wird von schlechtem Gewissen bei Trockenen geredet. Ich habe mich gefragt, in wie weit etwas "übrig" bleibt von Gewissen.

    Ich komme darauf, weil ich mal bei mir eine Leasingkraft hatte. Heroinabhängige junge Frau (besser gesagt, sie war Polytoxoman (mehrfachabhängig, ich weiss nicht, ob man das so schreibt). Sie hatte in ihrer Junkiezeit in die Portokasse unserer Firma gegriffen und wurde mir nach Entzug von einer Zeitarbeitsfirma angeboten. Während die Personalabteilung sagte "no" war ich für "yes". Bei uns in der Abteilung gab es keine Wertgegenstände, die Arbeiten waren nachvollziehbar und eine Chance, dachte ich, hat jeder verdient.
    Diese Frau war eine TOPPPPP Arbeitskraft (ich weiß leider nicht was aus ihr geworden ist) und sehr, sehr ehrlich und direkt. Diese Frau war offen, kooperativ aber auch sehr kritikfreudig - ich fand sie klasse. Ich habe viel erfahren über ihre Beziehung (vor, nach und während der Sucht) über das Elternhaus und und und. Aber nie sprach sie den Diebstahl bei uns in der Firma an. Erst jetzt stelle ich mir die Frage, was es für sie wohl für ein Gefühl war - oder gab es dabei eines - wieder in dieses Haus zurückzukehren, wo sie auf dem Höhepunkt der Suchtkariere war. Wie gesagt, diese Überlegungen habe ich erst jetzt und kann sie leider nicht mehr fragen, wo durch meine Fotoalben meine Vergangenheit wieder lebendig wurde.

    Davon mal abgesehen, dass diese Frau durch super Arbeit und Zuverlässigkeit meines Erachtens ein tolles Bild von sich hinterlassen hat habe ich mich jetzt (da ich nun selber mit dem Thema Sucht konfrontiert wurde) gefragt was in ihr wohl vorgegangen sein musste? War das ihre Chance zur Bewältigung? Hätte sie das Vertrauen einen Geldbeutel relativ unbeobachtet liegen zu lassen? Was ist mit einem Autofahrer, der jemanden anfährt, hat der/die nicht selber einmal Angst angefahren zu werden - nach all jenem was er/sie selber verursacht hat.

    Mir geht es weniger um schuldig oder nicht schuldig sondern die Frage, wie man/frau damit klar kommt einen Teil des Lebens nicht nach der eigenen - nüchternen - Moral verbracht zu haben und wie das trocken wie auch nass (wenn überhaupt) im realen Leben umgesetzt wird.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach, liebe Karotte,
    ich habe gerade ein Buch hier welches ich klasse finde, Alk - ein fast medizinisches Buch oder so. Das erklärt auf ganz unterhaltsame Weise was in einem Körper schlimmes passiert.

    Ich denke mal, wenn ich ein solches Buch kapiere, dann sieht ein Arzt - also Fachmann - noch viel schneller was Sache ist. Scheinbar sei Bluthochdruck (woh überhaupt Herzkrankheiten) bei Alkoholikern sehr typisch.

    Schau, was soll der Arzt sagen: hier dürfte auch wieder der Spruch gelten: Hilfe durch Nichthilfe. Wenn der Patient kommt und sagt ich habe ein Problem, keine Frage. Aber er hat ja kein Problem.... ausser das mit dem Herz,

    liebes Herzchen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Sternschnuppe,
    ich habe selbiges Problem (und derzeit ist auch noch die Toilette verstopft ;) Mist ... im wörtlichen Sinne.

    Aber - jetzt will ich mal rekonstruieren:
    Seit vielen Jahren habe ich Reizdarm und Reizublase. Es wurde wesentlich besser seit die Beziehung beendet ist und ich hier in Frieden lebe. Mein letzter Reiz kam bei seinem Besuch am Mittwoch. Nun ist wieder Ruhe - aber die Toilette noch verstopft.....

    Mir hat ebenfalls eine Portion Shiatsu-Behandlungen geholfen - aber am meisten sicher die Ruhe.

    Es gab noch viele weiteren (kleinen unauffälligen) Erkrankungen, die nun fast genaus unauffälig wieder verschwinden, obwohl sie mich über Jahre gequält hatten...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Lämmchen,
    was meinst Du, wie gerne ich die Menschen schütteln würde, von denen man/frau sich vorstellen könnte in welch einen Teufelskreis sie sich hinein bewegen. Wie gerne ich meinem Ex mit dem Hintern ins Gesicht springen würde und sagen "wach auf, seh doch was Du aus Dir machst". Aber alles das hilft nichts.

    Diese brennende Luft ist schwer zu ertragen. Ich denke auch, dass ist ein Co-Teil in mir Frieden und Harmonie von außen haben zu wollen. Gut, bekomme ich in diesem Fall nicht (von Freunden und Bekannten schon :) somit ist meine Aufgabe mir die Harmonie zu schaffen. Deshalb habe ich mir heute meinen Weihnachtsbaum - mit Wurzelballen - gekauft :)

    Wobei das Schlimme ist, ich kann mittlerweile nachvollziehen, wie deren Sucht auf sie wirken muss, wenn ich meine Gefühle und meine Entzugserscheinungen betrachte. Meine Ausreden um die Fassaden nicht zu enttarnen, mein Wunsch nach Harmonie, der sich nicht erfüllen konnte - alles das um eine "Heile Welt" zu erhoffen, die nicht eintreten kann.

    Dadurch, dass ich mich zwangsläufig mit meiner Sucht auseinandersetze bin ich im "voraus" in der Suchtbearbeitung. Die Wut, die ich gegen ihn verspürte als alles zum Tragen kam, könnte jetzt die Wut sein, die er mir entgegenbringt. Ich will für mich weiter lernen und dadurch mich reflektieren somit muss ich meine Wut (die ich mal hatte) in mir suchen und in mir konstruktiv damit umgehen.

    Welche Macht diese Droge hat ist ebenso erschreckend wie die Tatsache, dass ich aus aufgeklärter Mensch, die Schwere verkannt habe. obwohl wissend dass Sucht schleichend ist war für mich nie vorstellbar was jetzt am Ende steht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich als Co:
    Ich kann mir von meinem 60% Gehalt keine Wohnung leisten - den Umzug auch nicht, da "er" mir nicht helfen wird.

    Ich kann nicht ausziehen, weil ich hier mein Katzenasyl habe, wer nimmt so was schon auf?

    Ich kann nicht ausziehen, weil ich vier Katzen im Hause habe, welcher Vermieter akzeptiert schon vier Katzen?

    Ich habe meine Freunde/Familie verlassen um hier an den Arsch der Welt zu ziehen. Wenn ich von ihm weg gehe habe ich "niemanden"

    und er war in Zeiten vor dem Absturz - das muss ich wirklich sagen: immer als Helfer unterwegs. Damals hätte er mich nie mit einer Panne stehen lassen oder sich nicht um mein Auto gekümmert oder oder oder....

    ... er ist halt so, er ist ja kein schlechter Mensch aber.... (ich glaube unsere Standardausrede).

    Ich meinte ihn zu lieben, und zu ertragen was sich innerhalb der Beziehung abspielte. Nur: die Situation wurde rapide schlimmer - .... alle Ausreden zählten nicht mehr weil es mir nur noch ums "Leben" ging.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Und welche Ausreden fand ich für mich um in einer süchtigen, krankmachenden Beziehung zu bleiben? Ich denke manchmal, diese Ausreden waren noch schlimmer ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach wisst Ihr, es macht mich traurig, wenn ich daran denke, früher morgens und mittags während seiner Pausen angerufen worden zu sein und mich nun fragen zu müssen ob das Kontrolle war.

    Als wir uns getrennt haben und ich alleine in dem Haus war hat er mir Telefon und Internet abbestellt, er war Hauptmieter, somit sein Recht um mich dadurch von der Umwelt abzuschotten. Oder war es einfach nur Wut und Rache? Ich weiß es nicht, aber derzeit weiß ich nicht was für mich schlimmer ist: alle die Dinge zu begreifen oder mich zu fragen, wie einsam ein Mensch sich fühlen muss und von welchen Ängsten und Gefühlen ein Mensch begleitet sein muss, der so etwas tut.

    Ich denke, diverse Kontrollen kann ich nicht verleugnen - aber ist es schlimmer kontrolliert zu werden als zwangshaft kontrollieren zu müssen? Denn ich habe ja auch in der Zeit der Trennung den Alverbrauch "kontrolliert". Zeigen sich da nicht gemeinsamkeiten der gegenseitigen Sucht? Zeigt sich nicht dadurch, dass Sucht "gleich" ist. Nicht im Zeitverlauf, nicht in Charaktereigenschaften, aber einfach durch Handlungsweisen, die für alle Beteiligten ungesund sein dürften.

    Dieses Bewußtsein tut mir etwas weh.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na, dann sagen wir mal, liebe Doro:

    7 Jahre,
    lange Zeit
    mancher denkt ne Ewigkeit.
    die Zeit verrann,
    kein Grund zur Weile
    für manch ein Huhn ganz ohne Eile
    verging sie wie ein Augenblick

    Du mögest bleiben wie Du bist
    und weiter mit Tastatur und Prinz Eisenherz
    die Worte hübsch ins Forum bringen

    Damit die Ferse weiterklingen.
    Die Kraft des Lebens schöne Tage
    wünsch ich zu deinem Jubeltage.
    gespickt mit vielen Sahnestücken
    so soll das neue Jahr dich reich beglücken :)

    Lieben Gruß von Dagmar :)

    liebe Kimyo,
    ich habe tatsächlich meine Fotoalben zurückerhalten. Und da kamen wieder Facetten meines Lebens und Ex-Partner.

    B I N G O - ob abhängig oder nicht, ein gefährlicher Umgang mit Substanzen war immer gegeben!

    So, nun geht es mir wie Dir, ich muss feststellen, das Problem ist meine Auswahl - damit meine Co-Abhängigkeit. Freude machte mir das keine zu erkennen!

    Ich wusste auch nie bei wem wieviel? Aber das ist nicht das Thema, glaube ich! Das Thema ist wohl, dass wir genau auf diesen Menschen anspringen, von denen wir spüren sie haben "irgendwas" nicht im Griff. Ist es der Helfer? Ist es dass, das wir uns stark fühlen wollen? Ich kann es nicht sagen - nur dass mich das bei einer weiteren Auswahl dieser Art ganz sicher zu Boden schlägt.

    Bei meinen Eltern weiß ich nichts von Alk-Problemen, aber von unnahbaren Eltern.

    Nicht wir geraten an den selben Typ - wir suchen sie uns förmlich aus, glaube ich. Bei mir meine ich zu vermuten, dass ein unnahbarer Mensch mich an den Vater erinnert und somit dieser schon punktet. Unnahbar kann ein Narzisst sein, ein Alkoholiker, ein anderweitig Süchtiger und manche anderen Menschen. Jemand unnahbarer aber, kann wohl mit mir keine offene und ehrliche Freundschaft führen.... Somit....
    gilt für mich lernen und alleine bleiben, derzeit.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, liebe Doro,
    irgendwo habe ich gelesen, Du hättest heute Geburtstag - trotz Suchfunktion bin ich aber nicht mehr auf diesen Thread gekommen.

    Falls dem so sein sollte, und Du heute ein Jahr jünger wirst ;) so wünsche ich Dir einen wunderschönen "Burtzelstag"

    Ich wünsche Dir
    soviel Glück, wie die Sonne Strahlen hat,
    soviel Gutes, wie der Regen Tropfen hat und
    soviel Gesundheit, wie der Regenbogen Farben hat.

    Hab´ einen schönen Tag.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh je, Kimyo, dann kann ich Dir nur ganz viel Kraft auf Deinem Weg wünschen !

    Tja Ihr Lieben. Nach wie vor belastet mich diese Wut, die komplett auf mich gebeamt wird. Allerdings habe ich für mich verstanden dass schlichtweg und ergreifend ein Schuldiger gesucht werden muss dafür, dass eben die Fassaden gefallen sind.

    Nun, eingerissen habe ich diese Fassaden. Der Alkohol ist daran nicht schuld - denn ansonsten müssten Schritte folgen - also liegt es nahe in mir den Schuldigen zu sehen und auf Rache zu sinnen. Aus der Nummer komme ich nicht raus, das ist einfach so!

    Nun gut, es tut weh nach 8 Jahren Beziehung einer ganzen Portion Gefühlen mit der Polizei drohen zu müssen, damit er "den Acker verlässt". Aber nun gut, im Notfall auch das.

    Liebes Lämmchen, ich glaube nicht, dass diese Stimmungen vom Pegel abhängen sondern eher von der Gefühlssituation des Trinkenden. Der Alk verstärkt ja jedes Gefühl. Bei uns war es immer dieselbe Nummer: erst neutral, dann Versucht gemeinsames Essen ect - bei Ablehnung dann die Wut und Agression.

    Ich fühle mich nicht wohl in einer solch angespannten Situation und bin fremdbestimmt durch eine gewisse Angst. Aber mal das Kind beim Namen genannt: Mit Wut vergiftet sich im Regelfall nur der Agressor selber. Denn bedeutet Wut nicht auch eine Antwort auf die Schwierigkeiten des Lebens dieser Person? Wut betrachtet das Problem als „dort draußen“ statt „hier drinnen“, oder?

    Dieser Druck und diese Wut ist Stress für den Körper, Herzschlag, Blutdruck ect. müssen noch mehr auf Hochtouren arbeiten als mit der allgemeinen Verarbeitung schon so. Ich glaube jeder überdimensional wütende Mensch vergiftet sich selber durch dieses tiefe und explodierende Gefühl. Trauer ist auch nicht schön, aber ich kann mit ihr viel besser - zuweilen auch viel kreativer umgehen - als mit Wut.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, Ihr Lieben, das mit meiner Mum war nicht schön von ihm. Sie wohnt aber 120 km von hier und ist somit in Sicherheit. Davon mal abgesehen ist ja nicht sie es, die seine Aggression hervorruft sondern meinereiner.

    Es ist nicht immer leicht, jetzt ist gerade die toilette verstopft, hier wurde am Donnerstag ja direkt vor dem Haus Wasser abgepumpt weil wohl einiges überflutet war, die alten Rohre sind sicherlich auch verkalkt. Der Flaschner meines Vertrauens ist in Mannheim, könnte nur am Montag, da aber habe ich einen Termin bei der Psychotherapeutin. Nein, schön ist das alles nicht und die tausend Bilder zum reinigen und unterbringen.
    Aber es ist eine Sache von Zeit und ich muss halt durch - es wird nicht schlimmer, es wird in der Bewältigung leichter

    Also Ihr lieben, ich gehe wieder Wasser schöpfen, vielleicht kriege ich es doch selber hin....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja Katrine,
    ich denke, es gibt Seiten, die durch die Enthemmungen des Alkohols zu Tage treten. Eigenschaften, die schon zuvor da waren, aber einfach unter Kontrolle gehalten wurden.

    Ich muss für mich begreifen, dass der liebevolle Mensch den ich gedacht hatte als Partner zu haben, eine imense Wut in sich hat (eventuell schon aufgestaut vor meiner Zeit), mit der er aber nicht konstruktiv umgehen kann. Auch hier lasse ich mich gerne korrigieren, ich kann nur das übermitteln, was ich vermute - wissen kann ich es nicht....

    Es ist grausam Katrine. Ich musste diese Woche sogar mit der Polizei drohten - für mich ganz, ganz schlimm dass Jahre, die mit Liebe begannen, so enden.

    Fakt ist aber dass zwei Partner sich in einer Beziehung befinden, die beide kränker macht als sie schon sind. Jeder der beiden hat die Chance auszusteigen und sich und sein eigenes Leben neu zu reflektieren. In manchen Fällen gelingt es beiden und sie treffen sich wieder, lernen sich vielleicht neu kennen.

    Für mich ist nach heutigem Stand nicht vorstellbar, dass Neuanfang um Neufanfang, die nur auf Worten und Versprechungen basieren, ein konstruktives Ergebnis erzielt wird. Ich bin für mich gerade am Lernen mich selber zu leben - Partnerschaften sind für mich kein Thema. Erst dann, wenn ich mit mir selber eins bin und ich einen Partner nehmen kann wie er ist, dann bin ich gesund.

    Die Alkoholmuster sitzen tief und fest - wie auch meine Mechanismen - diese anders umzusetzen bedarf viel, viel Mühen denke ich. Denn ich würde sagen, der Süchtige hat sich nun auch auf eine Weise kennengelernt, die er vielleicht gar nicht an sich sehen will - Arroganz oder ähnliches. Dinge vielleicht, die seinem ursprünglichen Moralbild vielleicht sogar entgegensthehen. Damit heisst es erst eimal fertig zu werden - mit klarem Kopf.

    Ach Katrine, sie können sich nur selber helfen und wir uns - sollte es dann noch passen, dann treffen sich die Wege wieder. Aber wir helfen nur wenn wir unseren Fokus vom anderen Menschen nehmen und ihm seine Verantwortung wieder selbst geben. Auch wenn ich beispielsweise nun eben dafür gehasst werde: für die Übergabe der Verantwortung an den Betreffenden.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Katrine,
    ich denke auch, das können wir nicht so ganz verstehen. Außer wir versuchen unsere Sucht nach dem Partner gleich zu setzen mit dessen Sucht nach dem Alk. Währed der Alkoholiker sagt "war doch nur ein Glas" fragte ich mich immer "Ist es wirklich so schlimm, ist er tatsächlich ein Alkoholiker oder tue ich ihm Unrecht?".

    Auch mein ExFreund war ein Pegeltrinker der gut funktionierte, ich habe nicht einmal mitbekommen wie sich das Level extrem erhöht hat um dann auch noch neben dem Spiegel weitere Abstürze mit sich zu bringen, also die totalen Blackouts.

    Ich lasse mich gerne von den Trockenen korrigieren, aber ich denke Katrine, sie können es dehalb nicht erkennen, weil sie den Freund Alk nicht aufgeben möchten. Würden sie zugeben, sie hätten ein Problem dann wäre Handlungsbedarf. Alles verniedlichen, bagatellisieren oder die Schuld anderen zuschieben ist einfacher weil es den eigenen Handlungsbedarf erspart.

    Ich kenne Arroganz, Gewalt und Wut von seitens des Trinkers - alles vielleicht Gesten von Hilflosigkeit. Einer muss schuld sein, gegen den richtet sich Wut und Hass - der Alk ist es nicht, also bitte Partner oder Ex-Partner, die kommen ja wie gerufen.

    Alles von der Sucht ausgelöste Veränderungen, die einen Menschen anders werden lassen als wir sie kannten.

    Ich wünsche Dir viel Kraft.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Langsam, aber nur sehr langsam scheine ich nun ca. 2 Monate nach dem Auszug zur Ruhe zu kommen.

    Dieses morgendliche Gefühl und die Gedanken beim Aufwachen "das kann doch alles nur ein böser Traum gewesen sein" die weichen denen in Form von "raus, das und das steht an".

    Meine verstopfte Toilette (im Altbau passiert ja alles, Stromkreis war weg, Möbel sind ja immer noch nicht alle da, was weniger mit dem Altbau zu tun hat ;) bringt mich nicht mehr um den Verstand, was früher der Fall gewesen wäre.

    Mein Holz für den Winter habe ich bestellt und bin am vorbereiten wo ich es wie lagere.

    Gestern rumms... Geräusche von Autos vor meinem Haus, Dunkelheit, Hilfe ... Panik ... mehrere Personen laden etwas um oder aus ... tirili tirila, die Feuerwehr war da und hat wohl Wasser ab- bzw. weggepumpt. Ein kleiner Beweis, dass nicht jedes bekannte Motorengeräusch eine Bedrohung darstellt.

    Noch sind nicht alle Dinge entsorgt, die ich vor die Haustüre gekarrt bekam, aber die Bilder habe ich gereinigt, die Fotoalben geschrubbt und versuche nun alles bestmöglich unterzubringen. Manches hatte noch Platz im Mülleimer und verschwand.

    Die körperliche Angst ist nach dem letzten Auftritt etwas gewichen (dennoch bin ich in Hab-Acht-Stellung und recht unsicher), da ich mich nicht mehr verdrücken konnte. Zwar hat meine Aussage die Polizei zu holen dafür gesorgt, dass sofort nach der Heimkehr alle Lichter gelöscht wurden - aber was ist das für ein Ende? Schluß von wütenden Debatten nur über den Hinweis nun die Polizei zu rufen? Erbärmlich ...

    Ich konnte und kann mich auch jetzt schwer mit den Bösartigkeiten auseinandersetzen, denen ich ausgesetzt bin. Dennoch muss ich für mich akzeptieren, dass ich der Sündenbock bin, der es nicht mehr ermöglicht in Ruhe zu trinken, da die Rückendeckung von mir fehlt.

    Es ist nicht schön, aber wenn keine Krankheitseinsicht da ist, die ja dann zu selbstverantwortlichem Handeln zwingen würde, dann kann und muss ich auch damit leben dafür "verantwortlich gemacht zu werden".

    Es wird nicht anders werden, diese Gedanken kann ich in der Pfeife rauchen. Ich hatte gedacht und gehofft, dass diese Aggression sich legt und ein sauberes Ende möglich ist. Dem ist einfach nicht so! So ist eben Sucht ...

    Mein Part muss sein genau dieses zu aktzeptieren - auch das schlechte Ende, welches mein Anfang sein muss. Alles ist wirklich noch kopflastig und muss konzentriert erfolgen.

    Die nächsten 10 Tage sind voller Termine irgendwo im ferneren Umkreis, eine Sache, auf die ich mich nicht freue, die mich aber viel weniger in Panik versetzt als noch vor Wochen. So ein bischen kommt eine ruhigere Verfassung zu mir, dass eben alle die Dinge die geschehen so sind und damit basta. Gefallen tun sie mir immer noch nicht ;) aber die Kräfte dagegen anzugehen, die kann ich mir sparen.

    Meine Bewerbungen waren zwar noch nicht erfolgreich, aber nachdem ich Bewerbung und Lebenslauf umgestellt habe sind die Reaktionen anders und es kommen auch telef. Anfragen bzw. Rückfragen. Alles noch nichts greifbares, aber veränderliches, wie es aussieht.

    Rund um und im Haus habe ich meine Duftlichter verteilt, die ich sehr liebe, wofür mir aber bisher die Liebe fehlte. Eigentlich auch jetzt noch unpassend, weil viel rumsteht und rumliegt, aber immer wieder eines der Dinge mehr, die mich erfreut. Keine einfache Zeit, keine relaxte Zeit - aber wohl eine der Akzeptanz für alles was geschehen ist und wohl noch geschehen wird.

    Was mir definitiv noch schwer gelingt ist in Sachen Ernährung, Kleidung ect. gut auf mich zu achten. Das bequemste ist das einfachste, nur nicht lange suchen. Falsch! Ich habe auch Textilien, die mir stehen, in denen ich besser aussehe.

    Essen sollte nicht erst dann erfolgen, wenn der Magen in den Kniekehlen hängt, sondern wenn der erste Anflug verspürt wird.

    Ein schönes Schaumbad tut nicht nur dann gut wenn ich fertig mit den Nerven bin, sondern auch zwischendurch. Aber daran muss ich noch arbeiten.

    Wie gesagt, alles mit und über den Kopf, bis Teile davon gefühlt werden und ohne Kopf umgesetzt werden können. Ein noch harter Weg liegt da vor mir.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Lilly,
    und natürlich Ihr anderen,

    ich sehe es sehr wohl so, dass ich krank bin. Dadruch, dass ich das schmerzhaft erkennen musste habe ich aber die Chance etwas zu ändern. Somit die Basis für eine ganz gesunde Beziehung.

    Wieviele Menschen stecken in unglücklichen Beziehungen, steigen nicht aus, ohne dass sie im üblichen Sinne coabhängig sind, einfach nur zu faul um zu gehen, Angst vor dem Risiko - einfach nichts verändern wollen.

    Wir sind gezwungen (darin kann ich auch eine Chance sehen) uns immer wieder zu reflektieren, immer wieder in Frage zu stellen und zu lernen wieder auf die Ursprungsimpulse zu reagieren.

    Ich weiß noch, mein Gefühl sagte zu Beginn der Beziehung "no" und es sagte auch warum. Aber ich habe diesen Urinstinkt über falsches Denken definitiv ausgeknippst. Wohl schon weil ich mir damals nicht trauen wollte und mich selber zu wenig liebte um auf meine Zukunft unf mein Glück zu achten. Genau das ist meine Aufgabe das wieder zu lernen. Nicht nur diesen Urimpuls zu spüren, sondern ihn für wahr zu nehmen und als gut zu akzeptieren.

    Dieses gut für mich - gut für Dich - ich denke suchtmittelabhängige wie personenabhänigige Menschen gehen mit diesem "gut für mich" oftmals schräg um oder hinterfragen es nicht in der Anfangsphase. Zumindest ging es mir so. Gesunde Menschen spüren Alk/Partner tun mir nicht gut, ich lasse die Finger davon. Ich nicht ... ich habe sie mir verbrannt... warum? Weil ich mir selber misstraute.

    Das können wir lernen und dadurch auch Beziehungen zu führen. Vielleicht sogar glücklicher als Paare die nach aussen als gut wirken und es vielleicht dann doch nicht sind weil sie sich nicht hiniterfragen. Wir müssen hinterfragen um selber gesund zu bleiben.

    Ich denke kein Mensch ist heil - jeder Mensch hat gelitten und Verhaltensmuster oder Macken - manche werden aber niemals sichtbar und können sich so gut tarnen. Wir haben unsere "Macken" hier sichtbar gemacht und arbeiten an ihnen.

    Ach Lilly, diese Träume passen schon in die Realität :) Wir müssen nur auf dem richtigen Bahnhof stehen, damit der passende Zug kommt, der die kleine Lilly an ihr Ziel bringt :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Darf ich mitposten? Denn eigentlich bin ich ja nicht gefragt, aber ich finde das Thema sehr interessant weil ich denke, das betrifft jede Seite ob Co oder Süchtiger.

    Ich würde vermuten, solange ich in meiner Sucht gefangen bin und einen Partner habe, der ebenfalls seine Sucht auslebt, so sind wir zwei Mühlsteine, die sich in die Tiefe ziehen.

    Arbeitet aber jeder dieser Partner an sich, beginnt intakte Grenzen zu setzen und kann mit dem Partner reden, so können Probleme aufgearbeitet werden. Zwar habe ich oder ein ehemaliger Suchtkranker immer noch diese Sucht in mir, weiß davon und reagiere hoffentlich (!) auch Mechanismen.

    Ich für mich würde mir einbilden, dass mit dem Bewußtsein einer solchen Sucht sogar eine gute Beziehung (von zwei gesundenden) geführt werden kann wenn diese sich i m m e r ihrer Gefahr bewußt bleiben.

    Auch ich musste bemerken, je mehr ich Grenzen setzte und je mehr ich fragte was ich will und was ich nicht will, desto schlechter ging es in der Beziehung (mir ging es also als Co ebenso wie Dir Lilly). Hier würde ich vermuten, dass das was mich mit meinem Partner verband, eine kranke Sucht von zwei Menschen, sich langsam auflöste. Dadurch, dass ich nicht mehr so war wie er mich kannte wurde ich nicht mehr berechenbar (wie übrigens er durch den Alkohol) und nicht mehr so gut steuerbar. Wir beide mussten uns nun mit anderen Augen sehen und wollten wohl erkennen dass es nicht klappen kann. Vielleicht dumm vereinfacht, vielleicht auf meinem Level noch nicht durchschaubar....

    Aber ich habe für mich durch diese Vorgänge begriffen, wie wichtig es wäre "bei mir zu bleiben" was mir oft nicht gelingt. Denn höre ich in mich rein, so spüre ich was mir nicht gut tut und würde hoffentlich (!) zukünftig die Finger von solchen Paarbildungen lassen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich bin auch erst mal gestolpert als ich den Beitrag las - habe mir dann die Ursprungsgeschichte rausgeholt (von der es doch schön gewesen wäre, wenn sie der Ursprung dieses Postings gewesen wäre) und war dann doch verunsichert.

    Schön, dass Du Dich abgrenzen kannst, gehen konntest und Dein Leben für Dich lebst.

    Ich persönlich fange erst jetzt an, nach der räumlichen Trennung, meine Mechanismen zu begreifen - und noch immer kann ich nicht alle abstellen. Davon einmal abgesehen wird die körperliche Verfassung meines Erachtens ruiniert wenn man/frau mit jemandem zusammenlebt, wo ständig anderes passieren kann. Das ist ja eine ständige Nervenanspannung schlimmer als Krieg. Und wie oft haben die Jungs, die im Krieg waren ein Trauma .... es prasselten Dinge auf sie ein, die sie nicht verarbeiten konnten.

    Ich denke, manch einem Co - mir auf jeden Fall - geht es zuweilen so.

    Toi toi toi liebe Davina,
    für Deine Zukunft

    Hast Du kein Problem wenn er Dich besucht, auch wenn er klar ist, in Sachen Glaubwürdigkeit? Damit meine ich nicht den Alk oder Konsummengen sondern die Tatsache, dass ich oft erlebt habe, dass wegen Bagatellen gelogen wurde somit mein Vertrauen sank. Wie ist das bei Dir? Du schriebst im Ursprungsbeitrag auch über Aggressionen.... wie konntest Du das verwinden??? Denn in mir haben solche Agressionen Spuren hinterlassen, vor allen Dingen auch "Angst".

    lieben Gruß von Dagmar

    weil wir nur den kostenfreien zugang haben ist es nicht möglich, eine PN zu senden, schade

    edit elocin: bitte keine Mailadressen,danke

    aber ich weiß nun nicht, ob ich das stehen lassen darf.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Mods, gibt es eine Chance der Infoübermittlung, oder tatsächlich nur den erweiterten Zugang? Ja, nur die Möglichkeit des erw. Zugangs.