Langsam, aber nur sehr langsam scheine ich nun ca. 2 Monate nach dem Auszug zur Ruhe zu kommen.
Dieses morgendliche Gefühl und die Gedanken beim Aufwachen "das kann doch alles nur ein böser Traum gewesen sein" die weichen denen in Form von "raus, das und das steht an".
Meine verstopfte Toilette (im Altbau passiert ja alles, Stromkreis war weg, Möbel sind ja immer noch nicht alle da, was weniger mit dem Altbau zu tun hat
bringt mich nicht mehr um den Verstand, was früher der Fall gewesen wäre.
Mein Holz für den Winter habe ich bestellt und bin am vorbereiten wo ich es wie lagere.
Gestern rumms... Geräusche von Autos vor meinem Haus, Dunkelheit, Hilfe ... Panik ... mehrere Personen laden etwas um oder aus ... tirili tirila, die Feuerwehr war da und hat wohl Wasser ab- bzw. weggepumpt. Ein kleiner Beweis, dass nicht jedes bekannte Motorengeräusch eine Bedrohung darstellt.
Noch sind nicht alle Dinge entsorgt, die ich vor die Haustüre gekarrt bekam, aber die Bilder habe ich gereinigt, die Fotoalben geschrubbt und versuche nun alles bestmöglich unterzubringen. Manches hatte noch Platz im Mülleimer und verschwand.
Die körperliche Angst ist nach dem letzten Auftritt etwas gewichen (dennoch bin ich in Hab-Acht-Stellung und recht unsicher), da ich mich nicht mehr verdrücken konnte. Zwar hat meine Aussage die Polizei zu holen dafür gesorgt, dass sofort nach der Heimkehr alle Lichter gelöscht wurden - aber was ist das für ein Ende? Schluß von wütenden Debatten nur über den Hinweis nun die Polizei zu rufen? Erbärmlich ...
Ich konnte und kann mich auch jetzt schwer mit den Bösartigkeiten auseinandersetzen, denen ich ausgesetzt bin. Dennoch muss ich für mich akzeptieren, dass ich der Sündenbock bin, der es nicht mehr ermöglicht in Ruhe zu trinken, da die Rückendeckung von mir fehlt.
Es ist nicht schön, aber wenn keine Krankheitseinsicht da ist, die ja dann zu selbstverantwortlichem Handeln zwingen würde, dann kann und muss ich auch damit leben dafür "verantwortlich gemacht zu werden".
Es wird nicht anders werden, diese Gedanken kann ich in der Pfeife rauchen. Ich hatte gedacht und gehofft, dass diese Aggression sich legt und ein sauberes Ende möglich ist. Dem ist einfach nicht so! So ist eben Sucht ...
Mein Part muss sein genau dieses zu aktzeptieren - auch das schlechte Ende, welches mein Anfang sein muss. Alles ist wirklich noch kopflastig und muss konzentriert erfolgen.
Die nächsten 10 Tage sind voller Termine irgendwo im ferneren Umkreis, eine Sache, auf die ich mich nicht freue, die mich aber viel weniger in Panik versetzt als noch vor Wochen. So ein bischen kommt eine ruhigere Verfassung zu mir, dass eben alle die Dinge die geschehen so sind und damit basta. Gefallen tun sie mir immer noch nicht
aber die Kräfte dagegen anzugehen, die kann ich mir sparen.
Meine Bewerbungen waren zwar noch nicht erfolgreich, aber nachdem ich Bewerbung und Lebenslauf umgestellt habe sind die Reaktionen anders und es kommen auch telef. Anfragen bzw. Rückfragen. Alles noch nichts greifbares, aber veränderliches, wie es aussieht.
Rund um und im Haus habe ich meine Duftlichter verteilt, die ich sehr liebe, wofür mir aber bisher die Liebe fehlte. Eigentlich auch jetzt noch unpassend, weil viel rumsteht und rumliegt, aber immer wieder eines der Dinge mehr, die mich erfreut. Keine einfache Zeit, keine relaxte Zeit - aber wohl eine der Akzeptanz für alles was geschehen ist und wohl noch geschehen wird.
Was mir definitiv noch schwer gelingt ist in Sachen Ernährung, Kleidung ect. gut auf mich zu achten. Das bequemste ist das einfachste, nur nicht lange suchen. Falsch! Ich habe auch Textilien, die mir stehen, in denen ich besser aussehe.
Essen sollte nicht erst dann erfolgen, wenn der Magen in den Kniekehlen hängt, sondern wenn der erste Anflug verspürt wird.
Ein schönes Schaumbad tut nicht nur dann gut wenn ich fertig mit den Nerven bin, sondern auch zwischendurch. Aber daran muss ich noch arbeiten.
Wie gesagt, alles mit und über den Kopf, bis Teile davon gefühlt werden und ohne Kopf umgesetzt werden können. Ein noch harter Weg liegt da vor mir.
Lieben Gruß von Dagmar