Beiträge von dagmar007

    Ach Ihr Lieben,
    ich habe einen sehr guten Bekanntenkreis - nicht groß, aber sehr, sehr gut, zuverlässig, ehrlich und Leute, die die Ärmel hochkrämpeln wenn es sein muss oder mir ihre Schulter zum ausweinen leihen.

    Auch Außenkontakte sind dadurch selbstverständlich. Daran hängt es nicht. Ich fühle mich wohl mit mir alleine und in meinem Häuschen, welches Wärme gibt (nicht nur mit dem Kaminofen).

    Hass, ich weiß es nicht? Wohl immer dann die Wut/Angst, wenn bspw. ein Anruf bei meiner Mutter erfolgt. Das Haus habe ich seit dem Auszug Mitte August nicht mehr gesehen (weil ich Angst dort habe und mich nicht wohl fühle), nur ein entfernteres Gartenstück (welches nicht am Haus ist) um dort meine Pflanzen zu holen. Wobei natürlich auch das "ein Heim" war.

    Diese Angst - und somit Bindung - entsteht durch das, was hier vermutlich erfolgen soll. Anlieferung seines Mülls, da ich aber keine Lust habe mich dadurch kirre zu machen habe ich mit meiner Freundin vereinbart wie wir es handeln falls diese Möbel und Autoteile hier landen. Kontakt zum Schrotthändler ist aufgenommen, Sperrmüllkarten liegen parat. Anhänger ist gesichert.

    Dieser von Euch gespürte Hass scheint dann aufzutauchen, wenn ich von Ängsten überfallen werde. Diesen gilt es entgegen zu treten - und zwar durch Alternativen, die erst dann greifen wenn diese schlimmsten Vermutungen eintreffen.

    Ich denke, über mich und üble Nachrede im Ort mache ich mir keine Gedanken (das war eine meiner ersten Sorgen) denn ich denke, mittlerweile bekommt das Umfeld schon mit, was ich für "eine" bin.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, Jenny, ich hatte anfänglich auch nicht verstanden, warum die Chance im "loslassen" liegt.

    Das ich erstmal wieder zu mir selbst komme ist ein Punkt und der zweite ist das überlassen der eigenen Verantwortung.

    Ich habe nie begreifen können wo meine Hilfe liegen könnte, ich log nicht, ich sprach klar aus dass er ein Alkoholproblem hat, ich machte keinen Zauber. Aber ... ich hielt die Fassade aufrecht. Die Miete wurde überwiesen, die Nebenkosten gezahlt, der Müll weggebracht und nach außen schien alles seinen normalen Gang zu gehen.... all die Jahre war ich auch noch Wecker .... alle diese Dinge waren suchtverlängernd! Aber das habe ich erst begriffen als ich im gehen war.

    Ich machte es ja aus Automatismen, weil das ein normaler Mensch macht. Aber: bei Personen, die ihr Leben nicht im Griff haben und nicht organisieren können - egal warum - verhindert der Angehörige so eine Veränderung.

    Ja, ein langer, harter Weg ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    hihi Spedi,
    könnte man so sehen - ich habe auch lange, lange überlegt, ob ich sie holen soll. Aber ich muss tatsächlich sagen als Arbeitslose wollte ich diese Früchte mitnehmen. Aber ich würde es dennoch mal stehen lassen - auch wenn ich weiß hätte ich die Pflanzen nicht geholt, würde ich mich ewig in den Hintern beißen. Aber Rechtfertigung sagt schon "richtiger Deut"

    Ach Jenny, wer auszieht um beim Alkoholiker eine Reaktion zu erzeugen, der dürfte in das absolute Loch fallen. Erstens warum sollte der Alkoholiker sich ändern, wo er doch endlich sturmfreie Bude hat. Der Angehörige wäre jetzt ja kreuzunglücklich weil er alleine lebt, was er/sie ja nicht wollte sondern ein anderes Resultat erzielen. Ich denke so ein Gedanke ist schon im Vorfeld verspielte Zeit und Kraft.

    Ehrlich gesagt, wenn ich an meinen Auszug denke, da habe ich nichts überlegt was mit dem Alkoholiker in Verbindung zu bringen war sondern mein einfaches Überleben - meine Belastbarkeit war überreizt und ich wollte nur noch raus.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Warum wir tip(p)en? Nun, weil viele von uns noch auf den 6er im Lotto warten: Juhu, ein Wunder geschieht und der Lover wird eine Spontanheilung.

    Ja, auch darüber habe ich gelesen, aber wollte wohl nur lesen was ich mir einbildete in diesem klugen Buch: Spontanheilung bedeutete dort nämlich mit Hilfe einer Selbsthilfegruppe oder Therapeut - ohne Langzeittherapie. Spontanheilung bedeutete keinesfalls "aufhören und juhu die Welt ist in Ordung".

    Ich bin auch von der Stadt aufs Land - ich bin ebenso pleite -finanziell fertig. Existenzangst.

    Die Antwort muss nicht lauten "Trenn Dich", aber sie wird immer lauten "Finde Dich". Ich selber musste gehen a) aus Gefahrenmomenten, die entstanden und b) um überhaupt Abstand zu bekommen. Davon mal abgesehen habe ich alleine durch meine Gegenwart (wie sich jetzt herausstellt) dafür gesorgt, dass er sich bemühte nicht ganz so auffällig zu sein.

    Liebe Kahry, ich will einen Partner, für den ich eine Bereicherung darstelle - aber nicht einen, für den ich die Lebensgrundlagen schaffe. Das ist nämlich keine Liebe, die ihn an mich bindet sondern die Fassade, die ich durch mein Tun aufrecht halte. Meine Aufgabe in der Beziehung war es letztendlich ihm und mir die eigene Verantwortung wieder zu überlassen.

    Liebe Kahry, Du wirst Dir einfach die Frage stellen müssen wie lange Du es wie aushältst. Ich habe lange in einer solchen Beziehung gelebt. So lange, bis der Leidensdruck nicht mehr erträglich war. Und das genau wird der Punkt von jeder/m von uns sein. Erst dann, wenn wir genau wissen was wir wollen oder nicht wollen können wir beginnen das umzusetzen - und auch dann folgt noch ein sehr langer Weg.

    Ich schreibe, um meinen Weg zu verfolgen. Wenn dann wieder meine Zweifel kommen ob ich Unrecht dachte oder ob alles doch nicht so schlimm ist, dann lese ich die Tage nach, an denen ich nicht mehr konnte - mir mein eigenes Leben nicht mehr lebenswert war. Und dann weiß ich "es war noch viel schlimmer".

    Wie Du das aushalten sollst? Genau das wird sich mit oder durch Deinen persönlichen Tiefpunkt zeigen - ob Du an ihm ankommst oder nicht oder wann dieser Tiefpunkt sein wird. Vielleicht erst in vielen Jahren, weil jetzt ja alles "noch nicht so schlimm" ist.

    Unsere Gefühle - nun die sind vielleicht zuweilen näher zu betrachten ob sie das sind, was sie zu sein scheinen. Meine Zuneigung wurde irgendwann einmal durch den Ekel der ständigen Fahne ersetzt. Meine "Liebe" konnte nicht mehr gelebt werden weil ich mich schämte mit ihm in der Öffentlichkeit aufzustreten, weil immer ein Rausch resultierte. Eine Beziehung konnten wir nicht mehr leben weil unsere Interessen sich über die Jahre meilenweit entfernten. Unsere Freundeskreise waren zu unterschiedlich..... Nun, die Liebe, die ich noch spüre - ist nun Trauer um eine Gemeinsamkeit und Zukunft, die nicht lebbar ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Sehe ich nicht anders als du Spedi (gilt ja für mich - ich bin kein Alkoholiker sondern Co-Abhängig, aber Suchtmittel ist Suchtmittel). Wie wäre es möglich irgendwann einmal auf sich selber zu treffen, wenn der Kontakt, die Muster und die alten Angewohnheiten immer noch gelebt werden.

    Ich hoffe nun ich verstehe nichts falsch oder habe nichts missverständliches geschrieben. Es gibt keinen Kontakt seit August 2008 - ich flüchte und stelle mich als tote Frau. Es erfolgte ein Anruf bei meiner Mutter, der mich etwas gehörig zurückwarf, weil da diese Drohungen wieder aktiviert wurden.

    Aber wie gesagt, ich gehe nicht ans Handy, meide die Örtlichkeiten (ausser um einmal die Himbeeren zu holen) und will mein Leben in meinem Haus führen. Oder lernen mein neues Leben zu beginnen.

    Meine Leidesnfähigkeit war erreicht, mein Tiefpunkt war die Angst nicht mehr zu überleben, was noch folgt - beim Gegenstück gibt es keine Krankheitseinsicht und wohl auch keinen Tiefpunkt, was aber mit meinem Leben nichts zu tun haben darf.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Klasse Oktavian,
    reich Dir einfach die Hand und zieh Dich in Dein Glück. Vielleicht muss er sich selber fangen und kann das besser wenn er alleine in sich reinhören kann. Ich weiss es nicht, da dürfte jeder anders sein. Wenn es Dir aber gut geht und Du vorleben kannst was eine Zufriedenheit ohne Gift ist, vielleicht macht es ihm Mut es ebenso zu probieren.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Na, dann muss man/frau ja leider sagen: "Welcome back, liebe Kahry" Nicht schön, aber wohl leider der übliche Gang der Dinge.

    Ja, unsere Hoffnung, die wollen wir - ich - noch nichteinmal aufgeben wenn wir gegangen sein sollten. Auf Worte reagiere ich gerne und schnell, wenn sie meiner Beruhigung dienen, lasse ich mich doch gerne anlügen, wenn dann wieder die "Heile Welt" da sein sollte.

    Nun, bei mir gab es keine heile Welt sondern nur ein paar Tage den Anschein.

    Ich bin auch wegen meinem damaligen Partner weg gezogen von Freunden und Familie. Bin von der Großstadt aufs Land und nun quasi "alleine". Aber ich habe gute Freunde, nicht viele, aber die sind gut! Ich habe hier ein schnuckeliges kleines Häuschen gefunden und fühle mich wohl.

    Auch ich bin wie Du arbeitslos! Und verdammt noch mal, das war meine Chance! Auf der einen Seite brach die Welt zusammen kein Job, keine Partnerschaft, alleine und am Arsch der Welt.

    Aber wann und wie kann man besser umziehen? Wann und wie sich besser um Wohnungen bemühen? Ich denke, meine Arbeitslosigkeit hat mir geholfen zu sagen ich habe alles verloren, was kann jetzt noch schiefer gehen.

    Ich muss noch bearbeiten, fühle mich manchmal als habe ich einen an der "Klatsche" aber ich lebe wieder. Ich freue mich an der Sonne, meinem Grün um mich herum und gewöhne mich nun daran dass der alltäglich Horror und meine Angsthaltung "was passiert wohl heute" langsam schwindet.

    Das Gefühl von Trauer, Sinnnlosigkeit und nichts wissen ist o.k., aber nicht darin verharren, liebe Kahry.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Sorgen,
    heute seid Ihr gar nicht da :)

    Na, hatte ich heute morgen doch erstmalig ein schönes erwachen mit "hoppala" raus aus den Federn und Wasser vom Brunnen holen, Katzen versorgen und dann rauslassen und und und.

    Ich habe gestern ganz bewußt in meiner Hilflosigkeit mit mittags ein heißes Bad einlaufen lassen, eine Pizza im Holzofen gemacht und mir quasi den Nachmittag geschenkt. Keine Bewerbungen geschrieben, keinen Horror bei mir ankommen lassen (und zuvor Himbeersträucher gepflanzt).

    Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass diese Probleme mit der real verbreiteten Angst zusammenhängen, die ja über all die Jahre gelebt wurde und es üblich war morgens aufzuwachen und sich zu fragen ist der andere da? Wenn nicht, ist was passiert? So, und nun wache ich in Ruhe auf und achte nicht mehr darauf ob eine Leiche auf der Treppe liegt oder die Atmung ausgesetzt hat wenn er im Bett liegt.

    So, diese Ruhe morgens, die noch neu ist könnte genau zu dem Gedanken - Alptraum - führen. Denn während des zusammen wohnens waren für mich bereits morgens gewisse "Kontrollen" nötig. Aufgewacht? Leblos irgendwo liegend?

    Vielleicht komme ich so langsam auf meine Lösungswege.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Koketterie,
    ich besitze den Ausbilderschein im Vollkontakt-Kung-Fu. Nur: ich besitze nicht das Aggressionspotential um jemanden in den Boden zu stampfen. Wobei ich schon denke, wenn es an meine Luftröhre ect. geht, dann kommen die kleinen Gemeinheiten wieder ans Tageslicht. In Sachen Fallschule ect. ist noch alles da, auch was das Kämpfen betrifft ist noch sehr viel da. Habe das mal vor kurzem getestet :)

    Ich habe auch lange überlegt lasse ich mich kirre machen und ist die Angst einfach Panik. Aber dadurch, dass gerade wohl sehr viele Probleme über ihn einbrechen und er schon zuvor aggressiv war ist keine Einschätzung für mich möglich.

    Keine Einschätzung heißt kein Stempel "unbedenklich" und das heißt einfach für mich Tauchstation. Und was da in der letzten Zeit war in Sachen Schlägerei ect. denke ich mal einem Menschen, der gerade dabei ist ins Toilettenhäuschen zu treten, bei dem könnten schon mal die Sicherungen durchbrennen. Zumal unter Alk ist ja kein normales Denken möglich.

    Mich ärgert einfach dass mich das alles zurückwirft. Dass es mich wieder in Unruhe bringt und alte Muster wieder aufleben läßt. Wobei mir das auf der anderen Seite zeigt unter welchem Druck ich damals gestanden haben musste, es aber nicht mehr bemerkt haben dürfte, weil einfach Dauerstrom angesagt war.

    Ich habe in meiner Verzweiflung heute mittag ein herrliches Bad genommen, eine Pizza in den Holzofen gelegt und mir schöne wohlige Wärme durch den Kaminofen verpasst. Wenn es wenigstens mir in meinem Umfeld gut geht, so kommt das von Außen weniger an mich ran.

    Davon mal abgesehen, ich habe in beiden Etagen ein Handytelefon um Hilfe holen zu können, also die wichtigsten Sicherheitsvoraussetzungen sind erfüllt. Wobei ich nicht denke dass er hier auftaucht. Ich denke viel mehr es sind die Versuche ob ich beim x-ten Mal meine Konsequenz verliere. Innerhalb der Beziehung habe ich auch nicht immer klar meine Grenzen gesetzt, wie sollte er jetzt wissen, dass meine Grenzen unveränderlich sind. Ein Spiel, an dem ich nicht unschuldig bin.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lilly mit Ihren klaren Worten,
    die mir richtig gefehlt hat,

    ja, liebes "Frauchen" diese scheiß Krankheit hat es in sich - und unsere auch! Und wir drehen uns so im Kreis, mit unserer Liebe, die nur noch etwas anderes ist.

    Ultimaten habe ich nie gestellt liebes Einweib, sondern habe mir für mich überlegt was ich verkraften kann und was nicht. Aber auch da war es ein Teil zu erkennen was läuft, ein anderer was mir schadet und ein dritter das in die Tat umzusetzen.
    Und nun kommt noch Part IV - zu verarbeiten was geschehen ist, mit realer Angst fertig zu werden (die vielleicht nicht gewesen wäre hätte ich zu einem früheren Zeitpunkt die Flucht ergriffen).

    Ich kann jede so gut verstehen, die nicht loslassen kann - ich kann jede verstehen, die wie ich vieles schönredet oder sich fragt ob sie selber etwas falsch beurteilt. Denn auch ich stellte mir immer diese Frage.

    Nur .... dadurch habe ich mich in noch viel größere Probleme gebracht. Je länger ich aushielt, desto größer wurde der Konsum und die Emotionen, die mir entgegengebracht wurden. Wir als Co richten uns ja zu oft nach den Stimmungen des anderen, die schon vergiftet sein könnten. Das nimmt uns die Kraft ...

    Ich weiß nicht, welche Erfahrungen hier zu Grunde liegen innerhalb von welcher Zeit jemand zum Tiefpunkt gekommen ist oder war, da ja für jede Person der Auslöser anders ist, aber es kann viel schneller gehen mit der Sucht, als wir das meinen beurteilen zu können.

    Jahrelang habe ich es als "nur" Konsum gesehen, als ich begriff was los war, da war es schon fast zu spät für mich!

    Ja, Liebes Einweib, was willst Du? Was verkraftest Du noch? Wie lange hält Deine Batterie das noch durch? Und was meinst Du, wie er sich über Jahre hin entwickeln könnte....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo und salue meine Liebe,
    "seinweib" lehne ich ein bischen ab, weil Du - wenn Du willst - DEIN sein kannst.

    Auch ich wollte Sucht verstehen, radikale Verhältensänderungen begreifen, verstehen, warum diverse Dinge um mich herum geschehen, was als nächstes passieren könnte (Kontrolle der anderen Art, oder?)

    Ich wurde viel klüger, ja, ich habe über Sucht gelernt, aber eines vergessen zu berücksichtigen: der Prozeß, der fast überall gleich abläuft hat unterschiedliche Geschwindigkeiten, Auslöser ect.

    Das in meinem Leben von heute auf morgen durch Sucht alles anders wird und mein Leben nur durch Flucht in Sicherheit zu bringen war, auf das wäre ich in hundert Jahren nicht gekommen. Ein paar Monate und ein Mensch wurde vom kontrollierten Spiegeltrinker zu einer Person,bei dem die Stromwerke vor der Türe stehen .... Nicht gerade um ihm einen schönen Tag zu wünschen ;)

    Du fragst (wie ich) viel über die Sucht. Wir können es nciht begreifen, wir können nicht helfen. Wir können nur versuchen uns zu helfen und Abstand zu gewinnen. Dafür sorgen, dass unsere Grenzen nicht verletzt werden. Meine wurden beständig verletzt, und ich habe sie verletzen lassen. Viel zu spät war ich konsequent. Wäre ich es vorher gewesen wäre mir vielleicht mancher Übergriff erspart geblieben.

    Zu den Zeiten, nämlich, als alles "noch nicht so schlimm war" da ließ ich mich gerne, gut und oft beschwichtigen. Durch die damaligen Grenzverletzungen, die harmlos ausgingen, öffnete ich denen Tür und Tor, die mir Schaden herbeiführten.

    Es geht um DICH - DEINE GRENZEN - DEIN Bewußtsein, sein Kreislauf ist bereits im Laufen, auf den hast Du keinen Einfluß, aber auf Deinen!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ganz sicher geht das: es liegt an unseren Augen, was wir sehen wollen, an unserem Gefühl welcher Sache wir versuchen Vorrang geben zu können.

    Schmerz und Bewältigung als auch Trauer kann ich nicht ausschließen, sie gehören zur Bewältigung. Aber ich kann mich an jedem neuen Möbelstück erfreuen, an jedem entrümpelten Karton und an jeder Pflanze, die die Blüten zeigt. Es liegt an mir die oft kleinen Blüten sehen zu wollen.

    Ich genieße nachts meine Zigarette unter einem weiten Sternenhimmel in meiner "einsamen" Wohnlage. Gegenüber sagt ein Marder hallo und der Brunnen plätschert vor sich hin.

    Alles das will ich sehen, kann mich darüber erfreuen und versuche diesen Dingen mehr Gewicht zu geben als den belastenden Dingen.

    Lieben Gruß von dagmar

    Liebe Erdbeere,
    ich bereue jeden Tag, den ich zu spät gegangen bin und meinem Expartner seine Verantwortung wieder selbst überlassen habe. Es geht nicht um wohnliche Trennung ect. (obwohl diese für mich persönlich unabdingbar war) sondern darum. mich nicht mehr um seine offenen Rechnungen zu kümmern, es mir egal sein zu lassen wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Ihn verschlafen lassen, wenn er nicht aus dem Bett kommt. Ihm sein Leben lassen und mir meines!

    Hätte ich das früher getan, so wäre uns beiden Leid erspart geblieben. Nunmehr ist der Sumpf wie es aussieht noch tiefer geworden. Dadurch, dass ich mein Deckmäntelchen unbewußt über ihn wallen ließ.

    Nein, ich habe nie für ihn gelogen - nein, ich habe ihn nie gedeckt - nein, alles diese offensichtlichen Dinge habe ich nicht getan. Aber ich habe den Alltag, die Miete, die Stromrechnung im Auge behalten und dadür gesorgt, dass alles "normal" läuft. Unauffällig still und leise, wie alles nach außen deckte, erhöhte sich der Spiegel und von einem Tag auf den anderen war ein Drama im Gange.

    Baue Dir Dein Leben auf welches Dir Glück und Zufriedenheit verspricht, für mich wäre es damals schon hilfreich gewesen wenn ich begonnen hätte mich selber zu betrachten statt "unser Problem Alkohol zu vertiefen".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Leider hat mein Tag nur 24 Stunden - und einige davon benötige ich für Schlaf - aber ich hätte noch so viel mehr zu machen oder zu lesen, worauf ich Lust hätte, dass mir die Zeit vorne und hinten nicht reicht. Leere im üblichen Sinne ist es nicht.

    Aber .... der Streß so wie früher ist in der Form nicht mehr da, dahingehend ist das vielleicht ungewohnt. Ja Fish, die Dramen fehlen, ich war mir zwar nicht bewußt, dass ich mich darin bewiesen habe, habe für Brot und anderes gesorgt und die Streitigkeiten sind weg. Es ist niemand da zum streiten.

    Auch diese Angst, von der Jenny spricht, diese regelmässigen Übergriffe, keine Nacht, die ich in Ruhe schlafen konnte. Alle die Dinge, die fehlen jetzt - sind nicht vorhanden - fehlen nicht über das Bewußtsein, vielleicht aber in Form von Veränderung, die noch verarbeitet werden muss.

    Erschwerend kommt natürlich noch die reale Angst hinzu, die mich bestimmt etwas im Griff hat. Dennoch habe ich vorhin einige meiner Pflanzen aus dem Außenlager geholt. Wobei ich mich ohne Begleitung nirgends hinwage, wo er erscheinen könnte. Ich war sogar zu ballaballa die beste Fahrstrecke rauszusuchen, so tief war die Angst. Aber ich habe meine Himbeersträucher, die nun auch schon in der Erde sind und mich hoffentlich bald durch neue Blätter erfreuen :)

    Aber auch an diesem Ort hatte ich Angst, da ist noch zuviel von "uns". Ich war auch dann ganz schnell auf der Flucht und habe das Auto zuvor noch so hingestellt, dass man/frau ruckzuck weg ist.

    Gut, ich habe Angst und renne davon. Nun ist die Frage, ob es für mich besser ist mich dieser Angst und den Örtlichkeiten zu stellen oder besser zu sagen (was ich derzeit mache) diese Angst ist begründet durch die Drohungen, die massiv ausgestossen werden, also sorge Dich um Deine Sicherheit und gehe weiterhin auf Hab-Acht-Stellung. Diese Hab-Acht-Stellung ist zwar eine Fremdbestimmung, dient aber meiner Sicherheit.

    Für mich ist es schwer damit umzugehen, weil ich auf einer Seite spüre es ist Verarbeitung und das Zulassen der Realität, was ich bis dato wohl verhindert habe.

    Nun ich werde mich im Auge behalten ;) ... müssen ...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das mit dem Weinen - also irgendwo abschließen - klappt noch nicht. Das war am Anfang des Horrors, aber dann war wohl der Schmerz zu groß, als dass Tränen noch möglich waren.

    Ich treffe mich mit Freunden, es geht mir gut, lese Bücher kaufe mir meine Blumen, bin im Garten und freue mich über Pflanzen, Holzofen und und und.

    Mein Leben ist real und ich bin mir darüber bewußt, aber ich glaube, diese Angst, die noch verbreitet wird und die Übergriffe, die haben einen Macken hinterlassen. Ich spüre keinen Wunsch nach Nähe oder Partnerschaft (was aber nicht unbedingt bewußt gespürt werden müsste, die Co-Verdrängungen sind ja zahlreich).

    Was natürlich auch der Fall ist: ich erkenne nun bewußt dass er "wirklich" nicht gesund war oder ist. Jetzt kann ich es nicht mehr leugnen, was ich wohl vorher gerne tat in Form von "tu ich ihm Unrecht".

    lieben Gruß von dagmar

    Oh nein, lieb Ingrid, das tue ich beileibe nicht. Aber was ist das für ein verarbeiten, wenn ich es in Frage ziehe - ich war dabei! Klar, typisch Co! Aber ich will mich ja noch nicht einmal selber belügen, sondern denke immer das kann nicht wahr sein, weiß aber es ist wahr!

    Eigentlich ist alles ganz klar, erlebt und hier nachzulesen, was gibt es da noch in Frage zu stellen frage ich mich? Und warum scheine ich es dennoch zu tun? Wobei ich belüge mich nicht, nicht dass das falsch rüber kommt. Aber ich denke immer "so was kann nicht sein".

    Da kommt noch was auf mich zu :) auch wenn die Augen wach sind und der Kopf versteht, irgendwas blockt. Wohl die Co-Heinzelmännchen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach verfixt,
    ich bin mir nicht sicher ob es eine Lüge ist, dass er Dich liebt. Mir wurde gesagt bevor ich gehe würde lieber er gehen. Dennoch wage ich in Frage zu stellen, dass sie in dem Zustand, in dem sie sich befinden "von Liebe" sprechen können.

    Liebe ist für sie vielleicht Angst, Angst auch, dass wir sie ans Messer liefern. Ich habe es durch das Verlassen getan, nun sprachen die Nachbarn offen an und fragten mich, was zuvor nicht getan wurde. Nun werden die Kisten offen ins Haus geschleppt, ich bin ja nicht mehr da, die vor der man verstecken muss.

    Ich glaube sehr wohl, diese Menschen haben Angst und fühlen sich nicht wohl - aber ich denke ebenso, sie wollen um jeden Preis am Suchtmittel festhalten. Wenn es dann eben extrem wird, so wird das Umfeld verändert das es zum Alk passt. Das betrifft eben auch mich.

    Nein, alles das ist nicht lächerlich - alls das sind Verhaltensweisen die üblich waren und mein Überlebensmechanismus während der Zeit der Beziehung. Jetzt, beim verlassen worden sein, kommt selbige Angst hoch wie wenn er alkoholisiert Auto fuhr und ich Angst hatte, dass mal ein Kind unter dem Auto landet. Die Angst ist für mich selbige - auch wenn der Auslöser ein anderer ist. Angst, ist überhaupt - was ich jetzt erkennen muss - ein Hauptantrieb, der bei mir ziemlich schwer zu beleuchten ist.

    Aber wie heißt es so schön: da wo es weh tut, bist Du richtig.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    seit ich umgezogen bin habe ich ein Problem, zumindest betrachte ich es als Problem und frage mich, ob ich einen "Hieb" abbekommen habe. Unabhängig von Euch werde ich natürlich auch die Psychotherapeutin befragen, denke aber (da sie in dem Bereich glaube ich, nicht so firm ist) ob sie sich das erklären kann.

    Ich fühle mich hier wohl und es geht mir gut - noch nicht glücklich, aber sehr oft sehr zufrieden. Ich schlafe gut und alles, aber....

    Jeden Morgen wache ich auf und denke, dass alles was geschieht ist ist ein Alptraum, aus dem Du aufwachen musst. Du lebst hier gut, das steht außer Frage, Du hast den Umzug und alle anderen Schwierigkeiten geschafft, aber das, was in Verbindung mit Alk geschehen ist kann nicht sein. Klar, der Kopf bringt mich schon zurück! Aber ich habe definitiv ein Problem das als ganz real zu erfassen was geschehen ist, seien es die Übergriffe, sei es die jetzt noch stattfindenden (Be-)Drohungen. Ich komme mir vor als wäre ich in einem Horrorfilm und wollte schnell das Kino verlassen.

    Wäre es nicht so dämlich, und hätte ich nicht real alle die Dinge hier im Haus geschafft, so hätte ich gesagt, ich habe einen an der Klatsche und bin traumatisiert. Ich weiß nicht, wie ich das anders erklären kann, aber ich wache auf und denke dass kann alles nicht wahr gewesen sein.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich befürchte, ich kann mich Dir ziemlich anschließen und sehe da auch einen Bestandteil der Co-Abhängigkeit: "(Mit-)Gefühl".

    Ich selber, ebenfalls sehr gefühlsbetont, hatte einen Vater, der gefühlsmässig sehr zurückhaltend war und früh verstarb.

    Mein alkoholkranker Ex-Partner wirkte ebenso gefühlsmässig zurückhaltend. Über 8 Jahre gab es keine Freude bei ihm, wobei die Wut ein starkes Gefühl in ihm war. Diese widerum habe ich nie gezeigt, auch auf Grund "guter" Erziehung.

    Wir ergaben gemeinsam also eine schreckliche Symbiose. Meine Variation von zuviel Gefühl prallte auf seine mit zu wenig. Meine mangelnde Wut ergänzte sich mit seiner vielen Wut. So rein rechnerisch wären wir ja nun ausgeglichen gewesen ;)

    Aber eben nur rechnerisch :) Mein zuviel musste den anderen erdrücken und mit Rückzug enden - zumal ja noch die Fläschlein waren, die die Aufmerksamkeit benötigen. Frustration also auf meiner Seite, das Gefühl weder verstanden noch akzeptiert zu sein, geschweige denn so angenommen wie man sich fühlt.

    Übrigens, verflixt, ich bekam mal den Tip mich mit dem Thema Narzissmus auseinander zu setzen, ob dieses Thema auch in meiner Beziehung einfloß. Wenn ich alle Symptome nehme (natürlich ohne ärztliche Diagnose) so muss ich sagen BINGO.

    Ob nun Sucht oder Narzissmus - ein süchtiger Mensch braucht sein Suchtmittel, Liebe oder Gefühle werden vermutlich immer im Zusammenhang mit dem Suchtmittel gesehen oder betrachtet. Nicht böswillig, einfach der Verdrängung zu Liebe und sich selber zu Liebe.

    Sodele, wo also finden wir die Liebe??? Jeder in seiner Sucht...

    Lieben Gruß von Dagmar

    Wir müssen, können und dürfen sie lösen, diese Muster, lieber Peter. Und ich bin mir sicher, dass wir unsere Beziehungsfähigkeit nicht verloren haben! Aber wir müssen lernen gesunde Beziehungen zu führen.

    Ich selber schiebe das Thema nächste Beziehung ganz weit weg. Ich selber bin noch so in der Aufarbeitung, dass jeder neue Partner gestraft wäre, da mit reingezogen zu werden. Auch wäre ich selber (liegt wohl auch an meiner Angst, die ich ebenso diesbezüglich habe wie Du) noch nicht in der Lage eine gesunde Beziehung zu führen.
    Ich spüre noch in und an mir wie Muster noch greifen, wie ich doch tatsächlich (obwohl räumlich getrennt) immer noch in Angst und Panik versetzt werden kann. Einfach die alten gewohnten Gefühle.

    Ach ich finde es toll, dass Deine Therapeuten das bemerkt haben und auf Dich eingehen konnten. Meine Psychotherapeuting schluckte als ich Ihr erzählte : "Co-Abhängig" und dann frage sie mich ob das wirklich mein Ernst sei ;)

    Nein mein Problem hieß nicht Ernst ;)

    Das schlimme ist ja gut und positiv und menschlich zu sein ist ja gut, aber wir dürfen nur Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Ich für meinen Teil meinte zu wissen, dass der Alk nicht gut ist und machte ihn - den Alk - für alle Probleme verantwortlich. Dabei habe ich einfach einen Sündenbock gesucht. Der Auslöser für vieles mag er, der Alk, gewesen sein, aber bei leibe nicht unser einziges Problem.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar