Liebe Tihaso (und alle anderen),
klar, dass Du das nicht absichtlich machst, war nicht ernst gemeint der Spruch!
Bin eben eine Heulsuse im Moment...
Du sagst es: ich klammere mich an einer "Möglichkeit" fest, die es gar nicht mehr gibt. Ich weiss...
Aber ich bin mit meinem Kopf eben meinen Gefühlen so meilenweit voraus, dass es immer und immer wieder beim blossen Wissen bleibt und das macht mich ganz verrückt! Ich könnte mich ohrfeigen dafür!
Ich bin vom Verstand her sowas von weit voraus, dass ich ihn jetzt vor mehr als 2 Monaten auf die Strasse gesetzt habe (absolut konsequent, mitten in der Nacht, seinen Wohnungsschlüssel eingezogen, er musste im Büro, dann im Hotel übernachten) und irgendwie bin ich jetzt immer noch daran, diesem Verstand-Entscheid mit meinen Gefühlen nachzukommen. Weisst Du, wie ich meine? Als ob es mir gefühlsmässig zu schnell gegangen wäre und ich jetzt da auf der Strecke bleibe...
Vielleicht war mein Leidensdruck irgendwie noch nicht gross genug, als ich mich getrennt habe? Klar war es nicht Hollywood-schön, aber wenn ich manche Berichte hier lese, dann fühle ich mich direkt beschämt, wie gut es mir immer gegangen ist.
Aber dafür hänge ich vielleicht jetzt umso mehr an den positiven Aspekten, die es gab und kann mich nicht an den schlimmen Erinnerungen "festhalten"?
Und wenn ich mich trösten oder aufmunter oder motivieren soll, indem ich es geniesse, Dinge zu tun, die ich vorher seinetwegen nicht tun konnte, dann klappt das nicht, weil ich seinetwegen bloss immer auf Dinge verzichten musste, die ich mit ihm zusammen tun wollte.
Dinge, die ich alleine machen wollte habe ich immer schon machen können, da war er mir nicht im Weg und ich hab auch nicht seinetwegen darauf verzichtet. Da sind also durch die Trennung keine langersehnten Wünsche plötzlich greifbar nah, im Gegenteil. 
Vielleicht ist es mir einfach zu gut gegangen und darum kann es mir jetzt nicht besser gehen, als vorher??? - Macht das Sinn oder bin ich jetzt völlig durchgeknallt?
Aber ich arbeite dran, meinen Gefühlen Beine zu machen, dass sie den Verstand irgendwann auch noch einholen können, ich geb mir wirklich Mühe. Ich hoffe bloss, dass ich damit kein Eigentor schiesse (huch, zu viel Fussball geschaut? :)) wenn ich jetzt nach negativen Infos über ihn suche, um mir bewusst zu machen, wie viel besser es mir ohne ihn geht. Ist das vielleicht auch gefährlich, weil ich ja dann doch immer noch auf ihn fokusiert bin? Hilfe, vielleicht ist das bloss die masochistische Version von Co???
Vielleicht ist es auch einfach wieder einmal zu spät nachts. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu viel Unsinn geschrieben, aber immerhin hat es gut getan. Hoffentlich nervt es nicht beim Lesen.
Und im Voraus vielen Dank dafür, dass Du/Ihr es lest und mir vielleicht eine hilfreiche Antwort habt!
Herzliche Grüsse,
c.