Hallo zusammen
und Danke für's Schreiben. Ihr seht das schon richtig, bloss muss ich noch rüberbringen, worum es mir hier geht.
Ja, Karotte, wir zwei starten von entgegengesetzten Positionen:
Zitat von KarotteDu willst was haben was mal war, ich möchte es anders wie es mal war...
genau. Weil bei mir das "wie es mal war" dieses innere Glücklichsein war, ich kann's immer noch nicht beschreiben, das allgemeine Gefühl "es ist gut" auch wenn's mal stürmisch zu und her geht, aber im Grunde genommen ist alles gut. Und das will ich wiederhaben. Weil das das Allerbeste ist. Das ist vielleicht das, was man "mit sich und der Welt im Reinen sein" nennt? Ich wünsch Dir sehr, dass Du das auch kennenlernst, Karotte; und dass Du es dann nicht wieder verlierst, weil das vielleicht schlimmer ist, als es nie gehabt zu haben. ![]()
Und dieses Gefühl ist weg seit mein Mann und ich getrennt sind. Nicht seit er trinkt, nicht seit wir Streit hatten, sondern seit er weg ist - folglich will ich ihn zurückhaben. Nicht weil ich 100% sicher bin, dass mit ihm dieses Gefühl wiederkommt - denn das Gefühl gibt ja nicht er mir, ich hatte es ja auch schon vor ihm, ich hatte es schon immer, das ist "meins" (nur ich, nur für mich, das bin ich, versteht Ihr, wie ich meine?). Aber da es weg ist, seit er weg ist, also seit meine Situation die jetzige ist, will ich sehen, ob das Gefühl zurückkommt, wenn die Situation wieder ändert.
Aber (grosses ABER!) ich weiss auch, dass Du recht hast, Dagmar, zurückbekommen kann ich ihn nicht, indem ich einfach weitermache wie bisher:
Zitat von dagmar007Aber Crevette, Du konntest ihn nicht halten mit Deinem sicheren Hafenankerplatz. Wenn Du wirklich sagst, Du willst ihn partout zurück, dann dürfte das Dir nur gelingen, wenn Du eine neue, für ihn unbekannte, Crevette bist. Wenn er Dich neu kennenlernen muss und dadurch ein neuer Reiz in sein Leben kommt.
Aber ganz sicher nicht bei einem Dauer-Ankerplatz, der bereits seit zig Jahren sein eigen ist....
Und nicht nur, weil der Dauerankerplatz langweilig wurde und seinen Reiz verloren hat, sondern weil er "erdückend" war. Auch da habt Ihr Recht. Weil ich für ihn "erdrückend" war. (Wobei das auch nicht nur an mir und ihm als Persönlichkeiten lag, sondern daran, dass der Alkohol uns "Rollen" aufzwang, die durch dieses "Erdrücken/Erdrücktwerden" gekenntzeichnet wurden. Aber das nur nebenbei.)
Und DARAN muss ich was ändern.
Zitat von dagmar007Wenn Du ihn wirklich zurück willst (auch wenn ich das nur bedingt verstehen kann) dann kämpfe wirklich, aber bleib nicht im alten Fahrwasser! Dann kämpfe indem Du seine Fesseln abstreifst ....
- wie meinst Du "seine Fesseln"? Die Fesseln, die mich an ihn binden oder die, die ich ihm anlegen will? Wahrscheinlich beide gleichzeitig, nicht wahr?
Er frei, ich frei - und dann eventuell (hoffentlich hoffentlich hoffentlich!!!) gibt es eine Möglichkeit zur Chance.
Und das will ich ja genau! Und darum tummle ich mich hier rum und versuche dahinterzukommen, wie ich das anstellen muss. Und vor allem wie ich es anstellen kann, das zu ändern, was geändert werden muss ohne mich so zu verbiegen, dass ich da ende, wo glaube ich viele hier im Forum gestartet sind...
Bitte versteht das nicht falsch! Ich will mich hier nicht als was besseres darstellen oder so. Ich glaube nur, dass Karotte nicht die einzige ist, die von ganz was anderem ausgeht als ich in ihrem Weg hier. Viele starten hier im Forum nach einer langen Zeit des "Sich-Verbiegens-um-des-Partners-Willen" und davon wollen sie weg - zu Recht! Sie starten ohne Selbstvertrauen und nachdem sie sich Dinge haben gefallen lassen, die man sich nicht gefallen lassen dürfte. Und machen sich auf den Weg weg davon.
Und ich bin hier gelandet, als mich die Situation der Trennung plötzlich dazu brachte, Gefahr zu laufen, mich verbiegen zu wollen. Ich plötzlich Gefahr lief, mir Dinge gefallen zu lassen, die ich mir nie und nimmer hätte gefallen lassen vorher. - und weil das plötzlich so war, bin ich verzweifelt auf dem Weg ZURÜCK weil das vorher eben NICHT so war!
Ok, Ihr werdet mich jetzt - zu Recht - fragen, ob ich denn allen Ernstes meine, dass der Weg ZURÜCK dahin führt oder ob es nicht eben doch auch der Weg WEITER ist, der dahin führt, wo ich wieder "ich selbst" bin. Und ich sag nochmals, dass ich weiss, dass das Zurück nicht die garantierte Lösung ist, aber dass es die ist, die ich (wie Dagmar so schön sagt :)) "ums Verrecken" gerne ausprobieren will. Weil es meine Lösung wäre.
Versteht Ihr, wie ich meine warum ich hier bin? Irgendwie nicht nur, weil ich aufhören will, Co zu sein, sondern vor allem weil ich es nicht noch mehr werden will. Weil ich seit der Trennung viel schlimmer Co bin, als ich es vorher je war.
- macht das Sinn? Versteht Ihr, wie ich es meine?
Und bitte schmeisst mir jetzt nicht einfach den Standart-Vorwurf an den Kopf: Du lügst uns (und Dir selber) da was vor, das ist alles nicht so, wie Du behauptest, Du willst nur nichts ändern müssen und wer will findet Wege etc... Glaubt mir, so ist es nicht. Und ich glaub ich hab in diesen über 80 Seiten schon viel zu viel versucht, Euch zu erklären, wie's mit mir ist und dabei immer und immer wieder meinen Mann und meine Situation in dem Fokus genommen statt mich selber - und das ist ja nicht der Witz an der Sache, oder?
Ok, ich muss jetzt Staubsaugen. Ganz für mich alleine. Und Amai, der Tip mit Freundin und Tagebuch ist süss - aber ganz ehrlich, sind Freundinnen und Tagebücher für Dich ebenwertiger Ersatz für denjenigen, mit dem Du Dein Leben teilen möchtest? Ich hoffe es nicht. Für mich auf jeden Fall nicht.
Aber trotz allem: Liebe Dagmar, Du hast absolut recht mit dem Betonklotz und der Kanonenkugel, bitte stell Dir das nicht sowas vor wie mit der Brücke! Ich steh maximal auf einem 1m Gartenmäuerchen und auf der Seite, auf der ich runterspringe liegt ein Riiiesenhaufen trockene Blätter, die einladend kuschelig wirken!
Wirklich! Es geht mir scheusslich, wirklich scheusslich, aber Du musst keine Angst haben, dass ich mir wehmache. Ich schreibe und tobe dafür umso mehr!
Nochmals vielen Dank und liebe Grüsse,
c.