Beiträge von crevette

    Hallo zusammen

    und Danke für's Schreiben. Ihr seht das schon richtig, bloss muss ich noch rüberbringen, worum es mir hier geht.

    Ja, Karotte, wir zwei starten von entgegengesetzten Positionen:

    Zitat von Karotte

    Du willst was haben was mal war, ich möchte es anders wie es mal war...

    genau. Weil bei mir das "wie es mal war" dieses innere Glücklichsein war, ich kann's immer noch nicht beschreiben, das allgemeine Gefühl "es ist gut" auch wenn's mal stürmisch zu und her geht, aber im Grunde genommen ist alles gut. Und das will ich wiederhaben. Weil das das Allerbeste ist. Das ist vielleicht das, was man "mit sich und der Welt im Reinen sein" nennt? Ich wünsch Dir sehr, dass Du das auch kennenlernst, Karotte; und dass Du es dann nicht wieder verlierst, weil das vielleicht schlimmer ist, als es nie gehabt zu haben. :cry:

    Und dieses Gefühl ist weg seit mein Mann und ich getrennt sind. Nicht seit er trinkt, nicht seit wir Streit hatten, sondern seit er weg ist - folglich will ich ihn zurückhaben. Nicht weil ich 100% sicher bin, dass mit ihm dieses Gefühl wiederkommt - denn das Gefühl gibt ja nicht er mir, ich hatte es ja auch schon vor ihm, ich hatte es schon immer, das ist "meins" (nur ich, nur für mich, das bin ich, versteht Ihr, wie ich meine?). Aber da es weg ist, seit er weg ist, also seit meine Situation die jetzige ist, will ich sehen, ob das Gefühl zurückkommt, wenn die Situation wieder ändert.

    Aber (grosses ABER!) ich weiss auch, dass Du recht hast, Dagmar, zurückbekommen kann ich ihn nicht, indem ich einfach weitermache wie bisher:

    Zitat von dagmar007

    Aber Crevette, Du konntest ihn nicht halten mit Deinem sicheren Hafenankerplatz. Wenn Du wirklich sagst, Du willst ihn partout zurück, dann dürfte das Dir nur gelingen, wenn Du eine neue, für ihn unbekannte, Crevette bist. Wenn er Dich neu kennenlernen muss und dadurch ein neuer Reiz in sein Leben kommt.
    Aber ganz sicher nicht bei einem Dauer-Ankerplatz, der bereits seit zig Jahren sein eigen ist....

    Und nicht nur, weil der Dauerankerplatz langweilig wurde und seinen Reiz verloren hat, sondern weil er "erdückend" war. Auch da habt Ihr Recht. Weil ich für ihn "erdrückend" war. (Wobei das auch nicht nur an mir und ihm als Persönlichkeiten lag, sondern daran, dass der Alkohol uns "Rollen" aufzwang, die durch dieses "Erdrücken/Erdrücktwerden" gekenntzeichnet wurden. Aber das nur nebenbei.)

    Und DARAN muss ich was ändern.

    Zitat von dagmar007

    Wenn Du ihn wirklich zurück willst (auch wenn ich das nur bedingt verstehen kann) dann kämpfe wirklich, aber bleib nicht im alten Fahrwasser! Dann kämpfe indem Du seine Fesseln abstreifst ....

    - wie meinst Du "seine Fesseln"? Die Fesseln, die mich an ihn binden oder die, die ich ihm anlegen will? Wahrscheinlich beide gleichzeitig, nicht wahr? :) Er frei, ich frei - und dann eventuell (hoffentlich hoffentlich hoffentlich!!!) gibt es eine Möglichkeit zur Chance.

    Und das will ich ja genau! Und darum tummle ich mich hier rum und versuche dahinterzukommen, wie ich das anstellen muss. Und vor allem wie ich es anstellen kann, das zu ändern, was geändert werden muss ohne mich so zu verbiegen, dass ich da ende, wo glaube ich viele hier im Forum gestartet sind...

    Bitte versteht das nicht falsch! Ich will mich hier nicht als was besseres darstellen oder so. Ich glaube nur, dass Karotte nicht die einzige ist, die von ganz was anderem ausgeht als ich in ihrem Weg hier. Viele starten hier im Forum nach einer langen Zeit des "Sich-Verbiegens-um-des-Partners-Willen" und davon wollen sie weg - zu Recht! Sie starten ohne Selbstvertrauen und nachdem sie sich Dinge haben gefallen lassen, die man sich nicht gefallen lassen dürfte. Und machen sich auf den Weg weg davon.

    Und ich bin hier gelandet, als mich die Situation der Trennung plötzlich dazu brachte, Gefahr zu laufen, mich verbiegen zu wollen. Ich plötzlich Gefahr lief, mir Dinge gefallen zu lassen, die ich mir nie und nimmer hätte gefallen lassen vorher. - und weil das plötzlich so war, bin ich verzweifelt auf dem Weg ZURÜCK weil das vorher eben NICHT so war!

    Ok, Ihr werdet mich jetzt - zu Recht - fragen, ob ich denn allen Ernstes meine, dass der Weg ZURÜCK dahin führt oder ob es nicht eben doch auch der Weg WEITER ist, der dahin führt, wo ich wieder "ich selbst" bin. Und ich sag nochmals, dass ich weiss, dass das Zurück nicht die garantierte Lösung ist, aber dass es die ist, die ich (wie Dagmar so schön sagt :)) "ums Verrecken" gerne ausprobieren will. Weil es meine Lösung wäre.

    Versteht Ihr, wie ich meine warum ich hier bin? Irgendwie nicht nur, weil ich aufhören will, Co zu sein, sondern vor allem weil ich es nicht noch mehr werden will. Weil ich seit der Trennung viel schlimmer Co bin, als ich es vorher je war. :cry: - macht das Sinn? Versteht Ihr, wie ich es meine?

    Und bitte schmeisst mir jetzt nicht einfach den Standart-Vorwurf an den Kopf: Du lügst uns (und Dir selber) da was vor, das ist alles nicht so, wie Du behauptest, Du willst nur nichts ändern müssen und wer will findet Wege etc... Glaubt mir, so ist es nicht. Und ich glaub ich hab in diesen über 80 Seiten schon viel zu viel versucht, Euch zu erklären, wie's mit mir ist und dabei immer und immer wieder meinen Mann und meine Situation in dem Fokus genommen statt mich selber - und das ist ja nicht der Witz an der Sache, oder?

    Ok, ich muss jetzt Staubsaugen. Ganz für mich alleine. Und Amai, der Tip mit Freundin und Tagebuch ist süss - aber ganz ehrlich, sind Freundinnen und Tagebücher für Dich ebenwertiger Ersatz für denjenigen, mit dem Du Dein Leben teilen möchtest? Ich hoffe es nicht. Für mich auf jeden Fall nicht. :( Aber trotz allem: Liebe Dagmar, Du hast absolut recht mit dem Betonklotz und der Kanonenkugel, bitte stell Dir das nicht sowas vor wie mit der Brücke! Ich steh maximal auf einem 1m Gartenmäuerchen und auf der Seite, auf der ich runterspringe liegt ein Riiiesenhaufen trockene Blätter, die einladend kuschelig wirken! ;) Wirklich! Es geht mir scheusslich, wirklich scheusslich, aber Du musst keine Angst haben, dass ich mir wehmache. Ich schreibe und tobe dafür umso mehr!

    Nochmals vielen Dank und liebe Grüsse,

    c.

    Hallo Karotte!

    So witzig, da schau ich nochmal schnell rein und in dem Moment flattert n post von Dir rein! :)

    Ich wollte grad loschreiben, dass ich auch meine, dass das meiste in uns selber liegt - und jetzt bin ich grad stutzig geworden und frag mich, wie Du das meinst und ob wir dasselbe meinen. Auch mit dem Fokus nach Innen bin ich nicht sicher, ob ich weiss, was Du meinst...

    Was ich den ganzen Tag mache und ob ich was nur für mich habe?

    Ja, hab ich, ganz viel nur für mich. Und da sind wir auch schon wieder da, wo ich eben bei meiner Antwort an Dagmar war: ich hab alles mögliche nur für mich und würde es gerne (mit)teilen können weil es mir dann nochmalsoviel Freude machen würde! :(

    Aber Du hast was anderes gemeint, stimmt's? Ob ich was mache nur für mich und mein Wohlergehen und mir zu Liebe und zu meinem Vergnügen und so.

    Also da wär mal der Job, den ich mache. Absolut nicht der, für den ich ausgebildet bin, nix "karrieremässiges", bringt nett Geld aber ich könnte einen viel besseren Job haben - aber ich mach ihn, weil er mir absolut passt und Spass macht und mir das mehr Wert ist, als der fette Gehaltsscheck jeden Monat.

    Und dann hab ich nur für mich so Sachen, die ich furchtbar gerne mache: Lesen, Lesen, Lesen - ich würde eingehen wie ein Blümchen ohne Wasser wenn ich nix zu Lesen hätte! :) Nichtstun. Auch ganz wichtig. Einfach Zeit haben, die mit irgendwas gefüllt werden kann oder mit gar nichts. Luxus pur und ich geniesse das sehr. Schreiben. (Sorry, Ihr bekommt das kilometerlang ab... :oops: ) Mich unterhalten mit Freunden. Aber das ist jetzt vielleicht schon nicht mehr "nur für mich", oder?

    Der Fokus nach Innen... weisst Du, der bringt mir nicht Ruhe und Gelassenheit, der lässt mich sehen, wie traurig ich bin. Ich hatte das mal geschrieben, dass ich vor unserer Trennung in meinem Innersten glücklich war, egal was "aussen rum" passierte. Und dass das jetzt umgekehrt ist, das egal was aussen rum ist und wie gut ich's grad hab und wie lustig und wie fröhlich ich bin - im Innersten ist kein Glücklichsein mehr da. Und das festzustellen tut jedes Mal scheusslich weh. - und ich will nicht, dass das so bleibt. So geh ich sonst kaputt. :(

    Was meinst Du also wenn Du sagst, dass das meiste in uns selber liegt? Der Grund zur Traurigkeit? Oder die Ressourcen, wieder glücklich zu sein? Beides? Und was nützt mir das?

    So, ich wende mich wieder meiner Lieblingsbeschäftigung zu: kuschelig im Bett was lesen... mmmh... Genuss pur! Ganz für mich. - und trotzdem bin ich traurig, weil es so ist, wie's ist.

    Gute Nacht,

    c.

    Liebe Dagmar (und alle anderen)

    das ist süss, dass Du mir so gut zuredest

    Zitat von dagmar007

    Ach Crevette, auch wenn ich Dich verstehe, so finde ich dass Du Dich weit unter Wert verkaufst wenn Du ihm weiterhin die "Vorverkaufs-Option" einräumst ;)

    Hast Du nicht nötig meine Liebe!!!!

    und ich weiss auch, dass ich's nicht nötig hab und die "Vorverkaufs-Option" ein massiv viel zu guter Deal ist für ihn, dass er es nicht "verdient" - aber genau das ist doch der verfluchte Haken an der Sache: ich liebe ihn, ich will den allerbesten Deal für ihn, ich möchte, dass er es "verdient" (und ja, ich schmeiss es ihm auch nach wenn er es nicht verdient hat :()... Genau das ist ja das Problem!

    Und ja:

    Zitat von dagmar007

    Würdest Du Dir aber nicht eine bessere Chance zum Leben geben, liebe Crevette, wenn Du es einfach mal als vorüber einstufst.

    das ist mir schon klar, dass es mir besser ginge, wenn ich das könnte, aber ich weiss nicht, wie ich das machen soll: es als vorüber einstufen. Wie denn wenn es für mich nicht vorüber ist? Wenn ich nicht so fühle?

    Du schreibst, dass ich mich freimachen soll von Erinnerungen und so

    Zitat von dagmar007

    im hier und jetzt und heute zu leben, wo er (meiner Meinung nach) einfach nicht mehr zu Deinem Leben gehört.

    - aber er gehört doch dauernd zu meinem Leben auch im hier und jetzt und heute! Nicht nur weil mich dauernd alles mögliche an ihn erinnert, sondern auch weil er derjenige ist, dem ich es erzählen möchte, wenn mir etwas spannendes in den Sinn kommt oder etwas witziges passiert oder etwas mühsames passiert oder ich etwas sehe, das ich schön finde. Weil er derjenige ist, den ich gerne bei mir oder zumindest am anderen Ende der Telefonleitung hätte. Weil er eben der ist, mit dem ich mein Leben gern teilen möchte. Und daran ändert leider die Tatsache, dass er das nicht möchte NICHTS. :( Die Tatsache macht nur, dass ich darunter leide, ansatt darüber glücklich sein zu können. :(

    Leichte Beute. In der Tat. Aber was soll ich denn dagegen machen??? Ich halt mich ja dran, keinen Kontakt zu ihm zu haben. Ich lenk mich ja ab. Ich leb mein Leben und mach's mir schön - aber er fehlt mir trotzdem. Und ja, klar würd ich das auch wollen:

    Zitat von Dagmar007

    Wenn er mal wieder etwas von Dir möchte, dann soll er doch bitte kämpfen - an allen Fronten und nicht einfach in den altbekannten Hafen zurückfahren dürfen, wo er seinen Anlegeplatz hat, oder?

    - aber den Anlegeplatz hat er nun mal, den kann ich doch nicht einfach künstlich trockenlegen! Oder wie soll ich's anstellen? Fix einen anderen Kutter anlegen lasse? :roll: Geht nicht. :(

    Jetzt hab ich wieder nur gesagt "es geht nicht" - und jetzt wird es wieder heissen, dass das bloss eine Ausrede ist, aber ich probier's wirklich und es macht mir so höllisch weh und es macht mich so müde und es dauert schon so lange und ich krieg's nicht hin. "Es geht nicht" ist keine Ausrede, ich krieg das Gefühl wirklich nicht weg. :(

    Und mit wem würd ich jetzt gerne drüber reden wie's mir geht und was ich fühle und was Ihr mir geschrieben habt und und und? Genau. Mit ihm. :( Verd...!!! :(

    Ich mag echt nicht mehr. :(

    Liebe Grüsse,

    c.

    Hallo alle zusammen, die die weiterhin schreiben und die die... auch weiterhin schreiben? :)

    Danke für die Klärung, Lilly, ich hatte mir das schon nicht so vorgestellt, dass Du von Bar zu Bar rennst und Alkis abschleppst, um ihnen ins Gewissen zu reden. Würde mir selber nicht in den Sinn kommen und Dir logischerweise auch nicht. Ich dachte eben eher daran, wenn jemand sich schadet oder anderen Schaden zufügt allgemein, ob man da einfach zuschaut weil's ja seine Sache ist oder ob man was sagt. Hat nix mit Missionieren zu tun. N bisschen was mit Zivilcourage manchmal vielleicht. Aber lassen wir das. Hatte die Diskussion mit nem Kollegen grad kürzlich und er vertritt auch die "Ich-mische-mich-nicht-ein"-Fraktion. Ich hab ihn dann gefragt, ob er das nur bei Menschen so macht oder allgemein und ob er dann also auch nicht die Feuerwehr ruft, wenn er ein Haus brennen sieht. - er hat dann ziemlich kleinlaut gedruckst, dass der in der Tat auch schon mal zugeschaut hat, wie ein Bauernhof niedergebrannt ist und nicht auf die Idee gekommen ist, die Feuerwehr zu alarmieren...

    Und Danke Jenny, dass Du für mich Karottes Frage beantwortet hast. Ich kämpf zwar nicht mehr gegen seinen Alkoholismus. Und Mitleid such ich hier auch keins und auch kein Kaffekränzchen, von daher bringen mir die anderen Foren, die sowas bieten, auch nix. Und es geht mir hier nicht darum, die Hoffnung am Leben zu halten - da bin ich hier definitiv an der falschen Adresse! Aber bloss weil die Antwort nicht die vollen 100 Punkte bringt wirft keiner virtuelle Steine.

    Liebe Karotte, ich muss leider gleich los, kann nicht ausführlich werden, es muss also für's erste Jennys Butter reichen für die Fische (?!). Aber so ganz blöd in Kurzform. Was ich erwarte: dass wir unser falsches Verhalten korrigieren. Dann soll/kann/darf es weitergehen wie es sich eben entwickelt, keine Garantie, bloss eine Chance. Und die Dinge zwischen uns seh ich einfach nicht als definitiv vorüber an.

    Liebe Grüsse,

    c.

    Hallo Tihaso,

    ich komm Dich wieder einmal in Deinem Thread besuchen. In meinem war's in den letzten Tagen so voll, dass Du fast untergegangen bist. Aber nur in meinen Antworten! Gelesen habe ich Dich sehr wohl. Und ich hab auch sicher nicht gemeint, dass Du bei mir nur überfliegst was ich schreibe! Das wollte ich nur kurz noch Dir persönlich sagen, aber jetzt lassen wir meinen Thread! Nur noch soviel, weil ich Dir das auch gar nicht beantwortet habe das letzte Mal: ich versuch mich dran zu halten, was Du mir (immer schon... ich weiss :oops: ) geraten hast, nämlich keinen Kontakt zu haben. Schon dreieinhalb Wochen...

    Ok, jetzt zu Dir: wie geht's? So gesundheitlich alles wieder besser? Und wie war die Therapiestunde? Ich hoffe, sie hat Dir gut getan!

    Wie hat es sich mit Deiner Kleinen weiterentwickelt? Hat er sie angerufen oder kontaktiert? Ich find's so bodenlos schlimm, dass Kindern sowas passiert... :cry: es ist so unfair! :evil:

    Und Du schreibst:

    Zitat von Tihaso

    Wenn tief in mich gehe,möchte ich an dieser Front endgültig Ruhe haben.....

    - Du hast mal gesagt, dass Du es Dir überlegst wegen der Scheidung, um etwas "Definitives" zu haben. Machst Du das jetzt? Von wegen "endgültig"...

    Ich hatte heute Abend mit einer guten Freundin eine Diskussion über - ja rate mal welches meiner Lieblingsthemen! :) - die Hoffnung. Und sie hat gesagt, dass sie noch nie jemanden getroffen hat, der das mit der Hoffnung so sieht wie ich. :( Nämlich eben dass die Hoffnung erst dann aufhört, wenn entweder das Erhoffte eintritt (dann muss man ja nicht mehr hoffen, dann ist's ja wahrgeworden) oder das Erhoffte endgültig ganz und gar unmöglich ist.

    Meinst Du das so, dass wenn Du Dich scheiden lässt die Hoffnung nicht mehr möglich wäre? Oder geht es mehr darum, dass dann alles geregelt würde auch in Bezug auf die Kinder? (Sorry, vielleicht frag ich nur nach der Hoffnung, weil Du immer so lieb zu mir hältst und auch sagst, dass bei Dir manchmal noch Hoffnung aufkommt; vielleicht ist das mit der Hoffnung gar nicht Dein Thema sondern meins?! :oops: )

    Verflixt, jetzt fang ich wieder an in anderer Leute Thread kilometerlang zu posten. SORRY! Ich wollte nur kurz fragen wie's geht. Und schon schreib ich einfach drauf los...

    Also ich verschwinde und wünsch Dir eine gute Nacht und schicke liebe Grüsse,

    c.

    P.S. Grüss mir alixx bitte falls Du ihr schreibst, ich hoffe, es geht ihr gut!

    Huhu Lilly

    (- darf ich? Dich in Deinem Thread heimsuchen kaum bist Du Dich aus meinem geflüchtet? ;) Nur kurz, bin auch gleich wieder weg, versprochen! Und ich diskutier nicht, auch versprochen!!!)

    Ich gratulier Dir ganz herzliche zum Superjob und wünsch Dir alles Gute dabei, viel Spass und Bestätigung und Erfolg und immer schön regelmässig Lohnerhöhungen ;) und gute Kollegen, ein gutes Arbeitsklima, gutes Essen in der Kantine (falls ihr sowas habt, und sonst eine leckere Pommesbude ums Eck? oder eine Pizzeria? oder was Du eben so magst! :)), viel bezahlten Urlaub und frei an allen Feiertage die's nur irgendwie gibt :), einen sexy Sekretär (??? oder was wünscht man einer Frau politisch korrekt im Sinne der Gleichberechtigung? :)) und alles sonst was so zum Traumjob dazugehört!

    Ich freu mich sehr für Dich!!!

    Herzliche Grüsse,

    c.

    Hallo zusammen!

    Und schon wieder hab ich was falsch ausgedrückt! :( Liebe Tihaso, ich hab NICHT gemeint, dass alle immer nur überfliegen was ich schreibe!!! Ich weiss, dass auch die, die meine letzten Posts nur überflogen haben zuvor auch die kleinen Details gelesen hatten. Das hatte sich nur darauf bezogen, was einige geschrieben hatten, von wegen sie lesen nur noch drüber weg. Also: war absolut nicht generell gemeint!

    Und klar schreib ich weiter - ich versuche nur, nicht mehr so elend lang zu werden!

    Liebe Lilly, falls Du noch mitliest und von meinem Plan B wissen willst: das war vielleicht auch ein Missverständnis. Ich hab mir unter "Plan B" nichts geheimes vorgestellt, bloss einfach das Leben ohne meinen Mann wie's jetzt schon läuft. Mit Job und Haushalt und Freunden und Hobbies und den üblichen ups und downs, die's so gibt ganz egal ob mit jemandem zusammen oder alleine. Und das läuft genauso "gut" wie ohne ihn. Ich "brauche" ihn zum Leben ja nun wirklich nicht, das steht ausser Frage. Aber schöner wär's mit ihm zusammen. Mit IHM. Nicht einfach mit irgendwem, weil ich Angst hätte, alleine nicht klarzukommen. Oder weil ich wen brauche, um zu betüdeln oder damit er mich betüdelt oder was auch immer, weil ich Angst hätte sonst nicht zu "existieren". Darum geht's auch nicht. Es geht nicht drum, dass es nicht ohne ihn geht, es geht ohne ihn. Es geht nur drum, dass ich mir mein Leben mit ihm zusammen wünschen würde statt ohne ihn. So hab ich's gemeint.

    Aber vielleicht verstehe ich nicht wirklich, was Du meinst mit:

    Zitat von Lilly12

    Weil Du dann nämlich wirklich Dein Leben in DEINE Hände nehmen müßtest.

    Ich denke, das mach ich schon. Oder mach ich das nicht? Inwiefern denn nicht? Du schreibst, dass ich davor zurückschrecke und darum die "alte" Situation (einfach minus Trinken) wiederhaben will. Ich will doch nicht die Situation zurück, mir geht's um meinen Mann. Weil er mir eben nicht egal ist. Und weil ich es wirklich nicht verstehe, wie ich willentlich machen könnte, dass mir jemand egal ist oder nicht egal ist. Und weil ich es irgendwie generell nicht erstrebenswert finde, wenn mir Menschen einfach egal sind.

    Und wenn mir jemand nicht egal ist sondern im Gegenteil sehr sehr wichtig ist und derjeneige macht etwas, das ihm schadet, dann hoffe ich doch automatisch, dass er damit aufhört! Und ich red ihm vielleicht sogar drein. Und wenn er auf ner Brücke steht und springen will, dann steh ich nicht einfach dabei und wünsch ihm nen guten Flug!

    Zitat von S.Käferchen

    Du willst ihm sein Recht auf eine eigenständige Entscheidung nicht zugestehen.

    Ja, S.Käferchen, stimmt genau! Weil's hier nicht drum geht, dass sich einer ein Auto kauft, dessen Farbe mir nicht passt sondern um sein Leben!

    Und Lilly, Du sagst es ja selbst:

    Zitat von Lilly12

    manch einer entscheidet sich auch lebenslang dafür, auch das akzeptiere ich dann, aber ob ich dazu schweige, is noch ne andere Sache

    - Du hältst nicht einfach die Klappe, wenn einer sich dafür entscheidet, nix zu tun und weiterzuleiden. Ok, Du akzeptierst seine Entscheidung - aber seien wir ehrlich, das kostet Dich ja auch nix, sie betrifft Dich ja nicht und die Person ist Dir zwar nicht ganz egal aber es ist auch nicht derjenige, mit dem Du Dein Leben verbringen möchtest - aber Du kannst auch nicht ganz von der Hoffnung lassen, dass es vielleicht irgendwann doch zum anderen "durchdringt". Und das, obwohl es Dich nicht direkt betrifft! Also ist's nicht logisch, dass man das umso mehr tut, wenn einem der andere wichtig ist und wenn es einen selber betrifft???!

    Argh... schon wieder diskutiert... :( Dabei hat's wirklich keinen Sinn. Ausser, dass vielleicht irgendwann irgendwo doch was durchdringt... ;)

    Ich lass es jetzt! Muss eh los, hab einen Termin bei der Therapeutin. Mich auf neue Denkweisen einlassen. Mich von Besserem überzeigen lassen. Entwicklung. - alles auch Plan B... :)

    Ich meld mich wieder! Und nochmals: vielen Dank für's Schreiben und ich finde es schade, wenn Ihr aus meinem Thread verschwindet, aber ich versteh schon, was Ihr meint und ja - es geht langsam... aber es ist nicht wirklich so, dass gar nichts geht. Und ja, ich will, dass es nach meinem Kopf geht... aber ich weiss auch, dass es dafür, dass es tatsächlich nach meinem Kopf gehen würde auch genau das bräuchte, was Ihr mir zu verstehen helfen könnt. Und wenn's nicht nach meinem Kopf geht, dann ebenfalls und umso mehr. Und darum bin ich hier und geh Euch auf den Geist. Danke, dass ich darf!

    Liebe Grüss,

    c.

    Hallo zusammen!

    Hm, wenn ich Eure Beiträge so "überfliege", dann les ich da was von Eurem Schreiben in meinem Thread... und weil ich nicht genau hinschau les ich draus, dass Ihr noch lange hier mitschreiben wollt... Oder hab ich da beim Überfliegen vielleicht was überflogen? Übersehen? Vielleicht was wichtiges? Habt Ihr vielleicht sogar das Gegenteil geschrieben?

    Klar, wenn ich das, was mir die anderen sagen bloss halb anhöre, dann kann ich unbekümmerter meine Ratschläge und meine Kritik anbringen so wie sie mir gefällt, es muss sich dann ja nicht auf die Person und das, was sie sagt beziehen. Ist einfacher so. Und wenn's nicht zu dem passt, was der andere sagt, dann ist's sicher nicht mein Fehler sondern seiner.

    Ich weiss, hat keinen Zweck dass ich jetzt ins Leere raus was versuche richtigzustellen. Nur einfach der Komplettheit halber: NEIN, ich will nicht einfach den alten Zustand zurück. Ich will den Mann zurück, den ich liebe und ich will, dass er gesund wird. Das ist alles. Solange das nicht ist, leide ich drunter. Die Situation ändern kann ich nicht. Und daran, dass ich drunter leide kann ich auch nichts ändern; nicht mehr drunter leiden würde ich erst, wenn mir das alles egal wäre. Das ist es mir aber nicht. Mein Mann ist mir nicht egal, seine Gesundheit ist mir nicht egal, mein Leben ist mir nicht egal. Und ja, ich will auch nicht, dass es mir egal ist. Stimmt.

    Was soll's. :(

    Ich hoffe weiter und ich warte weiter und währenddessen läuft längst Plan B - oder wie stellt Ihr Euch das vor? Dass ich's irgendwie fertiggebracht habe, die Zeit anzuhalten??? Dass ich seit Monaten im Bett sitz und drauf warte, dass alles wieder anders wird??? Echt, das versteh ich nicht, wie Ihr Euch das vorstellt... aber auch egal.

    Vielen Dank für's lange Mitlesen - aber macht's vielleicht lieber nur so lange mit, wie Ihr wirklich auch lest, was geschrieben wird, sonst passen Eure Beiträge nicht mehr und es kommt zu so blöden Fragen wie der mit dem gleichen Stellenwert von Wetter und Gesundwerden und zu ellenlangen Diskussionen - und vielen Dank für Eure Beiträge.

    Bis sonstwann wieder und liebe Grüsse,

    c.

    Hallo alle zusammen!

    Ich versteh's nicht. Ich versteh's echt nicht. Vielleicht ist das nur ein sprachliches Problem, vielleicht heisst bei uns "beeinflussen" etwas anderes als bei Euch??? Sind für Euch die Begriffe "Beeinflussung" und "Manipulation" oder "Steuerung" synonym? Für mich ganz eindeutig nicht! Für Euch schon?

    Habt Ihr wirklich das Gefühl, dass Ihr komplett unbeeinflusst durchs Leben marschiert? Ob Euch wer anlächelt oder Euch ins Gesicht spuckt - das ist Euch einerlei??? :shock:

    Ob Euch ein Hund die Hand ableckt oder Euch in die Wade beisst - das beeinflusst Euch nicht??? Ihr streichelt ihn in beiden Fällen weiter??? Ich persönlich streichle den lieben Wauwau nicht in beiden Fällen unbeirrt weiter - aber vielleicht lass ich mich ja nur zu leicht beeinflussen??? :roll:

    Wenn ich einen Vegetarier zum Essen einlade, dann servier ich ihm doch keinen Schweinebraten! Und obwohl das vielleicht seine Entscheidung etwas zu essen oder eben nicht beeinflusst hab ich den armen Kerl damit doch nicht manipuliert! Seht Ihr das echt anders???

    Seid ehrlich, das hat doch wirklich absolut nichts mit Manipulation oder Steuerung zu tun! Bei Manipulation und Steuerung geht's um bewusstes willentliches zielgerichtetes Handeln. Beeinflusst kann man auch davon werden, klar, aber in der Regel nur solange man es nicht merkt, sobald man's spitz kriegt, lässt man sich's nicht mehr gefallen, ganz wie Du sagst, Spedi. Und machen tut man's auch nicht, wenn man gewisse Ansprüche an sich selbst stellt, da ghe ich ganz mit Dir einig, Lilly. Weil es eben nicht was neutrales ist und meistens auch nicht etwas dem Objekt der Manipulation zum Positiven gereichendes, sondern etwas, das den Zielen desjenigen dient, der manipuliert und das oft zum Nachteil dessen, der manipuliert wird.

    Beeinflussung ist neutral, man kann's wollen oder nicht, passiert einfach. Schon nur meine reine Existenz beeinflusst andere. Eure auch! Da könnt Ihr noch so gerne "unbeteiligt" sein wollen. Ihr beeinflusst. Geht nicht anders. Manipulation ist was anderes, was negatives, etwas kalkuliertes, zum eigenen Zweck, kann auch schon mal über Leichen gehen.

    Aber warum meint Ihr es gehe mir darum, meinen Mann zu manipulieren? Was meint Ihr denn, was ich davon hätte, wenn ich ihn über's Ohr haue, ihn zu etwas zwinge??? Oder unterstellen wir uns hier im Forum tatsächlich einfach immer von vornherein was Negatives? Wenn da "Einfluss" steht, dann lesen wir "Zwang", wenn da "Liebe" steht, dann lesen wir "Besitzanspruch" und wenn da "Hoffnung" steht, dann lesen wir "Verdrängung"...

    Ich will ihn nicht manipulieren und nicht vergewaltigen und nicht zwingen, glaubt mir. :( Und selbst wenn ich's wollte würde es nicht klappen, weil ich ja nicht will, dass er mir einen Nerzmantel kauft (das würd man ja vielleicht mit Manipulation oder Zwang oder Gewalt noch hinkriegen können), sondern dass er sich anders entscheidet - und das geht nur und ausschliesslich freiwillig.

    Und wenn ich schreibe, dass mir das Wetter am A... vorbeigeht, und ich da gelassen sein kann wie ein ganzes Kloster voller Zenmönche, dass mir mein Mann aber eben gerade ganz im Gegenteil sowas von ver... wichtig ist, dass es mich fertigmacht zu sehen, dass er sich kaputtmacht - dann werde ich tatsächlich gefragt:

    Zitat von Jenny2

    Und hoffen auf schoenes Wetter und das der Alkoholiker endlich wach wird, koennte ich nicht gleichsetzen oder hat das den gleichen Stellenwert bei Dir?

    :shock: NEIN, das Wetter und das "Wachwerden" eines Alkoholikers haben NICHT den gleichen Stellenwert für mich. Was ich ja auch geschrieben habe. Hab ich mich da unklar ausgedrückt? Oder hast Du's zu oberflächlich durchgelesen? Oder gehört das auch zu dieser Grundhaltung des Unterstellens? Wenn ja, dann erschreckt mich das sehr. Denn jemandem zu unterstellen, dass für ihn das Hoffen auf schönes Wetter und das Hoffen darauf, dass ein kranker Mensch gesund wird denselben Stellenwert haben könnte, das ist erschreckend. :( Und irgendwie besonders unschön in der Kombination mit dem Postulat "Aber-ich-bin-besser!"... Dem anderen wird unterstellt, Wetter und Menschenleben für gleichwertig zu halten, aber über sich selbst wird sofort geschrieben: "könnte ich nicht gleichsetzen".

    Aber irgendwie scheine ich der Typ zu sein, dem man das zutraut. Auch der Typ, der wenn er jemandem einen Ratschlag gibt nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. - wie kommt Ihr darauf? Lilly, ich find's nicht erstaunlich, dass Du den Leuten zu dem rätst, was zu ihrem Besten ist! Ich find's selbstverständlich! Das ist auch mein Anspruch an mich. Und ich halt mich dran. Und ich hab's auch so gehalten, als mein Mann für mehr als ein Jahr ins Ausland sollte/wollte/konnte - da hab ich ihm auch geraten fahr hin weil es für IHN gut war. Auch wenn es mich traurig gemacht hat. Auch wenn's schwer war. HALLO? Ist das nicht selbstverständlich???

    Zitat von Lilly12

    Fair bleiben, den anderen FÜR SICH entscheiden lassen, denn ER weiß am BESTEN, was GUT für IHN ist !!!

    Ja, ja und nochmals ja zum ersten Teil des Satzes, wenn der zweite Teil des Satzes auch stimmt. Aber nimm jetzt einfach den Part "ER weiß am BESTEN, was GUT für IHN ist !!!" und sag mir, ob der für Dich auf einen suchtkranken Menschen zutrifft. Egal ob Alkoholiker oder Co oder was sonst: genau das was wirklich GUT für ihn ist weiss derjenige doch eben NICHT - oder doch, ja, wissen täte er es vielleicht, aber danach handeln tut er nicht und darum geht es ja bei der vermaledeiten Entscheidung!

    Wenn mein Mann jetzt käme und sagen würde: "Ich komm zu Dir zurück und liebe Dich wieder und alles ist gut - wenn ich dafür nur weiter trinken darf!" - Meinst Du, dass ich dann sag: "Oh prima! Sauf ruhig weiter und mach Dich kaputt, das ist mir sch...egal, Hauptsache, ich hab Dich wieder!" - ??? :cry:

    Mir geht's um genau das: was GUT für IHN ist!!! Was OBJEKTIV gut ist für ihn. (Und bitte kommt mir jetzt nicht damit, dass es das objektiv Gute nicht gibt! Gibt's denn immerhin das objektiv bessere von zweien? Oder ist Gesundsein und Kranksein gleichwertig???) - Gesundsein. Das wünsch ich ihm. Das hoff ich für ihn. Und ich kann nix dafür, dass das nicht nur für ihn gut wäre sondern für mich eben auch. Aber wenn es für mich nicht gut wäre, dann würde ich es ihm trotzdem wünschen und drauf hoffen.

    Drauf hoffen...

    Zitat von Ette

    Ich habe festgestellt, dass wir Co´s unter dem Mäntelchen "Hoffnung" gern unsere Angst vor Veränderungen verstecken, unsere Angst vor dem Alleinsein und die Tatsache, dass wir meinen, etwas falsch gemacht zu haben im "Handling" unseres Partners. Wir können schlecht akzeptieren, dass etwas nicht so geht, wie wir es gerne möchten und bezeichnen es als Hoffnung und Liebe.

    Ich weiss nicht, ob mein Hoffen ein Deckmäntelchen für die Angst vor Veränderung ist - die Veränderung wünsch ich mir doch. Die Angst vorm Alleinsein, klar, ich wünsch mir zwar nicht, alleine zu sein, geb ich ja zu, aber wenn er davon gesund werden würde... aber auch dann würd ich ja hoffen, dass er wieder zu mir käme... Aber dass ich meine, etwas falsch gemacht zu haben im "Handling" meines Mannes, ja, das trifft schon zu. Aber ich hoffe ja nicht, dass er gesund wird, damit ich mir diesen Vorwurf nicht mehr machen muss, denn wenn ich was falsch gemacht habe, dann hab ich das ja schon gemacht, daran würde sein Gesundwerden nichts mehr ändern. Bloss die Möglichkeit, es danach anders zu machen würde es vielleicht geben. Bloss vielleicht.

    Aber ich geb Dir recht, Ette, ich hab Mühe damit, zu akzeptieren, dass etwas nicht so geht wie ich's mir wünsche. Und manchmal ist's etwas ganz und gar egoistisches. Und das ist weder schön noch gut noch gesund und da muss ich dran arbeiten, weiss ich. Ist nicht leicht und ich bin ganz schön bockig. Wisst Ihr ja. :) Aber manchmal ist das egoistische wie gesagt nicht nur egoistisch! Und dann akzeptiere ich etwas Schlechtes nicht bloss darum nicht, weil es für mich schlecht ist, sondern weil es für ihn schlecht ist und für mich obendrein auch!

    Ach verflixt, jetzt hab ich wieder geschrieben und geschrieben und geschrieben und bestimmt wieder alles möglich so, dass es anders ankommt, als ich es gemeint habe und bringen tut's gar nix.

    Weil eben so grad gar nix was bringt. Jenny, Du schreibst:

    Zitat von Jenny2

    Vielleicht solltest Du Dich einfach mal auf die Dinge konzentrieren, die in Deiner Hand liegen und anfangen diese zu aendern, weil es in Deiner Macht liegt.

    Was wär denn im Zusammenhang mit der Situation mit meinem Mann so ein Ding, das in meiner Hand liegt??? Doch nur meine Einstellung dazu. Denn ich hab ihn schon gefragt, wie realistisch meine Hoffnung auf eine trockene Partnerschaft mit ihm ist. Unrealistisch sagt er. - und ändert das was dran, dass ich mir's trotzdem wünsche? Und drauf hoffe? Nein. Weil's mir zu wichtig ist. Also müsste ich machen, dass es mir weniger wichtig ist. Bzw. dass es mir gar nicht mehr wichtig ist. Und das zu ändern, meine Einstellung, meine Bewertung von "unglaublich wichtig" auf "komplett unwichtig" zu ändern, das würdet Ihr sagen liegt in meiner Hand, oder? Weiss ich nicht, glaub ich eigentlich nicht wirklich. Aber selbst wenn: ich kann doch nicht wollen, dass mir mein Mann komplett unwichtig ist?! Dass mir sein Gesundwerden egal ist? - Wär das wirklich das, was ich sollte?

    Sollte ich es versuchen hinzukriegen, dass mir das Gesundwerden meines Mannes genauso unwichtig ist, wie das schöne Wetter???!!! Das könnte Jenny nicht gleichsetzen... Soll ich versuchen, es hinzukriegen, dass mir mein Mann so egal ist, dass ich ihm problemlos anraten kann, zu tun was das Schlechteste für ihn ist???!!! Lilly würde das nicht können...

    Ich auch nicht. Und ich will's auch nicht können.

    c.

    Hallo alle zusammen!

    Sorry, dass ich mich so nicht hab lesen lassen, ich war ein paar Tage nicht zu Hause - und schon geht's ab in meinem Thread! :)

    Also zuerst vielen Dank für Eure Beiträge und jetzt ganz schnell der Reihe nach:

    @ Spedi:

    Das hätt ich echt nicht gedacht. Dass man wirklich in der Sucht landen kann ohne dass da "Gründe" sind. Aber ist es nicht vielleicht dann sowas wie eine Prädisposition, die diese Menschen mit sich bringen? Oder dass sie sich besonders intensiv anpassen an ein bestimmtes - in dem Fall trinkendes - Umfeld? Ich dachte immer, dass da ein "Grund" sein "muss"...

    Wetter und Hoffnung. Nun ja, ich halte es im allgemeinen auch eher so, dass ich das Wetter nehme, wie's kommt. Aber das liegt eben dran, dass mir das Wetter nicht so am Herzen liegt. Und Gelassenheit den Dingen gegenüber, die mir egal sind, das ist nicht schwierig. Aber Gelassenheit Dingen oder Menschen gegenüber, die mir wichtig sind, das find ich mit Verlaub manchmal eher gefährlich als erstrebenswert. Darum finde ich sollte man das Gelassenheitsgebet (das überigens nicht die grosse US-SHG erfunden hat!) nicht ganz unhinterfragt in jeder Situation anwenden. Und vor allem sollte man den springenden Punkt dabei nicht vergessen: dass es zwischen dem Beeinflussbaren und dem Unbeeinflussbaren zu unterscheiden gilt. Das Wetter kann ich nicht beeinflussen, wedr zum Guten noch zum Schlechten. Die Entscheidung eines Menschen aber schon; sowohl zum Guten wie zum Schlechten.

    @ Jenny:

    Zuallererst: Ich find Deine Fragen wenn sie so an mich gerichtet sind nicht böse. :) Aber das liegt dran, dass ich weiss, dass ich damit kein Problem hab. Aber ich glaub wenn ich die bei jemand anderem gelesen hätte, vor allem vielleicht bei jemandem, von dem ich weiss, dass er/sie nicht besonders "hart im Nehmen" ist, dann hätt ich auch gedacht "autsch, das war zu hart!".

    Ja, ich sitze im Wartezimmer. :( Und wie mein Mann das sieht ist eben Teil des Problems... Ich weiss es nicht. Und er weiss es vielleicht auch nur manchmal... und dann weiss er das Gegenteil... und dann wieder das Gegenteil vom Gegenteil... :( Und solange es dabei ums Wetter gehen würde, würde ich mich einfach auf "Aprilwetter" einstellen und sowohl Sonnencreme als auch Regenschirm dabeihaben. Und es wär mir klar, dass ich nix beeinflussen kann. Aber hier geht's darum, dass sich mein Mann zwischen zwei Leben entscheiden kann, nicht nur für sich sondern eben auch für mich! Er für ein Leben mit mir oder ohne mich und damit eben auch für mich: eins mit ihm oder eins ohne ihn. Er hat ja die Auswahl zwischen beiden. Ich könnte mich selber nur für das Leben ohne ihn entscheiden (weil nur das in meiner eigenen Kompetenz steht, wenn es das Leben mit ihm sein soll, dann muss er das ja auch entscheiden). Das will ich aber nicht! Ich will das MIT ihm. Und da kann ich nix dazutun, ausser zu versuchen, ihn zu dieser Entscheidung hin zu beeinflussen. Und damit meine ich jetzt nicht, ihn zu fesseln und zu knebeln und in meinem Schlafzimmer an die Heizung zu binden! :) Also warte ich... und hoffe.

    Was ich nicht ganz verstehe, ist Dein Bedenken, dass

    Zitat von Jenny2

    man mit dem Hoffen nicht etwas verwechselt und zwar das Nicht-Akzeptieren der Entscheidung des alkoholkranken Partners

    - wie meinst Du das? Inwiefern "verwechseln"? Da ist doch ganz klar beides: die Entscheidung nicht akzeptieren und hoffen, dass eine andere getroffen wird. Huh? Seh ich da was nicht? Wenn mich nachts in einer dunklen Gasse einer von hinten packt, dann mag ich seine Entscheidung, mich zu überfallen auch nicht akzeptieren und schrei mir die Seele aus dem Leib und hoffe, dass ihn das fix zu einer anderen Entscheidung bringt - und zwar hoffentlich zu der, wegzurennen und nicht zu der, mich abzumurksen, weil er meine Stimme nicht mag! ;) :)

    Was ich auch gerne fragen möchte ist das: Du schreibst vom Akzeptieren, dass wir nicht alles bekommen können im Leben und dass wir nicht alles kontrollieren können und dass Dir dies geholfen hat. Du schreibst:

    Zitat von Jenny2

    Es tut sicherlich manchmal weh, aber ich habe kein Schuldempfinden mehr und konnte loslassen.

    Wie meinst Du das mit den Schuldgefühlen? Weil Du solange Du es nicht akzeptieren konntest Schuldgefühle hattest? Weswegen denn Schuldgefühle? Bitte versteh die Frage nicht irgendwie patzig, ich verstehe es wirklich nicht. Und wenn ich es nicht verstehe, kann ich es nicht versuchen auf meinen "Fall" anzuwenden, weisst Du, wie ich meine? Es ist nicht als Widerspruch gemeint, sondern als echte Frage. Und Danke jetzt schon für die Antwort; es geht ja um etwas sehr persönliches, ich weiss also zu schätzen, wenn Du mir beim Verständnis hilfst indem Du über Dich selbst sprichst!

    @ Dagmar:

    Ja, ich glaube auch, dass die beiden Hoffnungen (Beendigung der Sucht und Fortsetzung der Beziehung) zwei Paar Stiefel sind. Bloss dass ich im Gegensatz zu Dir eben doch noch auf beides hoffe. Aber klar auch in dieser Reihenfolge!

    @ Tihaso:

    Nur zu! Brauche meinen Thread so lange Du nur magst, ich bin Dir sehr dankbar dafür, dass Du Dich so darin investierst und so viel von Dir preisgibst. Vielen Dank, dass Du Dich mit mir "solidarisierst" und Deine Hoffnung "zugibst" - als ob's was böses wäre, zu hoffen :( ist es doch nicht, verflixt, das ist es doch wirklich nicht! :evil: Vielleicht macht mir das fast am meisten Mühe, dass Dinge, die doch an und für sich positiv sind in diesem Kontext so negativ gewertet werden. Naja :( müssen sie ja wohl schon irgendwie... weil sie uns schaden statt uns gut zu tun... aber trotzdem, das macht es nur noch schlimmer... :(

    Du hast sicher Recht mit dem Tempo... ich bin sowas von... hm... wie soll ich sagen... nicht langsam eigentlich, aber irgendwie gar nicht gut, was Veränderungen angeht. Naja, manchmal geht's auch ruck-zuck, aber so im allgemeinen hänge ich schon an dem, was ich hab, einfach auch aus dem Grund, dass ich mich nicht schnell und unüberlegt für etwas entscheiden habe und es dann auch gleich schnell wieder verwerfen kann. S gibt so Leute, die kann ich nicht verstehen, da ist alles, was heute wichtig ist morgen schon wieder Schnee von gestern. Kann ich nicht nachvollziehen irgendwie... Ist n handicap, weiss ich. Muss ich dran arbeiten. Aber nicht zu viel - soll ja nicht so enden, dass ich täglich neu Tapezieren muss, weil mir die Tapete von gestern nicht mehr gefällt! ;)

    @ all: und jetzt habe ich endlich fertig! :roll::oops: Dankr für Eure Geduld und ich geh jetzt gleich weg und bin erst Sonntagabend wieder da - geniesst also die Ruhe :) und ich wünsch Euch allen ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüsse,

    c.

    Hi Jenny2!

    Eigentlich war ich schon unterwegs ins Bett und dann hab ich Dein "Vorbeischauen" in meinem Thread gesehen und jetzt lässt mich Deine Frage nicht los.

    Zitat von Jenny2

    Setzt Du denn derzeit immer noch Hoffnungen dran, dass das mit Deinem Mann und Dir was wird???? Und wenn ja, wie kommst Du darauf??

    Wahrscheinlich fragen das alle anderen mit Dir zusammen :) und nur ich versteh nicht ganz, wieso Du fragst...

    Natürlich setz ich immer noch Hoffnung dran. Und ich weiss echt nicht, wie ich's anstellen sollte, KEINE Hoffnung mehr zu haben! Die ist doch einfach da.

    Und wie ich drauf komme? - Wie kommt man auf Hoffnung?

    Wenn ich hoffe, dass morgen schönes Wetter ist, dann komm ich da drauf auch bloss weil ich weiss, dass es entweder schönes oder schlechtes Wetter geben kann und ich wünsche mir das eine und darauf hoff ich dann. Nix weiter. Man hofft, dass das, was man sich wünscht wahr wird. Oder ist das nur bei mir so?

    Und klar, wenn ich in unseren Breitengraden im November hoffe, dass es morgen 35° warm wird, dann weiss ich schon, dass meine Chancen nicht grad eben gross sind. Und wahrscheinlich würd nicht einmal ich mir in der vagen Hoffnung auf die Wärme abends schon das kurze Sommerkleidchen rauslegen, das ich dann Tags drauf bei 35° anziehen werden. :) Aber hoffen kann ich's trotzdem.

    Wir hoffen ja wahrscheinlich auch alle, dass irgendwann nirgends mehr auf der Welt Krieg herrscht. Und dass alle Menschen genug zu essen haben werden. Und dass sie "richtigen" die nächste Fussball-WM gewinnen! :) Und wie wir da drauf kommen... nicht direkt indem wir mathematisch die Wahrscheinlichkeit des erhofften Geschehens errechnen, oder?

    Aber wenn ich schon mit der Wahrscheinlichkeit anfange, dann seh ich in Anbetracht des Klimawandels die 35° im November leider noch eher eintreffen als den Weltfrieden. Hoffen tu ich mehr auf den Frieden als auf die 35°, die sind mir nämlich ziemlich egal. (Aber witzig wär's schon :) muss mich morgen mal drauf achten wie nah wir rankommen! ;))

    Weisst Du, wie ich meine? Hoffnung ist (zumindest für mich und vielleicht bin ich da wirklich ganz alleine damit?) nicht an Wahrscheinlichkeit gebunden. Vielleicht sogar im Gegenteil... vielleicht hoffe ich eher, wenn's nicht von vornherein klar ist, wie's kommt. Denn wenn's so klar ist, dann muss ich ja nicht hoffen, dann kann ich einfach drauf warten und mich drauf freuen.

    Aber vielleicht fragst Du ja auch nicht nach der Hoffnung, sondern nach den realistischen Chancen, die ich meiner Hoffnung ausrechne. Das ist dann auch wieder was anderes. Und das schwankt ganz massiv und manchmal denk ich es muss doch klappen und manchmal denk ich es wird nie mehr. - aber hoffen, dass es klappt tu ich immer.

    Oder fragst Du nach den Indizien, die ich für das eine (es wird wieder) bzw. das andere (es wird nie mehr) habe - oder besser: zu haben glaube? Hm, da müsste ich ausholen... Dafür, dass "mit meinem Mann und mir was wird" spricht z.B., dass ich so eine phantastische Frau bin, die man nun wirklich nur unter allerärgster Beeinträchtigung des Verstandes durch Alkoholkonsum so einfach aufgibt. :) Nein, im Ernst, es spricht für mich eben ausser der Suchtproblematik so ziemlich alles dafür. Weil ich darin den Grund der ganzen Sch...situation sehe. Aber ich meine mit Suchtproblematik nicht "nur" das Trinken, sondern auch das, was zum Trinken geführt hat, denn dass jemand nur aus Spass süchtig wird ohne dass bei dem Menschen was ganz im Argen liegt ist Unsinn, da würdet Ihr mir sicher recht geben, oder?

    ABER da können neben der Sucht noch so viele Dinge sein, die als Indizien für ein "es wird wieder" exisitieren, neben der Sucht haben die keine Chance. Weiss ich. Und damit sind wir wieder am Anfang des Kreises: mein Mann müsste etwas gegen seine Sucht tun wollen und das kann nur er alleine und selbst dann gibt's keine Garantie. :(

    Und der langen Rede kurzer Sinn: ich kann nix dazu tun. Ausser drauf hoffen. Und das tu ich eben. Immer noch. Und vielleicht vergeht die Hoffnung ja auch, das weiss ich nicht.

    Sorry, Jenny2, dass ich Deine kurze Frage so in die Länge gezogen habe. Es ist fast 01h schon, ich muss jetzt definitiv ins Bett!

    Liebe Grüsse Euch allen,

    c.

    Hallo Dagmar!

    Weisst Du was? Dann lassen wir doch jetzt wieder die Finger von diesem Thema und wenden uns uns zu! :)

    Und wenn ich mich da so zu mir wende, dann seh ich schon, dass ich das nicht ganz so radikal mache, mich von Leuten sofort zurückziehen, wenn sie sich verändern und mir nicht mehr passen. Ich glaub ich bin eine verflixt treue Seele und geb auch mal eine dritte Chance oder sitze eine Phase des Nicht-Übereinstimmens aus. Aber nur bei Menschen, die mir was bedeuten! Und wenn's nicht ans "Lebendige" geht.

    Bei den meisten Menschen, an denen mir was liegt gibt's ja Gründe dafür, dass sie mir wichtig sind. Ich bin nicht der Typ Mensch mit 1000 besten Freunden, die mir alle bei näherem Hinsehen nicht wirklich wichtig sind. Ich habe wenig wirklich gute Freunde, aber an denen liegt mir auch was und da muss viel passieren, bis ich mich von denen distanziere.

    Und bis jetzt hat es in meinem Leben nie etwas so Gravierendes gegeben, dass ich um mich zu schützen hätte den Kontakt zu jemandem abbrechen müssen. Denn von Zeit zu Zeit mal mit jemandem diskutieren, der der einfach nicht auf meiner Wellenlänge ist, davor brauch ich mich ja nun wahrlich nicht schützen, das schadet mir ja nicht.

    Als ich aber erfahren habe, dass mein Mann mich betrogen hat hab ich aber definitiv nicht so reagiert. Da gab's kein Abwarten und keine zweite Chance: ich hab ihn rausgeschmissen.

    Aber mein Mann definiert sich für mich nicht nur durch das Betrügen und den Alkohol. Und er ist nicht nur ein Kumpel oder eine Kollegin. Da ist so viel mehr an ihm. Und an mir. :) Und ja, da ist unter anderem auch das "in schlechten Zeiten". Nicht auf Kosten meiner körperlichen Unversehrtheit, nicht auf Kosten meines psychischen Wohlergehens, nicht auf Kosten meiner Seele. Aber doch weiter als nur bis zum Punkt "das gefällt mir nicht".

    ABER das ist ja nur MEINE Seite des Ganzen. Und seine sieht ganz anders aus. :( Aber da bin ich dann wieder bei dem Thema, bei dem ich nicht landen sollte.

    Du sagst:

    Zitat von dagmar007

    Menschen ändern sich, zuweilen in so gegensätzliche Richtungen, dass sie nichts mehr verbindet - bei objektiver Betrachtung

    Genau da liegt doch das Problem: da ist zu viel, das verbindet... viel zu viel und viel zu wichtiges... :cry:

    Und jetzt wird Spedi wieder das eine kleine Detail herausklauben, das die ganze Sache ausmacht: "objektive Betrachtung", stimmt's? :) Ich weiss. Aber ich weiss auch, dass ich trotz allem näher an der objektiven Betrachtung dran bin als Ihr. Nicht weil ich objektiver bin als Ihr! Einfach weil ich mehr vom Ganzen weiss als Ihr. Aber da steuern wir wieder auf das Thema zu, von dem ich lassen soll... Und bringen tut's auch nichts. Wenn uns was auch immer verbindet und er das nicht so sieht - was kann ich da machen? :cry:

    Ich glaub ich lass es jetzt mal. Schönen Abend Dir und Euch allen und liebe Grüsse,

    c.

    Liebe Dagmar (und Spedi und alle anderen!),

    natürlich ist es so wie Du sagst:

    Zitat von dagmar007

    Damit der Alkohol bleiben kann wird das Niveau heruntergeschraubt!

    das hab ich auch nicht anders gemeint. Bloss dass dann etwaige Einbussen auch wider vom Alkohol kompensiert werden können. Also Alkohol sowohl als Grund als auch als Folge! Das ist ja das Fatale, der Teufelskreis, das Huhn-Ei-Problem von was war zuerst, das man gar nicht mehr aufdröseln kann.

    Du fragst mich:

    Zitat von dagmar007

    Weißt Du es mit Sicherheit was nicht immer wie war oder wie es sich entwickelt hat?

    Natürlich kann keiner in einen anderen Menschen hineinschauen, seine Gedanken lesen, seine Gefühle fühlen. Also keine 100% Sicherheit. Aber weisst Du, ich kenne meinen Mann seit wir 12 waren, also längst bevor wir ein Paar waren, längst bevor er anfing zu trinken... Ich hab schon eine gute Übersicht über die Entwicklung und mit dem Wissen, das ich jetzt habe sehe ich natürlich auch Dinge, die ich damals im Moment nicht gesehen habe. Aber ich kann schon sagen, dass da verschiedene Phasen waren, auch in Bezug auf das, was Du ansprichst:

    Zitat von dagmar007

    dass er eben genau das als Ideale verkaufte, von dem er der Meinung war das Umfeld wolle es so hören.

    - ja, diese Phase gab es auch. Und aus der Phase meint er sich in der Tat befreit zu haben. Er macht jetzt was er will. Allerdings immer noch heimlich, keiner soll was wissen. Hm... nicht das, was ich mir für mein selbstbestimmtes Leben wünsche, mich verstecken zu müssen, weil es so mies ist... Auch wenn jemandem das Lügen keine Mühe bereiten sollte, angenehm kann das doch nicht sein, oder?

    Aber vor dieser Phase gab es auch eine Zeit, in der die Ideale seine waren. Eine Zeit, in der er z.B. absolut nichts mit Alkohol zu tun haben wollte. Weil er Alkoholprobleme ja von zu Hause her mehr als genug kannte. Und dann entdeckte er den Alkohol auch als "Lösungsmittel". Und erzählte je nach "Publikum", dass er gar nicht oder nicht besonders gerne trinke. Und mit anderem "Publikum" trank er wacker mit, um dazuzugehören. (Das Beispiel mit dem Alkohol ist vielleicht nicht ideal, da hängt so viel mit drin bei einem Kind von alkoholkranken Eltern, aber bei allen anderen Beispielen müsst ich so weit ausholen. Also lass ich's mal so.)

    Und klar, wieder so werden wie es einmal war, das kann es wenn überhaupt nur so wie Du sagst:

    Zitat von dagmar007

    Es kann wieder anders werden, ja, mit einer unbändigen Kraft und Einsicht desjenigen, der mal anders war.

    und wie Spedi es sagt:

    Zitat von Spedi

    Nicht theoretisch, nicht eventuell, nicht vielleicht und nicht unter Umständen. Auch nicht im Prinzip und auch nicht eigentlich. Sondern ganz einfach MACHEN.

    Und ob das je möglich ist weiss ich nicht... bzw. muss ich - eben weil ich ihn so gut kenne - als eher unwahrscheinlich einschätzen. :( Und ich setz ihm damit sicher nicht einen Heiligenschein auf, keine Sorge. Aber was ich nicht kann ist das:

    Zitat von dagmar007

    Betrachte ihn mal "nur" als Mensch, als der Mensch, der er jetzt ist....

    ihn nur als den Menschen betrachten, der er jetzt ist. Das klappt nicht. Wie soll das gehen? Das tu ich doch bei keinem Menschen. Das geht doch gar nicht - ausser in dem Moment, in dem ich einen Menschen ganz neu kennenlerne. Aber ab dann ist doch sofort mehr da, als nur die Momentaufnahme!

    Aber eigentlich sind wir jetzt seit einiger Zeit wieder bei einem Thema, bei dem wir nix zu suchen haben, oder? Bei meinem Mann. Der für sich selber schauen muss, dass er aus dem Sch... rauskommt, in den er sich manövriert hat. Und ich muss für mich selber schauen, dass ich mit dem Sch... klarkomme. Dass ich was mache. MACHE, Spedi, ich weiss. Und ich mach auch.

    Und jetzt mach ich mich auf die Socken, bin zum Mittagessen eingeladen! :)

    Ich wünsch Euch einen schönen Tag und schicke liebe Grüsse,

    c.

    Ja also zu St. Martin bist Du sicher lieber ein alter Gaul als die arme Martinsgans, oder?! ;)

    Und die Dinge ein bisschen gemächlicher angehen ist doch auch keine schlechte Idee, so von Zeit zu Zeit ist das genau das Richtige. Und überhaupt, jetzt wo's so kuschelig auf den Winterschlaf zugeht ist Eile sowieso fehl am Platz. Ich hab mir auf jeden Fall heute einen gemütlichen Tag gemacht und es nicht bereut! :) (Naja, dafür hatte ich vielleicht zu viel Energie für's Forum übrig... hab meinen Thread wieder üppig wachsen lassen...) Ich hoffe, Du hast auch nicht nur Aufgeräumt heute! Und sonst morgen einen gemütlichen Tag einlegen, ok?! :)

    Auf jeden Fall bin ich froh zu lesen, dass Du guter Dinge bist. Ich irgendwie auch grad im Moment. :) Ich war auch froh, dass das Treffen mit der Therapeutin so positiv war. Ich hatte mir nicht irgendwie Sorgen gemacht deswegen, aber ich war schon gespannt druaf, wie's wird. Und damals mit dem Therapeuten zu dem mein Mann und ich gegangen waren war's ja nicht wirklich das Wahre. Schon wie ich da zum ersten Mal anrief kam er mir komisch vor... und die Therapeutin hingegen klang schon am Telefon sehr sympatisch und hat hm, wie soll ich sagen, irgendwie patent geklungen. :) Mal sehen, wie's weitergeht. Ich halt Dich auf dem Laufenden!

    Und Danke für die Grüsse von alixx!!! Du hast auch ausserhalb des Forums mit ihr Kontakt, wenn ich mich recht erinnere? Grüss sie bitte auch ganz ganz herzlich von mir!!! Ich hoffe, sie kommt zurück!

    So und jetzt geh ich ins Bett! Dir auch eine gute Nacht und liebe Grüsse,

    c.

    Liebe Dagmar,

    Du hast für Deinen Fall sicher absolut recht, so wie ich Dich hier kennengelernt habe hast Du Dir die Sache mutig angeschaut wie sie ist, hast sie analysiert und bist zu eben diesen Deinen Schlüssen gekommen so weh sie auch tun.

    Ich versuche dasselbe zu tun und ich glaube, ich bin auch nicht zu feige oder zu dumm, meinen "Fall" zu beurteilen. Und ich komm nicht ganz auf dasselbe raus wie Du. Natürlich sind sehr viele Punkte dieselben. Aber ich weiss auch, dass es in vielen Punkten keine Übereinstimmung gibt, sich unsere Fälle und unser Partner und ihre Sucht (bzw. vielleicht auch nur das Stadium ihrer Sucht?) unterscheiden. - wäre ja auch seltsam, wenn nicht, unsere Geschichten sind ja auch ganz verschieden, wir zwei sind ja auch reichlich verschieden glaub ich - also ich hab z.B. eine Allegie auf Katzenhaare :) schon da ist nix mit Übereinstimmung! ;) - und auch wenn Sucht immer Sucht ist, alles in einen Topf zu werfen scheint mir zu einfach.

    Wo ich Dir aber sicher Recht gebe ist bei Deiner Aussage hier:

    Zitat von dagmar007

    Dieser Mensch hat Probleme mit sich selber, hat dazu den Alkohol als Heilmittel verwendet, dieser hat nun aber versagt und noch mehr Probleme gemacht. Liebe Crevette, diese Flucht vor Problemen, dieses lügen, war das nicht vielleicht schon vor dem Alk da? Und ist das nicht vielleicht durch den Alk jetzt genau die Person, die sich so lebt, wie es ihr (derzeit!) am liebsten und einfachsten erscheint????

    und Deinem "derzeit!" würd ich noch ein paar Ausrufezeichen mehr geben! Denn genau da hänge ich wieder an: das war nicht immer so. Und wenn etwas nicht immer so war, dann kann es doch auch wieder anders werden.

    Lilly hatte geschrieben, dass ein A... ein A... bleibt auch wenn er trocken wird. Das glaub ich auch. Aber wenn einer kein A... ist, wenn einer im Gegenteil ein verd... lieber Kerl ist und sich dann dank Alkohol mehr und mehr in die Rolle des A... drängt - fast so, als ob er sich damit die Legitimation zum Trinken geben wollte, so nach dem Motto "ist der Ruf erst ruiniert...", dann glaub ich auch, dass er sich ohne Alkohol nicht mehr wie ein A... aufführen muss. Klar kann er weitermachen, vielleicht hat er ja Geschmack dran gefunden und behält das Verhalten bei, auch ohne Suff, aber das wär irgendwie nicht logisch, oder? Wie Lilly gesagt hat, als sie nicht mehr lügen "musste" hast sie nicht mehr gelogen und war froh darüber.

    Aber was nebst bzw. vor dem Alkoholproblem gelöst werden müsste ist das Problem, das er mit sich selber hat. Da geb ich Dir absolut Recht! Das trifft ja auch auf Co zu: das Problem mit sich selbst. Das der eine mit Alkohol, der andere mit einer anderen Sucht zu "lösen" versucht. Seine vermeindliche Minderwerigkeit weg-suchten, seine fehlende innere Sicherheit weg-suchten, seine traumatische Kindheit weg-suchten, was auch immer.

    Nur müsste man das wollen. Müsste man wollen, nicht bloss eine Person zu sein,

    Zitat von Dagmar007

    die sich so lebt, wie es ihr am liebsten und einfachsten erscheint

    sondern eine Person, die die Mühe nicht scheut, nicht bloss so zu leben wie es ihr am einfachsten und bequemsten und liebsten ist, sondern so zu leben, dass sie darauf stolz sein kann.

    Und ich weiss, dass mein Mann früher auch so dachte, Ideale hatte, sich Mühe gab, nicht das Einfachere, sondern das Richtige zu tun. Und das verflixte ist, dass er das auch noch nicht in allen Belangen aufgegeben hat... aber irgendwie nimmt es immer mehr ab und der Alkohol nimmt immer mehr zu. :( Und damit auch die Entscheidung für die Flucht statt für's Konfrontieren von Problemen, die Entscheidung für das Einfache statt das Richtige, die Entscheidung für das kurzfristig lohnende Leicht-zu-erreichende statt den mühsam erarbeiteten bestehenden Wert.

    Das hat mein Mann einmal gesagt, auf die Frage, was er denn jetzt machen wolle, so mit seinem Leben und in Sachen Beziehung etc.: "Auf einem tieferen Niveau konsolidieren." Mit anderen Worten: seine Ansprüche runterschrauben! Die Ansprüche an sich, an sein Leben, an seine Beziehung, einfach alles. Und den Verlust kompensiert er mit Alkohol, dann geht die Rechnung ja unterm Strich auf. :(

    Und das macht mich immer noch himmeltraurig. Und ich kann's immer noch ncht akzeptieren, dass das jetzt einfach so bleibt und Pech gewesen, ein guter Kerl mehr kaputtgesuchtet. :evil:

    ... und jetzt hab ich wieder über ihn geschrieben. Über den Alkoholiker. Aber eigentlich geht's ja nicht nur um ihn dabei. Eigentlich gilt das alles ja auch für den anderen Süchtigen, den Co...

    Der das Richtige und nicht das Einfache machen soll...
    Der so leben soll, dass er stolz sein kann drauf...
    Weil das doch ultimativ das ist, was ausmacht, dass ich mit mir im Reinen bin und glücklich sein kann.

    Hmmm...

    Das war jetzt wohl das Wort zum Sonntag sozusagen... :)

    Ich geh dann mal lieber ins Bett bevor ich noch länger weiterschreibe!

    Gute Nacht alle zusammen und liebe Grüsse,

    c.

    Liebe Dagmar, Liebe Lilly! (Und alle anderen natürlich auch! :))

    Das mit dem Internet und dem Schreiben im Forum hat schon so seine Tücken, irgendwie kommt vieles anders beim Leser an, als man's abzuschicken meinte und statt wie im Gespräch gleich "nachbessern" zu können, wenn man die Reaktion des Gegenüber sieht braucht's dann wieder ein extra posting und und und...

    Also das mit den Freunden und den "Freunden" hatte ich ganz so gemeint, wie auch Ihr es seht:

    Zitat von dagmar007

    In Freundschaften liegt einem am Wohl des anderen in Zweckgemeinschaften kann man unkritisch sein.

    - und darum bin ich bei einigen Leuten enttäuscht, dass so nix kommt. Nicht weil ich glaube, dass es was bringt! Da bin ich auch ganz Eurer Meinung:

    Zitat von Lilly12

    Aber auch das würde nix helfen, auch Freunde haben keinen Einfluß auf einen nassen Alkie

    Aber ich finde eben man muss manche Sachen auch sagen, wenn sie nichts bringen. Aus Prinzip einfach. Wenn ich mit einem im Auto sitze und der fährt 70km/h in der 30-er Zone, dann sag ich dem das, auch wenn er kein Bisschen vom Gas geht deswegen, aber ich lass ihn doch nicht einfach machen als ob's ok wäre!

    Ich glaub das meine ich: wenn es am einen Ende des Spektrums den aktiven Widerstand gibt und am anderen die aktive Partizipation, dann befindet sich das "Ich-mische-mich-nicht-ein" nicht brav in der neutralen Mitte sondern geht absolut in Richtung Gutheissen und Ermöglichen. Ich werd jetzt keine historischen Beispiele anbringen, Ihr habt bestimmt verstanden, was ich meine. Und für mich ist das grad auch in einer Freundschaft so, dass man den anderen nicht einfach tun und machen lässt ohne was zu sagen! (Und ich find's überigens auch im umgekehrten Fall ganz nett, wenn man sich unter Freunden sagt, dass man es schön findet wenn jemand was Gutes tut! :))

    Und auch was dir Frage mit dem Lügen und Betrügen und dem Alkohol angeht bin ich wahrscheinlich mehr Eurer Meinung, als Ihr meint. Ich sehe es nicht so, dass da ein perfekter Mensch ist und schwupps aus heiterhellem Himmel fängt er an zu trinken und da kommt "das Böse" über ihn und er lügt und betrügt und an allem ist der Alkohol schuld! Ich meine auch, dass der Alkohol "nur" verstärkend ist und Hemmschwellen herabsetzt. Aber eben nicht nur das. Die Sucht schafft doch auch eine ganz bestimmte Situation insgesamt. Ich meine damit also nicht nur das, was die Sucht mit dem Süchtigen macht, sondern was sie mit seiner ganzen Umwelt macht. Wie soll ich's erklären...

    Wenn ich ein Alkoholproblem habe aber keiner nahe genug an mir dran ist, um es mitzukriegen ist's ja nur mein Ding. Ich muss nicht lügen oder verstecken. Wenn da aber Leute sind, die's rauskriegen könnten, meine Partnerin z.B., dann "muss" ich anfangen zu lügen. Das ist sehr belastend... und ich trinke daher vielleicht sogar noch mehr. Aber solange ich nicht auffliege mit meinen Lügen ist ja alles noch relativ ok. Wenn es dann auffliegt, dann kommt zum Stress, den ich ohnehin schon hab mit Saufen und Lügen noch der Stress mit denen, die wissen, was los ist und mir gut zureden. Oder mit mir streiten. Mich kontrollieren. Mir was vorschreiben wollen. Also kommt zum Saufen und zum Lügen noch die Tatsache, dass ich Streit habe, meine Beziehung zu den Leuten gestört wird, dass ich mich und/oder den Alk noch besser verstecken muss, etc. Meine Situation verschlechtert sich also und ich fühl mich mies, hundemies, das allerletzte A... Und auf sowas reagier ich natürlich mit Saufen. Alk war ja wohl schon immer das Mittel meiner Wahl, vor etwas zu flüchten. Aber irgendwie reicht das auch immer weniger. "Nur" Saufen reicht nicht aus. Denn so viel saufen, dass es reichen würde, das kann ich mir nicht erlauben, irgendwie muss es ja noch im Job funktionieren und so. Und meine Situation ist nicht nur stressig, sie ist gleichzeitig auch todlanweilig, weil meine Gefühle mir keinen Rückmeldung mehr geben wie früher, sondern nur noch bei extremen Sachen. Ich klatsch nicht mehr nur Mayo auf die Pommes, sondern Mayo und Ketchup und Senf und Salz und Pfeffer und und und...

    Also was mach ich? Aufhören mit Saufen wäre ne gute Idee. Probier ich mal. Einen Tag lang. Zwei Tag. Nö, is nicht die Lösung. Ich sauf weiter. Ist einfacher. Aber ich hab wieder versagt. Und ich versuch's nochmal... und nochmal und nochmal und jedes Mal enttäusche ich nicht nur mich selber, sondern auch meine Partnerin... Es klappt nicht... Ich kann's nicht... Ich bin so ein Versager... da wird nie was draus, da kann ich gleich weitersaufen... Aber ich schau, dass ich mich den stressigen Aspekten der Situation entziehe. Ich geh der Partnerin aus dem Weg; sie mir ja auch, dann trifft sich das ja ganz gut... Die liebt mich eh nicht mehr so n A... wie ich bin... Und ich richt mich im Job so ein, dass sich Arbeit und Saufen nicht in die Quere kommen. Und ich schau, was ich spannendes anstellen kann, um n bisschen was zu spüren. Im Internet gibt's da so Sachen, Spiele, z.B., um Geld, mit Frauen, andere Welten - super Ablenkung und mit genug Promille im Blut absolut cool! Aber mit der Zeit nützt sich das auch ab, wird fade wie die Pommes... Da könnte man doch aus der virtuellen Realität raus und rein ins wahre Leben. Ist ja auch irgendwie nur virtuell, so wahrgenommen durch den Dämpfer Alkohol... Und ok, da muss ich wieder lügen, aber was soll's, das ist ohnehin dauernd wieder der Fall, einmal mehr oder weniger macht eh nix mehr aus, ich bin ohnehin schon ein A... und hm... plötzlich hab ich was gefunden, was meine Freunde witzig finden! Ich stell sowas verrücktes an, dass die sich wie wild um mich reissen und erzähl mal und nee, echt, wow, hätt ich Dir gar nicht zugetraut sowas, ja klar, mach weiter so! Hey! Ich bin ja gar kein so A... wenn das so gut ankommt bei allen! Naja, fast allen. Meiner Partnerin gefällt's nicht so dolle, aber das ist ja ihr Pech, muss sie schauen, was sie jetzt macht, ist doch nicht mein Bier. Oh, Bier, gutes Stichwort, geh einen trinken mit den Jungs, und nachher zu Hause kann ich weitersaufen und muss mich nicht mehr verstecken und nicht mehr lügen und eigentlich läuft's jetzt endlich endlich mal so richtig gut. Und das ganz ohne dass ich auf's Saufen verzichten müsste! Ha! War also doch nicht der Alk das Problem!

    ... tja, so ungefähr stell ich mir das vor. Natürlich bescheuert verkürzt und vereinfacht hingeschrieben und ich weiss, dass ich mit dem absolut nicht der ganzen Problematik Rechnung trage, aber wisst Ihr, wie ich meine?

    Ich meine nicht, dass mein Mann mich betrogen hat, weil er besoffen war in dem Moment. Und ich meine auch nicht, dass er nur gelogen hat, wenn er betrunken war. Aber dass er mich betrogen hat und dass er gelogen hat, das hing alles in ganz komplexer Weise mit dem Alkohol zusammen und der ganzen Situation. Und ich meine jetzt NICHT, dass ein Alkoholiker in der vom Alk ganz massiv beeinflussten Gesamtsituation dann automatisch seine Frau betrügt! Und klar, dass da noch andere Faktoren mitspielen, als "nur" der Alkohol. Aber der spielt meiner Meinung nach sowas von einer zentralen Rolle, dass sich alles andere fast schon unterordnet.

    Und wie ich meinen Mann kenne (und ich kenn ihn schon seit wir 12 sind, also schon mächtig viel länger, als dass wir zusammen waren und das alleine schon hat sicher auch wieder einen Einfluss nicht nur darauf, wie gut ich ihn kenne sondern auch auf die Beziehung zwischen uns, aber darum geht's nicht) glaub ich eben nicht, dass mein Mann mich auch ohne Alkoholproblem betrogen hätte. Dazu ist er - bei allen charakterlichen Schwächen, die er hat - nicht der Typ. Der Typ, der vor Problemen davonrennt, ist er sicher. Der Typ, der Dinge ohne sauberes Ende einfach abbricht auch. Der Typ, der lügt, weil er meint, damit Ärger vermeiden zu können, argh!, ja ist er auch. Und noch viel mehr (Negatives und Positives!) aber darum geht's ja auch nicht.

    Hm... eigentlich ging's nur darum, dass ich Euch kurz (!) :) erklären wollte, wie ich das mit dem Alkohol als "Auslöser" gemeint hatte. Hat auch n bisschen was vom Huhn und dem Ei in gewissen Punkten, wenn ich vor einem Problem davonrenne und das mittels Alkohol tue hab ich nachher wieder ein Problem, vor dem ich davonrennen muss und sauf weiter und was war jetzt zuerst da, Alk oder Problem? Und was, wenn es im Fall des ersten Problems, dessentwegen ich zum allerersten Mal getrunken habe darum ging, dass meine Eltern saufen?

    Es ist sowas von komplex und einfach nur schlimm... :cry:

    Und wisst Ihr was? Ich hab grad gemerkt, dass das jetzt seit Wochen das erste Mal war, dass ich mich wieder mit dem ganzen Alk-Problem so aus der Perspektive meines Mannes beschäftigt habe. Irgendwie hab ich das ganz schön beiseite gelassen gehabt in letzter Zeit... Ob das wohl n gutes Zeichen ist? Hmmm...

    Wie auch immer, wenn ich sehe, wie lang diese "kurze Antwort" schon geworden ist lass ich's jetzt wieder beiseite und geh raus. Draussen ist nämlich prächtiges Wetter und ich vertrödle den Nachmittag im Internet! :roll: Hoffe, Ihr habt ihn dafür n bisschen draussen für mich mitgenossen! :)

    Liebe Grüsse und bis bald,

    c.

    Liebe Dagmar,

    nein, die hardcore "guten Freunde", die mit ihm zusammen saufen und ihn darin bekräftigen, munter so weiterzumachen, die fehlen mir nicht. Das waren nie meine Freunde. Nicht schlimm, wenn die von der Bildfläche verschinden. Verschönert haben sie das Bild eh nicht! ;)

    Aber es gibt so ein, zwei Leute, von denen bin ich echt enttäuscht, von denen hätte ich etwas anderes erwartet. Nicht so sehr, dass sie sich für mich einsetzen (was ja auch nett wäre, nur so als Geste, nicht weil's was bringt), sondern dass sie meinen Mann all den Sch... machen lassen ohne ihm zu sagen, was Sache ist. Alles einfach unkritisch als "tja das ist nun mal so" hinnehmen und ihm somit zeigen, dass was er tut wenn schon nicht superspitzeextrapositive dann doch immerhin "ist nun mal so" und somit schon ok ist. Dass sie verharmlosen, was er macht. Dass sie mir nicht glauben, wenn ich sag, dass er ein Alkoholproblem hat. :(

    Und ja, das mit dem Betrug ist was anderes als der Alkohol, aber die beiden hängen doch auch zusammen. So hab ich's auf jeden Fall erlebt, dass im Zusammenhang mit der Sucht immer mehr gelogen wurde und mit jedem Mal Lügen wird's "normaler" zu lügen und dann wird nicht nur gelogen, was das Trinken angeht, sondern auch in Bezug auf anderes. Das steigert sich dann so und schliesslich ist es "normal", dass überall wo eine Lüge bequemer ist als die Wahheit einfach zur Lüge gegriffen wird.

    Das allererschreckendste find ich irgendwie, dass es soweit geht, dass gelogen wird selbst wenn ganz offensichtlich ist, dass das Gegenüber weiss, dass es eine Lüge ist, was da als reine Wahrheit präsentiert wird. Das hab ich immer noch nicht verstanden, wie das geht. Oder was das soll. Wenn ich jemanden anlüge und der weiss, dass das eine Lüge ist, was ich erzähle, dann kann ich ihm doch die Wahrheit sagen, oder??? Umso mehr, wenn's um etwas "schlimmes" geht. Also wenn ich weiss, dass mein Mann nicht noch länger arbeiten muss, sondern gerade dabei ist, sich zu betrinken, dann bringt es ihm doch nix, mir weismachen zu wollen, dass er nicht trinke. Da wäre doch eine ehrliche Antwort immerhin das, immerhin ehrlich, auch wenn das Saufen dadurch nicht vom Tisch wäre, aber es käme immerhin nicht auch noch die Lüge dazu. - weisst Du, wie ich meine? Das versteh ich immer noch nicht. Naja, muss ich ja auch nicht!

    So und jetzt ab ins Bett, ich hab mich sinnlos vollgefuttert heute Abend, ich roll mich vom PC zum Bett... aber köstlich war's und sehr lustig - aber ich vermisse ihn immer noch, gerade bei so witzigen Abenden, bei Sachen, die Spass machen. Dann würd ich ihn zu gerne "rüberbeamen" und ihm sagen "Schau doch ums Himmels Willen her was Du alles verpasst!"...

    Argh, ab ins Bett! :)

    Liebe Grüsse,

    c.

    Sodele, n bisschen Zeit zwischendurch, die wird jetzt einfach mal für's Forum geklaut. Wenn Ihr Euch so lieb nach mir erkundigt muss ich doch auch was liefern! ;)

    Ja, die Chemie scheint zu stimmen (und das obwohl ich nicht gut war in Chemie... wobei "nicht gut" stark untertrieben ist...) und ich bin gespannt wie's wird.

    Zuerst war ich nicht sicher, ob ich überhaupt zu der Therapeutin gehen kann, weil das die war, zu der mein Mann zwei oder dreimal hingegangen war. Ich weiss zwar, dass mein Mann nicht mehr hingeht, aber ich war nicht sicher, ob sie da vielleicht ein Problem sieht. Sie hat gemeint, das sei absolut kein Problem - sie werde mir nur nicht berichten, was er ihr gesagt hat. :) Uff! Wenn sie das machen würde, würd ich nicht zu ihr gehen!

    Sie ist Verhaltenstherapeutin - und diejenigen, die mitbekommen haben, wie skybird mir im Chat die unterschiedlichen Psychotherapierichtungen erklärt hat werden jetzt denken "aha, schon klar, crevette hat sich die Therapie mit dem Bonbon ausgesucht, das verfressene Stück!" ;) aber so war's nicht! :) Sooo schlimm bin ich nun auch wieder nicht! Ich hab sie ausgesucht, weil sie uns ja damals empfohlen worden war und ich einfach mal bei jemandem anfragen wollte und nicht einfach im Telefonbuch die erstbeste Nummer wählen mochte.

    Passiert ist noch nicht viel :) ich hab einfach mal erzählt wie meine Situation ist und sie hat zugehört und hat (wie ich schon geschrieben habe) Gott sei Dank auch reagiert und nicht nur wiederholt, was ich gesagt habe. Sowas liegt mir nämlich nicht wirklich, ich brauch irgendwie schon ein Gegenüber und nicht bloss ein Echo. Klar, ich weiss, das "Echo" ist ja selektiv und sollte mir gewisse Dinge aufzeigen, die ich selber sage, aber ich weiss meistens schon reichlich genau, was ich sage und warum und will lieber eine Diskussion, als eine Hilfe zur Introspektion, die krieg ich gut hin auch ohne Echo.

    Hm... was kann ich noch erzählen? Dass sie meinte, es wäre kein Luxus, wenn ich Unterstützung kriegen würde im Moment und dass da ja nicht nur eine Sache wäre, sondern eben zwei, der Alkohol und der Betrug und dass ich nächste Woche wieder vorbeikommen soll. Und dass ich mich nicht zurückziehen soll - aber als ich ihr dann erzählte, wie eben ein beachtliches Trüppchen meiner "Freunde" wacker zu meinem Mann halten und ihm gut zureden, dass er so weitermachen soll hat sie sehr gut verstehen können, dass ich nicht gar so viel Lust habe, da noch gross auf "gut Freund" machen zu wollen.

    Ah ja, ihre private Telefonnummer hat sie mir auch noch gegeben, damit ich jederzeit anrufen kann. :) Fand ich ja nett, aber ich weiss nicht recht, wie das gemeint war... ob ich so aussehe, als ob ich im nächsten Moment auf ner Brücke stehe und vom Springen abgehalten werden muss??? Oder als ob ich nächstens mit einer Knarre bewaffnet bei allen meinen "guten Freunden" vorbeigehe??? :shock: So ist's denn doch nicht! :) Vielleicht machen das ja alle Psychotherapeuten zur Sicherheit. Lieber einmal zu oft die private Nummer abgegeben als einmal zu selten.

    Naja, wie auch immer, ich hab einen positiven Eindruck bekommen und nächste Woche geh ich wieder hin. Und ich muss mich noch schlau machen, ob meine Versicherung was dran zahlt oder nicht. Wenn nicht schick ich die Rechnung meinem Mann! ;) :)

    Ok und jetzt wieder einmal genug geschrieben! Und ich muss los, ich krieg Besuch und wir gehen jetzt aus. Ich wünsch Euch allen auch einen schönen Abend und schicke liebe Grüsse,

    c.

    Liebe Tihaso,

    sorry sorry sorry dass ich mich so gar nicht melde in letzter Zeit, hatte so viel zu tun und jetzt reicht's auch nur für ein kurzes Hallo und ein virtuelles Zückerchen (oder Äpfelchen? oder Möhrchen?) für den armen alten Gaul! ;) :)

    Gute Besserung an allen Ecken und Enden, ich hoffe, Du bist bald wieder fit wie ein junges Fohlen!

    Bis bald und liebe Grüsse,

    c.

    P.S. Und der Finger Deiner Grossen, wie geht's dem? Passiert da noch was?

    Puh, hab schon gedacht, jetzt sei's aus mit meinem Internet-Zugang, aber da hat scheint's einfach gestern Abend was nicht geklappt. Dabei hatte ich mich extra noch an den Computer gesetzt, um mich mal wieder zu melden! Aber immerhin hab ich den Text gespeichert und den häng ich jetzt einfach an und dann muss ich auch schon wieder los! Schönen Tag noch und bis bald,

    c.

    _ _ _

    Hallo zusammen!

    Ich will nur schnell melden, dass es mich noch gibt und ich nicht abgetaucht bin, aber ich hatte in letzter Zeit reichlich zu tun - sowohl Arbeit als auch Vergnügen, kann mich mit der Ausrede "keine Zeit" also nicht zu sehr bemitleiden lassen :) - und jetzt hab ich auch grad einen 11h non-stop Arbeitstag hinter mich gebracht und werd nicht mehr lange vorm Computer sitzen.

    Aber ich wollte noch kurz erzählen, dass das Treffen mit der Therapeutin glaub ich sehr positiv war. Also mir hat sie auf jeden Fall einen guten Eindruck gemacht und sie ist auch nicht schreiend aus dem Zimmer gerannt, als sie mich gesehen hat. :) Und sie blieb auch tapfer sitzen als ich anfing zu erzählen. :) Und zugehört hat sie auch und - ufff! - selber so dies und das gesagt. Muss sagen, das war bei dem Therapeuten, bei dem ich mit meinem Mann ein paar Mal war sowas von... weiss nicht... nicht mein Fall... dass er so fast gar nix gesagt hat. Und klar, dass das auch professionelle Absicht war, aber so n Bisschen sah es auch danach aus, dass er nicht viel zu sagen hatte, weil er nicht ganz alles mitbekommen hat, was gesagt wurde. Naja, auch egal!

    Ich geh nächste Woche wieder zu der Dame und jetzt ins Bett! :)

    Liebe Grüsse,

    c.