8er-Bahn von Kopf bis Herz

  • Zitat

    Und ja, das mit dem Betrug ist was anderes als der Alkohol, aber die beiden hängen doch auch zusammen. So hab ich's auf jeden Fall erlebt, dass im Zusammenhang mit der Sucht immer mehr gelogen wurde und mit jedem Mal Lügen wird's "normaler" zu lügen und dann wird nicht nur gelogen, was das Trinken angeht, sondern auch in Bezug auf anderes. Das steigert sich dann so und schliesslich ist es "normal", dass überall wo eine Lüge bequemer ist als die Wahheit einfach zur Lüge gegriffen wird.

    Hallo crevette,

    das kann ich keinesfalls so bestätigen !
    Für mich wurde das Lügen nicht irgendwie immer „normaler“ und es erstreckte sich auch nicht auf andere Bereiche, sondern ausschließlich auf meine Alkoholkrankheit. Da aber das Ausmaß meiner Krankheit immer größer wurde, wurden es auch immer mehr Lügen, is klar, aber sie standen immer damit in Zusammenhang, meinen wahren Alk-Konsum zu verbergen. Bis es zur Lebenslüge für mich wurde, selbst gestrickt.

    Ich habe meinen damaligen Partner nicht betrogen und ich denke, es ist auch kein „übliches Verhalten“ von Alkoholikern. Alkohol setzt aber ganz sicher die Hemmschwelle herab.
    HEMMSCHWELLE, es dann auch wirklich zu tun, denn Hemmschwelle bedeutet für mich automatisch, das Hemmungen da waren, es zu tun, das Bedürfnis aber grundsätzlich da war, der Alk setzte sie halt durch seine Wirkung herab.

    Oder sag ichs mal krasser: N Fremdgänger ist n Fremdgänger und bleibt es wahrscheinlich auch trocken und war es wahrscheinlich auch schon vor seiner Alksucht, dieses Verhalten ist einfach vorhanden oder nicht. Und nicht jeder Mensch wird vom Saulus zum Paulus, wenn er trocken wird. Auch hier mal in ganz krass: N Ars… bleibt immer n Ars…, auch wenn er trocken wird, ich schreibs nich ganz aus, weil is hier nicht erlaubt und auch gut so. Soll nur der Verdeutlichung dienen. :wink:

    Ich muß heute nicht mehr lügen, weil es keine Gründe mehr gibt. Die verschwanden, als ich trocken wurde, sie gehören nicht zu meiner Wesensart, so konnte ich dieses Verhalten auch einfach mit dem Trockenwerden ablegen.
    Denn das belastete mich enorm, dieses „lügen müssen“, ich empfand nur Erleichterung, es nicht mehr tun zu müssen.

    Crevette, Du willst, das andere Deinem Ex sagen, das er süchtig ist, das er dies, das er das ist, weil DEINE Worte nicht ankamen, Rumpelstilzchen wie Du nu ma bist. :wink:
    Aber auch das würde nix helfen, auch Freunde haben keinen Einfluß auf einen nassen Alkie…. alles bleibt sinnlos, solange der nasse Alkie nicht trocken werden WILL, es läuft immer wieder auf diesen Punkt hinaus, da kannst Du Dich drehen und wenden, wie Du willst.

    Ansonsten schließe ich mich Dagmars Worten an.

    LG
    Lilly

  • Liebe Dagmar, Liebe Lilly! (Und alle anderen natürlich auch! :))

    Das mit dem Internet und dem Schreiben im Forum hat schon so seine Tücken, irgendwie kommt vieles anders beim Leser an, als man's abzuschicken meinte und statt wie im Gespräch gleich "nachbessern" zu können, wenn man die Reaktion des Gegenüber sieht braucht's dann wieder ein extra posting und und und...

    Also das mit den Freunden und den "Freunden" hatte ich ganz so gemeint, wie auch Ihr es seht:

    Zitat von dagmar007

    In Freundschaften liegt einem am Wohl des anderen in Zweckgemeinschaften kann man unkritisch sein.

    - und darum bin ich bei einigen Leuten enttäuscht, dass so nix kommt. Nicht weil ich glaube, dass es was bringt! Da bin ich auch ganz Eurer Meinung:

    Zitat von Lilly12

    Aber auch das würde nix helfen, auch Freunde haben keinen Einfluß auf einen nassen Alkie

    Aber ich finde eben man muss manche Sachen auch sagen, wenn sie nichts bringen. Aus Prinzip einfach. Wenn ich mit einem im Auto sitze und der fährt 70km/h in der 30-er Zone, dann sag ich dem das, auch wenn er kein Bisschen vom Gas geht deswegen, aber ich lass ihn doch nicht einfach machen als ob's ok wäre!

    Ich glaub das meine ich: wenn es am einen Ende des Spektrums den aktiven Widerstand gibt und am anderen die aktive Partizipation, dann befindet sich das "Ich-mische-mich-nicht-ein" nicht brav in der neutralen Mitte sondern geht absolut in Richtung Gutheissen und Ermöglichen. Ich werd jetzt keine historischen Beispiele anbringen, Ihr habt bestimmt verstanden, was ich meine. Und für mich ist das grad auch in einer Freundschaft so, dass man den anderen nicht einfach tun und machen lässt ohne was zu sagen! (Und ich find's überigens auch im umgekehrten Fall ganz nett, wenn man sich unter Freunden sagt, dass man es schön findet wenn jemand was Gutes tut! :))

    Und auch was dir Frage mit dem Lügen und Betrügen und dem Alkohol angeht bin ich wahrscheinlich mehr Eurer Meinung, als Ihr meint. Ich sehe es nicht so, dass da ein perfekter Mensch ist und schwupps aus heiterhellem Himmel fängt er an zu trinken und da kommt "das Böse" über ihn und er lügt und betrügt und an allem ist der Alkohol schuld! Ich meine auch, dass der Alkohol "nur" verstärkend ist und Hemmschwellen herabsetzt. Aber eben nicht nur das. Die Sucht schafft doch auch eine ganz bestimmte Situation insgesamt. Ich meine damit also nicht nur das, was die Sucht mit dem Süchtigen macht, sondern was sie mit seiner ganzen Umwelt macht. Wie soll ich's erklären...

    Wenn ich ein Alkoholproblem habe aber keiner nahe genug an mir dran ist, um es mitzukriegen ist's ja nur mein Ding. Ich muss nicht lügen oder verstecken. Wenn da aber Leute sind, die's rauskriegen könnten, meine Partnerin z.B., dann "muss" ich anfangen zu lügen. Das ist sehr belastend... und ich trinke daher vielleicht sogar noch mehr. Aber solange ich nicht auffliege mit meinen Lügen ist ja alles noch relativ ok. Wenn es dann auffliegt, dann kommt zum Stress, den ich ohnehin schon hab mit Saufen und Lügen noch der Stress mit denen, die wissen, was los ist und mir gut zureden. Oder mit mir streiten. Mich kontrollieren. Mir was vorschreiben wollen. Also kommt zum Saufen und zum Lügen noch die Tatsache, dass ich Streit habe, meine Beziehung zu den Leuten gestört wird, dass ich mich und/oder den Alk noch besser verstecken muss, etc. Meine Situation verschlechtert sich also und ich fühl mich mies, hundemies, das allerletzte A... Und auf sowas reagier ich natürlich mit Saufen. Alk war ja wohl schon immer das Mittel meiner Wahl, vor etwas zu flüchten. Aber irgendwie reicht das auch immer weniger. "Nur" Saufen reicht nicht aus. Denn so viel saufen, dass es reichen würde, das kann ich mir nicht erlauben, irgendwie muss es ja noch im Job funktionieren und so. Und meine Situation ist nicht nur stressig, sie ist gleichzeitig auch todlanweilig, weil meine Gefühle mir keinen Rückmeldung mehr geben wie früher, sondern nur noch bei extremen Sachen. Ich klatsch nicht mehr nur Mayo auf die Pommes, sondern Mayo und Ketchup und Senf und Salz und Pfeffer und und und...

    Also was mach ich? Aufhören mit Saufen wäre ne gute Idee. Probier ich mal. Einen Tag lang. Zwei Tag. Nö, is nicht die Lösung. Ich sauf weiter. Ist einfacher. Aber ich hab wieder versagt. Und ich versuch's nochmal... und nochmal und nochmal und jedes Mal enttäusche ich nicht nur mich selber, sondern auch meine Partnerin... Es klappt nicht... Ich kann's nicht... Ich bin so ein Versager... da wird nie was draus, da kann ich gleich weitersaufen... Aber ich schau, dass ich mich den stressigen Aspekten der Situation entziehe. Ich geh der Partnerin aus dem Weg; sie mir ja auch, dann trifft sich das ja ganz gut... Die liebt mich eh nicht mehr so n A... wie ich bin... Und ich richt mich im Job so ein, dass sich Arbeit und Saufen nicht in die Quere kommen. Und ich schau, was ich spannendes anstellen kann, um n bisschen was zu spüren. Im Internet gibt's da so Sachen, Spiele, z.B., um Geld, mit Frauen, andere Welten - super Ablenkung und mit genug Promille im Blut absolut cool! Aber mit der Zeit nützt sich das auch ab, wird fade wie die Pommes... Da könnte man doch aus der virtuellen Realität raus und rein ins wahre Leben. Ist ja auch irgendwie nur virtuell, so wahrgenommen durch den Dämpfer Alkohol... Und ok, da muss ich wieder lügen, aber was soll's, das ist ohnehin dauernd wieder der Fall, einmal mehr oder weniger macht eh nix mehr aus, ich bin ohnehin schon ein A... und hm... plötzlich hab ich was gefunden, was meine Freunde witzig finden! Ich stell sowas verrücktes an, dass die sich wie wild um mich reissen und erzähl mal und nee, echt, wow, hätt ich Dir gar nicht zugetraut sowas, ja klar, mach weiter so! Hey! Ich bin ja gar kein so A... wenn das so gut ankommt bei allen! Naja, fast allen. Meiner Partnerin gefällt's nicht so dolle, aber das ist ja ihr Pech, muss sie schauen, was sie jetzt macht, ist doch nicht mein Bier. Oh, Bier, gutes Stichwort, geh einen trinken mit den Jungs, und nachher zu Hause kann ich weitersaufen und muss mich nicht mehr verstecken und nicht mehr lügen und eigentlich läuft's jetzt endlich endlich mal so richtig gut. Und das ganz ohne dass ich auf's Saufen verzichten müsste! Ha! War also doch nicht der Alk das Problem!

    ... tja, so ungefähr stell ich mir das vor. Natürlich bescheuert verkürzt und vereinfacht hingeschrieben und ich weiss, dass ich mit dem absolut nicht der ganzen Problematik Rechnung trage, aber wisst Ihr, wie ich meine?

    Ich meine nicht, dass mein Mann mich betrogen hat, weil er besoffen war in dem Moment. Und ich meine auch nicht, dass er nur gelogen hat, wenn er betrunken war. Aber dass er mich betrogen hat und dass er gelogen hat, das hing alles in ganz komplexer Weise mit dem Alkohol zusammen und der ganzen Situation. Und ich meine jetzt NICHT, dass ein Alkoholiker in der vom Alk ganz massiv beeinflussten Gesamtsituation dann automatisch seine Frau betrügt! Und klar, dass da noch andere Faktoren mitspielen, als "nur" der Alkohol. Aber der spielt meiner Meinung nach sowas von einer zentralen Rolle, dass sich alles andere fast schon unterordnet.

    Und wie ich meinen Mann kenne (und ich kenn ihn schon seit wir 12 sind, also schon mächtig viel länger, als dass wir zusammen waren und das alleine schon hat sicher auch wieder einen Einfluss nicht nur darauf, wie gut ich ihn kenne sondern auch auf die Beziehung zwischen uns, aber darum geht's nicht) glaub ich eben nicht, dass mein Mann mich auch ohne Alkoholproblem betrogen hätte. Dazu ist er - bei allen charakterlichen Schwächen, die er hat - nicht der Typ. Der Typ, der vor Problemen davonrennt, ist er sicher. Der Typ, der Dinge ohne sauberes Ende einfach abbricht auch. Der Typ, der lügt, weil er meint, damit Ärger vermeiden zu können, argh!, ja ist er auch. Und noch viel mehr (Negatives und Positives!) aber darum geht's ja auch nicht.

    Hm... eigentlich ging's nur darum, dass ich Euch kurz (!) :) erklären wollte, wie ich das mit dem Alkohol als "Auslöser" gemeint hatte. Hat auch n bisschen was vom Huhn und dem Ei in gewissen Punkten, wenn ich vor einem Problem davonrenne und das mittels Alkohol tue hab ich nachher wieder ein Problem, vor dem ich davonrennen muss und sauf weiter und was war jetzt zuerst da, Alk oder Problem? Und was, wenn es im Fall des ersten Problems, dessentwegen ich zum allerersten Mal getrunken habe darum ging, dass meine Eltern saufen?

    Es ist sowas von komplex und einfach nur schlimm... :cry:

    Und wisst Ihr was? Ich hab grad gemerkt, dass das jetzt seit Wochen das erste Mal war, dass ich mich wieder mit dem ganzen Alk-Problem so aus der Perspektive meines Mannes beschäftigt habe. Irgendwie hab ich das ganz schön beiseite gelassen gehabt in letzter Zeit... Ob das wohl n gutes Zeichen ist? Hmmm...

    Wie auch immer, wenn ich sehe, wie lang diese "kurze Antwort" schon geworden ist lass ich's jetzt wieder beiseite und geh raus. Draussen ist nämlich prächtiges Wetter und ich vertrödle den Nachmittag im Internet! :roll: Hoffe, Ihr habt ihn dafür n bisschen draussen für mich mitgenossen! :)

    Liebe Grüsse und bis bald,

    c.

  • Hallo, liebe Crevette,
    ach gibt es da viel zu sagen :)

    Du hast recht, ich spreche auch Personen, die mir am Herzen liegen an auf Dinge wie zu schnelles fahren oder Alk. Aber nur einmal! Allerdings wird es weder den einen noch den anderen interessieren, befürchte ich.

    Dein Ansatz in Sachen Lügen und betrügen ist gut, aber ich befürchte, ich muss da etwas anderes annehmen, was mir für mich nicht leicht fällt, aber eher zum Thema Sucht zu passen scheint.

    Ein Süchtiger (Co oder Alkoholiker) sucht im anderen eine Stütze, Ergänzung, Deckmantel oder was auch immer. So lange diese Dinge gegeben sind, solange sind Liebesschwüre wohl öfters mal an der Tagesordnung und kein aggressives Verhalten oder absonderliches gegenüber dem Helferlein zu finden. Denn das Helferlein wird ja benötigt.

    Wenn aber das Helferlein seine Rolle aufkündigt und nicht mehr alles hinnimmt, dann wird es ein Störerlein. Und was macht man mit Störenfrieden? Man jagt sie zum Teufel! Schön - so wäre das jetzt in gesunden Beziehungen, dass man/frau trauert und sich dann wieder normalisiert und evtl. eine neue Partnerschaft beginnt. Im Regelfall wohl aber nicht nahtlos.

    Ein Süchtiger - ob Co oder Alkoholiker - könnte sich ganz schnell einsam und verlassen fühlen. Er/sie könnte ganz schnell (nahtlos!!!) ganz schnell bemüht sein eben jenen Ersatz zu finden, der das zuvor gelebte Leben in Ruhe weiterhin ermöglicht. Mit Dir, Crevette, mit mir oder auch mit jeder anderen x-beliebigen Person, die Hilfe leistet und unterstützt.

    Warum wohl, liebe Crevette, laufen hier derzeit so viele Geschichten von so vielen Frauen ähnlich? Ab dem Moment, wo der Partner mit dem Alkohol konfrontiert wird ist Ersatz da.

    So, natürlich hängt das mit dem Alkohol zusammen, aber viel tiefer, für mich viel schwerer zu verarbeiten ist die Tatsache, dass ich wohl von Anfang an Mittel zum Zweck war. Wäre es nämlich anders gewesen und tatsächlich "Liebe" "Zuneigung" oder was auch immer da gewesen, dann hätte der Partner sich zumindest Gedanken gemacht und wäre nicht einfach in eine neue Beziehung gelaufen.

    Betrügen ? Charakterschwäche ? Nun, ich durfte mir sagen lassen, es läuft ja nichts im Bett. Nun, meine Antwort, dass ich nicht gerne mit Bierflaschen schmuse war nicht unbedingt der gewünschte Effekt bzw. die gewünschte Antwort. Wäre Zuneigung da, dann müsste jetzt etwas passieren ... zumindest ein Nachdenken ....

    Der einfachere Weg ist was neues zu suchen und auf zwei Hochzeiten zu tanzen um für alle Eventualitäten noch einen Ersatzplatz zu haben, oder?

    Crevette, ich hätte auch meinem Ex das aus vielen Gründen nicht zugetraut. Aber es geschah!!! Die Erotik wurde eine andere, eine Machtspiel-ähnliche, das war alles schon lange nicht mehr das, was ich als liebevoll empfand. Crevette, ich befürchte, ich für mich muss nicht sagen durch den Alkohol ist es gekommen sondern:
    Dieser Mensch hat Probleme mit sich selber, hat dazu den Alkohol als Heilmittel verwendet, dieser hat nun aber versagt und noch mehr Probleme gemacht. Liebe Crevette, diese Flucht vor Problemen, dieses lügen, war das nicht vielleicht schon vor dem Alk da? Und ist das nicht vielleicht durch den Alk jetzt genau die Person, die sich so lebt, wie es ihr (derzeit!) am liebsten und einfachsten erscheint????

    Ich weiß irgendwie nicht so ganz, wie es möglich sein soll, dass jemand der unter Dauerstrom steht diese Gefühle (die wir gerne bekommen würden) leben soll ...

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Liebe Dagmar,

    Du hast für Deinen Fall sicher absolut recht, so wie ich Dich hier kennengelernt habe hast Du Dir die Sache mutig angeschaut wie sie ist, hast sie analysiert und bist zu eben diesen Deinen Schlüssen gekommen so weh sie auch tun.

    Ich versuche dasselbe zu tun und ich glaube, ich bin auch nicht zu feige oder zu dumm, meinen "Fall" zu beurteilen. Und ich komm nicht ganz auf dasselbe raus wie Du. Natürlich sind sehr viele Punkte dieselben. Aber ich weiss auch, dass es in vielen Punkten keine Übereinstimmung gibt, sich unsere Fälle und unser Partner und ihre Sucht (bzw. vielleicht auch nur das Stadium ihrer Sucht?) unterscheiden. - wäre ja auch seltsam, wenn nicht, unsere Geschichten sind ja auch ganz verschieden, wir zwei sind ja auch reichlich verschieden glaub ich - also ich hab z.B. eine Allegie auf Katzenhaare :) schon da ist nix mit Übereinstimmung! ;) - und auch wenn Sucht immer Sucht ist, alles in einen Topf zu werfen scheint mir zu einfach.

    Wo ich Dir aber sicher Recht gebe ist bei Deiner Aussage hier:

    Zitat von dagmar007

    Dieser Mensch hat Probleme mit sich selber, hat dazu den Alkohol als Heilmittel verwendet, dieser hat nun aber versagt und noch mehr Probleme gemacht. Liebe Crevette, diese Flucht vor Problemen, dieses lügen, war das nicht vielleicht schon vor dem Alk da? Und ist das nicht vielleicht durch den Alk jetzt genau die Person, die sich so lebt, wie es ihr (derzeit!) am liebsten und einfachsten erscheint????

    und Deinem "derzeit!" würd ich noch ein paar Ausrufezeichen mehr geben! Denn genau da hänge ich wieder an: das war nicht immer so. Und wenn etwas nicht immer so war, dann kann es doch auch wieder anders werden.

    Lilly hatte geschrieben, dass ein A... ein A... bleibt auch wenn er trocken wird. Das glaub ich auch. Aber wenn einer kein A... ist, wenn einer im Gegenteil ein verd... lieber Kerl ist und sich dann dank Alkohol mehr und mehr in die Rolle des A... drängt - fast so, als ob er sich damit die Legitimation zum Trinken geben wollte, so nach dem Motto "ist der Ruf erst ruiniert...", dann glaub ich auch, dass er sich ohne Alkohol nicht mehr wie ein A... aufführen muss. Klar kann er weitermachen, vielleicht hat er ja Geschmack dran gefunden und behält das Verhalten bei, auch ohne Suff, aber das wär irgendwie nicht logisch, oder? Wie Lilly gesagt hat, als sie nicht mehr lügen "musste" hast sie nicht mehr gelogen und war froh darüber.

    Aber was nebst bzw. vor dem Alkoholproblem gelöst werden müsste ist das Problem, das er mit sich selber hat. Da geb ich Dir absolut Recht! Das trifft ja auch auf Co zu: das Problem mit sich selbst. Das der eine mit Alkohol, der andere mit einer anderen Sucht zu "lösen" versucht. Seine vermeindliche Minderwerigkeit weg-suchten, seine fehlende innere Sicherheit weg-suchten, seine traumatische Kindheit weg-suchten, was auch immer.

    Nur müsste man das wollen. Müsste man wollen, nicht bloss eine Person zu sein,

    Zitat von Dagmar007

    die sich so lebt, wie es ihr am liebsten und einfachsten erscheint

    sondern eine Person, die die Mühe nicht scheut, nicht bloss so zu leben wie es ihr am einfachsten und bequemsten und liebsten ist, sondern so zu leben, dass sie darauf stolz sein kann.

    Und ich weiss, dass mein Mann früher auch so dachte, Ideale hatte, sich Mühe gab, nicht das Einfachere, sondern das Richtige zu tun. Und das verflixte ist, dass er das auch noch nicht in allen Belangen aufgegeben hat... aber irgendwie nimmt es immer mehr ab und der Alkohol nimmt immer mehr zu. :( Und damit auch die Entscheidung für die Flucht statt für's Konfrontieren von Problemen, die Entscheidung für das Einfache statt das Richtige, die Entscheidung für das kurzfristig lohnende Leicht-zu-erreichende statt den mühsam erarbeiteten bestehenden Wert.

    Das hat mein Mann einmal gesagt, auf die Frage, was er denn jetzt machen wolle, so mit seinem Leben und in Sachen Beziehung etc.: "Auf einem tieferen Niveau konsolidieren." Mit anderen Worten: seine Ansprüche runterschrauben! Die Ansprüche an sich, an sein Leben, an seine Beziehung, einfach alles. Und den Verlust kompensiert er mit Alkohol, dann geht die Rechnung ja unterm Strich auf. :(

    Und das macht mich immer noch himmeltraurig. Und ich kann's immer noch ncht akzeptieren, dass das jetzt einfach so bleibt und Pech gewesen, ein guter Kerl mehr kaputtgesuchtet. :evil:

    ... und jetzt hab ich wieder über ihn geschrieben. Über den Alkoholiker. Aber eigentlich geht's ja nicht nur um ihn dabei. Eigentlich gilt das alles ja auch für den anderen Süchtigen, den Co...

    Der das Richtige und nicht das Einfache machen soll...
    Der so leben soll, dass er stolz sein kann drauf...
    Weil das doch ultimativ das ist, was ausmacht, dass ich mit mir im Reinen bin und glücklich sein kann.

    Hmmm...

    Das war jetzt wohl das Wort zum Sonntag sozusagen... :)

    Ich geh dann mal lieber ins Bett bevor ich noch länger weiterschreibe!

    Gute Nacht alle zusammen und liebe Grüsse,

    c.

  • Schönen guten Morgen liebe Crevette,
    Du schreibst:
    Das hat mein Mann einmal gesagt, auf die Frage, was er denn jetzt machen wolle, so mit seinem Leben und in Sachen Beziehung etc.: "Auf einem tieferen Niveau konsolidieren." Mit anderen Worten: seine Ansprüche runterschrauben! Die Ansprüche an sich, an sein Leben, an seine Beziehung, einfach alles. Und den Verlust kompensiert er mit Alkohol, dann geht die Rechnung ja unterm Strich auf.

    Nicht böse sein, aber für mich ergibt sich nach meinen Erfahrungen ein anderer Schuh:

    Damit der Alkohol bleiben kann wird das Niveau heruntergeschraubt! Denn der Alk führte ihn ja wohl zu seiner Sexlady? Somit war der Alk zuvor da und ihm wichtiger als das zuvor gelebte, normale Leben.

    Du sagst, schreibst:
    das war nicht immer so. Und wenn etwas nicht immer so war, dann kann es doch auch wieder anders werden.

    Weißt Du es mit Sicherheit was nicht immer wie war oder wie es sich entwickelt hat? Ich habe es nicht gesehen, vielleicht auch nicht sehen wollen. Es kann wieder anders werden, ja, mit einer unbändigen Kraft und Einsicht desjenigen, der mal anders war. Dann aber wird er wieder anders..... Vielleicht oder sicherlich nicht wie zuvor, denn irgendwas führte ihn ja zur Medizin Alk ....

    Na, na, na Crevette - Du darfst nicht davon ausgehen, dass Dein Mann sich bei Lügen ebenso schlecht fühlt wie Lilly sich damals. Er ist er und sie ist sie! Lass es mich gemein sagen, Lilly hat sich keinen käuflichen Liebhaber gesucht....

    Hm, und noch was:
    Und ich weiss, dass mein Mann früher auch so dachte, Ideale hatte, sich Mühe gab, nicht das Einfachere, sondern das Richtige zu tun.
    Das dachte ich auch. Mittleweile ziehe ich bei meinem Expartner in Erwägung dass er eben genau das als Ideale verkaufte, von dem er der Meinung war das Umfeld wolle es so hören. Ja, auch er wollte beweisen, dass richtige zu tun. Nun, was er jetzt - mit reduzierter Hemmschwelle - an den Tag legt scheint aber wohl doch eher dem inneren Kern und dem eigenen Willen zu entsprechen. Jetzt kann er sich nämlich - dank reduzierter Hemmschwelle - ausleben.

    Oh oh Crevette, nimm ihm mal den Heiligenschein ab, denn Du ihm aufsetzt. Betrachte ihn mal "nur" als Mensch, als der Mensch, der er jetzt ist....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Servus Crevette,

    Dein Satzteil trifft's wie immer auf den Punkt:

    Zitat von Crevette

    ...Nur müsste man das wollen. Müsste man wollen, nicht bloss...

    Machen, machen, machen.

    Nicht theoretisch, nicht eventuell, nicht vielleicht und nicht unter Umständen. Auch nicht im Prinzip und auch nicht eigentlich. Sondern ganz einfach MACHEN.

    Das ist uns allen gemeinsam, den Alkoholikern und den Co-Abhängigen.

    Erst, wenn wir MACHEN, wird was daraus.

    Du weisst es. Du kannst es.

    Ob du es machst, ist Deine Entscheidung - und die ist von Deinem Willen abhängig, von nichts anderem.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinem neuen Therapieansatz, vielleicht willst Du ja im Laufe der Behandlung. :)

    LG
    Spedi

  • Liebe Dagmar (und Spedi und alle anderen!),

    natürlich ist es so wie Du sagst:

    Zitat von dagmar007

    Damit der Alkohol bleiben kann wird das Niveau heruntergeschraubt!

    das hab ich auch nicht anders gemeint. Bloss dass dann etwaige Einbussen auch wider vom Alkohol kompensiert werden können. Also Alkohol sowohl als Grund als auch als Folge! Das ist ja das Fatale, der Teufelskreis, das Huhn-Ei-Problem von was war zuerst, das man gar nicht mehr aufdröseln kann.

    Du fragst mich:

    Zitat von dagmar007

    Weißt Du es mit Sicherheit was nicht immer wie war oder wie es sich entwickelt hat?

    Natürlich kann keiner in einen anderen Menschen hineinschauen, seine Gedanken lesen, seine Gefühle fühlen. Also keine 100% Sicherheit. Aber weisst Du, ich kenne meinen Mann seit wir 12 waren, also längst bevor wir ein Paar waren, längst bevor er anfing zu trinken... Ich hab schon eine gute Übersicht über die Entwicklung und mit dem Wissen, das ich jetzt habe sehe ich natürlich auch Dinge, die ich damals im Moment nicht gesehen habe. Aber ich kann schon sagen, dass da verschiedene Phasen waren, auch in Bezug auf das, was Du ansprichst:

    Zitat von dagmar007

    dass er eben genau das als Ideale verkaufte, von dem er der Meinung war das Umfeld wolle es so hören.

    - ja, diese Phase gab es auch. Und aus der Phase meint er sich in der Tat befreit zu haben. Er macht jetzt was er will. Allerdings immer noch heimlich, keiner soll was wissen. Hm... nicht das, was ich mir für mein selbstbestimmtes Leben wünsche, mich verstecken zu müssen, weil es so mies ist... Auch wenn jemandem das Lügen keine Mühe bereiten sollte, angenehm kann das doch nicht sein, oder?

    Aber vor dieser Phase gab es auch eine Zeit, in der die Ideale seine waren. Eine Zeit, in der er z.B. absolut nichts mit Alkohol zu tun haben wollte. Weil er Alkoholprobleme ja von zu Hause her mehr als genug kannte. Und dann entdeckte er den Alkohol auch als "Lösungsmittel". Und erzählte je nach "Publikum", dass er gar nicht oder nicht besonders gerne trinke. Und mit anderem "Publikum" trank er wacker mit, um dazuzugehören. (Das Beispiel mit dem Alkohol ist vielleicht nicht ideal, da hängt so viel mit drin bei einem Kind von alkoholkranken Eltern, aber bei allen anderen Beispielen müsst ich so weit ausholen. Also lass ich's mal so.)

    Und klar, wieder so werden wie es einmal war, das kann es wenn überhaupt nur so wie Du sagst:

    Zitat von dagmar007

    Es kann wieder anders werden, ja, mit einer unbändigen Kraft und Einsicht desjenigen, der mal anders war.

    und wie Spedi es sagt:

    Zitat von Spedi

    Nicht theoretisch, nicht eventuell, nicht vielleicht und nicht unter Umständen. Auch nicht im Prinzip und auch nicht eigentlich. Sondern ganz einfach MACHEN.

    Und ob das je möglich ist weiss ich nicht... bzw. muss ich - eben weil ich ihn so gut kenne - als eher unwahrscheinlich einschätzen. :( Und ich setz ihm damit sicher nicht einen Heiligenschein auf, keine Sorge. Aber was ich nicht kann ist das:

    Zitat von dagmar007

    Betrachte ihn mal "nur" als Mensch, als der Mensch, der er jetzt ist....

    ihn nur als den Menschen betrachten, der er jetzt ist. Das klappt nicht. Wie soll das gehen? Das tu ich doch bei keinem Menschen. Das geht doch gar nicht - ausser in dem Moment, in dem ich einen Menschen ganz neu kennenlerne. Aber ab dann ist doch sofort mehr da, als nur die Momentaufnahme!

    Aber eigentlich sind wir jetzt seit einiger Zeit wieder bei einem Thema, bei dem wir nix zu suchen haben, oder? Bei meinem Mann. Der für sich selber schauen muss, dass er aus dem Sch... rauskommt, in den er sich manövriert hat. Und ich muss für mich selber schauen, dass ich mit dem Sch... klarkomme. Dass ich was mache. MACHE, Spedi, ich weiss. Und ich mach auch.

    Und jetzt mach ich mich auf die Socken, bin zum Mittagessen eingeladen! :)

    Ich wünsch Euch einen schönen Tag und schicke liebe Grüsse,

    c.

  • Hey Crevette,

    der
    Aber eigentlich sind wir jetzt seit einiger Zeit wieder bei einem Thema, bei dem wir nix zu suchen haben, oder? Bei meinem Mann.
    war gut :) Top!

    Menschen betrachten, der er jetzt ist. Das klappt nicht. Wie soll das gehen? Das tu ich doch bei keinem Menschen. Das geht doch gar nicht - ausser in dem Moment, in dem ich einen Menschen ganz neu kennenlerne. Aber ab dann ist doch sofort mehr da, als nur die Momentaufnahme!

    Warum nicht?

    Mein mir eine Freundin oder ein Kumpel nicht gut tut, weil er/sie sich verändert hat, dann beschließe ich schon aus dem Moment heraus, dass dieser Mensch mir nicht gut tut. Das muss dann nicht für alle Zeiten sein, aber zumindest würde ich in einer Zeit, in der mir jemand nicht gut tut, diesen meiden.

    Menschen ändern sich, zuweilen in so gegensätzliche Richtungen, dass sie nichts mehr verbindet - bei objektiver Betrachtung ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo Dagmar!

    Weisst Du was? Dann lassen wir doch jetzt wieder die Finger von diesem Thema und wenden uns uns zu! :)

    Und wenn ich mich da so zu mir wende, dann seh ich schon, dass ich das nicht ganz so radikal mache, mich von Leuten sofort zurückziehen, wenn sie sich verändern und mir nicht mehr passen. Ich glaub ich bin eine verflixt treue Seele und geb auch mal eine dritte Chance oder sitze eine Phase des Nicht-Übereinstimmens aus. Aber nur bei Menschen, die mir was bedeuten! Und wenn's nicht ans "Lebendige" geht.

    Bei den meisten Menschen, an denen mir was liegt gibt's ja Gründe dafür, dass sie mir wichtig sind. Ich bin nicht der Typ Mensch mit 1000 besten Freunden, die mir alle bei näherem Hinsehen nicht wirklich wichtig sind. Ich habe wenig wirklich gute Freunde, aber an denen liegt mir auch was und da muss viel passieren, bis ich mich von denen distanziere.

    Und bis jetzt hat es in meinem Leben nie etwas so Gravierendes gegeben, dass ich um mich zu schützen hätte den Kontakt zu jemandem abbrechen müssen. Denn von Zeit zu Zeit mal mit jemandem diskutieren, der der einfach nicht auf meiner Wellenlänge ist, davor brauch ich mich ja nun wahrlich nicht schützen, das schadet mir ja nicht.

    Als ich aber erfahren habe, dass mein Mann mich betrogen hat hab ich aber definitiv nicht so reagiert. Da gab's kein Abwarten und keine zweite Chance: ich hab ihn rausgeschmissen.

    Aber mein Mann definiert sich für mich nicht nur durch das Betrügen und den Alkohol. Und er ist nicht nur ein Kumpel oder eine Kollegin. Da ist so viel mehr an ihm. Und an mir. :) Und ja, da ist unter anderem auch das "in schlechten Zeiten". Nicht auf Kosten meiner körperlichen Unversehrtheit, nicht auf Kosten meines psychischen Wohlergehens, nicht auf Kosten meiner Seele. Aber doch weiter als nur bis zum Punkt "das gefällt mir nicht".

    ABER das ist ja nur MEINE Seite des Ganzen. Und seine sieht ganz anders aus. :( Aber da bin ich dann wieder bei dem Thema, bei dem ich nicht landen sollte.

    Du sagst:

    Zitat von dagmar007

    Menschen ändern sich, zuweilen in so gegensätzliche Richtungen, dass sie nichts mehr verbindet - bei objektiver Betrachtung

    Genau da liegt doch das Problem: da ist zu viel, das verbindet... viel zu viel und viel zu wichtiges... :cry:

    Und jetzt wird Spedi wieder das eine kleine Detail herausklauben, das die ganze Sache ausmacht: "objektive Betrachtung", stimmt's? :) Ich weiss. Aber ich weiss auch, dass ich trotz allem näher an der objektiven Betrachtung dran bin als Ihr. Nicht weil ich objektiver bin als Ihr! Einfach weil ich mehr vom Ganzen weiss als Ihr. Aber da steuern wir wieder auf das Thema zu, von dem ich lassen soll... Und bringen tut's auch nichts. Wenn uns was auch immer verbindet und er das nicht so sieht - was kann ich da machen? :cry:

    Ich glaub ich lass es jetzt mal. Schönen Abend Dir und Euch allen und liebe Grüsse,

    c.

  • Hi liebe Crevette,

    wollte doch auch mal wieder bei Dir vorbeischauen.

    Setzt Du denn derzeit immer noch Hoffnungen dran, dass das mit Deinem Mann und Dir was wird???? Und wenn ja, wie kommst Du darauf??

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hi Jenny2!

    Eigentlich war ich schon unterwegs ins Bett und dann hab ich Dein "Vorbeischauen" in meinem Thread gesehen und jetzt lässt mich Deine Frage nicht los.

    Zitat von Jenny2

    Setzt Du denn derzeit immer noch Hoffnungen dran, dass das mit Deinem Mann und Dir was wird???? Und wenn ja, wie kommst Du darauf??

    Wahrscheinlich fragen das alle anderen mit Dir zusammen :) und nur ich versteh nicht ganz, wieso Du fragst...

    Natürlich setz ich immer noch Hoffnung dran. Und ich weiss echt nicht, wie ich's anstellen sollte, KEINE Hoffnung mehr zu haben! Die ist doch einfach da.

    Und wie ich drauf komme? - Wie kommt man auf Hoffnung?

    Wenn ich hoffe, dass morgen schönes Wetter ist, dann komm ich da drauf auch bloss weil ich weiss, dass es entweder schönes oder schlechtes Wetter geben kann und ich wünsche mir das eine und darauf hoff ich dann. Nix weiter. Man hofft, dass das, was man sich wünscht wahr wird. Oder ist das nur bei mir so?

    Und klar, wenn ich in unseren Breitengraden im November hoffe, dass es morgen 35° warm wird, dann weiss ich schon, dass meine Chancen nicht grad eben gross sind. Und wahrscheinlich würd nicht einmal ich mir in der vagen Hoffnung auf die Wärme abends schon das kurze Sommerkleidchen rauslegen, das ich dann Tags drauf bei 35° anziehen werden. :) Aber hoffen kann ich's trotzdem.

    Wir hoffen ja wahrscheinlich auch alle, dass irgendwann nirgends mehr auf der Welt Krieg herrscht. Und dass alle Menschen genug zu essen haben werden. Und dass sie "richtigen" die nächste Fussball-WM gewinnen! :) Und wie wir da drauf kommen... nicht direkt indem wir mathematisch die Wahrscheinlichkeit des erhofften Geschehens errechnen, oder?

    Aber wenn ich schon mit der Wahrscheinlichkeit anfange, dann seh ich in Anbetracht des Klimawandels die 35° im November leider noch eher eintreffen als den Weltfrieden. Hoffen tu ich mehr auf den Frieden als auf die 35°, die sind mir nämlich ziemlich egal. (Aber witzig wär's schon :) muss mich morgen mal drauf achten wie nah wir rankommen! ;))

    Weisst Du, wie ich meine? Hoffnung ist (zumindest für mich und vielleicht bin ich da wirklich ganz alleine damit?) nicht an Wahrscheinlichkeit gebunden. Vielleicht sogar im Gegenteil... vielleicht hoffe ich eher, wenn's nicht von vornherein klar ist, wie's kommt. Denn wenn's so klar ist, dann muss ich ja nicht hoffen, dann kann ich einfach drauf warten und mich drauf freuen.

    Aber vielleicht fragst Du ja auch nicht nach der Hoffnung, sondern nach den realistischen Chancen, die ich meiner Hoffnung ausrechne. Das ist dann auch wieder was anderes. Und das schwankt ganz massiv und manchmal denk ich es muss doch klappen und manchmal denk ich es wird nie mehr. - aber hoffen, dass es klappt tu ich immer.

    Oder fragst Du nach den Indizien, die ich für das eine (es wird wieder) bzw. das andere (es wird nie mehr) habe - oder besser: zu haben glaube? Hm, da müsste ich ausholen... Dafür, dass "mit meinem Mann und mir was wird" spricht z.B., dass ich so eine phantastische Frau bin, die man nun wirklich nur unter allerärgster Beeinträchtigung des Verstandes durch Alkoholkonsum so einfach aufgibt. :) Nein, im Ernst, es spricht für mich eben ausser der Suchtproblematik so ziemlich alles dafür. Weil ich darin den Grund der ganzen Sch...situation sehe. Aber ich meine mit Suchtproblematik nicht "nur" das Trinken, sondern auch das, was zum Trinken geführt hat, denn dass jemand nur aus Spass süchtig wird ohne dass bei dem Menschen was ganz im Argen liegt ist Unsinn, da würdet Ihr mir sicher recht geben, oder?

    ABER da können neben der Sucht noch so viele Dinge sein, die als Indizien für ein "es wird wieder" exisitieren, neben der Sucht haben die keine Chance. Weiss ich. Und damit sind wir wieder am Anfang des Kreises: mein Mann müsste etwas gegen seine Sucht tun wollen und das kann nur er alleine und selbst dann gibt's keine Garantie. :(

    Und der langen Rede kurzer Sinn: ich kann nix dazu tun. Ausser drauf hoffen. Und das tu ich eben. Immer noch. Und vielleicht vergeht die Hoffnung ja auch, das weiss ich nicht.

    Sorry, Jenny2, dass ich Deine kurze Frage so in die Länge gezogen habe. Es ist fast 01h schon, ich muss jetzt definitiv ins Bett!

    Liebe Grüsse Euch allen,

    c.

  • Servus crevette,

    Zitat

    ...denn dass jemand nur aus Spass süchtig wird ohne dass bei dem Menschen was ganz im Argen liegt ist Unsinn, da würdet Ihr mir sicher recht geben, oder?

    :shock:
    Nein.
    Nein.
    Nein.

    Ich gebe Dir in dieser Aussage überhaupt nicht recht, sondern ich bestreite sie vehement. Ich habe -wenn auch wenige- Menschen persönlich kennen gelernt, die völlig unbedarft über permanenten Missbrauch (vorgelebt durch das Umfeld, also Nachahmung / Mitläufertum) in eine Situation geraten sind, in der sie die Grenze zwischen Missbrauch und Sucht überschritten haben.
    Diese Menschen haben sich bei der Aufarbeitung ihrer Sucht äußerst schwer getan, denn es gab wirklich keinen "Grund" für sie zum Saufen. Kein greifbares Defizit, das im Rahmen einer Therapie "standardmässig" erfasst und behandelt werden konnte. Was also ändern? Dieses "Dilemma" aufzudröseln war heftig. Kleiner Vorteil: ab dann ging's für diese Menschen -scheinbar- unkomplizierter nüchtern weiter.

    Und zum Thema Wetter & Hoffnung:
    Ich gehe nur von mir aus. Ich hoffe nicht auf irgendein Wetter. Ich schaue zum Fenster raus und ziehe mich passend zum Wetter an. Ich nehme es einfach, wie es kommt. Warum sollte ich Gedanken auf etwas verschwenden, was ich nicht beeinflussen kann? Das wäre für mich irgendwie nutzlos, sinnlos, daneben.

    Eine grose amerikanische SHG hat das auch schön dargestellt. Die nennen es "Gelassenheitsgebet" oder so ähnlich. Hat was, auch wenn ich sonst mit dem Verein nix anfangen kann.

    LG
    Spedi

  • Hi Crevette,

    also sitzt Du immer noch in Deinem Wartezimmer und wartest auf Deinen Mann. Wie sieht er denn das so? Oder habt ihr derzeit keinen Kontakt mehr? Hat er denn nicht eine neue Freundin?

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo crevette und auch an Jenny 2 ein Hallo..
    also, ich denke, dass man die Hoffnung nicht einfach abstreifen kann.. und wie heißt es so schön:" die Hoffnung stirbt zuletzt!"..... Ich glaube, dass ich mich schon sehr gut weiterentwickelt habe und trotzdem flammen manchmal wieder Hoffnungsschimmer auf...es ist eben nur noch ein Aufflammen und dann kommt die Realität und auch meine weiterentwicklung und sagen mir, dass ich das nicht mehr will..nicht mehr leben möchte...Bis zu diesem Punkt bin ich 21 Jahre neben oder hinter oder vor? ihm hergelaufen von riesigen Hoffnungsschwaden getragen...und immer wieder tief gefallen... Jeder geht da durch seine eigene Hölle...:sad:

    Zitat von Jenny2

    Wie sieht er denn das so?

    In diesem Zusammenhang finde ich diese Frage sehr merkwürdig... worauf willst damit hinaus? Ich weiß, dass ich meinen Noch immer wieder so anschauen konnte, wie er in seinen nüchternen Phasen war..und wenn er im Absturz steckte, hab ich ihn manchmal gehasst-geb ich zu-, aber dennoch hat es 21 Jahre gedauert ganz den cut zu tun... und obwohl es nun eine Baustelle weniger gibt für mich,fällt es nicht immer leichter ohne ihn zu leben, denn die inneren gefühle drehen einem zuweil schonmal nen strick...Gsd bin ich mittlerweile so weit, dass ich mich selber in die Realität ziehe....und seh, wie es ist...

    Ich finde, dass diese Fragen nicht hilfreich sind...ehrlich gesagt, erscheinen sie mir sogar etwas boshaft...nix für ungut..is mein Empfinden...

    Eine schöne woche und viele weitere kleine-aber dafür dauerhafte- Schritte auf deinem Weg crevette.. :wink:

    LG Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Hallo zusammen,
    Hallo Tihaso,

    finde es sehr interessant zu beobachten, dass Du eine an Crevette gestellte Frage beantwortest und den Hintergrund dieser Frage sogar als boshaft bezeichnet.

    Ich finde es immer wieder interessant welche Sachen in Texten einfach so hineininterpretiert werden und dann noch Boshaftigkeit zu unterstellen, naja lassen wir es einfach mal so stehen.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt, das ist sicherlich klar, aber man muss sich auch die Frage stellen, ob man mit dem Hoffen nicht etwas verwechselt und zwar das Nicht-Akzeptieren der Entscheidung des alkoholkranken Partners. Fuer mich war es einfach nur eine Frage um einfach zu erfahren, was ihr Ex davon haelt und ob da eine derzeitige Aenderung im Verhaeltnis zu ihrem Partner steht.

    Bis dann,

    Jenny

  • Hoffnung - ein schmaler Pfad, der leicht brechen kann, aber auch einer, der hier und dort miteinander verbinden kann.

    Ich fände es schön, wenn die Hoffnung separiert werden könnte.

    Ich sehe die Hoffnung auf die Weiterführung einer Beziehung als etwas anderes als die Hoffnung, dass ein Suchtkranker "irgendwann" doch den Absprung bekommt.

    Für jeden Menschen würde ich hoffen, dass er den Absprung aus der Sucht schafft, denn jedes Menschenleben ist mehr wert als ein verflixtes Supermarktprodukt.

    Für mich selber würde ich niemals auf die Weiterführung der vergangenen Beziehung hoffen weil ich mir nicht vorstellen kann dass zwei so grundunterschiedliche Persönlichkeiten suchtfrei zueinander finden könn(t)en.

    Lassen wir die Hoffnung doch wirklich als letztes sterben, und sei es nur deshalb weil ein Leben (zumindest mal eins!) davon betroffen ist.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo...

    Hallo Jenny: ein offner thread gibt Raum für offenen Austausch.. und ich wollte mein Empfinden einfach dazu äußern und hab es auch an dich gerichtet...deshalb antworte ich jetzt auch (auch, wenn du es so stehen lassen willst) es wurde schon sehr oft diese Frage gestellt, ob man das Hoffen nicht verwechselt... ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob man jemals ganz diese Hoffnungsschimmer los wird :? aber darauf hoffe ich eben mittlerweile mehr, als auf einen Umbruch bei meinem Noch...
    Interessant finde ich jedoch den Ansatz, ob dies im Zusammenhang zu sehen ist, mit der Nichtakzeptanz seiner Entscheidung....
    Man kann es meiner Meinung auch nicht verallgemeinern...ich arbeite stark daran, nicht mehr meinen Gefühlen so ausgeliefert zu sein...es ist schon über ein Jahr her und ich merke, dass ich noch einiges aufarbeiten muss..mein Noch legt ja immer wieder Trinkpausen ein..(dies nährt ja dann auch wieder die falsche Hoffnung..) und bei crevette ist die Hoffnung auf eine Chance immer wieder sehr present... :cry: und ich denke, sie geht den Weg des eigenen Tempos.... wenn ich mich vor Jahren hier angemeldet hätte...oh mein Gott.. wie viel hab ich da gebracht...hab jedem seiner Versprechungen geglaubt...und hab ihm einen Teil seines Lebens und seiner Entscheidungen abgenommen...ich glaube, ich wärenahezu als unbelehrbar durchgegangen :oops::oops::oops::shock::wink: und selbst heut kämpfe ich- wie schon gesagt-enorm gegen meine Co.-Anteile...

    Sorry crevette,dass ich deinen thread ein wenig "benutzt" habe..... (auch das hätte ich noch vor einem guten Jahr alles nicht schreiben können...-auch nicht, wenn ich es so gefühlt hätte....... :) ) Ich wünsche euch auch einen schönen Tag und freue mich, euch zu lesen....

    im regen Austausch Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Hallo zusammen,
    Hallo Tihaso,

    ich kann es ja auch verstehen, es schmerzt einen Partner mit dem man auch gute Zeiten verbracht hat an den Alkohol verloren zu haben. Ich kenn das auch glaub mir und Hoffnung ist ja auch verstaendlich. Aber wenn schon eine gewisse Zeit verstrichen ist, dann sollte man auch nicht mehr wirklich von Hoffnung sprechen, sondern eher versuchen anzunehmen was im Leben passiert ist und zu akzeptieren, dass wir nicht alles bekommen oder kontrollieren koennen im Leben. Mir hat das sehr geholfen, gerade in Hinsicht meiner Herkunftsfamilie, ich konnte akzeptieren, dass mein Stiefvater nicht mit dem Trinken aufhoeren wollte und das meine Mutti ihn nicht verlassen wollte, dass hat mir gerade im Bezug auf den Tod meines Stiefvaters und die unheilbare Krebserkrankung meiner Mutter geholfen, zu akzeptieren, dass sie die Entscheidungen fuer sich selbst getroffen haben. Es tut sicherlich manchmal weh, aber ich habe kein Schuldempfinden mehr und konnte loslassen.

    Wenn ich hier bei Crevette nachfrage, ist, dass ich nicht boese sein will oder sie verletzen will, mich hat einfach nur interessiert, ob ich vielleicht etwas missverstanden habe, ob ihr Mann eventuell auf dem Weg der Trockenheit ist, die Beziehung wieder aufleben lassen will. Kann ja sein, dass ich was falsch verstanden habe und da ich hierueber in letzter Zeit nichts lesen konnte in ihrem Thread hab ich den Stand der Dinge nochmals angefragt.

    Hoffen bringt ja auch nur was, wenn eine realistische Chance vorhanden ist, ist es nicht, dann kann Hoffen sehr schnell ja dazu fuehren, dass wir eventuell Kompromisse eingehen, die nicht gerade foerderlich fuer uns Co's sind.

    Kopf hoch an alle,

    Jenny

  • Hallo alle zusammen!

    Sorry, dass ich mich so nicht hab lesen lassen, ich war ein paar Tage nicht zu Hause - und schon geht's ab in meinem Thread! :)

    Also zuerst vielen Dank für Eure Beiträge und jetzt ganz schnell der Reihe nach:

    @ Spedi:

    Das hätt ich echt nicht gedacht. Dass man wirklich in der Sucht landen kann ohne dass da "Gründe" sind. Aber ist es nicht vielleicht dann sowas wie eine Prädisposition, die diese Menschen mit sich bringen? Oder dass sie sich besonders intensiv anpassen an ein bestimmtes - in dem Fall trinkendes - Umfeld? Ich dachte immer, dass da ein "Grund" sein "muss"...

    Wetter und Hoffnung. Nun ja, ich halte es im allgemeinen auch eher so, dass ich das Wetter nehme, wie's kommt. Aber das liegt eben dran, dass mir das Wetter nicht so am Herzen liegt. Und Gelassenheit den Dingen gegenüber, die mir egal sind, das ist nicht schwierig. Aber Gelassenheit Dingen oder Menschen gegenüber, die mir wichtig sind, das find ich mit Verlaub manchmal eher gefährlich als erstrebenswert. Darum finde ich sollte man das Gelassenheitsgebet (das überigens nicht die grosse US-SHG erfunden hat!) nicht ganz unhinterfragt in jeder Situation anwenden. Und vor allem sollte man den springenden Punkt dabei nicht vergessen: dass es zwischen dem Beeinflussbaren und dem Unbeeinflussbaren zu unterscheiden gilt. Das Wetter kann ich nicht beeinflussen, wedr zum Guten noch zum Schlechten. Die Entscheidung eines Menschen aber schon; sowohl zum Guten wie zum Schlechten.

    @ Jenny:

    Zuallererst: Ich find Deine Fragen wenn sie so an mich gerichtet sind nicht böse. :) Aber das liegt dran, dass ich weiss, dass ich damit kein Problem hab. Aber ich glaub wenn ich die bei jemand anderem gelesen hätte, vor allem vielleicht bei jemandem, von dem ich weiss, dass er/sie nicht besonders "hart im Nehmen" ist, dann hätt ich auch gedacht "autsch, das war zu hart!".

    Ja, ich sitze im Wartezimmer. :( Und wie mein Mann das sieht ist eben Teil des Problems... Ich weiss es nicht. Und er weiss es vielleicht auch nur manchmal... und dann weiss er das Gegenteil... und dann wieder das Gegenteil vom Gegenteil... :( Und solange es dabei ums Wetter gehen würde, würde ich mich einfach auf "Aprilwetter" einstellen und sowohl Sonnencreme als auch Regenschirm dabeihaben. Und es wär mir klar, dass ich nix beeinflussen kann. Aber hier geht's darum, dass sich mein Mann zwischen zwei Leben entscheiden kann, nicht nur für sich sondern eben auch für mich! Er für ein Leben mit mir oder ohne mich und damit eben auch für mich: eins mit ihm oder eins ohne ihn. Er hat ja die Auswahl zwischen beiden. Ich könnte mich selber nur für das Leben ohne ihn entscheiden (weil nur das in meiner eigenen Kompetenz steht, wenn es das Leben mit ihm sein soll, dann muss er das ja auch entscheiden). Das will ich aber nicht! Ich will das MIT ihm. Und da kann ich nix dazutun, ausser zu versuchen, ihn zu dieser Entscheidung hin zu beeinflussen. Und damit meine ich jetzt nicht, ihn zu fesseln und zu knebeln und in meinem Schlafzimmer an die Heizung zu binden! :) Also warte ich... und hoffe.

    Was ich nicht ganz verstehe, ist Dein Bedenken, dass

    Zitat von Jenny2

    man mit dem Hoffen nicht etwas verwechselt und zwar das Nicht-Akzeptieren der Entscheidung des alkoholkranken Partners

    - wie meinst Du das? Inwiefern "verwechseln"? Da ist doch ganz klar beides: die Entscheidung nicht akzeptieren und hoffen, dass eine andere getroffen wird. Huh? Seh ich da was nicht? Wenn mich nachts in einer dunklen Gasse einer von hinten packt, dann mag ich seine Entscheidung, mich zu überfallen auch nicht akzeptieren und schrei mir die Seele aus dem Leib und hoffe, dass ihn das fix zu einer anderen Entscheidung bringt - und zwar hoffentlich zu der, wegzurennen und nicht zu der, mich abzumurksen, weil er meine Stimme nicht mag! ;) :)

    Was ich auch gerne fragen möchte ist das: Du schreibst vom Akzeptieren, dass wir nicht alles bekommen können im Leben und dass wir nicht alles kontrollieren können und dass Dir dies geholfen hat. Du schreibst:

    Zitat von Jenny2

    Es tut sicherlich manchmal weh, aber ich habe kein Schuldempfinden mehr und konnte loslassen.

    Wie meinst Du das mit den Schuldgefühlen? Weil Du solange Du es nicht akzeptieren konntest Schuldgefühle hattest? Weswegen denn Schuldgefühle? Bitte versteh die Frage nicht irgendwie patzig, ich verstehe es wirklich nicht. Und wenn ich es nicht verstehe, kann ich es nicht versuchen auf meinen "Fall" anzuwenden, weisst Du, wie ich meine? Es ist nicht als Widerspruch gemeint, sondern als echte Frage. Und Danke jetzt schon für die Antwort; es geht ja um etwas sehr persönliches, ich weiss also zu schätzen, wenn Du mir beim Verständnis hilfst indem Du über Dich selbst sprichst!

    @ Dagmar:

    Ja, ich glaube auch, dass die beiden Hoffnungen (Beendigung der Sucht und Fortsetzung der Beziehung) zwei Paar Stiefel sind. Bloss dass ich im Gegensatz zu Dir eben doch noch auf beides hoffe. Aber klar auch in dieser Reihenfolge!

    @ Tihaso:

    Nur zu! Brauche meinen Thread so lange Du nur magst, ich bin Dir sehr dankbar dafür, dass Du Dich so darin investierst und so viel von Dir preisgibst. Vielen Dank, dass Du Dich mit mir "solidarisierst" und Deine Hoffnung "zugibst" - als ob's was böses wäre, zu hoffen :( ist es doch nicht, verflixt, das ist es doch wirklich nicht! :evil: Vielleicht macht mir das fast am meisten Mühe, dass Dinge, die doch an und für sich positiv sind in diesem Kontext so negativ gewertet werden. Naja :( müssen sie ja wohl schon irgendwie... weil sie uns schaden statt uns gut zu tun... aber trotzdem, das macht es nur noch schlimmer... :(

    Du hast sicher Recht mit dem Tempo... ich bin sowas von... hm... wie soll ich sagen... nicht langsam eigentlich, aber irgendwie gar nicht gut, was Veränderungen angeht. Naja, manchmal geht's auch ruck-zuck, aber so im allgemeinen hänge ich schon an dem, was ich hab, einfach auch aus dem Grund, dass ich mich nicht schnell und unüberlegt für etwas entscheiden habe und es dann auch gleich schnell wieder verwerfen kann. S gibt so Leute, die kann ich nicht verstehen, da ist alles, was heute wichtig ist morgen schon wieder Schnee von gestern. Kann ich nicht nachvollziehen irgendwie... Ist n handicap, weiss ich. Muss ich dran arbeiten. Aber nicht zu viel - soll ja nicht so enden, dass ich täglich neu Tapezieren muss, weil mir die Tapete von gestern nicht mehr gefällt! ;)

    @ all: und jetzt habe ich endlich fertig! :roll::oops: Dankr für Eure Geduld und ich geh jetzt gleich weg und bin erst Sonntagabend wieder da - geniesst also die Ruhe :) und ich wünsch Euch allen ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüsse,

    c.

  • Ich habe auch Hoffnung!!!!

    Und ich denke das Sucht nicht Grundlos passiert...für mich ist Sucht eine Gefühlskrankheit. Der Mensch weiß mit seinen Gefühlen nicht umzugehen, manchmal auch unbewußt und da betäubt er Sie z.B. oder er kann nicht locker sein beim ausgehen und trinkt erst mal um so druaf zu sein etc.

    LG von Karotte
    Parole "Hoffnung für Alle" :wink:

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

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