Beiträge von Koko

    Eine schoenen guten Morgen Simi,

    nein, ich habe Dich nicht vergessen!!!
    Gestern hab ich Dir ne gaaanz lange e-mail geschrieben, druecke auf absenden und war auf einmal wieder ausgeloggt und alles war weg...
    Ich dacht, ich werd verrueckt :x . Hatte dann einfach nicht den Nerv, alles nochmal zu schreiben, sorry.
    Hab zwar jetzt nicht viel Zeit, aber sollst wenigstens ein paar Zeilen von mir kriegen.

    Ich glaube, ich hatte schon erwaehnt, dass vieles mir vieles von dem , was Du schreibst, vertraut vorkommt.

    Schoen, dass Du, was Dich betrifft, gelassener und grosszuegiger geworden bist. Ich denke, dass ist ein grosser Schritt in Richtung Selbstliebe.

    Bei mit fehlt da noch ne ganze Menge. Ich will vieles aendern, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist, die Suechte betreffend, ist mir nicht erst seit gestern bewusst. Vielleicht war einfach bereits der Ansatz falsch : ich moechte gern was aendern, aber ich glaub nicht, dass ich das schaffe...muesste wohl eher heissen Ich will was aendern und ich schaff das auch...das weiss ich, aber hab es nicht verinnerlicht. Demzufolge bin ich mit viel zu hohen Erwartungen an mich selbst herangegangen, ausserdem wollte ich alles auf einmal aendern: weg von der Sucht ( Bulimie, Alkohol je nachdem, bin ja flexibel :( ) , nicht mehr rauchen, Sport, gesunde Ernaehrung... war zum scheitern verurteilt, was mir dann wieder bestaetigte wusst ja gleich, dass ich es nicht kann, Punkt. Bis zum naechsten verzweifelten Versuch.

    Ja Du hast recht, Schritt fuer Schritt, Hauptsche am Ball bleiben, gnaediger mit sich umgehen, auch mal mit kleinen Erfolgen zufrieden sein. Mit sich zufrieden sein ,hiesse ja dann auch irgendwann sich annehmen, akzeptieren und...irgendwann sich lieben.
    Es ist aus dieser Sicht zu verstehen, dass Du sagst, egal wie lange Du trocken bist, kannst stolz drauf sein. Bei mir sind es jetzt 15 Tage... dachte immer, im Vergleich mit anderen ist das laecherlich, ein Schnappschuss im Leben. Ich dachte, ich darf noch nicht stolz darauf sein, andererseits sollte ich mir mal ueberlegen, mir selbst einen kleinen Erfolg zuzugestehen. Seit mindestens 2 Jahren gab es keinen Tag ohne Alkohol!!!!

    Nu aber Schluss, muss los.Bin noch gar nicht fertig, will immer nur kurz antworten und dann wird es doch mehr.
    Hab halt ein grosses Mitteilungsbeduerfniss, so ist das halt, wenn man keinen ( Gespraechs-) partner hat.
    Man liest voneinander
    @ Herbert, danke fuer den Tipp

    einen schoenen Tag Koko

    Hi Spedi und Dagmar,

    da waren sie wieder meine unterschiedlichen Massstaebe. Was ich heute frueh geschrieben habe, war ganz egoistisch auf mich allein gemuenzt. Jemand anderem wuerde ich soetwas niemals sagen, im Gegenteil.
    Mit mir selbst gehe immer viel staerker ins Gericht.
    Ich hab mal ein bisschen was ueber positives , bzw. negatives Denken gelesen....das klappt sowieso nicht, ich kann das nicht, ich hab eh wieder Pech...suggeriere ich mir schon den negativen Ausgang einer Sache.
    Da ich so daran gehe, misslingt es natuerlich und welch "erleichterung" :"seht ihr, hab ich doch gleich gesagt", fuehle ich mich auch noch bestaetigt.

    Danke jedenfalls , dass ihr meinen Widerspruch entschaerft habt und ich hoffen kann, dass es mit mir noch aufwaerts geht... muesst mir wahrscheinlich ab und zu mal "den Kopf waschen", wenn ich in Richtung Depri marschiere :)

    Ist nunmal ein altes, vertrautes Verhaltensmuster, Kritik ist mir vertraut, Lob weniger und wenn ,glaub ich es nicht (will aber nichts gegen angebrachte, helfende Kritik sagen, die ist wichtig)

    Liebe Gruesse Koko

    Guten Morgen,

    mir schwirrt da gerade ein Widerspruch durch den Kopf.
    Ihr sagt mir, es ist moeglich sich selbst zu lieben, mit allen Fehlern und Macken. (o.k. Macken lass ich gelten)
    Andereseits gerade die Sucht betreffend, muss ich mich aendern oder besser gesagt, nichts wird sich aendern, wenn ich mich nicht aendere. Hab ich doch richtig verstanden, oder?
    Schlussfolgerung, so wie ich bin, bin ich also doch nicht wert , geliebt zu werden? :roll:
    Wie denn nun?

    So muss jetzt zur Arbeit,
    @ Liv, antworte Dir spaeter noch

    Gruss Koko

    Hallo Biene,

    freu mich auch immer, von Dir zu hoeren.Da siehst Du mal, was Du fuer einen Eindruck (auf mich ) machst. Aber da wirst Du wohl recht haben, vermutlich werde ich im geschuetzten Bereich bei vielen erst die "eigentlichen" Probleme sehen.Teilweise schneide ich Themen an, die ich auch lieber dort haette, muss noch etwas Geduld haben.

    Hallo

    Heut war ganz o.k.Hab auch keinen Saufdruck, ich hasse dieses Wort, aber es bringt die Sache ohne Schnoerkel und Verniedlichung auf den Punkt. Das ist gut.

    Aber ich esse mehr, hab Angst vor meiner fast vergessenen Bulimie.
    Das andere , in meinem Kopf ganz weit hinten kreist immernoch der Gedanke, vielleicht mal was trinken zu koennen...Das ist schlecht

    Bevor sich jetzt jemand auf die Tasten stuerzt, um mir zu sagen, das geht nicht gut, als Alkoholiker kann man nicht kontrolliert trinken... Ich weiss es ja und das ist das Dilemma. Warum sind diese Gedanken so hartnaeckig, weil es eine Sucht ist???
    Was ist eigentlich eine Sucht? Abhaengig sein von etwas, was man in uebermaessigen Mengen zu sich nimmt?
    Oder ist es vielleicht die Such(t)e nach etwas, was man vermisst und deswegen mit einem Ersatzmittel befriedigt?? Die Suche nach Anerkennung, nach Liebe???

    Warum hilft es nicht immer, aus den Erfahrungen anderer zu lernen? Natuerlich kann ich mir Hilfe holen, indem ich nachlese, wie andere mit bestimmten Situationen umgegangen sind und es tut ebenso gut zu wissen, dass man nicht allein mit solchen Problemen dasteht.
    Was ich sagen will, kann es sein, dass ich manche Erfahrungen wirklich selbst machen muss, um daraus zu lernen.
    nur als Beispiel: Warum glaubt das Kind der Mutter erst, dass der Herd heiss ist, nachdem(alt+b) es sich die Finger verbrannt hat. Wenn das alles so einfach waerebraeuchte man doch nur einen Ratgeber gesammelter Erfahrungen herausgeben, Pflichtlektuere, und niemand wuerde eine Fehler machen, oder?
    Aber es werden immer wieder Fehler gemacht, manchmal unbewusst, manchmal aber auch bewusst.

    Ich sollte langsam zum Ende kommen. Was mir hier beim Schreiben so alles durch den Kopf geht? Ich hoffe, ihr blickt noch durch?
    (wollt gerade sagen, hab einfach frei von der Leber weg geschrieben...ist ja schon beinahe sarkastisch :shock: ...wo kommt dieser Spruch eigentlich her?)

    So genug fuer heute, ich les mir auch nicht nochmal durch, was ich geschrieben hab, sonst loesch ich es womoeglich wieder.

    Liebe Gruesse Koko

    Hi Simi,

    Danke fuer Deine Antwort, vieles davon klingt fuer mich vertraut. (z.B. die Sache mit Lob und Kritik)
    Nun ist bei mir aber die Sache, dass das Problem der Selbstliebe nicht mit dem Alkohol verbunden ist. Natuerlich kann ich mit Alkohol meine Gefuehle verstaerken und "sehr schoen" in Depressionen und Selbstmitleid versinken.
    Aber "nur" (bitte bitte nicht falsch verstehen), weil ich keinen Alkohol mehr trinke, steigt mein Selbstvertrauen, na gut ein bisschen vielleicht schon, aber dieses Problem bestand fuer mich bereits vorher, als der Alkohol noch nicht im Vordergrnd stand.
    Bin bei Deinen Beitraegen bei Suchtverlagerung gelandet, was fuer mich auch ein Thema ist. Viele Deiner damaligen Fragen haette auch ich gestellt haben koennen. Nun ich will sagen, vor dem Alkohol stand meine Bulimie an erster Stelle, nun, wo ich den Alkohol weglasse, scheint sie wieder parat zu stehen. Es ist auf keinen Fall so schlimm wie damals, aber es haeuft sich und ich habe Angst von der einen in die andere Sucht zu rutschen. :(
    Natuerlich bin ich froh, nichts zu trinken, aber genauso schlimm waere fuer mich in die Essstoerung zurueckzukehren. so wie sich in letzter Zeit alles um den Alkohol gedreht hat, war es damals das essen.
    Ich denke ich bin in jeder Hinsicht suchtgefaehrdet, un bevor ich jetzt in ein anderes Thema drifte, wie soll ich mich mit meinen schlechten Seiten moegen, solange nicht ICH, sondern eine Sucht mein Leben bestimmt?
    Ich will nicht so sein, wie ich bin und das ich weiss ist natuerlich ein Knackpunkt fuer meine Selbstliebe. Ich bin nunmal ich und muss mich akzeptieren , lieben lernen, aber wie soll ich das? Auf was soll ich stolz sein?
    Hab hier ein paarmal gelesen, dass einige von euch ihre Sucht positiv nutzen? Koennt ihr mir dazu ein paar Tipps geben?
    Ich hoffe es kommt wenigsten bei euch an, dass ich den Willen habe , diesen Zustand nicht so hinzunehmen, sondern "Ordnung in meinen Gedanken, Aenderung in meinen Sichtweisen" zu schaffen.

    Bin immer wieder froh, dass ich meine, manchmal etwas durcheinander geratenen Gedanken, hier loswerden zu duerfen.

    @ Liv, was die Onkelz betrifft, sehe ich das genauso (alte und neue Alben betreffebd)

    Liebe Gruesse Koko

    Hallo und guten Abend,

    ich danke euch allen, bin ueberrascht, dass es soviel Resonanz zu diesem Thema gibt. Also steh ich nicht allein da. Schoen auch zu hoeren, sozusagen als Antwort auf meine Frage, dass es moeglich ist. Das gibt mir Hoffnung, aber es wird lange dauern. So einfach geht das nicht, und ab morgen mag ich mich...
    Aber ich will dran arbeiten, ich will eben immer nicht die schlechten Seiten an mir akzeptieren, sondern sie aendern. Bloed ich weiss, aber ich denk immer, andere sind besser, huebscher, klueger...
    gerade jetzt beim schreiben wird mir bewusst, dass ich unterschiedliche Massstaebe setze, was mich betrifft und was andere betrifft
    Jedem anderen wuerde ich sagen, keiner ist vollkommen , jeder ist ein Individuum und hat das recht er selbst zu sein. Das macht es doch auch interessant, dass nicht ein Mensch wie der andere ist
    Aber bei mir selbst faellt mir das so schwer. Warum ist das so? Naja, wenn einem ein ganzes Leben eingetrichtert wurde, dass man unzulaenlich, dass man ein Versager ist, stellt sich das nicht einfach so ab.
    Aber ich bin fest ueberzeugt, ein wichtiger Schritt in die Richtung ist, den Alkohol aufzugeben. Betrunken kriegt man ja wirklich nichts auf die Reihe und das bestaetigt das Versagen.

    @ Elke, ja, ich kenne auch "wie tief willst Du noch sinken" passt natuerlich auch sehr gut auf unsere Situation
    PS :habe auch fast alle Alben

    @ Karsten und alle anderen
    bin immer wieder ueberrascht, wie sehr ihr alle auf Trab seid, egal bei welcher Frage, es gibt immer jemand, der zuhoert (mitliest) und antwortet
    Danke

    einen schoenen Abend, passender eine gute Nacht
    wuenscht euch Koko

    Hallo ihr Lieben,
    Hallo Biene,

    Tja Wochenende ist nun rum und ich bin ganz zufrieden. Gestern hab ich erstmal lange geschlafen, ein wenig im Forum "geschmoekert" , Waesche gewaschen und mich nachmittags fast nur im Garten aufgehalten. Ja ich hab die Gartenarbeit fuer mich entdeckt. Haett ich nie fuer moeglich gehalten :lol: , hab es als Kind gehasst. Aber da hiess das auch nur Unkraut jaeten, und alles musste in "Reih und Glied" stehen. Ich mag es lieber ein bisschen kunterbunt, hab freie Hand, meine Mitbewohnerin ist froh, weil sie selbst so wenig Zeit hat. Hab mir auch schon ein Kraeuterbeet angelegt. So und heute e-mails beantworten, nachmittegs mit meinem Bekannten getroffen, waren 3 Stunden im Park, der ist riesig, unterwegs.( Bei dieser Gelegenheit gleich mal ausfindig gemacht, wo das Schwimmbad ist, hab vor demnaechst vielleicht doch mal schwimmen zu gehen. Hab ich frueher so oft getan und ganz vernachlaessigt.) Wetter war ja schoen, wenn auch etwas windig.

    Was mich ganz sehr gefreut hat, hab heut ne ganz lange e-mail von meiner Tochter bekommen.Sie freut sich schon, wenn ich nach Deutschland komme. Habe ihr letzte Woche das geschrieben, dass ich mit dem Alkohol aufhoeren will. Ehrlich gesagt ist es mir nicht leicht gefallen. Nein nicht dass ich ihr das sage, aber fuer mich waere es das schlimmste, meine Kinder enttaeuschen zu muessen, wenn ich es nicht schaffe. Und weil ich ja noch immer nicht frei von Zweifeln bin, hab ich wirklich Angst zu versagen. Meine Tochter hat sich sehr gefreut (Zitat "ja un das du jetz mal ernsthaft was gegen den Alkohol tun willst finde ich wirklich sehr sehr gut! So wie die Oma will man auch glaub ich wirklich nich enden! Un wenn Du siehst dass Du das alleine nich schaffst, dann musst Du Dir auch Hilfe holen!!!!") Aber es bestaerkt mich auch und gibt mir Kraft. Manchmal frage ich mich, ob ich diese tollen Kinder ueberhaupt verdient habe. Sie hatten es sicher nicht leicht. Nun das Problem mit dem Alkohol war nicht, als sie noch klein waren, aber als ich dann zu ihren Teeniezeiten mein grosses Problem mit der Bulimie hatte, haben sie immer hinter mir gestanden. Vielleicht, weil sie gesehen haben, dass ich da raus will.Trotzdem beschleicht mich immer mal wieder das Gefuehl, sie ueberfordert zu haben.

    Ach ja Biene ,
    habe mit meiner Mitbewohnerin gesprochen. So "dumm" (entschuldige) war Deine Idee gar nicht. Sie arbeitet abends immer noch in einem Lebensmittelladen, nur ueber die Strasse. Dort gibt es auch einen Kuehlschrank, wo sie ihren Wein oder Sekt lassen kann und bringt ihn dann erst nach der Arbeit mit, wenn sie ihn trinken will. Hab ihr auch gesagt, dass sie bitte keine offene Flasche im Kuehlschrank lassen soll, sie will sie dann in dem Fall mit auf ihr Zimmer nehmen.
    Das ist zwar nicht ganz so, wie es in den Grundbausteinen steht, aber zumindest werd ich nicht jedesmal, wenn ich was aus dem Kuehlschrank hole mit dem Alkohol konfrontiert.

    Wie geht es Dir eigentlich so? Du machst mir immer schon so einen starken Eindruck,bist zwar weiter als ich auch noch ziemlich am Anfang.

    Liebe Gruesse Koko

    Hallo ihr,

    Da ich in letzter Zeit sehr viel mich mit mir und meiner Vergangenheit auseinandersetze, heute eine Frage, die nicht unbedingt mit dem Alkohol zu tun hat. Aber was ich hier so gelesen habe, spricht es vielleicht auch einige von euch an.

    Seit meiner fruehesten Jugend habe ich ein Problem mit meinem Selbstbewusstsein und dem Vertrauen in mich selbst. Das ging hin bis zum Selbsthass.
    Nach einer Therapie wegen Bulimie, Tablettenabhaengigkeit (Abfuehrmittel) und Selbstverletzung hat sich mein Selbsthass zumindest in eine Art Selbstakzeptanz veraendert. Aber mich lieben??? Das geht mir zu weit. Ich denke immer, wenn mich jemand wirklich kennenlernt und sieht, wie kaputt alles im mir ist, wie soll er mich noch lieben koennen?

    Aber es ist ein grosses Problem fuer mich, fuehle mich sehr einsam. Seit der Trennung von meinem Ex vor 11 Jahren lebe ich mit meinen Kindern allein, ohne Partnerschaft.
    Da war mal eine kurze Wochenendbeziehung, die aber auch gescheitert ist. Mein damaliger Freund hat mir gesagt, solange ich nicht lerne, mich selbst zu lieben, wird es auch kein anderer koennen. Er hat mir sozusagen zum Abschied das Lied "wenn du wirklich willst" von den "Boehsen Onkelz" mit auf den Weg gegeben, das waere, wie fuer mich geschrieben. ( bevor ich nun hier eine Diskussion entfache, ich weiss dass man geteilter Meinung zu dieser Band ist, aber viele ihrer Texte hab ich als treffend und ansprechend empfunden)

    Ich fuehle mich sehr einsam, glaube auch nicht, dass sich je wieder jemand in mich verlieben kann. Aber selbst, wenn es so ist, moechte ich wenigstens lernen, mit mir selbst (ich kann mich von jedem trennen, aber nicht von mir selbst) zufrieden und gluecklich zu werden, wenn das geht??? Aber allein sein und einsam sein muessen ja nicht zwangslaeufig dasselbe sein, oder?

    Kennt jemand von euch diese Gefuehle? Wie seid ihr damit umgegangen?
    Die Kommunikation hier im Forum hat mir gut getan, deswegen wende ich mich mit dieser, vielleicht nicht ganz hier reinpassenden Frage an euch.

    Liebe Gruesse Koko

    Hallo Cindy,

    ich hoffe, Du siehst mich nicht als Eindringling und bist boese, weil ich schreibe. Ich bin naemlich Alkoholikerin und halte mich meistens "auf der anderen Seite, bei den Alkoholikern" auf. Trotzdem lese ich auch interessiert hier mit, weil ich nie vergessen will, was ich meinen Kindern antue, wenn ich trinke. Nun ein ganz unbeschriebenes Blatt bin ich auch nicht, was diese Problematik betrifft, bin naemlich auch Kind einer Alkoholikerin. Du kannst mich natuerlich nun fragen,warum ich Alkoholikerin bin,wo ich doch weiss, was das fuer meine Kinder bedeutet. Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht, ich bin selbst erschrocken, das es so ist.

    Auf jeden Fall denke ich, dass es richtig ist, dass Du hier bist und dass es richtig ist, Dich von Deiner Mutter zu loesen, ich meine was die Verantwortung fuer ihr Leben betrifft.

    Ich war 37!!!, als ich bei meiner Therapie wegen Bulimie in der Klinik erkannt habe, wie abhaengig ich psychisch noch von meiner Mutter war. Dass es mit meinem Selbsbewusstsein nicht so weit her ist, habe ich zum grossen Teil meiner Mutter "zu verdanken". Ich war immer Versager, nie war etwas gut genug, ich habe mein Studium nicht beendet, meine Ehe ist gescheitert und meine Kinder erziehe ich auch nicht richtig...
    Ihr beruehmter Satz war dann "...ich will mich ja nicht einmischen, aber meinst Du wirklich, dass das richtig ist...." Damit war doch schon alles gesagt, auch wenn ich es nicht bewusst wollte, ich habe es mir angenommen. Ich habe immer um die Anerkennung meiner Mutter gekaempft und nie bekommen.
    Mit der Erziehung meiner Kinder hab ich immer versucht, das anders zu machen, was mich als Kind verletzt hatte. Meine Mutter hatte immer Recht!!! Sie hatte das Zepter in der Hand, mein Vater stand hinter ihr, um des lieben Friedens willen und ich als Einzelkind allein. Ich hatte mich immer zu entschuldigen, wenn nicht wurde nicht mit mir geredet, das konnte Tage, aber auch Wochen dauern. Liebesentzug kann auch weh tun.
    Sie haette mir gegenueber nie zugegeben einen Fehler zu begehen.

    Ich habe versucht, meinen Kindern zu vermitteln, dass sie mich auch kritisiern duerfen und dass sie ehrlich sein koennen. Hab immer versucht zu erklaeren, z.B. warum ich in die Klinik (damals war die Bulimie meine Sucht) gehe, dass ich weiss, das ich etwas falsch mache, aber auch, dass ich etwas dagegen tun muss. Meine Kinder waren sehr verstaendnissvoll und haben mich unterstuetzt. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, sie allein zu lassen(damals 15 und 16), aber sie haben gesagt, Hauptsache ich werd gesund. Manchmal fuehl ich mich noch heut unwohl, dass ich ihnen zuviel zugemutet habe.

    Im Gegensatz dazu die Reaktion meiner Mutter, ob das denn wirklich sein muss, unnoetig meinen Arbeitsplatz zu gefaehrden.Job ist wichtiger als Gesundheit. Ausserdem, wenn man sich zusammenreisst und ich der Meinung bin, ich esse zuviel, kriegt man das auch zu Hause hin. Und das aus dem Mund einer Alkoholikerin!..lach

    Nun jedenfalls mit meiner Bulimie hat sich sehr gebessert, dass mein Suchtgedaechtnis nun so flexibel ist und mittlerweile der Alkohol (ausgerechnet, bei meiner "Erfahrung) mein Problem ist, damit hatte ich nicht gerechnt.

    Ich bin sehr ungluecklich darueber, aber das Zugeben oder erkennen einer Sucht dauert ja bekanntlich etwas.

    Es ist sehr kraefteaufwaendig immer wieder von vorn anzufangen, aber ich werde es immer wieder versuchen, das bin ich meinen Kindern und auch mir schuldig.Deswegen bin ich hier vor einiger Zeit gelandet und will erneut gegen eine Sucht angehen, bin seit 10 Tagen ohne Alkohol (trocken klingt bei dieser kurzen Zeit etwas grossspurig, auch wenn es fuer mich ein langer Zeitraum ist)

    Ich habe 2 wunderbare Kinder und bin stolz auf sie. Ich wuensche mir, dass sie das auch mal auf mich sein koennen, Fehler, ich weiss schon wuenschen nuetzt nix, liegt allein an mir.

    Liebe Cindy, nicht boese sein, dass ich mich hier mal zu Wort gemeldet habe. Ich dachte mir, vielleicht kannst Du ein bisschen davon fuer Dich rausfinden.
    Bleib auf jeden Fall dran. Ich wuensche Dir von ganzem Herzen, dass Du die Kraft findest, Dich abzunabeln. Lebe Dein Leben und nicht das deiner Mutter. Sie hatte die gleiche Chance und wenn sie die nicht nutzte oder nutzt, liegt es nicht in Deiner Verantwortung.

    Ich hoffe, es war nicht vermessen, mich hier zu melden. Liebe Gruesse
    Koko

    Guten Morgen Biene,

    Du hast mit Sicherheit mit Deinen Argumenten recht.
    Ja es war urspruenglich eine Zweckgemeinschaft. Ich habe die Wohnung noch per Internet in Deutschland ausgesucht. Der Hauptpunkt war die Kostenfrage. Des weiteren ,dass ich verkehrstechnisch die Moeglichkeit habe, an die Arbeit zu kommen. Wenn ich also nun das fuer und wider abwaege, sind mehr Punkte dafuer, sehr guenstige Miete, 10min bis zum Stadtzentrum, 5min bis zu einem wunderschoenen Park mit Fluss, kleiner Garten, nicht zuletzt mein Kaetzchen ( Gesellschaft gegen die Einsamkeit).Wenn ich mal Probleme mit der Miete hab, kann ich auch eine Woche spaeter zahlen.
    Ich wurde von Anfang an in die Famielie integriert, die Kinder sind sehr oft hier, hab zum Beispiel letztes Jahr meine ersten englischen Weihnachten erlebt, da ich nicht nach Hause konnte. Ausserdem gibt es hier ein kleines leerstehendes Zimmer, welches ich nutzen kann, wenn z.b. meine Kinder mich besuchen.
    Viele meiner Arbeitskollegen wohnen schlechter, aber teurer.
    Das gegenargument, wie Du schon sagst, der Alkohol, ist mir schon bewusst, ein sehr schwerwiegendes Gegenargument.

    Grob gesagt, kannst Du es Dir schon so vorstellen, sie Wein, ich Wasser, allerdings hat sie es schon versucht, etwas zu aendern, weil sie ein schlechtes Gewissen hat. Wenn wir abends zusammen fernsehen, dann trinkt sie jetzt Cola, Wein erst, wenn ich im Bett bin. Ich will mich nicht rechtfertigen( oder doch ein wenig), aber so einfach, wie es in meiner letzten e-mail scheint, sieht es fuer mich nicht aus.
    Vielleicht versuch ich nochmal mit ihr zu reden wegen Alkohol in den eigenen 4 Waenden.

    Ich weiss noch nicht so richtig, was ich machen werde. Jedenfalls danke fuer die Denkanstoesse.
    So und nun werd ich mir ueberlegen , wie ich den heutigen Tag,bzw. das Wochenende ausfuelle.

    Liebe Gruesse und ein schoenes Wochenende
    Koko

    Hallo,

    und wieder steht ein Wochenende vor der Tuer. Beim Einkaufen ist es mir heut echt schwer gefallen, nichts (keinen Alkohol) zu kaufen.

    Heute ist wieder so ein Tag, an dem ich aus dem gruebeln nicht rauskomme. Lese schon seit geraumer Zeit hier im Forum, um mich zu beschaeftigen, abzulenken und nicht zuletzt,um zu sehen, wie ihr alle so mit dieser Krankheit umgeht, was ihr fuer Erfahrungen gemacht habt, was euch runterzieht oder hilft.

    Nachdem ich mir die Grundbausteine nochmals durchgelesen habe, frag ich mich: H a b e i c h u e b e r h a u p t e i n e C h a n c e ??? Es ist alles so verzwickt und ich weiss momentan nicht, wie ich das aendern sollte.

    Ich wohne hier in einer WG, die Mieten sind in England wahnsinnig hoch, mit einer etwa gleichalten Englaenderin zusammen. So bleiben die Kosten einigermassen ertraeglich. Ich verstehe mich sehr gut mit ihr, hat eine aehnliche Vergangenheit, getrennt von ihrem Mann, zwei grosse Kinder. Nicht zuletzt mag sie Katzen (hab auch 2 in Dtl) hatte eine, die andere hat sie sich mehr oder weniger wegen mir zugelegt. Durfte mir Ende letzten Jahres ein Kaetzchen aussuchen, ueber dass ich sozusagen, fuer die Zeit, die ich hier bin, Patenschaft habe.
    Sie ist eine Seele von Mensch, aber auch Alkoholikerin. Bis vor kurzem war das kein Problem fuer mich, wir haben abends zusammen Wein getrunken, ich meistens mehr. Nun ist das aber so eine Sache mit dem alkoholfreien Umfeld. Die Flasche Wein steht im Kuehlschrank! Auch wenn sie versucht,sich in letzter Zeit einzuschraenken, aber es waere leicht moeglich fuer mich, an Alkohol ranzukommen.
    Die Situation war fuer mich ganz o.k. Wir haben ja "nur" am Abend was getrunken. Ausserdem geht sie arbeiten und das nicht zu knapp, mit 2 Jobs.
    Im Gegensatz dazu war die Zeit, die ich mit meinen Kindern im Haus meiner Eltern gelebt habe unertraeglich.
    Durch den ganzen Alkoholkonsum war das Immunsystem meiner Mutter so kaputt, das sie von einer Krankheit in die naechste gewechselt hat. Sie wurde teilinvalide geschrieben, konnte demzufolge nicht mehr arbeiten und hatte nun den ganzen Tag Zeit zum saufen. Der Tagesablauf meiner Mutter bestand nur noch daraus, im Wohnzimmer auf der Couch vorm Fernseher zu liegen, Zigaretten auf dem Tisch, unterm Tisch Wein, Bier und ein Eimer zum Kotzen.
    Wir (meine Kinder und ich) haben das 2 Jahre mitgemacht, dann kam es zum grossen Krach zwischen meiner Tochter und meiner Mutter. Es war irgendeine Belanglosigkeit wegen der meine Mutter ausgerastet ist, hat meine Tochter aufs uebelste beschimpft, Alkoholiker koennen sehr ungerecht und ausfallend werden. Darauf hat meine Tochter ihr gesagt, sie koenne sich mit ihr unterhalten, wenn sie nuechtern ist. Das wars!!! Wie kann ihr eine "17-jaehrige Goere sowas ins Gesicht sagen". Dann hat meine Mutter meiner Tochter eine Ohrfeige verpasst, meine Tochter hat zurueckgehauen, dann ist mein Sohn dazwischen und hat meine Mutter runtergebracht(wir haben oben gewohnt). Dann kamen so Sachen, dass sie nicht mehr ihre Enkeltochter sei... Ich hab dann
    beschlossen, dass es so nicht weitergehen kann. Hab die Kinder gefragt, ob wir ausziehen wollen.Sie waren sehr dafuer. Ich hab mich zwischen meinen Eltern und meinen Kindern entschieden, natuerlich fuer meine Kinder.
    Das Verhaeltnis hat sich seitdem etwas beruhigt, aber der Knacks von damals wird fuer immer bleiben.
    Ach du je, was schreib ich denn hier alles? War gar nicht so gedacht, ich hoff dass ich euch nicht ganz durcheinander gebracht habe. Vielleicht musste das mal raus. Diese ganze Geschichte hat mich damals sehr belastet.
    Vielleicht ist diese Vorgeschichte mit meiner Mutter auch daran "schuld", dass ich aufhoeren will. Ich bin nicht nur selbst Alkoholiker, sonder auch ein "erwachsenes Kind" und weiss wie sehr eine Familie darunter leiden kann.
    Aber wie ich schon anfangs beschrieben habe, besitze ich keine gute Startposition.

    LG Koko

    Hallo kommal,

    ist zwar schon etwas spaet, aber mit den unmoeglichsten Zeiten, das kennst Du ja.

    Auch ich wuensche euch ein paar erholsame schoene Urlaubstage,

    dann biste ja wieder fit zum schreiben, gelle?
    War nicht so ernst gemeint, erhol Dich in aller Ruhe und lass die Gemeinde mal zappeln. Die warten mit Sicherheit.

    Liebe Gruesse |Koko

    Hallo

    danke fuer eure Antworten. Damit geht es mir nun doch etwas besser.

    Davon abgesehen war der Tag heut gar nicht so schlecht. Essen hat geklappt, (nicht) trinken hat geklappt, war bei meinem Englischkurs, Spaziergang durch den Park, alles in allem ein ganz gut ausgefuellter Tag. Bei dem Kurs hab ich festgestellt, dass es mir gut tut, wenn die "grauen" Zellen wieder gefordert werden. Es blieb mir nicht verborgen, dass ich in letzter Zeit sehr vergesslich geworden bin, manchmal nicht wusste, was ich am Abend vorher erzaehlt habe oder manchmal beim sprechen "gestolpert" bin. Schon peinlich, sozusagen selbstgebastelter Alzheimer, man kann sich glaube ich, wirklich den Verstand wegsaufen.
    Gestern war ich uebrigens in diesem Alkohol- und Drogenzentrum. Dort hat sich erstmal ein Sozialarbeiter mit mit mir unterhalten und wollte alles moegliche ueber mich, meine Krankheit, meine Vorstellungen wissen. Naechste Woche hab ich noch einen Termin bei ihm und nach meinem Deutschlandbesuch treffen wir uns wieder, um zu sehen, welch Gruppe fuer mich in Frage kommt. (Soweit ich das alles verstanden habe )
    Fazit, ich zieh mich also nicht aus dem Forum zurueck auf eure Resonanz hin und versuche weiterhin Tag fuer Tag das Beste aus meiner Situation zu machen.

    Biene danke fuer den Druecker, wenn auch nur imaginaer, ist angekommen .
    Da kann man auch Entzugserscheinungen haben, ich meine wahrscheinlich war der Alkohol auch wegen meiner Einsamkeit "ein guter Freund".
    Fuehlte mich oft einsam, leb schon so lang allein (mit meinen Kindern ja, aber das ist eine andere Ebene), damit muss ich mich halt arrangieren.
    Ich schweife ab,...wollt nur mitteilen, dass es mir nach den letzten Tagen besser geht

    LG

    Guten Morgen kommal,

    sag mal konntest Du gestern auch nicht schlafen??? Ist ja unglaublich, wie schnell ( zu welcher Zeit ) Du geschrieben hast. Hatte nicht damit gerechnet, aber wie jeden Morgen vor der Arbeit mal schnell reingeschaut. Danke nochmal!

    Du hast wohl recht, bin zur Zeit ganz schoen "durch den Wind". Wollte gestern bereits schreiben, bin aber so fertig, dass ich bereits 19.00 Uhr im Bett verschwunden bin. Verstehe nicht wirklich warum, der Entzug kann es doch nicht sein, mein Koerper muesste doch dankbar reagieren, sich nicht mehr mit diesen Schadstoffen rumaergern zu muessen. Demzufolge muesste ich fit sein. Oder koennen einen Gedanken genauso fertig machen, wie koerperliche Anstrengung.

    Das mit dem nicht erwuenscht hatte ich geschrieben, weil ich irgendwo im Forum gelesen hab, dass ihr euch (zu recht) aergert, wenn sich jemand hier nur mal so einklinkt und dann nach kurzer Zeit wieder verschwindet.
    Ich hab nun die Bedenken, weil ich so voller Zweifel, so innerlich zerrissen bin, dass ihr denkt ich meine es nicht ernst.
    Ich bin wirklich ganz schoen durcheinander, weiss noch nicht ,wie ich das schaffen soll, was ich ganz sicher weiss, ist, dass ich so!!! nicht mehr weitermachen will ("Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird, ich weiss nur, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll"- beschreibt vielleicht meine Verfassung ganz gut)
    Also habe ich angefangen, mein Leben zu aendern , mit groesseren Veraenderungen(keinen Alkohol) und kleineren (Nachhauseweg von der Arbeit durch den Park, 5-10 min Fruehsport, viel Wasser trinken, lesen, 1 xmal Wo englischkurs)

    Du fragst, wie mein Club zu meiner Krankheit steht? Ich weiss es nicht, weil ich es dort noch nicht gesagt habe. Sie wissen von meiner Bulimie und von meiner Selbstverletzung, war 2x mehrere Wochen in der Klinik und da hab ich gesagt, warum.
    Ich befuerchte mit dem Alk ist komplizierter, denke nicht, dass man wegen mir auf ihn verzichten wuerde. Diese Vorstellung waere Illusion, da der Club auch nebenbei, um sich zu finanzieren eine oeff.Kneipe ist.

    Im Moment ist die Gefahr fuer mich nicht da, bin ja in England, aber in 2 Wochen werde ich in Dtl. sein Habe Angst davor.Es erwarten mich 3 Parties, Betriebsfeier, schuelertreffen, Sommerfest vom Bikerclub.Ich weiss, hab irgendwo ganz passend gelesen, ist wie "joggen uebers Minenfeld" ,aber man rechnet mit mir. Hab den Termin extra deswegen so gelegt. Steck ganz schoen in der Zwickmuehle.

    So muss jetzt zur Arbeit
    LG Koko

    Hi,

    Zunaechst danke fuer eure Tipps und Hilfe.
    Es geft mir nicht gut.
    kann nicht schlafen. In meinem Kopf herrscht Chaos. Quaelende Gedanken zwischen dem Bewusstsein, was ich tun muss und der Unfaehigkeit es umzusetzen.

    Habe ich uebereilt gehandelt? Bin ich noch nicht soweit? Ich habe es noch nicht verinnerlicht, nie wieder in meinem Leben Alkohol oder ich bin noch nicht bereit, es konsequent!!! durchzusetzen.

    Ich spiele mit dem Gedanken, mich vorerst aus dem Forum zurueckzuziehen. Nicht, es zu verlassen, werde taeglich weiter hiersein, aber zum lesen. Aber ich habe Angst, dass ich dann zu den Teilnehmern gehoere, die hier nicht erwuenscht sind. Habe viel die letzten Tage im Forum verbracht. Ich moechte keine Unruhe reinbringen und die verunsichern, die auch noch ganz am Anfang stehen. Meine Gedanken gehen aber so kreuz und quer, dass ich das wohl tue. Bin hin und hergerissen zwischen meinen Suechten, meine Bulimie und Alkohol.Habe das Gefuehl, dass meine Bulimie gerade versucht, Oberhand zu gewinnen. Vielleicht taeusche ich mich aber auch, war nicht frei von meinen Essanfaellen und nehme sie nun bewusster wahr, weil ich nuechtern bin.Keine Ahnung, irgendwie weiss ich gar nichts mehr.

    Noch eine Sache, mit der ich grosse Probleme habe. Es betrifft den Bikerclub, in dem ich seit mehr als 10 Jahren bin. Er bedeutet mir sehr viel. Ich liebe das Motorradfahren, das war ein Punkt, aber nicht der ausschlaggebende. Gerade die erste Zeit, dachdem mich mein Mann verlassen hatte, habe ich mich zu Hause verkrochen. Es hat ein halbes Jahr gedauert, wo ich mich aufgerappelt habe und wieder "rausgehen" wollte.
    Ich hatte nicht von heute auf morgen meinen Bekanntenkreis verloren. Sie haben mich nach wie vor einbezogen, aber ich fuehlte mich dort nicht mehr wohl, alles junge Paare, die meisten, wie ich auch mit kleinen Kindern. Ich fuehlte mich nicht mehr wohl dort, kam mir immer vor, wie das fuenfte Rad am Wagen, die einzige, die ohne Partner da war.
    Naja irgendwann hat mir ein Bekannter vorgeschlagen, komm doch in unseren Club, da ist es egal, ob du allein, zu zweit oder mit einer ganzen Truppe kommst.So fing das halt an. Hab mich auch sehr engagiert, Arbeitseinsaetze.. und viele Freunde gefunden, mit denen ich reden konnte, die mir auch zu Hause bei Handwerklichen Dingen oder wenn ich mal umgezogen bin geholfen haben. Sie sind fuer mich so ein bisschen wie eine zweite Familie geworden.
    Ich will mich jetzt nicht rausreden oder rechtfertigen (oder doch???) ich wollte nur zeigen, dass es mir sehr schwer fallen wuerde, das aufzugeben.
    Ich frage jetzt nicht, ob ich das wirklich aufgeben muss, befuerchte, ich kenn die Antwort.

    Es tut mir leid, wenn ihr nun von mir enttaeuscht seid, aber so wie ich es verstanden habe, bin ich nicht mit dem ersten Glas sondern bereits mit dem Gedanken rueckfaellig. Aus dieser Sicht bin ich also schon rueckfaellig geworden.

    Ich moechte aber nicht, dass ihr denkt, dass ich nun alles ueber den Haufen werfe.Ich bleibe dran. Versuche meine Tage , besonders Wochenenden zu verplanen, morgen habe ich mein erstes Mal bei dieser SHG ( glaube das ist erstmal nur das Gespraech mit einem Verantwortlichen oder Arzt), uebrigens danke fuer den Tipp mit demWasser trinken, versuche ich seit ein paar Tagen auch , mit Zitronensaft gar nicht so schlecht. Und ich geniesse es auch, dass ich morgends keine Angst mehr haben muss, dass jemand meine Fahne zu bemerken, habe ja keine.

    Tja ,was soll ich weiter sagen, irgendwie gruebel ich derzeit nur noch. Ich weiss nicht, ob es richtig war, da zu schreiben, musste es jetzt aber loswerden.

    Ich wuensche euch viel Kraft und weiterhin ein trockenes zufriedenes Leben
    Koko

    Hallo,

    der heutige Tag war gar nicht so uebel, hab mir Muehe gegeben, fast keine Leerlaeufe (boese Fallen!!) entstehen zu lassen.
    Hab mich gleich heut frueh an den Computer gesetzt und ein paar "Hausaufgaben" gemacht (nehme jetzt einmal die Woche an einem Englischkurs teil-1 Abend ohne Leerlauf und ein bisschen Arbeit fuers Gehirn tut auch gut).Dann etwas Hausarbeit, weils Wetter schoen war, im Garten gesessen, gelesen (wieder neu fuer mich entdeckt, hatte dazu keine Geduld mehr, weil ich mich nicht mehr konzentrieren konnte), Verabredeung mit einem Bekannten auf einen Kakao und Spaziergang durch den Park. Und bevor ich mich jetzt laenger dem Gedanken widme, dass ich jetzt ein Glas Wein trinken koennte, komm ich mal lieber zu euch.

    @ Alex
    danke fuer Deine Antwort.
    Richtig, Interessen, Hobbies hab ich, allerdings in letzter Zeit sehr stiefmuetterlich behandelt. Hab aber auch ein paar "Problemkinder" darunter, wo ich noch nicht weiss, wie ich damit umgehen soll.

    Lesen - o.k. wie bereits erwaehnt, hab ich es gerade wiederentdeckt, wenn auch auf eine merkwuerdige Art. Das erste,was ich gelesen hab war etwa vor 2 Wochen "Familienkrankheit-Alkoholismus" und zwar noch mit dem Glas Wein in der Hand. Aber es hat mich zum Nachdenken angeregt, Resultat hab im Internet gestoebert, das Forum entdeckt und mich angemeldet. Jetzt les ich ein englisches Buch, um gleichzeitig etwas fuer meine Kommunikation hier zu tun.
    Reiten - o.k., aber im Moment unmoeglich, weil es ein teurer Sport ist
    Bikerclub - Problem, liebe das Motorradfahren, wenn auch nicht selbst, aber Sozius, bin seit etlichen Jahren in einem Club, habe sehr gute Freunde, die mir aus mancher Patsche geholfen haben, aber ich erzaehl bestimmt nichts Neues, es wird dort auch getrunken
    Schwimmen - o.k. vernachlaessigt, weiss hier aber auch nicht, ob ich irgendwo schwimmen kann
    Musik hoeren - o.k. zumindest zu Hause, Konzerte oder open-air schon schwieriger, gibts meistens Alkohol, ne eigentlich immer
    Mittelaltermaerkte - ich mag die Atmosphaere, gibt aber auch immer Met

    ich glaube das waren so meine Interessen, ich muss mal sehen, was ich daraus machen kann

    LG Koko

    Hi nochmal,

    ich habe das mehr allgemein geschrieben, wie es halt oft ist.
    Wenn bei diesen Veranstaltungen fuer Dich die Versuchung gleich null ist, dann ist das doch umso besser. Da stehst Du schon viel besser da als ich.
    Ich z.B. bin in einem Bikerclub, liebe das Motorradfahren, gehe gern auf Konzerte, weil ich die Musik mag, gehe gern auf Mittelaltermaerkte, weil ich das Flair geniesse. Aber all diese Orte sind momentan eine Gefahr fuer mich, weil dort auch Alkohol eine Rolle spielt.
    Verstehst Du jetzt, wie ich das meine?
    Ich "kann "diese Orte natuerlich gut als Alibi nutzen, aber ehrlich, ich mochte diese Atmosphaere, das Rauskommen aus dem Alltag schon frueher, da hatte das nichts mit dem Alk zu tun. Wie ich allerdings jetzt damit umgehen soll, weiss ich selbst noch nicht?
    Also sieh es positiv fuer Dich und nutze das einfach als guten Startpunkt.

    LG Koko

    Hi Oliver,

    Gut, ich gehoere vielleicht noch nicht zu den Aelteren, aber auch nicht mehr zu den Juengeren.
    Ich will einfach mal versuchen, wie ich das sehe.

    An den Anfang stelle ich mal ein Zitat, das meiner Meinung viel Wahrheit in sich birgt: " Es ist nicht gesagt , dass mit dem wachsen an Lebensjahren auch die Weisheit waechst.." ( oder so aehnlich).
    Will damit sagen, dass man zwar mehr Erfahrung hat, was aber nicht heisst, dass man daraus gelernt hat. Oder vielleicht auch, ich finde es manchmal sogar noch schlimmer, durch die Erfahrung weiss man was falsch ist und tut es trotzdem. Als junger Mensch ist man am Erfahrung sammeln, moechte vieles ausprobieren und geht mit einer gewissen Unschuldigkeit ins Leben.Fuer viele ist es einfach ein Versuch, koennen es wieder abstreifen, natuerlich bleiben auch manche auf der Strecke.
    Wenn ich aelter bin, hatte ich mehr Zeit, mich in falschen Verhaltensmustern festzufahren. Und umso laenger ich diese habe, umso laenger dauert es da wieder rauszukommen.
    Natuerlich ist bei Juengeren die Versuchung groesser, weil man einfach mehr unterwegs (Party, Disco, Konzerte) ist.Meist ist man auch unabhaengiger, da man noch nicht so viele Verpflichtungen, z.B.Familie hat.
    Andererseits geht es natuerlich auch,wenn ich aelter bin.Ich kann auch mehr oder weniger heimlich ganz allein zu Hause saufen.

    Ich hoffe, Du versehst, was ich versucht habe zu sagen. Ich denke, jeder hat Schwierigkeiten, aus einer Sucht herauszukommen, egal welchen Alters. Wie hier schon erwaehnt, es ist anders und fuer jeden eine ganz individeulle Sache. Natuerlich kann man vergleichen, auch viele Gemeinsamkeiten bei Suechtigen feststellen. Man kann aus den Erfahrungen andere lernen, aber ich denke, letztendlich muss man seinen eigenen Weg finden.

    Als Nachsatz, dass ist meine persoenliche Meinung, kein Rat.Ich stecke selbst noch viel zu tief mittendrin, um helfen zu koennen, ist erst mein sechster trockener Tag und bin dabei, meinen Weg zu finden. Aber Du wolltest ja wissen, wie ein jeder hier so darueber denkt

    LG Koko
    Bisher hat mir das Forum sehr dabei geholfen.

    Hi nochmal

    Danke Biene, dass Du so schnell reagiert hast, es geht mir gleich besser und ich geh positiver an den naechsten Tag.
    Bei manchen Sachen denkt man es geht nur einem selbst so und dass das keiner verstehen kann, aber hoppla, da gibt es doch noch welche, die sich mit genau den gleichen Problemen konfrontiert sehen.
    Was das Geld betrifft hast Du wohl recht, aber so wie ich das verstanden habe, wird es entweder monatlich abgebucht (auch wenn es nicht viel ist) oder in einem Beitrag fuers Jahr bezahlt.(???) Ich arbeite auf das zweite hin, weil abbuchen z.Zt keinen Sinn hat, alles wuerd zurueckgebucht.Diesen Aerger will ich Karsten und mir ersparen.

    Liebe Grusse und einen schoenen Abend
    Koko

    Hallo,

    war kein guter Tag. Ich mach mir jetzt erstmal Luft, indem ich hier schreibe und um mich aus dem verdammten Kreislauf auszuklinken.
    Anfangs ging es ja noch, war arbeiten, Ueberstunden.Zum einen tut es dem Geldbeutel
    gut, zum anderen ist man beschaeftigt. Aber dann,
    als ich zu Hause war lief es ueberhaupt nicht
    mehr. Erst wollt ich nochmal raus, spazieren, aber ich bin heut irgendwie so groggi, so ausgelaugt, dass ich mich nicht aufraffen konnte.
    Ich dreh mich im Kreis, hab das Gefuehl, dass meine Suechte Schlange stehen, jede will an erster Stelle sein.
    Ja der Gedanke an den Alkohol war verstaerkt da, weil Wochenende ist. Warum mehr als sonst? Weiss nicht, weil man nicht an die Arbeit muss und die Fahne keinem auffaehllt??? Nein , ich hab nichts getrunken. Dafuer mehr gegessen. Ihr denkt jetzt o.k., kein Problem. Fuer mich schon, bin zwar fast aus meiner Bulimie raus, aber so ab und zu noch Rueckfaelle. So auch heute. Jetzt hab ich Angst, dass ich da wieder verstaerkt "reinrutsche"
    Hab zwar auch schon Abhaengigkeiten ueberstanden und bin mir ziemlich sicher, dass ich sie ueberwunden habe. Aber der Alkohol und das Essen sind meine grossen Probleme. Bis heute dachte ich, nicht mehr das essen, aber dem ist wohl doch nicht so.
    Was soll ich denn tun, ich will ja nicht eine Sucht mit der anderen ersetzen.
    Vielleicht ist jemand unter euch, der sich mit Suchtverlagerung auseinandergesetzt hat?
    Wuerde am liebsten in den geschuetzen Bereich gehen, weil mir soviel auf der Seele brennt oder nicht unbedingt fuer die Oeffentlichkeit gedacht ist, muss mich aber etwas gedulden (wegen des Geldes).
    Fuehle mich schlecht heute.Hoffentlich wird es morgen besser.Will es mal mit verplanen versuchen.Allerdings bin ich gut im Plaene machen, nicht so im einhalten.
    Klingt alles nicht so toll, aber ich bleib am Ball, versprochen!
    LG Koko