Freut mich, wenn ich dir eine Freude machen konnte
und, dass du gestern einen guten Tag hattest.
Mein Tag gestern war eigentlich auch ganz o.k., aber ich hatte ziemlich viel gemacht (ziehe momentan wieder bei meinem Freund ein) und war abends so müde und kaputt, dass ich mal wieder eine Krise bekam. Dabei scheint es mir, als machte ich eher Rück- als Fortschritte. Ich spüre jedes Gefühl - was ja auch gut so ist - bin aber durch die Überforderung (die ich mir natürlich selbst mache) nicht wirklich in der Lage gute Erklärungen zu finden oder mich zu beruhigen. Teilweise bekomme ich dann wieder so Panik, ich könnte da nicht mehr raus kommen oder ne Depression kriegen...das ist so typisch für mich, mich in Dinge reinzusteigern und dadurch verschlimmert sich alles noch.
Ich habe in einem Buch mal gelesen, dass man das Impulsivität nennt. Denn das bin ich wirklich. Mittlerweile erkenne ich es, manchmal kurz bevor es zum Ausbruch kommt. Teilweise war ich wegen Sachen gegenüber meinem Freund derart eifersüchtig oder regte mich über Dinge auf und dann konnte ich nur schwer damit aufhören.
Dann hat gestern Abend die Mutter meines Freundes angerufen. Seine Eltern wissen ja noch nicht, dass wir wieder zusammen sind. Jetzt weiss es zumindest mal seine Mutter.
Die Trennung damals verlief auch mal wieder in einer Phase der Impulsivität. Die Entscheidung kam so plötzlich, wie aus dem nichts. Ich habe nicht mal annähernd über unsere Streitereien nachdenken und eine Lösung suchen können. Ich habe alles ausgeblendet, mir noch ein richtig negatives Bild unserer Beziehung aufgebaut. Wir wollten damals in eine andere Wohnung ziehen, der Vertrag wurde paar Tage vorher unterschrieben und verpflichtete uns, mind. drei Monate drin zu wohnen und dafür auch zu zahlen. Ich habe ihn damals damit hängen lassen, er musste alles zahlen und hatte jede Menge Ärger am Hals. Heute frage ich mich, was mich dazu veranlasst hat. Ich dachte nur an Flucht. Ich habe meinen Partner für Probleme verantwortlich gemacht, wovor ich Angst hatte, diese überhaupt anzuschauen.
Ich musste perfekt sein, also musste er es auch und ich meckerte ständig an ihm herum.
Ich möchte mir wegen all dem keine Vorwürfe machen, denn ich weiss ja auch die Gründe dafür. Fakt ist aber auch, dass es in meiner Verantwortung lag, diese Entscheidung getroffen zu haben, wenn auch nicht mit so klarem Verstand.
Logisch, dass seine Eltern mich jetzt nicht mit offenen Armen empfangen. Irgendwie musste ich gestern deshalb weinen, weil ich wieder mal das Gefühl das "Ablehnens" spürte.
Heute möchte ich einen Termin für ein Treffen mit seiner Mutter ausmachen. Mit ihr habe ich mich immer gut verstanden, ich habe ich auch sehr viel über mich und das Problem meines Vaters erzählt. In dem Treffen möchte ich mit ihr darüber reden, weshalb ich ging. Ich möchte mir aber weder zuviel Verständnis erhoffen, noch möchte ich mich rechtfertigen, warum ich was tat, möchte auch nicht für alles meine Vorgeschichte in die Verantwortung ziehen, sondern einfach sagen, was ich gefühlt habe und fühle. Aber läuft es nicht doch auf das vorher beschriebene hinaus? Ich bin verwirrt :-/
zu dem, was du schriebst:
Mit deiner Freundin das kann ich gut verstehen. Eigentlich habe ich das auch, denn meistens wenn ich Leuten davon erzähle, dann tue ich das recht sachlich und meistens ohne grosse Gefühlsregungen, weil ich Angst habe, wenn ich den Schmerz rauslasse, dass die anderen Leute überfordert mit mir sind und ich dann eine ZUMUTUNG bin, wie du schon geschrieben hast.
Mir geht es z.B. jetzt mit der Mutter meines Freundes so. Sie hatte immer Verständnis für mich, hat mich zum Teil sogar in Schutz genommen, mir in vielen Dingen geholfen, aber irgendwie seit meinem Weggehen habe ich grosse Angst, dass nun das ganze Gegenteil eintrifft und dass sie denkt, ich will mich mit all diesen Dingen, die ja wirklich begründet sind, nur rausreden. Eigentlich traurig, so zu denken...
Zumal ich natürlich nicht von ihrer Meinung dazu abhängig sein sollte. Die Betonung liegt auf sollte...
Ja, es ist wirklich bequemer nach Hause zu gehen, aber ich muss auch sagen, nach einem langen Arbeitstag verspüre ich meistens nur noch diesen Wunsch, da ich sonst überfordert bin und es mir zuviel wird, abends noch was zu machen. Vielleicht gibt sich das, wenn ich nicht mehr ganz so fest mit mir beschäftigt bin; denn das ist schon anstrengend, wenn man so an sich arbeitet.
Zu dem, was du über deine Kommilitonin schriebst:
Du weisst, dass dir der Mut fehlt sie zu fragen...Also, dass heisst ja nicht, dass du das dann so hinnehmen musst, oder? Wenn du das gerne möchtest, probiere es doch. Ich kenne diese Angst, die dahinter steckt, aber ganz ehrlich...die Wahrscheinlichkeit, dass sie ablehnt ist fast bei 0.
Ja, es kann gut ein emotionales Druckmittel sein und ich kenne das gut von meinem Vater. Umso emotionaler reagiere ich jetzt darauf. Ich glaube es liegt im Moment auch daran, dass wenn ich etwas nicht tun will, dass ich es dann überbetonen und teilweise sogar rechtfertigen muss, so dass der andere das Gefühl hat, ich habe jetzt überhaupt keine Lust, sein Bedürfnis zu erfüllen.
Ich denke aber auch, dass bei meinem Freund eine Angst dahinter steckt, mit seinen Bedürfnissen zu kurz zu kommen. Das kann auch zum Teil aus seiner Familie kommen, ist aber auch eine Sache in unserer Beziehung, durch meine Erfahrungen usw.
Früher habe ich alles für ihn gemacht, teilweise darartig bevormundend und ungefragt, dass er manchmal sauer wurde und wenn er dann gerne etwas wollte, was ich für ihn tue, lehnte ich ab. Hier war es aber nun wirklich mal ein Wunsch von ihm, den ich nun ausgerechnet nicht erfüllte, was ihn sauer machte und mich widerrum dazu brachte, ihm vorzuwerfen, was ich denn alles für ihn tue usw.
Wir haben über das Thema schon sehr ausführlich gesprochen, aber manchmal passiert es halt doch wieder...
Jetzt fällt mir grad noch was sein:
Ich habe vorhin einen Thread gelesen, auf den auch du geantwortet hast. Es ging dabei um Hass auf die eigene Mutter usw.
Das hat mich total verwirrt und verängstigt. Im Grunde genommen hat meine Mutter mich ja auch emotional missbraucht, indem sie mir alles erzählte, mich als emotionalen Mülleimer benutzte. Ich kann mich aber auch erinnern, dass sie später oft sagte, dass ich ja auch meine Probleme habe und mich das belastet und sie mich nicht noch mit ihren Sachen belasten will. Ich widerrum habe dann abgewehrt und es war für mich natürlich selbstverständlich, dass ich ihr zuhöre.
Mit unserem Helfersyndrom haben wir uns also wunderbar ergänzt, denn ein "Helfer" denkt nie an sich und nimmt sich auch niemals zurück.
Sollte ich deshalb Hass verspüren? Verdränge ich etwas, rede ich etwas gut oder bin ich nur mal wieder in meiner impulsiven Denkweise hängen geblieben?
Ich überlege angestrengt und bin verwirrt...
Besser ich mach erstmal ne Denkpause 
Bis Bald und Liebe Grüsse
Cari