Hey Du,
veruche Dir auf einige Deiner Fragen ein paar Antworten zu geben. Leider hab ich immer noch nicht kapiert, wie das mit dem Zitieren hier fkt. deshalb etwas hemdsärmlig:
„Was macht Alkohol dann im Gehirn? Was genau verändert er dort?"
nur zum Verständis: Transmitter sind Botenstoffe im Gehirn, die einfach ausgedrückt Informationen weiterleiten
Bei Alkoholkonsum wird der Dopaminspiegel (Transmitter) erhöht. Der Dopaminspiegel beeinflusst das Hirmbelohnungssystem (wer wird nicht gerne belohnt) Das hat erstmal eine positive Wirkung. Der Nachteil, das Hirn will das immer wieder. Die Folge kann dann Abhängigkeit sein.
Außerdem wird der Endorphin-Spiegel angehoben (das sind die körpereigenen Drogen, ja so was gibt es. Haben z.B. auch Jogger nach einer gewissen Zeit des Laufens, der sogenannte Kick). Dadurch kommt es zur Euphorie, das ist auch erstmal ein angenehmes Gefühl was man immer wieder haben will.
Außerdem wird die Funktion des „gabanergen Systems“ (auch Transmitter) angeregt (so wirken auch Beruhigungsmittel), dadurch kommt es zur Beruhigung und die Motorik wird irgendwie beeinträchtigt. Als wenn du starke Beruhigungsmittel genommen hast. Du lallst und schwankst.
Dann wird die Funktion an den Glutamatrezeptoren (da wirken auch wieder Tranmitter) vermindert, dadurch kann es zu Gedächtnislücken kommen oder alles wird 100 mal wiederholt. Nennt man kognitive Beeinträchtigung
"Warum ist man so machtlos dagegen?"
Stell Dir vor, Du hast eine Krankheit bei der nur Medikamente helfen würden, aber du lehnst das strikt ab. So ist das bei einem Alkoholiker auch. Er lehnt erst mal das „Heilmittel“ (Therapie etc) was ihm helfen würde ab. Seine Entscheidung! Wenn er dann checkt, dass das das einzige ist was hilft, dann nimmt er das „Heilmittel“. Je nach dem wie krank er ist oder je nach dem wie schlimm er seine Krankheit empfindet oder aushalten kann, so schnell oder langsam wird er das „Heilmittel“ dann einnehmen. Das nennt man dann den „persönlichen Tiefpunkt“ der bei jedem an einem anderen Punkt ist (Frau weg, Führerschein weg, Job weg, Wohnung weg…..) manchmal kommt der Punkt auch nie, weil sie es nicht einsehen. Kannst Du einem Kranken einfach das Medikamt einflößen, so mit Mund und Nase zuhalten. Wenn er nicht will spuckt er es einfach wieder aus. Da ist man machtlos. Da kann man auch schreien, jetzt nimm endlich den Hustensaft. Wenn er nicht will macht er es nicht, auch wenn Du dich auf den Kopf stellst. Aber jetzt stell die mal vor, derjenige liegt hilflos in seinem Bett, und du sagst, OK Du nimmst den Hustensaft nicht, dann geh ich und du kannst machen was du willst. Dann und nur dann hat er eine Chance es zu bemerken, dass es vielleicht doch besser wäre die Medizin zu nehmen. Das nennt man Konsequenz und die Co-Abhängigen müssen erst lernen zu sagen OK, du willst das Heilmittel nicht, Gut dann lass ich dich in Ruh aber dann liegst du halt Totkrank alleine im Bett ich schau mir das nicht länger mit an.
"Warum hat das alles so wenig mit der Willenskraft zu tun (habe irgendwo gelesen, hier im Forum, dass Alkohol nicht eine Sache der Willenskraft, sondern eine richtige und schwere Erkrankung ist)?"
Es handelt sich um eine Krankheit. Wie Du oben gesehen hast spielen da ganz viele Faktoren (einer ist nur das Belohnungssystemtem des Hirns) eine Rolle. Wenn das aus den Fugen gerät, ist man krank. Kannst Du dir durch Willenskraft eine Blinddarmentzündung wegmachen??
"Wie definiert Ihr Krankheit, wenn Alkoholismus dazu gehört?" Krankheit ist per se erstmal die Abwesenheit von Gesundheit. Wobei ich Gesundheit nicht nur auf den Körper, sondern auch auf den Geist und die Seele beziehen würde. Der Körper kann also krankwerden, der Geist und die Seele auch. Es kann zu Persönlichkeitsveränderungen kommen, Depressionen, Ängsten etc.
"Wie hängen Alkohol und Zorn zusammen? Da gibt es einen Zusammenhang, nicht? Welchen?"
Wenn man Alkohol trinkt, dann wird die Serotinin- und Noradrenalin-Ausdschüttung im Gerhirn vermindert (dieser Mangel kann entweder Depressionen oder auch Aggressionen auslösen. Diese beiden Stoffe nennt man auch wieder Transmitter)
So, hoffe ich habe Dir Deine Fragen ein wenig beantworten können. Bei aller Theorie, vergiss nicht auf Deine Gefühle zu achten und lenk Dich nicht mit Intellektualisieren ab. Es ist wichtig, alle Informationen zu sammeln, aber schau einfach mal, wie es Dir in der Situation momentan gefühlsmäßig geht.
Liebe Grüße
Gigi