Beiträge von gigi

    Liebes Bienchen,

    als ich Spedies Reaktion vor einigen Tagen gelesen habe, hat es mich ganz schön betroffen gemacht, ich kann mir vorstellen, was es mit dir gemacht hat, zumal du geschrieben hast, dass auch das Forum dir hier ´manchmal Stress bereitet.

    Gib Dir einfach Zeit, Deinen Weg zu finden und nutze den Austausch hier weiterhin, es tut gut. Ich hätte mir soetwas vor Jahren gewünscht, aber da gab es das noch nicht.

    Ich hatte damals auch einen guten Bekannten, der mir den Holzhammer (wie Spedie Dir) auf den Kopf gehauen hat. Hätte ich damals nur gehört, ich hätte mir eine lange Zeit des Leidens erspart. Aber egal ich hab halt einfach ein wenig länger gebraucht. Mein Bekannter damals ist fast durchgedreht, weil ich es nicht kapieren wollte. Glaube, so geht es Spedie auch.

    Also es würde mich riesig freuen von Dir zu hören.

    LG

    Gigi

    Hi Du,

    also Machtlos weil es eine Krankheit ist. Du kannst auch nichts dafür, wenn dich eine Grippe erwischt. Da richtet man mit dem Willen wenig aus.

    Paradoxe Wirkung des Alkohols. Das gibt es oft bei Prozessen im Hirn.

    So gibt man z.B. hyperaktiven Kindern Ritalin (Methyphenidat). Die Kids sind hibbelig ohne Ende. Ritalin ist ein Amphetamin, also ein Aufputschmittel. Sollte die Kids eigentlich noch hibbeliger machen, das Gegeteil ist die Wirkung.

    Wie gesagt, das Hirn ist noch nicht richtig erforscht und es gibt Krankheiten bei denen ein Stoff massiv an einer Stelle des Gehirns fehlt, während es an einer anderen im Überfluss vorhanden ist. Jetzt das Problem, wie bekommt man das Zeug da hin, wo es mangelt.

    Also 1000 ungeklärte Fragen.

    Für Alkoholiker gibt es momentan deshalb nur einen Weg, die absolute Abstinenz. Was anderes ist noch nicht erforscht worden.

    LG

    Gigi

    Hey Du,

    veruche Dir auf einige Deiner Fragen ein paar Antworten zu geben. Leider hab ich immer noch nicht kapiert, wie das mit dem Zitieren hier fkt. deshalb etwas hemdsärmlig:

    „Was macht Alkohol dann im Gehirn? Was genau verändert er dort?"

    nur zum Verständis: Transmitter sind Botenstoffe im Gehirn, die einfach ausgedrückt Informationen weiterleiten
    Bei Alkoholkonsum wird der Dopaminspiegel (Transmitter) erhöht. Der Dopaminspiegel beeinflusst das Hirmbelohnungssystem (wer wird nicht gerne belohnt) Das hat erstmal eine positive Wirkung. Der Nachteil, das Hirn will das immer wieder. Die Folge kann dann Abhängigkeit sein.

    Außerdem wird der Endorphin-Spiegel angehoben (das sind die körpereigenen Drogen, ja so was gibt es. Haben z.B. auch Jogger nach einer gewissen Zeit des Laufens, der sogenannte Kick). Dadurch kommt es zur Euphorie, das ist auch erstmal ein angenehmes Gefühl was man immer wieder haben will.

    Außerdem wird die Funktion des „gabanergen Systems“ (auch Transmitter) angeregt (so wirken auch Beruhigungsmittel), dadurch kommt es zur Beruhigung und die Motorik wird irgendwie beeinträchtigt. Als wenn du starke Beruhigungsmittel genommen hast. Du lallst und schwankst.


    Dann wird die Funktion an den Glutamatrezeptoren (da wirken auch wieder Tranmitter) vermindert, dadurch kann es zu Gedächtnislücken kommen oder alles wird 100 mal wiederholt. Nennt man kognitive Beeinträchtigung

    "Warum ist man so machtlos dagegen?"

    Stell Dir vor, Du hast eine Krankheit bei der nur Medikamente helfen würden, aber du lehnst das strikt ab. So ist das bei einem Alkoholiker auch. Er lehnt erst mal das „Heilmittel“ (Therapie etc) was ihm helfen würde ab. Seine Entscheidung! Wenn er dann checkt, dass das das einzige ist was hilft, dann nimmt er das „Heilmittel“. Je nach dem wie krank er ist oder je nach dem wie schlimm er seine Krankheit empfindet oder aushalten kann, so schnell oder langsam wird er das „Heilmittel“ dann einnehmen. Das nennt man dann den „persönlichen Tiefpunkt“ der bei jedem an einem anderen Punkt ist (Frau weg, Führerschein weg, Job weg, Wohnung weg…..) manchmal kommt der Punkt auch nie, weil sie es nicht einsehen. Kannst Du einem Kranken einfach das Medikamt einflößen, so mit Mund und Nase zuhalten. Wenn er nicht will spuckt er es einfach wieder aus. Da ist man machtlos. Da kann man auch schreien, jetzt nimm endlich den Hustensaft. Wenn er nicht will macht er es nicht, auch wenn Du dich auf den Kopf stellst. Aber jetzt stell die mal vor, derjenige liegt hilflos in seinem Bett, und du sagst, OK Du nimmst den Hustensaft nicht, dann geh ich und du kannst machen was du willst. Dann und nur dann hat er eine Chance es zu bemerken, dass es vielleicht doch besser wäre die Medizin zu nehmen. Das nennt man Konsequenz und die Co-Abhängigen müssen erst lernen zu sagen OK, du willst das Heilmittel nicht, Gut dann lass ich dich in Ruh aber dann liegst du halt Totkrank alleine im Bett ich schau mir das nicht länger mit an.

    "Warum hat das alles so wenig mit der Willenskraft zu tun (habe irgendwo gelesen, hier im Forum, dass Alkohol nicht eine Sache der Willenskraft, sondern eine richtige und schwere Erkrankung ist)?"
    Es handelt sich um eine Krankheit. Wie Du oben gesehen hast spielen da ganz viele Faktoren (einer ist nur das Belohnungssystemtem des Hirns) eine Rolle. Wenn das aus den Fugen gerät, ist man krank. Kannst Du dir durch Willenskraft eine Blinddarmentzündung wegmachen??


    "Wie definiert Ihr Krankheit, wenn Alkoholismus dazu gehört?" Krankheit ist per se erstmal die Abwesenheit von Gesundheit. Wobei ich Gesundheit nicht nur auf den Körper, sondern auch auf den Geist und die Seele beziehen würde. Der Körper kann also krankwerden, der Geist und die Seele auch. Es kann zu Persönlichkeitsveränderungen kommen, Depressionen, Ängsten etc.

    "Wie hängen Alkohol und Zorn zusammen? Da gibt es einen Zusammenhang, nicht? Welchen?"

    Wenn man Alkohol trinkt, dann wird die Serotinin- und Noradrenalin-Ausdschüttung im Gerhirn vermindert (dieser Mangel kann entweder Depressionen oder auch Aggressionen auslösen. Diese beiden Stoffe nennt man auch wieder Transmitter)

    So, hoffe ich habe Dir Deine Fragen ein wenig beantworten können. Bei aller Theorie, vergiss nicht auf Deine Gefühle zu achten und lenk Dich nicht mit Intellektualisieren ab. Es ist wichtig, alle Informationen zu sammeln, aber schau einfach mal, wie es Dir in der Situation momentan gefühlsmäßig geht.

    Liebe Grüße

    Gigi

    Liebe Ettena,

    habe im Laufe der Jahre viele Alkoholier(innen) kennengelernt. Davon haben eine ganze Menge ihre Partner(innen) betrogen und verlassen. Ich fragte mich immer wieder, wie so was passieren kann. Das Gegnteil sollte der Fall sein. Also ging ich dieser Frage nach.

    Von diesen Menschen (das ist natürlich nicht repräsentativ, zeigt aber immer wieder das selbe Muster) bekam ich folgende Antwort:

    1. Die Partner hatten kein Schamgefühl mehr wegen des Alkohols, sie waren in gewissen Situationen enthemmt und haben Sachen gemacht, die sie sonst nicht getan hätten (im Nachhinein fanden sie das alle auch nicht so dolle)
    2. Der Partner zu Hause hat ihnen keine Bestätigung mehr entgegengebracht (wie auch, soll man sagen, man hast du heute wieder so tolle glasige Augen und erst das vollgekotzte Bett. Traumhaft)
    3. Die "Außenbeziehung" hat ihnen das geliefert was sie meinten zu brauchen: z.B. heimlicher Sex, Anerkennung, Lob, Bestätigung als Mann/Frau.
    4. Sie dachten mit dem neuen Partner ist alles einfacher (wars auf den ersten Blick auch oft, weil die mitgesoffen haben, wie das endet kann man sich denken)
    5 der Reiz des Neuen
    6. Sie haben sich teilweise wieder etwas gespürt
    7. Der eigene Partner hat sich im Bett verweigert, weil er sich ekelte. Das spürten die Abhängigen natürlich auch und sind halt, statt was zu ändern, den leichten und für sie nicht guten Weg gegangen.

    .....

    Du bist 47 na und?? es gibt tolle Männer, die Dir keine Bedingungen stellen, damit sie bei dir bleiben.
    Die kannst du wahrscheinlich aber im Moment einfach noch nicht sehen.

    Ich komme aus beruflichen Gründen mit sehr sehr vielen Leuten aus allen Schichten zusammen und jetzt vielleicht ein gaaaanz kleiner Trost: ich kennen KEINEN/KEINE die nicht wieder glücklich geworden ist oder einen PArtner/Partnerin gefunden hat. Allerdings, und das ist der durchgängige Tenor, haben ALLE etwas für sich getan. Die schlimmen Erfahrungen und Situationen zwangen sie förmlich dazu (das dauerte manchmal lange). Sie sind heute froh über die Erfahrung weil sie viel über sich gelernt haben. Was sie wollen und was sie nicht wollen.... Aber eins ist passiert, sie wurden stärker. Keiner hat das bemerkt, während er in dieser Situation steckte. Und keiner hätte geglaubt, dass das stimmt. Es hat blöderweise auch keinen Wert sich gleich wieder in eine neue Beziehung zu stürzen, bevor man nicht gnug geheult und getrauert hat. Da guckt man sich dern neuen nämlich garnicht richtig an und dann hat man unter Umständen das nächste Problem am Backen.

    Ich wünsch Dir ganz viel Kraft

    Liebe Grüße

    Gigi

    Ach so, gibt ein gutes Buch von John Selby: "Die Liebe finden" Das ist ein kleiner MUTMACHER

    Hallo Franke,

    eider wurde ein Teil meiner letzten Antwort gelöscht. Ich habe da die Kriterein aus dem ICD-10 (F1 x.1 und F1 x.2) zitiert, aber da kann es wohl Probleme geben wegen des Urheberrechts. Deshalb einfach mal in meinen Worten:


    Misbauch oder schädlicher Gebrauch liegt dann vor wenn:

    Der Konsum von Alkohol z.B. zu einer Störung führt. Das kann eine psychische Störung sein (z.B.Angst, Depression) oder körperlich, wie z.B. Lebererkrankungen, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen etc.

    Aber bitte beachten: jahrelanger Missbrauch fürht sehr oft in die Abhängigkeit, der Übergang ist fließen und die Auswirkungen auf die Familie gleichen sich.

    Nach ICD-10 müssen bei einer Abhängigket über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten 3 oder mehr der folgenden Punkte vorgelegen haben:

    1. Der starke Zwang oder der Wunsch die Droge zu sich zu nehmen (alles
    andere wird dann zur Nebensache)
    2. Entzugssymptome, wenn die Droge nicht mehr zugeführt wird (also
    Nervosität, Zittern, Schweißausbruch, Herzrasen und vieles mehr)
    3.Die Entwicklung einer Toleranz, d.h. man verträgt mehr als früher und
    muss mehr Alkohol trinken, bis die Wirkung einsetzt (du hast bei Deiner
    Frau geschrieben, sie braucht einen Asbach-Cola?? damit es schneller
    geht?
    4. Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Konsums
    und/oder der Beschaffung der Droge. Da wird für die Beschaffung und
    den Konsum ganz viel Zeit aufgewendet. Alles andere wird unwichtig
    (bei Deiner Frau, du, die Kinder, essen kochen, Haushalt, Freunde...)
    5.Der Konsum wird fortgesetzt, obwohl man weiss, dass man schon
    schädliche Folgen durch den Alkohol hat (du schriebst, dass der Arzt sie
    schon darauf hingewiesen hat, also weiß sie es. Ergo trifft dieser Punkt
    leider auch zu).

    Ich hoffe, dass Du nicht umfällst und Deiner Entscheidung treu bleibst. Die Erkenntnis, dass man einen alkoholkranken Partner hat und das nicht nur mit einem Pillchen oder einem kleinen netten Therpiechen kuriert werden kann ist megahart. Aber jetzt weißt Du, mit was du es zu tun hast (auch wenn es weh tut) Du fischst nicht mehr im Trüben und kannst jetzt handeln. Das schlimme ist die Hilflosigkeit, weil du echt nichts tun kannst, es nicht in deiner Hand hast. Aber auch das weißt Du. Mach´s einfach wie im Job. Wenn du da eine Info bekommst (auch wenn sie unangenehm ist) handelst du professionell. Im Privatleben hat man diese Ressource auch. Machmal vergisst man es einfach.

    Liebe Grüße

    Gigi

    so, noch mal ich,

    Lieber Franke,

    Du hast Dir eine Beratung in Würzburg gegönnt und viele Tipps bekommen, wobei einige geholfen haben, einige weniger oder nicht.

    Könntest Du mir bitte schreiben, was das für Tipps waren, welche geholfen haben und welche nicht? Woran lag es, dass einige nicht geholfen haben??

    Wäre froh über eine Antwort
    Noch einen schönen Abend.

    Liebe Grüße

    Gigi

    Hallo Franke,

    Es gibt eine Klassifikationssystem für psychische Krankheiten. Nennt sich ICD-10. Auch Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit sind dort zu finden (ICD-10 F1). Ärzte, Psychologen etc. verewenden dieses Werk (google mal und gib ICD-10 F1 ein)
    Alkoholmissbrauch liegt vor wenn:

    xxx

    Bitte versuche hier Deine Frau nicht in die Schublade Missbrauch zu stecken. Rede es Dir nicht schön, falls du das versuchen solltest. Es ist wirklich eine Abhängigkeit. Der ICD-10 wird außer im Ami-Land in 194 Ländern der Erde zur Erkennung von Krankheiten benutzt und von der Weltgesundheitsorganisation herausgegeben.

    Wie geht´s Dir?

    LG

    Gigi

    edit summerdream: bitte keine texte aus anderen internetseiten einfügen - thx

    Hallo Frank,

    habe hier mitgelesen und kann mich vollkommen in Deine Situation versetzen.

    Du fragtest nach den Therapiemöglichkeiten.

    Da gibt es zuerst einmal die Entgiftung im Krankenhaus. Kann zwei Wochen dauern. Es ist in vielen Fällen sinnvoll, das nicht zu Hause zu machen, da gesunheitliche Risiken bestehen können, wenn dem Körper auf einmal kein Alkohol mehr zugehführt wird (z.B. Delirium tremens, die Nummer wo man weiße Mäuse sieht). So ein Zustand führt in ca. 15% der Fälle unbehandelt zum Tod. Also hier sollte sich Deine Frau!!!!! beim Arzt erkundigen, was er rät.
    Ok, also die Entgiftung ist der erste Schritt. Danach muss entschieden werden, ob man eine stationäre Entwöhnungsbehandlung wählen sollte oder eine ambulante.
    Beide haben ihre Vorteile, das kommt auf den Patienten an.
    Bei der ambulanten Therapie bleibt der Patient in seinem Umfeld (Arbeit, Familie, etc.). Man besucht regelmäßig seinen Thearpeuten und wenn möglich noch Intensiv-Selbsthilfegruppen. Je nach dem sollte diese Form meines Wissens nach 1 Jahr durchgeführt werden. Erst wenn dieses Jahr überstanden ist, kann davon sprechen trocken zu sein. Danach ist es wichtig weiterhin regelmäßig an sich zu arbeiten und Gruppen zu besuchen.
    Für die ambulante Therapie muss eine große Therapiemotivation vorhanden sein, sonst wird es schwierig, weil man mit allen Problemen konfrontiert ist. Da braucht man viel Kraft.
    Man soll bitte nicht denken, dass der Alkoholismus, der in einer ambulanten Thearpie behandelt wird weniger schlimm ist. EIN BISSCHEN SCHWANGER GIBT`S NICHT.

    Ich hoffe es geht Dir gut und Du bis weiterhin standhaft und konsequent.

    LG

    GIGI

    Hi Dagmar,

    Du warst bequem, was er an Dir hatte weiß er. Außerdem haben Alkoholiker oftmals ein Problem mit dem Selbstwert. Also könnte ich mir vorstellen:

    1. 2 Frauen auf einmal. Super
    2. Die Ex wieder rumgekriegt, was bin ich doch für ein toller Hecht
    3. vielleicht war die Zeit mit dir doch nicht so schlecht.
    4. Die neue Frau ist vielleicht doch nicht so der Reißer und hat selbst Probleme, die ihm zuviel sind.......

    Hör nicht auf sein Gesülze, dann hast du nämlich 2 Probleme am Backen: 1. Den Alkoholiker 2. den Fremdgänger.

    LG

    Gigi

    Hi Bienchen,

    Bis mein Ex endlich zur Besinnung kam war ein weiter weg. Ich bin 10 Jahre durch die Hölle. Die Kohle hat er mit anderen Frauen, )was ich heute weiß damals hab ich das nicht sehen wollen) und Alkohol durchgebracht. Ich hatte 2 kleine Kinder, die ich zu meinen diversen Gelegneheitsjobs mitnehmen musste (den Chefs sein heute noch für Ihr Verständnis gedankt und auch dafür, dass sie mir meine Lügen zur Erklärung abgenommen haben.
    Ich habe also alles am Hals gehabt, Kinder Haushalt, Jobs , Finanzen... Irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich wurde mit Messern bedroht. Heute nach vielen Jahren frage ich mich, wie ich das ausgehalten habe und warum ich nicht schon früher fähig war zu reagieren. Alles was ich hier lese kommt mir so bekannt vor. Es war also damals nicht einfach mit einem Schreiben vom Anwalt getan.. Die Vorgeschichte spottet jeder Beschreibung. Hinzu kam zu dieser Zeit, dass auch sein Job gefährdet war und er mit Atemlähmung etc. im Krankenhaus behandelt werden musste. Dann kam noch eine Diagnose hinzu, dass er ein Loch in einem Teil der Hirnes hat (hinter der Strin) die eigentlich den Menschen ausmacht. Den hat er sich nachweislich "versoffen". Das alles kam für ihn also ziemlich geballt und war wahrscheinlich sein Tiefpunkt. Damals hat sich also in vielen Bereichen seine Umwelt geändert und hat nicht mehr für ihn funktioniert.

    Glaub mir ich war eine der besten "Bieruhren" der Welt und wursste immer bei dem wievielten Glas er ist. Genutzt hat es mir nichts. Ebensowenig wie das motzen, wenns dann doch wieder mehr wurde. Gab da nur zwei Möglichkeiten, entweder bin ich ins Bett mit einem miesen Gefühl im Bauch doer ich hab Krach angefangen, damit ich meinen Zorn losgeworden bin. Irgendwann hab ich dann keine Diskussionen über Alkohol mit ihm geführt, wenn er bsoffen mitten in der nacht heimkam (schlafen konnte ich nicht, weil ich zu viel Angst hatte dass was passiert) oder zuviel getrunken hat. Das hab ich dann auf die Zeiten verlegt in denen er mal nüchtern war.

    Er hat aber wirklich erst dann was getan, als bei seinem Spiel keiner mehr mitgemacht hat.

    Wie gesagt, der erste Schritt für mich war (und dabei gings mir am Anfang ganz schlecht) keine Diskussionen im betrunkenen Zustand zu führen. Das wurde dann immer leichter für mich (hätte ich auch nicht gedacht und hat eine Zeit gedauert) danach wurde es immer besser, bis mir das den Mut gegeben hat, den nächsten Schritt zu tun.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

    LG
    Gigi

    Hi Bienchen,

    ist ne blöde Zeit für dich im Moment, weil alles auf einmal kommt. Ich kann mir denken, dass das Forum auch sehr aufwühlen kann und man zu seinen eigenen Gedanken und Zweifeln immer noch ein paar hinzukommen.

    Deine Erkenntnis, dass er zur Einsicht kommen muss ist richtig und dass dein Verstand da ist ,der Dir die rosarote Brille abnimmt ist ganz wichtig.

    Das alles nicht immer in einer Trennung enden muss siehst Du an Deinen Eltern. Aber das hat auch nur funktioniert, weil dein Dad das eingesehen hat und was getan hat.

    Mein Ex-Mann hat erst reagiert, als ihm vom Anwalt ein Schreiben zugestellt bekam in dem ihm mitgeteilt wurde, dass ich mich von ihm trenne. Mich hat es zerrissen, damals. Das war für ihn der Tiefpunkt er hat eine Therapie begonnen und wurde trocken. Soviel ich weiß ist er es heute noch nach 10 Jahren. Getrennt haben wir uns trotzdem, nachdem er drei Jahre trocken war. Er hat seine Persönlichkeit dermaßen verändert, dass es einfach nicht mehr funktioniert hat.

    Eine reelle Chance habt Ihr, wenn er was tut. Du kannst ihm eigentlich nur helfen, indem du nichts tust. Wenn Alk im Spiel ist, nach Hause gehen. Mein Argument war dann immer: in diesem Zusatnd rede ich nicht mit dir. und hab dann das Zimmer verlassen. Da kam ich nicht in die Situation erklären zu müssen, warum ich meine, dass er ein Alkoholproblem hat. Einfach die Situation nicht mehr tragen und sich rausnehmen. Wenn er seinen Führerschein durch Suff verloren hat. lass ihn laufen, er hat Füßé bis auf den Boden. und nicht in eine Situation bringen lassen in der du dich rechtfertigen musst. Danach fühlt man sich dann immer so schuldig.

    Das sollten jetzt keine guten Ratschläge sein. Wollte Dir nur mal kurz schreiben, mit welchen Verhaltensweisen es mir etwas besser ging, damals.

    Sorry, eine Frage noch: Wieso steht seine Frau immer noch im Raum? Wegen der kleinen Tochter?

    Wünsch Dir noch einen schönen Abend.

    Liebe Grüße
    Gigi

    Hi Dagmar,

    ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dir das immer wieder vor Augen halten kannst, wenn Du mal unsicher sein solltest.

    Und weißt Du, es ist spannend, Du glaubst garnicht in wievielen Alltagssituation (Arbeit, im Supermarkt, Verein.l...) wir oft genauso handeln wie in der Partnerschaft. Braucht einer Hilfe, sind wir die ersten die alles managen, was nicht heißen soll, dass wir nicht helfen sollen wenn Not am Mann ist. Aber die Struktur zieht sich durch und es ist wirklich interessant, wenn man mal wieder automatisch reagiert, zu erkennen, dass da wohl mal wieder Co im Spiel war.

    LG

    Gigi

    Hallio und vielen Dank für Eure Antworten.

    Ich glaube, ich habe die Frage irgendwie falsch formuliert. Es geht mir hier nicht darum, dass der Betroffene permanent Asche auf sein Haupt zu werfen meint. Damit es der Partnerin besser geht und sie wieder Macht ausüben oder Rache üben kann. Das machen wir nämlich ganz gerne, denn irgendwo muss der Druck ja hin :( . Bescheuert. das macht es nämlich noch schlimmer.

    Ich wollte eigentlich wissen, ob ihr Menschen, die nicht zugeballert sind, verstehen könnt, wenn sie soetwas lange Zeit mitmachen. und jetzt beim Schreiben merke ich, dass ich noch eine Frage habe.

    Wie ist es möglich, dass Alkoholiker so geniale Manipulatoren sind? Haben sie einfach Partner, die das mitmachen, oder entwickelt man durch die Alkoholsucht bestimmte Strategien. Wenn ja, wäre es für die Co-Abhängigen sicher toll, wenn sie es von Betroffenen erklärt bekämen (ich auch :D .

    Liebe Grüße
    Gigi

    Guten Morgen,

    habe mich gestern mit einem trocknen Alkoholiker unterhalten. Er hat eine ganze Menge für sich getan und tut es immer noch.

    Was mich echt vom Sockel gehauen hat war seine Aussage:

    Ich verstehe Euch Co-Alkoholiker nicht. Ihr seid klar in der Birne, wenn wir so einen Scheiß im vollen Kopf bauen, kann ich das noch verstehen, aber Ihr seid in der Birne doch klar. Wie kann Euch so was passieren, dass Ihr so was mit euch machen lasst?

    Geht es Euch genauso? Könnt Ihr das auch nicht nachvollziehen?

    Gibt es da tatsächlich ein Verständisproblem?

    Wäre Euch dankbar für euer Feedback.

    Liebe Grüße
    Gigi

    Hallo,

    beim Lesen in diesem Forum habe ich festgestellt, dass es einige "Glückliche" gibt, die es geschafft haben, ob mit dem Partner oder ohne. Auf jedenfall scheint es mir, dass es ihnen gut geht.

    Ich wäre irre froh, wenn ihr mir sagen könntet wie ihr das angestellt habt.

    So vielleicht mit Ablauf? Wie habt ihr bemerkt, dass es da ein Problem mit Alkohol gibt? Wie habt ihr das mit dem Umfeld hinbekommen und aufgehört für ihn die Jobs zu erledigen? Wann und wie habt ihr angefangen konsequent zu sein? und vor allem, was habt ihr euch Gutes getan?

    Wie geht es euch heute und wenn ihr mit dem Partner zusammengeblieben seid, habt ihr noch Angst , wenn er später nach Hause kommt. Kontrolliert ihr dann?

    Ganz viele Fragen und es gibt glaube ich 1000 Wege in die Co-Abhängigkeit und 1000 wieder heraus.

    Ich wäre sehr froh, wenn ihr mir ein paar heraus zeigen könntet.

    Vielen Dank und Euch allen noch einen schönen Tag.

    Gigi

    Guten Morgen Bienchen,

    Dein Freund hat echt das Leben:
    Wenn Du nicht willst, springt die Mutter ein. Irgendeiner macht immer seinen Job. So richtig hat er eigentlich keinen Grund aufzuhören oder? Außer ein Bißchen Gemecker von Dir passiert bis jetzt noch nocht viel. Und das Gemecker bekommt er besstimmt garnicht richtig mit, weil er betrunken ist. Also so what, für ihn alles im grünen Bereich.

    Was mich etwas nachdenklich macht ist folgendes:
    Seine Frau hat ihn wegen des Alkohols verlassen. Also gehe ich mal davon aus, dass er schon länger ordentlich trinkt. Deshalb: KENNST DU IHN EIGENTLICH OHNE ALKOHOL? Damit meine ich nicht die nüchternen Momente, sondern den ganzen Menschen. Wie ist der? Kannst Du Dir das wirklich beantworten? Auch wenn Du schreibst, dass Du schon vor 5 Jahren Interesse an ihm hattest. Kennst Du den ganz normalen Alltag mit ihm? ich meine immer nüchtern? Was ist es dann für ein Mensch?

    Noch was. Das Forum hier ist supertoll, ich hätte mir gewünscht, dass es soetwas in meiner dunklen Zeit gegeben hätte. Aber verwechsele es bitte nicht mit einer Selbsthilfegruppe oder einer Therapie.

    Ich denke, dass die Kombination aus diesem Forum, einer Selbsthilfegruppe und letztendlich einer Therapie Deinen Leidensweg verkürzt. Egal, ob er es schaftt oder nicht. Denn wenn er es schafft sind damit die Probleme noch längst nicht weg. Wir sind ungeheuer gute Kontrolleure. Wenn er dann 10 Minuten später nach Hause kommt, geraten wir schon in Panik, wo ist er, hat er wieder getrunken? Wir schnuppern, schauen, ob die Augen glasig sind. Wie bewegt er sich, ....,,

    Also damit will ich sagen, dass Du auch dann Hilfe brauchen würdest, sonst kann es sein, dass Du bei Normalitäten schon am Rad drehst. Hätte ich auch nicht gedacht, dass es dann andere Probleme geben könnte. Dachte, wenn der Alkohol weg ist ist alles in Ordnung. Kannst Du Deine Mutter mal fragen, wie es ihr gegangen ist und wie sie damit umgegangen ist, als bei Deinem Vater der Alk weg war. Oder schwebt vielleicht heute noch das Damoklesschwert des Rückfalls über ihr und ihm?

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

    Liebe Grüße

    Gigi