Spätzünder

  • Tja Gigi,
    es ist faszinierend, welche Chancen man/frau bekommt, wenn man/frau ganz unten ist. Es ist so ein Gefühl von "schlimmer geht es nicht" und nun "Ärmel hoch"!

    Ich spüre ganz imens dass meine Alltagskraft steigt, die Konzentration wieder besser wird und auch die Belastbarkeit von mir. Beim Zahnarzt stellte ich jedoch fest, dass meine Schmerzempfindlichkeit etwas größer ist. Ich bin für mich überzeugt, dass diese Dinge alle zusammenhängen.

    Meine Veränderung begann bereits im Oktober 2007 - während die Beziehung erst im Mai 08 endete. Da nämlich musste ich aufgrund meiner Arbeitsplatzrationalisierung und einer üblen Situation in einem Pflegeheim, Verwaltung, überlegen, was ich für mein berufliches Leben will oder nicht will - welche Kompromisse ich bereit bin zu gehen oder welche nicht und wie ich es habe mit der "Armutsgrenze"...

    Genau diese Fragestellung hat sich in den privaten Bereich übertragen. Ich hatte das Gefühl recht schnell, weil meine Frisur geändert wurde, mein Auftreten sich änderte, meine Art lockerer wurde obwohl ich nun wusste ich werde arbeitslos.

    Ich habe die Psychotherapeutin gefragt ob es einen Zusammenhang gebe, weil es so auffällig ist, dass diesem Zusammenbruch aller Bereiche auch eine komplette Neuordnung folgt (bzw. folgen musste) was sie bejahte.

    Quasi Chancen durch Krisen.

    Jetzt, als Teenagerspätlese, lerne ich das Leben anzunehmen, so wie es ist - nicht mehr anzukämpfen gegen das, was es mir serviert - sondern diese Änderung zu nehmen und aus ihr das für mich Beste zu machen. Da meine Veränderungen langsam kamen und auch noch lange dauern werden, wird mir das im Bewußtsein bleiben. Ich habe mir das auch in Wortform im Gedächtnis behalten und auf lesbarem Stoff.

    Das war für mich übrigens eine große Hilfe alle die Geschehnisse aufzuschreiben, die ich in den Jahren zuvor gerne verbannt hatte, weil es bequemer war.

    Ja, es ist spannend und auch oft versehen mit Stolz wenn ich Muster an mir erkenne und es mal früher oder mal später schaffe, diese Muster zu bewältigen. Nicht alle sind schlecht, aber wenn es automatische Muster sind, dann muss vor jedem Automatismus das Hirn eingeschaltet werden, anders als beim Autofahren....

    Ja, es gibt viel zu lernen,
    und ich lasse es nicht liegen :)

    lieben Gruß von Dagmar

  • Ja und Nein Gigi,
    grundsätzlich habe ich sehr viel Kraft und bin immer wieder hoch gekommen. Allerdings dachte ich am Anfang als auch noch die Beziehung brach und mein Wohnsitz fraglich war das Leben bricht zusammen und ist aus.

    Aber genau das Gegenteil war der Fall: jetzt erst kam eine mir aus längeren Zeiten bekannte Kraft und sagte: Anzeigen schalten!

    Eine alte Urkraft kam und sagte: Mädchen, lass mal sehen, ob es wirklich ein Verlust ist, ob dieser Mensch Dein Leben bereichert oder erschwert hat.

    Alle diese Antworten waren von Traurigkeiten überzogen - aber auch von Antworten, die mir Schritt für Schritt ermöglichten auf mich zu achten, endlich nach jahrelangem darüberreden die passende Brille zu kaufen (trotz finanzieller Pleite) endlich mal wieder zu langjährigen Freunden für ein paar Tage zu gehen.

    Ich habe noch keinen Job, werde auch noch suchen müssen - aber das Leben hat mich wieder und ich habe mich wieder. Alles noch wacklig, alles noch so ein bischen mit vielen Fragen im Kopf - aber alles in Vorwärtsrichtung.

    Arbeitsplatz oder Partner : sie konnten mir ins Kreuz treten, aber brechen ließ ich es mir nicht :)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hi Bienchen,

    ist ne blöde Zeit für dich im Moment, weil alles auf einmal kommt. Ich kann mir denken, dass das Forum auch sehr aufwühlen kann und man zu seinen eigenen Gedanken und Zweifeln immer noch ein paar hinzukommen.

    Deine Erkenntnis, dass er zur Einsicht kommen muss ist richtig und dass dein Verstand da ist ,der Dir die rosarote Brille abnimmt ist ganz wichtig.

    Das alles nicht immer in einer Trennung enden muss siehst Du an Deinen Eltern. Aber das hat auch nur funktioniert, weil dein Dad das eingesehen hat und was getan hat.

    Mein Ex-Mann hat erst reagiert, als ihm vom Anwalt ein Schreiben zugestellt bekam in dem ihm mitgeteilt wurde, dass ich mich von ihm trenne. Mich hat es zerrissen, damals. Das war für ihn der Tiefpunkt er hat eine Therapie begonnen und wurde trocken. Soviel ich weiß ist er es heute noch nach 10 Jahren. Getrennt haben wir uns trotzdem, nachdem er drei Jahre trocken war. Er hat seine Persönlichkeit dermaßen verändert, dass es einfach nicht mehr funktioniert hat.

    Eine reelle Chance habt Ihr, wenn er was tut. Du kannst ihm eigentlich nur helfen, indem du nichts tust. Wenn Alk im Spiel ist, nach Hause gehen. Mein Argument war dann immer: in diesem Zusatnd rede ich nicht mit dir. und hab dann das Zimmer verlassen. Da kam ich nicht in die Situation erklären zu müssen, warum ich meine, dass er ein Alkoholproblem hat. Einfach die Situation nicht mehr tragen und sich rausnehmen. Wenn er seinen Führerschein durch Suff verloren hat. lass ihn laufen, er hat Füßé bis auf den Boden. und nicht in eine Situation bringen lassen in der du dich rechtfertigen musst. Danach fühlt man sich dann immer so schuldig.

    Das sollten jetzt keine guten Ratschläge sein. Wollte Dir nur mal kurz schreiben, mit welchen Verhaltensweisen es mir etwas besser ging, damals.

    Sorry, eine Frage noch: Wieso steht seine Frau immer noch im Raum? Wegen der kleinen Tochter?

    Wünsch Dir noch einen schönen Abend.

    Liebe Grüße
    Gigi

  • Hi Bienchen,

    Bis mein Ex endlich zur Besinnung kam war ein weiter weg. Ich bin 10 Jahre durch die Hölle. Die Kohle hat er mit anderen Frauen, )was ich heute weiß damals hab ich das nicht sehen wollen) und Alkohol durchgebracht. Ich hatte 2 kleine Kinder, die ich zu meinen diversen Gelegneheitsjobs mitnehmen musste (den Chefs sein heute noch für Ihr Verständnis gedankt und auch dafür, dass sie mir meine Lügen zur Erklärung abgenommen haben.
    Ich habe also alles am Hals gehabt, Kinder Haushalt, Jobs , Finanzen... Irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich wurde mit Messern bedroht. Heute nach vielen Jahren frage ich mich, wie ich das ausgehalten habe und warum ich nicht schon früher fähig war zu reagieren. Alles was ich hier lese kommt mir so bekannt vor. Es war also damals nicht einfach mit einem Schreiben vom Anwalt getan.. Die Vorgeschichte spottet jeder Beschreibung. Hinzu kam zu dieser Zeit, dass auch sein Job gefährdet war und er mit Atemlähmung etc. im Krankenhaus behandelt werden musste. Dann kam noch eine Diagnose hinzu, dass er ein Loch in einem Teil der Hirnes hat (hinter der Strin) die eigentlich den Menschen ausmacht. Den hat er sich nachweislich "versoffen". Das alles kam für ihn also ziemlich geballt und war wahrscheinlich sein Tiefpunkt. Damals hat sich also in vielen Bereichen seine Umwelt geändert und hat nicht mehr für ihn funktioniert.

    Glaub mir ich war eine der besten "Bieruhren" der Welt und wursste immer bei dem wievielten Glas er ist. Genutzt hat es mir nichts. Ebensowenig wie das motzen, wenns dann doch wieder mehr wurde. Gab da nur zwei Möglichkeiten, entweder bin ich ins Bett mit einem miesen Gefühl im Bauch doer ich hab Krach angefangen, damit ich meinen Zorn losgeworden bin. Irgendwann hab ich dann keine Diskussionen über Alkohol mit ihm geführt, wenn er bsoffen mitten in der nacht heimkam (schlafen konnte ich nicht, weil ich zu viel Angst hatte dass was passiert) oder zuviel getrunken hat. Das hab ich dann auf die Zeiten verlegt in denen er mal nüchtern war.

    Er hat aber wirklich erst dann was getan, als bei seinem Spiel keiner mehr mitgemacht hat.

    Wie gesagt, der erste Schritt für mich war (und dabei gings mir am Anfang ganz schlecht) keine Diskussionen im betrunkenen Zustand zu führen. Das wurde dann immer leichter für mich (hätte ich auch nicht gedacht und hat eine Zeit gedauert) danach wurde es immer besser, bis mir das den Mut gegeben hat, den nächsten Schritt zu tun.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag.

    LG
    Gigi

  • Ich habe das Thema Alkohol während der Beziehung nur ganz kurz angesprochen. Damals in einer Art Vorwurfshandlung "Du bist schon wieder angetrunken".

    Jetzt habe ich Abstand und für mich war es wichtig für mich selber komplett auszusprechen was der Alkohol meiner Meinung nach an ihm geändert hat. Mir war es wichtig darzustellen, dass ich einen solchen Lebensweg nicht als begleitend für meinen betrachten kann und auch keine Lust habe als Spielfigur im "Großen Spiel der Süchte" so ge- und benutzt zu werden wie er es will. Mir war wichtig zu sagen: Du liebst niemanden außer dem Alkohol und wenn Du Dir nicht für Dich fachliche Hilfe suchst, dann wird Dein Leben eben so weitergehen wie bisher. Ich selber wünsche für mich eine Struktur und habe die meinige.

    Gemecker gab es bei mir früher auch - es hat nichts bewirkt Bienchen. Einfach weil es beim einen Ohr rein und beim anderen rausging. Hauptsache der Spiegel stimmte, hatte ich den Eindruck.

    Du sprichst davon die Ex nie los zu werden. Den Gedanken hatte ich als mein Ex Lover hier eine neue Pseudo-Co-Beziehung anfing. Ein Gefühl von Eifersucht. Das ist mittlerweile abhanden gekommen. Mein Ex soll seine Zeit verbringen mit wem er will und wie er will. Wichtig ist für mich geworden was ich will. Denn als ich quasi auf sie eifersüchtig war, da war er wohl noch ein ziemlicher Mittelpunkt. Langsam rückt er ganz, ganz langsam aus meinem Mittelpunkt ab. Warum soll ich meine Kraft verschwenden in Sachen Eifersucht gegen Alk, Saufkumpane, körperlichen Verfall und Eifersucht. Damit quäle ich mich. Ich bin da noch lange nicht soweit, wie ich sein will - aber ich bewege mich da hin.

    Schau, er macht Dir Vorwürfe weil Du schuld bist durch Dein Gemecker. Du meckerst weil Du es nicht mehr ertragen kannst. Eigentlich werft ihr Euch die Bälle zu, oder? Eigentlich genial, jeder hat die Möglichkeit sich zu verteidigen und in ein besseres Licht zu stellen.

    Ich versuche das für mich auszuschalten, gerade durch ein entsprechendes Verlassen von ihm oder aussteigen aus einem Gespräch. Wie auch Gigi gehe ich dann und gehe in mein Schlafzimmer, welches für ihn tabu ist. Hier kann ich abschalten und mich mit mir selber auseinandersetzen. Ich selber bin nämlich in Gefahr auch diese Rechtfertigungen auszusprechen oder anzuhören. Aber es bringt mich nicht weiter. Deshalb meine Flucht in mein Schlafzimmer - um bei mir zu sein und nicht bei trügerischen Verteidiungsreden von beiden Seiten.

    Ach Bienchen, es ist so schwer diese Wege zu gehen und immer wieder will man kämpfen, aber eigentlich vergeuden wir dabei unsere Kraft, oder?

    Viel Kraft uns allen wünscht
    Dagmar

  • Hallo Bienchen,

    hab gerade Deine Geschichte gelesen und die Tränen in den Augen. Du bist ich vor 10 Jahren. Einige andere Vorzeichen, aber es passt. Ich war geschieden und lernte meine Partnerin kennen. Diesmal ist es für immer. Diesmal mache ich alles richtig. Sehr früh stellte ich fest, dass sie ein "Alkoholproblem" hat. Ein guter Freund und Arzt hat damals zu mir gesagt:"Schieß sie in den Wind!" Wie herzlos,der hat ja keine Ahnung. Mit meiner Liebe werde ich es schon schaffen.

    Du hast sicher auch schon gedacht: Wenn die Scheidung vorbei ist, wirds besser? Stimmts!?

    Wird es nicht!!!!! Und eines Tages findest Du Dich in der Notaufnahme wieder, weil eine Fleischwunde geklammert werden muß, die Dein Partner Dir zugefügt hat. Oder die Polizei klingelt und teilt Dir mit, dass Dein Partner mit 4 Pomille das Auto zerlegt hat. Ist nicht erlogen, ist mir so passiert.

    Du hast einen Schritt getan, den ich nicht tat: Du holst Dir hier Hilfe!!! Herzlichen Glückwunsch dazu Bienchen.

    Du hast damit die Chance alles anders zu machen als ich und damit richtig. Du kannst Dich retten und ihm die Möglichkeit zu schaffen sich zu retten. Mir ist mittlerweile klar, dass ich mit meinem ritterlichen Getue -Ich werde Dich retten - meiner Partnerin jede Chance genommen habe, sich zu besinnen.

    Ich bin kein Fachmann, aber davon überzeugt, dass kein Alkoholiker ohne Tiefpunkt umkehrt. Dann muß er seinen Tiefpunkt eben bekommen. Wenn Eure Beziehung frisch und damit die Liebe groß ist, könnte das sein Tiefpunkt werden, wenn Du die Beziehung beendest. Eine Garantie gibts nicht.

    Wenn Du ihn umhegst und umpflegst, tut sich nichts.

    Bienchen ich kann Dich sowas von verstehen. Ich schwebte auf Wolke 7. Sie war die Richtige. Endlich die große Liebe. Was folgte, war der blanke Horror. Jedesmal wenn Du denkst der Tiefpunkt ist erreicht, geht es noch schlimmer.

    Ich hab 10 Jahre vergeudet und habs noch nicht geschafft. Mach nicht den gleichen Fehler. Er ist nicht der Einzige. Du kannst Ihn nicht retten.

    Bitte rette Dich!

  • Ach Bienchen,
    was soll er denn sagen? Wie soll er es denn merken können wenn jetzt noch nichts zu ihm durchgedrungen ist? Du kannst Dir nicht vorstellen, wie gut ich Deine Hilflosigkeit verstehen kann!!! Und dennoch kann ich aus meiner Erfahrung für meine missratene Beziehung nur sagen dass ich mich durch den Alkohol und Persönlichkeitsveränderung von meinem Partner distanziern muss. Er sieht seine Veränderung wohl als schlecht, spricht auch vom verändern, handelt aber ebenso persönlichkeitsgespalten wie zuvor und lehnt fachliche Hilfe ab.

    Fazit - diese vermeintliche Einsicht dient nur dem Gefügigmachen von mir. Wäre ihm klar, was gesundheitlich auf dem Spiel steht, oder würde es ihn interessieren - wie auch der Rest seines Lebens - so würde er handeln. Er tut es nicht, ist also soweit zufrieden mit seinem Leben.

    Was bitte, sorry aber es ist so, sollen unser Worte, Tränen, Kontrollversuche ect. bewirken? Bienchen, wenn Du oder ich Zuneigung oder Gefühle haben, dann spüren wir sie im Bauch, im Herz oder durch Tränen. Bei den Menschen, über die wir gerade schreiben, kommt ein solches Gefühl (so denke ich) nicht in der Form an weil sie "in Watte pardon Alk gepackt sind". Sie haben wohl zuweilen auch noch Gefühle, wie diese aber spürbar sind, vermag ich für meinen Teil nicht zu beurteilen.

    Wird es besser? Wird es schlimmer? Das können wir uns nicht beantworten - dass kann nur Deiner sich selber beantworten.

    Ich sehe es nicht so, dass ich Jahre verschenkt habe. Ich sehe es so, dass in mir ein Ungleichgewicht war in Sachen Helfen-/Pflegen-/Unterstützen, welches ich durch diese traurige Beziehung wieder ins rechte Lot bringen kann. Um für den Rest meines Lebens zu versuchen auf meine Bedürfnisse und auf mich zu achten. Ich bin kein Hellseher, weiß nicht ob es gelingt und wieviele Rückschläge mich begleiten, aber ich weiß, dass ich es versuchen werde.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Bienchen,

    ES INTERESSIERT IHN NICHT, wenn er Alkoholiker ist. Dann will er nur SAUFEN. Du bist dann maximal die Nr. 2 in seinem Leben, die Nr. 1 ist der ALKOHOL.

    Du bist nur schönes schmückendes Beiwerk, so lange Du ihn saufen lässt. Wenn nicht, bist Du bestenfalls lästig. Wirst Du zum Sauf-Hindernis, dann wird' interessant: trennt er sich von Dir um des Saufens willen, oder lässt er das Saufen um seiner selbst willen?

    Find's raus...

    LG
    Spedi

  • Boah, das liebe ich - Batsch - Spedi hat recht - batsch : ohrfeige an mich!

    Ich war unliebsam geworden weil ich das Thema nicht nur (wenn auch nur einmal) beim Namen genannt hatte und mit Foto und Daten sagte "Da sehe ich nicht zu".

    Kannst Du mir erklären Spedi, warum es ihm trotz Ende der Beziehung mit mir und dem neuen Zusammensein mit einer Co, wo er ab- und zu ist, dennoch so eine Art "mich wieder rumkriegen" gibt? Liegt das einfach am Narzismus, der nicht erlaubt, dass sich jemand von ihm abwendet oder möcht er sein Image polieren, welches ich ihm als Alkoholiker nicht gerade schön gestaltet habe.

    Würde mich nun echt interessieren, was da die Grundgedanken sind, dass es keine Liebe oder Zuneigung sind, das weiß ich ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hi Dagmar,

    Du warst bequem, was er an Dir hatte weiß er. Außerdem haben Alkoholiker oftmals ein Problem mit dem Selbstwert. Also könnte ich mir vorstellen:

    1. 2 Frauen auf einmal. Super
    2. Die Ex wieder rumgekriegt, was bin ich doch für ein toller Hecht
    3. vielleicht war die Zeit mit dir doch nicht so schlecht.
    4. Die neue Frau ist vielleicht doch nicht so der Reißer und hat selbst Probleme, die ihm zuviel sind.......

    Hör nicht auf sein Gesülze, dann hast du nämlich 2 Probleme am Backen: 1. Den Alkoholiker 2. den Fremdgänger.

    LG

    Gigi

  • Tja Bienchen,
    wenn wir hier die Offenheit und unsere Ohrfeigen nicht kriegen würden, dann würden wir vielleicht weniger auf den Boden kommen. Also ich zumindest.

    Ja Gigi,
    Ich dachte schon daran, dass es ein Versuch sein sollte, mich in alte Muster zu pressen, damit ich weiter funktioniere. Das scheint wohl so zu sein, wei Du anreißt. Nur das mit der Bequemlichkeit, das hat sich nun erledigt. Na ja, oder auch nicht - da es für mich zu dem Thema ja nichts mehr zu sagen gibt. Ich habe gestern gesagt was es zu sagen gab.

    Ach Spedi, ich freue mich auf mein neues Heim, blöde blos, dass es kein offizieller Mietvertrag ist, der bisher existiert, sondern nur eine schriftliche Vereinbarung des Vermieters. Aber ich nehme mir einfach heraus auf die Menschen zu vertrauen, die gut gewirkt haben und die ich später auch noch zufällig getroffen habe, denn da würde eine Welt zusammenbrechen, wenn das nichts würde.

    Denn ich räume in Gedanken schon ein :) Habe hier noch weitere Dahlien angesetzt, die dann hoffentlich kurz vor der Blüte ins neue Heim kommen.

    Nein Freunde, ich will weder den Alkoholiker zurück noch den Fremdgänger, noch denjenigen, der nur am Auto bastelt und dem alles andere zu viel ist. Ich will auch denjenigen nicht mehr haben, der im Haushalt für nichts zuständig war. O.k. da hat es Bienchen besser - deren Partner ist jetzt noch handwerklich gut. War meiner auch mal.... Lang lang ists her.....

    Sag mal Biene, vom Alk mal abgesehen, war die Beziehung sonst o.k. Denn bei mir muss ich einige Baustellen feststellen, die auch wenn es den Alkohol nicht gegeben hätte, zu einem Ende führen mussten - unweigerlich....

    Denn ich selber dachte bei vielen Dingen, der Alkohol wäre daran schuld, dass er anders ist als "normale" Menschen, aber wie mal gesagt wurde, das könnte zu einfach sein und einfach nur ein Weg sein, die Schuld auf nur einen Täter zu lenken um dabei nicht näher hinsehen zu müssen.

    Weißt Du Biene, auch ich bin noch nicht stabil - aber es gelingt mir immer häufiger mich zu erden. In meinem Fall sogar gerade dann, wenn ich ihn sehe, weil ich merke, was ich nicht ertrage. Denn nun muss ich mit wachen, erwachten, Augen sehen was alles anders ist als ich es mir wünschen würde.

    Es gibt ganz viele Dinge, die mir Spaß bereiten, mich erfreuen, aber alles Dinge, die er nicht bemerkt, die ihn nicht interessieren. Wie auch ich nicht mehr bereit war mich mit seinen Interessen auseinanderzusetzen weil immer der Alk dabei war. Somit waren wir schon sehr lange auseinandergelebt, nur die Sucht hielt uns zusammen.....

    Ich würde Dir wünschen, liebe Biene, dass Du zu Dir findest und zu Kraft für dich selber - egal, wie die Beziehung weitergeht, aber einfach sich selber leben - nicht mehr und nicht weniger. Ich arbeite auch noch dran.....

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Servus Bienchen77,

    Du liebst diesen Mann nicht, sondern Du bist aus irgend einem Grund hörig. Ob das noch Co-Abhängigkeit ist oder schon pathologisch, solltest Du mal von jemand prüfen lassen, der dazu kompetent ist.

    Und Du hast keinen (Etappen-) Sieg errungen oder eine (Teil-) Erfolg, sondern Du bist umgekippt wie ein nasser Sack! Er hat Dich ja wieder, mit ein paar Minuten Gelaber - wo ist da Konsequenz? Soll -selbst ein Alkoholiker- dieses kindische Trotzverhalten ernst nehmen???

    Sorry, Du willst Dich nicht aus Deiner Co-Abhängigkeit lösen, Du stehst auf dieses Leid. Anders kann ich Deine Hartnäckigkeit, diese verkorkste Abhängigkeit weiter zu führen, nicht bezeichnen.

    Ich klink mich an dieser Stelle aus Deinem Thread aus, da ist mir die Zeit zum Lesen zu schade.

    Wer will, findet Wege - wer nicht will, findet Gründe. Ein Paradebeispiel!

    LG
    Spedi

  • Hart aber ehrlich! Selten, dass ich irgendwo eine solche Konsequenz erlebt habe. Wobei es auch ein Akt der Fairness ist zu sagen "Geh Deinen Weg für den Du Dich entschieden hast". Eine Direktheit, die ich nur bewundern kann.

    Weißt Du Bienchen, diese Etappensiege sind bei mir keine gewesen! Letztendlich war ich ja immer noch greifbar. Mein Ex hat mir gestern ganz erhlich gesagt, zwar habe er geschockt gesehen dass ich tatsächlich packe, aber er will es noch nicht wahrhaben und realisiert es nicht.

    Ich bin noch da! Er kann noch mit mir reden - er kann noch Spiele spielen - er kann mich noch "überzeugen" und vor allen Dingen ich bin noch in seinem Einfluß da ich noch hier lebe. Also kein Schritt von mir war ein Sieg. Es waren für mich selber kleine Schritte, die mich weiterbringen, für mich selber Erfolge oder Abgrenzungen.

    Nie aber irgendwelche Schritte, die ihn irgendwo oder irgendwie massgeblich zur Besinnung brachten, den wie gesagt: noch bin ich da!

    Ich habe einige Tage bei Freunden verbracht und er war durch den Wind. Aber ich bin ja nicht dort geblieben sondern wieder da. Also kann er ja so schlecht nicht sein ;)

    Ich befürchte, bei Dir ist die Hoffnung noch das, was sich quer Beet durch Dein Gefühl zieht und Du dabei Dich selber vernachlässigst. Das ist o.k. wenn Du dich bewußt dafür entschieden hast. Dann ist einfach für Dich noch nicht der Zeitpunkt gekommen etwas für Dich zu ändern. Ich denke, das ist ganz o.k. - auch ich habe Jahr benötigt. Auch ich frage mich jetzt noch oft: Warum? Hat alles so kommen müssen? Ich wünschte ....

    Aber es kam nun mal alles so, was ich wünschte hat sich nicht erfüllt und somit muss ich selber daran arbeiten meine persönlichen Wünsche zu erfüllen - eben ohne meinem Partner, weil meine Wünsche nicht seine Wünsche sind.

    Will ich also von mir selber behaupten zu "lieben", dann muss ich ihm seinen Weg erlauben. Mit allen Konsequenzen (auch wenn das meine Schmerzen) sind. Ich muss ihm erlauben an sich selber rumzuschnipfeln, weil er seit Jahren eine Warze nicht in den Griff bekommt - er will schnippeln und nicht zum Arzt. Seine Entscheidung - die Entscheidung eines erwachsenen Menschen, in die ich mich nicht einzumischen habe!

    Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft
    Dagmar

  • Bitte Spedi, dann lies es halt nicht. !!

    Wirklich immer draufhauen bringt doch nun nichts und hilft Bienchen auch nicht weiter, außer, das sie sich nicht mehr hier meldet.

    Genau wie bei Alkis ist die Co-Schraube eine Krankheit aus der wir uns natürlich nur selbst befreien können. Auch bei Bienchen wird der Groschen fallen..
    Natürlich war das kein Etappensieg oder ähnliches aber sie hat doch wenigstens mal Grenzen gezeigt.
    Ich bin auch ofr gegangen, wenn mein Partner in meiner Anwesenheit getrunken hat und irgendwann wollte ich auch nicht mehr wiederkommen bzw. irgendwann wollte ich mich auch nicht mehr bequatschen lassen aber das dauert eben.

    Grüße Emma

    In every heart, there ist room - A sanctuary safe and strong
    To heal the wounds of lovers past - Until a new one comes along

    (Billy Joel)

  • Liebes Bienchen,

    als ich Spedies Reaktion vor einigen Tagen gelesen habe, hat es mich ganz schön betroffen gemacht, ich kann mir vorstellen, was es mit dir gemacht hat, zumal du geschrieben hast, dass auch das Forum dir hier ´manchmal Stress bereitet.

    Gib Dir einfach Zeit, Deinen Weg zu finden und nutze den Austausch hier weiterhin, es tut gut. Ich hätte mir soetwas vor Jahren gewünscht, aber da gab es das noch nicht.

    Ich hatte damals auch einen guten Bekannten, der mir den Holzhammer (wie Spedie Dir) auf den Kopf gehauen hat. Hätte ich damals nur gehört, ich hätte mir eine lange Zeit des Leidens erspart. Aber egal ich hab halt einfach ein wenig länger gebraucht. Mein Bekannter damals ist fast durchgedreht, weil ich es nicht kapieren wollte. Glaube, so geht es Spedie auch.

    Also es würde mich riesig freuen von Dir zu hören.

    LG

    Gigi

  • hallo Bienchen,

    Ich lese schon lange bei Dir mit und dachte mir schon,daß Du Dich so schnell nicht wieder melden wirst,nachdem was Spedi geschrieben hat.
    Er hatte auch bei mir am Anfang etwasm härteren Worte gewählt,doch das war gut so für mich.Ich war auch erstmal geschockt,da ich ein sehr sensibler Mensch bin.
    Er hat Erfahrung und was nützt es mir mit Samthandschuhen angefasst zu werden.
    Ich habe für mich begriffen,es geht um Leben oder Tod,und ich will Leben.

    Melde Dich doch mal wieder.

    Lori

  • Oh Bienchen,
    das, was Du jetzt machst, kostet so viel Kraft.

    Er kann es nicht begreifen, der "Durst" ist da, der Saufdruck auch, das erlebe ich hier doch auch.

    Nur Bienchen, mir ist das egal geworden. Es ist sein Saufdruck, sein Vorrat, den er sich beschaffen muss, sein Gewissen, seine Gesundheit und sein Leben mit allen Folgen die daraus resultieren.

    Ich habe einmal! gesagt was Sache ist, das war es - er war damals nüchtern und Wiederholungen habe ich nicht nötig. Denn nicht mein Leben ist im Absturz sondern seines, als das meines Ex. Er kann kapieren oder es lassen!

    Ich befürchte, das heulende Elend kommt noch. Bei meinem wäre es jetzt so, dass er - so war es früher - tagelang wegbleibt, sich die Kanne gibt und irgendwann kommt als wäre nichts geschehen. Ich habe damals immer vorhaltungen gemacht weil ich ja schon Angst hatte dass was passiert ist. Nachdem bei uns Schluß war war ich einige Wochen gebrochen zu nichts fähig und zu nichts zu gebrauchen. Irgendwann hatte der Schmerz das Masimum erreicht und ich wollte endlich aufleben - ohne ihm.... die Tränen wurden weniger, die Kraft größer und meine Beiträge hier zahlreicher :)

    Nun, läuft das Spiel genau entgegengesetzt:
    Da mir egal ist wo er wie seine Freizeit verbringt ist mir auch egal wann er wie nach wievielen Tagen wieder kommt. Früher habe ich mich beschwert weil keine Info kamen. Nun will ich diese gar nicht mehr, was ich auch gesagt habe.

    Nur: nun kommen die Infos, nun wird auch nicht mehr gebockt (derzeit) wenn ich sage "no, keine Lust". Ich bin pur geworden, sage was ich denke und lasse mich in meinen Entscheidungen nicht mehr von ihm beeinflussen oder manipulieren. Dumm gelaufen für ihn....

    Ich bin für mich da, vielleicht bleibt da noch Platz für ihn, aber dieses vielleicht muss er entscheiden, durch seinen weiteren Lebensweg ... und ich dann in Folge dessen.

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Ach liebes Bienchen,
    ich vermute mal, diesen Text kennt fast jede von uns - fast wörtlich wir die SMS die ich gekriegt habe. Nur halte ich nichts von SMS und somit habe ich diese erst Wochen später gelesen ;)

    Ich persönlich reagiere auch diese Texte nicht - auch jetzt nicht, wo ich sie zeitgleich lesen kann ;) Weisst Du warum? Weil ich es zum "kotzen" finde (was nämlich bei uns der Fall war) alles mögliche in eine Tastatur zu tippen, aber den Mund nicht aufzukriegen weil vielleicht Antworten kommen, die er nicht hören will.

    Tja Bienchen, unser aller Weg liegt nun vor Dir...

    Viel Glück
    Dagmar

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