Hallo,
Nach 2 Tagen Müdigkeit und *Durchhänger* geht es mir heute wieder besser.
Heute morgen konnte ich in meinem Tagebuchbereich endlich meine Schreibblockade brechen und über meine *Nachwehen* der Reise berichten. Die Reise war super, schöne Wanderungen in ursprünglicher Natur - und doch.....
Als ich meine Worte wiederfand und ganz ehrlich über meine Gefühle schreiben konnte, brachten mich Rückmeldungen anderer Wegbegleiter dazu, meine Reise auch mal unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten, den ich bisher vernachlässigt hatte, weil ich da keine Zusammenhänge gesehen hatte - mein Unterbewusstsein und wie es sich anfühlen kann, wenn ich als Einzige in einer Gruppe von 23 Leuten keinen Alk trinke.
Natürlich hatte ich mir bei der Auswahl meiner Reisegruppe Gedanken gemacht und von vorneherein *All incl.* und Ähnliches ausgeschlossen. Ich entschied mich nicht für eine Weintour an der Mosel
, sondern buchte bei einem bekannten Veranstalter für Wanderreisen meinen Urlaub. Die Gruppe war super, vom Fitnesslevel und von den Anforderungen war alles ausgeglichen. Ich hatte auch eine nette Zimmernachbarin, mit der ich mich prima verstand und offen reden konnte.
Was ich nicht von vorneherein ins Kalkül gezogen hatte war: alle tranken in Maßen ALK, während ich bei den Mittagessen unterwegs oder abends mein Wasser trank. Ich kann mich nicht erinnern, dass mir das während der 14 Tage irgendwie schwer gefallen war, genauso wenig wie der Verzicht auf den Besuch einer Anisschnapsbrennerei. Ich habe sogar erklärt, warum ich dort nicht reingehe und statt dessen lieber eine schöne Stunde am Strand verbrachte, während die anderen probierten.
Als ich wieder zu hause war und nach den ausgefüllten Tagen in der Gruppe wieder auf mich gestellt war, habe ich doch gemerkt, dass mir mein Unterbewusstsein -vielleicht durch die ständige Konfrontation mit alten Situationen, dass für viele ALK in Maßen einfach zum Abend in der Taverne dazugehört- einen Streich spielen wollte. Ich war froh, dies heute mit Hilfe Anderer, die mir von ihren Erfahrungen berichtet haben, so aufdröseln zu können. Ich habe nicht von ALK geträumt und auch keinen getrunken, aber ich bin heute mit einem Satz aus einem Traum aufgewacht *Achte auf Deine Gedanken, denn sie sind Wegbereiter für Dein Tun*
Dieser Satz, der mich sehr nachdenklich gemacht hat, war der Auslöser, dass ich endlich über meine seltsamen Gefühle schreiben konnte.
Ich wollte nicht alleine in den Urlaub fahren, aber ich werde mir künftig überlegen, ob eine -nicht von einer Selbsthilfeorganisation zusammengestellte - Reisegruppe das Richtige für mich ist. Trotz aller Wachsamkeit und Überlegungen im Vorfeld lauerte hier eine Gefahr, die ich so nicht gesehen habe.
Für mich war es daher wichtig, auch hier im offenen Bereich über meine Erfahrungen zu berichten.
Einen schönen Abend,
Schattenspringer